CoReMA

Cooking Recipes of the Middle Ages

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Overview

Collection: Wo8

Shelfmark: Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Handschriftenabteilung, Cod. Guelf. 51 Aug. 4°

Customary title: Einn nutzliches, schönes vndt köstliches Kochbuch vor Hausswirtte vndt Adelss-Personen, in deroselbigen Küchen zu gebrauchen

Material: paper

Number of folios: 240

Dimensions: 190mm x 150mm

Origin:

Dating: 1st half of 17th c.

Languages: High German languages

Codicology

Number of folios: 240

Dimensions: 190mm x 150mm

Condition: Der Papierblock ist einheitlich und sauber eckig beschnitten.

Material: Papier

Watermarks: Vereinzelt Spuren eines runden, siegelartigen Wasserzeichens, das aufgrund der Position in der Buchmitte und aufgrund der gedruckten Randleiste jedoch nicht näher untersucht werden kann.

Foliation: durchgehend von einer Hand wohl noch in der Entstehungszeit oben rechts foliiert, mit zahlreichen Fehlern;
Heinemann gibt, wohl aufgrund der vorhandenen Foliierung, 234 Blätter an, von denen Bl. 4 fehle. In Wahrheit sind es jedoch 240 beschriebene Blätter.

Collation: Lagen sind durchgehend Quiniones; der gedruckte Rahmen deutet zudem darauf hin, dass das Buch erst nach dem Binden beschrieben worden ist.

Catchwords: Reklamanten in regelmäßiger Abfolge vorhanden.

Hands: Von einer Hand geschrieben.

Script (fol. 2r-240v): durchdachter Aufbau; grafische Gestaltung durch verschiedene Schriftarten und bewusste Variation der Schriftgröße; auf allen Seiten annähernd gleiche Zeilenanzahl. Die drei unterscheidbaren Auszeichnungsschriften weisen zahlreiche unterschiedliche Buchstabenformen auf. Das Schriftbild wirkt ruhig und gleichmäßig. Am Zeilenende oft vergrößerte und in die Länge gezogene Buchstaben, um Leerräume zu verkleinern bzw. zu vermeiden. toggle details

allgemeine Beobachtung: durchdachter Aufbau; grafische Gestaltung durch verschiedene Schriftarten und bewusste Variation der Schriftgröße; auf allen Seiten annähernd gleiche Zeilenanzahl. Die drei unterscheidbaren Auszeichnungsschriften weisen zahlreiche unterschiedliche Buchstabenformen auf. Das Schriftbild wirkt ruhig und gleichmäßig. Am Zeilenende oft vergrößerte und in die Länge gezogene Buchstaben, um Leerräume zu verkleinern bzw. zu vermeiden.Duktus: schwungvolle frühneuzeitliche Kurrentschrift, einer geübten, in verschiedenen Schrifttypen ausgebildeten Hand. Die Überschriften der Kapitel weisen Verdickungen auf, die Buchstaben sind mehrfach gebrochen und durch zahlreiche geschwungene Haar- und Zierstriche erweitert. Die Gestaltung der Rezepttitel bildet eine Zwischenform zwischen Kapitelüberschriften und Fließtext. Durchschnittlich ausgeprägtes Mittelband bei teilweise sehr stark ausgeprägter Unter- und Oberlänge; überwiegend stehen die drei Lagen jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Die Schäfte sind entweder aufrecht oder leicht nach rechts geneigt. Der Zeilenabstand ist verhältnismäßig weit. Leitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>, meist kreisförmig, mit einem senkrechten Abstrich rechts; initiales <a> überwiegend mit einem nach oben verlängerten bogenförmigen, teilweise auch hakenförmigen Anstrich.Leitbuchstabe <l>: von unten nach oben geführt und leicht nach rechts geneigt; durchgehende Schlaufe; initial auch aufrechter und geschwungener, mit einer kleinen geschlossenen Punze links unten.Leitbuchstabe <g>: überwiegend <g> mit geschlossener runder Punze und rundem Bogen. Der Bogen kann entweder weit ausladend und offen oder zu einer kleinen Schleife geschlossen sein; daneben auch gammaförmiges <g>.Leitbuchstabe <e>: in den Rezeptüberschriften geschlossenes <e> mit kleiner Punze; im Fließtext sowohl offenes als auch geschlossenes <e>; die Punze bzw. der Bogen sind dabei diagonal nach recht oben gezogen.Leitbuchstabe <m>, <n>: durchwegs verbundene, oben spitz zulaufende, gleichmäßige Bögen; letzter Abstrich in finaler Stellung vereinzelt mit leichter Unterlänge.Langschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: rundes <d> nach links geneigt, mit geschlossener Schleife, Strich kreuzt den Schaft; an initialer Position auch mit weit offener Punze; zudem <d> mit kleiner geschlossener Punze und einem langen, nach links geneigten Schaft; kursives <h> in Form einer langgezogenen, schmalen 8 mit geschlossener oder offener Schleife, Schaft zudem nach rechts geneigt; <k> mit einem hochaufragenden schmalen Schaft, halb offen oder geschlossen, nach rechts geneigt; <b> gleich dem <l> mit einem Aufstrich rechts, in den Auszeichnungsschriften auch mit einem senkrechten Schaft.<f>, Schaft-s Unterlänge: ausgeprägte, sehr schmale und feine Unterlänge, teilweise stark geneigt.Verschiedene r-Formen: durchgehend zweifüßiges <r>; teilweise leicht nach rechts geneigt, linker Fuß und linker Bogen dabei oft leicht gehoben.Verschiedene z-Formen: initiales <z> mit ausgeprägter Oberlänge und Bogen, spitzem Knick in der Mitte und meist geschlossener Schlaufe unten; daneben auch <z> in Form einer sehr schmalen, wenig ausgeprägten und eher zackigen 3, auf den Mittelbereich beschränkt und mit geringer Unterlänge, häufig in Kombination mit einem vorausgehenden niederen, senkrechten Schaft (vermutlich <t>) ohne Querstrich.Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: Unterlängen ausgeprägt und nach links geneigt; <h> häufig mit einem zum nächsten Buchstabenansatz durchgezogenen Bogen bzw. weit offenen Haken; <z> überwiegend mit kleinerer, geschlossener Punze; <y> mit einem offenen, nach links gezogenen Bogen.Verwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s an initialer und medialer Position, teilweise mit geschlossener Schlaufe; an finaler Position auch sigmaförmiges <s> mit senkrecht nach oben ragendem Fähnchen und <ß>; sigmaförmiges <s> auch als Majuskel und an finaler Position in Kombination mit Schaft-s.Verwendung von geradem und rundem <d>: rundes <d> nach links geneigt, mit geschlossener Schleife, Strich kreuzt den Schaft; zudem <d> mit kleiner, geschlossener Punze und einem langen, nach links geneigten Schaft.i-Markierung: durchgehend.Besonderheiten anderer Grapheme: An einer einzigen Stelle auch <p> mit ausgeprägter Ober- und Unterlänge, ähnlich der Majuskelform. In diesem Fall ist jedoch auch eine Verschreibung möglich. Der Buchstabe weist eine geschlossene ovale Punze auf, die bis zur Grundlinie reicht, sowie einen ausladenden Schweif bzw. Anstrich auf der linken Seite. Bei <v> und <w> reichen die Schäfte weit nach oben, teilweise weisen sie links einen ausladenden Anstrich auf, sodass sie wie Majuskeln wirken. Auf fol. 198v und 200r findet sich in den Rezepttiteln eine ae-Ligatur. Zahlzeichen: Im Fließtext finden sich neben Zahlwörtern auch arabische Ziffern. Arabische Ziffern werden jeweils mit einem Mittelpunkt vorher und naher sowie einem darüber liegenden Querstrich markiert.An fünf Stellen finden sich Bruchzahlen, bei denen die Zahlen senkrecht übereinander stehen und durch einen waagrechten Strich getrennt werden.Majuskeln (Verwendung): häufige Verwendung von Majuskeln. Eine eindeutige Unterscheidung zwischen Majuskel und Minuskel in initialer Position ist zudem in vielen Fällen nicht möglich. Die Rezeptanfänge sind mit größeren Majuskeln markiert, die zu Initialen tendieren. Majuskeln werden auch für Substantive gebraucht. Häufig fallen sie mit dem Beginn einer neuen Sinneinheit nach einer Virgel zusammen. Sie zeichnen sich in der Regel durch verlängerte An- und Abstriche sowie Zierstriche aus. In mehreren Fällen sind sie nicht lediglich vergrößerte Minuskeln, sondern weisen eine eigene Buchstabenarchitektur auf. Die Majuskel für <i> oder <j> geht im Anlaut stets in die Unterlänge und bildet eine offene oder geschlossene Schleife aus.Verzierungen: Wechsel der Schriftarten und Schriftgrößen.Rubrizierung: - Diakritika: Doppelpunkt auf <o>, <y>; Haken auf dem <u>.Abbreviaturen: sehr wenige Abbreviaturen und sehr beschränktes Verwendungsrepertoire; vereinzelt Kürzungsstrich und Kürzungshaken, sowie lb-Kürzung; häufiger etc.-Kürzung in Form eines kleinen <p> mit ausgeprägter schräger Unterlänge.Interpunktion: häufiger Gebrauch der Virgel zur Trennung von Sinneinheiten. Die Virgel ist sehr kurz und liegt auf der Grundlinie auf, sie ist teilweise kaum wahrnehmbar und tendiert im Aussahen zum Beistrich; Vereinzelter Gebrauch der Doppelvirgel am Seitenende und in den Reklamanten.Terminatoren: am Rezeptende vielfach Terminator in Form einer p-förmigen etc.-Kürzung.Worttrennung: immer wieder Worttrennungen, markiert durch sehr kurze schräge Doppelstriche.Korrekturen: Wenige kleinere Streichungen und Korrekturen, mehrere offensichtliche, nicht korrigierte Verschreibungen. Einfügungen werden im Fließtext durch kurze Doppelstriche markiert.

Layout

Measure: 150 x 110 mm

Textblock: durchwegs einspaltig; das Register hingegen zweispaltig.

Lines: 13-15

Text: Durchweg mit gedruckter Randleiste; Beginn der einzelnen Bücher markiert mit eingeklebten, unbeschrifteten Indextaben.

Cover

Condition: sehr guter Zustand; der angebliche Golddruck erscheint nur mehr schwarz.

Covering: zwei grüne Bindebänder.

Backing: drei schmale Bünde aus Pergament erkennbar; Beschriftung mit "Kochbuch 51 Msc".

Decoration: Pergamentband mit Golddruck und eingedrückten Zierlinien.

History

Origin:

Dating: erste Hälfte 17. Jh.

How to cite

Denicolò, B. (2021). Wo8, Codicology. In H. W. Klug (Ed.), CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages. Corpus - Analysis - Visualisation. With the help of A. Böhm and C. Steiner. http://hdl.handle.net/11471/562.10.5563 (GAMS. 562.10.5563) (Accessed 2022-11-28)

Sources


Heinemann, O. von (1966) Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Zweite Abtheilung: Die Augusteischen Handschriften V, Wolfenbüttel 1903 (Nachdruck unter dem Titel: Die Augusteischen Handschriften, Bd. 5: Codex Guelferbytanus 34.1 Augusteus 4° bis 117 Augusteus 4°). Frankfurt a. M.: Klostermann (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. 8.), cf. pp. 54-55. Available at: http://diglib.hab.de/drucke/f4f-539-8/start.htm?image=00066.


HAB – Handschriftendatenbank – Handschrift 51-aug-4f (no date) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Handschriftendatenbank. Available at: http://diglib.hab.de/mss/51-aug-4f/start.htm (Accessed: 28 March 2021).


Encoding remarks

Haken über dem 'u' zur Unterscheidung des Buchstabens von 'n' wurde ignoriert.

Initiales 'a' mit einem nach oben verlängerten, bogenförmigen Anstrich wurde als Großbuchstabe A transkribiert.

'z' in Kombination mit einem vorausgehenden senkrechten Schaft wurde als 'tz' transkribiert.

'I' und 'J' in Anlaut konnten nicht eindeutig unterschieden werden. Daher wurde stets 'I' transkribiert.

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