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Gedenktafel „Schlaininger Manifest“ in Stadtschlaining

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Burgenland - Hauptplatz 3, 7461 Stadtschlaining
Burgenland / GedenktafelPolitischer WiderstandFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 organisierte der Verein CONCENTRUM (Forum für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene) in Kooperation mit dem Verein Zukunft Schlaining, dem Friedensinstitut und dem KLANGherbst einen Schweigemarsch. Im Innenhof der Synagoge wurde eine Erklärung gegen jede Form von Intoleranz und Verachtung verlesen, das „Schlaininger Manifest“.





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  • Sekundäres Bild des Ortes
Gedenktafel „Schlaininger Manifest“ in Stadtschlaining (©Nora Brettl)




Transkription

Schlaininger Manifest zum 6. November 2018 im Gedenken an „80 Jahre Reichspogromnacht“ Kaum jemand von uns heute hat das Jahr 1938 noch erlebt. Niemand aus unseren Reihen hat sich aktiv an den Gräueltaten im November 1938 beteiligt. Auch wenn wir selbst keine Schuld auf uns geladen haben, so tragen wir dennoch mit an der Last der Vergangenheit. In Betroffenheit darüber und auch über die Ereignisse der Folgejahre nach 1938, in denen damals unsere jüdischen Mitbürger geschmäht, ihrer Würde, ihres Besitzes und schließlich ihres Lebens beraubt wurden – und zugleich mit ihnen unsagbar viele andere aufgrund ihrer Behinderung, ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung erbarmungslos vernichtet wurden, halten wir heute am 6. November 2018 fest: Das standhafte Beispiel der Opfer damals ermutigt uns heute darin, allen Anfängen von Intoleranz zu wehren, jeglicher Diskriminierung die Stirn zu bieten, und jeder Form von gesellschaftlicher, ethnischer oder religiöser Verachtung entgegenzutreten. Unser Heimatland Österreich soll auch in Zukunft ein Ort des friedlichen Miteinanders bleiben. Wir haben aus der Geschichte gelernt. Schlussworte anläßlich des Schweigemarsches zu den jüdischen Gedenkorten in Stadtschlaining am 6. November 2018



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