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1
Alderspachische Stüfftung
Unnd Herkhomen, Auß Uralten Taflen
unnd Alderspachischen Cronic Herrn
Abbtens Wolfganngi Hergenom̅en
Unnd bewißen
Auß einer Uralten Taffel.
- Der Gottseelige Unnd Wundterbahrliche Wanndel deß
-
Heilligen Ottonis des Sibennten Pischoffs zu Pamberg, hat vor Gott
-
Wol verdiennt, daß seines Lobs in Ewigkheit nicht vergessen werde,
-
alß welcher in disen Zeitlichen Leben, alß ein Gethreuer Hürtt villen
-
Gotesforcht unnd Tugent zugeben gethreue hilf unnd vorschub gelaistet.
-
Unnd gleich wie Er in Gott ergebener Heilliger mann war, hat Er sich höchst[en]
-
Fleiß angelegen sein lassen. Geistliche orth zustüfften, damit Er sonnd[er]
-
bahrlich auf dise weiß, die Ehr unnd Lob Gottes unnd der Seelen Heyl be
-
fördern möchte, gestalt unnder allen seinen Hochrüehmliche[n] Werckhen.
-
Er in unnd[er]schiedlichen Provincien Fünffzehen Clösster unnd unnd[er] denne[n]
-
Auch d[as] unnser von neuen erhebt, unnd datiert, unnd dasselbige dem
-
Probst Ascuino unnd dessen mit brüedern Canonicis Regularib[us] ver
-
mög offenen Privilegio unnd Freyheit ybergeb[en].
- Zuvor aber unnd ehender der orth in völligen Pau gebracht worden, ist diser
-
Heillige mann umb das Jahr M:CXXXIX, auß diser Welt v[er]schidte[n].
-
unnd unnder die Zahl unnd Himlischen Glory der außerwöhlte[n] erhebt
-
worden, unlanngst nach disem haben angeregte Canonici den orth
-
Widerumb verlassen, unnd annderwertlich sich nider gelassen, deswegen
-
derselbe dem Cistercienser orden so damahlen zu blüehen anfienng,
-
Unnd wegen seiner Heilligkheit unnd rainen Geistlichen Wanndel von
-
jedermann Hochgehalten wurde, Im Jahr .1146. einverleibt, und
-
die Regierung deß Clossters dem Ersten Abbt Sifrido auferlegt
-
worden, wie dann darvor gehalten würdt das unnser heil[iger]
-
Vatter Bernard[us], welcher derzeit mechtig, unnd bey allen Fürste[n]
2
- in grossen Ansehen stundte auch damahlen zu Bamberg
- Khayser Conrado dem drütten sich befanndte, bey dem Bisch[of]
- deß Heil[igen] Ottonis Successorn die gedachte Verenderung be
- erlanngt habe.
- Disenn khosstbaren Anfanng des Heil[igen] Ottonis haben die Wol Edle H[errn]
-
Eberhardus et Ratoldus von Eckhenheimb Eberhardus von Sunzinge[n]
-
Cfrt. Gunzingen Rudbert[us] et Caloch[us] von Alderspach, mit reichen
-
Schanckhungen vermehrt, dann nach dem selbige[n] in der Nachberschafft
-
unnd unweit von dem angefanngenen Closster, ihnne vonn dero Voreltern
-
ererbte Güetter besessen unnd entschloss[en], daß zeitlich umb daß Ewig
-
Zuverwechßle[n], haben Sye dann Allmechtigen Gott seiner Glorwierd
-
igsten Mueter Mariae, unnd denn dahin geordneten Brieder[n] unnd[er]
-
schidtliche Güetter unnd Gründt geopfert.
- Nachdem nun die Cistercienser dahin eingesetzt worden, ist das
-
Closster Alderspach allgemach villen widerwerttigen weltlichen Ansöss[en]
-
durch sorgsambe Aufsicht fleissiger Praelathen unnd Religiosen, unnd
-
den Seegen Gottes in jezt schwebenten vermöglichen stanndt erwachse[n],
-
Welches der Allmechtige zu seines Heil[igen] Nam̅ens Ehr unnd Lob, sambt
-
dessen Inwohner[n], Verrmer unnd jederzeit erhalten unnd beschiz[en]
-
wolle.
- Von dem Anfang Stüfftung Unnd Herhkom̅en deß
-
Clossters Alderspach auß der Alderspachrischen
-
Cronic H. Abbtens Wolfganngi das Erste
-
Capitl.
- Nachdem ich mir vorgenom̅en den Ersten Anfanng deß Clossters
-
Alderspach zu eröffnen, fehlt mir gleich ein verwickhlete verhinderung
-
in weeg, weme die Erste Fundation dises Closters zuzuschreiben
-
seye, weill biß dahero das geschrey behaupten wollen, daß die
-
derzeit wolgebornne Graven von Alderspach Rudbert[us] unnd
-
Caloch[us] gebrüeder unnser Closster anfangs erpaut haben sollen.
-
Welchem ich auß ursachen, wie nach gemelt werden soll, so leichtlich
3
- nicht glauben zuestellen khann. Sonndern halte darvor daß S.
- Otto der sibennte Pischoff zu Pamberg, deß Nam̅ens der erste unnsers
- Clossters wahrhaffter unnd ungezweifelter stüffter seye, wie auß einer
- Legent unnd anndern authentischen schrifften, genuegsamb erschauet.
- Dann im Jahr unnser erlösung .1139. Hat angeregter Heilliger Pischoff
- Otto auf Anhalten Ascuoni welche Er daselbst angefanngen zu pauen,
- sambt der Khürchen bey St. Peter, unnd Zehenndten welche Er durch
- einen Wechsel gegen Siben Güettern vonn Regimaro Pischoffen zu
- Passau erhalten, unnd einem Theill deß Nortwaldts Caintzto Hart
- Gott unnd S. Peter, alß Patronen des orths aufgeopfert, unnd ver
- ordnet daß daselbsten der Gründer nach der Regel S. Augustini lebte[n]
- unnd gewaldt haben sollen, einen Probst unnd Aduxaten zu erwehle[n],
- Wie auß seinen privilegio so noch verhanndte[n] mit mehrern erscheinet.
- Ehenndter aber die Khürchen völlig verferttigt worden ist diser Heillige
-
Mann eben in dem Jahr, in Gott von disem Jamerthall verschiden. Wie
-
nicht wenig[er] Regenbert[us] Pischoff zu Passau in dem Er die stüfftung und
-
unnd Donation deß Heil[igen] Ottonis durch sein ersuechen von dem Probst
-
Ascuino confirmirt disen Gottseeligen Vatter Ottonem in seinem
-
privilegio unnserm Fundatorn unnd Stüffter mit claren worth[en]
-
nennet, yber daß erkhennen beede Pischoff zu Pamberg Johannes und
-
Berancho in dem Brief darinen Sye vergunt unser vich in dem
-
Nortwaldt oder Hardt zu waidten, unnser Closster vor ein Ansech
-
entliche Pflanzen halt unnd auspricht, Ist dahero unnser meinung
-
von unnser[n] stüffter desto sicherer, weil selbige mit unnsern origi
-
nalibus unnd Stüfftbriefen zum öffteren yber ains stimet, Wolle[n]
-
Aber jezto von disen Edlen Herrn reden, welchen die erhebung vnnß
-
res Clossters zuegeschriben würdt, weill Ich nicht in Abred sein wil,
-
das Sye zu Aufrichtung dises Clossters auch etwas gethonn haben,
-
zumahlen darfür gehalten würdt daß gedachter Ascuin[us] der
-
Dritte Probst unnserer Khürchen gewesen, dahero villeicht unndter
-
seinen vorfahrer[n] oder doch in vorhergehenten Zeiten gebracht: daß
-
Nemblich ein Schloß nicht weit vom Closster gelegen, abgebrochen,
-
Unnd die materialia zu deß Clossters Bau angewendet seye[n] worde[n].
4
- Daß aber an angelegten orth niemahlen ein Schloß gestanndten seye,
-
wil ich zwar nicht gar verneine[n], khannß aber auch nicht bestatten
-
Weil das gemeine geschrey, welches biß dahero sovil golten, so gar lähr
-
nicht sein khann, Darneben aber die Anzeigunge[n], so vor Augen stehen
-
Daß aigentliche ansehen nicht haben, noch so erkhentlich sein daß Ich
-
glauben khonnte es sey an dem orth ein Schloß gestanndten: ohneracht
-
d[a]ß an dem orth angrenztede Holtz den nam̅en darvon biß dahero
-
erhalten, Sonndern bin der mainung das ohn lengsten, unndter
-
dem Abbt Conrado dem zehennte[n] alß zwischen Herzog Heinrich[en]
-
Unnd dem Graven von Halß Krieg entstanndte[n], unnd gedachte
-
Fürsten Khriegsvölckh[er] etliche tag bey unnß still gelege[n], die Soldate[n]
-
zu ihrer versicherung an dem orth, da das Schloß des gemeinen
-
geschrais falschen wohn nach gestanndten sein solle, aufgeworffen
-
habe[n].
- Derowegen wür das Schloß, von dem wür nichts lesen, wolle[n] beruehe[n]
-
lassen, daß ist gewiß, daß der Grundt unnd Bezirkht auf welchem das
-
Closster jezo stehet, vor Zeiten ein khleines Dörffle gewesen Alderspach
-
genannt, in vier Höff abgetheilt, welche nachgesezter massen zum
-
Closster khom̅en seindt, aines von Rudtberto von Alderspach, vonn
-
dem hernach soll gemelt werden; das annder hat Adalran[us] de
-
Cambe advocat[us] der Clossters ad: S. Margretham zu osterhove[n],
-
auf ersuechen Ottonis denn Prüedern vor ein annders Gueth in Ulven
-
dorf vertauscht, daß dritte Gueth haben die Prüed[er] zu Alderspach in
-
beisein Reinbarts Pischoffen zu Passau um zwo Sölder in Limbach
-
unnd Pernthall eingetauscht.
- Deßgleichen hat Rapato Grave zu Orttenburg ein Gueth Heinrich
-
Von Helpenau innengehabt, vor ein annders in Eckhenheimb unserer
-
Khürchen zuegeaignet, auß dem erscheinet nun ohnwidersprech
-
lich das vorgedachte Edle Herrn, welchen daß gemeine Geschrey,
5
- Die Stüfftung unnd fundation zuegeschriben wenig in Ald[er]spach
- ischen Grundt besess[en] oder Zu unnser Khürchen geopfert hab[en].
- Wann aber die Erste Stüfftung oder einsechung unnsers Clossters
-
geschehen beliebt in gegenwarth khürzlich darvon zuschreiben, unnd
-
wiewol ich vleissigist unnsere Annales durchsucht, habe Ich doch wenig
-
Khündten daraus erfahren: Alß das der Herr Otto in seinem privi
-
legio so Anno .1139. gegeben worden hiesige Khürch welche Er ange
-
fanngen hat zupauen Probsten Ascuino unnd seinen Prüedern yber
-
geben. Ist derentwegen muetmässig es sey ein khleines zuvor die
-
Erste Grundtvesst unnserer Khürchen gelegt worden. Doch wann es
-
also wie das gemaine Geschrey ist daß Ascuin[us] der drütte Probst dises
-
orthes gewesen (.welchen ich doch vermeine Er Sey der Erste gewesen.)
-
so ist es glaubwürdtig, daß dises Closster umn daß .1120iste Jahr
-
Nach Christi Geburth angefannge[n] zupauen. Unnder dessen haben wenig
-
Canonici oder Chorherrn im hiesigen orth mit schlechter Nachrung versehe[n]
-
doch in etwas durch from̅er Gottseeliger Leithen Freygebigkheit erhalten,
-
Gott gediennt biß sye enndtlich durch den H. Otto heiffiger begabt worde[n],
-
dannoch aber hat sich auch dise des H. Ottonis Freygebigkheit nit also er
-
strockhet das, das gebey hette khündten neben annderer nothwendtigen
-
Außgaben gefierth werden, Vornem̅blich weillen Er schonn in dergleich[en]
-
Gottsförchtigen Werkh vill Guethatten heiffig spüren lass[en], dann Er
-
neben erpauung unnderschiedlicher Zellen würkhlich .15. Closster eint
-
weders von Grundt auf erpauen, oder doch auf das wenigste Bericht
-
unnd[er] welchen auch daß unsrige unnd zwar daß .13. gewesen,
-
so Er aber wegen seines unzeitlichen hinscheidens nit volkhom̅entlich
-
erpauen mögen, derentwegen benänndte Canonici oder Chorherrn
-
wegen schlechtes einkhom̅en nach seinem Todt den orth verlassen,
-
Unnd dem Heil. Cistercienser orden (.dessen Minich damahlen
-
arbaitsamb unnd der armueth gewohnt.) Gegenwerttiges Closter
-
eingeraumbt worden, daß aber die Canonici etlich Jahr vor dem
-
Todt Ottonis alhier gewessen erscheinet auß privilegiis aldieweillen
6
- der Herr Marggraf Leopold[us] (.welcher A[nno] .1136. ein H. endt ge
- nommen.) einen weingartten negst Crembß zu St. Peter gehörig
- alles Diennst Frey gemacht hat, dessen Exempel sein Sohn Luitpold[us]
- |welcher durch denn Kayser Conrad Fürst in Payern eingesezt word[en].|
- nachgevolft unnd ebnermass[en] einen Weingartten dem Closster gantz
- Frey gemacht, yber daß würdt auch Rutbert[us] von Alderspach sambt
- Gottpoldo von Sattelbogen in einem privilegio welches zu Wundt
- sberg oder Widenberg aufgehalten würdt unnd anno .1104. gegebe[n]
- worden für einen Zeigen benannt. Da Nemblich Adelhardis Grav
- in von Pogen sambt Iren Söhnnen, in dem Sye denn Geistlichen schutz
- oder Advocatia yber Widenberg gehabt, Abbten Eginoni erlaubt,
- d[a]s Sye khönnen einen Abbten erwehlen, auß welchen glaubwürdtig
- ist daß umb selbe Zeit Hiesiges Closster seinen Anfanng genom̅en.
- Dann umb selbe Zeit ist ein gueter Thaill der Clösster in Payrn auß
- sonnd[er]bahrer schickhung Gottes unnd from̅er Leithen Freygebigckheit
- gestüfft worden, unnd wil vil darfür halten, ist das erste ora
- torium oder Khürchen aldorten gesanndten, wo vor Zeiten St.
- Catharinae Capellen |. ist anjetzto das öpfel gewelb negst dem Fux
- berg; unnd obletheißl.| gewesen, Ja eben die speiß vermeine aber
- daß zu Zeiten Herrn Abbten Wolfgangs die speiß an einem annd[ern]
- orth gewesen alß anjetzo. |wie muetmässlich ist solle auch ein Capelle[n]
- gewesen sein, weillen darinnen noch nit lanng vor benannten Abbt
- Wolfganng Khreitzer so in Khürchen an wänndten gemahlt werden
- gespürt worden, dann auch nit weit darvon vor Zeiten ein be
- grebnuß mueß sein gewesen, weillen nit langst gar vil Todten
- beiner aldorten außgegrabe[n] worden, obs aber bainder d[er] Christe[n]
- oder der Haiden sein khann nit leichtlich affirmirt werden.
- Sancti Petri ausser des Closters Capell, anjetzo die Pfarrkhürch so
-
S. Otto hiehero geschenckht hat, ist .274. Jahr zuvor gestanndten ehe
-
der Cistercienser orden hiehero introducirt worden. unnd wie
-
etliche melden ist solches Gotshauß vonn Clossterfrauen bewohnt worde[n].
7
- Unnßer Lieben Frauen Capell aber zu Wenng ist ungefehr eben
-
umb sie Zeit gestüfft worden umb welche daß hiesige Closster dann
-
der Altar (. der vor Zeiten darinnen gestanndten.) ist umb d[a]s Jahr
-
Christi .1134. vonn den Edlleithen So zu Wenng gewohnnt auf
- gericht unnd datiert worde[n].
- Das erste oratorium so der Hl. Otto angefanngen zupauen ist
-
durch Manegoldum Pischoffen zu Passau anno .1207. den Tag
-
nach Catherina geweiht worden.
- Der Alderspachischen Cronic.
-
das .3. Capitl.
-
Die Feder noch ferrers zu brauchen, unnd vonn den Guethatten
-
unnserer Ersten Stüfftern zueschreiben, soll der Günstige Leser
-
von mir wissen, das Ich in unnsren Prieflichen urkhundten,
-
unnd Püecheren vonn Eberhardo von Eckhenheimb, von Eber
-
hardo von Sunzingen, wie auch Calocho von Alderspach, gantz
-
unnd gar nichts fündt unnd lüse, Stehe doch darbey in diser
-
mainung, das auch dise obgedachte herrnen, zu unnserer Khürch[en]
-
Unnd Gotshaus (.massen dann Irer Nam̅en in unnserm Totten
-
buech aufgezaichnet, unnd dero Adeliche Insignia unnd wappen
-
aufbehalten werden.) etwas vermacht unnd gescheckht haben,
-
sey khain lähres geschrai unnd muethmassung khann aber durch
-
Hinlassig: unnd unachtsambkheit der Ersten religiosen gescheche[n]
-
sein, daß so gar kheine gewisse Fuesstapfen unnd Zaichen von disen
-
Guethatten, den Nachkhumlichen sein unnderlassen worden,
-
Von Ratoldo aber erst gedachten Eberhardts von Eckhenhaim, wie
-
mann sagt, leiblichen Prueder, fündte Ich daß Er etliche Güetter
-
zu unnserern Gotshauß gegebe[n] unnd vermacht.
8
- Dise Adeliche Männer, haben negst bey Mitterhag, nit weit
-
von Eckhenhaim Ir Schloß, welches dermahlen ganntz verwisst,
-
unnd nit Ainiges wahrzaichen darvon zesechen, wie auch ihr her
-
schafft, welche der Graf Zu Orttenburg inhat, auß vätterlichen er
-
erbt ingehabt.
- Von Rudberto von Alderspach aber, hat unnd meldet unnßer
-
Fundation unnd Schanckhung Puech sovil das nemblich zwen
-
Freyen stanndts Männer unnd Menschen, Bruno und Rudberd[us]
-
ein Guett in Alderspach, von Herbetone unnd seiner Schwöster
-
an sich gebracht: Welches nachmals Rudbert[us] durch vill Jahr ohnne
-
ainige widerredt ingehabt, unnd alß dann mit gewaltthattig[er]
-
freyer hanndt, sambt allen seinen Guettern, Zu Pamberg in bei
-
sein des Römischen Khönigs unnder viller Fürsten, auf den Altar
-
deß Heilligen Maryrers Georgii gelegt, unnd den Gott dienent[en]
-
Brüedern Zu Alderspach zu nutzen unnd zu gebrauchen geschenckht,
-
diser also gethonner Schanckhung Privilegia mit mehrern ihren Zeuge[n]
-
sollen wie man sagt, Zu Pamberg unnd Passau aufbehalte[n] werde[n].
- Das aber dise unnserem Gotshauß, von mehrgedachten Männeren
-
geschenckhte Güetter gar wenig unnd nit gar gross und vornem̅en
-
gewest, ist leichtlich auß dem zueschliessen. Dann Eugenius Pabst,
-
der disem Gotshaus daß Erste Privilegium gegebe[n], hat gar wenig
-
Güetter darinen außtruckhlich benennt.
- Innocentius aber der drütte. unnserem Closster, alß es sich schon
-
in reicherem stanndt befundten, mit dergleichen apostolischen gnade[n]
-
Vorsechung zuthuen, erzellet die Güetter unnder einer mehrerer An
-
zahl.
- Zu deme wann dise gedachte Stüffter, unnserm Gotshauß so groß[e]
-
unnd ansechliche Guetthaten hetten gethonn, unnd Stüfftung gemacht
9
- hetten Sye Zweifelsohnne durch dise ein ansechliche Begrebnuß
- verdiennt, wie gemainelich bei anndern Gotsheusern Stüfft: unnd
- Khürchen zusechen ist, Wurdte auch der Erste Probst unnd seine
- Canonici, so undanckhbar nit gewest sein, daß Sye ihren Stüffter
- mit einer Ehrlich unnd gebürennden Begrebnuß unnd Grab ver
- ehrt. Nun aber haben Sye alhie nit allein khaine dergleich[en]
- annderorths gewondliche Begrebnuß unnd grab. Sonnd[er] man
- waiss auch so gar nit wo ihre Leiber begraben: Ob zwar etliche
- mainen unnd sagen, Sye lige[n] in dem Creuzgange vor dem
- analogio alwo die Prüeder auß dem Chor gehen ihre Tagzeite[n]
- verrichten, unnder einem himelfarben Stain begraben, dises
- sey bishero gnung von den Stüfftern, Daß aber die
- Fürsten deß Lobl[ichen] Hauß Payrn, unnser Closster in seiner ersten Stüfft
- ung mit Gnad unnd schanckhung nit begnadet, gleich wie Sye es in
- annderen ortheren diser Provinz unnd Lanndts Payr[n] gar reichlich
- gethonn haben, ist meines erachtens dises die ursach gewest, da
- mahlen hate zwar das Fürstenthumb Payrn ja der mechtigiste
- Fürst Henricus der Stoltz oder hoffertige genannt, mit seinem
- Brueder Guelfone welcher denn Khayser Lotharicum mit starckh[er]
- Hanndt unnd macht biß in Italia verfolgt, unnd wider die feindt
- des Römischen Reichs dapffere Thatten erzeigt unnd alß der Kayser
- Lotharicus unnder einem Hittlein nit weit von der Statt Trient
- gelegen gestorben, hat der Herzog Henricus alß Lotharii Tochter
- mann die Khayserliche Cronn unnd annd[er]e Regalia zu sich ge
- nom̅en, unnd dieweill Er dazumahl in dem Reich eines hochen
- Nam̅en unnd Dignitet ware, hat Er auch seine Söhnn gedanckh[en],
- zu dem Reich unnd Khayserlichen Cron gemacht, Nun aber ist
- unnd[er] disem in denn Jahren .1139. Conradus auß Schwabe[n], in
- der Statt Coblentz zu einem Kayser erwehlt worden, der
- nit lanng hernach zu Pamberg ein Convent: unnd zusam̅en
- khonnfft der Reichsfürsten angestelt unnd gehalten, darauf
- dann alle erschinen, allein Herzog Henricus der die Regalia
10
- Unnd waß zu der Khayserlichen Crönung gehörig bey sich behalten,
- blibe auß, dise aber herzugebe[n] ist ihme ein Tag zu Regenspurg
- benent unnd vorgesezt ist zwar erschinen, die khönigliche Zierten
- hergeben, aber in ungnad des Khaysers darvon geraist. Ist
- also nit lanng hernach duch Rhat der Fürsten, ihme Henrico d[a]s
- Herzogthumb Payrn genom̅en, und Luitpoldo, des Heil[igen]
- Leopoldi from̅en Ertzherzogen in Ossterreich Sohnn ybergeben
- worden, welcher wenig Jahr ybergelebt, dann alß er daß Payr
- lanndt durchsechen, ist Er zu Regenspurg in ein gefehrliche Khrankh
- heit gefallen, unnd dieweill sein Sün in Össterreich stundte, ist Er
- in dem Pistumb Passau Todts verbliche[n] A[nno] .1141. 12 Calendas
- Novembris.
- Ist also das Fürstenthumb Bayrn in die Hanndt seines Prueders
-
Henrici khom̅en, unnser Henricus aber der Stoltze, ist
-
von dem Khönig Conrado verstossen, unnd der mechtigiste were,
-
dessen macht wie Er sich selbsten beriehmt, mit disem Symbolo a
-
mari usq[ue] ad mare von dem Meer zu dem Meer, sich erstreckhte,
-
Ist in khurtzer Zeit auß gerecht Göttlichem Urthel gediemüettiget,
-
Und in ein solches Ellenndt gerathen, d[a]s fasst alle seine Freindt
-
vonn ihme abgewichen, Er allein mit .4. beglaittet unnd in
-
Sachsen gefiehrt, unnd nach wenig Jahren aldort sein Leben
-
geenndet.
- Guelfo aber sein Brueder hat vor das Payrlanndt starckhe
-
Khrieg gefiehrt, unnd dem Vatterlanndt durch Raub und Prenne[n]
-
nit wenige[n] schaden zuegefiegt.
- Ist also unser Fürst zu der Zeit unnser Stüfftung, nur gar zu
-
starckh betrangt, unnd von dem Lanndt vertriben worden, also
11
- das Er Ihme selbst unnd seinen sachen, khain Rath hat geben,
- wenig[er] anndern und frembten ein Hilf leisten khündte[n].
- In Fundationem Ecclesiae
-
Alderspacensis
-
Abbatis Wolgang Marii Tricesimi
-
Tertii
-
Decasticon
- Sustulit Ecclesiam nostram dignissim[us] Otto
-
Babenbergensis Praesul sub origin prima
-
Tunc licet exiguo censu vel iure refertam
-
Praeposito Ascuinno Fundator credidit atq[ue]
-
Ad Superos Anno Sanctus migravit eodem
-
Canonici paucis sedem tenuere diebus
-
Secedunt moniti: mox coepta ubi templa relinquunt
-
Ordo subintravit Bernardi clar[us] in orbe
-
Qui tunc per mundu[m] primo surgebat ab ortu
-
Virtutum et radios late spargebat in omnes
13
- Alderspachische Abbten
-
Daß Ist
-
Khurtze Verfassung unnd Bericht der erwöhl
-
ung, Regierung, unnd Absterben aller Abbt
-
oder Praelathen zu Alderspach, so von einsetz
-
ung des Heil[igen] Cistercienser Ordens Vin
-
A[nno] .1146. biß auf das Jahr .1661. der Regier
-
ung F. Gerardi Hörger zu guet unnd bößen
-
Zeiten Regiert haben, neben khurtzer erhollung
-
der Stüfftung unnd Herkhom̅en des Closters
-
Alderspach.
14
- Einganng.
-
Oder
-
Khurtze Erholung von dem Ursprung
-
unnd Herkhom̅en des Closters Alder
-
spach.
- Wiewol vill der mainung sein, das. das Closter Alder
-
spach von beeden Herrn Prüedern Rudbertho unnd Callocho alß
-
Grafen zu Alderspach seye Erstlich gestüfft unnd erpauet worde[n],
-
doch will solche mainung Herrn Abbten Wolfganngo nit
-
gefallen: sondern helt steiff darfür auß gewissen ursachen
-
das benentes Closster gestüfft unnd angefangen zupauen d[er]
-
Herr Pambergische Pischoff Otto, welcher ehe Er solche sein an
-
gefangnes Werckh zu enndt gebracht zeitlichen Todts v[er]bliche[n],
-
doch ist glaubwürdig das vorgedachte .2. Herrn Brüed[er] dem
-
Closster auch Guettathen erwisen, massen annoch von ville[n] dar
-
für gehalten wirdt, das auf dem an dem Closster ligennten
-
Perg ein Schloß gestanndten, so öfftgedachten Herrn Graven
-
von Alderspach gehörig Ascuino Probsten alda zu erpauung
-
diß Closster Verehrt worden, ob dem also lass Ich anndere Ur
-
theille[n], diß vermeinet vorgezter Herr Abbt Wolfgang warzu
-
sein das wo jez daß Closster steht .4. höff gewesen, deren einer
-
Rudbert[us] von Alderspach dem Closster frey geschenckht, der and[er]e
-
Adalramo Grafen vonn Chamb gehörig, unnd in anstatt eines
-
anndern zu Ullendorf gelegen dem Closster gelassen, der dritte
-
aber, haben her dargeben für 2. Güetl zu Limpach unnd Pernthall
-
beede Prüeder von Alderspach, der .4. geherte aber Heinrichen vonn
-
Helpenau deme darfür Rapato von Orttenburg ein anndern
-
Hoff zu Eckhlhaim gelegen, unnd also benannten Hoff dem Closster
-
zuegeaignet, waß sonnsten Rudberto von Alderspach, und Ratol.
-
von Eckhlhaim dem Closster guets gethonn besiche das .3. Capit[el]
15
- Wann aber obgesetztes Closster seinen Anfanng genom̅en, ist nit
-
also clar bekhandt, gewiß ists das es auf das lengst Anno. [Chri]sti 1139
-
sey angefange[n] worden, so ferrn aber gewiß viller meinung die darfür
-
halten Ascuin[us] sey nit de erste sonndern der drütte Probst gewese[n],
-
ist nit unglaubwürdig Alderspach seye umb d[a]s Jahr Christi .1120.
-
erhebt worden, die Pfarrkhürchen St. Peter ist ehe dann der Heil[ige]
-
Cistercienser orden zu Alderspach eingefierth .274. Jahr gestanndte[n],
-
unnd also umb das Jahr Christi .872. durch Engelmaru[m] Passau
-
erischen Bischoff[en] der Hochaltar [con]secrirt worden.
- Unnd wie etliche darfür halten ist benantes Gotshaus S. Petri von
-
Clossterfrauen bewohnt gewesen, Wenng herentgege[n] ist umb das
-
Jahr .1134. von den Edleuthen zu benantem Wenng erpaut unnd
-
gestüfft worden.
- Wiewol das Closster wie gemelt umb d[a]s .1120iste oder doch umb d[a]s
-
.1139. erhebt unnd erpauet, so ist doch solches nit durch die Cistercienser
-
Minich wie anjetzo, sonndern duch die CononicosCanonicos Regulares des Heil.
-
Vatters Augustini besetzt unnd bewohnt gewesen, Weillen aber die
-
fundation dermahlen khlein unnd gering, d[a]s sye sich nit erhalten
-
möge[n], haben benente Canonici nit allein einhöllig beschlossen, sond[ern]
-
auch würkhlich disen orth verlass[en], unnd sich nach[er] Reichersperg begebe[n],
-
Alß nunmehr dises der Heil. Vatter Bernardus vernom̅en, ist muet
-
massig daß Er bey Kayser Conraden bey welchem Er sich damahlen
-
befanndte erlanngt, das mit Consens Egilberti Pambergischen
-
Bischoffen unnd des H. Ottonis negsten nachkhömbling an statt der
-
H. Augustiner die Cistercienser solchen orth möchten besitzen unnd
-
bewohnne[n], Welches auch also geschechen, in dem Jahr Christi .1146 dise
-
beeder H. orden Verwexlung hat auch ein verenderung der Patronen
-
mit sich gezoge[n], dann anstatt der H. Apostle[n] Petri unnd Pauli
-
ist vonn den Cistercienser erkhisset unnd angenom̅e[n] worden,
-
die Heil. Gottes geböhrerin Maria; unnd St. Joannes Baptista.
-
Das erste oratiorin oder die erste Khürchen alhie zu Alderspach,
-
ist muethmassig gestanndte[n], wo anjezo d[a]s öpfelgewelb für das
16
- Convent gesechen würdt, ob welchem die wechcam̅er bei dem
- obletheißl, unnd ist solches oratorium geweicht worde[n], durch
- Manegoldum Passauerischen Bischoff umb das Jahr Christi
- .1207. den 26. 9br[is].
- Herr Seifridt[us] Erster
-
Abbt.
- Der Erste Cistercienser Abbt zu Alderspach Namens
-
Seifridus, ist von Ebrach auß Franckhenlandt alhero ver
-
ordnet unnd geschenckht worden, diser gleich wie Er ein man[n]
-
voller Tugent unnd Heilligkheit, also auch nit wenig[er] ist Er
-
vol weißhait gewesen, also d[a]s Er gleich zu anfang zu mehr
-
erer bestättigung diser angefangene[n] Werkhs von Eugenio diß
-
Nam̅ens dem drütten Römbischen Probsten ein herrliches Pri
-
viligium erbetten unnd erhalten, in disem werden alle güetter
-
benanntlich aber Alderspach, Gumprechting, Liesing, Gundolfing etc.
-
unnd anndere die d[a]s Closster damahlen gehabt od[er] noch rechtmessig
-
bekhom̅en wurden, dem Closster confirmirt unnd bestättiget,
-
ja dises Closster würdt in sonndern schutz des Pabstischen stuels
- genommen, nitweniger würd auch jedem Verbotten das sich
-
kheiner solte anmass[en] von jenne[n] Gründten die, die Minich
-
mit aigner hanndt oder Cossten Pauenten den Zehent abzuford[ern],
-
Villmehr guets het diser Gottseelige Abbt mudoster [?]modester gethonn,
-
welche aus nachlessigkheit der alten Minich nit beschriben, Er
-
aber nachdem Er das Closster Glikhlich .36. Jahr Regiert, ist
-
in dem Fest der empfängnuß Maria in Gott seelich verschiden,
-
unnd im Capitl begrabe[n] worde[n], A[nno] Christi .1182.
17
- Herr Eberhardus der.
-
Annder Abbt.
- Nit lanng nach dem zeitlich Hintritt Abbten Seifridi Ist
-
zu solcher würdten erhöchet worden, Herr Eberhard[us], diser hat gleich
-
förmbig den stanndt des Closters sowol in Geistlichen: alß auch weltlich[en]
-
sachen vermehret, unnd weillen Adalramus von Chamb sich unrecht
-
mässigerweis unnderstanndten den Geistlichen schutz od[er] Vogtey yber d[a]s
-
Closster zu praetendieren, hat ihm Abbt Eberhard[us] sehr angelegen
-
lassen seinn solches unzimbliches begern abzustellen, derentwillen Er
-
nacher Niernberg alwo Kayser Friderich Anno .1183. sambt allen
-
Reichsglider[n] sich befundten, begeben, Adalramum dises angenom̅ne[n]
-
Gewaldts angeclagt unnd vermitls Ottonis des Eilfften Pambergische[n]
-
Bischoffs sovil erhalten d[a]s nit allein Adalramus von solch[er] praetension
-
abgewisen, sonndern ihme Abbten Eberhardo vergundt, das Er möcht mit
-
Zuethuen des Pambergerische[n] Pischoffs einen schutzherre[n] erwöhle[n], Ihme
-
auch so ferr Er dem Closster nit nuzbar, ab unnd einen anndern außzu
-
sezen, unnd dises Privilegium hat auch nachmahle[n] Philippus Römisch[er]
-
Khönig bstättet, Ja Clements der dritte Probst Pabst hat dem Bischoff zu Regen
-
spurg, unnd Freising gewaldt geben Adalramum durch Geistliche Pann
-
von solcher Gewalttäthigkheit abgehalten.
- Verners hat Eberhardus von Luitpoldo Herzogen in Össterreich erhalten
-
alß einkhom̅en von unnsere[n] Güetter in Össterreich Mauttfrey herauf unnd
-
herentgege[n] alle nothwenndtigkheiten hinab zufiehren. Eberhardus
-
nach dem Er dem Closster embsig .16. Jahr vorgestanndten, ist enndtlich
-
an St. Bartholomaei Tag .1199. in Gott [ver]schiden.
- Herr Ludwig der
-
Dritte Abbt.
- Ludtwig der Dritte Abbt zu Alderspach ist geweßen ein Mann
-
voller weißhait diser hat ebnermass[en] Adalramum zu Würzburg
-
auf dem Reichstag vor Kayser[n] Ottone den .4.t[en] angeclagt, unnd
18
- ganncz unnd gar gespillet, Item Er hat von Babsten Innocentio
- diß Namens dem drütten ein Herrliches Privilegum erhalten,
- in welchem dem Closter die schwaig, Gumprechting, Wifling, Äzen
- berg, Prenberg, unnd Gneuxendorff bestättigt werden, Verners
- hat Er ehtliche Güetter mit Eberharden Joannstorffer Vertauscht,
- nachdem Er aber das Closster .17 Jahr wol regiert ist Er denn
- .12 April A[nno] .1216. gestorbe[n].
- Herr Nicolauß der.
-
Viertte Abbt.
- Nitwenig[er] alß seine Vorfahrer hat auch Abbt Nicolauß
-
daß Closster sowol in Geistlichen alß Weltlichen sachen zu jedermans
-
Contento regiert, dann unnd[er] ihme ist diß Closster Disciliplin
-
in einem solchen Praedicat gewesen, das Herzog Ludtwig bewegt
-
worden, den Zehent zu Lanndau unnd Deggendorf berürtermass[en]
-
dem Closster einzuverleiben, welche schanckhung nachmahlen auch
-
Herzog Otto alß Ludovici Sohnn bestättiget unnd becrefftiget, anjezo
-
aber ausser der Lähren Privilegien geniessen wür nichts, unnder
-
ihme ist der Geistliche schutz denn Herzogen auß Payrn eingehendigt,
-
also, das, das Closster nit mehr befuegt seinem belieben nach eine[n]
-
Advocaten zuerkhisen, sonnder bleibt solche Advocaty bey dem
-
Hauß Payr[n] Ewigelich, Nicolaus aber nachdem Er Glickhlich d[er]
-
Abbtey .17. Jahr vorgestanndte[n], stierbt den .17. 7br[is] A[nno] .1232.
- Herr Anßelmuß der
-
Fünffte Abbt.
- Anselmus der .5.te Abbt zu Alderspach ist baldt nach ab
-
sterben Nicolai rechtmessig erwehlt worden, neben dem
-
aber das Er von Rudigero Pischoffen zu Passau die Mautt be-
19
- freyung erlangt, würdt wenig von ihme gelesen das Er gefrucht,
- unnd wiewol muettmassig das Er schuldten gemacht doch ist
- solches dem damahligen Khrieg mehrers alß seinem unfleiss zu
- zeaigne[n], diser nach .6. Jeriger Regierung ruehet in Gott seel[ig] A[nno] .1239.
- Herr Theodoricus der
-
.6.te Abbt.
- Nach Ableibung Anselmi Ist zu diser Würdten erhöchet worden,
-
Theodoricus diser hat Anno .1246. von dem Hochwürdigisten
-
Erzpischoff zu Saltzburg Eberhardo erhalten Jährlich umb die H.
-
Pfingsten ein Halb Pfundt Saltz. näckheter steckh bey der Pfannen
-
im Häller unnd dise Freygebigkheit hat bestätt zu Ewige[n] Zeiten
-
daß Hochthumb Capitl zu Saltzburg Theodoricus, aber nach dem
-
Er .13. Jahr regiert, hat solche Purdt resignirt, waß ursache
-
ist unbekhanndt. Actum Anno .1253.
-
Eben con disem Theodorico besiche gleich hernach.
- Herr Albertus der.
-
.7ete Abbt.
- Theodoricus ist in der Abbtey nachgefolget Albert[us]. damahle[n]
-
Prior zu Rottenhaßlach, unnder seiner Regierung hat Herzog Heinrich
-
in Payrn dem Closster erlaubt alle notturfften zu Vilshove[n] ohnne
-
Raichung einiger Mautt durchzufiehren Act[um] A[nno] .1256. volgentes
-
Jahr auch hat Alexannder Probst die Pfarr Nidern-Oberhausen
-
dem Closster bestättigt, Abbt Albrecht aber beurlaubet die Welt
-
umb d[a]s Jahr Christi .1258.
20
- Herr Theodoricus der .8te Abbt
-
das annder mahl.
- Anno .1258. ist nach Absterben Alberti Theodoricus wider zu
-
dem Ambt eines Praelathens erwöhlt, in diser seiner annderen
-
Regierung hat Herzog Ludwig Fürsstenfeldt gestüfft, an welches orth
-
von Alderspach .4. Minich sambt .2. Conversen oder Lechenbrind[er] unnd[er]
-
Anselmo damahlige[n] Großkhellner zu Alderspach alß Abbt abgeord
-
net worden, dise haben solche Abbtey in höchster Armueth anfange[n]
-
zu erpauen, Anselm[us] aber nachdem Er sorgfeltig aldort vorge
-
stanndte[n], hat solche Purdt resignirt unnd wider in sein profess hauß
-
sich begebe[n], unnd[er] Thedorico auch in die Pfarr Egglhaimb oder Tött
-
ling umb Nider-Oberhausen eingetauscht, doch mit disem vorbehalt,
-
daß, das Closster Jehrlich umb Stephani erfündtung zu Passau dem
-
Thumb Capitl erlege .1. Pfundt Regenspurg[er] Pfennig, Item hat Er
-
erhalten von Herzog Heinrichen d[a]s der Abbt nirgents solle ver
-
clagt werden alß zu Lanndau. Yber das hat Er ein Hauß zu Passau
-
von Udalrico Pfarrherrn zu Hartkhürchen umb .40. lb. Pfennig er
-
khaufft, Verners ist von Herrn Volrado Abbten zu Walderspach und
-
dessen Convent dem Closster anstatt .80. lb. d. eingesezt worden.
-
D[er] Hof unnd d[a]s Dorf sambt der Pfarr Gottstorf in Össterreich gleich
-
von Seisenstein heryber, offtgedachter Abbt Theodoricus erhaltet
-
auch von Pischoffen Petro zu Passau Befreyung in der Mautt,
-
Nitwenig[er] ist auch A[nno] .1275. das Closster Fürstenzehl unnder
-
Abbt Theodorico von Herwico Thumbherr[n] zu Passau an
-
gefannge[n] und von Herzog Heinrichen vollenndet worde[n], dess[en]
-
erste Minich zwar von Alderspach gewesen, der Abbt aber von
-
Willering namens Walther[us]. Theodoricus nachdem Er dem
-
Closter Alderspach wider in diß .19. Jahr glickhlich vorgestanndte[n],
-
gehet mit Todt ab den .14. 9br[is] .1277. dessen leib im Capitl
-
begrabe[n] ligt.
21
- Herr Albertus diß Nam̅ens
-
der annder. der .9.te Abbt.
- Ebnermassen ist wider nach Theodoricum zur Praelatur erhebt
-
worden, ein Conventual unnd selber Zeit gewester Khellner mit Nam̅en
-
Albertus, unnd[er] dessen Regierung, wie auch auch unnder Theodorico hat das
-
Closster Jährlich müessen wegen Recuperirung des H. Lanndts erlegen
-
.6. March Silber, unnd die Anlag hat .6. Jahr gewehrt. Albertus hat
-
nach dreyen Jahren die Abbtey resignirt, unnd ist Prior zu Fürssten
-
zehl worden.
- Herr Henricus diß
-
Namens der erste der .10te. Abbt.
- Anno .1280. den Ersten Sonntag in der Fassten Ist Abbt Henric[us]
-
von Pamberg gebierttig unnd zu Eberach Profess zu einem Praelathen
-
des Clossters Alderspach erwöhlt worden, diser hat des Clossters ein
-
khom̅en durch seinen Vleiß sehr vermehrt, also das Er den Conventualen
-
auch den Leienprüeder[n] alle Malzeit ein ganntze Portion Wein (.welche
-
zuvor nur an den Tagen da zwo Messen gesungen subminstrirt.) ge
-
geben, Unnd[er] ihme ist dem Closster das Jus Patrionatus der Khürchen
-
Teya in Össterreich von GeblordoGebhardo Graven zu Hirschberg unnd Letoldo vo[n]
-
Chünring[en] geschanckht worde[n], wie nitwenig[er] hat auch Heinrich Herzog
-
in Payrn daß Closster mit sonndern Ga. begabt, dann er machte diß
-
Gotshauß zu Purckhausen unnd Schärtting mauttfrey, Item Er er
-
laubt dem Abbten das Er möchte seine Unnderthone[n] selbers richte[n],
-
vonn Ottone erhelt Er auch die Mauttbefreyung durch ganntz Payr[n],
-
wie nitwenig[er] auch von den Herrn Graven von Schaumberg zu
-
Aschau würdt Er in d[er] Mauth befreyt.
22
- Ferners unnd Ihme ist auch das Closster Gottszell Abbtey Gotts
-
zehl durch Heinrichen Pföllinger, wie auch daß Spitall zu Alder
-
spach, vonn Engelschalco Thumbherrn zu Passau unnd zu dessen unnd[er]
-
halt das Schloß (.welches zu erpauung Gotszell abgebrochen.) und
-
der Marckht Ruebmansveldte[n] von den Herzogen in Payrn erkhaufft
-
funtiert unnd gestüfft, Item der halbe Hof zu Gneixendorf in Össter
-
reich von Reinhardto Pfarrherr[n] zu Passau bey St. Paulluß ann
-
daß Closster abgelest worden. Entlich ist Abbt Henricus mit einer
-
schwäre[n] Khrankheit behafft unnd bey denn Medicis Hilf dermass[en]
-
gesuecht das Er nit allein zu erlangung seiner Gesundtheit nach[er]
-
Regenspurg unnd Würzburg sich begeben sonndern gar biß nacher
-
Pariss verraist. Weillen aber khein Khreüttlein wid[er] den Todt
-
waxet ist er nach .15. Jehriger Regierung seeligelich in Gott [ver]schide[n].
-
den .26. 7br[is] A[nno] 1295. unnd inn dem Capitl begraben
-
worde[n].
- Herr Hugo der.
-
.11te. Abbt.
-
Nitweniger Guetthaten hat auch Abbt Hugo dem Closter
-
erwisen. Diser ist zu Straubing von Ehrlichen Elter[n] geborn, in
-
seiner Jugent den Closster Habith zu Alderspach angenom̅en,
-
nachmahle[n] zu Fürsstenzehl zu einem Abbte[n] (.wiewol etliche wölle[n]
-
Er sey auch Abbt zu Willeringen gewesen.) erwehlt, welcher dig
-
nitet Er auch in das zehennt Jahr vorgestanndten, nach ableib[en]
-
aber Henrici ist Er zu der Abbtey zu Alderspach einhellig be
-
gert: unnd an sein statt P. Diemo Profess zu Alderspach ge
-
sezt worde[n], benannter Abbt Hugo gleich wie Er ein Mann
-
voller Verstanndt also ist Er auch in den Augen der Fürsten lieb
-
unnd werth gewesen, dahero hat Er von Herzogen Stephano
23
- Unnd Ottone d[a]s Jus pat[ronatus] yber die Pfarrkhürch Geyerstall erlangt,
- welches Bischoff Conrad zu Regenspurg sambt dem Thumbcapitl
- bestättigt, unnd weillen daß Closster villen ungelegenheiten
- wege[n] der Jeg[er] unnderworffen gewesen, hat solche in Ansechung
- Hugonis, Herzog Stephan[us] abgestattet, Ferners hat Er vonn
- Arnoldo Pambergischen Bischoff erhalten, das unnser Vich möchte
- in dem Hardt gewaidet werden, also hat auch Englschalcus die
- Güetter zu Egolfing dem Closter gegeben, annd[er]e villmehr müess[en]
- khurze halber geschwige[n] werde[n].
- Diß aber Preiset Abbt Wolfganng nit ein wenig d[a]s Abbt Hugo
-
habe das Wasser von Gumprechting in das Closster gefierth, ob aber
-
diß der Prunne[n] oder der Milbach seye, zweifelt Er selbers.
- Wunderbarlich ist was obgedachter H. Abbt Wolfganng schreibt,
-
Cap. 19. Annalium das sich zu Zeiten Abbte[n] Hugonis zuege
-
tragen, Stephanus Herzog in Payrn mit seiner Gemahlen
-
khumbt undersechens zur Zeit des Hochambts in die Khürchen,
-
diser unerherter unnd damahle[n] nit zuelässlicher Zuetritt khombt
-
den Minichen seltsamb für, also daß sye die Liechter außleschte[n],
-
die Altär entdekhete[n], ja so gar der Priester so das Gloria in excel
-
sis albereith angefanngen, geht von dem Altar unnd lasst selbe[n]
-
Tag die Mess auß. Dise unverhoffte Comaedi stige Herzogen Stephano
-
dermassen in Khopf, das wann sich der Adel nit interponiert
-
Unnd Abbt Hugo der selber Zeit nit anwesent, sich mit dem Ordens
-
Prauch bedachtsam entschuldtiget, das Closster in ein grosse Ungnad
-
khom̅en währe, nachdem aber Herzog Stephan[us] [ver]standten das
-
diß die Closster oder Ordengesatz außweisten, hat Er alle[n] Zohr[n]
-
hindann gelegt unnd d[er] Brüeder Eifer gelobt, Hugo aber, in dem
-
Er von dem Generall Capitl von Cisterz zuruckh raiset füelle zu
-
Heillprun im Closster in ein Khranckheit an welcher Er auch al
-
dorten sturbe, unnd ist in dem Creutzganng begraben worden,
-
den .16. Octob[ris] .1308.|
24
- Herr Conradus der
-
.12te. Abbt.
- Conradus von Pudweiß gebirttig unnd Profess zu Ald[er]spach
-
würdt in festo des Heyl. Bischoffs Martini zu der Abbtey
-
erhebt, unnd[er] diser Regierung ist das Closster sowol in Geistlich
-
alß in Zeitliche[n] sachen woll administriert worde[n].
- Unnd zwar ist damahlen Össterreich dem Closster woll angestandte[n],
-
massen Jehrlich in die .80. Vass | dessen eins .30: oder doch .24 Eim̅er
-
haltet. | herauf gefiehrt, weillen aber sovil im Closster nit auf
-
gannge[n] also hat mann den ybrige[n] nacher Regenspurg und Landts
-
huet gefiehrt unnd aldorten verschleißt, nitwenig[er] sein auch von Traidt
-
auf der Thonau .2. oder .3. schiff Jährlich herauf gebracht worde[n],
-
welche summa wegen Vertauschung der Pfarr Teya unnd [Ver]khauff
-
Gottstorfs anjetzo merkhlich gemündert worde[n].
- sein Gebey betr. hat Er die Capellen zu Wenng erneuert unnd ge
-
bessert, Item zu dem Schläufhauß so Paufehlig gewesen hat Er
-
lassen .275. Zimerhöltzer fählen unnd außhackhe[n], Ferners
-
ist unnd[er] ihme geschriben worden daß gross Graduall so noch
-
heunt in choro Abbatis gebraucht würdt, wie auch hat Er
-
ein Uhr umb .39. Ducaten erkhaufft, ja villmehr het Er ge
-
thonn so wege[n] liebe der Kürtz nit hürbeigesezt.
- Pey nebens hat Er auch schönne Gnaden erlanngt dann Er die Pfarr
-
Geyerstall dem Closster ganntz unnd gar incorporirt unnd dar
-
ibert schönne [con]firmationes von denn Regenspurgerischen Pischoff er
-
halten, vonn denn Herzogen aber auß Payern sein alle vor
-
gegebne Gnaden confirmirt, Item daß des Clossters unnd[er]
-
thonnen kheinen annder[n] Richter sollen haben alß den Praelathe[n]
-
Unnd seine officier, Item hat Er erhalte[n] Jehrlich vom Jegermaister
25
- .3. Hirschen die schonn ein guete Zeit dem Closster abgenom̅ne Zehet
- zu Lanndau unnd Deggendorf welche A[nno] .1329. in die .30. Landauer
- schaff ertragen, hat Er wider dem Closster zuegebracht, und weille[n]
- Herzog Heinrich das Closster sehr wege[n] der Steur beschwärt, unnd
- auch kheinen nachlaß gethonn also hat Abbt Conrad wider in ein
- Excommunication erhalte[n], von welcher Er auch durch den Pischoff
- zu Passau nachmahl[n] absolvirt worde[n].
- Aber wiewol Abbt Conrad ein fleissig[er] Haußwürth gewese[n] ist doch
-
unnder Ihme daß Closster wegen starkher Krieg, so wischen den Her
-
zoge[n] in Bayr[n] unnd dem Erzherzoge[n] inn Össterreich, ja auch unnder
-
denn Herzogen iin Payr[n] allein sich eraignet, in Abnem̅e[n] gerathen,
-
massen in Belegerung des Schloß Neuburg bey Schärtting Herzog
-
Hainrich mit .1500. Reither[n] in der Pfinstwoche[n] im Closster yber
-
nacht gelegen, Cur auch Vitzdomb hat samt seine[n] .700.
-
Reither[n] müessen von Alderspach auß .7. Tag verpflegt werde[n],
-
also das der schadt yber die .140. pfundt Regenspurger schätzt
-
worden, doch wegen so grosse[n] erlittenen Ruin hat Herzog Hainrich
-
neben Darraichung .60. Pfundt Regenspurger daß Closster auch
-
frey gemacht von erpauung der Stattmaur zu Vilßhoven,
-
welche Jahrs auf die .100. Ducat[en] gestanndte[n].
- Ferners hat auf ein mahl Abbt Conrad den obristen und officier
-
zu beschutzung des Clossters .32. Vaß[er] Wein unnd .320. schaff Khor[n]
-
unnd Haber dargeraicht, welches Zweifels ohnne ursach gewese[n] war
-
umb d[a]s Closster in Zeitliche[n] abgenom̅en.
- Nitwenig[er] auch hat sich Abbt Conrad umb denn ganntz[en] Orden
-
bedient gemacht, dann unnder ihme ist Gottszell so nunmehr ein
-
Probstey gewesen, A[nno] .1320. zu einer Abbtey erhöcht, unnd des
-
ersten Abbtens Wahl so Berthold[us] genandt zu Alderspach an
-
St. Georgentag celebrirt worde[n], Eben diser Abbt Conrad ist vo[n]
26
- allen Ordens Abbten unnd[er] dem Saltzbur[er] Ertzpistumb in einer
- schwären sach sambt Herr[n] Otto zu Fürstenzell commissarius ernannt,
- unnder Ime ist zu Alderspach ein Profess namens Friderich seines
- stam̅ens ein Lanndtgrav gewesen, Es vermeine[n] vill, das auch Nider[n]
- altach wegen des gueten Wanndls der Alderspacher bewegt habe der
- Cistercienser Reformation angenom̅e[n], dann unnder ihme florirte
- das Closster nit allein in Zeitliche[n] sonndern vilmehrers im Geistlich[en]
- massen ein sonnd[er]barer unnd gleichsamb unerherter Ordens Eiffer
- inn den Miniche[n] gespiert, so auß nachvolgenter geschicht erscheinet,
- welche schonn zuvor zu der Zeit des Abbts Hugonis gescheche[n] zu sein
- erzehlt ist worde[n], vide supra Abbt Hugo, unnd auch dergleich[en]
- unnder Ihme Conrad gescheche[n] zu sein Abbt Wolfganng erzehlt.
- Agnes Khöinigen in Ungarn khombt mit ihrer Hofhaltung in das
-
Closster besicht unnd gehet nit allein die Abbtey sonnder auch daß
-
Convent durch unnd durch, welches so es die Minich vermerkht, habe[n]
-
sye den gewondliche[n] Chor, unnd Messen unnderlass[en] die Altär ent
-
deckht, welches sehr hoch die Khönige[n] empfundte[n] und sich verpfendt sye wolle
-
den Minichen ein solches mueß mache[n], das sye es vor Saltz nit
-
wurden essen khündte[n], doch hat Gott dises ihr vorhaben wider
-
gewenndet.
- Noch seltzamer ist was sich eben bey offtgedachte[n] Herrn Abbten
-
Conraden zuegetrage[n], zur Zeit des Kriegs haben die benachberte
-
Ihre besten sachen nach[er] Alderspach gebracht, weillen aber .2. Leiche[n]
-
brüeder solche angriffe[n] unnd etliches darvon entfrembt, haben die
-
annd[er]e Conversen damit sye nit auch in Verdacht khom̅en, solche in
-
die Khürchen gefiehrt unnd aldorten unwisent des Praelathens und
-
Convents ihnnen die Augen außgestoche[n], weillen aber dise Brüed[er]
-
Exco[mmun]iciert unnd dannoch d[a]s Convent in spiritualibus mit ihnnen
-
com̅uniciert sein sye alle in suspensione unnd volgents in irregu
-
laritatem gefalle[n], von welcher sye entlich durch Herrn Abbten zu Fürste[n]
-
zehl auß bevelch Berengarii Pischoffen absolvirt worde[n].
27
- Conrad nachdem Er dem Closster .21. Jahr vorgestanndte[n] ist nach
-
volbrachter Raiß auß dem weinlesen in ein Khranckheit gefalle[n]
-
unnd volgennts am Grienen Donnerstag zu Abents seinen Geist
-
aufgeben unnd in dem Capitl begrabe[n] worde[n], den .14. April
-
A[nno] 1330.
- Herr Henricus diß
-
Namens der annder. der .13te. Abbt.
- Abbt Heinrich diß Namens der annder, von Vilßhoven
-
gebürttig, ist an St. Urbanstag auß einem Praelathe[n] zu Fürste[n]
-
zehl alwo Er .3. Jahr regiert einhellig zu der Abbtey Alderspach trans
-
ferirt worden, erlanngt von Alberto unnd Ottone Herzogen inn
-
Össterreich erlaubnuß .1. Pfundt Saltz des grössern Banndts Jerhlich zu
-
Neuburg unnd volgents durch, unnd durch ann der Thonau biß nach[er]
-
Wienn ohnne alle Mautt zufiehr[n], vonn denn Herzoge[n] in Payr[n] aber
-
erhaltet Er volgennte Freyheit d[a]s die inwohner zu Gumprechting
-
Äzenberg, Wiffling, unnd Wenng khein Steur zegebe[n] schuldtig.
- Doch hat das Closster unnder disem Abbten wegen widerwärttigkheit
-
der Zeiten mehrer ab: alß aufgenom̅en, dann weillen Kayser Ludtwig
-
wider den Khönig in Pöhm Krieg gefiehrt, hat das Closster müess[en]
-
drey wägen sambt den Pferdte[n] hinauß schickhen, so sambentlich in d[er]
-
Feindt hänndt gerathen, Item ist Er genöttigt worden, den Kriegs
-
officiere[n] .200. pfundt Regenspurger zugeben, nacher Cisterz ist die
-
Gewohnliche Anlag auch gemehrt. Ja dem Pabste[n] haben müess[en] Jehrlich
-
.6. Ducate[n] geraicht werden, Es hat daß Ellenndt noch khein enndt
-
erraicht weillen selber Zeit zu veldt gar wenig gewaxen, und zwar
-
in Össterreich nur .10. Vass[en] Wein, von welchem der Herzog in Össter
-
reich .8. weckh genom̅e[n], gegossen worden, also das Abbt Heinrich
-
genöttigt Traydt unnd Weinn für das Convent zu erkhauffe[n], unnd
28
- daß Vich redo. ist auch ein suecht khom̅en, daß solches hauffent ge
- fahlen, auß disen unglickhen stanndt, ist leichtlich zu ermesse[n], das Er
- nit vil werde abzahlt: sonndern die schuldte[n] gemehrt haben, mass[en]
- dieselbe auf die .400. Regenspurger Pfundte[n] gestige[n], neben dem
- hat Er auch etliche Güetter bey Ruebmansveldte[n] dem von Gottszehl
- [er]sezt.
- Henrich aber stierbt nach .6. Jähriger Regierung den .26. Aug.
-
Anno .1336.
- Herr Christianus der
-
.14te. Abbt.
- Abbt Christian gewester Großkheller zu Alderspach wärdt
-
einhellig durch ein rechte Wahl zur Abbtey erkisset: unnd bestättet,
-
zahlet gleich einen gueten Theill der schuldte[n], erlanngt von Herzoge[n]
-
Heinriche[n] das wür befuegt, unnß inn G[eric]htshanndle[n] gleiches Rechts
-
wie die Weltliche zugebrauche[n], Item wann unnß einer einen
-
schaden zuefiegt, derffen unnsere Leith solchen fannge[n] so ferr Er sich
-
widersetzt mit gewalt ergreiffen, unnd wann Er gleich solte gesched
-
igt werden so soll doch denn fänger[n] khein praevidicium daraus ent
-
stehe[n], erpauth auch die Abbtey Cappeln in honore[m] Ss. Philippi
-
et Jacobi welche noch bey dem Novitiat stehet, stürbt enntlich den
-
27.t[en] July anno .1338. nachdem Er das Closster .2. Jahr regiert.
- Zu diser Zeit haben die Juden zu Deggendorf ihr Greiliche Thatt
-
mit dem Hochwürdtigiste[n] Sacrament beganng[en].
29
- Herr Udolricus Der
-
.15.te Abbt.
- Abbt Ulrich auß dem Adelichen Geblüeth der Statting[er]
-
ist nachdem Er in der Welt Priester worde[n] in das Closster
-
Alderspach eingetretten unnd denn Heil. Orden angenom̅en.
-
nach Ableibung aber Abbtens Christano, ist Er zur Abbtey in
-
beisein Herrn Alberti Abbtens zu Eberach erhöcht: unnd confir
-
miert worden, aber nach .2. Jährig[er] Regierung hat Er solche
-
wider quitiert unnd noch lanng darnach gelebt, doch khein gewisse
-
provision selben gegebe[n], sonndern allen vergunt nach dem Abbte[n]
-
zu stehe[n].
- Herr Heroldus der.
-
.16.te Abbt.
- Nachdem Heroldus in dem Closter Alderspach in die .35. Jahr
-
alle Ambter administriert ist Er enntlich A[nn]o Christi .1341. zu der
-
Abbtey erwöhlt unnd [con]firmiert worden, wäre auch dem Closter
-
woll angestanndten wann Er ein längers Leben gehabt, und[er] dess[en]
-
Regierung hat Kayser Ludtwig dem Closter das Jus Patronat[us] yber
-
Münster geschenckht, doch ist hier zumerkhe[n] das unnder Abbte[n] Heroldo
-
daß Closster Alderspach, weillen Es Ludovico dem Kayser alß einem
-
exco[mmun]icirten participirt unnd alß Lanndtsfürsste[n] angehannge[n]
-
in die .20. Jahr in Geistliche[n] Pann gewesen, dessen auch uneracht
-
alle Geistliche Verrichtunge[n] volbracht unnd also volgents in irregu
-
laritatem gefallen von welcher Exco[mmun]ication sye erst nach .20.
-
Jahren Absolution unnd Dispensation begert unnd erhalte[n].
- Heroldus aber im dritten Jahr seiner Abbtey stierbt zu Passau
-
den .18.ten Octob[ris] A[nno] .1343. unnd würdt zu Alderspach begrab[en].
30
- Herr Chonradus diß.
-
Namer der annder. der 17.te Abbt.
- Den .11. Octob[ris] A[nno] .1343. ist auß unnßerm Convent er
-
wöhlt unnd von Alberto Abbten zu Eberach [con]firmirt worde[n]
-
Abbt Conrad diß Nam̅ens der annderte. Diser ist zu Lanndau ge
-
boren unnd wegen seiner höfflichen sütten mit welcher Er schier
-
zu vill begabet, den weltlichen beforders aber Herzoge[n] Stephano
-
lieb unnd angenemb gewesen, dermassen das Er benannte[n] Herzoge[n]
-
einen Prinze[n] auß der Tauff gehebt unnd .32. Ducaten ein
-
gebundte[n], unnder ihme ist die Pfarr Teya umb Schönau vertauscht
-
unnd Münster dem Closster von Godefrido Passauerische[n] Bischoff con
-
firmirt worden, Anno .1357. Vonn Herzog Stephano hat Er dise
-
Gnad erhalten daß, das Closster hinfüro kheinen Jäg[er] mehr darf
-
beherberge[n] doch solle herentgege[n] daß Closster Jehrlich .6. Pfundt
-
Regenspurg[er] erlegen, unnder ihme seindt, wie P. Bittegno gross
-
kheller verraith, teglich .50. Religiosen gewesen dennen wein ge
-
speist worden, vide Caput Anno .38.
- Daß Pauwesen betr. hat Er das Schlafhauß erpauet unnd in drey
-
Jahre[n] vollenndet, den Weyher auch in dem Closster unnd wie Ich
-
darfür halte die schwem hat Er auch lass[en] zuerichte[n] unnd graben.
-
Regiert .14. Jahr unnd stirbt enndtlich den .28. Jenner A[nno] .1361.
-
unnd ist im Capitl begrabe[n].
- Herr Liebhardtus.
-
der .18.te Abbt.
-
Nach vollendter Regierung Abbten Conradi ist man wider zu
-
einer neuen Wahl geschritten, in dieser Election hat Abbt
-
Otto vonn Eberach mit sambt Herrn Praelathe[n] von Fürsstenzehl unnd Gotts
31
- zell, weillen aber daß damahlige Convent in der Election nit
-
Ybereins gestimbt unnd also nach außweisung Geistlicher Rechte[n] kheiner
-
erwöhlt, hat das Convent sambtentlich in Herrn Visitatorn sambt beede[n]
-
Herrn Praelathe[n] compromitiert also das den sye wurden auß dem
-
Convent zu Alderspach ernenne[n], selbig[en] für einen Praelathe[n] erkhannt
-
wurde, ist also Liebhardtuß nicht gewester Bursarius vorgestelt
-
dem d[a]s ganntze Convent ohnne widerred nach ordens brauch denn
-
Gehorsamb gelobt unnd versproche[n], doch hat der Sathan nit gefeüert
-
sonnder unnder dise einhellige Annem̅ung anfange[n] ein unkhrauth zu
-
sähen dann Heinricus Liebnuth damahlig[en] Großkheller reclamiert
-
wider dise Election unnd praetendiert Er habe .7. Vota gehabt unnd
-
weille[n] der Votanten nur .11. gewesen habe Er pluralitatu[m] unnd
-
consaquentorconsequenter seye er canonice erwöhlt worden, disen zu stille[n] befilcht
-
Herr Abbt von Eberach Ottoni Prior[n] wann Er wurde sich deßwege[n]
-
unriebig erzeigen, solte Er in die Keichen gefiert werden, nach Abreis
-
aber Herrn Visitatoris nimbt Heinricus Gelt unnd .2. Pferdt reist
-
nacher Avinion zu Pabsten Innocetium aber ehe Er bey ihme et
-
was erhalte[n], ist gedachter Pabst mit Todt abgegannge[n], Heinrich der
-
entwege[n] müeße unverrichter sache[n] wider zuruckh würdt von Alberto
-
Nußperger zu Straubing gefannge[n], nacher Hickhersperg gefiehrt,
-
unnd in die .10. Wochen aldorten incarceriert biß entlich Er Abbte[n]
-
Liebhardte[n] versproche[n] Er wolle alle praetension falle[n] lass[en].
- Heinrich aber diß alles uneracht nach dem Er wider auf freyen
-
Fues gestelt, macht sich wider auf unnd reist zu Urbanum dem .5.ten
-
bringt sein Clag vor erhalt ein Pabstliche Bullam in welch[er] Herrn
-
Fridrich Probst bey St. Nicola ausser Passau, unnd Gundaccar[us]
-
Thumbdechannt in ermelten Passau dise Com̅ission aufgetragen.
-
In diser sach denn rechten nach zuverfahr[n], bey solcher beschaffenheit
-
hat Abbt Liebhardt auch nit wolle[n] seinen sonndern schickhte Christian
-
um Bursarium nacher Avenion alwo Pabst Urbanus sich befundte[n],
32
- Welcher Henricum anclagt das Er dem Closster auf die .300.
- Ducate[n] entfrembt, etliche Güetter verhanndlet, unnd haimblich
- darvon, erlanngt derentwege[n] erstlich Absolution von d[er] Exco[mmu]n[ic]at
- ion von welcher in dem Leben Abbten Heroldo meldung geschicht,
- ferners das Abbt Liebhardt solte auf weitern bschaidt die Abbtey
- adminstriern, unnder dessen ist zu Passau der Sentenz wider Lieb
- hardtum für F. Henricum ergannge[n] doch hat mann zum Pabstlich[en]
- stuell appelliert unnd von Urbano für Abbt Liebhardte[n] die [con]fir
- mation erhalte[n], Henricus aber weill Er geseche[n] d[a]s Er wenig
- mehr wurde fruchte[n], cediert durch ein authenticum instru
- mentum allein seinen Rechten unnd würdt vom Closter dimitirt
- ist dannoch nachmal[n] zu Gneixendorf in Össterreich adminstrator
- worden, doch hat offtgedachter Abbt Liebhardt unnder seiner Regier
- ung von Urbano 5to erhalte[n] das alle unnderthanne[n] ja alle und[er]
- gebne Closster durch Fridericum Regenspurgerischen Bischoff möchte[n]
- von der Exco[mm]u[nic]ation in welchen sye wegen Khaysers Ludwigen
- gefalle[n] absolvirt werden. Item hat Er erlanngt von gedachten
- Babsten Urbano ein Freyhait alle entfrembte Güetter wider zu re
- cuperirn, von Hertzog Alberto in Payrn werden Ihme alle vor
- gegebne Payrische Privilegia [con]firmirt, Item von Stephano: und
- Friderico Herzogen in Payrn würdt daß Closster zu Purkhaus[en]
- mautt[en]frey wegeb des Saltz das seint die wenige Guet
- thatte[n] die Abbt Liebhardt dem Closster erhalte[n], wann sye aber
- auf die wag gelegt werden, mit dem schaden das, das Closster
- in wehrenndter seiner Regierung erlitten, wurden sye weit
- müess[en] hinden stehe[n], massen auf dise action weit yber .600. f.
- aufgannge[n], sein auch vill enthomender [ver]sezt, welche noch biß auf
- den heutigen Tag nit recuperirt etc. unnder ihme ist auch das
- Spitall abgannge[n], die Zehent zu Landau unnd Deggendorf [ver]lohr[n],
- das Lavatorium im Convent verwiest etc.
33
- Abbt Liebhardt Aber Nachdem Er ein wenig yber .6. Jahr mit
-
hechster seiner unnd deß Clossters vorgestanndten resig
-
niert die Abbtey in Vigilia Joannis Bapt.
-
ob Er solches freywillig oder gezwungner weiß gethon ist unbekhant.
-
Villeicht weill Er nit durch rechte Thür eingannge[n] also hat Er nit
-
Vermögt alß ein Hürtt bey seinen Schäfflein zu sterbe[n] A[nno] .1367.
- Herr Henricus Diß
-
Namens der dritte, der .19. Abbt.
- Nach Unglickhseelicher Regierung Abbtens Liebhardto ist auß
-
dem Convent zu Alderspach gewester Khelermaister den ersten
-
July a[nn]o .1367. einhöllig[er] erwöhlet worden P. Henricus in
-
baisein des H[errn] Visitatoris Ottonis von Eberach unnd Conradi von
-
Fürsstenfeldt Abtens unnd ihme ist das officium BMV in
-
dem Chor offentlich so zuvor von jedern verricht zubett[en]
-
vom General Capitl befollen; unnd angefannge[n] worden,
-
waß dises gebett in dem Orden unnd in Specie jedem Closter
-
fruchtet, würd zu seiner Zeit erfahr[n] werden.
- Abbt Heinrich weillen Er einen so grossen schuldtenlast gefundte[n]
-
unnd unmöglich vermeint solchen zu erschwinge[n] resignirt nach .5. Jahr[n]
-
die Abbtey, weillen aber Er sich beim Closster wolbediennt gemacht
-
würdt ihm neben ainem Absent auch der Hoff zu Gneixendorf
-
inn Össterreich eingeraumbt.
- Herr Nicolaus diß
-
Namens der .2.te der .20 Abbt.
- Eß mues einer dem anndern ein Orth räumen spricht
-
das sprichwortt, also ist geschechen nach Resignation Abbtens Henrici
34
- Dann nach ihm ist zu Praelathischen Dignitet erwöhlet worden
- Nicolaus ob Er aber ein Profess zu Alderspach khann nichts gewiss
- an Tag gebracht werden, es seye ihme wie es wolle, doch ist
- Er ein gelehrter mann gewesen, von Gregorio .11.mo hat Er A[nno] .1376.
- unnserer .4. Pfarr[n] incorpora[ti]on unnd [con]firmation erhalten,
- doch ist der stanndt des Clossters schlecht gewesen, ausser mangl des
- Geldts, hat Er der mehr Theill unnserer Güetter auf Leibgeding ver
- stüfft etliche versetzt, damit Er aber ein gedenckh Zaich[en] acht Güetter nach
- sich liesse, ist von ihme der grösser staab procurirt worden, unnder
- hat auch Henricus Tuschlon ein Jahrtag gegen Darlegung .100.
- Regenspurger Pfundt gestüfft, der Edle Rütter aber Henricus Johan
- storffer zu Guettenekh in Betrachtung des schlechten einkhom̅ens schenckht
- dem Closster wider die ihme versezte acht Güetter alß Loch bey St.
- Mariakhürchen, die Müll aldorten, Gassenhuet zu Khallstorf,
- den Hof zu Obern Grävendorf, Gündelhueb zu Freindorf, Alt
- manskhünd[er] unnd Gwaldt, doch unnder diser Condition, das, daß
- Convent Jährlich ein Jahrtag halt, ein spendt geben unnd wochent
- lich ein Mess lessen, unnder Ihme ist das Closster Anno .1392 schuldig
- gewesen .2060. Pfundt Regenspurger, nachdem Er aber auf die
- 22. Jahr vorgestanndten hat Er die Abbtey verlassen ob Er aber
- resignirt oder gestorben unnd wann solches gescheche[n] ist annoch un
- bekhanndt.
- Herr Anndereaß
-
der .21.iste Abbt.
- Starkh hat unnder denn vorbedachten Herrn Abbte[n] die Zahl der
-
Conventualen abgenom̅e[n], massen A[nno] .1346. täglich ein Reficto
-
rio mit Wein .50. Religiosen gespeist, zu Zeiten aber gegen
-
warttiger Election sein nit mehr alß .5. Conventualen
-
gewesen, derentwegen ist zu einem Praelathe[n] des Clossters
35
- Alderspach Anno .1395. gesetzt unnd [con]firmirt worden, Abbt
- Anndre gewester Praelath zu Gottszell unnd wiewol Er aldorte[n]
- dem Closster nit ybel angestanndte[n] doch hat Er schier wölle[n] Ald[er]
- spach zu gering unnd zu schachschwach sein unnd wenig alhier gefrucht, mass[en]
- Ihme von Alberto Herzogen in Payrn ein weltlicher Administra
- tor nemblich Egloff Setermer von eingesetzt worde[n],
- diser hat obige außgaben unnd Einnambe[n] sowol in Geldt alß Traidt
- in die .4. Jahr unnder seinen Hänndten, begerte aber für sein miehe
- unnd Arbeith nichts, doch ist muettmassig es sey Ihm ain Jahrtag
- derentwille[n] verhaissen unnd gehalte[n] worden. Abbt Anndreas
- stierbt denn .25. 7br. A[nno] .1398. unnd ist ihm Capitl begrab[en]
- worde[n].
- Herr Henricus diß
-
Namens der .4.te der. 22igiste
-
Abbt.
- Nach Zeitlichen Hintritt Abbtens Anndrea ist A[nno] .1398.
-
Henricus von Eckherting Conventual zu Alderspach zur Abbtey er
-
wöhlt worden, diser neben dem das Er von denn Herzoge[n] in Payr[n]
-
aller gegebnen Privilegien [con]firmation erlanngente, hat nicht
-
vill sonnsten besonders dem Closter bewisen, alß das Er etliche
-
Güetter so Herrn Abbten von Fürsstenzehl unnd einem Burger
-
zu Lanndau versetzt wider an das Closster gelest, herentgegen
-
aber anndere auf ein neues verhypotecirt wie zu sechen in
-
denn Annalib[us] am .39. Capitl.
- Nachdem Er das Closster yber die .10. Jahr administriert stierbt
-
Er denn .2. .1408. unnd würd ins Capitl begrabe[n].
36
- Herr Henricuß.
-
diß Namens der .5.te der .23igiste
-
Abbt.
- Nit alles was gleist ist Goldt diß hat das Closter Ald[er]-
-
spach in Henrico diß Nam̅ens dem .5.te[n] erfahr[n], welch[er] wiewol
-
Er würdtig geschezt dem eüssern schein nach Abbt zu Alderspach
-
zu sein, hat sich doch diser Glanntz baldt verkhert, dann unnder Ihme
-
ist das Closster in das eüsseriste Verderben gerathe[n] dermass[en]
-
daß in dem Convent für die Minich weder schissl; noch Täller
-
ja so gar kheine Tischtiecher verhannden, das Traidt auf dem
-
Veldt hat khummerlich khündten in die scheür[n] gebracht werde[n].
-
wegen mangl des Geldts.
- Unnd diß wahr noch daß wenigiste dann Abbt Henricus A[nno]
-
1410 bringt ein stuckh Gelt zusam̅en vorgebents Er wolle zu Rohm
-
dem Closster ersprießliche Freyheiten außwürkhen, raist derowege[n]
-
inn solcher seiner Praetension vort, unnd khombt biß nacher Bon
-
oniam ins Welischlanndt macht sich aldorten in weltlichen
-
Claider lustig, diser Hanndel weill Er mehr alß ein Jahr wehrt,
-
wurde denn Miniche[n] nit ohnne ursach suspect schickhen im eine[n] poth[en]
-
nam̅ens Raameling nach, welcher in auch zu benannten Bononia
-
antroffen unnd vermögt das Er baldt hernach umbkhert unnd ohne
-
Privilegien nacher Alderspach khom̅en.
- Eß fliecht ein Ganß yber Merr es khombt ein Ganns wider
-
her, ist vor seiner Abraiß Abbt Hainrich dem Closster schödlich ge
-
wesen, so hat Er nach seiner Zeruckhkhonnfft wenig gefruchtet, sond[er]
-
neben dem daß Er vill Güetter, unnd anndere Jährliche Zünsung[en]
-
Verkhaufft, versetzt etc. so hat Er auch vill Geldt auf das Interesse
-
aufgenom̅e[n], so gar gelt hungerig ist Er gewesen unnd [ver]schwenderisch
37
- das Er auch die Püecher auß der Bibliotheckh nemblich die 4.
- Volumina Speculi Vincentii nacher Willering umb Gelt, wie
- mehr anndere versetzt besieche Abbt Wolganng Capitl .40:
- Doch hat Er auch zu Anfanng seiner Regierung etliche Schuldte[n] abzalt,
-
Item unnder ihm ist der grosse Thurn gebauth: wie auch die Orgl
-
gesetzt worden, doch vermeint Abbt Wolfganng diß sey inn
-
seiner Abwesenheit durch die Officier gescheche[n].
- Anno .1414. ist ann St. Catharina Tag ein solcher wündt ent
-
stanndte[n], das Er nit allein zu Holtz unnd im ganntz[en] Lanndt
-
grosse schaden zuegefiegt, sonndern hat kheiner inner halb .3:
-
Tage[n] sicher unnd[er]m freyen Himel dörffen sich blickhe[n] lass[en].
- Gott aber der die seine offt lasst sünkhen aber nit vertrinkhe[n] ist
-
dem arm̅en Closster zu Hilf khom̅en unnd vermitlet auß gerechtem
-
Urtheill das Er Abbt Heinrich nach villen geüebten Unglegenheite[n]
-
nachdem Er das Closster .14. Jahr verderbt in die Kheichen ge
-
worffen unnd volgennts auch Abbten Heinrichen von Eberach d[er]
-
Abbtey entsetzt unnd vom Closster nach geschechenem Jurament
-
d[a]s Er sich nicht wolle rechne[n] verstossen worde[n], Aet[ate] 1422.
- Herr Jacobus der
-
.24igiste Abbt.
- An St. Ulrichs Tag A[nno] .1422. ist P. Jacob[us] gewester
-
Hofmaister am Hof zu Gneixendorf in Össterreich unnd Profess zu
-
Alderspach zur Abbtey befürdert worden, weille[n] aber d[a]s Closster
-
in einem erbahrmliche[n] stanndt gewese[n], also hat ihme Herzog
-
Joannes .2. weltliche alß Georgium Aichberger von Säldenau
-
unnd Willhelmum Fraunberger von Weintringe[n] zuegegeben,
-
ohnne deren wissen unnd willen Er bevorab in weltlichen sachen
38
- nichts dörffen hanndle[n], unnd dises hat yber die .3. Jahr gewehret,
- nachdem Er aber sui Juris worden hat Er Ebnermassen wie seine
- Vorfahrer angefannge[n] Güetter zuversetz[en] doch etliche wid[er] an sich ge
- lesst, unnd alß ein Luckhe[n] aufgeriss[en] unnd die annd[er]e darmit zue
- geflickht.
- Dar ist das es hart damahle[n] zu hausen gewesen massen die ausgab
-
die Jährliche Einnamb vierfach ybertroffe[n] khann derentwege[n] wol
-
sein wann Abbt Jacob einen bessern stanndt deß Clossters hette
-
angetroffen; der dem Closster nit gar ybel wäre angestanndte[n],
- Doch hat Er von Herzogen Heinriche[n] aber vorgegebner Privilegien
-
ein Confirmation erhalte[n], A[nno] .1429. aber nach volgenter .9
-
Jährige[n] Regierung, stierbt Er A[nno] .1431. unnd erhalt sein Rast
-
pettlein im Capitl.
- Herr Godharduß
-
der .25igiste Abbt.
- Abbt Godhard profess zu Alderspach würdt in Beisein Herrn
-
Herman[n]i Abbten zu Eberach nach Absterben Herrn Jacobi zu der
-
Abbtey erhöchet, wäre wegen seiner Fromb: unnd Geschickhlichkheit
-
dem Closster nit ybel angestanndte[n], wann in Gott der allmechtig
-
nit annderwerts hette gezichtiget, dann gleich zu Anfanng seiner
-
Regierung ist Er aussezig unnd also jederma[n] ein scheuen worde[n],
-
damit Er aber niemand wäre, resigniert Er nach .3. Jerig[er]
-
Regierung die Abbtey in die Hanndt Abbten Joannis von H.
-
Chreiz in Össterreich der damahlen Commissarius ordinis gewese[n],
-
welcher ihme sambt einem Dienner ein gewisses Jährlich gemacht,
-
wie lanng Er aber nach seiner Resigna[ti]on gelebt, ist nit bekhannt,
-
doch nach seinem Todt ist Er auf den Freithof der Minich[en] unnd
-
zwar von ihrer Begrabnuß abgesündert begrabe[n] worde[n].
39
- Herr Johannes
-
Der .26.igiste Abbt.
- In starckher unnd langewerender Betriebnus des Closters
-
ist leichtlich zuerachte[n], das Convent auch werde merkhlich so
-
woll in Geistlichen sachen alß auch ann der Zahl der Brüeder abge
-
nom̅en haben, doch hat müessen dem Closster nach Resignirung Abbt
-
ens Gotthardti ein Abbt wider gesetzt werden, selbiger Zeit ist
-
vorbenannter Herr Abbt zu H. Chreitz ordens commissari gewese[n],
-
derentwege[n] Er wolcher Election praesidiert, unnd weillen die Minich
-
vielleicht nit recht yber ains gestimbt ist ihnnen ohnne weiters pro
-
cedere Joannes profess zu Fürsstenzehl vorgestelt unnd ordens
-
brauch nach [con]firmirt worden, aber schlechter Anfanng nimbt selte[n]
-
ein guets Enndt diß hat Abbt Joannes erfahr[n] dann da er in die
-
.8. Jahr schlechtlich vorgestanndte[n] ist Er wider abgesetzt unnd nach
-
seinem professhauß mit gering[er] reputation geschickht worden,
-
doch hat Er in wehrennter seiner Regierung von dem Concilio zu
-
Bassl erhalten einen Bevelch wider Anndream Grueber Pfarrherr[n]
-
zu Piernpach unnd Catharinam Gunzingerin die versetzte Güetter
-
betr.
- Herr Abbt aber von Heyl. Creutz hat in seiner Visitation neben
-
anndern dise Puncten nach sich gelass[en], das wann die Zahl der Brüed[er]
-
wurde yber .12. raich[en], solle die Metten unnd annderer Horae ge
-
sunge[n] werden, unnd weille[n] die Weintafer[n] im Closter gestandte[n]
-
also hat Er geschafft solche ausser des Clossters Maur zu erpauen damit
-
den Weiber[n] aller Zuetritt verbotten wurde.
- Herr Johannes diß
-
Namens der annder. der .27. Abbt.
- Wür haben schon lannge Zeit biß in die .80. Jahr den unnder
-
ganng unnd mieseelige[n] stanndt unnsers Clossters Ald[er]spach gesech[en]
40
- nun aber khom̅e Ich zu einem Abbten der das Closster wider an
- gesfannge[n] zu riglen unnd ihme auf die Beim zu helffe[n], diser ist ge
- wesen Abbt Joannes Püettel zu Hofkhürchen gebürttig, unnd pro
- fess zu Alderspach, welcher nachdem Er in Össterreich unnsere Güetter
- ein Zeiglanng recht administriert an St. Felix Tag A[nno] .1442.
- Abbt erwöhlt worden, nach erhaltnen Praelathische[n] würdten
- hat Er gennzlich dorthin sein absechen gemacht wie Er des Clossters
- ellenndten inn einen besser[n] stanndt möchte richte[n], unnd zwar
- seinen Anfanng hat Er gemacht mit dem Wein an welchem Er ein
- solchen Gewün hat gehabt, das Er mit dem Yberschuß die Wein
- gartten gebauet unnd das Convent versechen, wiewol aber
- die benachtbarte würth sich dessen bey Herzogen Heinriche[n] beclagt, hab[en]
- sye doch wenig wider gedachten Herrn Abbte[n] erhalten, mass[en] Er
- sich bey angezognen Herzogen also khräfftig entschuldtigt, das Er
- Herzog, ihme soches guett gehaiss[en].
- Sein Gebey betr. hat Er neben villen annder[n] die Khürchen auff
-
beeden seiten lassen gewelbe[n], die Schwaig ist unnder ihme mit
-
einer Maur umbgeben worden.
- Unnder ihm hat das Closster Jährlich einkhom̅en gehabt .1070. f.
-
darvon hat Er müessen Intere[ss]e bezahlen .125. f. auf Curent
-
schuldten wie auch auf die Dienner ist ganngen .424. f. nit
-
wenig[er] sein auch Güetter versetzt gewesen Pr. 4137. f. Inn
-
Fahrnussen aber ist A[nno] .1448. nach seinem Todt gefundte[n] worde[n]
-
in Traidt Khorn .86. in Waize[n] .48. in Gersten 4: unnd
-
Habern .67. Schaff.
- In Vich aber redo. .120. schwein unnd .7. gemeste, Khüe .5: Khalber
-
51: schaff .60: Reithpferdt .4. Zugpferdt .16. stueten unnd fihl
-
bey 40. Item .10. Dreyling Wein.
41
- In der Sacristey ein gross unnd .2. khlein Silberne Kreizel
- .1. Silbener ybergulder Arm 2. khleine Monstranz[en] St Joannis
- Baptistae Haubt khlein von Silber, ein Silenes Rauchfass .2:
- Opferkhänndl, ein Infel sambt einem stab. 12 Ring deren einer
- gulden mit einem Stein topazion. 1. Pertorall. 17. Kelch.
- Item der Abbtey ein Pech[er] auß serpetin stein Ein strauss[en] Ey mit
- Silber gefasst, ein Silber ybergulder Pecher. 6. hiltzene mit Silber
- yberzogene Pecher. 9. Silberne Pecherl. 6. Silbene Schalle[n]. 6. Silberne
- Leffel. 35. hiltzene mit Silbere[n] stille[n].
- Inn wehrenter seiner Regierung hat Er auf dem Algemainen
-
Concilio zu Passel die Infel sambt allen dero volgente[n] praeroga
-
tiven erhalten, unnd zwar nit auß des Clossters uncosste[n] sonnder[n]
-
eines Passauers dann Er aldorten yberwundte[n] unnd alle uncosst[en]
-
hat müess[en] abthue[n], Item hat Er erlanngt Dispensation für sich und
-
alle Minich zu Alderspach, sonder sye auf der Raiß die fassten speiß
-
nit fuegsamb khündte[n] habe[n], Fleisch zu ess[en], welche Freyhait aber
-
starckh clausuliert: unnd wol zu beobachte[n] ist,
- Doch weillen wider denn Todt aller Vleiß unnd Arbeith zu wenig
-
also ist auch diser Treue unnd embsige dem Todt zu schwach worde[n],
-
Unnd in dem Sibennte[n] Jahr seiner Regüerung den .10. May A[nno] 1448
-
in Gott seeligelich entschlaff[en].
- Herr Johannes diß
-
Namens der .3.te der 28.igiste Abbt.
- Wie starckh des Closters Glickhlicher Success Herrn Abbten
-
Henrico von Eberach angelegen, erscheint leichtlich auß disem das
-
Er baldt nach ableiben Abbten Plüettels sich mit Herrn Abbte[n] Achatio
-
von Fürsstenzell unnd Joanne von Gottszehl in baisein Herrn Doctoris
-
Petri Wegelin von Haillprun alß derzeit Visitatorn nach[er] Alder-
42
- spach sich befiegt, der Election aldorten einen Glickhlichen An
-
fanng zu mache[n], weillen aber die Votanten (.deren .13 ge
-
wesen.) nit ybereins stimbete[n] unnd derentwege[n] noch den CononesCanones
-
kheinen rechte Wahl ervolgt, also hat das Convent in ihn H.
-
Praesidem sambt Herrn Assistenten compromittirt welche wolbe
-
dacht unnd nach gehaltnen reiffen Rath Joannem Pluer professorn
-
zu Eberach denn Er deswillen mit sich genom̅en, demoniniertdemoniniert,
-
fürgestelt unnd ohnne alle widerred der Prüefer zu einem Abbte[n]
-
confirmirt, unnd diß wahrhafftig außschickhung Gottes, mass[en]
-
Er daß Closster sowol in Zeitlichen alß auch Geistliche[n] dermassen
-
promovirt das Er nit unbillich der anndere Fundator oder
-
Stüffter vonn genänt werde[n].
- Daß frembte Prodt ist Gemainelich angenemb doch selten also
-
frembte Regenten bevorab wa[n] sye anfannge[n] zu reformir[n],
-
unnd d[a]s ybel in guete sütten begern zu bekher[n], diß hat wol er
-
fahre[n] Herr Abbt Joannes Pluer, in dem .3 auß dem Convent
-
die anndere aufgerithlet angefannge[n] wider Herrn Abbten
-
Unnd sein Regiment zu muhre[n], unnd sich öffentlich wider zu
-
setzen, derentwege[n] solche Ungelegenheit beiseits zu lege[n] saien
-
in negster hernach geschechner Visitation .3. Rädlfiehrer vonn
-
Alderspach ab unnd auf ein gannzes Jahr in das ellenndt geschafft
-
worde[n].
- Disen seinen ordens Eiffer weill Er in sich ein fromber mann
-
gewesen, hat Er nit allein zu Alderspach sonndern auch in anndern
-
ihme subdicten Clösster spüren lassen, maassen Er zu Fürsstenfeldt
-
Abbt Paullum so sich dem Visitatorn widersetzt, der Abbtey
-
unnd annd[er]e ihrer Ambter beraubt, dises hat zwar anfanngs
-
dem orden nit wolle[n] gefalle[n], doch in anherung der ursachen
-
welche Abbt Joannes praetendirt, ist alles bey seinem Sentenz
-
geblibe[n].
43
- Unnder Ihme haben die Herrn Praelathen alß Hermann[us] von Rein
-
in Steüermarckht Godhardt de Victoria, unnd Gottfridtus auß der
-
Neustatt ale Clösster des ordens im Saltzburger Erzpistumb Visi
-
tiert unnd darinen reformiert unnder annder[n] haben sye auch alle
-
Minich so Pfarr[n] versechen in die Clösster geschafft unnd diß ist villeicht
-
die ursach gewesen, warumb die Beneficia zu Khösslar[n] so dem
-
Closter von Herrn Ulreichen Bischoffen zu Passau angetrage[n] nit ange
-
nom̅en sonndern denn Weltlichen Priester[n] yberlass[en] worden.
- Aldieweillen aber sein vorfarer daß Closster in so khurtzer Zeit nit ver
-
mögt in denn Alten stanndt zu bringe[n], hat sich sehr beflissen Herr Abbt
-
Pluer wie Er alles möchte erbessern, dahero hat Er die auf interesse
-
ligennte Capitalia bezahlt, die Stüfften auf etlichen Güetter gestaigert,
-
die versetzte Güetter aber wider ausser Ruebmansfelde[n] abgelest.
- Von Herzogen Heinrichen hat Er A[nno] .1448. [con]firmatione Privilegiorum
-
erlanngt, die Capellen zu Wenng von neuem Item (.anndere vilmehr
-
gebey zuschweigen.) denn stockh bey dem Khranckhenzimer (.ist jetz die
-
Priesterstuben samb dem darauf ligennten grossen Sahl.) vom
-
Fundament auf hat Er erpauet, die Khürchen mit unnderschidliche[n] ge
-
schnir[n] und ornaten geziert.
- Zu diser Zeit fürt Herzog Ludtwig wid[er] die Reichsstätt einen Krieg, begert
-
derentwegen vom Closster Alderspach .1000. Ducaten, welchem anford[ern]
-
Abbt Joannes also manlich widerstanndte[n], daß darvon zur Zeit seiner
-
Regierung khein Wertt mehr geschechen, aber lanng gebitten ist nit ge
-
schenckht, dann dise Summam hat nachmahle[n] Abbt Vittus erlegt.
- Inpone Necem D[omi]ni de Rottau
- Es vermöchte einer vermeinen der Todt wäre damahlen bey solchen
-
Männer[n] dem Closter Neidig gewesen, massen nach .15. Jehrig[er] Regierung
44
- Er auch seinen Pogen lassen abgehen in Herrn Abbten Joannem Pluer
- unnd inn von diser Welt abgefordert, Ehe aber sein sterbstündlein ver
- hanndten ruefft Er d[a]s ganntze Convent zu sich ermonet solche zu einer
- einhöllige[n] Wahl, damit sye nit wider einen frembte[n] müess[en] einlass[en],
- beurlaubt solche unnd stierbt noch volgennte nacht, welche gewese[n] ist,
- die Erhöhung des Heyl. Creutz A[nno] .1448. Dieses Jahr ist ein solcher sterb
- gewese[n] das schier halbertheill durch ihn weggenom̅e[n] worden.
- Herr Vitus der
-
.29igiste Abbt.
- Johann Pluer ist in der Abbtey gevolgt Vitus professus zu
-
Alderspach unnd selberzeit hoffmaist[er] in Össterreich. Diser wäre dem Closter
-
nit uneben angestanndten wann Er in etwas Jüngers gewesen, doch
-
hat Er nach sich schuldten verlassen, welches villeicht verursacht die .3000. f.
-
so Er anstatt Abbten Joannis Herzogen Ludtwige[n] hat müess[en] bezahlten,
-
erlanngt von angezogene[n] Herzog diß Privilegium, das wann ein Vi
-
carius auf des Clossters Pfaren solte mit Todt abgehe[n] solle nebe[n] des
-
Closters abgeordnete[n] nur ein Payrischer beambter sich in Pfarrhof ver
-
fiegen unnd diß nit das ihme etwas gehöre: sonndern damit die ver
-
lassenschafft bewahrt wurde, den weyer gegen Schenhering zue, hat Er
-
lassen von neuem grabe[n], würd enntlich im .3. Jahr seiner Regier
-
ung vom schlag getroffe[n], unnd weil Er vermerkht, das Er der Hauß
-
würtschafft nit khundte mehr vorstehe[n], begert Er von Abbten zu Eberach
-
zu resignirn, in dem aber Er dem Closter zu nachete, stierbt Abbt
-
Vitus unnd resignirt in die Hänndt Gottes sein Seel den 4.t[en] May
-
A[nno] .1466. würd im Capitl begraben.
45
- Herr Georgius
-
der. 30.igiste Abbt.
- Nach Absterben Abbten Viti ist gewester Ober Khranckhen
-
warter unnd Pfarrer bey St. Peter negst Alderspach, Nam̅ens Georgius
-
zu ossterhoven gebürttig, zur Abbtey würdtig geschäzt unnd confirmirt
-
worden, unnd wiewol Er zuvor nit wenig verfolgung gelitten, also d[a]s
-
Er vom Closster ennteissert unnd sein Hayl annderwerts in Specie aber zu
-
Hayllprun zusuechen getrunnge[n]. Doch ist dise sein Triebselligkheit nach ihme
-
noch dem Closter zum bessten geratte[n], dann annderwerts hat Er erseche[n]
-
was Er nachmahle[n] im Closter guettes gefruchtet, massen Er sowol inn
-
Zeitlichen alß vornem̅blich in Geistlichen sich einen ordens eiferer erzaigt,
-
ist mehrer seinem anvertrautten Convent mit werkhen alß mit wortte[n]
-
vorgannge[n], mit gemainer beclaidtung unnd Ligerstatt content gewese[n],
-
dann dahero Ihme auch Gott vill Gnaden [ver]lich[en], Unnder anndern aber
-
wie das gemaine geschray damahle[n] gewesen, hat Joannes Pluer ein
-
merkhliche summa Gelt in ainer Maur verborge[n] gehalten unnd solches
-
nur ainem Seniori anverthraut, mit diser Contition das wann Er
-
werde seche[n] das sein Sucessor mit dem Closter werde Treu umbgehe[n],
-
Er Ihme solches Gelt endekhe. Weillen aber Abbt Veith zeitlich abgeleibt,
-
also ist mir verborge[n] geblib[en] waß Georgio nachmahle[n] Gott geschickht,
-
dann nachdem benannter Senior nam̅ens Stephan[us] Abbten Georgii
-
Fleiß unnd in Administrierung der Geist: unnd Weltliche[n] sachen Dexteri
-
tet vermerkhte, hat Er Ihme benannte summam anverthraut unnd er
-
öffnet, welche Er zu nutz[en] des Closters angelegt, massen Er darvon
-
vil Güetter auf ein neues erkhaufft, die Versetzte Höff, unnd Gilten
-
wider gelest, unnd wiewol Er all sein Aug dahin gesetzt, das Er auch
-
möchte Ruebmansfeldte[n], so denn Freyherr[n] von Deggenberg umb .600.
-
Regenspurger Langer Pfennig versetzt gewesen, redinirenredimiren, hat Er
46
- doch solches nit vermögt werkhstellig zemachen, weillen Er d[er]gleiche[n]
- Müntz so gar in der Payrischen Schatzcam̅er, so desßhalbe[n] ihme er
- öffnet, nit hat habhafft khündte[n] werden.
- Doch ist nitwenig[er] das Er auch einen Fähler beganngen aldieweille[n]
-
Er Lucasen Regnalt, auf daß Schloß Englberg bey Hoffkhürchen ohne
-
vorwissen ainiges Conventuals .600. Dugate[n] gelichen, unnd wehre
-
solche summa Gelt verlohr[n] gewesen wann sein Sucessor Abbt Simon
-
benannte schuldt auf einem Zetel beschribner gefundten, welche Er
-
doch mit harter miehe recuperirt.
- Sein Pauwesen waß anbelanngt hat Er neben anndern den Pauhof
-
so zuvor der schwenthof gehaisen, wie auch das wiertshaus vom
-
Fundament erhebt, die Capelln zu Wenng und bey St. Peter hat Er
-
mit der Freithof Maur umbgeben, die Sacristey hat Er sowol
-
mit Heilthumber alß Silbere[n] Bildter geziert, massen Er unnser
-
lieben Frauen, St. Joannes Baptista, Joannis des Evengelist[en]
-
St. Catharinae, unnd Barbarae Bildter auß Silber (.wie annoch zu
-
sechen.) hat mache[n] lass[en].
- Daß sprichwortt meldet das jenner der jederma[n] khann recht thue[n]
-
noch nit geborn sey, diß hat auch Abbt Georgius genuegsamb erfahr[n]
-
weillen etliche wider Ihnn aufgestanndte[n], unnd sein Guett niemants
-
Regiment anfanngen zu verkhleiner[n], doch aber ist ihr vorhaben
-
baldt zunichten worden.
- Unnder offtgedachtem Abbtens Regierung hat unnser Discpilin
-
im Königreich Ungarn merkhlich abgenom̅en derentwegen
47
- auß anhalten Königs Mathiae sein etliche zu Recuperirung der
- unndergangne[n] Clösster Disciplin in vorberürten Khönigreich auß Teitsch
- lanndt dahin begert unnd unnder anndern auch .2. von hiesigem Closter
- abgeordnet worden. Weillen aber die Unger Parbarische leith und
- mehr ihrem alten wesen sütten alß dem gueten wanndel der
- Teitschen zuegethonn, sein benännte Pateres auß vervolgung ihrer
- thails wider nacher hauß; tailß aber unzeitliches Todts verblich[en].
- A[nno] .1473. ist ein solche Dörr gewese[n] das man vermeint die
-
Perg Prünen, die Päm in den Waldern sein abgedoret, solche Cluffte[n]
-
sein auf dem Erdpoden gewesen, das sich leicht ein ma[n] darin hat
-
khündten verberge[n], volgentes Jahr ist an St. Peter unnd Pauli Tag
-
ein solcher sturmb wündt entstanndten, d[a]s Er durch Payr[n] sowol in Ge
-
pey alß Paumen grossen schaden verursacht.
- Unnd Weillen selbiger Zeit die Vicarii der Clöster Pfarr[n] ihr Jährliches
-
Depudat nit erstattet, sein solche Khürchen dem Closter vonn Pabsten
-
Sixto 5to4to ganntz unnd gar einverleibt, also das, das Closter
-
macht habe ohnne wissen unnd willen des Pischoffs einen Weltlichen
-
Priester oder Religiosen darauf zu setz[en], selbigen auch nach seinem
-
belieben wid[er] abzusetze[n], welche gnad auch nachmahle[n] Innoccetius
-
der .8. confirmirt.
- Eben damahlen hat die Statt Passau .2. grosse unglickh gehabt,
-
massen die Juden in der Iltzstatt ihr Graussambe Thatt mit dem
-
hochwür[digen] Sacrament des Altars geübt, unnd weille[n] nach ab
-
leiben Pischoff Ulreichen die Vota der Thumbherr[n] nit ybereins con
-
cordiert sonndern .2. Pischoff erwehlet worden, unnd khein Thaill
-
dem annd[er] hat wollen weiche[n], ist ein starkh[er] der Statt schedlich[er] Krieg
-
entstanndte[n] etc. etc.
48
- Ich khomme wider nacher Alderspach unnd zu Abbten Georgen
-
welcher nachdem Er in die .20. Jahr regiert, ist Er zu Passau alwo
-
Er sich wegen der Arzten befanndte, den .27. Jenner A[nno] .1486.
-
gestorbe[n], sein leib aber ist nacher Alderspach gefierht; unnd in die
-
Khürche[n] begrabe[n] worde[n].
- Herr Simon Der
-
31.igiste Abbt.
- Wiewol daß Ableiben Abbtens Georgii Gleich Herrn Abbten
-
von Eberach alß Patri Immediato angekhündet, hat Er doch die begerte
-
Election biß nach osstern wollen verschieben, weillen aber ein so
-
lanng[er] verschub Herzogen Georgen in Payrn gar zu lanng unnd volg
-
ent dem Closster nit ersprießlich angesechen, hat Er solche Com̅ission
-
Herrn Joanni Abbten zu Fürsstenzehl unnd Herrn Georgio Abbten
-
zu Rottenhaßlach anbefolchen welche auch ohnne vorwissen und wille[n]
-
Patris Immediati dises werckh an unnser Frauen Verkhündtigung auf
-
sich genom̅en, unnd Simonem der damahlen Provisor zu Egglhaimb zuvor
-
aber Prior etliche Jahr gewesen, zu ainem Abbten ernännt, welche
-
Gwaltthettigkheit verursacht, d[a]s Abbt Simon wiewol Er rechtmessig
-
erwöhlet, vonn Joanne Abbten zu Eberach nit confirmirt biß Er von
-
Eberach entlich selbers anhero khom̅en, die Election Examinirt und
-
also Ihm des ordens brauch nach, bestättigt unnd confirmirt, diser
-
Abbt hat gewalt bekhom̅en vom General Capitl alle Clöster in
-
Payrlanndt zu visitieren unnd reformirn.
- Weillen aber kheiner ohnne mängel, also ist diser Praelath dem wein
-
ein wenig zuvil ergeben, gegen seinen Conventualn in
49
- beforderest in denn Necessariis Khlueg, unnd gegen dem Adel
- waß unfreindtlichs gewesen, welches verursacht, d[a]s Er beeder Feindt
- schafft mir auf den Halß gebundte[n].
- Inn seinem Alter hat Er sonndere anstöss gehabt, dann unnd[er] anndren
-
hat Er ein Fues abgebroche[n], an welchem schaden Er ein halbes Jahr ge
-
legen.
- Denn Praunen ornath sambt einem stab wie auch die schwähre Infell
-
hat Er machen lass[en], der markht Ruebmansfelden der in die .60.
-
Jahr versezt gewesen, ist von Ihme wider redimirt worden, Inn
-
Gepeyen wegen seiner Khluegheit ist wenig an ihme ja neues gar
-
nichts bekhandt hinterlassen, doch hat Er den obern weyer in Schefpach
-
graben lass[en], unnder ihm ist das Closster sowol in Geistliche[n] alß Welt
-
liche[n] in guetem stanndt gewesen, massen nach seinem Todt in die .3000:
-
Ducaten gefundten, zu Enndt seines Lebens, ist Er zwar Khranckheit
-
halber vonn seinen sünen khom̅en, entlich aber also restituiert, das Er
-
nach empfangene[n] Heyl. Sacrament in Gott seeligelich seines Alters
-
im .60. Jahr, den 11 7br. A[nno] .1501. [ver]schidte[n].
- Herr Johannes diß
-
Namens der .4.te der 32isgiste
-
Abbt.
- Johannes Riemer von Vilßhoven gebürttig, unnd in die .30:
-
Jahr gewester provisor zu Schönau, ist am St. Francisci Tag A[nno] .1501.
-
zur Abbtey erwehlet worden, weillen aber der sparer ein Zehrer mues
-
habe[n], hat Er denn Resst so Abbt Simon hinterlassen innerhalb .2. Jahr[n]
-
also verzehrt das Er anfanngen erarm̅en, derentwille[n] Er Geldt ennt
-
nom̅en die Güetter unnd anndere Zünsunge[n] verkhaufft, etlich versetzt,
-
damit aber d[a]s Convent wider Ihm nit aufstundte hat Er wenig unnd
50
- ihm gefellige Consiliarios erkor[n] die sich widersetzten Vervolget er
- häfftig wege[n] continuirlich[er] Leibsschwachheit (.habuit luem gallicam.)
- hat Er mehrer Thaill sich vom Closter absentiert unnd zu Passau in
- dem Hauß sich aufgehalte[n], alwo Er neben villen Dienner[n] Täglich Mahl
- zeiten gehalte[n], ist also mehr auf sein aigne Persohnn, alß auf das
- ganntze Convent aufganng[en].
- In seiner Regierung hat sich auch wegen der Pfarr Geyerstall strittigkheit
-
erhebt, deren ursach ist von ihme F. Georgius nach Rohm
-
geschickht, welcher von Julio dem annder[n] zwar ein Privilegium erhalte[n]
-
aber doch die Pfarr nit allerdings frey gemacht, anndere Gerechtshändl
-
so Er zu Lanndtshuet etc. gehabt werden khürtz halber umbganng[en].
- Unnd wiewol Abbt Simon mit grosser miehe den Markht Ruebmans
-
felden wider an das Closter gebracht, hat solchen doch Abbt Joannes wid[er]
-
umm etliche Güetter im Gericht Natternberg ligent vertauscht.
- Sein Gebey betreffent, hat Er die Abbtey (.ist anjetzo das Novitiat und
-
Jungerstuben.) biß an obern Thaill erbauet, Item daß Oberzimer zu Pas
-
sau im Hauß hat Er gezirt. Anndere sachen mehr auß Silber sein unnd[er]
-
ihme gemacht worden, welche aber alle Er auß altem Silber erneuert.
-
Wie solches auch die grosse Monstranz so von Abbt Plüer erkhaufft er
-
zaigt, an welcher Er nit mehr alß denn Fueß ergrössern lassen dannoch
-
sein Wappen darauf gesezt.
- Unnder dessen unglickhseeligen Regierung hat Herzog Albert wider
-
einen Pfaltzgraven Krieg gefiehrt, Herzog Albrecht ist mit seinem
-
Khriegsvolckh .3. Tag auf der steinbeindt gelege[n], unnd ist ihm vom
51
- Closster auß .1. Vaß Wein neben Fischen, Brott, unnd Haber
- gegeben worden, Friderich aber Pfaltzgrave ist zu Pfarr
- khürchen gelege[n], deme das Closter für Rantion .100 Dugaten
- geben, ferners hat das Closter denn Officirn Herzoge[n] Albrechts
- nacher Schärdting .160. Ducaten geschickht, neben dem d[a]s Herzog
- Friderich Pfaltzgraven weill Er vor Vilshoven gelege[n], dem
- Closster grosse schaden unnd Expens zuegefiegt.
- Unnd Weillen die Burger zu Münster dermahlen mehr dem Pfaltz
-
graven alß Herzogen Albrechte[n] anhenngig gewesen unnd sich also
-
dem Pfleger zu Griespach widersezt, hat gedachter Herzog Albrecht
-
.700. Soldaten dorthin geschickht, die denn ganntz[en] Markht erbarm
-
lich außgeraubt, unnder annder[n] auch auß dem Pfarrhof nebe[n] annd[ern]
-
Vahrnussen .17. Stuckh Vich hinweckh genom̅e[n].
- Unnder Wehrenndter diser Unruehe ist Abbt Riemer zu Passau
-
gewesen, alwo Er auch seines Alters yber .70. Jahr den .5. May
-
A[nno] .1514. unverhoffter gestorbe[n], sein Leichnam aber ist denn annd[ern]
-
Tag nach[er] Alderspach gefiehrt: unnd in der Khürche[n] begrabe[n] worde[n].
52
- Herr Wolfgang
-
der 33.igiste Abbt.
- Nun khamb Ich alberaith zu dem Glorwürdtigen Leben. des
-
Hochw. Vatter, unnd Herrens Wolfganngi Mayir gewesten Praelathens
-
des Clossters Alderspach, deme wür neben anndern verpflichtet und
-
schuldtig was von vorgesetzte[n] Herrn Praelathen hiesiges Clossters in
-
wissenschafft gebracht, diser ist zu Oberndorfpach von Ehelichen und Er
-
barn Eltern gebohr[n], weillen aber Er gleich von Khündtheit an, inn
-
ihme spiren lassen einen sonnder[n] eiffer zu den schuellen, haben sye ihnne
-
in dem .11. Jahr seines Alters entlassen, diser sein zwar noch Khindt
-
licher Eiffer hat im geringsten nit Lähr geschlagen: sonnder ihnne an
-
getriben daß Er in einer Khurtzen Zeit etliche schuellen mit grosser
-
Frucht nit ohnne Verwund[er]ung gelehrter Männer durchgannge[n]. In
-
dem .21.te[n] Jahr aber seines Alters hat benanter Jüngling Wolf
-
ganngus die Eitl: unnd Zergenglichkheit ihme Tieff zu Hertzen
-
gefiehrt unnd damit Er Khristo Frey in Tragung seines Creutz
-
Khundte diennen ist Er in das Closster Alderspach eingetrette[n] unnd
-
nach außgestandtene[n] Novitiat sich Gott dem Allmechtige[n] durch
-
die .3. gelibt aufgeopfert unnd Ewig verbundte[n].
- Wie Eyfferig unnd strittig er seinen Geistlichen Berueff nach gelebt,
-
erscheint Clärlich auß der naigung welche gegen ihn sowol Herr
-
Abbt Simon alß auch daß ganntze damahlige Convent seche[n]
-
lassen, dann baldt nach geschechener profession ist Er nach Passau
-
zu dem Subdiaconat abgeordnet: Unnd weille[n] in Ime ein sond[er]
-
bare begürdt unnd angebohrne Taugsambkheit zu den Höchern
-
Schuelle[n] verspiert, also ist Er auch von vorberierte[n] Herrn Abbte[n]
-
auf die Universitet Haydelberg verschickht, alwo Er nach .3:
-
Jährige[n] Studieren auch den Titul eines Magistri (.desse[n] Er
-
sich doch niemahle[n] bediennt.) erhalten unnd damit Er nit allei[n]
53
- mit der Weltlichen wissenschafft nach Hauß khäme, ist Er v[on] Herr[n]
- Rectore nach Wormbs geschickht, alwo Er denn Diaconat er
- lannget, Nach .3. Jährige[n] Audieren ist Er widerumben
- Von Herrn Praelath[en] nacher Hauß beruefft unnd v[on] menigelich also
- wegen seines gueten Wandls geliebt, daß Er auch baldt darauf
- nacher Passau auf die Priesster Weiche welche Er am Quatember
- Sambstag in dem Herbst erlanngt, geschickht worde[n], hat also in dem
- .28.iste[n] Jahr seines Alters in dem Vorfesst des Heyl. Wolfgangs
- Gott dem Allmechtige[n] sein erstes Heyl. Meßopffer aufgeopfert, ist
- Ihme auch baldt darauf die Pfarr bey St. Peter anverthraut welche
- schefflein er mit dem Sam̅en deß worth Gottes unablesslich ge
- waidet: nit wenig[er] ist Er auch Herrn Abbtens Capelan erkhist in
- welchem Ambt Er sich einen Trauen unnd Embsigen Dienner erclert.
- Aber nit lanng darnach ist Herr Abbt Simon zeitlichen Todts erblich[en]
- unnd vermeinte menigelich Wolfganngus wurde zu solcher würde[n]
- erhöchet, doch hat Gott in dessen Hendten die Regierung stehen damahle[n]
- nit für guet angesechen ihnne Wolfgangum zu solcher Dignitet as
- sum̅iern: sonndern Abbten Simoni ist gevolgt Johannes Riemer
- gewester provisor zu Schenau. Unnd dieweille[n] Wolfgangus
- Mairi[us] bey S. Peter sonnderbahren eiffer in verrichtung seiner Geistlich[en]
- Functionen erzaigt, ist Er von Abbt Joannae nacher Khösstlar[n] geschikht worde[n] in
- welchem orth Er mit stettem Predige[n] administrirung der Heyl.
- Sacramenten bey den Kürchfarter[n] .3. ganntz[e] Jahr hundertfaltig[e]
- Frucht gebracht. Unnd damit Wolfgangus sowol in Zeitlich alß
- Geitliche[n] Verrichtunge[n] probirt wurde, ist Er nachmal[n] von besagtem
- Khösstlar[n] nacher Münster dirigiert worden, in welchem orth Er
- erzaigt sein Dexteritet in Administrirung Weltlich[er] sache[n], dan
- wiewolle[n] Er schwäre ja gefehrliche Zeiten, (.massen der Markht Münster
- wie nitweniger der Pfarrhof, durch Graf Wolfganng von Ortte[n]
- burg unnd Hieronimum Freyherrn von Stauff sambt Ire[n] und[er]
- gegebne[n] Völckher[n] also ruiniert, das so gar waß in die Khürche[n]
54
- geflechet nit sicher verliben, ja unnd[er] Ihme hat d[a]s hochwetter öffter
- die liebe Frücht auf dem Veldt ganntz unnd gar vernichtet.) gehabt,
- hat Er yedoch das Pfarrhauß A[nno] .1510. vom Fundament erpauet.
- Inn Gemain würdt gesagt, was der Fisch ausser des Wassers das
-
seye der Mönich ausser des Clossters, unnd wiewolle[n] dise sag bey etlich[en]
-
mehr dann zuvill wahr ist, so ist sye doch nit also universal das
-
sye gar khein Exception gedulte, massen vill erfundten welche[n]
- der Closster eiffer nit gar außgeschwitzt, wie solches auch clarlich in
-
unnsern Wolfgango zesechen, dann diser hat alle Fasstag und annd[er]e
-
Abstinenz so der Heyl. orden zu observiern Pflegt, also empsig auch
-
in gegenwartt der gösten gehalte[n], das Er alle Freytag gefasstet.
-
An kheinem Mitwoche[n] niemahl[en] Fleisch geess[en], von seinem leib
-
ist das wullene hemet selten khom̅en.
- Dißer so Fruchtbarer unnd auferbeylicher wanndl machte Wolfgang
-
um nit allein in den Augen der Menschen Liebreich unnd manig
-
elich angenemb, sonndern mehrer in dem Angesicht Gottes, also
-
daß Gott gleichsamb einen Mann nach seinem Hertz erfundten,
-
denn Er erwöhlet hete zusetz[en] yber sein Haußgesündt.
- Dann Nachdeme Abbt Joannes Riem̅er zeitlichen Todts erblich[en],
-
ist Er zweifelsohnne auß sonnderbahrer einsprechung Gottes, nach
-
dem Er zu Münster .10. Jahr gewesen, einhöllig den .2. Junii 1514
-
zue hiesiger Abbtey erwöhlet unnd [con]firmiert worde[n].
- In diser seine Praelathischen Würdten hat Er wol observiert
-
jene khösstliche worth sye haben dich gesezt einen Regente[n], werde
-
nit hoffärtig, sey unnder Innen alß wann du wärst einer auß
-
Ihnne[n], unnd diß hat Er unnder annd[ern] im Werkh erzaigt, weille[n]
-
Er gar selte[n] alleinig zu Taffel gesess[en], sonndern allzeit zwee[n]
-
auß dem Convent zue seinem Tisch berueffen, welche Er sowol
-
Zeitlich alß Geistlich gespeißet, seine alte Freundt hat Er unver
-
änderlich geliebt, gegen denn arm[men] liesse Er sein Freygebig-
55
- kheit also sechen das Er auch auf ferne örtter gelt. (doch sich nit
- offenbahrent.) unnd anndere sachen geschickht, einem jeden gabe
- Er treulich waß ihme gebiertte, doch auch nichts mehrers geschich[en],
- alß unnöthige Ausgabe[n], Ich khann alhier nit umbgehe[n] seine
- Herrliche unnd Lobreiche schrüfften die Er hinder sich gelasse[n], de[n]
- Er etliche zu Münster, die anndere aber alß Abbt alhier mit
- maniches Verwund[er]ung [ver]fasst, unnd dises alles mit aigner handt
- dann Er sye niemahle[n] einiges Schreibers bediennt, und zwar
- annd[er]e zu schweig[en] sein volgente kheines weges zuvergess[en].
- Erstlich das Leben unnd Leiden Christi Carminice.
- Zum anndern den Krieg zwischen Herzog Albrecht auß Payr[n]
-
unnd Rupertu[m] Pfaltzgrave[n]
- Drittens seindt schreiben nunnd ora[ti]on[e]s.
- Vierttens Annales od[er] d[a]s Leben d[er] Herrn Praelathe[n] zu Alder
-
spach, Item ein Grundtbuech yber alle Güetter unnd Gebreuch etc.
- Fünfftens wider Lutherum hat Er auch ainen Tractat von
-
Geistliche[n] gelibd[en] [ver]fasst, Item yber die Regl St. Penedicti.
- Nitweniger aber ist Er zu lobe[n], wegen seiner Glickhseeligkheit in
-
Administrirung der Zeitlichen sachen, dann wiewol Er zu an
-
trettung seiner Regierung vil der bössen Güetter versetzter der
-
Gilte[n] unnd Zünsen auf etlich Jahr vor eingenom̅ner, ja auch eine[n]
-
zimblichen schuldtenlas alß nemblich yber die .1000. Ducaten:
-
herentgege[n] aber, in des Clossters Söckhel nit mehr alß .15.
-
Pöhmische Groschen gefundte[n], hat Er sich doch also bemüeht unnd
-
befliss[en], das Er benannte[n] schuldtenlaß einer inner halb .3. Jahr[n]
-
abgelaindt, den mehrern Thaill der Güetter redimiert, und
-
vill durch unfleiß unnd unwachtsambkheit der Weltlich[en]
-
Richter verlohrne Stüfften unnd Zünßungen auß den Alten
-
Salbiecher[n] widerumb erhebt, unnd dem Closster zunutz[en] gemacht.
56
- Gelt regiert die Weldt, unnd ohnne dasselbige würdt wenig
- in zeitlichen sachen gefruchtet, sonnder vilmehr auß mangl
- dessen, gehen starkh gepaute sachen zugrundt, diß hat unnser
- Closster sattsamb erfahren, zu Anfanng der Regierung Herr[n]
- Abbt Wolfganng, dann alle Tag alle Dächer also zerriss[en],
- daß der Regen gleichsamb alles verderbt, derentwege[n] Er sich
- starkh bemüehet wie Er d[a]s gepey durch außbösserung d[er] Täch[er]
- in ain sicherheit mechte bringen, das Khranckhenzimber welches
- mehrerthaill auß Holtz; mit clainen Fensterl[n]: unnd also ainem
- Paur[n] Hauß gleicher, hat Er widerumb in einen bessern Formb
- (.dessen doch ohn jetzo nichts mehr ybrig.) gericht.
- Das schafhauß ist dermassen Paufehlig gewesen, daß Es schonn
-
yber die .40ig Jahr auß: unnd inwendtig hat müessen und[er]
-
gespritzt werden, wann ein starkh[er] windt entstanndten,
-
so hat es also khracht, daß auch der Khöckheste sich geschich[en], bey
-
nechtlicher weill darinnen zeruehe[n]. Wann ein frembter
-
darauf gefiehrt worden, hat Er mehr nit gewinscht, alß d[a]s
-
Er mechte bladtbaldt widerumb darab khom̅en, die Zehlen sein
-
auß zusamb geschlagne[n] Prödtern gewesen, der orth oben
-
ganntz offen, also das man unnder daß dach gesechen, aus
-
disen ist leichtlich zu erachten, das seine vorfahrer aintweks
-
auß mangl des geldts der darauf lauffenten uncosstens
-
oder doch auß Khluegheit abgeschrökht worden, von Repar
-
irung benanntes schafhauß, doch hat solches Werkh auf die
-
Assistenz Göttlicher Hilf vertraut, manlich angefannge[n]
-
Unnd Glickhlich geendet, dann Er Erstlich solches Pauföhliches
-
orth abgetragen. Unnd seiner miglichkheit nach, widerumb lass[en]
-
vom Fundament erhebe[n]; unnd in jetzigen stanndt erpauen,
-
zu disem gepey sein yber die .600. stamben holtz angewenndt
-
worden, doch hat sich die Außgab nit also weit erstrekht,
57
- wie man am anfanng vermaint hat, dann in dises Gepey ist
- nit vill Helff alß der Anschlag gewesen, verzöhrt worden.
- Im ybrigen hat Herr Abbt Wolfganng in seiner Regierung, nit
- geringe Triebseeligkheit erlitten, dann Er von etlicher seiner
- Conventualen welche mit Marthin Ludter die Geistlich ge
- lib nit allein verachtet, sonnder auch würkhlich auß dem
- Closster gelauffen, deren doch etliche wider zuruckh khom̅en, sehr
- betrangt unnd verfolgt worden. Nitweniger auch hat Er Jähr
- lich grosse schmertz und wetagen wegen des Stains erlitt[en].
- Wenig Tag vor seinem Todt ist ein besse sucht redo. unnder das Vich
- khom̅en, das Traidt ist also verdorbe[n] das Es nit hat khündte[n]
- genuzt werden.
- Herr Abbt Wolfganng aber, wegen seines Hochen Alters unnd
-
annd[ern] schwehrlichen zuestanndten hat alß gemach an leibs khröffte[n]
-
gentzlich anfanngen abzunem̅e[n], unnd da Er vermerkhte, das
-
die stundt seines zeitlich[en] Hintritts verhanndte[n], hat Er anfange[n]
-
mit dem Gerechten Simoni zu singen, Herr jetz lasse deinen
-
Dienner in fridten fahrn, unnd also hat Er Gott seinen Geist
-
aufgegeb[en] in dem .74.isten Jahr seines Alters nachdem Er
-
das Closster .30. Jahr unnd .4. Monat regiert, inn dem Jahr
-
Christi A[nno] 1544.
- WOLFGANGI MARII
-
Monasterii hui[us] Abbatis viri
-
tam Doctina, quam Sanctimonia celebris
-
EPITAPHIUM.
-
In quo bini versus diem et numerum An
-
norum continent.
58
- DIES NATALIS: EN SUB MOLE SENEX WOLFGANGUS CLAUDITUR ABBAS
-
1469 AEDITUS UT LUCAS, VIVERE DESIERAT.
-
ORD. INGRESSIO DEIN SE COENOBIO ADDIXIT MOX LUCE SEQUENTI.
-
1489 IN QUO VIVENDI LUXQUE DECUSQUE FUIT
-
ELECTIO ABBATIALIS HINC FRATRUM ANTISTES DIVINA EX VOCE VOCATUS
-
1514. JUNIUS UT SOLES CONTIGIT IPSE DUOS.
-
OBITUS. OCTOBRIS 23 DIE UNDENA SUPER ASTRA LEVATUS.
-
1544. EST TANDE[M] CIVIS DULCITER OSSA CUBANT.
59
- Herr Joannes Diß
-
Namens der Fünffte, der .34iste.
-
Abbt.
- Der Apfel föhlt nit weit vom Stam̅en Joannes Zankh[er]
-
volgte nach inn den Tugenten in dem Fleiß unnd sorgfeltig
-
kheit, dann auch in der Regierung dem Gottseelig und from̅en
-
Abbten Wolfgango, wurde von ihme A[nno] .1522. zu dem
-
Heyl. orden nach ordent: und tugentlich yberstanndtenem
-
Novitiat Jahr, durch offentliche Profession ann: und aufge
-
nom̅e[n].
- In disem seinem berueff hat Er sich sowol in allen Tugenten: alß
-
auch wissenschafft der zeitlichen sachen also volkhom̅en: und taug
-
lich gemacht, das Er nach absterben erstgedachten Abbten Wolf
-
ganngi würdtig erfundte[n]: und durch rechtmessige Wahl zu ein
-
em Praelathen erwehlt worden, A[nno] .1544. den .16 Sept.
-
diser Wahl hat ein Nam̅en unnd anstatt des Herrn Visitatoris
-
v[on] Eberach beigewohnt: unnd praesidiert Herr Laurenti[us] Abbt
-
von Fürsstenzehl, unnd ob zwar diser Abbt Zanckher dem Closster
-
wenig und zwar nit mehr als .8. Jahr vorgestanndte[n], So ist
-
Er doch demselbigem in diser khurtzer Zeit nit ybel ange
-
stanndte[n], in erwegung das Er sowol in erweiterung mit ge
-
pey alß mehrung d[er] güetter seinen sorgfeltige[n] vleiß alzeit
-
gegen dem Closster unnd jed[er] menigelich hat sechen und spir[n]
-
lass[en], massen dann sich zaigt, das Er das Regenspurger Zimer
-
genannt, wo nit von neuem: doch wenigist inwenndtig
-
ausmachen und ziehr[n]. Auswenndtig aber, mit Eisenen Gädter[n]
-
welche Abbt Dietmayr nachmahls zu seiner Abbtey ge
-
braucht, vermach[en] lass[en].
- Die Güetter betr. hat Er unnd[er] der Zeit seiner Regierung dise
-
zu dem Closster gebracht, alß Nemblich A[nno] .1549. die Khärgl-
60
- Edt Eodem A[nno] .5. f. auf dem Peißlguet zu Khriestorf A[nno] .1551.
-
das Obermayr Guett zu Obern Elnpach, wie auch in selbigem
-
Jahr das Spiessenguet zu Hollerbach, A[nno] .1550. das Khauzen
-
guet zu Uttigkhoven, neben disem zaigt sich auch das Er die
-
Truchen seines vorfahrers unnd Geistlichen Vatters nit lähr
-
gefundte[n], oder auch selbsten mehrers eingefilt habe, dann
-
gleich nach seiner Glickhlichen antrettung zu diser Abtteylichen
-
würdten, hat das Closster Ossterhoven ein grosses unglickh und
-
feuersnoth yberfalle[n] unnd außgestanndte[n], dardurch sye benöth
-
igt Herrn Abbt Zanckher umb Hilff unnd Geldts mitl anzerueffen,
-
d[er] auch Innen mitleidtentlich beigesprungen in deme Er, gedacht
-
ein Closster Erstlich A[nno] .1545. die Mihl zu Willing gelege[n] und
-
annd[er]e Güetter so angeschlagen umb .700. f. wie auch A[nno]
-
.1550. annd[er]e Güetter zu Hainrichstorf, Harbach, Teupledt, Emer
-
storf, Gerblstorf, Mossmüll, welcher alles einkhom̅en umb
-
362. f. 3. s. 15. d. angeschlagen worden, zu dem Closter
-
erkhaufft, weillen aber das Closster Ossterhoven Ihme den wid[er]
-
khauff unnd erlessung vorbehalte[n]; seint dise Güetter alle wid[er]
-
umb abgelest worden, massen dann wür noch auf den heunt
-
igen Tag zu dennselbige[n] kheinen Zuespruch habe[n], Enndtlich
-
hat Ihme ein starkh hiziges Fieber yberfallen das leben ab
-
gekhierzt, dara[n] Er dann den .7. Junii A[nno] .1552. in Gott
-
seeligelich gestorbe[n], unnd damit die gmaine schuldt bezalt hat,
-
ligt inn St. Anndre Capel[n] begrab[en], deme Gott die seelige
-
Rueh unnd auferstehung [ver]leiche[n] wölle Amen.
- Herr Bartholom̅eus Der
-
.35.iste Abbt.
- Nit der wol anfanngt; sonnder der biß zu dem Enndt
-
verhardt würdt seelich, ein Schöffmaister ist zu loben, aber nit
-
eheundter biß Er ann das gestatt glickhlich unnd ohnne Schiff-
61
- bruch anlangt, dises wahr zusein wil sich im Bartholomeo Mädt
- auer zu Münster im Rothall gebierttig, erzaigen, der Anfang
- wehr guet in deme Er A[nno] .1535. die Welt unnd d[er]o Eitlichkheit
- verlassen, unnd sich Gott durch die Heyl. drey ordens gelib ver
- lobt, unnd unnder dem seelig und Glorwürtiger Gedechtnus
- Abbt Wolfganngo den Heyl. orden durch offentliche Profession
- eingetretten; unnd angenom̅e[n], in disem stanndt hat Er sich
- nit allein umb das Geistliche wesen eyfferig sonnder auch und
- forderist in erlehrung der freyen khünsten wissenschafft embsig
- angenom̅e[n], sonderlich aber in der Mathematica unnd Stern
- schen Khunst, hat er sich volkhom̅en unnd hoch beriembt gemacht,
- massen dann nit allein die von Ihme gemacht: unnd angegeb
- ne Mathematische instrumenta Sunenurn und annders sond[er]
- auch die in diser Khunst in offnen Druckh außganngne unnd
- seinem Nam̅en dedicierte Püecher solches beweisen, diser Ruemb
- ist nit ein wenige ursach unnd bewegung gewese[n], das nach
- ableiben Abbt Zanckhers die Conventualen dises Clossters unnd
- Gotshaus bewegt worden, durch ein ordentliche Wahl Par
- tholom̅eum Innen zu einem vorsteher A[nno] .1552. den .11. Tag
- Monats Julii zuerwöhlen, diser wahl were anstatt und Nam̅e[n]
- des Herrn Visitatoris von Eberach vorgesess[en] Herr Laurenti[us]
- Abbt zu Fürstenzehl zu einem Assistenten oder beisizer aber ist
- berueffen worden, Herr Anndreas Abbt bey St. Veith Penedic
- tiner ordens negst bey Neumarkht, Bartholome[us] mach aber
- mal in diser ihme auferladnen würdten unnd Purdten eine[n]
- gueten anfanng, d[er] fortganng unnd das mitl zaigt sich auch
- nit ybel, dann gleich wie Er were ein Ma[n] eines erleuchte[n]
- [ver]stanndts vol und erfahr[n] in gueten Khünste[n], also hat Er dise
- dem Closster zu nutz[en] wol angewendet, sowol in erweiter
- ung des Clossters durch unnd[er]schiedliche wol unnd zierlich ge-
62
- fiehrte gebey alß auch in mehrung unnd erkhauffung d[er] güeter.
- Gleich im ersten Jahr seiner Regierung hat Er alß ein khunst
- liebenter unnd gueter Paumaister seinen sün unnd gedanckh[en]
- auf das Pauen gelegt; unnd sein hanndt würkhlich außge
- strekht, auch selbe niemalen biß zu dem Enndt seiner anver
- thrauter vorstehung abgezogen, wie alles sein Jährlich ord
- entliche Rechnung beweisen, zu dem Enndte, erwöhlte
- Er Ihme alzeit guete unnd wolerfahrne Maister, als
- Zimerma[n], Schreiner, Schloßer, unnd annd[er]e etc.
- Ich glaub unnd seze ohnne allen Zweifel das Er den gannz[en]
-
stockh von der Priester Stuben oberm Sahl biß zu dem
-
Regenspurger Zimer von oben: unnden aber biß zu dem No
-
vitiat maistens von dem grundt auf habe gepauet;
-
od[er] doch gewißlich in einen gantz annd[ern] unnd zwar dise[n]
-
formb wie Er sich an jetzt sehen last gerichtet, alle Zimer
-
mit schenne[n] zierlich unnd khünstliche[n] von Schreiner Arbeit
-
angezogne[n] Pöden unnd Taferwerch ziehrn, alle vorfletz
-
vor der Jung[en] und Priester Stuben, vor dem Wasser:
-
unnd Regenspurg[er] Zimer die gannze aussere Khürchen d[a]s
-
Langhaus genannt, ja auch endtlich unnd vermuethlich den
-
ganntz[en] Creuzganng mit guetem weiß: und rothe[n] von
-
Saltzburg und Khelhamb theur und miehesamb hergebrachte[n]
-
Märbelstaine[n] habe Pflasster[n]: auch den grossen Wein
-
kheller grab[en]: unnd mache[n] lass[en], So hat Er auch alle Zimer
-
mit schennen Cässten khünstlicher Schloserarbeit [ver]sech[en]
-
unnd mit Mallerey geziehrt, dises alles wahr zu sein zaigt
-
sein an alle oben angezogene orth unnd Zimer einge
-
schnidte[n] od[er] abgemaltes PappenWappen mit der altzeit bei
-
gesetze[n] Jahrzahl.
63
- Dißer Lust begierdt unnd miehe zue: unnd mit dem Pauen
-
hat ihnne nit also thief eingenom̅e[n], das Er darbey der Hauß
-
wierthschafft vergessen, unnd selbige auf die seithen gesetzt, sonnd[er]
-
neben dem das Er einen Wolerfahrnen Richter, Cam̅erer, auch
-
annd[er]e Officier gehabt, hat Er seinen eiffer vleiß unnd sorgfehltig
-
kheit threulich sechen lassen, die güetter so unnd[er] seiner
-
Regierung zu dem Closster khom̅en, eingetauscht, oder auch erkhaufft
-
worden, seint dise A[nno] .1566 ist das Padt zu Walxing, von Herr[n]
-
Joseph unnd Seifridt God[en] umb ein wiß eingetauscht worden.
-
A[nno] .1569. ist das Gietl zu Haunwang wie auch aines zu Nidern
-
humel, ein annders zu Dionisii Göldern von Anndre[n] Rotten
-
heckh alß damahlen gewesten Colsster Ald[er]spachischen Richters thails
-
Vermacht: thails aber alhero erkhaufft unnd bezahlt worde[n]. So hat
-
Er auch das Erbrecht zu Khalstorf A[nno] .1562. abgelest, A[nno] .1571. ein
-
Sölden zu Misstlbach, A[nno] .1572. das vischer guet zu Heinrichstorf, da[n]
-
ob zwar A[nno] .1580. von Abbt Geörgen zu Ossterhoven dises vischer
-
Gueth oder vilmehr die gilt auf disem guet zu Heinrichstorf mit
-
annd[ern] mehrer[n] güettern doch auf widerkhauff dem Closster ver
-
khaufft ist worden, sein doch die güetter widerumb abgelest, und
-
fündte das A[nno] .1572. Peter vischer zu gedachtem Hainrichstorf mit
-
sein frey aigens güetl alda das Perngietl genannt Abbt Par
-
tholom̅eo [ver]kaufft, doch d[er] ewigen gilt auf Ossterhove[n] unvor
-
griff[en].
- Item A[nno] .1563. hat Er das Hauß zu Vilshoven welches von allen
-
Steur-Anlage[n]: unnd anndern Purdten befreudt, von Herrn
-
Michael Probste[n] unnd einem gannzen wolerwür[digen] Capitl des
-
Collegiatsstüffts St. Joannes Baptista, dann auch A[nno] .1567.
-
die Maur von Dionisii Grueber[n] baiden zu gedachtem Vilß
-
hoven erkhaufft.
- Zu mehrerm Lob unnd Ruemb Bartholom̅ei ist auch dises nit zuver-
halten, das Er zu nutz des Clossters unnd besserer nachricht
-
64
- seiner nachkhömblinge[n] nit allein das archiu[m] auf ein neues
- durchgannge[n]: registeriert: sonnder auch alle güetter des Clossters
- welche zuvor unnder: unnd von dem Abbt Joann Plier A[nno] .1452.
- v[on] Abbt Wolfganngo A[nno] .1518. in die Gerichter außgethailt were[n],
- inn ein ganntz annd[er]e ordnung nach dem Alphabet richten, und
- in ein Pergamentes Puech A[nno] 1666. einschrieben, die maiste güeter
- aber, sambt d[er]o Grundt unnd Poden, das ist Veldt, wisen unnd
- Äckh[er], ordentlich beschreibe[n] lass[en], allen Irr: und strittigkheite[n] dar
- durch vorzukhom̅e[n], massen dann sich zu seinem mehrerem Lob
- aus villen Recessen bezaigt, das Er unnderschiedliche strittigkheite[n]
- bey d[er] damahl Fürstl[ichen] Regier[ung] Landtshuet und annd[ern] G[eric]hter zu endt
- unnd recht gebracht, unnd daryber ordentliche Recess die noch
- in original[n] in dem alhiesigem archiu[m] zufündte[n], begert hat.
- Neben disem allem unnd sonnderlich in so continuirlich und un
-
außgesetztem Pauen, zu dem Er mit consens seines Lanndts
-
fürsten in Payr[n], und Bischoffe[n] zu Passau von dem Spitall
-
alda .1200. f. entlehnet etc. dann auch einkhauffung d[er] güetter
-
hete Er schwere Purdten und Ausgabe[n], in erwegung das, das
- Closster damal unnder ihme sowol in dem gehaltenem Lanndt
- Tag zu Ingolstatt Anno .1536. eben mit diser Steur mit welcher
- das Closster d[er]zeit gebeiniget würdt, benantlich .1099. f.
-
belegt ist worden, welche Er zu unnderschiedliche[n] mahl[n]: doch
-
nit Jährlich alß jetz beschicht, baldt ganntz als halb, alß auch
-
das Jährliche Canderey .45. f. Jägergelt .17. f. 1. s.
-
erlege[n] müess[en], entgege[n] hat Er in d[er] Hoftafer[n] alß auch aus
-
dem aigene[n] Kheller eine[n] yberaus grosse[n] verschleiß, mass[en]
-
dann sich zaigt, das Er dieselbige sowol mit oberlennd[er] Pr.
-
3. f. 30. Krt. als ossterreicher Wein P. 3. f. heiffig und
-
monatlich, dann auch mit Pier also belegt, das d[er]mahl[n]
-
in dem oberlennd[er] allein oder auch össterreicher Wein allei[n]
65
- mehr hinauß ist gefiehrt worden, als zu diser Zeit in dem
- Pier.
- Der Wein macht frölich unnd einen gueten mueth unndertruckht
-
aber den Geist unnd schwecht seine Khröfften, diser wer täglich
-
unnd sonderlich an den Freytage[n] in d[er] Tafer[n] zu sechen, und zu hör[n],
-
im drinkhen Tanze[n] singe[n] unnd springe[n] unnd zwar derge
-
stalten, das auch die Geistliche[n] Ires Geistliche[n] stanndts unnd Ehr
-
vergess[en], sich auf dem offnen Tantzpod[en] mit gleich[er] Ipig: und un
-
sünigkheit sich haben sechen lass[en], und mit annd[ern] gleichergestalt ze
-
tantz[en] unnd zespringe[n] vermesslich unnderstandte[n], diser yble Khlang
-
sung und khlang nit allein in der nechet; sonnd[er] auch in der weite
-
unnd zwar in den Erzpischoffliche[n] ohren zu Salzburg also starkh,
-
das der Ertzbischoff alda dem Praelathe[n] Partholom̅eo einen ernstlich[en]
-
verweis: unnd scharpfe[n] Peveldt dergleichen unclessterliche vermess[en]
-
heiten und unthatte[n] alsobaldte[n] abzustelle[n] ergehe[n] lassen aus welchem erscheint
-
das zu selbigen Zeiten auch yber unnser Clösster wider des ord
-
ens Freyheite[n] unnd herkhom̅e[n] die Pischoffen ihren gewalt habe[n] ge
-
braucht unnd ernstlich sechen lass[en], sonnder auch diß, das dazu
-
mahl alhier wenig Religiosen unnd ein schlechte ordens Dis
-
ciplin ist gehalten worde[n], welches darumb desto weniger
-
zuverwund[ern], dieweil damahl das Ludterthumb dessen lehr und
-
gifft vasst das ganntze Teisch: auch sonnd[er]lich unnser Payrlandt
-
yberzogen, viller nit allein Weltlicher sonnd[er] auch der Geistlichen
-
Hertz unnd Gemieht vergifft unnd an sich gezogen, welches villeicht
-
auch alhier gescheche, dann vil in diser mainung unnd mueth
-
massung stehen, das gleich wie Partholomeus, mit den Ludter
-
ische[n], durch schreibe[n] unnd annders gar zuvil gemainschafft ge
-
habt; also Er auch sich in dennen Annaigung[en] suspect und
-
sehr verdächtig gemacht, zu deme hat auch .5. Jahr vor ableg
-
ung seiner Abbteyliche[n] würdt und Purdte[n] die laidtiche sucht
66
- der Pestilenz in dem Lanndt unnd sonnd[er]lich d[er] orthen also ein
- gerissen das in dem Closster damal[n] .9. Religiosen nachein
- annd[er] unnd also bis auf einen, mit Nam̅e[n] Michael d[er] Dolfueßet
- wer, gestorbe[n], diser were alleinig in dem Closster unnd Re
- gierte dasselbig, aber baldt hernach hat sich Abbt Partholom̅eo
- unnderstandte[n], ohnne seinen schlechte[n] Ruemb unnd des Clossters
- nutzen, ohne villeicht des ordens begert: od[er] erlangte[n] wissen unnd
- willen; ohne zwar begert: aber villeicht nit erlangten Lanndts
- fürst. Consens den fürnem̅en Hoff zu Gneixendorf in Össterreich
- sambt dem zu dem Closster gehörig absonnderlich[en] Grunndtbuech
- unrechtmessig, und zwar seinem vorgewesten Cam̅erer mit Nam̅en
- Spänig[er] der auch Ludterisch war: od[er] worde[n] zuverkhauff[en].
- Auß: und aus disem allem hat sich das haidere wötter in ein triebe
-
Fünssternus: unnd das plätl gewendet, der Glantz und schönne
-
Sonne[n] stralle[n] seines Glickh, lob und Ruembs, welche Er die .25.
-
Jahr seiner Regierung hat Loblich sehe[n] unnd scheinen lass[en], seint ver
-
finstert: unnd mit dem Traurigem Mandl d[er] ab- und entsetz
-
ung d[er] Abbteylich[en] Infel, Stab, würdten unnd Gwalt, bedöckht
-
worde[n], A[nno] .1577.|.
- Yber dises yberlebt Er noch .1. Jahr, hilte sich ein Zeitlang zu Passau
-
endlichen zu Vilshoven in unnser[n] Heuser nit ohnne uncosste[n] und
-
beschwernus des Clossters: unnd seines nachkhömblings auf, starbe
-
aldort den .25. Augusti A[nno] .1578. ligt in der Pernharts: und
-
St. Lienhards Capel[n] negst der Khürchenthier begrab[en], und
-
ob zwar aus etliche[n] briefe[n] sich bezaigt, das sowol von der
-
Geistlich: alß Weltliche[n] obrigkheit bevelch ergange[n], ihne Par
-
tholom̅eum vor seinem Todt zu d[er] Penitenz und Puess ernst
-
lich unnd eifferig zu erm̅ohne[n], Er aber weder disen bevelch: noch
-
ermohnung erwahrtet; sonnd[er] ihnne der Todt ergriffen und de[n]
-
Garaus gemacht habe, welle[n] wür doch ein bessers gedenckh[en]
67
- von ihme hoffen unnd halte[n], unnd in dem, den unergrindlich[en]:
- unnd unerforschliche[n] urtheil[n] Gottes nichts vor: und eingegriffe[n].
- Bartholom̅eo aber, die Ewige Rueh unnd auferstehung gewünscht
- hab[en].
- Herr Anndreas diß
-
Namens der annder der .36.
-
Abbt.
- Anndreas Haydeckher in dem beriembten Gotshaus unnd
-
Closster Khaysershamb Profess unnd dazumal oberpurstner ist
-
alhero nach absetzung Abbt Bartholom̅aei, erstlich zu einem ad
-
ministratorn A[nno] 1577 begert: dann auch hernach zu einem Praelathen A[nno] 1579
-
erwöhlt worden, unnd weillen Er von seinem anverthraut[en]
-
Ambt zu gedachtem Kaysershamb etliche sachen alß Tischzeug, silber
-
geschmeidt unnd annd[er]s, welches alles auf .400. f. angeschlag[en]
-
mit alhero auf Alderspach gebracht, hat sich unnder ihme Andrea
-
unnd seinem Praelathen zu dikhgemeltem Kaysershamb ein
-
gannzer stritt erhebt, inn deme wolgedachter Praelath zu Kays
-
ershamb alle dise sachen, als unrechtmessig hinweckh von seinem
-
Closster unnd alhero gebracht, nit unbillich widerumb begert,
-
Anndreas aber, solches zuthain mit unnd[er]schiedlichem vorwandt
-
gewaigert, Ist doch dise strittigkheit durch unnd[er]handlung gueter
-
Leith güettlich vergliche[n] worde[n]; unnd vermuethlich die herge
-
brachte sache[n] bey dem Closster alhier verblib[en].
- Anndreas gleich im anfang seiner Regierung, hat sich vor allem
-
das Reich Gottes zusuechen die Ehr Gottes unnd des Heyl. ordens
-
zubefürd[ern] die nidergefallene ordens Disciplin zuerhöbe[n] Re
-
ligiosen ann: unnd aufzenem̅e[n]: auch selbiger etliche auf Ingol
-
statt zeschickhe[n]: damit Sye sich aldorte[n], in den gueten Khünste[n]
68
- durch vleiß unnd emsiges Stutiern erfahren: und volkhom̅b
- ent machte[n], eyfferigist angelegen sein lass[en], neben dem hat
- Er sein wachtbars Aug unnd sorgfeltigkheit von denn zeit
- liche[n] sachen selbige zu mehren unnd zuerhalte[n] nit abgewendt.
- Welches auch die Löb. Lanndtschafft in acht genom̅e[n], in deme
- Er in denne[n] A[nno] .1579. wie auch A[nno] .1583. zu Minich[en] gehaltene[n]
- Lanndtage[n] in dem grosse[n] ausschus unnder dem Praelathen
- stanndt der Regierung Landtshuet, unnd[er] den Verordneten
- auch einer unnd zwar d[er] erste ist benennt unnd außerkhiss[en]
- worde[n].
- Unnd ob zwar nit fündtig, das Anndreas in seiner Regierung
-
mehr oder wenig güetter zu dem Closster gebracht, hat Er sich doch
-
beflisse[n], alle die Jenige die ihme eingeandtwortt: und anver
-
thraut worde[n], wie auch das ganntze Closster in guete[n] standt
-
zuerhalt[en].
- Das Gebey betr. ob sich zwar auch nit zaigt, das Er vill gepauet,
-
hat Er doch, das Haus zu Passau erneuer[n] unnd die Tafehr[n] alhier
-
zwar nit von Grundt: doch in vill Pauföhligkheiten wider
-
umb zuerichte[n] lass[en], massen dann sein wappe[n] an baide[n] heiser[n]
-
angemalter solches wil beweise[n].
- Den Khürchenschatz hat Er auch gemehret, in deme Er einen silber[n]
-
Praelathen Stab, Rauchfaß, Lafor, das ist ein Silbere khandl
-
unnd ein darzue gehörige schißl, wie auch etliche Mößgewandter
-
mache[n] lass[en], darbey Ich nit sol verhalte[n], was ich von denn
-
Alten gehört, unnd sage[n] lass[en], das nemblich vonn dem Abbt
-
Simon ein solcher Praelathe[n] stab, also gros unnd schwär ver
-
hanndte[n] gewest, das Abbt Anndre aus demselben nit allein
-
den noch verhandtene[n] mit seinem Wappe[n] gezaichnete[n] stab; sonnd[er]
-
auch d[a]s Rauchfaß Lafor: und villeicht annders mehr daraus mach[en]
69
- lassen. Ich geschweige etlicher Pildter an denn sein wappe[n]
- sich seche[n] lasst.
- Seiner Sellen in Lebszeiten, hat Er auch wol wöllen, unnd nit
-
vergesse[n], in deme Er ihme umb ein gewises Geldt einen ewig[en]
-
Jahrtag gestüfftet, welcher doch, als den rechten: unnd dem orde[n]
-
ja dem gelibd der geschworne[n] arbeit muth zuwid[er], unnd[er] der Regier
-
und meines behalts, Abbt Michaelis ist abgeschafft worden, doch
-
seiner darbey nit zuvergess[en].
- Endlich Ihme villeicht altershalber dise Abbteyliche Purdten
-
lengers zutrage[n] nur gar zu schwär ist vorkhom̅en, hat Er selbige
-
A[nno] .1586. den .15. Octob[ris] resigniert; unnd zwar durch ein offent
-
liche bekhandtnus unnd geförttigtes instrument inn die handt Joannes
-
Thiettmayri, der Heyl. schrüfft licentiaten unnsers Heyl. ordens
-
zu Fürstenfeldt Profess, unnd dazemal[n] in d[er] Statt Aiche[n] geweße[n]
-
Pfarrer[n] ybergebe[n], ob aber dise dergestalt unnd zwar auf dise
-
Persohn eines als frembt: unnd annd[ern] Clossters den Rechte[n] unnd
-
dem orde[n] Gemes, den damahl aber anwesente[n] Conventualen
-
nit praejudicirlich sey gewest, wil Ich nit urtheil[n], ist gestorb[en]
-
A[nno] .1587. den .10. Augusti, ligt begrabe[n] in St. Anndre Capell[n]
-
in welcher Er ihme die begröbnus erwöhlt: unnd den Jahrtag
-
gestüfftet, seine[n] Grabstein hat Er auch aldort.
- Herr Johannes diß
-
Namens der .6. der .37.igiste
-
Abbt.
- Johannes Thiettmayr zu Aichen geborn, hat den Heyl. Cisterci
-
enser orden, in dem Closster Fürsstenfeldt ann: unnd also ihm
-
[ver]stanndt, Tugent, unnd wissenschafft zuegenom̅e[n], das Er war
-
ein Mann, unnd[er] den Manner[n], deme Er zu seiner Zeit nit leicht
-
lich ainer bevor thätte, auf der hochen schuel zu Ingolstatt ist
70
- Er von den vornembste[n] Doctorib[us] als Herrn Albrecht Hung[er]
- derzeit porcancellarii: wie auch P. Gregorii de Valentia
- d[er] Societet Jesu würdtig erkhenndt worde[n], der heilligen
- schrüfft licentiat zuwerde[n], welche[n] gradt Er auch aldort em
- pfannge[n], und nachmahls würdtig unnd nutzlich gebraucht, Er
- wär ein vortrefflicher Predtig[er], der sich auf ville[n] vornem̅en
- Canzle[n] in sein: unnd hieigem Closster, zu Aiche[n], Augspurg, und
- Miniche[n], derffte sechen: unnd zu seinem Ruemb der Zuehörer nutz
- und auferspaue[n] höre[n] lass[en], welches dann ein ursach gewest,
- daß Ihme Abbt Anndre die Abbteyliche[n] Würdte[n] A[nno] .1586.
- den .15. Octob[ris] wie auch oben angedeut freywillig resigniert,
- welche Er dann .2. Jahr als administrator so Loblich getrage[n],
- das Er nachmahls A[nno] .1588. durch ein ordentliche Wahl zu ein
- em praelathe[n] dises Clossters alhier erwöhlt worde[n].
- Nit zubeschreiben ist, wie Lob: unnd nutzlich Er disem Closster im
-
Geistlich: unnd Weltlichem vorgestanndte[n], sein lob
-
unnd Namb were in dem ganntz[en] orden wie auch landt wol:
-
unnd also bekhandt, das Er in dem gehaltenen Capitl zu Fürsste[n]-
-
feldt, inn welchem der Hochwürdtigiste Vatter Edmundus a Cruce
-
Abbt, unnd General zu Cisterz vorgesesse[n], unnd die in dem
-
ganntz[en] orde[n] bekhandte Statuta Fürstenfeldensia gemacht
-
worde[n], Er nit allein beigewohnt: sonnd[er] auch den Titl Com
-
missarii Generalis unnd in obern: unnd Nider[n] Bayrn
-
Visitatoris neben dem Gewaldt alle Abbt und Abbtissine[n]
-
zu Penedicirn empfange[n], welchen Titl unnd Gewaldt Er
-
nachmahls Threu unnd vleissig gebraucht, Er wär ein Ernst
-
haffter Mann, hielte nit allein in seinem Closster, sonnd[er] auch
-
in d[er] ganntz[en] provinz ein strenge d[er] Regel unnd Statuten
-
geines, Disciplin, Unnder dennen bey der lob. Landt
-
schafft in Payr[n] deputierten Renntambts Landtshuet were
-
Er vor den Ersten vornembste[n] Com̅issarii zu grossem
nutz des lanndts: unnd des Closters erwöhlt.
-
71
- Deß Clossters ist Er billich zunene[n], Gleichsamb der anndere
- Stüffter, in deme Er dasselbige in denn gebeye[n], güettern,
- unnd d[er]o Stüfft, Gilt, Traidtdiennst, merkhlich[er] staigerung,
- Khürchenschatz unnd annd[er]s mehrers als kheiner unnder allen
- seine[n] vorfahrer[n] gemehrt; sein gefiehrtes gebey, hat Er Erst
- lich die Khürchen das Langhaus genant gewölb[en]: die Khürch[en]
- aber, zu St. Lienhart gleichsamb auf ein neues, wie auch
- das ganntze Richterhaus, unnd den ganntz[en] Stockh biß zu
- dem gartte[n] von Grundt auf Pauen lass[en].
- Zum anndern hat Er auch denn ganntz[en] Stockh der Spiegelstub[en]
-
Bibliothec alte Sagristey, wie auch entgege[n] die hofstuben,
-
Abbtey, unnd Cammer gefiehrt.
- Den Khürchenschaz betr. hat Er dise ornäth; Erstlich den plab
-
samete[n] mit Guldenem Grundt: Rauchmandl: dann die darzue
-
gehörige Mössgwandt: Levithen Röckh mit gelbem Grundt:
-
dann auch den gelb guldene[n]: und weis silbere[n] ornath mit
-
aller Zuegehör, wie Nitwenig[er] von allen Farbe[n]: sonnderlich
-
Weis, Roth, Glab, Grien Mößgwandt Levithen Röckh sambt
-
allerlai antebentia zu allen Altär[n] von gethrukhtem domasst
-
mache[n] lass[en], unnd annd[er]s mehr welches Khürze halber nit alhero
-
gesezt worden.
- Die Hofmarch unnd Güetter, die Er die Zeit seiner Regierung
-
zu dem Closster erkhaufft, seint dise, Hofmarch Abshoven A[nno] .1610.
-
v[on] P. Jacobo Kheller, d[er]zeit des Collegii der Societet Jesu in
-
Minich[en] Rectori, Hofmarch zum Thurn unnd Piegendorf A[nno]
-
.1611. v[on] Herr[n] Ulrich Eckh[er] von Khäpfing zu Piegendorf, unnd
-
Thur[n] bey Frantzenhause[n] etc. Ainschichtige Güetter aber, seindt
-
dise. Aufhaimb A[nno] .1591. Au bey Reispach anno .1592. Wollen
-
dorf, das würthshaus: Paurnhof unnd Sölden alda A[nno] .1591.|.
72
- Alß Er nur dem Closster in die .25. Jahr so Lob unnd nutzlich vor
-
gestanndte[n], sich auch sowol bey dem orden; alß Lanndt: und lob.
-
Lanndtschafft, hoch verdiennt gemacht, ist Er zu Minich[en] A[nno]
-
.1612 in wehrente[n] allgemaine[n] Lanndtag mit aller Weldt
-
Traurigen in Gott seeligelich entschlaffe[n], sein leichnamb ist
-
v[on] Minichen aus durch Lanndtshuet, unnd annd[er]e Stött unnd
-
Märkht mit sehr khläglichem beglaidt hellen ein: unnd aus
-
leithe[n], aber nit ohnne grosse Spessa unnd uncosst[en] bis alhero
-
inn das Closster gefiehrt: mit Hertzens laidt von dem gantz[en]
-
Convent: auch aller unnderthone[n] unnd benachbarte[n] empfange[n];
-
unnd in seiner von ihme zu disem enndte erpauten Capel[n]
-
begrabe[n] worde[n], Amen.
- Nach disem seinem absterben lauth des noch verhanndtne[n]
-
unnd mit dem Landtfürst. Secret geförttigten Inven
-
tari, dise Paarschafft unnd Geldt gefundten worde[n].
- Erstlichen, In der Abbtey, in ainer Truche[n], an Golt und Daller[n]
-
unnd Dreyer[n]
- .10000. f.
- Mehr in ainer annd[ern] absonderliche[n] Truche[n] ann Daller[n].
- .19000. f.
- Mehr hat der verstorben Herr Praelath, vor etlichen Jahr[n], weil
-
das ungerisch Khriegswesen gewerth, unnd allerlay Khriegs
-
volckh, durch das Lanndt auf dem Thonau stramb blaidt worde[n],
-
umb mehrer sicherheit wille[n], nach Fürstenfeldt in d[a]s Closster
-
bey Minichen, behaltnus weis, ain Druche[n], dem jungst ver
-
storbne[n] Herrn Praelathe[n] zu Fürstenfeldt yberschickht, und ver
-
thraut, welche Truche[n], unnd Gelt, gege[n] ainem [ver]handtne[n]
-
unnd [ver]ferttigte[n] schrüfftlichen Schein, von dem Praelathe[n] zu
73
- Fürstenfeldt, noch bey gemeltem Closster Fürstenfeldt be
- khandtnus weis aufgehalte[n] würdet, darinen an Geldt.
- .13750. f.
- Über das, ist mann an Verbriefften Schulden, dem Closster
-
noch herein, vermög d[er] Verzaichnus Lit B: Schuldtig.
- 39000. f.
- Dagegen ist man von des Clossters wegen, hinaus nichts
-
Schuldtig.
- So hat d[er] [ver]storbe[n] Praelath weil Er regiert, Güetter unnd
-
ligente Stuckh zum Closster erkhaufft, unnd solches darmit
-
melioriert Pr.
- 30000. f.
- Was die statliche[n] Clinodien unnd ornäth, beschribne[n] Sa
-
cristeien, Item die schenne literey, so alles der [ver]storben
-
Praelath seel[ig] erkhaufft, mache[n], unnd zuerichte[n] lass[en], ist auch
-
ungefehrlich geschätzt worden auf.
- 5000. f.
- Summa, der Verhanndtne[n] Paarschafft an gelt, [ver]brieffte[n]
-
Schulden, Erkhaufften Güettern, unnd annders, was der
-
[ver]storbne[n] Praelath seel[ig] zum Closster mach[en] lass[en], thuet.
- .116750. f.
74
- Volgt Hernach was in dem Kheller
-
vor Wein: unnd auf den Cässt[en] vor Traidt
-
Verhanndte[n] gewesen.
- An Ossterwein 800 Emer.
- An Getraidt
- NB: Alles Landauer Maß
- Auf dem Ersten Cassten
-
An Waitz. 50. schaff
- Auf dem annder[n] Casst[en] der Pfisster
-
An Habern. 300. schaff.
- Auf dem dritten Casst[en], ob dem neuen gebey auf beeder
-
Pöden.
-
An Khorn.200. schaff.
- Summa alles Verhanndtnen Getraidts
-
550. Schaff.
75
- Herr Michael der 38igiste Abbt.
- Michael Khürchberger zu Ossterhoven geborn, hat
-
den heyl. orden alhier unnder dem Abbt Diettmayr angenom̅e[n],
-
war ein Jüngling eines gueten [ver]stanndts unnd grosser hoffnung,
-
wurde baldt nach seiner profession auf die Studia nacher Ingol
-
statt geschickht, machte in dennselbigen ein gueten progress zu
-
seinem lob und annd[er]er verwund[er]ung, ist aber nach absolvierter
-
Philosophia anhaimbs gefordert; unnd alda die Jugent zulehrne[n]
-
zu einem schuelmaister; baldt hernach zu einem Priester gemacht,
-
zu dem Cassten: unnd Khellerambt bestellt worden, in welche[n]
-
Ämbter[n] Er seinen verstanndt, vleiß, sorgfeltigkheit sowol in
-
denn Geistlich: als Zeitlichen Verwaltunge[n] also sechen unnd spier[n]
-
lass[en], das Er A[nno] .1605. den .19. May mit Consens unnd einver
-
stehe[n] des Hochwürdtigen inn Gott Vatters Hieronimi Abbtens
-
zu Eberach, alß diß orths unmitlbaren unnd ordentliche[n] Visi
-
tatoris, dann auch mit einwilligung des durchleicht. Fürste[n]
-
unnd Herrns Maximilian als Herzog in Payr[n], unnd Landts
-
Fürste[n] etc. in beisein in Nam̅en und statt erstgedachtens Visita
-
toris v[on] Eberach etc. Herrn Joann Deüser Abbten zu Fürstenzehl als
-
zu dennen sachen Verordneten ordens Com̅issarii wie auch des hoch
-
gelehrte[n] Herrn Poncratii Mos[c]henbach der heil. schrüfft Doctor
-
Hechstgedacht S[ein]er Fürst. D[u]r[chlauch]t Rhat, unnd bey unnser liebe[n] Fraue[n]
-
zu Minichen Dechant, alß auch zu disen sachen deputierten Com
-
missarii etc. nit allein v[on] dem Abbt Diettmayr; sonnder auch ein
-
em lob. Convent durch ein ordentliche wahl welche in 13 Votis
-
schrüfftlich gegebe[n] bestanndten, zu einem Coadiutorn derge
- stalt erwehlt worden, das Er nach wille[n]: oder absterben
-
öffters gedachtem Herr[n] Diettmayri, wass diser wahl sol
-
würkhlich ohnne annd[er]e wahl erwohlter Praelath werde[n] und sei[n],
76
- Unnd ob zwar unnder den .13. Conventualn zwe[n] nit ein
- gewilliget, hat doch der Hochwür. in Gott Vatter, unnd Herr
- Johannes Marthinus des heyl. Cistercienser ordens Abbt zu
- Clariloci: oder Hellenorth der heil. schrüfft Doctor unnd Professor
- von dem algemainen General Capitl durch das ganntze obere
- Teisch: Schweizerlandt, Khönigreich Pöhm: unnd Pollen mit aller
- volmacht, bestelter Com̅issari[us] A[nno] .1608. den .25. Tag Monats
- Febr. obgedachte vorganngne wahl in allem Guetgehaiss[en]: be
- cräfftigt: unnd genzlich abprobiert, wie auch alle darbey vor
- ganngne fähler aufgehebt, also zwar das nach Traurigem ab
- sterben dickhgedachtem unnd seeliger gedechtnus Johannes Diett
- mayri Michael Khürchberger A[nno] .1612 die Abbtheyliche würdte[n]
- ohnne weitere wahl hat angetretten, auch selbe in Zeitlich und
- Geistlichem durch ihme vorgegebne[n] gwaldt, angenom̅e[n].
- Er war ein Mann zwar Clain in d[er] Statur, aber groß in Tug
-
enten, fromb, Gottseelig, Andechtig, inn Ihme Pränn d[er] eiffer
-
vorderist die Ehr Gottes unnd seinem diennst, das lob der yber
-
gebenedeitiste[n] Ewige[n] Junkhfrauen unnd Muetter Gottes
-
Mariae, die wolfahrt unnd aufnem̅e[n] des heyl. ordens mit
-
hechstem vleiß zu allen begebenheite[n] zubefürd[ern].
- Der eiffer zu der Ehr Gottes unnd seinem Götlichem Diennst, auch
-
seiner aigene[n] Seel[n] nutz, hat Er sechen lass[en], in deme Er A[nno]
-
.1613. die obere Hof: St. Magdalena Capel[n] (.in
-
welcher Er ausser Gottes gewaldt Khrang: unnd Abwesenheit
-
nit allein täglich selbst Möss gelesen; sonnd[er] auch von einem
-
darzu absonnderlich besteltem Capola[n] lessen lassen und selb
-
ige gehört.) Dann auch die unnd[er]e St. Lienhard und Bern
-
hards Capell[n] zu seiner khonnfftige[n] begrebnus neu: unnd
-
v[on] Grundt auf Pauen: unnd darin einen schönne[n] zierlich
77
- v[on] Märblstain gehaute[n] Altar, als seinen Grabstai[n] auf
- richten; unnd baide Capelle[n] schönn außgipsen, welches allei[n]
- 220. f. gestanndte[n]; unnd mit Märblstain Pflasster[n] lass[en].
- Das Feur seines eiffers schläkht noch höcher aus, unnd treibt Ihn
- weiter, das Er auch den alten Chor als zu dem Gotsdienst
- sehr unbequemb, abreisen: unnd disen jetzt sichtbare[n] Chor
- ganntz neu: unnd vom Grundt auf A[nno] .1617. Pauen lass[en].
- Es were Ihme nit genueg ein schönne[n] Chor unnd Khürchen
- zuhaben, wolte auch selben innerlich mit stiell: und Hochen
- Altär[n] ziehr[n], massen dann auch gescheche[n], in deme der
- cosstbar unnd khunstreiche von zwaye[n] Prüed[ern] die Khager ge
- nannt, als Maller unnd Schreiner in Augspurg gemachte
- Chor Altar A[nno] .1619. meines wissens unnd beisein ist auf
- gericht worde[n], disen Altar zu gewise[n] Zeite[n] zu mehrer
- Ehr Gottes unnd seiner heyl. zuziehr[n], hat Er zu dem enndte,
- nit allein die grosse Prustbildter. S. Urbany S. Ursulae
- S. Eugeniae von guetem Silber geschlage[n], sambt d[er]o mit Silber
- geziehrt: unnd Ebnem Holtz fornierten Stöckhe[n]: sonnd[ern] auch noch
- annd[er]e acht schwarze zierlich unnd khünstlich mit villen unnder
- schiedlich[en] heil. khösstlich geziehrt: und eingesezte[n] heil. Reliquien
- unnd gebain verförttigte Altärl, Item die Gros Silber ver
- golde Monstranz, so in sich halt, ohne das glas .14. March 8.
- Loth, od[er] .232. loth, darzue Er hergeb[en] .11. March, od[er] .176. loth
- vom loth macherlohn .1. thuet .232. f. das March zuverguld[en]
- 2 Ducate[n] thuet .87. f. das glas .1. f. 20. Kr[eu]t[zer] d[a]s Fued[er]al
- .40. Kr[eu]t[zer] thuet zesam̅e[n] ausser des Silbers d[er] .11. March .321. fl.
- das macherlohn allein betr. hat aber lauth einer annd[er]n
- Zötl gekhosst .1012. fl. 30. Kr[eu]t[zer] Item zween Khölch von
- schöner geschmölzter Arbeith, unnd annd[er]e mehr, Nitwenig[er] zwe[n]
78
- groß[e] messingere leichter Pr. 300. f. ja auch alle in der ausser[n]
- Khürchen von Pildthauer unnd Maller aufgerichte Altär, sambt d[er]
- Canzl unnd mitten in d[er] Khürchen, in dem Rosenkhrantz hang
- entem unnser lieben Fraue[n] Pildt, wie auch die grosse Orgl mach[en]
- unnd den gannze[n] ganng, die obere .2. Khörl mahlen lasse[n], die
- obere Cussterey hat Er auch von neuem auf: die vorstehente
- Abbt Joannis Capell neu richten: mit zierlichen Cässten unnd
- cösstlichen ornathen als da seindt benantlich der Roth Silber
- gebluembte, der weis Silbene mit gelb[en] strichen, der Pöhmisch
- mit goldt gestickhte ornäthen sambt annd[ern] mehrer[n] Khürchen
- sachen wol einrichte[n] lass[en].
- Darbey zuwissen das diser Böhmische mit Goldt gestickhte or
-
näth zuvor gewest seint .3. Waldtrappe[n] das ist Rosstekh[en],
-
derer sich Fridericus Pfaltzgrav bey Rhein, als wider den A[nno]
-
.1618. [ver]stossnen Ferdinantum Secundu[m], von den Pöham̅er[n] auf
-
geworffener; unnd selbst aigner Persohn eingetrungner Pöhamb
-
ischer Khönig nachmals Wündterkhönig genannt, mit grossem
-
bracht gebraucht, aber in der fluecht nach beschechener gros: und
-
Pluetige[n] schlacht, auf dem weissen Perg zu Prach spötlich ver
-
lohr[n], unnd selbe der Wollgebornne Herr Hanns Friderich Frey
-
herr v[on] Penzenau gewester Vitzdomb zu Straubing zu seinem
-
Thaill bekhom̅e[n], unnd Endtlich an einer Schuldt meines bhalts
-
.1500. f. durch einen unns unbekhandte[n] Pact und Contract
-
mit dem Abbt Michael gemacht, alhero zu dem Closster
-
gegeb[en] hat.
- Diser ist nachmals von einem seidenstickher zu Straubing, welch[er]
-
solchen zu Pariß Gsellenweis hat machen helffe[n], zu disem
-
Formb: unnd Geistlichem Khürchen brauch, von dem heyl. liecht
-
mess Tag ann, bis auf die himelfarth Christi zuegericht; und
-
v[on] neuem nichts annders als die .3. strich an dem andepentio
79
- gemacht worden; unnd Er scheint das Gott seiner Ewige[n] for
- sichtigkheit disen ornäth zu der Khürchen Verordnet, in bedenckh[en]
- das khein menschlicher [ver]stanndt dem Mössgwandt den zuegehörig[en]
- Leviten Röckhen, wie auch dem andepentio, das zuvor in dem
- Weltlichen bracht unnd brauch schlöp vor der Guschen gewest, kheine[n]
- schönner[n] formb heten leichtlich geben unnd erfündten khönndte[n],
- stehet also diser ornäth besser ann, zu der Ehr Gottes einem ge
- weichten Priester unnd Dienner Gottes als zuvor einem unver
- nifftigem Thier zur eitlichkheit unnd bracht, eines hochferttig
- sündtige[n] Mensche[n] unnd mainaidtige[n] vermainten Khönig, deme
- zur gedechtnus der Gutsche[n] Rockh ganntz unverthrent verbleibt.
- Ich geschweige annd[er]er Kürchensachen, als zway[er] gros Silberer leichter
-
gros unnd clain Silberer weichbrunkhössl, groß unnd schwäre
-
Silbene Ampel, (.welche Ampel zwar nit Er sonnder der Woledl
-
gebornn unnd Gestrennge Herr Marggwardtus Pföttner ge
-
west. Fürst. Pfleger zu Mospurg, der alhier in dem Closster
-
Unnd orden einen Sohn mit Nam̅en Pernhardtus Pföttner Priester
-
unnd pfarrer bey St. Peter gehabt, mach[en] lass[en], und für sein pat
-
rimoniu[m] zu den oben angezogene[n] .3. Silber[n] Prustbilder[n] und
-
Hältthumbe[n] Ältärl darauf seine wappe[n] zuseche[n] nit ein
-
Wenig hergeschoss[en]. | unnd annders mehrers, welches in dem
-
Ersten Schwödtische[n] Khrieg auf Burghausen umb sicherheit
-
willen gefehlenet, aber aus Churf[ü]r[s]t. bevelch, durch darzue
-
gewis depudierte Com̅issarien, darund[er] wäre auch Abbt Than
-
iel zu Raitenhaßlach, derer die offt angezogene .3. Silbene
-
Pildter wegen der khunst erhalte[n], wekhgenom̅e[n], und mit
-
anndern[n] Silbergschier in Degl geworffe[n], darfür ein brief
-
Pr. 1000. f. lauttent hergebe[n] worde[n], machen lass[en] unnd
-
dises in Khürze von dem eiffer zu d[er] Ehr Gottes und seinem
-
Götlichen Diennst.
- Vonn der Lieb, Andacht, unnd eiffer, zu der Ewigen Junckhfraue[n]
-
unnd Muetter Gottes Maria, derff: und wil Ich nit vil schreib[en],
80
- Es zaigen unnd bezeuge[n], selbe genuegsamb unnd yberflissig,
- die werckh selbst[en], dann Erstlich hat Er Hechstgedacht unnser lieb[en]
- Frauen hem̅et (.welches sonnst in die Capellen zu Wenng ge
- hörig unnd wie der Alten mainung unnd hergebrachte Anssag
- ist, von dem heyl. Otto Bischoffen zu Pamberg, dises Clossters
- Ersten Stüffter aldahin geschenckht worden.) mit Cosstlichen Perle[n]
- yber die .500. f. werth durch ein Closster Junckhfrau zu Landts
- huet im Sellingenthall die Reinerin genant khunst: und zier
- lich stickhen, mit villen schenen benant: und unbenante[n] heilt
- thumbe[n] umbgeb[en]: dann mit einer schenner Procession unnd ge
- halthener Comedy von der Capell[n] St. Lienhard bis in die große
- Khürchen herauf transferiern unnd zu offentlicher Verehrung
- in einen darzue verordnete[n] Altar einrichte[n] lass[en], were
- aber nach viller: auch hocher Persohnne[n] urtheil: unnd mainung
- vil besser nuzlicher auch zu mehrer andacht, und gresserer
- Antrib unnd bewegung zu der andacht unnd verehrung dises
- Heiltthumbs gewest, wann selbiges ganntz in seiner ainfalt
- Vnnd ungezierter were verblib[en], der eiffer aber, Michaelis und
- Andacht wäre so gros, das Er nit wusste, wie Er dises heilt
- thumb gnuegsamb khundte ziehr[n] unnd verehr[n].
- Zum anndern hat Er auch zu mehrerem Lob unnd Ehr, d[er]
-
Himelkhönigin unnd wund[er]barliche[n] Muetter Gottes Mariae,
-
die Lob. Bruederschafft des heyl. Rosenkhranzs, in d[er] obge
-
dachte[n] unnser Lieben Fraue[n] Capel[n] zu Wenng, zu gross
-
em nutz unnd hail viller Seele[n] aufrichten: unnd zu disem
-
Enndte baidte Altär den hochen: unnd neben Altar auf
-
d[er] seiten des einganngs in die Khürche[n] machen lass[en],
-
doch ist bey Ihme der Hochaltar ungefasster verblib[en]. Bey
-
diser Pruederschafft würdt monnatlich Wündter: und Som̅er
-
den Ersten Monat Sohntag ein Gotsdiennst Predtig: unnd
81
- Umbganng gehalte[n], zu deme dann von villen umb: unnd
- weith gelegne[n] orthe[n] von baiderlai gschlecht, Man, unnd
- Weib, Jung, unnd Alt ein Grosser Zueganng ist, unnd an d[er]
- Seele[n] hail: der Ehr Gottes: unnd seiner Muetter: ein grosser
- nutz geschafft: auch sehr vil in obgedachte Pruederschafft sich
- einschreib[en]: unnd einverleib[en] lass[en].
- Aller Gueter Ding sollen drey sein, unnd also hat Abbt Michael
-
sein Lieb unnd Andacht zu der allerwürdigisten Muetter
-
Gottes mehreres zuerzaige[n], das beriembt unnd schönne Gots
-
haus und Khürche[n] zu Sam̅erei bey unnser lieben Frauen,
-
Neu: unnd von Grundt: auf die ainig und aigene Cosste[n]
-
des Clossters zwar mit: doch hart erlangtem Chur: unnd
-
Lanndtsfürst. wie auch Bischofflichem Consens, umb das Jahr
-
Christi A[nno] .1629. auferpaue[n]: dann auch nachmahls durch de[n]
-
Weichbischoff zu Regenspurg, weille[n] damahlen zu Passau kheiner
-
bey der stehl mit grossem Zuelauf unnd Freudte[n] des Volckhs,
-
auch grosser Sollenitet weichen lass[en], die ursach aber welche
-
den Gottseeliche[n] unnd Mariae Liebhaber Abbt Michael bewegt,
-
ist dise.
- Bey dem Paurnguet zu gedachtem Sam̅erey were schonn vor den
-
Jahren A[nno] .1521. ein Hilzene Capell zu Ehren des heyl. Hieronymi
-
aufgericht, welche von dem gemainem volckh, bey St. Grai[n]
-
genent, aber gar wenig verehrt, unnd in acht genom̅e[n] worde[n],
-
sonnd[ern] gemainelich offen stehen: unnd das vich aus: unnd ein
-
gehen lass[en], biß Enndtlich umb das Jahr Christi A[nno] .1619. dasselb
-
ige Paurnguett, aus Götlicher Verhengnus von dem Feur
-
welches inn der, dem Paurnhaus hart angelegener Mihl auß
-
khom̅en, in Grundt unnd zu Aschen: sambt dem Stadl so gar
-
wenig schritt ja schuech von gedacht hiltzener Capell[n] gelege[n],
-
verprunne[n], dergestalt das auch die Feurs flam̅en die hilz-
82
- ene Spelter Thiere Heillige Capellen hitzig umbfannge[n]; unnd
- also umbgebe[n], das auch die brinente[n] Nösst der umb diesselbe
- negst herumb stehente Paum auf das Tächel gefalle[n], die Wurtzel[n]
- derselben; wie auch annd[er]e herumb stehente Holler: unnd annd[er]e
- staudte[n], dief unnder das Hilzene geschwöl hinein gebrune[n]: und
- verprune[n], Ja auch O Allmacht Gottes, ein Apflpaum so negst
- beigestanndte[n], wegen der gross[en] Prunst außgetoreth, und also
- mit seinen Treuen Nöst od[er] stambe[n] blos alda stehent verblib[en],
- des anndern Jahrs wider außgeschlage[n], Gegrüeneth, geblüehet,
- unnd Frucht getrage[n], die öpfl Khitten geschmachs der durchl.
- G[nä]digist. Churfürstin in Bayr[n] Elisabethae seel[ig]ister Gedechtnus
- nacher Minichen in diser intention yberschickht unnd verehrt
- worden, auf das Sye bey Ir Churf[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Maximiliano
- sovil erhalten wolle, auf das Ihme Herrn Abbt Michael, auf
- dessen Grundt unnd Poden, negst ernante Capell[n] sambt dem
- Paurnguett Sam̅erei genannt, gestanndten unnd noch stehent,
- ein Khürchen von Grundt auf, umb die Capell[n] zuerpauen
- erlaubt unnd vergohnt wurde, welches dann auch doch lang
- samb mit villen Gericht: unnd briefwexlung geschechen unnd
- erlaubt worde[n], aber ohnne ainiche Churf[ü]r[s]t. beihilf; zu
- disem Werckh hat ihne nit allein das von Gott also wunderbarlich
- in mitten des Feurs erhaltene Capll[n], sonndern auch die
- nachvolgente Gnaden unnd wund[er]zaiche[n] bewegt, dann als
- nach geschechener Prunst, vill Volckhs die Prandtstatt unnd
- die darbey unverlezte Capelle[n] besichtiget, sprach ein Gott
- loser ma[n] vermessen zu d[er] Capelle[n] also, Wann etwas
- guets an dier währe, werst du allein nit bliben,
- Gott ließ dise Gottlose Rödt nit engestrafft, das Maul
- bleibt ihm nit allein offen: sonnd[ern] das unnd[er]e Khin, würd
- Ihm auf die seiten geruckht, also zwar das Er d[a]s Maul
- nit zuethain: noch redte[n] khundte, solanng bis Er in sich
83
- selbst ganngen, sein Sündt bereit der Capell[n] Ehr getho[n] und
- unnser Liebe Frau angeruefft, unnd umb Verzeichung gebett[en],
- unnd ob zwar Er das Maul widerumb auf unnd zuethein
- auch reden khündte[n], so ist doch Ihme zu einer gedechtnus unnd
- denckhzaige[n] das unnd[er]e Maul oder Khün mörkhlich auf der seitten
- stehennt [ver]blib[en] etc.
- Aiß disem unnd anndern Gnade[n] Zaiche[n], ist ein grosser Zue
-
ganng zu diser Heyl. Capelle[n] worden, also zwar das Sye auch
-
villen, dieselbe niemahle[n] gesechen, oder darvon gehört, sichtbarlich
-
in dem schlaf oder halb wachente[n] vorkhom̅e[n], welches alles Abbt
-
Michael mehrers bewegt, sein intention unnd vorhab[en] zu mehr
-
erer lieb Ehr lob d[er] Ewige[n] Junkhfraue[n] Mariae, zubefürd[ern]
-
wertkhstellig zemache[n], wie Ers dann auch Glickhlich zu seinem
-
Enndt gebracht, unnd die Khürche[n] nit ohnne grosse Cosst[en] vonn
-
Grundt aufgepaut.
- Sein wachtbare sorgfeltigkheit unnd eiffer des Heyl. ordens,
-
nutz, unnd wolfahrt zubefürd[ern], dessen Rechtsambe und Recht
-
auch hergebrachte Freyheit unnd Privilegia zu halten und zuer
-
halte[n], ist auch nit zuvergess[en], sonnder wol in acht zenem̅e[n], Er
-
hielte nit allein in seinem anverthraut als ein Threuer sorg
-
fehltiger vatter unnd hirt, sonnder auch in annd[ern] Ihme unnd[er]worff
-
nen Clösster[n] als ein bestelter Visitator unnd in ober[n] und
-
Nider[n] Payr[n] etc. Vicari[us] Generalis ein strenge nach der Regel
-
unnd Statuta wolgeordnete Disciplin zu dem Enndte Er all
-
zeit ein starkhen Convent gehalten, unnd Er allein yber die
-
.27: unnder dennen Ich Gerard[us] der lesste bin, in den Heyl.
-
orde[n] durch offentliche profession ann: unnd aufgenom̅e[n]
-
Ihnnen nit allein hier in dem Closster einen Professorem Phi
-
losophiae als meines vatters Brueder M. Nicolau[m] Hörg[er]
-
genannt Hörman, bestelt, sonnder auch Jährlich von zwee[n] .3.
-
4: auf annd[er]e hoche schuelle[n] als Ingolstatt unnd Dillinge[n], zu
-
des Clossters nutz unnd Ruemb bis zu dem enndt seiner Regier-
84
- ung geschickht; unnd Studieren lassen, wie eifferig aber Er sich umb
- erhaltung des ordens Freyheiten angenom̅e[n], erscheint nebe[n] annd[ern]
- villen grossen Thatte[n]; sonnderlich in dem dann alß der Erwür.
- unnd Hochgelehrte Herr Jacob[us] Golla ein Italiäner d[er] heyl. schrüfft
- Doctor des durchleicht. Fürsten unnd Herrn, Herrn Maximilani
- Herzogen in Bayrn Geistlicher Rhat, unnd Dechannt bey unnßer
- lieben Frauen in Minichen etc. in dem Jahr A[nno] .1617. bey Iro Pabst
- lichen Heilligkheit Paulo dem .5t[en] zweifels ohnne nit ohne beger[n]
- unnd unnderhandlung Hechstgedacht S[ein]er F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Maximiliani
- Gewaldt unnd erlaubnuß begert, unnd per Breve Apostolicu[m]
- würkhlich erlanngt, all unnd jede Clösster Mann: unnd Weibs
- Persohne[n] in gannzen ob: und Nider[n] Payrn zu visitiern, hat
- Abbt Michael alleinig Herschafft unnd bestenndtig sich Ihme wider
- setzt, auch nit zuegelass[en] daß Er Golla sein Closster Alderspach od[er]
- anndere Ihm unndergebne Clösster soll visitiern, sich aber in
- disem starkhen werckh unnd widerstandt störkh: unnd cröfftiger
- auch beherzter zumache[n], hat Er Erstlich alle ihm unndergebne
- ordens Praeläthe[n] zu sich beruefft, mit Ihnne[n] Rhat geschlage[n],
- unnd dises beschlossen, Erstlich soll khein eisserlicher Visitator
- der nit des ordens ist, oder von des ordens obrigkheiten
- mit Genuegsam̅e[n] Gewaldt bemechtigt unnd geschickht, nit
- annderß soll an: und aufgenom̅e[n] auch eingelass[en] werden,
- alß ein Gasst, deme auch nit als einem Visitatory sonnd[ern]
- blos alß einem Gasst, alle Ehr, lieb unnd Freundtschafft erzaigt
- werde[n], zum anndern wann aber ainer dergleiche[n] Visita
- tor mit Gewaldt zu visitiern sich unnd[er]stundte, unnd un
- verhoffter wurde anckhom̅e[n], soll der negst ligente Praelath
- des Clossters welches disen Gewaldt leidt, ohnne alle[n] [ver]zug
- Iro F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t alß Landtsfürssten in Bayrn etc. supplicando
- anlauffe[n]: unnd instanndt beger[n], biß unnser Hochwürd.
- Vatter unnd des ganntz[en] ordens General dessen Pericht und
85
- Von dem Bäbstlichem stuell an welchen Er dises schon würkhlich hat
- gelannge[n] lass[en], ein gemessnen bevelch unnd bschaidt erlanngt.
- Drittens wann einer v[on] des ordens sachen wurde nachfrage[n],
- od[er] von denn Religiosen ein Aydtschwur zubeger[n] sich wurde
- vermessentlich unnderstehe[n], soll Ihme von kheinem ainige ant
- wortt gegeb[en]: vilwenig[er] der Aydtschwur abgelegt werden.
- Vierttens sol khein Religios Er hat gesündiget wie Er wol, ohne
- vorwiss[en] des Vicarii ausser der provinz gelassen: sonnd[er]
- aintweders in seinem Closster abgestrafft: oder nach schwäre
- d[er] ybertrettung zu dem Vicario geschickht unnd von Ihme
- Gestrafft werde[n].
- Dann unnd zum anndern hat Er dise unrechtmessige Visitation
-
unnd des Doctor Golla begern, sonnder auch dise .4. geschlossne
-
Puncte[n] durch einen aigene[n] Religiosen alhie professen P.
-
Paullu[m] Reisser auf Cisterz zu dem General geschickht, hilff:
-
unnd wie Er sich in disen sachen dem orden unnd seinen Frey
-
heite[n] ganntz und schnurkhradt zuwider zuverhalten habe, so
-
eiffer: als diemüettigist begert, dieweillen aber unnd zum
-
dritten, unnd[er] diser Zeit unnderschidlich unnd scharpfe von S[ein]er
-
F[ü]r[s]t. D[u]r[chlaucht] Maximiliano bevelcht; an Ihme Abbt Michael,
-
das Er offters gedachtem Apostolischen Gwaldt unnd beger[n] sich
-
nit soll also widersetz[en], sonnder Ihme das Closster Schenenfeldt
-
zu visitiern zwe[n] aus seinem Closster Religiosen als Assis
-
tenten zuschickhe[n] unnd zuezegeb[en], dann auch das Er daran
-
und trob sey, das alle von Golla in dem Closster Sellingen
-
thall unnd[er]lassne Visitations Puncte[n] vleißig gehalte[n] werde[n],
-
abgannge[n], Ist nit zuverhalte[n] wie eifferig unnd beweglich
-
Abbt Michael seinem Landtsfürsten habe geantwortt, wie aus
-
disen anthwortte[n], welche umb gedechtnus wille[n] billich hieher
-
zusetz[en], Clar unnd lautter scheint etc.
86
- Diemiettigiste Supplication
-
an Iro F[ü]r[s]tl- D[u]r[chlauch]t in Bayrn etc.
- Durchleichtigister Fürst Genedigister Herr etc. Eur
-
D[u]r[chlauch]t sein mein diemiettiges Gebett zu Gott unnd schuldtigiste
-
Diennst, eißersts Vermöge[n] In unnderthenigister Gehorsamb zu
-
vor. Eur D[u]r[chlauch]t bevelch sub dato .6. Febr. hab Ich denn
-
.11. eiusdem mit gebürender Reverenz zu Recht empfange[n]
-
Inhalt: das Ich Herr[n] H. Golla als Ir Hey. Delegato in
-
vorhabenter unnsers Heyl. Ordens Visitation nebe[n] noch
-
ainem meinem Conventual[n] assistentiam laisten solt,
-
mit mehrerm Vernom̅e[n], nun haben sich Eur D[u]r[chlauch]t noch g[nä]digist
-
zuentsünen, welchermassen verschinen Sommer vertigs Jahr unsers
-
Heyl. Ordens Oberhaubt R[everendissi]m[us] n[oste]r Generalis, selbst aigner Per
-
sohnn im Teutschlandt alle Clöster, wie nitwenig[er] in Payrn
-
me assistente Persohnlich visitiert, unnd hiesige Provinz
-
in solchem stanndt befundten, darob sye ein G[nä]diges gefallen
-
Trage[n], gestaltsamb ich selbste[n] obligente Pflicht und gwissens
-
erinerung halben Inner .5. Jahre[n] vier mahle[n] alle unnd jede
-
mir unndergebne Closter miglichistes vleiß visitiert unnd
-
dahin reformirt, das ohnne Ruemb zemelden in hundert und
-
mehr Jahr[n] tam in temporalib[us] quam spiritualib[us]
-
so nit floriert hab[en]; unnd ist; ob Gott wil die Clesterlich
-
Disciplin in dem wese[n] gar nit, welche v[on] einem Laypriester
-
so khein ordens Regl nie profitiert, unnd[er] khainer Obedienz
-
nie Gelebt, umb unnsers Heyl. ordens Statuten Defin
-
ition exemption, unnd im̅unitet das wenigist wiss[en]
-
nit hat, mit grosser beschwerung der Closter, Confundirung
-
Clössterlicher Tranquillitet, unndertrunckhung unnsers heyl.
-
Ordens von .500. unnd mehr Jahr[n] wohl zuegebrachten
87
- yeblich unnd rueig in habente[n] privilegien Im̅uniteten Ex
- emption, unnd Libertäte[n]; mieße reformiert werde[n]; De
- Concensu Coabbatum ain aigen Procuratorem nach Cisterz
- unnserm Herr[n] General zuegeschickht mich bey seiner hochwürd.
- wessen ich mich als des heyl. ordens derzeit Vicarius verhalt[en],
- zuerkhundte[n], auf welches Iro Hochwürdte[n] an alle unnd jede Re
- gulares Personas ain scharfs Decretum inhibitionis sub in
- o[mina]biliae paena et Censuris ordinis, heraus geordnet, obgedachte[n]
- Herrn Golla[m] nit zu admittiren, obediern, vilwenig[er] Jura
- mentum praestieren, mit dem außtruckhlichem Zuethain,
- Ir Hochwürd. welle[n] das negotium alßbaldt durch denn
- ordens General procuratorn in Curia umb abstellung
- anbringe[n], wie beschechen in mass[en] mir den .6. dito von Rom
- auß durch Herr[n] v[on] Sallmanschweiler ain monitoriu[m] an Herr[n]
- Gollam, sich in unnsers ordens sachen nit einzumische[n], zue
- khom̅e[n], welches Ich Herrn Gollae s[ecun]d[u]m forma[m] Juris Coram
- testib[us] et Publico Notario, an orth unnd tag wies es Eur
- D[u]r[chlauch]t selbst geföllig sein würdt, zu Intimirn urbietig, Ist
- demnach an Eur D[u]r[chlauch]t mein Unnderthenigist, diemiettigist,
- umb all Liebe Gottes, unnd unnsers heyl. Vatters Bernhardi
- wille[n] ganntz flechentlich bitte[n], Eur D[u]r[chlauch]t als des heyl.
- Ordens sonnder Patron, Defensor, Conservator, Fami
- liaris unnd einverleibt, mitglidt G[nä]digist disem gedacht
- em obzulege[n], als solt Herr Golla besser wiss[en] zu visitirn,
- reformirn, unnd corrigiern, weder unnser Herr General
- selbst, quem Viriu[m] integerrimum et Sanctum ausim
- affirmare, So aber Ir D[u]r[chlauch]t von mir annd[ern] ordens Per
- soh[n]: od[er] Gotshaus was ungleichs vorkhom̅e[n], so Reformirns
- bedürfftig, bin Ich des unnderthenigiste[n] erbiettens alles
88
- möglichisten vleiß fürzenem̅e[n], unnd alles das für mich selbst
- thuen und hanndl[n] mecht, das Breve Apostolicu[m] ist also be
- schaffe[n], das woll abzunem̅e[n] es sey Suae Sanctitatis meas
- unnd intentio nit, unnsern heyl. orden Gewaldt gescheche[n]
- zelassen, Es würdt auch Herr Praelath von Kheysershaimb fürt
- so gelehrt, gwissenschafft unnd eyfferig beriembt, das man Er
- iuxta Consil. Trid. Sess. 21. Cap. 8. Decretum, seines
- Ambts erünnert, mit solchem ernst begerte Reformation
- für die hanndt nem̅en werde, darob Eur D[u]r[chlauch]t G[nä]digist content
- sein werde[n], Imfahl aber Ir D[u]r[chlauch]t je wider alles verhoffe[n], in Irer
- intent beharre[n], unnd mehrbesagten Herrn Golla mit gewalt
- einzetringe[n] ein als den anndern weeg gesünet, So bitt Ich
- abermahle[n] durch Gottes unnd der Allerheilligisten Junckhfraue[n]
- Maria wille[n], Eur D[u]r[chlauch]t wolle[n] mich der Praelatur mit Ga.
- entlass[en], und auf ain annd[er]e ordens Persohn gedacht sein,
- Seitemahle[n] mir besser an aim stab aus deren Closter und Landt
- außzieche[n], als durch meine[n] Connivenz den heyl. orden
- ohnne ursach unndertruckhe[n] zelass[en], begers umb Eur D[u]r[chlauch]t
- Lanngwürig fridtsambe Regierung zeit unnd Ewige wol
- fahrt auch sambt der ganntz[en] Provinz unnd Mössopfer
- diemüettigist zubeschuldte[n], Eur D[u]r[chlauch]t mich unnd den ganz[en]
- Heyl. orde[n] zu fürstlich bestenndtige[n] Gnade[n] unnderthenigist
- bevelchenndt.
- Anndere Supplication
- Eur D[u]r[chlauch]ten Genedigisten bevelch Sub Dato .2. Martii
-
hab Ich den .8. mit gebürenter Reverenz zu Recht empfange[n]:
-
daraus mit sonnderm Trost vernom̅e[n], wie das Herr Gollae
-
Visitation nit auß Eur D[u]r[chlauch]t geheys gescheche[n], so bin Ich
-
d[er] gar nit welcher Ir H. mandat unnd Disposition muett-
89
- willig anzefechte[n] begerte, In massen Ich nun mehr bey 24.
- Jahr[n] passive unnd praetice zu obedier[n] wol gelehrnt, wa[n]
- aber das Breve Ap[osto]licum, Herrn Gollae, gwalt blos so offts
- vonnethen sein würdt zu visitiern: Expresse limitiert: die
- Appellation darin nit insitiert ist, Alß bin Ich noch d[er]
- unnderthenigiste[n] Zuversicht, wie auch diemüettigist bitten Eur
- D[u]r[chlauch]t wollen unnsers heyl. ordens Herrn General zu ungnade[n]
- nit vermerkhe[n], das sein Hochw. noch Rom Appeliern Ir
- D[u]r[chlauch]t mit mehrerm zu informiern obs vonneten sey, das yber
- beschechenes Ir Hochwürd. Persohnlichs so Geistlichs strenges Visi
- tieren abermahl ein neue Visitation mit grosser beschwär
- ung der Closter, v[on] Herrn Golla mueß fürgenom̅en werde[n],
- In mitls, unntzt sich Ir D[u]r[chlauch]t ferners Resolviern, wil mir
- ainmal nit gebüre[n], wider meines Generals außtruckhlichs
- Verbott mich mit vergebung des heyl. ordens Freyheiten
- gege[n] Herrn Golla einzelass[en]: Unnd bitt Eur D[u]r[chlauch]t abermahl[n]
- Unnderthenigist, durch Gott, Eur D[u]r[chlauch]t wellen mir dise mein
- diemüettigiste, nothwendtige entschuldtigung für khain Con
- tumatia oder unbschaidenhait halten, derselben sonnst in anndern
- aller diemüettigist zugehorsam̅en, dieweil ain lebendiger
- Tropffe[n] bluets in mir bin ich so willig als schuldtig, das
- moritorium laudet auf des ganntz[en] heyl. ordens, aber nit
- aufs Closster Ald[er]spach, Privilegia, welche Eur D[u]r[chlauch]t Ich zwar
- allergehorsambist vidimiert yberschickht, es ist aber nit uni[us]
- diei labor, sonnder ain ganntz truckhts Puech, in .4to unnd
- erstrekht sich allain usq[ue] ad Innocentiu[m] .8. inclusive
- d[er] nachvolgente[n] Bäbsten Confirmationes, unnd nova pri
- vilegia usq[ue] ad modernum S. D. Paulu[m] .5. werde[n] zu
- Cisterz in archivo aufbehalte[n], haben zwar Eur D[u]r[chlauch]t ein
- Abschrüfft ex Innoc. VIII. den heyl. orden erthailt, und
- vonn nachvolgente[n] Bäbsten Confirmierten privilegio
90
- G[nä]digist zuempfannge[n] weil Ich aber khain Notarium beihande[n]
- hab Ich nit vidimirn lass[en], würdt in quaestionibus Rege. R. P.
- Emanuelis Ruderici auch gefunden.
- Durch disen seinen eiffer unnd starkhen widerstanndt, hat Abbt
-
Michael sovil erhalte[n], das ob zwar offtgedachter Golla die zway
-
Frauen Closster, als Schenenfeldt, unnd Sellingenthall visitiert,
-
hat Er doch sovil auch durch seinen Apostolische[n] Gwaldt nit er
-
zwinge[n], unnd die sach dahin bringe[n] khündte[n], das Er zu Ald[er]spach
-
unnd annd[ern] unnsers orden in Bayr[n] gelegne[n] Closstern, als ein
-
Visitator eingelass[en] sonnd[er] blos als ein Gasst ann: und aufge
-
nom̅e[n] worden.
- Unnder disen grossen unruehe unnd ordens Geschäfften, hat Abbt
-
Khürchberger das vorgesezt, des Clossters haußwürthschafft nit
-
vergesse[n], sonnder wie Er das Closster, sowol inn den gebeüe[n] als
-
Güettern, Gilt, Stüfft, unnd Diennst khundte mehre[n], Ist Er all
-
zeit sorgfeltig unnd beflisse[n] gewesen, massen dann Er neb[en]
-
dem oben angedeutten neuen Chor Cussterey, Hof Capell, alle
-
Altär in d[er] Khürche[n]; die Er hat mache[n] unnd von Grundt auf
-
pauen: Nitwenig[er] auch das grosse Refectoriu[m] gewölb[en]:
-
mit schenne[n] Täfferwerch ziehr[n]: und den darauf oberen
-
gewölbte[n] Sahl sambt dennen .2. gemahlte[n] Stuckh[en] mach[en]:
-
erstlich zwar mit villen beschidt von Lautter Märblstainen
-
Pflasster[n]; nachmals aber; dieweil die mörkhliche vorsorg
-
were, das Gewölb wurde solchen lasst lengers nit trag[en]
-
abtrage[n]; unnd den Pode[n] mit pröd[ern] löge[n] lass[en], zu deme
-
so hat Er auch das Cranckhenzimer von grundt auf: wie auch
-
einen ganng von seiner Hofcapell[n] St. Maria Magdalena
-
biß zu dem gedachten Khranckhenzimer: von neuem aber ohne
91
- schlechten nuz mehrers unglegenheit wille[n], aufpauen lass[en].
- Nitweniger so hat Er auch den Stuetten: wie auch den anndern
- Stadl gege[n] dem Convent hinauf bis auf zween Thennt vo[n] Grund
- t auf machen lass[en].
- Seinen grossen Lusst hette Er in denn Gärtten unnd Khiellen Ge
-
wölbe[n], zu dem Enndte dann Er das Gärttl und schene Som̅er
-
hauß mit einem Chorprunne[n] darund[er] mit frisch springete[n] wasser
-
khiellen: mit Märblstain gepflasstete[n] gewölbe[n], wie auch ein
-
annders Gärttl unnd gewölb von seiner Capell[n] auß zuericht[en]
-
unnd yber dises alles, auch den grossen von Märblstain auß
-
gehaute[n] Rehrcasst[en] vor seiner Abbtey aufsetz[en] unnd den
-
Pronne[n] von der Gumpprechting[er] Waidt: auf ein neues herei[n],
-
in den Prone[n] und anndere vil orth des Clossters: alß Kuchel:
-
Pfister: Reithstall: Gärttl: ja auch ganntz für die Porthe[n] hin
-
auß inn einen stainene[n] Grandt: der noch meines gedenckhens
-
gefloss[en] fiehr[n] lassen. Unnd als Er umb das Jahr A[nno] .1624.
-
meines bhalts in ein schwäre Khranckheit gefalle[n], und ihme
-
die Rödt merkhlich genom̅e[n]: unnd zu resignirn, ernstlich
-
vorgenom̅en, auch solches v[on] seiner ordens obrigkheit begert;
-
hat Er zu disem Enndte, das neue Zimer auf der Pind[er]hitt[en]
-
jetzt die Stainene Stub[en] genannt ganntz annderst, unnd auf
-
ein neues zuerichten: und mit Märblstain Pflasstern auch
-
alle Tafel in dem Creuzganng mahle[n] lass[en].
- Die Güetter unnd Hofmarchen die Er zu dem Closster erkhaufft
-
seint dise.
- Hofmarckh Schmiadorf, v[on] Hannß Taniel von Plitterstorf,
-
auf Schmiadorf, und Khatzberg etc. lauth Khaufbriefs A[nno] .1635.
-
den .20. Monnatstag 9br. der Khauf aber und einandtwertt
-
ung d[er] Güetter Ist etliche Jahr Ehe gescheche[n], v[on] diser Hofmarch bleibt
-
das Closster dem Spitall zu Straubing noch hinaus schuldtig
-
2000. f.
92
- Hofmarch unnd Sitz Minichshaußen, von Sigmundt
-
Minichhauser[n] A[nno] .1619.|.
- Item die Auerische Güetter, als Wöhrer zu Wöhr, Stantz
-
inger zu Nidertrenbach, die Reißöckh Sölde[n] zu Wötterstorf,
-
sambt etlichen haus zehet, v[on] M. Christoph Grämlich baid[er] Rechte[n]
-
Baccalauri derzeit Closster Richters zu Raitenhaßlach A[nno] .1613.|.
-
Den .15 Jenner.
-
Item ain annd[er]er Zehent, d[er] Pußlerische Zehet genannt, von Erst
-
gedachtem Christoph Grämlich A[nno] .1621.|.
-
Item das Mändlguett zu Ähming A[nno] .1612
-
Flexedter zu Gessenbach A[nno] .1615.|
-
Thalledter alda A[nno] .1620.|
-
Stockhedt A[nno] .1614.|
-
Zwen Äckher zu der Wöbersölde[n] zu Gumpprechting A[nno] .1614.|.
-
Item ein Ackher zu d[er] Vorsstersölde[n] alda A[nno] .1636.|.
-
Item ein Wismath die Lohe wiß[en] genannt. A[nno] .1628.
-
Das Pruckhgietl zu Sam̅erei A[nno]. 1629.
- Lestlich hat Er zwar den hoff zu Gneixendorf in Ossterreich
-
welchen Abbt Partholom̅eus verkhaufft, widerumb erlest und
-
alhero mit grosser miehe unnd Cosst[en], kheufflich zu dem Closster
-
gebracht, darbey aber zwee[n] grosse Fähler begannge[n]; in dem
-
Erstlich in disem widerkhauff das Alderspacherische Grundtbuech
-
außtruckhlich ist außgenom̅e[n], unnd dem Herr[n] v[on] Neuhaus als
-
dises hoffs besitz[er] unnd Verkhauffer in den hanndte[n] geblib[en], welches
-
Er nachmals dem Grave[n] v[on] Warttenberg auf Grafeneckh
-
geschenckht, der jetzt solches besitzt unnd Jährlich außrueffen lass[en].
93
- Zum annder[n] hat auch obgedachter Herr v[on] Neuhaus alle vorige
-
Khaufbrief noch auf den heuntige[n] Tag in seinen hanndte[n], dise fähler
-
aber, seint nit also dem Abbt Michael; sonnder vilmehrer den da
-
mahlig[en] Lössmaister[n] als gewest ist, P. Joannes Meickhler unnd
-
Brueder Stephan zuezeschreib[en], transiat cum caeteris cruori
-
bus.
- Er hat nit allein das Closster mit disen Güetter[n], sonndern auch die
-
neue Bibliothec mit sche[n] neu auserlese[n] herliche[n] Püecher[n] gemehrt,
-
unnd solche[n] selbste[n] täglich mit unersöttlichem löss[en] obgelege[n].
- Unnder derzeit seiner Regierung hat d[er] Khrieg in Pöhamb seine[n]
-
anfanng genom̅e[n], unnd nachmals das ganntze Teisch: und unnser
-
Bayrlanndt yberzoge[n], also das man nit allein den Khürchenschatz
-
Erstlich auf Ingolstatt, dann auf Burghausen, wie auch lesstlich auf
-
Salzburg umb sicherheit willen hat müess[en] flechne[n]; sonnder auch
-
vill flichtige Geistlich unnd Weldtliche zur herberg aufhem̅e[n], mass[en]
-
dann unnd[er] Ihme Abbt Michael drey flichtige Convent alß von
-
Fürstenfeldt, Schenenfeld, Sellingenthall der maiste Thaill
-
der Religiosen unnd baider Closster, Closster Junckhfrauen, Chor und
-
Leischwösser[n], auf ainmahl befundte[n], unnd ein geraume Zeit bis
-
Sye lesstlich auch alhier wegen des einfahl des Khönigs in Schwede[n],
-
in unnser Ober: unnd Nid[ern] Payrn, sambt dem hiesigen Alderspach
-
ischem Convent widerumb Haben fliehen müess[en], nit ohnne grosse[n]
-
Cossten bey Khuchel unnd Kheller doch ganntz liebreich aufgehalte[n] worde[n]
-
So ist auch zu selbiger Zeit der obenangezogne Convent von Fürsten
-
feldt alhier versam̅blet die abwesenten sambt d[er]o von seiner Chur
-
f[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t abgeordneten Com̅issarien zu einer neuen wahl eines
-
neuen Praelathens mehrgedachte[n] Clossters Fürstenfeldt alhero be
-
ruefft unnd beschribe[n], auch durch ein ordentliche Wahl Herr Georgi[us]
-
Ächter zu einem Abbt unnd Praelathen erwöhlt worden, welcher
-
wahl zwar zween Seniores widersprochen, vorgebennt Es were in
94
- dise Election nit rechtmessig hergannge[n], sonnder Es habe sich in
- derselben ein Conspiration spiere[n] lassen, in vermuethung das die
- selbige allein durch die Junge Priester unnd Jung[en], welche gedachtem
- Georgen Ächter zuvor mörkhlich angehange[n] Geschechen, seint aber weille[n]
- Sye nit rechtmessige ursach unnd beweisunge[n] gehabt unnd vorbracht,
- ab: unnd zu Ruehe: wider Ir hoffe[n] und wille[n] gewissen worde[n], dises
- Von dem Krieg in Payr[n] von welchem villeicht volgents mehr ge
- schrib[en] solle werde[n].
- Diße unnd dergleichen Purdten, sorg, Khumbernus, Verderbung der
-
Güetter, und sonnderlich das verderblich auf: und abschlagung des gelts,
-
alda ain Taller, zöchen, ain Ducaten zwainzig Gulden gekhosst, nichts als
-
Khupfers geldt khainnize achtervürzer, mehr ybersilber als v[on] Silber
-
im schwung ganngen, auch Abbt Michael mit disem hoche[n] geldt sich bezahl[n]
-
lassen, haben Ihme nach unnd nach die Crefften des leibs [ver]standts und
-
die Rödt benom̅en, und annd[er]e schwerere Zuestenndt und Khranckheite[n]
-
verursacht, also das Er zu solchen schwär[n] Zeiten unnd Verderbung
-
des Clossters solche Purdte[n] lengers zutragen zu schwach und untheig
-
lich ist erfundten worde[n], Also das aus angezogene[n] ursachen
-
das Convent bewegt, alle abwesente beruefft ein Capitl gehalt[en]
-
yber Ires vorgesetzten unnd ein solange Zeit gehabten Threuen
-
hirten und Vattern | doch ganntz unwissent seiner | schwach und undicht
-
igkheit Rath gehalten, unnd geschloss[en], das dises schrüfftlich solle bey
-
Ir Hochwürden herrn Thoma Abbten zu Sallmansschweiller
- als damahlen der gannzen Congregation Cistercienser ordens
-
im obern Teischlanndt vorsteher unnd Vicariu[m] Generalem gebracht,
-
Unnd darbey dises begert werde[n], wie Abbt Michael wegen seiner
-
schwachheit, durch ein schenne weis unnd Manier zu einer frey
-
willigen Resignation güettlich khundte bewegt; unnd beredt werde[n],
-
wie Ich dann selbsten als damal der letzte profess unnd Junior
-
gedachtem Capitl unnd Rathschlagung beigewohnt, v[on] der gannz[en]
95
- Versamblung wider meinen willen bevelcht, unnd gleichsamb genött
- igt worden, gedachten brief unnd anbringe[n] aufzesetz[en] und zeschreib[en],
- Welcher auch gewürkht, unnd seinen v[on] dem Convent verlanngten
- effect erlanngt, massen dann zu diser vorhabente[n] Resignation
- Herr Adam Daniel Rempoldt Abbt zu Raitenhaßlach ein vor
- trefflich[en] Mann Adelich von gebliedt; noch Edler in den tugente[n]
- zu einem Com̅issario v[on] Hechstgedachtem Herrn von Sallmans
- schweill benennt und alhero abgeordnet worden, mit diser In
- struction unnd Pevelch, das Er erstlich als ein gueter Freundt:
- Ordens mitglidt: unnd denn Abbt Michael – welcher seiner wahl vor
- gesess[en], auch Ihme die infel alhier aufgesezt etc. – in seiner schwach und
- Khrankheit solle besuechen unnd Ihnne dreffen; auch wol einnem̅e[n],
- Lesstlichen aber, zu seiner grösser[n] Ruehe unnd trost, das besste unnd
- ainige mitl die Abbtheyliche Resingation Lieb unnd guet main
- ent vorschlage[n], welche guete wortt, bey Abbt Michael baldt ein
- guete statt gefundte[n], also das Er guet unnd freywillig zu resig
- niern genaigt unnd berait seye; sonnd[er] auch Herzlich begert, das Er
- Herr Abbt v[on] Raitenhaßlach mitl unnd weeg mache, das dises
- sein vorhaben unnd schonn lenst verlangt wie auch würkhlich
- von seinem Visitatore als Herrn Abbtens von Eberach begert,
- aber nit erlanngte Resingation fürderlich möge werkhstellig
- werden, welches dann auch geschechen, weillen Abbt Daniel
- seinen Com̅issionsbevelch in dem Puesen getrage[n], nit allein
- mit guetem sonnder auch lesstlich mit ernst die Resingation
- zubeger[n] aufzunem̅e[n], unnd nach diser zu einer neuen Elect
- ion zuschreitten einen Tag benenne[n], unnd selbigen aus ordent
- lichem Com̅issions Gewaldt vor: und beizusetz[en], welches auch
- glickhlich abganngen, unnd zwar A[nno] .1635. den .15. Julii ann
- deme Abbt Michael morgens fruehe in gesessenem Capitl
- zwar gehr[n]; unnd freywillig aber Cläglich nit ohnne bewegung
96
- d[er] umbstehenten sein Resignation abgelegt, nachmals aber
- durch ordentliche wahl Mathäus Gschwendt damahl Prior nit
- ohnne freudt unnd frolockhung viller, sonnd[er]lich des Abbt Michaels
- zu einem Praelathe[n] dises Closters erwöhlt worden, der dan
- Ihme nachmals alle lieb unnd Ehr nit annderst als seinem Vatter[n]
- bis zu dem Enndte lieb: und Treuherzig erzaigt hat.
- Wie aber Abbt Michael das Jenige Geldt welches Ihme sein vor
-
fahrer Abbt Diethmayr unnderlassen angewendt auch auf die
-
Zünsungen gelegt, Hat Er dessen gleich wie Er das erste mahl
-
hat wollen resignirn, dise Specification unnderlass[en].
- Specification
- Deß Gottshauß unnd Closters Alderspach.
-
auf Zünsungen anligenten: auch durch jetzig re
-
girenten Herrn Michael[n] Abbte alda, zu deß
-
selben ersprießlichkheit annderwerts verwendt
-
Unnd angelegte[n] Geldts.
- Erstlichen das durch Herrn Abbt
-
Johann Seeligen Außgelichne Ca
-
pitall.
- Dem Herrn v[on] Pienzenau zu Paumgartten, welches Hernach
-
von dennen, Herr Hannß Sigmundt Riederer etc. F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t
-
Pfleger zu Griespach ybernom̅en, gegen halbjeriger auf
-
khündtung, auf Jehrliche Giltzeit Michaelis vorgelich[en]
-
Ist bezahlt. 2000. f.
- Herrn Marthin v[on] der Lindten zu Götterstorf, gegen halbe[n]
-
Jahrs wideraufsagung, davon die Gilhzeit liechtmess[en]
-
Ist bezahlt. 2000. f.
97
- Herrn Hanns Sebastia[n] Lungen zu Tandern F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t
-
Pflegern zu Reichenberg auf obgemelte Aufkhündtung, und Zinß
-
zeit Maria Verkhindtigung.
-
Resstiert noch halb. 2000.f.
- Widerumben gemelten Herrn Lunge[n] darvon sich die Gilt Stephani
-
erfindtung verfelt, nach halbjeriger aufkhündtung
-
Ist bezahlt. 3000. f.
- Herrn Wolf Friderichen v[on] Closen zu Haydenburg seelige[n], auf halben
-
Jahrs wider aufsagung, unnd Giltzeit D[omi]nica Palmaru[m]
-
Ist völlig bezalt. 4000. f.
- Herrn Geörgen Grafe[n] zu Orttenburg etc. Aufkhündtung ain halb
-
Jahr, unnd Zünszeit Philippi Jacobi.
-
Ist durch Raintting abgelegt. 6000. f.
- Gemainer Lob. Landtschafft inn Bayrn etc. darvon die Giltzeit
-
Pfingsten unnd aufkhündtung ain ein halb Jahr gemacht worde[n],
-
Ist bezahlt wais aber nit waßgstalt. 10000. f.
- Dem Closster Ursee inn Schwaben, auf Ewig, darvon die Zinß
-
ung alzeit Pfingsten erlegt werde[n] solle,
-
Ist bezahlt durch den Chor Altar. 2000. f.
-
Herrn Wolf Christophen von Paumgartten zum Fraunstain,
-
auf Jehrliche Zünßzeit Mariae geburth unnd halben Jahrs auf
-
sagung,
Ist bezalt. 4000. f.
- Herrn Ferdinandt Freyherrn von Mächßlsrain zu Ahain seel.
-
Zünszeit Michaelis, Aufkhündtung ein halb Jahr, dargelich[en]
-
3000. f.
98
- Herrn Gundackher Freyherr[n] v[on] Tannperg zu Aurolzmünster,
-
gegen halben Jahrs wider aufkhündtung, unnd Verzinßung Mar
-
thini,
-
.1000 f.
- Summa des durch Herrn Johann Abbten
-
Seel. außgelichnen Gelts.
-
.39000. f.
- Das durch mich Michaeln
-
Abbten außgelichne Gelt.
- Herrn Hannß Sigmundten Riederer F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pfleger[n] zue
-
Griespach, lauth verschreibung darine[n] die aufkhindtung Pr. ain
-
halb Jahr unnd Giltzeit zue Weinnachte[n] bedingt worde[n],
-
Ist bezahlt. 1000. f.
- Herrn Geörgen Grafen zu Orttenburg etc. auch auf verstandtne
-
aufsagung unnd Giltzeit .1. May
-
Ist umb Raintting abgelegt. 4000. f.
- Herrn Friderichen Casimier Grafen zu Orttenburg, aber dene[n]
-
die Zünsung Mariae geburdt geraicht würdet aufkhündtung 1/2
-
Jahr.
-
Ist bezalt durch Mäming 4000. f.
- Widerumben ernanntem Herrn Friderichen Caßimier Grafe[n]
-
auch auf bestimbte aufsagung, unnd Zünßzeit Marthini
-
Ist bezalt durch Mäming 4000. f.
99
- Abermahle[n] erstgedachtem Herrn Friderich Casimier Grave[n] etc.
-
Ist bezalt durch Mäming 2000. f.
- Hannß Wolfen Goder zu Walxing umb Jehrliche Gilt Michaelis
-
unnd halbe Jahrs aufkhündtung
-
Ist bezahlt. 2000. f.
- Mehrgedachtem Herrn Goder, darvon sich sich der Zünß Georgi [ver]felt.
-
dargeliche[n]
-
Ist bezalt. 3000. f.
- Abermahlen Ime Hannsen Wolfen Goder, auf die Zinßzeit Mar
-
thini unnd ernannte halbe Jahrs aufsagung
-
Ist behalt. 1000. f.
- Herrn Wolf Friderichen v[on] Closen zu Haidenburg seel. auf ein
-
halbe Jahrs wideraufsagung, und Verzinsung zu Joannis Baptista
-
Ist bezalt. 3000. f.
- Hannß Pernhardten Goder zu Rambstorf, auf vermelte wider
-
aufkhündtung unnd Vergiltung Liechtmess[en].
-
Ist bezalt. 2000. f.
- Herrn Ott Hainrichen Freyherrn von Frenckhing zu Adldorf.
-
Zur halbe[n] Jahrs aufkhündtung unnd Zünszeit Georgi.
-
Ist bezahlt. 2500. f.
- Herrn Hannß Christophen von Nußdorf, zu Tittling, darvon
-
ihme alzeit .1000. f. aufzeford[ern] verwilligt, auf Zinßzeit
-
Marthini
-
Ist Abbt Mathaeo paar bezalt. 5000. f.
- Herrn Hannß Hainrich Freyherr[n] v[on] Thannperg zu Aurolzmünster
-
Hat umb Jehrliche Michaeli, darinen die aufkhündtung zu halbe[n]
-
Jahr benennt.
-
Ist bezalt. 500. f.
100
- Der Gemainen Statt Vilßhoven zur Giltzeit Liechtmess[en]
-
fürgestreckht. .1000 f.
-
Ist bezalt.
- Herrn Friderich Christophen v[on] Pienzenau zu Paumgartte[n] zur
-
halben Jahrs Aufsagung, und Giltzeit Michaelis
-
.1000.f
-
Ist bezalt durch den Pöhamischen ornät
- Herrn Hanns Geörgen Wessacher etc. F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pfleger[n] zu
-
Eggenvelde[n], Pr. ain Halbe Jahrs aufkhündtung [ver]zünsung
-
Michaelis .1000. f.
-
Ist bezalt.
- Herrn Urban v[on] Puechberg zur Giltzeit Marthini auf die auf
-
khündtung,
-
Ist bezalt. 700. f.
- Herr[n] Wigulo Hundt zu Stainach, seel. darvon die Giltzeit
-
Michaelis unnd ein Halb Jahr aufsagung,
-
Ist bezalt. 500 f.
- Hannsen Rieger burg[er] unnd Pierpreuen zu Aitenpach, auch
-
auf solche aufkhündt: und Jehrlich zu Catharina vergiltung,
-
600. f.
-
Resstiern noch 200. f.
- Hannß Taniel von Plitterstorf zu Schmiadorf, von denne[n]
-
sich zu Georgi die Gilt verfelt.
-
200. f.
-
Ist bezalt durch die Erkhauffte Hofmarch Schmiadorf
- Geörgen Wallner F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pflegsverwaltern zu Vils
-
hoven, ist gleichsfahls auf ein halbe Jahrs aufkhündtung
-
und zu Jehrlicher vergiltung Georgi glich[en] worde[n],
-
Ist bezahlt. .1000 f.
101
- Auf der Ch. D[u]r[chlauch]t G[nädig]istes beger[n], zu Gemainer Lob. Landt
-
schafft nach Miniche[n] erlegt.
-
.6000. f.
-
bezahlt durch Voitshoven.
- Summa deß durch Herrn Michaeln Abbten
-
auf Zünsungen angelegte[n] Geldts.
-
.44000. f.
- Item ist zur Löblichen Catholischen Pundts Cassa, mit erlegte[n]
-
Silbergschier richtig gemacht worde[n],
-
.1900. f.
-
Abermahls dahin gelichen. 3000. f.
- Summarum allen des Closters Alder
-
spach auf dem intere[ss]e anligennten Ca
-
pitals
-
.83000. f.
- Seitemahle[n] aber von vorbeschribnem Closter Ursee inn
-
Schwaben, die Jehrliche Zünsung niemahls ohnne vilfeltiges
-
zueschreibe[n] unnd Potenschickhen, auch wol etliche Jahrlang nit
-
eingebracht werden möge[n], Alß ist das aldort gelegne Ca
-
pital Mathias Khager Mallern in Augspurg, wegen nach
-
Alderspach geliferten Chor Altars an der bezallung yber
-
geschafft, unnd einhenndtig gemacht worden. Pr.
-
.2000. f.
- Verbleibt noch an außgelichenem Geldt Perressto
-
.81000. f.
102
- Volgt waß ernannter Abbt Michael
-
in Zeit hero seiner Regierung annderwerts zu
-
des Closters nutz, notturfft unnd befürderung
-
d[e]r Ehr Gottes angewendt.
- Inhalt der Stiefftbiecher, unnd Prieflicher Urkhundte[n] unnderschiedliche
-
Khauf zum Closster gebrachte Güetter, unnd Stükher getroffe[n],
-
alle solche Khauffsummae[n] sich erstreckh[en] Pr.
-
.14000. f.
- Auf Irer Hochf[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t G[näd]igisten Consens ist der Alte Pau
-
fehlige Chor in dem Grundt abgebroche[n], derselb neben annd[ern]
-
nothwendtige[n] Gepeyen von deuem auferpauet; unnd annd[er]
-
Verhanndtne Paufehlickheite[n] ersetzt, so sich in allem
-
belauffen auf.
-
.5700. f.
- Die darein Gemachte Fennster, Eisengatter unnd gestüell etc.
-
erstreckh[en] sich etc. Pr.
-
.3000. f.
- Die Neuen Altär, unnd Maria Pildt Sub Sole cosst[en]
-
in allem auf.
-
6000. f.
- Wegen der statlich verfassten Heiligkhtumb, umb erkhauffte
-
ornät unnd Püecher Ist bezalt worde[n],
-
.12000. f.
- Summa all obbeschribner Khauffs unnd Gebey
-
Außgab[en]
-
.41500. f.
103
- An solcher Sum̅a Ist mann Herrn Sigmunndten Münichs
-
seel. nachgelassnen Khünd[ern], wegen des aberkhaufften
- Süz
Minichshaus[en]; unnd darzue gehörige[n] Güetter[n], am Khauf
-
schilling noch zuerlege[n] schuldtig.
-
4000 f.
- Yber Abzug solcher schuldtigkheit, thuet die verstanndtne bezahl:
-
unnd abrichtung.
-
.375000. f.
- Ist zu wissen.
- Das Abbt Michael nach diser gemachten Rechnung,
-
begert, unnd nit erhaltnen Resignation nit allein in d[er]
-
Closster Khürche[n] die Canzl fünff Altär, alß Nemblich bey
-
unnser liebe[n] Frauen Hemet, bey dem Englischen Grues, bey
-
St. Joannes dem Tauffer, bey den heil. drey Khönige[n], bey
-
den fünff heilligen, hat mache[n]: sonnder auch das schenne
-
Gotshaus zu Sam̅erey von Grundt auf Pauen lass[en], dar
-
durch er dann den Peitl gelährt: unnd also thief auf den pode[n]
-
khom̅en, d[a]s nach seiner lessten Resignation unnd wahl eines
-
neuen Praelathe[n], yber fünff hundert G[u]ld[en] welche Er zuvor
-
in golt in das Priorat gelegt; gar wenig unnd zwar meines
-
bhalts, zway hundert und fünff; gefunde[n] worde[n].
- Beschliesslich hat Abbt Michael nach seiner geschechenen
-
Resignation begert, Gott: unnd ihme allein zudienne[n] hat
-
demnach sein ybrige khurtze Zeitlanng in Petten bethrachte[n]
104
- wol Gewohnt unnd unaußsötzlichem Lesst[en] zuegebracht und
- in der Ruehe das Zihl seines Lauffs erwarttet, ist aber v[on]
- dem Todt ybereillet unnd von seinen Pfeille[n] Ganntz unver
- hoffter gedroffe[n] worden, unnd zwar den .8. octob. ob
- gesetzte[n] Jahrs A[nno] .1635. auf dise weis der neu erwehlte
- Abbt Mathaeus Hat das ganntze Convent zu einer Recretion
- zugleich auch abfirttigung in Össterreich beisam̅en Esse[n] lass[en]
- auch darzue den resignierten lieben Abbt Michael beruefft und
- eingelade[n], denne Ich alß damahl Subprior abgeholt unnd
- zu mahl in dem lessten von dem Leithen Christi gefundte[n],
- Man sitzt zu Tisch Er isst unnd drinckht; Er erzaigt sich gegen
- all unnd jedem ganntz Liebreich unnd vätterlich, befilcht Endt
- lich d[a]s Convent absonnderlich aber einen Seniorem mit Nam̅e[n]
- P. Sebastianum Khäppler dem neuen Herr[n] praelath[en]: ma[n]
- singt ain Gesanng: Fuge fuge dilecte mi: villeicht nit
- ohnne vorsech: und schickhung Gottes: Abbt Michael thuet eine[n]
- Truckh aus einem claine[n] Gläßl lacht darbey hat sich erkhiern
- d[er] schlag: od[er] gwalt Gottes hat ihnn unnd[er] disem also ge
- troffe[n], das Er gleich an d[er] statt an dem Tisch unnder de[n] hendte[n]
- seiner Geistlichen Khünd[er] unnd mit Fried[en] ohne verreres Zaich[en]
- seine[n] Geist aufgeb[en], Unnd ob zwar diser Traurige: unnd
- unverhoffter fahl ihnne die heil. Sacramenter zuempfange[n]
- verhindert, Hat Er doch einen Tag zuvor mir alß damahl
- seinem ordentliche[n] Peichtvatter[n] Gepeicht: auch an seinem
- lessten Tag Meß gelese[n], unnd enndtlich die General ordens
- absolution empfange[n], Also das wür an seiner guete[n] farth
- wegen sovil unnderlassnem gueten werkhe[n] nit solle[n] zweifele[n]
105
- sonnd[er] ihme von Ganntzem Herze[n] die Ewige Rhue unnd auf
- erstehung winschen, Unnd dises auch darumb desto mehrer
- dieweil Abbt Michael schonn Lengst zuvor ja täglich auf die
- stundt und ankhonnft des Todts berait unnd gerichtet, mass[en]
- dann zu disem Enndte, schonn etlich Jahr zuvor Er ihme ein schwarze
- Chor khutten aus schlechter Leinwath zu im̅erwehrenter Ge
- dechtnus des Todts mache[n] lass[en]; auch darbey ernstlic be
- gert; unnd seinen lieben Verthraute[n] anbevolche[n], ma[n] soll
- ihnne nit alß einen Praelathe[n]; sonnd[er] als einen Gemainen
- Religiosen: unnd zwar in diser obenangedeute[n] Khutten
- begrab[en] lass[en], welches auch Gescheche[n], Ligt begraben in
- seiner darzu Verordneten St. Bernard: unnd Lienard
- Capelle[n] hat seinen Grabstain in dem Altar: und auf der
- Erde[n].
- Gott sey ihme genedig Amen.
- Weillen Unnd[er] dißem Lobwürdtigen Abbt Michael seel.
-
Gedechtnus der Krieg A[nno] .1618. in Pöhamb seinen anfang
-
genom̅e[n], unnd der gannze Teisch: ja auch unnser Payrlandt
-
öffters yberzogen, Hat mich für guet angeseche[n], ein Khurtze
-
Verfassung dises Kriegs alhero zusetz[en], unnd den nach
-
khömblinge[n] zu Ewiger Gedechtnus zuunderlass[en], unnd
-
zwar nit annderst als wie in Joannes Augustin[us] Pa
-
storius Kayß. May. Historicus unnd Rhat etc. inn
-
seinem Teischen Floro Khürtzlich [ver]fasst Hat.
106
- Verfassung
Des Teutschen Nördisch unnd Niederlandt
-
ischen Kriegs, und anndern Denckhwürdt
-
igen Geschichten von A[nno] .1618. biß auf.
-
Anno .1659.
- Der anfang alles ybelß Pfelgt Gemeinglich zu sein
-
die Zweispalt der Religion, oder die auflehnung der unnder
-
thonnen gegen Ire obrigkheit, und solches wahr zumachen
-
bezeigtem die rebellierende Hussiten in der würkhlichkheit
-
in deme Sye (.ohnangesechen alles Respects welchen Sye Irer
-
Keyser. May[estä]t als ihrem rechtmässigen v[on] Gott verordnetem
-
Oberhaupt schuldtig waren.) Anno. 1618 den Grafen Wil
-
helm Slabata Römischen Cam̅er praesidenten Grafen Jaros
-
laum Pozit Reichsmarschalle[n], unnd Philippum Fabricium
-
Secretarium in dem Prager Schloß aus den fenstern .40. Ell[n]
-
hinab in den graben stürzen thäten, welche dennoch alle drey
-
durch schickhung Gottes bey leben gebliben, dises alles unnd annd[er]e ur
-
sach, nach erschinenenem grossen Cometstern, erregte den Krieg
-
zwischen dem Kayser Matthias unnd den Pöhmen, Kayselich[er]
-
General war Graf Tampier dero Pöhmischen Graf von Thur[n]
-
wie aber die Pöhmen dem Tampier zu starckh khom̅en, schickhte
-
Albertus Ertzherzog dem Ferdinando .II. dann anno
- A[nno] .1619.
- starb Kayser Matthias ohn Leibserben, wechemwelchem Ferdinand
-
in der Kayser. Cron folgte den Buguoy zu hilf, disem
-
entgegen zog Graf Ernnst von Mansfeldt den Pöhmen zu
-
Unnd eroberte Pilsen mit Sturm
- Den .28. Augusti wurd von den sambtlich[en] Churf[ü]r[s]te[n] Ferdi
-
nandus .II. zu Frangfurt Römischer Kayser, unnd von denn
107
- maisten Pöhmischer Khönig erclärt, deme aber schnurstrakhs zu
- wider erwehlten die Pöhmen Fridericum Pflatzgraven bey
- Rhein, zum Pöhmischen König, und verstiess[en] also Ferdinandum,
- den Sye .1617. im Sept. gekrönet haten, dises verursachete
- einen grossen Krieg, deme sich auch Pethlehem Gabor einflecht
- ete unnd wegen seiner Macht König in Ungarn benenet wurde,
- Es halffen auch den Pöhmen
- Anno. 1620
- Die Oberössterreicher, die Mährer, die Schleßier, die Lausinzer,
-
unnd also starkh bemannet, belägerten sye Wien wie nunmehr
-
zum annder[n] mahl, und wurden v[on] Bucquoy, gleich wie d[a]s
-
erstemal abgejaget, in dem Er den Mansfelder erstlich bey
-
Nodlitz, zum andern mahl bey Langeloiß schlueg, das in
-
beiden Treffe[n] bey .2000. blib[en].
- Den .5. Aug. wurden die Oberössterreich[er], von dem Herzoge[n] in
-
Payrn, welcher der Catholischer liga General war, ganntz zu
-
mahle[n] geschlage[n].
- Den .3.t[en] Sept. schlueg Bucquoy die Böhmische bey Sinzendorf
-
zum drittenmahl, und blib bey .500. Todt, an Böhmischer Seite[n]
-
d[er] General v[on] der Cavalleria Herr von Feltz, unnd auf Kayser.
-
seiten General Leitnannt Caesati.
- Den .9. Octob. wolt Graf Tampier das Schloß Preßburg erober[n],
-
welches mit Pethlehems völckher[n] besetzt ware, wurde aber
-
vor dem Thor, in deme Er die Petarde anzuschlage[n] von sünen
-
ware, erschoss[en].
- Den .8. 9br. geschache die grosse schlacht, auf dem weissenberg recht
-
an dem Tage, da durch die ganntze Welt das Evangelium ge
-
lesen wurde, gebet dem Kayser was des Kaysers ist, unnd
-
Gott was Gott ist, unnd bliben der Pöhmerische[n] .900. die Kayser
-
ischen eroberte[n] zehen grosse Stuckh; unnd ungefehr .100. Fähnlei[n].
-
Graf Pappenheim ist verwundt unnder den Todten gefundte[n],
108
-
- Unnd Es verlohr der Graf Wahl seinen Arm, nach diser schlacht,
- ergab sich ganntz Böhm̅en wieder ann den Kayser, ausser Pilse[n],
- welches sich bis
- A[nno] .1621.
- Den .1. April erhielt, und die besatzung mit .140000. Reichstaller
-
ausgekhaufft wurde, Es volgte hierauf unnd ergab sich Mähren
-
dem Bucquoy unnd Schleßien, dem Churfürsten v[on] Sachsen, So
-
es an Kaysers seiten hielte, A[nno] .1621. Vergliche sich die Union
-
mit dem Marquis Spinola.
- Den .29. Jenner ist der Pann wider Pfaltzgrafe[n] Friderich, Johann
-
Geörg Marggrafen zu Jägerndorf, Fürst Christian von Anhalt,
-
Unnd Geörg Friderich Grafen von Hochenloh zu Wienn publi
-
ciert worde[n].
- Den .19. Julio schlueg Mansfeldt mit dem Tylli bey Weidthausen
-
baldt darauf noch einmahl, fiegte beide mall, unnd erschlueg der
-
Tillischen .3000. schlueg Er bey Mingelshaimb dem Tilli aber
-
mahl bey .2000.
- A[nno] .1622.
- Den .7. April ward solches revangiert und Schlueg General Tilli
-
den Marggrafe[n] von Durlach bey Wimpffe[n] .6000. Mann, bekham̅
-
2000. gefannge[n], eroberte .38. metalline Stuckh, 120. Fähnlein,
-
und .1500. Pagagi wägen mit Peut belade[n], Im Junyo eroberte
-
Bucquoy Ungarn wider, wurde aber bey Neuheusl erstochen.
-
Durch dessen Todt alles wider an den Pethlehem Gabor kham̅e, Er
-
machte aber gleichwol diß Jahr mit dem Kayser Fried, und begab
-
sich der Ungarischen Cron, dessen stelle zuersetz[en], kham Herzog
-
Christia[n] von Praunschweig, eroberte Westphale[n], Im Julio ergab
-
sich auch die Laußintz, an den Churfürsten von Sachsen, welches
-
viel miehe kostete, weil Sye der Marggraf von Jägerndorff
-
starkh beschüzete.
- Den .2. July wurde Herzog Christian, welcher sich Gottes Freundt
-
unnd der Pfaffen Feindt nannte, vom General Tilli Corduba,
-
unnd Anhalt bey Höchst geschlagen, unnd der seinen in 6000.
109
- ersäufft unnd erwürget, warunter .2. Grafen, einer von Eber-
- unnd einer von Löbenstain, Hierauf begab sich Herzog Christann
- zu dem Mansfeldt, bey welchem Pfaltzgrav Friderich anckhom̅e[n]
- war, verliessen aber die unnderpfaltz alle drey, unnd giennge[n]
- auf der Hollänndter begehr[n] auf Pergen ob Soom, solches weil
- es Spinola belägert Hate, zu entsetz[en]; dises zuverhind[ern] legt sich
- Don Corduba bey Floreach in denn weg, daryber es zum treff[en]
- kham, das Mansfeldt alle Pagagi, Herzog Christian aber den
- Linckh[en] Arm, unnd beide inn .3000. Ma[n] haben im stich gelass[en].
- Den .19. Augusti Don Corduba fühlete es auch wol, welches hieraus
- zuersechen war, daß Er den Mannsfeldter Pergen ob Soom
- zuentsetz[en] muste ziechen Lass[en], blieben Also jedem fasst .2000.
- Mann nach entsetzung Pergen ob Soom, wenndeten sich Mans
- feldt unnd Herzog Christian nach Ostfrießlandt unnd Westphal[n],
- Pfaltzgrav Friderich aber blibe in Hollanndt.
- A[nno] .1623.
- Den .7. Jenner ist die Kayser. Proposition zu Regenspurg für
-
getrage[n]: unnd den .5. Hornung Maximilian Herzog in Payr[n]
-
an des Pfaltzgraven statt zum Churf[ü]r[s]te[n] ernennet und inve
-
stiert worde[n].
- Den .6. Aug. wurde Herzog Christian bey Stattlo, Graf vonn
-
Mansfeldt aber bey Frisoit, geschlagen unnd blibe[n], dem Herzog
-
Christian .2000. dem Grafen von Mansfeldt aber .1000. Todt,
-
.9000. wurden gefanngen, 75. Fähnlein unnd .12 grosse Stukh,
-
so Innen die Holländer vorgelichen hatten, sein im stich gelass[en]
-
disem nach erhuben sye sich beide in Hollanndt, Engellanndt und
-
Franckhreich, neue Armeen aufzubringe[n], unnder dessen fiel
-
Bethlehem Gabor mit villen Türkhe[n] wider in Ungar[n], unnd
-
Schlueg bey Tyrna den General Caraffa den .6. De[ce]mb. auch
110
- Marggrafen de monte negro Hungerte den Resst so aus, d[a]s Sye
- fasst alle verschmachen musten, Schrieb darauf dem Kayser Arti
- cul vor, welche Ferdinandt mit dem Schwerdt beantworttete,
- unnd schlueg ihm Esterhasi bey Neutra das gannze Türkhische
- Heer, dises bewoge den Pethlehem Gabor zum anndern mahl
- Frieden zumachen, blieben also in disem Krieg von beiden theille[n]
- .9000. Todt, unnd nunmehr vermeinte mann, Es würde der Krieg
- ein Enndt hab[en], in deme des Kaysers Feindte alle gedämpffet,
- aber es gienge erst recht ann, unnd kham̅e[n] in disem Jahr.
- Anno. 1625.
- Herzog Christian, unnd Graf von Mansfeldt wider in Teischlanndt
-
hatten eine grosse Arm̅ee vo[n] allerhanndt völckher, [ver]wüestete[n]
-
das Erzstüfft Cölln, thätten aber sonnste[n] wenig.
- Den .25. Mart. wolte Khönig auß Denenmarckh Christianus
-
IV. auch nicht freyen, machte mit dem Niedersächsischen Craiß
-
eine Verbündtnus wider die Kayser. weillen selbe, wie Er
-
vorwandt, so weit umb sich grieffen, disem kam̅e die Kays.
-
Arm̅ee entgege[n], welche der Tilli mit dem Wallensteiner com
-
mandiert: den .20. Julii stürzte Khönig Christia[n] zu Hammel[n]
-
vom Wall, mit seinem Pferdt in den grab[en] .29. Schuech hoch,
-
welches vor ein böses omen außgedeutet würde.
- A[nno] .1625. den .4. Julii yberfiel Tylli die Tänische[n] bey Hano
-
ver, unnd schlueg deren bey .300. Todt, darunder Herzog Frid
-
rich von Sachsen, Altenburg unnd Obertraut waren, welch
-
lezter sehr betrauert worde[n].
- Den .10. Octob. wurden die Evangelische Rebellirendte auß
-
dem Ländtlein ob der Ennß geschafft, daryber die Paur[n] zum
-
anndern mahl aufstundten, unnd schluege[n] den Herzog Adolph
-
Von Holstein .1500. Mann, baldt darauf schickhet der Bayr
-
fürst .6000 Man auf sye, derer Sye wider .3000. erschluegen,
-
daß die Generalen im hembd entfliechen muesten, aber
111
- mahl schluegen Sye in drey Schiffen .300. Bayrische Todt, be
- lägerten Linz waryber Ir General ein Hutmacher erschosse[n] wurde.
- Welches Sye nur Verbitterte, das Sye einen anndern General
- Nemblich einen Schuster erwehlten, Linz noch einmahl angriffe[n],
- unnd nunmehr .80000. starkh ware[n], da schickhte der Payrfürst
- ihnnen den Lindlo entgege[n], Sye schluegen ihnn aber dermass[en],
- das Linz unnd Wienndarob erschrakhe[n], unnd diß geschache den
- 10 9br. sye Verlohrn aber auch .4000. Mann, darzue ihren Gen
- eral, wehlten aber alßbald einen Studenten zum dritten
- General, welcher sich als ein Tapfferer Kerl noch tapfferer machte,
- sye beruefften den Pappenheimer zur schlacht |dann er wurde nach dem Lindlo auf sye
- zuegeschickht.| Pappenheim kam, Sye schluegen ihm den recht[en]
- Flügel, Er aber betrog sye mit einem Kriegspossten, Unnd schlueg
- ihrer bey 6000. alles ungeachtet, sambleten sye sich abermahls, und
- verlohr[n] den .19. dito .2000. da begunten sye etwas zu Traur[n],
- ihr Student aber ermahnete sye so, daß Sye es noch einmahl wagt[en].
- Er selbst machte den anfanng, und sezte mit unglaublicher
- Dapfferkheit mitten in des Pappenheimers Heer, das Es
- sehr gefährlich stundte, wurde aber gefannge[n], unnd denn
- .20. 9br. darauf das gannze Heer geschlage[n], Wann sye zum
- Streit gienngen sungen sye allzeit: Erhalt unnß Herr bey
- deinem Worth, und Steur, etc. der lezten erschlagene[n] seindt
- gewesen. 7000.
- Im Decemb. schlueg der Mannsfeldt mit dem Wallsteiner bey
-
Dessau, unnd verlohr .3000. Mann .37. Fähnlein und 17 Stukh,
-
den .8. dito wurde Ferdinandt .III. zum Ungarische[n] König
-
gekhrönt.
- A[nno] .1626.
- Im Junio fieng Pethlehem Gabor den driten Krieg mit dem
-
Kayser ann, Wallenstein aber den Mansfeldt in Ungarn
-
verfolget, Trieb den Pethlehem wid[er] zuruckh, das Er also
-
zum dritten mahl mit dem Kayser Friedten machte.
112
- Den .10. Junii starb Herzog Christian von Praunschweig.
- Im Augusto schlueg König Christian mit dem Tylli bey Lutter, und
-
Verlohr .7000. Mann, warunder Philliphus Lanndtgraf auß Hess[en],
-
Fuchs, der Reuterey General, unnd vill grosse mehr geblieb[en]
-
sindt, 3000. seind gefannge[n] .30. stuckh geschütz, unnd .95. Fählein
-
von den Kayseliche[n] erobert.
- Anno .1627.
- Starb Graf Ernnst von Mansfeldt in Bosnia, als Er aus erheblich[en]
-
ursachen dem Krieg abgedanckht, unnd nach Venedig zu raise[n]
-
entschlossen hatte, Er starb zwische[n] zweyen Officiren stehennt
- ,
baldt darauf starb auch zu S. Martin in Ungar[n], Johann
-
Ernnst, Herzog von Weymar, welcher des verstorbene[n] Mansfeldt
-
Arm̅ee füehrete, unnd eroberte nun Wallenstein die ganntze
-
Schleßien wider, trieb den Mißlau, Holkhen, Baudis, und Rantz
-
au nach der Markh, welche sich nach dem Marggrafe[n] von Durlach
-
zogen, Unnd gienngen miteinander nach Holstein; hierauf stieß
-
d[er] Tylli zum Wallenstein, unnd folgten ihnnen, trieben Sye
-
auch ins eusserste v[on] Jütlanndt, bekham̅en darauf die meiste[n]
-
Völckh[er] in(.4. Sept.) Jütlanndt gefange[n], unnd verfolgten die
-
Dännen, (.18. Octob.) hierauf ergaben sich den Kayserlichen
-
(.14. 9br.) Nyenburg (.12.) Premerverde (.19 Decemb.)
-
Wolffenbüttel, welche alle mit Dänische[n] Völckhern besetzt war[n].
- A[nno] .1628.
- Gaben sich die Kayserlichen auf die Osst:See, nam̅en Pommer[n]
-
unnd Rügen biß auf Stetin unnd Stralsundt ein,
- Den .7. May eroberten sich auch Stade, unnd schlueg den König
-
in Dennemarckh der Wallenstein bey Wolgast .2000.
- Den .22. Aug. belägerte drauf Stralsundt, hier zwischen
-
nahm Tylli, welcher (.14. 9br.) absonnderlich kriegte Erem
-
pen ein, vor Glickhstatt aber wolts ihme nit glickh[en]
113
- Anno. 1629.
- Den .9. Julii Schloß der König in Tennemarckh mit dem
-
Kayser einen ewigen Frieden, Hierauf begerte[n] die Cathol
-
ische von denn Reichsfürsten alle Kürchengüeter, welche die
-
Weltliche defacto occupiert hate[n].
- Den .15. Novemb. starb Pethlehem Gabor an d[er] wassersucht.
- A[nno] .1630.
- Wurde Wallenstein auf dem Collegial Tag zu Regenspurg,
-
seines Generalats entsezet, unnd Tylli an seine statt ge
-
nom̅e[n], Wallenstein schriebe daselbst mit Kreiten auf den
-
Tisch: Hie ligt meine Reputation, unnd des Kaysers Cron,
-
die Churfürste[n] werden empfange[n] ihren Lohnn.
- Den .24. Junii Kam König Gustavus Adolphus aus Schwede[n]
-
Pom̅ern, dessen volckh vorher Stralsund, in welcher beläg
-
erung dem Kayser seel. zehentausent gebliben sindt befreidt
-
hat.
- Den .30. Julii ergab sich Stetin an den König, welcher nun
-
mehr .33000. starkh war, 25000. zu fues, unnd .8000 Pferdt,
-
Im Augusto schluegen die Schweden dem Savelli bey Rubnitz
-
.1500. Mann, Im Sept. Schluegen die Schweden mit den
-
Kayser. bey Stetin, unnd blibe[n] beiderseits .1500.
- Den .13 Decemb. gienng d[er] König auf Gripshage[n], eroberte
-
Es, unnd schlueg .2500. Todt, ruckhte darauf vor Garz,
-
die Kayserlichen aber, welche daselbst ihr Läg[er] hatten, ent
-
wichen unnd stekhten die Statt in den Prandt unnd er
-
hoben sich eilendts nach Frankhfurt an der Oder, denn
-
d[er] König 24000. starkh gefolget, unnd bey Königsberg
-
in der Marckh .1000. Croate[n] nitergehaue[n].
114
- Anno .1631.
- Hat der Churfürst von Sachsen ein Convent d[er] Protestier
-
endten gegen Leipzig außgeschribe[n], deme dieselbe fasst
-
alle beigewohnet, und unangeseche[n] sye von Kays. May.
-
hefftig abgemahnet wurden, ein Schlus gemacht.
- Den .9. Martii eroberte Tylli Neu Prandtenburg, und er
-
schlueg tausennt Schwedische.
- Den .3. April eroberte der König Frankhfurt an d[er] Oder
-
unnd erschlueg bey .3000. Kays. nam .4000. gefannge[n].
- Den .10. May eroberten die Kays. Magdenburg, Unnd blib[en]
-
d[er] Magdeburger .30000. durch Schwedt, Feur unnd Wasser.
-
Es hat die belag: unnd eroberung den Kays. bey .9000 Man
-
gekhosstet.
- Den .15. Junii wurden die Vertriebene Herzogen v[on] Mekhel[n]
-
burg, von König Gustaf Solenniter wider in ihr lanndt ge
-
setzt.
- Im Julyo schlueg der König sein Läger bey Werben, unnd er
-
schlueg der Kays. Reuter bey Purgstall .1000. Mann, umb dise
-
Zeit schlueg Gustaf Horn in Schlesien zu Grünburg .400 Kays.
- Den .25. Augusti hat Tylli sich der Statt Hall unnd Mersen
-
burg, darnach der Statt Leipzig bemächtigt.
- Den .29. dito Kam der König nach Wittenberg, alda Er yber
-
die 24000. starkh yber die Elbe gannge[n], unnd sich eint Chur
-
Sachsen unnd Prandtenburg coniungiert hat.
- Den .7. Sept. geschach die grosse schlacht bey Leipzig, alda d[er]
-
Kays. 9000. der Sachsen .2000. der Schweden .1500. erschlage[n]
-
worde[n], dem Schweden seint .29. Stuckh, Geschütz, 120. Fähn
-
lein zukhom̅en, Tylli selbst verwundt worde[n], unnd mit
-
Rudolpho Maximiliano Herzogen von Sachsen, dennen
-
Grafen von Pappenheim und Fürstenberg, erstlich nach Halber
-
statt gefloche[n].
115
- Den .8. Sept. verfolgte d[er] Könnig die Kays. traff Sye
-
bey Hall, unnd erschlueg ihrer wider bey .3000.
- Den .12 dito eroberte der Churfürst Leipzig wid[er].
- Den .18. diss, der König Erfurt darnach Königshofe[n] unnd
-
Würzburg.
- Den .2. Octob. Hat die Statt Würzburg sich ergeben.
- Den .8. eiusdem ist das Schloß mit Sturm erobert worden.
- Den .11. 9br. der Churfürst zu Sachs[en], Prag. darauf folgte
-
Pöhmen sambt d[er] Statt Eger.
- Den .17. dito ist der König von Schweden durch Frankhfurt
-
am Mayn, mit welcher Statt Er sich vorgehenten Tags
-
Vertrage[n], geritten, hat noch selbige Nacht höchst in seine
-
Gewalt gebracht.
- Den .13. Decemb. Mayntz, Oppenheim, Wallof, unnd wurde[n]
-
in beide[n] letzten bey .2000. spannische ersäufft unnd erschlage[n],
-
Unnd .20. Stuckh Geschütz erobert.
- Den .24. dito eroberte Pannier Magdeburg wid[er]
- A[nno] .1632.
- Den .19. Jenner eroberten die Schweden Wißmar, unnd hieb
-
Obrigster Lohausen von der besazung (. die sich dem accord nicht
-
gemeß hielt.) 500. Mann darnider.
- Den .1. Febr. eroberte Gustavus Horn Pamberg, der Tylli
-
schlueg ihn aber baldt wider hinaus, unnd erschlueg .4000 Schwede[n].
- Den .21. Martii Kam der König Gustavus in Nürnberg
- Den .28. dito eroberte Er Donnawert, unnd schlueg d[er] Kays.
-
.800.
- Den .5. April Kam Er yber den Lech, schlueg wid[er] .1000. unnd
-
Verwundet den Tylli, das Er baldt darauf in Ingolstatt
-
gestorb[en].
116
- Den .15. eiusdem gienng der König auf Ingolstatt, alda zu
-
recognosciren ihme d[a]s Pferdt unnder dem leib erschoss[en]
-
worden, deßgleiche[n] ward Marggraf Christoph von Pade[n]
-
darvor erschoss[en]
- Den .10. April erobert Er Augspurg, Hergegen d[er] Payrfürst
-
Den .28. dito Regenspurg, und den .4. May Wallenstain
-
Prag, der König aber.
- Den .27. Landtshuet, alwo Er König in Schweden in dem
-
Neu gebey seinen einzug genom̅e[n], ist aber yber ain stundt mit
-
darinen verblibe[n], dan nachmittag umb .2. Uhr bey haiderem
-
Tag hate es einen solchen erschrökhlichen Donners straich getho[n],
-
d[a]s d[er] König darob erthattert: und gesproche[n], alda ist mein
-
bleiben leng[er] nit, die Muetter Gottes ist zohrnig yber mich,
-
hat also gleich zu Pferdt Plasen lass[en], unnd zu der Statt
-
hinauß geritten.
- Die Closster Junkhfrauen zum Seelingenthall seint thails in
-
d[er] Statt verbliben, der mehrere Thaill aber, hat sich alhero gehn
-
Alderspach begeb[en].
- Den .14. May Minichen, alwo die Burgerscahfft sich mit .300000.
-
Reichst. ranzionirte[n], unnd schlueg der Canzler Oxenstirn
-
.1500. Spanische bey Lau (.15. dito.) Terekh
- Den .16. erschluege[n] die Schweden .4000. gewaffnete Paurn, bey
-
Breganntz hat der Churfürst zu Trier den Franzosen die
-
Vesstung Ehrnbreitstein eingeraumbt
- Den .6. Junii erschlueg der obriste Degenfeldt .600. Kays.
-
bey Düttlinge[n].
- Den .21. Junii haben die Schwedische Coblentz ingenom̅en
wie auch Mantebaur, Engens, Laenstein, Oberwesßel Pop
-
part den Franzosen eingeraumbt.
- Den .8. Julii Kam d[er] Konig Gustavus wider vor Nürnberg
117
- Verstärkht sich daselbsten in .75000. weillen Wallenstein
- (.der nun wider Generalissim[us] worden war.) auch der
- Bayrfürst eben so starkh da lagen, die Stat zubelägern
- Den .10. Aug. ist Trier nach etlicher tag belägerung denn
-
Franzosen ybergeb[en]
- Den .10. Julii wurden die Schwedischen v[on] den Kayser.
-
.200. hergege[n] den Kyser. von den Schweden bei Weisse[n]
-
burg .600. erschlage[n]; unnd ihr obrister Sparr gefannge[n]
- Den .24. Aug. grieff der König den Wallenstein in seinem
-
starkhen Läger ann, beschoß es mit .60. Stukhen, und bliebe
-
beiderseits vil volckhs, der König Verlohr .4000. Mann, die
-
Kayser. 2000. General Pannier ward verwundt, General
-
Torstensohn gefannge[n], die Kasyerl. verlohr[n] .2000. Graf Fug
-
ger, unnd General Caraffa blib[en]Todt.
- Den .28. Sept. zog der König von Nürnberg auf, unnd kam
-
nach villem Umbweeg mit dem Wallenstein (.der dem Sachsen
-
ins Lanndt gefalle[n] war.) den .16. 9br. bey Lüzen zuschlage[n],
-
da Er dann baldt im Anfanng gebliben, Herzog Pernhardt
-
aber erhielt die Victori, unnd erschlueg d[er] Kays. .9000 war
-
unter Pappenheim gewesen, unnd der Abt von Fuldt, auf
-
beiden seiten seind vasst alle obristen unnd Generalen verwundt
-
worden, die Kays. erhielten 60. Fähnlein.
- Den .26. 9br. ergab sich auch Franckhenthall an die Schwedische.
- Den .28 dito eroberte Gustaf Horn Benfeldte[n], unnd schlueg d[er]
-
Reingraf der Kays. bey Brysach .600.
- Den .27. eiusdem erschlueg der Pfalzgrav von Bürkhenfeldt
-
der Payrischen bey Lanndtshuet .600.
- Den .28. Decemb. A[nno] .1632. ward General Paudis von den
-
Cöllnische[n] auß Deüz getriebe[n]: aber das angezündte Pulver
-
schlueg die Kürch daselbst in die lufft.
- Den .29. dito starb Pfaltzgrav Friderich an der Pest in
-
Mayntz
118
- A[nno] .1633.
- Den .3. Jenner erschlueg der Rheingraf im Sundgau .2000.
-
gewaffnete Paur[n], unnd Pfalzgraf von Bürkhfeldt 1100
-
Lothringische, den .18. dito bey Heidelberg, welches Er eroberte
- Den .29. Junii erschluegen die Lüneburgische der Kayser.
-
bey Hammel[n] .7000. Mann, warunter ihr haubt Merode ge
-
wesen, verlohren alle Kriegsrüstung unnd Geschütz unnd .70. Fähn
-
lein
- Den .19. Julii eroberten die Luneburger, Hammel[n], Feldtmarschall
-
Kniphausen Oßnabrugkh, und das gannze Stüfft.
- Den .28. dito ist der Junge Printz von Dennemarkh in Schlesien
- erschossen worden.
- Den .18. Octob. wurden der Schweden von Wallenstein bey Stein
-
au. 2000. nider gemacht, Graf von Thur[n] unnd General Dubaldt
-
gefannge[n].
- Den .20. dito Hieben die Sachsen unnd Prandtenburg[er] bey Strel[n]
-
500. Croaten, unnd bey Crota .1000. Polackhe[n] darnider.
- Den .4. 9br. eroberte Herzog Pernhardt Regenspurg, hauete
-
den (.20. eiusdem.) bey Straubinge[n], .2000 gewaffnete Paurn
-
darniter.
- Im Jenner schluegen die Schweden .300. Kays. bey Eichstätt,
-
Unnd blieben die obristen Roßo unnd Karff bey Eger .500.
-
Croat[en] Todt.
- Den .25. Febr. ist der Generalissim[us] Herzog v[on] Fridlanndt sambt
-
den Grafen Terzky unnd Kinzky in Eger vom Gordann
-
umb leben gebracht worden, wegen grosser entdekhter
-
Verrätherey: darauf die Churfürst[en] dem König auß Un
-
garn Ferdinandum .III. Generalissimum begehrten.
- Den .25. May erschluegen die Sachsen der Kays. bey Lignitz 4000
- Den .14. Juny belägerte Ferdinand[us] .III. Regenspurg, Lag
-
sechs wochen darvor, gewan Es entlich mit accord, Unnd
-
kostete ihnn dise belägerung Vierzehenzausent Ma[n], dann
119
- Ihme acht Tausent erschlagen worden, Sechstausent
- gestorb[en] unnd verlauff[n].
- Den .10. Julii eroberte Herzog Bernhardt Landtshuet wid[er],
-
unnd schlueg in der Statt tausent Mann darniter, Gen
-
eral Altring[er] wolte der Statt zu hilff khom̅e[n], wurde
-
aber auf der Prukh daselbst erschoss[en].
- Den .16. dito gienng Regenspurg yber, die belägerte hab[en]
-
nicht mehr als vierhundert fünff unnd Sechtzig ausfähl
-
gethonn, ihr Commandant war General Maior Lars
-
Kagge, ein tapfferer Soldat, haben auch nicht mehr als
-
Süben Generalsturm abgeschlag[n], entlich gebrach es ihnne[n]
-
an Pulver.
- Den .18. dito Verließ General Bannier Prag, welches Er mit
-
den Chur Sächsischen unnd Prandtenburgischen belägert
-
hate[n], unnd erschluege Gener. Stalhans bey Brandeiß 400:
-
Croate[n].
- Nun versambleten sich all Evangelische Arm̅een] im Reich,
-
unnd wolten Nördlinge[n], welches die Kays. belägert
-
hatt[en], entsetz[en] daryber.
- Den .17. eiusdem es zu einer grausam̅en Schlacht kam̅e,
-
unnd bliebe[n] der Schwedischen .12000 Mann .6000 wurde[n]
-
gefannge[n], darunter gewesen, Feldtmarschall Gustaf Hor[n],
-
Graf Craz, General Maior Rosstein, General Maior
-
Schaffelizky, unnd annd[er]e .14. obristen, der vornehmbsten
-
so erschlage[n] waren, ein Jung[er] Marggraf von Anspach, ein
-
Herr v[on] Zerotin, obrister Weitberger unnd anndere mehr,
-
Es wurden bekhom̅en .80. Stuckhe, 10000. Pferdte, 40000.
-
wagen .333. Fähnlein, auf Kays. seiten sollen kaum
-
.1200 geblib[en] sein, Hierauf muste Bannier in d[a]s Reich,
-
unnd wurde Herzog Bernhardt auß Franckhreich verstärttet
- die Niederlag erregte am Rhein, Neccar unnd Mayn eine[n]
-
erbärmlich[en] Jammer.
120
- Den .7. Octob. eroberte der Rheingraf Philipsburg, unnd
-
erschlueg .1500. Kayser. starb aber baldt darauf, wie auch Gener.
-
Dubaldt.
- Den .28. dito schlueg General Hazfeldt, der Hess[en] unnd Lüneburg[er]
-
bei Hirschfeldt .1500.
- Anno .1635.
- Den .20. May wurde der Prager Friedt geschlossen, yber welchem
-
Chur Sachsen, Chur Prandtenburg, Herzog Wilhelm von Wey
-
mayr, unnd Herzog Geörg von Lüneburg, mit den Schwede[n]
-
in Feindtschafft gerathe[n], unnd verstärkht sich Panner in .24000.
-
Mann.
- Den .7. Junii schlueg der Herzog von Rohan der Kayserliche[n] und
-
Spanischen im Lobing[er] Thall .1400. hernach bey Metz an der
-
Addua .3000.
- Den .20. Octob. widerumb .2000. am Wormbser Passe, aber
-
mahls den 31. dito bey Morbegno .3000. welches schlechte
-
Freudenfeur gab.
- Den .2. 9br. erschlueg General Panner der Sachsischen bey
-
Dömitz .2000.
- Den .17. Decemb. bey Küriz .700. Man; den .18. dito er
-
schlueg der Hessische General Melannder .1000. Ligistische bey
-
Rehven.
- Den .19. eiusdem schlueg Panner abermal .200. Sächsische,
-
bey Sandau.
- Den .21. eroberte Er die Statt Havelberg mit Sturm
- A[nno] .1636.
- Den .10. Jenner eroberte Er Barby auch mit Sturm, wo Er
-
den obristen Mitzloff fieng, unnd in Finlanndt schickhete
- Den .23. Febr. schlueg Bandts, Sächsischer General Leutenant
-
der Pannirischen .200.
121
- Den .22. Marti schluegen die Pannirische[n] der Sächsischen
-
.300.
- Den .3. Julii eroberten dei Sächsischen die Statt Magdeburg.
-
Darbey auch der General Hatzfeldt gewesen, Hergegen schluege[n]
-
die Schwedische wider .400. Sächsische, auf dem Paß Wolffshage[n].
- Den .24.t[en] Sept. Hierauf ervolgte die grosse schlacht bey Wittstockh,
-
da die Schwedische der Kays. unnd Sächsischen .7000. erschlagen
-
hat.
- Den .3. Octob. schlueg Herzog Pernhardt in Purgundt dem Gallas
-
.1800. Mann.
- Den .12 dito eroberte Pannier die Werber:Schantz wider, zoge
-
darauf in .300. starkh auf Erffurt, unnd von dannen zu enndte
-
des Jahrs, vor Leipzig.
- Anno .1637.
- Verfolgte Er etliche Sachsische Regimenter, bis gehn Torgau, beschoß
-
Torgau, eroberte Es, unnd Nam̅e darinen alle Sächsische, mit
-
.25. Standarten und Fahnen gefannge[n], zoge darauf wider
-
v[or] Leipzig unnd wolte Sturme[n], den .6. Febr. bekham̅e aber
-
Zeitung, das die gannze Kays. Arm̅ee, die Stat zuensetz[en],
-
in d[er] Nähe war, verlies derowege[n] die Statt, unnd reterierte
-
sich nach Torgau, wurde aber alhier von .95000. eingeschoss[en].
- Den .25. Febr. starb Ferdinandus II. zu Wienn im .59. Jahr
-
seines Alters.
- Den .24. Junii schluegen die Weymarischen Purgundt, bey Pysantz,
-
1800. Lothringische.
- Den .8. Julii brach Pannier v[on] Torgau auf, es folgten ihme
-
.12000 Croaten, und hiebe[n] ihme .6000. nider er erhieb her
-
gegen ihnnen bei Landtsberg .1000. Mann.
- Den .26. eiusdem coniungierte Pannier sich mit Feldmarschall
-
Wrangel in .20000. zu Neustadt, Es kham̅e ihme auch ein
-
Neuer Succurs auß Schweden .10000. starkh, muste[n] aber
-
alle sich in der Insul Wollin reteriren, Nunmehr solte
122
- Mann gemeinet Haben, die Schweden wurden zu wenig Schiffe
- findten, yber die See zufliege[n], aber die Kayser. wurden
- in dem Verdorbene[n] Pommer[n], durch Hung[er], Kälte unnd
- Khranckheiten geschwächt, d[a]s Sye sich auß Pommer[n] erheb[en]
- muste[n].
- Den .6. Jenner beschoss Herzog Pernhardt Rheinfeldt Jean de
-
Werth ensetzte es, unnd thatte den Weymarischen etwas
-
schaden, wie dann General Leutenant Rheingraf geblieb[en]
-
obrister Erlach unnd Canoffskhy gefanngen worden, Herzog
-
Bernhardt brachte Es ihme wider ein, erschlueg ihme zu Rote[n]
-
hauß .300. Hernach .1500. Mann, unnd wurde Jean de Werth
-
Savelli Enckefort, Sperreuter, Graf von Fürstenberg .4.
-
obriste, 1800. Knecht, unnd .1200. Einspänniger gefange[n], welches
-
bey Rheinfeldte[n] gescheche[n].
- Den .4. Martii eroberten die Prandeburgerischen die Statt
-
Gärz, und hieben .200. Schwede[n] darnider, jetzundt bekham
-
d[er] Pannier .1400. Mann zum Succurs auß Schweden, 71 Stukh
-
24 halbe Cartaune[n], Proviant, und Munition, erstrekhte
-
sich also seine Macht zu Feldte wider auf .25000. Mann,
-
Unnd .130. Stukhe, hierauf zoge Er auch durch Stetin, hielte
-
Pettag, unnd gienng mit erschrekhlicher Furi den .15 Julii
-
auf Garz, eroberte es mit Sturm, unnd hiebe in .300.
-
Prandeburgerische darnider, schleiffte darauf die Statt.
-
Es sahen die Kayser. unnd schwedische einannd[er] eine geraume
-
Zeit an, die Kayser. wolten den Pannier ganntz verdilg[en],
-
Er aber wolte nit weiche[n], entlich schlueg Pannier die Sächs
-
ische zwischen Dömitz unnd Lenze[n], das ihrer .2400. Todt
-
blieb[en], die Kayser. wolten ihnnen helffe[n], verlohren aber auch
-
100. Courassirer, wie auch baldt darauf zu Perleberg .300.
-
dises trieb den General Gallas, das Er aufbrach, unnd
-
yber die Elbe auf Salzwedel gienng.
123
- Den .29. Julii schlueg Herzog Bernhard den General Gözen bey
-
Wittenweyr, der Brisach (.welches Herzog Pernhard belägert hatte.)
-
entsetzen wolte, unnd bliebe[n] der Kayser. 1500. Todt, warunter
-
7. obriste gewesen, baldt darauf schlueg General Maior Roßa
-
dem General Maior Horst noch .200. Todt.
- Den .4.t[en] Octob. schlueg Herzog Bernhard den Lothinger (.welch[er] Pry
-
sach auch entsetz[en] wolle[n].) auf dem Ochsenfeld, und erschlueg ihm
-
bey .1000. Mann. Er Herzog v[on] Lothringe[n] war khümerlich ent
-
khom̅en, sein Vetter Bassompier wurde mit drey obriste[n] ge
-
fannge[n].
- Den .14.t[en] Octob. schlueg Herzog Bernhard den Götzen noch einmahl
-
vor Prysach, unnd erschlueg ihm .1000. Mann, darbey .3. obrist[en]
-
unnd .5. Capitain gefannge[n] worde[n].
- Den .17. eiusdem Hat General Hatzfeldt die Schwedisch: Pfaltz
-
gräfische bey Lemgau geschlage[n], der Junge Pfaltzgraf Rupert[us]
-
wurdt gefannge[n], unnd seine Leib: Kutsch Chur-Maintz verehrt.
-
Princeps Carolus Ludovicus unnd der Schwedische General
-
König flochen auf Minden, Es bliben auf .2000. Todt, die Kayser.
-
eroberten .343. Fähnlein unnd .18. Stuckh Geschütz.
- Den .19. Decemb. eroberte Herzog Pernhardt die grosse Fesstung
-
Brysach, da die belägerte auf das letzt Menschenfleisch gefress[en]
-
haben.
- A[nno] .1639.
- Den .11. Jenner erhuebe sich General Pannier yber die Elbe, bey
-
Lauenburg.
- Den .1. Febr. machte sich General Mayor Pful an Garlebe[n], da
-
der junge Helmuth Wrangel lag, welcher mit .300. Reuter[n]
-
zu den Schwede[n] fiel, unnd ihnnen biß an sein enndte tapffere
-
diennst thatte.
- Den .3. Marti schlueg General Maior Pful unnd Helm. Wrangl
-
dem Feldzeugmaister Sals bey Elsterberg .600. Mann, und
-
Nam̅en ihn mit .2. obristen unnd .600. Knechte[n] gefannge[n].
- Den .4. April schlueg General Maior dem Marozin, bey Hoche[n]-
124
- stein, 800 Mann, unnd bekham .2000. Fußvölckh[er] .30 Estandt
-
arten unnd .20. Fahne[n] gefannge[n].
- Den .23. April eroberte Gener. Pannier Pirna mit Sturm,
-
unnd wurden .500. Persohnne[n], Soldaten unnd burg[er] getödtet,
-
trachte darauf in Pöhme[n], die Kayser. aber zogen wider ihnn
-
7000 starckh.
- Den .19. May ruckhte Gener. Pannier vor Prag, unnd schlueg den
-
Gener. Hofkhürche[n] .6000. Mann, unnd bekham auch .20. Estand
-
arten.
- Den .2. Julii schlueg obrist Münchhaußen an den Märischen
-
Gränzen .400. Kayser. jetzundt kham wider ein Succurs auß
-
Schwede[n] .8400. starkh.
- Den .8. Julii starb Herzog Pernhardt zu Neuburg am Rhein.
-
in einem visch Vergeb[en].
- Den .16. dito wurde der ungarische Feldtmarschall Palfi mit
-
.100 Mann von den Schwedische[n] erlegt.
- Den .2. Aug. Kam̅en die Schwede[n] vor Prix, begehrten
-
proviant, die Prüxer aber sagten, Prix gibt Euch nichts, da
-
sagte[n] die Schwedische[n] Prix, werde nichts, unnd setzte[n] es
-
in die Asche.
- Den .10. Octob. erschlueg obrist Schlang. 300. Kayser. bey
-
Luditz.
- Den .21. dito legte sich General Pannier dicht vor Prag, ver
-
suechend, ob Er die Kayser. zur schlacht bringen möchte, er
-
oberten auch die Sternschantz, d[a]s die Kayser. in Prag wich[en],
-
schoss auch .5. Kugel[n] durchs Schloß, hergegen erschossen die Kayser.
-
dem Pannier zween obriste[n] an seiner Tafel mit Stükh Kugel[n].
- Den .19. dito hueb Er die belägerung auf, unnd gienng auf Pran
-
deis.
- Den .26. 9br. hieb General Gleen bey Walloff .150. Weymarische
-
darnider, unnd fienng .850.
125
- Anno .1640.
- Schlueg der obrist Schlanng den Kayser. in Pöhme[n], 900. und
-
namb auch sovil gefange[n], wie Er dann auch .60. officirer ann
-
den General Pannier gelifert hat.
- Den .14. April schluegen die Kayser. der Schweden im Voitlandt
-
700. Todt.
- Den .17. eiusdem Kam̅en die Kayser. nach Salfeldt .70000 starkh.
-
General Pannier aber, war nicht stärkh[er] als .36000. warmit
-
Er doch die Kayser. aufgehalten, unnd sich ihrer erwehrt, ver
-
stärkht sich aber baldt darauf mit den Weymarische[n] und Fran
-
zösischen, Lüneburgische[n] unnd hessische[n], auf denn .8. May
-
56000. stundten beide theill bey Salfeldt in voller schlacht ordn
-
ung gegeneinander, lieff aber beiderseits ohnne sonnderliche
-
Stöß ab.
- Den .11. dito Ließ Pannier d[a]s Kayser. Läg[er] von vier Battereien
-
beschiss[en] das dieselbe ihre Zehlten zum anndern mal veränd[ern]
-
mueste[n], endlich thatten sye ein treffe[n], darinen von beide[n]
-
theille[n] .3000. Mann geblib[en].
- Den .13. AprilMai wolte Piccolomini, d[er] nun Kayser. Feldtherr
-
war, die Schwede[n] mit acht starkhe[n] hauffen yberfallen,
-
verlohr aber .300. Mann, und thätt schlechte[n] schade[n].
- Den .18. wurd auf vier Stundt ein Stillstandt gemacht, die
-
gefanngene außzuwechßle[n], in welchem sich Pannier und Pic
-
colomini offt gegeneinannd[er] haben seche[n] Lass[en].
- Den .6. Junii brachten die Schweden auf, unnd zoge[n] gehe[n]
-
Erfurt, dennen die Kayser. gefolget, weille[n] unnder den
-
Schwedische[n] Generale[n] Differentien entstandte[n], dannckhte
-
General Melander ab, unnd kam Graf von Eberstein
-
an seine stelle, Es zoge[n] beide Arm̅ee[n] anjetzo hin unnd her,
-
ohnne sonnderliche Verrichtunge[n], als d[a]s ein theill dar ein
-
Stättlein, das annd[er] dort eins einnahm̅e[n], Proviant zuhab[en],
-
an welchem Sye grossen mangl hatt[en].
126
- Den .25.t[en] Octob. giennge[n] die Kayserischen von einand[er] Pic
-
colomini in Franckhe[n], Hatzfeldt in Gülcher:Landt General
-
Wahl in das Ertzstüfft Cölln, unnd General Gleen an denn
-
Rhein, alle in die Wünterquartier, hierauf theilten sich die
-
annd[ern] auch, die Schwedische in d[a]s Stüfft Quedlinburg, Halber
-
stadt unnd Magdeburg, die Weymarische: und Franzößische in
-
die Grafschafft Lohra, Klettenburg unnd Stollberg, die Hess[en]
-
in Ost:Frießlanndt unnd Stüfft, Münster, die Lüneburgische
-
in das Herzogthumb Jülich, genossen aber solcher nicht Lannge.
- Den .15. 9br. erschlueg Roßa, General Maior von den Wey
-
marische[n], dem Preda bey Ziegenhain Sechstausent.
- Den .1. Decemb. gienng General Pannier mit der gantz Arm̅ee
-
nach Duderstatt, die Hessen aber bliebe[n] in ihre[n] Quartier[n]
-
still, wie auch die Lüneburgische, Weymarische unnd Fran
-
zösische aber folgte[n], unnd zoge[n] dieselben mit dem General
-
Pannier nach den Pöhmische[n] Gränze[n], theilten sich, unnd gieng[en]
-
die.
- Anno .1641.
- Den .2. Januari Pannierische in die Oberpfaltz, die Weymar:
-
Franzößische aber in Franckhen, General Maior Pful mit
-
3000. Pferdt in Pöhmen, unnd brach hernach in die (.3. Jan.)
-
Oberpfaltz zum Pannier, General Maior Königsmarckh,
-
welcher in die Oberpfaltz den Vorrath führte, schlueg bey Vilß
-
eckh .199. Pferdt, das sich die annd[ern] nach Amberg reterirten.
- Den .12 dito Kam general Pannier vor Regenspurg, belägerte
-
unnd beschoß das gannze Römb. Reich auf ainmal, denn
-
Ir Kays. May. die Kayserin, Ertzherzog Leopoldt, Pic
-
colomini daselbst, unnd aller Reichs Fürsten Abgesanndte
-
hier beisam̅e[n] gewese[n] (.weill die Tonau gefrore[n] war.)
-
setz[en] .600. Pferdt hinyber, unnd holete[n] grosse peut[en].
-
Dieses Hat in unndern Payrn; sonnd[er]lich in denn Closstern einen
-
gross[en] unnd zwar solchen schrakhe[n] gemacht, d[a]s die praeläth[en]
127
- Ire bösse Güetter geflechnet, Ire Religiosen entlass[en], massen
- dann die von Wündenberg, Methen unnd annd[er]e alhier Ir
- Zueflucht gesuecht, unnd ein Zeitlanng alda aufgehalte[n], un
- angeseche[n], das Abbt Matheus selbsten umb sicherheit wille[n]
- sich nacher Raitenhaßlach begebe[n]; unnd bis alles widerumb[en]
- sicher und still worde[n], aldort aufgehalte[n].
- Den .19. Januari eroberte[n] die Schweden Cham, unnd gienng[en]
-
die Parthey[en] bis Deggendorf unnd Passau, diß alles ab
-
zustelle[n], wurden eillenndts zwainzig Tausent Ma[n] bey Khel
-
heim zusam̅en gefiehrt, mit welchen Piccolomini wid[er] die Schwede[n]
-
aufgezoge[n], der den obristen Schlanng, welcher mit vier taus
-
ent Mann, zu Neuburg am Waldte lag, beschossen hat, ob
-
rister Schlanng unnderstundte sich drey mahl durchzuschlage[n],
-
wurde aber, nachdem ihm .600. Mann (.den .11. Marti.) ge
-
schlage[n] worde[n], mit all den seinige[n] nach Regenspurg gefiehrt,
-
wie es dann den obristen Hekhing, Pürkhenfeldt, und Kinsky,
-
auch dem Marggrafen Carolo Magno nicht besser erganng[en]
-
ist, dises bewog General Pannier, sich eillendts aus der Pfaltz
-
zumach[en], die Kayser. volgten ihm auf dem Fues nach, wie auch
-
die Payrischen Gelee[n], Pornival unnd Proy meinete[n] ihnn
-
zuereile[n], Er ist ihnn aber entganng[en], wie diser Verlust bey den
-
Weymarische[n] unnd Franzößische[n] erscholle[n], haben Sye sich als
-
baldt wider nach dem Pannier gemacht, d[a]s also die Kayserlich[en]
-
ihn ihrem nachsetzen nicht mehr so hizig ware[n], yber disem
-
Zug fiel General Pannier in ein Fieber, ybergab nach dess[en]
-
Yberhandnehm̅ung d[a]s Com̅ando zu Mörßburg dem Herrn
-
Com̅issario Adam Pful, einem Teutsche[n], Herrn General M.
-
Affuet Wüttenberg einem Finnen, Vnnd Herrn General Maior
-
Gustaf Wrangel, einem Schwede[n], bis Herr General Feldt-
128
- Zeugmaister Leonhardt Torstensohn khom̅en möchte, welch[er]
- auch schonn hierzue vorgeschlage[n] war, die Arm̅ee zufiehr[n].
- Den .12. April Kam̅en die Kayser. mit den Weymarische[n]
-
bey der Pruckhen zu Weissenfels zuschlagen, unnd blieb[en]
-
d[er] Kayser. .800. Todt.
- Den .10. May starb General Pannier zu Halberstatt, mit betrieb
-
nus der gannz[en] Arm̅ee, unnd wurd in Begleitung .200:
-
in Stockholm den .19. Sept. Prächtig begrabe[n], dise Zeit
-
wurde seine hinterlassene Arm̅ee nur .14000. Mann ge
-
schätzt, Kam derowegen vil Volckh wider auß Schweden,
-
solche zuverstarkhe[n], welches General Maior Lars Kag (.vor
-
disem Com̅andant zu Regenspurg gewesen.) brachte. Nun
-
wolten die Kayser. Wolffenbüttel, welches die Lüneburger
-
hart mit Wasser geängstiget haben, befreyen, darüber es
-
zum treffe[n] kham, das den .17. Junii der Kayser. .2000 er
-
schlagen unnd gefange[n] wurden.
- Den .16. 9br. Kam General Torstensohn mit .8000. Mann aus
-
Schweden zur Arm̅ee, welches den Kayser. ein furcht brachte,
-
das Sye sich zuruckh begab[en].
- Anno .1642.
- Den .7.t[en]
-
Januarii giennge die Weymarische Franzößische und Hessische
-
Arm̅ee unnder Com̅ando des Grafen von Eberstein unnd Gueb
-
rians, da Rosa den Vorzug gehabt, in das Süfft Cölln schlug[en]
-
die Kayser. bei Kempen an der Tönisheid in dem Landt mehr
-
dreytausent Todt, vier Tausent gefannge[n] .146. Fahnen
-
und Standarte[n], Bagagi, Stuckh unnd alles erobert.
- Der anndern sindt .260. gebliben, 300. Tragoner haten sich in
-
Dormachen reterirt, wurden aber von den Hessen biß auf
-
die .18. erschlagen, gienng Also dise Lamboische Arm̅ee
-
ganntz zu Grundt, Lamboy wurde selbsten gefanngen,
129
- Unnd nach Vincennes geschickht, wie auch General Merci unnd
- Comte Ladron. Hierauf Kam unnder Schwedische contribution
- Neuß unnd Kempen, auf disen Sieg hausten Sye yber wüntter,
- im Stüfft Cölln nach Irem gefalle[n], biß in den Octob. negst
- volgennd.
- Den .13. Febr. wurde dem Obristen Sekhendorf zu Salz
-
wedel der Kopff abgeschlagen, unnd lies sich disen Tag ein
-
roth schwerdt am himel seche[n].
- Den .18 dito schluegen die Kayser. .400. Fienne[n], bei Wüttenberg.
-
Hergegen den .20. eiusdem schluegen die Schweden .700. Kay.
-
bey Halberstatt, hielten darauf einen Pettag, unnd giennge[n]
-
nach der ober. Laußintz
- Den .7. April eroberten die Schweden Lukhau in d[er] ober Laus
-
nitz, baldt darauf coniungierte sich der Torstensohn, Königs
-
markh, Stallhanßische, unnd den (.4. May.) giennge[n] zugleich
-
nach Großglogau, welches Sye ohnne Lange Zeit unnd mieh
-
mit Sturm eroberten, unnd von der besatzung .800. nider
-
hauten, die zwen Com̅endant[en] und .600. gefannge[n] nam̅en,
-
fundten auch darine[n] Fünff tausent Centner Pulver, acht tauß
-
ent Malter Meels, und drey Tausent gesattlete Pferdt, hierauf
-
ist der General Stallhans nach der Laußnitz ganngen.
- Den .21 dito ruckhten die Schweden vor Schweinitz, solche zuer
-
halten, Kam Herzog Franntz Albrecht Kayser. General dahin,
-
die besazung zuverstärkhe[n], disen traff General Khönigsmarkh
-
bey Zoppe[n] an, unnd scharmizierte mit ihm, biß General Torste[n]
-
sohn auch darzue kam, da hielten Sye ein ernstliches treffen,
-
das der Kayser. .1800. Todt blieben, der General wurde selbst
-
mit .2. Kugle[n] verwundt, unnd mit General Maior Hanau,
-
vier Obristen unnd .2000 Knecht gefanngen, an welchen
-
(.den .10. Junii.) Wunden Er zu Schweinitz, welches sich den
-
.3. Julii ergab, mit grossem schmerz gestorb[en] ist.
130
- Den .11. Junii hierauf sind die Schweden vor Neuß Geruckht,
-
Welches Sye mit Sturm erobert, unnd .800. Mann darinnen
-
Nidergemacht. Nunmehr hatten die Schweden fast einen Yber
-
flues unnd Zuelauff vonn Volckh, waren .16000. zu fues unnd
-
900. zu Pferdt.
- Den .4. Julii eroberten Sye Olmitz in Mähren, Unnd bekham̅en
-
daselbst, 1800. Centner Pulver, 5000. neue Kleider, 300. Muß
-
queten, unnd auf sovil gehörige Rüstung, darbey eine unglaubliche
-
Summa an Korn unnd Wein, unnd weil baldt darauf die
-
Burg[er] mit dem official eine[n] Anschlag machten, die besazung
-
.3000. starckh zuerwürge[n], solcher aber verrathen, wurden .24 burg[er]
-
gekhöpfft, unnd der official mit vier Pferdten zerrissen; disen fort
-
ganng der Schwedischen zuhemme[n], Kam Piccolomini mit .20000.
-
Mann, das sich der General Torstensohn wider nach der Schlessien
-
begab, unnd nam̅en ihm die Kayser. viell oerter wider ab,
-
halff aber wenig, unnd machte der Wrangel grosse Peuten, Torste[n]
-
sohn zug vor Leupzig, den orth zubeläger[n], die Kayser. folgte[n]
-
solches zuentsetze[n], unnd Kam es daryber bey dem dorff Preite[n]
-
feldt abermahls zur grossen schlacht, unnd schluegen die Schwede[n]
-
d[er] Kayser. 5000. Todt, 4483. (.den .5. Octob.) sambt ville[n] obri
-
sten sindt gefannge[n] worde[n], unnd blieben .24. Stuckhe, alle
-
Pagagi, nebenst .90. Fahnne[n] im stich, darauf ruckhte Torst
-
(.den .26. 9br.) Stensohn, welcher hier nur .460. Mann
-
Verlohren, wid[er] vor Leipzig, welches Er mit accord erobert.
- Anno .1643.
- Im Januari belägerte General Torstensohn Freyberg, solches zu
-
entsetz[en], zogen die Kayser. abermahls vierzehen Tausennt
-
starkh auf, Kom̅en, den .15. Febr. frey Meilen davon ann,
-
Unnd brachten es dahin, d[a]s die Schweden den .17 dito, die
131
- Statt, welche schonn accordiren wolte, verliessen, unnd zwey
- Tausennt Mann vermiste[n]
- Den .9. Marti gienngen die Schweden yber die Elbe, unnd
-
dann auf Pauzen, zwischen Prag unnd Prandeis, und nam
-
jetzundt Piccolomini Spanische Diennst ann, an dessen stell
-
Gallas wider Khom̅en ist.
- Den .9. May Geschach die grosse schlacht, bey Rocroy, zwischen den
-
Franzosen unnd Spännischen, blibe[n] der Spänier .9000 Todt.
- Den .20. Julii hieben die Schweden in Mähren von 300 Kayser. sovil
-
nider, das ihrer nur .30. davon kam̅en, So schlueg auch
-
General Wittenberg bei Wienn .800. neugeworbene: Es
-
wurden aber der Schweden an villen orthe[n] auch vil darnid[er]
-
gemacht.
- Den .8. Sept. erschluegen die Schweden dem Grafen v[on]
-
Pucheim bei Precan .1000. Mann, unnd ist Er selbst auf
-
dem dritten pferdt davon khom̅e[n], eroberten auch Eulen
-
burg, auf welchem Schloß Sye ein Million Goldts gefundte[n]
-
habe[n], solchen Schatz unnd annders mehr, lies General Torste[n]
-
sohn auf .40. wägen wegfiehr[n].
- Den .15. Octob. lies sich in Schleßien am Himel eine grosse Feur
-
kugel sechen, welche enndtlich herunter gefalle[n], und sehr ge
-
khnallet hat.
- Den .23. 9br. yberfiel Joann de Werth: unnd Hazfeldt die
-
Weymarische und Franzößische bey Dittlingen, erschlueg 3000.
-
unnd .4000. wurden gefannge[n], darunnter General Leutenant
-
Ranzau, vier Marschäll unnd .10. Obriste[n] geweßen.
- Im Decem. jetzundt giennge[n] die Schwede[n] wid[er] zuruckh an
-
die Elbe, unnd Kam̅en in schneler Eyl unndersehens auf Olden-
132
- schlo unnd Kiel, drunngen auf die Vesstung Christia[n] Preiß,
-
und eroberten sye mit Sturm, hieben alles nid[er], was sye drine[n]
-
funden, Predenburg bekhamen Sye mit list, Es fiel auch Gener.
-
Gustavus Horn, mit .20000. Mann, in Schönnen, unnd be
-
mächtigte sich vieller Plätz, yber dises alles wurden auch .2.
-
Schiffs, Arm̅een in Schwede[n] außgerüstet, den König in Denne
-
markh zu wasser zubekhriege[n], bei disem yberzug ersuechte d[er]
-
König in Dennemarkh den Kayser umb hilf.
- Anno .1644.
- Den .7. Januari schlueg General Torstensohn zu Coldingen
-
.1500. Dännen in die fluecht.
- Den .7. Jenner schlueg Genereal Mortaigne .800. Schnaphane[n]
-
oder Paurn bey Wonsüssel, welche sich .8000. starkh gewaffnet
-
haten, Hergegen wurden der Schweden vonn den Dännen
-
in Finnen einmahl .800. darnach wider .50. nidergehauen
-
Es schlueg aber Torstensohn, der Dännen bey der Mittelfahrer Schanz
-
.600. unnd namb .800. gefannge[n], bekham auch die Schantz.
- Den .27. April schlueg obrist Dannenberg .900. Dänische, das
-
ihrer nur .128 davon kham̅en.
- Den .15. Junii schluegen die Dännen d[er] Schweden in Izehoe
-
.300. Todt.
- Den .29. eiusdem fiehlen die Torstensohnische in Finnen, fochte[n]
-
mit den Dännen sehr starckh, warbey der König auß Denne[n]
-
markh unnd Torstensohn Persöhnlich gewesen, wie sye von
-
einannd[er] kam̅en, gienngen die Dännen auf Christia[n] Preiß
-
unnd beschoss[en] die dasselbst liegennte Schwedische Schiff, das
-
d[er] Admiral Claus Flemming von einem Stuckh geblib[en],
-
Hierauf gienng Torstensohn dahin, ihnnen den Pass nach der
133
- See zuverlege[n], bestürmbt ihre Schannzen, Unnd hieb .1200.
- Nider: wie aus seinem brief Sub A. zusech[en].
- Den .2. Julii schluegen die Kayser. .1500. von Wallachen Todt,
-
welche das plocqirte Olmitz entsetz[en] wolle[n].
- Den .29. dito Kham General Gallas mit .25. Regimenter nach Olde[n]
-
schlo, dem König in Dennemarckh zu helffen, eroberte Kiel, und
-
schlueg alle Schweden daselbsten darnider, Hierauf kam Er nach
-
Rensburg, woselbst Er sich mit denn Dännischen coniungieret.
-
Dieses trieb den General Torstensohn, d[a]s Er sich wider auf Hol
-
stein gab, Gustaf unnd Helm Wrangel aber bliben solanng in Hol
-
stein unnd Jütlanndt, biß es zwischen Schweden unnd Dennemarkh
-
zum Friden kam.
- Den .5. Aug. erschlueg d[er] Duc d Anguin der Payrischen bei Fridt
-
berg .1200. es bliben aber der Franzößischen nicht vill wenig[er].
- Den .7. Sept. gienng Gener. Turstensohn bey Pöltzenburg yber die
-
Elbe, mit dem sich General Maior Königsberg coniugierte,
-
zu Halberstatt, dennen General Gallas auß Magdeburg folgete,
-
unnd schlueg bey Pernburg sein Läg[er], Er hatte sich sehr geschwächt,
-
d[a]s also der Chur Sachßische Feldtmarschall Leuten. Enckhefurt,
-
zu ihm stossen müess[en], diser orthen hieb der General Maior
-
Königsmarckh der Kayser. 600. darnid[er], unnd bekham .3000.
-
Pferdt, unnd brachte Tausennt gefanngene in Halberstadt.
- Den .13 dito geschache das grosse Seee treffe[n], zwischen den Schwed
-
ischen unnd Dännischen, da die Schwedische unnder Herr[n] Gustaf
-
Wrangel den Sig erhielte[n].
- Den .11.t[en] 9br. schlueg General Turstensohn eine Convoy von
-
.1500. bey Staßfurt, das ihrer nur .400. darvon khom̅en,
-
dises trieb den General Gallas nach Madeburg, welches
-
General Königsmarkh alsobalden belägerte wie General
-
Gallas .12 Regimenter starkh yber die Elbe wischte, gienng
134
- ihm General Königsmarkh mit den Hessen nach, und schlueg
- Ihm .600. Mann, nam auch dem General Enkhefort .100. Ein
- spannig[er] und .13 Standarten gefanngen, warauf sich General
- Torstensohn nach Pegau begeb[en], solches beschossen, das es mit .300.
- Menschen in einer viertel stundten an Sechs orthen in Feur stundte,
- zog sich darauf wider in Pöhme[n], unnd lies .80. Stuckh auf Schlitt[en]
- yber das gebürge fiehr[n].
- Anno .1645.
- Zu Anfang dises Jahrs, eroberte Gener. Königsmarkh das Stüfft
-
Prem̅e[n].
- Den .24. Febr. geschach die Grosse schlacht bey Jankhau .3. Meihl[n]
-
v[on] Tabor, da General Torstensohn den Sieg abermal erhalte[n],
-
unnd der Kayser. 3000 nidergehauen, darunter Herr Veldt.
-
marschall Götz gesesen, 26. Stuckh .67. Fahnen, Veldtmar
-
schall von Glein unnd Hatzfeldt, Merci unnd Proy, Zaradezky
-
Don Feelix unnd Traudisch, welche alle Generale[n] waren,
-
7. Obristen .12 Obrist Leutnannt sambt .4000. Khnecht sindt
-
gefangen worde[n].
- Den .11. Marti umb Mitternacht fiehlen die Schwed. denn
-
flichtigen bey Krembs an der Donau ein, hieben wider 2000.
-
darnider bekham̅en auch .3000. Pferdt, darauf Sye Olmiz
-
entsetzet, Krembs mit Sturm, und Stein auf Discretion
-
erobert, weßwegen sich will von Wienn nach Tyrol reterirt[en].
-
Dise Schweden haben sich hernach mit dem Ragotzi, der .30000.
-
Mann, unnd 100. Stuckh ins veldt brachte, coniungiert.
-
Ragozi aber machte mit dem Kayser wid[er] Fridt, die Schwede[n]
-
belägerten Prinn, brachten aber .16. wochen darvor Ver
-
gebens zu.
- Den .4. May schlueg Jeann de Werth der Weymar: Franzos[en]
-
bey Herbsthaus[en] .1000. Todt.
135
- Den .2. Julii geschach das Pluetige treffen bey dem Dorff
-
Allerheim im Rieß, da die Franzößische[n] unnd Weymar: unnd
-
Hessische der Kayser. unnd Bayrischen .500. Mann erschlage[n].
-
Unnd .2000 gefanngen haben, und sind auf Franzößischer seiten
-
fasst eben sovil Todt bliben. Hierauff schrieb der Schwedisch.
-
Canzler Axel Ochsenstirn an seinen Sohnn nacher Oßnabrugk
-
d[a]s Er caute auf den Frieden unnd General Satisfaction
-
treibt, wie Sub B. Hernach zusechen.
- Anno .1646.
- Gegen dem Frieling theilten sich der Schweden, unnd gienng
-
General Königsmarkh in d[a]s Ertzstüfft Prem̅en, auf General
-
Melannder, der nun wider die Schweden diennete, auf die
-
Action ein wachentes Aug zuhab[en], die anndern aber blieb[en]
-
in Thüringe[n], den Kayser. aufzupassen, und wurde[n] unnd[er]
-
Herrn Veldtmarschall Wrangel[n] (.dann Herr Torstensohn hatte
-
nun mehr abgedanckht, unnd Herrn Wrangel[n] seine Stelle
-
gelassen.) bei Gotha gemustert, General Wüttenberg aber
-
giennge mit etlich Tausennt in Schleßie[n], den General Puch
-
heim zubeobachte[n].
- Den .14. Aug. gienngen die Schwedischen unnd Franzößische[n]
-
zwischen der Kayser. unnd Payrischer Läger, bey der Statt
-
Franckhfurt durch, unnd kam̅e[n] vor Aschaffenburg, giennge[n]
-
yber die Mainbruckh, und volgents in Payrn. Der Erzherzog
-
aber in Hessen.
- Den .4. Marti A[nno] .1646. wurde zwischen den Schwedischen Fran
-
zößischen unnd Payrischen ein stillstanndt der waffe[n] gemacht
- Den .15. dito wurde General Tubadel in Baßel begrab[en].
- Den .6. April gienng General Wrangel vor Schweinfurt,
-
welches Er den .14. dito eroberte. General Touraine aber
136
- gienng nach den .21. eiusdem in Mainz, eroberte Es, unnd her
- nach Höchst.
- Nach eroberung Schweinfurt gienng General Wrangel vor
-
Egger.
- Den .17. Julii welches er eroberte, unnd inzwischen sich mit Herr
-
General Wittenberg coniungiert hatte.
- A[nno] .1646
- Im Febr. giengen die Schwedischen Unnd Franzößischen wid[er] nach
-
Bayr[n], weil der Churfürst den stillstanndt aufgehob[en] hatte,
-
wie aus dem Recess Sub Lib. C. erfindlich.
- Den .28. dito starb Christianus IV König in Dennemarkh
- Den .7. May gienngen Sye zu Laugiennge[n] yber die Donau
-
daryber es mit den Kayser. unnd Chur Payrischen annd[er]thalb
-
Meil v[on] Augspurg in einem treffen kham, in welchem den
-
Kayser. unnd Churpayrischen, neben dem General Melannd[er]
-
2000. Todt gebliben, nach disem gienng General Königsmarkh
-
mit .5. Regimenter[n] wider zuruckh, nach der Obernpflatz.
- Den .10. May Vladislaus .IV. König in Poll[n].
- Den .15. dito wurde zwischen Spanien unnd Hollanndt in
-
Münster der Friden geschloss[en].
- Den .22. May gienngen die Schweden unnd Franzößische[n]
-
bey Rhein yber den Lech, in Bayr[n], unnd hieb[en] .600. Payr
-
ische Todt.
- Den .4. Junii, schlueg General Lamboy mit den Hesse[n]
-
bey Grevendorf, unnd wurden ihm der seinigen .100. d[er]
-
Hessen aber .160. Todt geschlag[en].
137
- Den .9. Junii eroberten die Schwedischen Mühldorf, wo
-
selbsten sye yber den Inn Trachtete[n].
- Den .16. Julii in der Nacht eroberte General Khönigsmarkh
-
die kleine Seiten in Prag, das Schloß, Ratschin, unnd
-
Strohof, nam̅e bei .200. Fürstlicher, Gräflicher und annd[er]er
-
Herrn Persohnne[n] gefanngen, Unnd bekham einen unglaublich[en]
-
Schatz an Paarschafft, Silbergeschier, unnd Proviant.
- Den .17. diss kame Carl Gustaf Pfaltzgrav, Schwedischer
-
Generalissim[us] mit .8000. Mann aus Schweden, nach Wol
-
gast, unnd namb seinen weg recta auf Prag, welche
-
Statt durch die Studenten trefflich defendiert blib[en].
- Den .13.t[en] Augusti eroberte General Wittenberg die Fesstung
-
Thabor, ohne Müehe.
- Den .23. Sept. zoge General Wüttenberg dem General
-
Maior Mißling zu, welcher Prag entsetz[en] solte, inn
-
meinung ihn zuschlage[n], Er aber entwich nach der Donau:
-
wie nunn General Wüttenberg wider zuruckh kherete traffe
-
Er ungefehr, nahe bei Pudtweiß auf Herrn Grafen Puchheim
-
(.welcher den Mißling entgege[n] wolte.) nam̅e ihm ohnne
-
losung eines Pistoltz, 500. Pferdte, mit grossem Geldt ge
-
fannge[n].
- Den .3. Octob. fiel General Jean de Werth den Schwedische[n]
-
bey Dachau ein; unnd erlegte ihnne[n] bey .300. Man.
- Den .15. dito wurden zwischen dem Römb. Khayser, den
-
Reichs:Stänndte[n], unnd dennen Crone[n], Schweden erst,
-
unnd hernach Franckhreich, ein Ewig geschlossner Fridt undter
-
zeichnet, nach dem mann etliche Jahr hero in Münster unnd
-
Oßnabrugk daryber tractiret hatte.
