DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Dynamische Vermittlungsangebote

Orts- und zeichenungebunden | Unterricht planen |

Die folgenden Vermittlungsangebote sind so konzipiert, dass sie sich für die Auseinandersetzung mit allen auf DERLA dokumentierten Erinnerungsorten und Erinnerungszeichen eignen.

Passen sie die einzelnen Angebote an Erinnerungszeichen und Erinnerungsorte Ihrer Wahl, in Ihrer Nähe und an die Bedürfnisse Ihrer Lerngruppe an.



Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur



Selbstgestalteter Rundgang: Die Vielfalt des Widerstands



  • Beschreibung: Die SchülerInnen befassen sich mit dem Widerstandsbegriff und lernen über die vielfältigen Facetten von Widerstand während des Nationalsozialismus.
  • Zeitbedarf: flexibel gestaltbar, von einer Doppelstunde bis zu einem Projekttag, eignet sich für Supplierstunde
  • Zielalter: ab 13 Jahren
  • Zielort: Klassenzimmer

Didaktischer Kommentar

Dieses Vermittlungsmodul eignet sich als Einstieg in die Thematik des Widerstands und soll einen breiten Blick auf das Thema eröffnen. In Teil 1 und Teil 2 werden Überlegungen zu Gegenwartsbezügen angeregt. Im Teil 3 stehen biografische Zugänge im Vordergrund. Sie ermöglichen besondere Einblicke in die Geschichte und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf das historische Geschehen. Die Beschäftigung mit historischen Biografien fördert die vertiefte Auseinandersetzung mit Verfolgung und Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese kann als Hausarbeit oder in Gruppenarbeit erfolgen, Leseaufträge eigenen sich als Hausarbeit im Vorfeld der Unterrichtsstunde.


Teilarbeitsaufträge

  1. Teil 1: Was ist Widerstand Macht euch Gedanken zum Begriff „Widerstand“: Was bedeutet dieser Begriff allgemein, was bedeutet er in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus? Findet konkrete Beispiele für aktuellen Widerstand und Widerstand in der NS-Zeit und schreibt sie auf.

    Verschiedene Formen von Widerstand kann man auch als Opposition, Resistenz, Protest oder abweichendes Verhalten beschreiben. Listet konkrete Tätigkeiten auf, die unter Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft gelten. Was alles war Widerstand? Wie bezeichneten die Nationalsozialisten diese „Delikte“? Welche Konsequenzen drohten für die einzelnen Handlungen?
  2. Teil 2: Welche Grundlagen brauchen Recht und Gerechtigkeit? Baron Charles de Montesquieu gilt als einer der Begründer der Gewaltenteilung. Er prägte die Idee, die Regierung in drei unabhängige Organe zu unterteilen: Legislative, Exekutive und Judikative. So könne eine gerechte politische Ordnung geschaffen und Machtmissbrauch verhindert werden. Während des Nationalsozialismus war dieses System ausgehebelt. Baron Charles de Montesquieu ging mit einem Satz in die Geschichte ein: „Das Unrecht, das einem einzelnen widerfährt, ist eine Bedrohung für alle!“

    Was bedeutet Gewaltenteilung? Versucht gemeinsam die Unterteilung in Legislative, Exekutive und Judikative zu erklären und die Begriffe zu definieren (nehmt eventuell das Internet zu Hilfe).

    Warum ist Gewaltenteilung zentral für demokratische Staaten? Was bedeutet im Gegensatz dazu „Gleichschaltung“, die im Nationalsozialismus passierte?

    Mache dir Gedanken was der Satz von Montesquieu bedeuten könnte. Schreib Dir einige Stichworte auf. Besprecht in der Gruppe eure Überlegungen zu diesem Satz. Gibt es unterschiedliche Deutungen?
  3. Teil 3: Wer waren die Widerständischen? Recherchiert in DERLA zu Menschen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben. Lest ihre Biografien im Archiv der Namen. Recherchiert zu dieser Frage (in DERLA, auf anderen Internetseiten und in eurem Geschichtsbuch) und schreibt Erkenntnisse auf.

    In welche Gruppen lassen sich die Widerständischen einteilen? Welche Überzeugungen und Ziele könnt ihr einzelnen Gruppen zuordnen?

    Was erfährt ihr über die Lebensgeschichte der Person vor dem Nationalsozialismus, während des Nationalsozialismus und danach?

    Was waren ihre Gründe sich gegen das NS-Regime aufzulehnen? Aus welcher Motivation widersetzten sich diese Personen dem NS-Regime und wie konkret setzten sie ihren Widerstand um?

    Welche Gemeinsamkeiten verbinden die Personen, welche Unterschiede trennen sie?

Vermittlungshinweise

  • Das Vermittlungsangebot eignet sich für SchülerInnen der Sekundarstufe. Die einzelnen Arbeitsaufträge sind ortsungebunden. Das Modul eignet sich als Einstiegsmodul in die Thematik des Widerstands, anschließend bieten sich die Bearbeitung von Vermittlungsmodulen zu konkreten Denkmälern für Opfer des Widerstands an. Bei Teil 3 des Moduls kann die Lehrperson auch vorab konkrete Biografien von Widerständischen (zB. aus der eigenen Region) auswählen. Um die Vielfalt des Widerstandes aufzuzeigen ist es sinnvoll, dabei Personen zu wählen, die unterschiedlichen Widerstandsgruppen zuordenbar sind.

Lehr- und Lernziele

  • Die SchülerInnen setzen sich mit verschiedenen Formen des Widerstandes auseinander und erlangen ein breites Verständnis von Widerstand
  • Die SchülerInnen erhalten Einblicke in verschiedene Opfergruppen und Opferschicksale
  • Die SchülerInnen setzen sich mit der Transformation österreichischer Erinnerungskulturen auseinander
  • Die SchülerInnen erhalten Einblick in das NS-Unrechtssystem und beschäftigten sich mit der Basis eines demokratischen Rechtssystems

Literatur

  • Nadja Danglmaier/Werner Koroschitz, Nationalsozialismus in Kärnten. Opfer, Täter, Gegner, Klagenfurt 2015, S. 335-362. (Kapitel zum Widerstand inklusive 5 Biografien)
  • Wilhelm Baum, Zum Tode verurteilt: NS-Justiz und Widerstand in Kärnten, Klagenfurt 2012.
  • Brigitte Entner/Augustin Malle/Valentin Sima (Hg.), Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus im Alpen-Adria-Raum. Klagenfurt 2011.
  • Wilhelm Baum, Das Buch der Namen. Die Opfer des Nationalsozialismus in Kärnten, Klagenfurt 2010.