CoReMA

Cooking Recipes of the Middle Ages

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Codicology

Number of folios: 116

Dimensions: 21mm x 15mm

Condition: Während Einband und Bindung der Handschrift bereits erhebliche Brüche und Beschädigungen aufweisen, ist die Papierhandschrift selbst, abgesehen von wenigen Rissen und einigen farblichen Veränderungen, in verhältnismäßig gutem Zustand.

Material: Papier

Watermarks: Lage 1: Formenpaar Ochsenkopf mit Augen und Nasenring im Gesicht, darüber Stern, ähnlich Briquet 14925 (Schaffhausen, 1400; weitere Belege: St. Gallen 1402–1420, Bern 1407–1416, Neuweilnau 1413, Zofingen 1414, Schaffhausen 1415).
Lagen 2–10: Formenpaar Ochsenkopf mit Augen und Nase, Kontur der Nase unten offen, darüber einkonturige Stange und Stern, sehr ähnlich Piccard 81010 (Kloster Güntersthal, 1409).

Foliation: Mittelalterliche Foliierung mit römischen Ziffern (Lücke bei den fehlenden Blättern 99-101).
Modernere Foliierung mit arabischen Ziffern ignoriert fehlende Blätter.

Collation: 10 Lagen (wovon sieben zwölf Blatt zählen, die vierte vierzehn, die neunte lediglich sieben und die zehnte elf Blatt).
Drei Blatt der ursprünglichen Zählungen sind ausgeschnitten, zwei Blatt sind zusammengeklebt).
Möglicherweise fehlen zwei weitere Bll. vor Bl. 98a; darauf könnte die Tatsache hindeuten, dass die mittelalterliche Foliierung in römischen Zahlen von lxxxxviii (Bl. 98) auf ci (Bl. 98a) springt.
Bei der zweitletzten Lage handelte es sich also ursprünglich wohl um einen Septenio.

Formula: Lagen: 3 VI^36 + VII^50 + 4 VI^98 + (VII–5)105 + V115.

Hands: Obgleich die Färbung der Tinte, der Schnitt der Feder und die Größe der Schrift offenbar differieren, kann von einer Hand ausgegangen werden, die eine recht leserliche Bastarda schreibt.
Die Initialen (teilweise auf netzartiger Unterlage) sind meist rubriziert oder verziert.

Script (fol. 99r-115r): geübte Hand, Gliederung in Blöcke toggle details

allgemeine Beobachtung: geübte Hand, Gliederung in BlöckeDuktus: relativ aufrechtLeitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>Leitbuchstabe <l>: <l> mit SchlaufeLeitbuchstabe <g>: - Leitbuchstabe <e>: - Leitbuchstabe <m>, <n>: in finaler Stellung finaler Schaft mit starker Unterlänge/ZierstrichLangschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: mit Schlaufe<f>, Schaft-s Unterlänge: ausgeprägte UnterlängeVerschiedene r-Formen: gerades <r>Verschiedene z-Formen: geschwänztes <z>Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: <h>, <z> ausgeprägte Unterlänge/ZierstrichVerwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s: initial + medial; rundes <s>: finalVerwendung von geradem und rundem <d>: - i-Markierung: fast durchgehend, punkt- und strichförmigBesonderheiten anderer Grapheme: ß-Ligatur, Abstrich bei <t> in finaler Stellung nicht zu unterscheiden, ob Zierstrich oder anschließender Virgel: Zahlzeichen: römische Ziffern/lat. BuchstabenMajuskeln (Verwendung): Rezeptbeginn, InitialenVerzierungen: Initialen teils mit einfachen Mustern oder Gesichtern verziertRubrizierung: - Diakritika: <e>, <o> hochgestellt; Bogen über <u>, <v>Abbreviaturen: Kürzungsstrich, r/er-Haken, daz-KürzungInterpunktion: vereinzelt VirgelTerminatoren: et cetera-Abbreviatur, DoppelvirgelWorttrennung: Doppelstrich am Zeilenende und -anfangKorrekturen: Tigung durch: Streichungen, Bleichung/Rasur, Expungierung, EinfügungenOffensichtliche Schreiberwechsel: -

Layout

Measure: Schriftspiegel variiert

Lines: Spalten und Zeilenzahl variiert

Text: keine Linierungen oder Rahmungen

Cover

Condition: Einband könnte aus der Zeit Herzog August des Jüngeren (1579-1666) stammen, zu dessen Augusteischen Sammlung die Handschrift auch gehört hat.

Covering: weißer Pergamentband

Backing: Buchrücken weist Beschriftung mit den wichtigsten Titeln der Handschrift auf.

History

Origin: vermutl. Straßburg

Provenance: Besitzeintrag durch Bl. 98r überklebt, dazu gibt es unterschiedliche Angaben:
Lt. Katalogeintrag Heinemann: Dysz buch ist er Junckfrow Sabinenn Wekerlinn vonn Stroszborg.
Lt. Honold nur mehr: Dysz buch ist Junckfrow Sabinenn Wek [...] vonn [...] lesbar, Honold datiert die Schrift ins 16. Jh.
Eichenberger liest: Dyß buoch jst junckfrow Sabinenn Wetzlenn (?) vonn Marssylenn, ein jn wonernynn zuo Stroßburg etc. und datiert die Schrift auf Ende 15. Jh. (?).
Graf liest: Salmenn Wetzlerin (?) 1548 war Jungfrau Salome Wetzelin die Schwester von Martin Wetzel von Marsilien.
HSC gibt an: Salmenn Wetzlenn vonn Marssyllen ein jn wonernynn zuo Stroßburgg (vgl. Bl. 98ar) = Salome Wetzel von Marsilien.

Dating: 2. Viertel 15. Jh.

Note: Näheres zur Lokalisierung und Datierung siehe Honold 2000, S. 179 und Eichenberger 2015, S. 544-546.

How to cite

Böhm, A. (2021). Wo2, Codicology. In H. W. Klug (Ed.), CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages. Corpus - Analysis - Visualisation. With the help of A. Böhm and C. Steiner. http://hdl.handle.net/11471/562.10.0 (GAMS. 562.10.0) (Accessed 2021-10-28)

Sources

Becker, C. (2020) Handschriftencensus | Wolfenbüttel, Herzog August Bibl., Cod. 16.17 Aug. 4°, Handschriftencensus. Available at: https://handschriftencensus.de/6669 (Accessed: 19 October 2020). Eichenberger, N. (2015) Geistliches Erzählen. Zur deutschsprachigen religiösen Kleinepik des Mittelalters. Berlin; Boston: De Gruyter (Hermaea N.F. 136.), cf. pp. 544-546. Available at: https://doi.org/10.1515/9783110400816. Graf, K. (2015) Ein elsässisches ‘Hausbuch’ in Wolfenbüttel. Available at: https://archivalia.hypotheses.org/608. Heinemann, O. von (1966) Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Zweite Abtheilung. Die Augusteischen Handschriften IV, Wolfenbüttel 1900 (Nachdruck unter dem Titel: Die Augusteischen Handschriften, Bd. 4. Codex Guelferbytanus 77.4 Augusteus 2° bis 34 Augusteus 4°). Frankfurt a. M.: Klostermann (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. 7.), cf. pp. 202-203. Available at: http://diglib.hab.de/drucke/f4f-539-7/start.htm.


Honold, M. (2000) ‘Die Kochrezepte des Cod. Guelf. 16.17. Aug. 4°, Bl. 102r-118v’, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, 19, pp. 177–208.


HAB – Handschriftendatenbank – Handschrift 16-17-aug-4f (no date) Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Handschriftendatenbank. Available at: http://diglib.hab.de/?db=mss&list=ms&id=16-17-aug-4f (Accessed: 19 October 2020).


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