CoReMA

Cooking Recipes of the Middle Ages

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Overview

Collection: M10

Shelfmark: München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 15632

Material: parchment, paper

Number of folios: 164

Dimensions: 160mm x 130mm

Origin: place of origin unknown (Recipe texts probably Rott am Inn)

Dating: 14th and 15th c.

Languages: Medieval Latin, Bavarian toggle details

Näheres zur Schreibsprachenbestimmung der Kochrezepttexte s. Ehlert S. 233-241.

Codicology

Number of folios: 164

Dimensions: 160mm x 130mm

Condition: Die Blätter 1-24 bestehen aus stark nachgedunkeltem Pergament, die restlichen Blätter 25-164 bestehen aus grobem Papier. Viele Seiten sind durch Flecken und Verschmutzungen verunreinigt. Auf der Innenseite des Buchdeckels steht mit Bleistift die Signatur 15632. Auf Blatt 1r sind unten zwei Klebesignaturen angebracht: Rot 132 und Cod. lat. 15632. An dieser Stelle steht auch noch eine weitere handschriftliche Signatur Rot 132.

Material: Pergament, Papier

Foliation: Eine neuere Blattzählung wurde nachträglich von moderner Hand eingefügt. Diese nicht immer durchgängige Zählung ist mit Bleistift ergänzt worden. Nicht mitgezählt wurden diverse Leerseiten.

Collation: Vor der ersten Textseite befindet sich ein leeres Vorsatzblatt sowie am Ende ein leeres Abschlußblatt. Die Handschrift scheint im Ganzen vollständig.

Hands: Verschiedene Hände. Im Bereich der Kochrezepttexte (fol. 143r-152v) drei unterschiedliche Hände (s. scriptDesc).

Script (fol. 143r-150v): klare Struktur, Rezepte voneinander abgesetzt, Rezeptbeginn außerhalb des Schriftspiegels, ab 145r Überschriften am Blattrand von anderer Hand toggle details

Duktus: zu Beginn recht ordentlich, lässt dann nachLeitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>Leitbuchstabe <l>: - Leitbuchstabe <g>: geschlossene Punze, Unterbogen reicht meist bis zur Punze hinaufLeitbuchstabe <e>: offenen PunzeLeitbuchstabe <m>, <n>: finaler Schaft in finaler Stellung reicht teils in die UnterlängeLangschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: mit Schlaufe<f>, Schaft-s Unterlänge: ‚normale‘ UnterlängeVerschiedene r-Formen: gerades <r> und rundes <r>, Übergang fließendVerschiedene z-Formen: geschwänztes <z>Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: - Verwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s: initial + medial; rundes <s>: finalVerwendung von geradem und rundem <d>: - i-Markierung: weitgehend i-MarkierungBesonderheiten anderer Grapheme: ß-LigaturZahlzeichen: römische Ziffern/lat. BuchstabenMajuskeln (Verwendung): Rezeptbeginn, vereinzelt textinternVerzierungen: - Rubrizierung: - Diakritika: punktförmig, Doppelpunkt über <y>Abbreviaturen: Kürzungsstrich, r-/er-HakenInterpunktion: vereinzelt VirgelTerminatoren: unikal: Zeilenfüller 150v4Worttrennung: - Korrekturen: StreichungenOffensichtliche Schreiberwechsel: andere Hand (2) übernimmt auf fol. 150v4 mitten im Rezept bis 150v14, danach erneuter Wechsel (Hand 3), gerades <r>, statt ‚thue‘ jetzt Schreibweise ‚twu‘

Script (fol. 150v-152v): Schriftspiegel vergrößert sich, kaum noch Rand; Schrift wird größergerades <r>, statt ‚thue‘ und ‚ny:m‘ jetzt Schreibweise ‚twu‘ und ‚nymm‘ toggle details

Duktus: flüchtige, teils krakelige SchriftLeitbuchstabe <a>: einstöckiges <a>Leitbuchstabe <l>: - Leitbuchstabe <g>: geschlossene Punze, Unterbogen reicht meist bis zur Punze hinaufLeitbuchstabe <e>: offene PunzeLeitbuchstabe <m>, <n>: finaler Schaft in finaler Stellung reicht teils in die UnterlängeLangschäfte <b>, <d>, <h>, <k>, <l>: <b>, <d>, <l> mit und ohne Schlaufe, <h>, k> mit Schlaufe<f>, Schaft-s Unterlänge: ‚normale‘ UnterlängeVerschiedene r-Formen: gerades <r> Verschiedene z-Formen: geschwänztes <z>Bögen/Unterlänge von <h>, <y> und geschwänztem <z>: - Verwendung von Schaft-s und rundem <s>: Schaft-s: initial + medial; rundes <s>: finalVerwendung von geradem und rundem <d>: - i-Markierung: weitgehend i-MarkierungBesonderheiten anderer Grapheme: ß-LigaturZahlzeichen: römische Ziffern/lat. BuchstabenMajuskeln (Verwendung): Rezeptbeginn, vereinzelt textinternVerzierungen: - Rubrizierung: - Diakritika: Doppelpunkt, teils Strich über <y>Abbreviaturen: Kürzungsstrich, r-/er-Haken, etc.-Kürzung, er-Kürzung in Verbindung mit Schaft-sInterpunktion: vereinzelt VirgelTerminatoren: fol. 151r Rezeptblöcke durch waagerechten Strich voneinander abgegrenztWorttrennung: DoppelstrichKorrekturen: Streichung, EinfügungOffensichtliche Schreiberwechsel: -

Layout

Measure: variierend, ab fol. 143r 125 x 80 mm

Text: Unterschiedliche Schriften und Schriftgrößen. Bis fol. 83r Rubrizierungen vorhanden. Auf Bl. 124v ist eine Initiale mit schwarzer Tinte verziert. Die Texte sind ansonsten mit blasser dunkler Tinte geschrieben.

Cover

Condition: Der braune Ledereinband der Handschrift stammt von einer Restaurierung im 19. Jahrhundert.

Covering: Leder

History

Origin: Entstehungsort unbekannt (Kochrezepttexte vermutl. Rott am Inn)

Provenance: Bis zur Säkularisation gehörte die Sammelhandschrift dem Benediktinerkloster Rott am Inn.
Die Handschrift Clm 15632 läßt sich inzwischen noch genauer lokalisieren. Sie stammt aus dem Besitz des Ulrich Wülfing, der urkundlich mehrfach als Pfarrer und Dechant in Walpertshausen (Landkreis Erding) belegt ist. In dieser Eigenschaft erwarb er zwischen 1455 und 1473 eine ganze Reihe Handschriften, darunter auch den Clm 15632. Seit 1485 war Wülfing nachweislich in Rott am Inn als Priester tätig. Wülfing vermachte in seinem Testament vom Dezember 1487 eine ganze Reihe von Codices der Abtei, darunter auch die Handschrift Clm 15632. Einige dieser Codices weisen zusätzlich Register bzw. Inhaltsverzeichnisse und Besitzvermerke (Namens- initialen V W) Wülfings am Anfang auf. Bei einer Restaurierung im 19. Jahrhundert wurde diese Inhaltsliste der Handschrift Clm 15632 vernichtet, was allerdings keinen Einfluß auf die Identifikation der Handschrift hatte.
Eine zusätzliche Bestätigung der Herkunft der Handschrift Clm 15632 liefert ein wiederentdeckter mittelalterlicher Bibliothekskatalog der Bibliothek des Klosters Rott am Inn. Dieser Katalog stammte nach den Angaben des Melker Benediktiners P. Bernhard Pez, der 1717 auf seiner Reise durch bayerische Klöster auch in Rott am Inn Station machte, etwa aus dem Jahre 1490. Die Erwähnung dieses Kataloges war lange Zeit der letzte Hinweis auf einen Rotter Bibliothekskatalog, der seit dieser Zeit als verschollen galt. Er tauchte eher zufällig wieder auf und wurde von Glauche als der vermißte Rotter Bibliothekskatalog identifiziert (enthalten in Hs. 12737 der mittelalterlichen lateinischen Handschriften des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg).
Auf Bl. 4v der Handschrift 12737 findet sich der Eintrag, mit dem Clm 15632 zu identifizieren ist. Der Inhalt der Handschrift Clm 15632 stimmt bis zu einem gewissen Maße mit den Angaben in diesem Rotter Bibliothekskatalog überein. Eine Übereinstimmung kann nur bis Bl. 87 oder 89 (beides musikalische Texte) festgestellt werden. Über die folgenden Texte wird in der Bücherliste keine Angabe mehr gemacht.

Dating: 14. und 15. Jh.

Note: Der Rotter Bibliothekskatalog verzeichnet den Inhalt der Handschrift nur bis Fol. 87/89. Dies läßt den Schluß zu, dass diese Texte möglicherweise erst später, also erst nach der Anfertigung des Kataloges um 1490, hinzugefügt wurden. Da bis Bl. 103 die Angaben der Liste recht genau mit dem Inhalt der Handschrift übereinstimmen und über die danach stehenden Texte wie z.B. die Disticha Catonis (Bl. 113) keine Angaben gemacht werden, liegt diese Folgerung nahe. Die Aufzeichnung der Kochrezepttexte ist also vermutlich erst ab etwa 1490 anzusetzen. Als Ort der Abfassung der Rezepte könnte Rott am Inn angenommen werden.

Acquisition: Das Kloster Rott am Inn wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Die Handschrift Clm 15632 gelangte mit den übrigen Bibliotheksbesitzen in die Königliche Staatsbibliothek München.

How to cite

Böhm, A. (2021). M10, Codicology. In H. W. Klug (Ed.), CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages. Corpus - Analysis - Visualisation. With the help of A. Böhm and C. Steiner. http://hdl.handle.net/11471/562.10.3715 (GAMS. 562.10.3715) (Accessed 2022-05-22)

Sources

Glaßner, C. (2017) Handschriftencensus | München, Staatsbibl., Clm 15632, Handschriftencensus. Available at: https://handschriftencensus.de/6394 (Accessed: 16 October 2020). Halm, K., Laubmann, G. von and Meyer, W. (1878) Catalogus codicum latinorum Bibliothecae Regiae Monacensis. Bd. II,3: Codices num. 15121-21313 complectens. München (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Regiae Monacensis. IV,3.), cf. pp. 25-26. Available at: https://daten.digitale-sammlungen.de/0000/bsb00008254/images/index.html?fip=193.174.98.30&id=00008254&seite=1.


Ehlert, T. (1999) Münchner Kochbuchhandschriften aus dem 15. Jahrhundert. Cgm 349, 384, 467, 725, 811 und clm 15632. In Zusammenarbeit mit Gunhild Brembs, Marianne Honold, Daniela Körner, Jörn Christoph Krüger, Robert Scheuble, Mirjam Schulz, Christian Suda und Monika Ullrich. Frankfurt a. M.: Tupperware.


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