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Gedenktafel für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Donnerskirchen

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Burgenland - Hauptstraße 57, 7082 Donnerskirchen
Burgenland / GedenktafelJüdische Opfer - Zwangsarbeit


Im Gebiet Donnerskirchen/Purbach wurden ab Dezember 1944 rund 750 ungarische Juden als Schanzarbeiter für den Südostwall eingesetzt. Die Zwangsarbeiter waren im Keller im sogenannten Martinsschlössl in Donnerskirchen untergebracht. Anfang Jänner bis Mitte Februar 1945 fanden über 320 Männer auf Grund der unhygienischen Bedingungen, der unzureichenden Ernährung und durch Mord den Tod. Anlässlich der 70-jährigen Befreiung der ungarischen Zwangsarbeiter wurde auf Initiative des Vereines Genuss Burgenland in Zusammenarbeit mit dem ungarischen NS-Opferverband und der Kulturabteilung Burgenland die Gedenktafel im Kellerabgang der Genussakademie Burgenland im sogenannten Martinsschlössl in Donnerskirchen angebracht und am 10. September 2015 enthüllt.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Gedenktafel für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter in Donnerskirchen (©Nora Brettl)




Transkription

Errichtet im Jahre 2015 anlässlich zur 70-jährigen Befreiung der ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter Im Gedenken an jene 750 ungarisch-jüdischen Arbeitsdienstler, die von Dezember 1944 bis März 1945 in diesem ehemaligen Weinkeller in Donnerskirchen untergebracht waren. Ihre Aufgabe war es, Schanzarbeiten am sogenannten "Südostwall" - der letzten Verteidigungsstellung des Deutschen Reiches - zu leisten. Mangelnde Versorgung, ansteckende Krankheiten und nicht zuletzt die unmenschliche Behandlung durch das Wachpersonal haben Hunderten von ihnen das Leben gekostet. Die Überlebenden wurden im März 1945 zu Fuß und mit dem Zug in das Konzentrationslager Mauthausen getrieben. Auf diesem Todesmarsch ermordete das Wachpersonal diejenigen ungarisch-jüdischen Arbeitsdienstler, die vor Erschöpfung nicht weitermarschieren konnten. 275 Leichname aus zwei Massengräbern an der Hottergrenze zwischen Purbach und Donnerskirchen wurden im Sommer 1949 exhumiert und nach Budapest überführt. Sie haben ihre letzte Ruhe auf dem jüdischen Friedhof in der Koma Straße gefunden. [Die Inschrift gibt es auch in ungarischer und englischer Sprache.]



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