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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Dr. Richard Berczeller-Gasse, 7210 Mattersburg
Beschreibung: Die Lernenden setzen sich mithilfe eines Informationstextes, eines Zeitungsartikels und eines Briefes mit dem Leben von Dr. Richard Berczeller auseinander. Sie sollen ein Verständnis für die menschlichen Erfahrungen während des Nationalsozialismus und der Zeit danach entwickeln.
Ort: Mattersburg (7210)
Zeitbedarf: ca. 60–90 Minuten
Alter: 13–18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenraum bzw. öffentlicher Ort


Verbundene Orte:




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Richard Berczeller wurde 1902 in Sopron/Ödenburg geboren. Seine Mutter Sidonie stammt aus einer alteingesessenen jüdischen Familie in Lackenbach, sein Vater Adolf gehörte zu den wichtigsten Vertretern der Arbeiterbewegung Westungarns und auch Richard engagierte sich schon früh in der Sozialdemokratie. Nach dem Zusammenbruch des Rätesystems in Ungarn floh die Familie nach Österreich. Richard Berczeller studierte Medizin und arbeitete zunächst als Arzt in Wien. 1929 ließ sich Berczeller als praktischer Arzt in Mattersburg nieder. Als assimilierte Juden war die Familie Berczeller zwar keiner Anfeindung ausgesetzt, eine vollständige Integration blieb ihr aber verwehrt. Seine Aktivitäten als Mitglied der „Sozialdemokratischen Partei“ und ab 1934 der „Revolutionären Sozialisten“ führten während des Austrofaschismus dazu, dass er mehrmals verhaftet und ihm der Dienstvertrag entzogen wurde. Im März 1938 wurde Dr. Richard Berczeller, gemeinsam mit anderen Mattersburger Juden, verhaftet und aus seinem Heimatort nach Wien vertrieben. Noch 1938 gelang ihm mit seiner Familie die Flucht nach Paris. Wie die meisten Flüchtlinge kämpfte die Familie mit existentiellen Schwierigkeiten und lebte in einem Zustand permanenter Rechtsunsicherheit. 1941 wurde ihm und seiner Familie die Einreise in die Vereinigten Staaten gewährt. Er und seine Frau gingen verschiedenen Gelegenheitsarbeiten nach, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Nach einer abermaligen Absolvierung des Medizinstudiums praktizierte er wieder in den USA als Arzt. Nebenbei war er auch als Schriftsteller tätig. Nach 1945 lehnte er zwar eine Rückkehr nach Österreich ab, engagierte sich jedoch für seine ehemalige Heimat, indem er als Obmann der Organisation „Friends of Austrian Labor“ Hilfslieferungen für die notleidende österreichische Bevölkerung sammelte. Zudem besuchte er regelmäßig das Burgenland und hielt Kontakt mit zahlreichen Persönlichkeiten des Landes. In seinen letzten Lebensjahren erhielt er Ehrungen des Landes Burgenland und der Republik Österreich. Richard Berczeller starb 1994 in New York. Anlässlich des 85. Geburtstages von Dr. Richard Berczeller brachte die Stadtgemeinde Mattersburg 1987 eine Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus an. Der Arzt und Schriftsteller Dr. Richard Berczeller war bei der Enthüllung persönlich anwesend. Im Juli 1996 beschloss der Gemeinderat von Mattersburg, eine Gasse nach Dr. Richard Berczeller zu benennen.



Literatur

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