Chronik Aldersbach

Digitale Edition der Chronik des Klosters Aldersbach

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1

Alderspachische Stüfftung
Unnd Herkhomen, Auß Uralten Taflen
unnd Alderspachischen Cronic Herrn
Abbtens Wolfganngi Hergenoen
Unnd bewißen

Auß einer Uralten Taffel.

Der Gottseelige Unnd Wundterbahrliche Wanndel deß
Heilligen Ottonis des Sibennten Pischoffs zu Pamberg, hat vor Gott
Wol verdiennt, daß seines Lobs in Ewigkheit nicht vergessen werde,
alß welcher in disen Zeitlichen Leben, alß ein Gethreuer Hürtt villen
Gotesforcht unnd Tugent zugeben gethreue hilf unnd vorschub gelaistet.
Unnd gleich wie Er in Gott ergebener Heilliger mann war, hat Er sich höchst[en]
Fleiß angelegen sein lassen. Geistliche orth zustüfften, damit Er sonnd[er]
bahrlich auf dise weiß, die Ehr unnd Lob Gottes unnd der Seelen Heyl be
fördern möchte, gestalt unnder allen seinen Hochrüehmliche[n] Werckhen.
Er in unnd[er]schiedlichen Provincien Fünffzehen Clösster unnd unnd[er] denne[n]
Auch d[as] unnser von neuen erhebt, unnd datiert, unnd dasselbige dem
Probst Ascuino unnd dessen mit brüedern Canonicis Regularib[us] ver
mög offenen Privilegio unnd Freyheit ybergeb[en].

Zuvor aber unnd ehender der orth in völligen Pau gebracht worden, ist diser
Heillige mann umb das Jahr M:CXXXIX, auß diser Welt v[er]schidte[n].
unnd unnder die Zahl unnd Himlischen Glory der außerwöhlte[n] erhebt
worden, unlanngst nach disem haben angeregte Canonici den orth
Widerumb verlassen, unnd annderwertlich sich nider gelassen, deswegen
derselbe dem Cistercienser orden so damahlen zu blüehen anfienng,
Unnd wegen seiner Heilligkheit unnd rainen Geistlichen Wanndel von
jedermann Hochgehalten wurde, Im Jahr .1146. einverleibt, und
die Regierung deß Clossters dem Ersten Abbt Sifrido auferlegt
worden, wie dann darvor gehalten würdt das unnser heil[iger]
Vatter Bernard[us], welcher derzeit mechtig, unnd bey allen Fürste[n]

2


in grossen Ansehen stundte auch damahlen zu Bamberg
Khayser Conrado dem drütten sich befanndte, bey dem Bisch[of]
deß Heil[igen] Ottonis Successorn die gedachte Verenderung be
erlanngt habe.

Disenn khosstbaren Anfanng des Heil[igen] Ottonis haben die Wol Edle H[errn]
Eberhardus et Ratoldus von Eckhenheimb Eberhardus von Sunzinge[n]
Cfrt. Gunzingen Rudbert[us] et Caloch[us] von Alderspach, mit reichen
Schanckhungen vermehrt, dann nach dem selbige[n] in der Nachberschafft
unnd unweit von dem angefanngenen Closster, ihnne vonn dero Voreltern
ererbte Güetter besessen unnd entschloss[en], daß zeitlich umb daß Ewig
Zuverwechßle[n], haben Sye dann Allmechtigen Gott seiner Glorwierd
igsten Mueter Mariae, unnd denn dahin geordneten Brieder[n] unnd[er]
schidtliche Güetter unnd Gründt geopfert.

Nachdem nun die Cistercienser dahin eingesetzt worden, ist das
Closster Alderspach allgemach villen widerwerttigen weltlichen Ansöss[en]
durch sorgsambe Aufsicht fleissiger Praelathen unnd Religiosen, unnd
den Seegen Gottes in jezt schwebenten vermöglichen stanndt erwachse[n],
Welches der Allmechtige zu seines Heil[igen] Naens Ehr unnd Lob, sambt
dessen Inwohner[n], Verrmer unnd jederzeit erhalten unnd beschiz[en]
wolle.

Von dem Anfang Stüfftung Unnd Herhkoen deß
Clossters Alderspach auß der Alderspachrischen
Cronic H. Abbtens Wolfganngi das Erste
Capitl.

Nachdem ich mir vorgenoen den Ersten Anfanng deß Clossters
Alderspach zu eröffnen, fehlt mir gleich ein verwickhlete verhinderung
in weeg, weme die Erste Fundation dises Closters zuzuschreiben
seye, weill biß dahero das geschrey behaupten wollen, daß die
derzeit wolgebornne Graven von Alderspach Rudbert[us] unnd
Caloch[us] gebrüeder unnser Closster anfangs erpaut haben sollen.
Welchem ich auß ursachen, wie nach gemelt werden soll, so leichtlich

3


nicht glauben zuestellen khann. Sonndern halte darvor daß S.
Otto der sibennte Pischoff zu Pamberg, deß Naens der erste unnsers
Clossters wahrhaffter unnd ungezweifelter stüffter seye, wie auß einer
Legent unnd anndern authentischen schrifften, genuegsamb erschauet.
Dann im Jahr unnser erlösung .1139. Hat angeregter Heilliger Pischoff
Otto auf Anhalten Ascuoni welche Er daselbst angefanngen zu pauen,
sambt der Khürchen bey St. Peter, unnd Zehenndten welche Er durch
einen Wechsel gegen Siben Güettern vonn Regimaro Pischoffen zu
Passau erhalten, unnd einem Theill deß Nortwaldts Caintzto Hart
Gott unnd S. Peter, alß Patronen des orths aufgeopfert, unnd ver
ordnet daß daselbsten der Gründer nach der Regel S. Augustini lebte[n]
unnd gewaldt haben sollen, einen Probst unnd Aduxaten zu erwehle[n],
Wie auß seinen privilegio so noch verhanndte[n] mit mehrern erscheinet.

Ehenndter aber die Khürchen völlig verferttigt worden ist diser Heillige
Mann eben in dem Jahr, in Gott von disem Jamerthall verschiden. Wie
nicht wenig[er] Regenbert[us] Pischoff zu Passau in dem Er die stüfftung und
unnd Donation deß Heil[igen] Ottonis durch sein ersuechen von dem Probst
Ascuino confirmirt disen Gottseeligen Vatter Ottonem in seinem
privilegio unnserm Fundatorn unnd Stüffter mit claren worth[en]
nennet, yber daß erkhennen beede Pischoff zu Pamberg Johannes und
Berancho in dem Brief darinen Sye vergunt unser vich in dem
Nortwaldt oder Hardt zu waidten, unnser Closster vor ein Ansech
entliche Pflanzen halt unnd auspricht, Ist dahero unnser meinung
von unnser[n] stüffter desto sicherer, weil selbige mit unnsern origi
nalibus unnd Stüfftbriefen zum öffteren yber ains stimet, Wolle[n]
Aber jezto von disen Edlen Herrn reden, welchen die erhebung vnnß
res Clossters zuegeschriben würdt, weill Ich nicht in Abred sein wil,
das Sye zu Aufrichtung dises Clossters auch etwas gethonn haben,
zumahlen darfür gehalten würdt daß gedachter Ascuin[us] der
Dritte Probst unnserer Khürchen gewesen, dahero villeicht unndter
seinen vorfahrer[n] oder doch in vorhergehenten Zeiten gebracht: daß
Nemblich ein Schloß nicht weit vom Closster gelegen, abgebrochen,
Unnd die materialia zu deß Clossters Bau angewendet seye[n] worde[n].



4

Daß aber an angelegten orth niemahlen ein Schloß gestanndten seye,
wil ich zwar nicht gar verneine[n], khannß aber auch nicht bestatten
Weil das gemeine geschrey, welches biß dahero sovil golten, so gar lähr
nicht sein khann, Darneben aber die Anzeigunge[n], so vor Augen stehen
Daß aigentliche ansehen nicht haben, noch so erkhentlich sein daß Ich
glauben khonnte es sey an dem orth ein Schloß gestanndten: ohneracht
d[a]ß an dem orth angrenztede Holtz den naen darvon biß dahero
erhalten, Sonndern bin der mainung das ohn lengsten, unndter
dem Abbt Conrado dem zehennte[n] alß zwischen Herzog Heinrich[en]
Unnd dem Graven von Halß Krieg entstanndte[n], unnd gedachte
Fürsten Khriegsvölckh[er] etliche tag bey unnß still gelege[n], die Soldate[n]
zu ihrer versicherung an dem orth, da das Schloß des gemeinen
geschrais falschen wohn nach gestanndten sein solle, aufgeworffen
habe[n].

Derowegen wür das Schloß, von dem wür nichts lesen, wolle[n] beruehe[n]
lassen, daß ist gewiß, daß der Grundt unnd Bezirkht auf welchem das
Closster jezo stehet, vor Zeiten ein khleines Dörffle gewesen Alderspach
genannt, in vier Höff abgetheilt, welche nachgesezter massen zum
Closster khoen seindt, aines von Rudtberto von Alderspach, vonn
dem hernach soll gemelt werden; das annder hat Adalran[us] de
Cambe advocat[us] der Clossters ad: S. Margretham zu osterhove[n],
auf ersuechen Ottonis denn Prüedern vor ein annders Gueth in Ulven
dorf
vertauscht, daß dritte Gueth haben die Prüed[er] zu Alderspach in
beisein Reinbarts Pischoffen zu Passau um zwo Sölder in Limbach
unnd Pernthall eingetauscht.

Deßgleichen hat Rapato Grave zu Orttenburg ein Gueth Heinrich
Von Helpenau innengehabt, vor ein annders in Eckhenheimb unserer
Khürchen zuegeaignet, auß dem erscheinet nun ohnwidersprech
lich das vorgedachte Edle Herrn, welchen daß gemeine Geschrey,

5


Die Stüfftung unnd fundation zuegeschriben wenig in Ald[er]spach
ischen
Grundt besess[en] oder Zu unnser Khürchen geopfert hab[en].

Wann aber die Erste Stüfftung oder einsechung unnsers Clossters
geschehen beliebt in gegenwarth khürzlich darvon zuschreiben, unnd
wiewol ich vleissigist unnsere Annales durchsucht, habe Ich doch wenig
Khündten daraus erfahren: Alß das der Herr Otto in seinem privi
legio so Anno .1139. gegeben worden hiesige Khürch welche Er ange
fanngen hat zupauen Probsten Ascuino unnd seinen Prüedern yber
geben. Ist derentwegen muetmässig es sey ein khleines zuvor die
Erste Grundtvesst unnserer Khürchen gelegt worden. Doch wann es
also wie das gemaine Geschrey ist daß Ascuin[us] der drütte Probst dises
orthes gewesen (.welchen ich doch vermeine Er Sey der Erste gewesen.)
so ist es glaubwürdtig, daß dises Closster umn daß .1120iste Jahr
Nach Christi Geburth angefannge[n] zupauen. Unnder dessen haben wenig
Canonici oder Chorherrn im hiesigen orth mit schlechter Nachrung versehe[n]
doch in etwas durch froer Gottseeliger Leithen Freygebigkheit erhalten,
Gott gediennt biß sye enndtlich durch den H. Otto heiffiger begabt worde[n],
dannoch aber hat sich auch dise des H. Ottonis Freygebigkheit nit also er
strockhet das, das gebey hette khündten neben annderer nothwendtigen
Außgaben gefierth werden, Vorneblich weillen Er schonn in dergleich[en]
Gottsförchtigen Werkh vill Guethatten heiffig spüren lass[en], dann Er
neben erpauung unnderschiedlicher Zellen würkhlich .15. Closster eint
weders von Grundt auf erpauen, oder doch auf das wenigste Bericht
unnd[er] welchen auch daß unsrige unnd zwar daß .13. gewesen,
so Er aber wegen seines unzeitlichen hinscheidens nit volkhoentlich
erpauen mögen, derentwegen benänndte Canonici oder Chorherrn
wegen schlechtes einkhoen nach seinem Todt den orth verlassen,
Unnd dem Heil. Cistercienser orden (.dessen Minich damahlen
arbaitsamb unnd der armueth gewohnt.) Gegenwerttiges Closter
eingeraumbt worden, daß aber die Canonici etlich Jahr vor dem
Todt Ottonis alhier gewessen erscheinet auß privilegiis aldieweillen

6


der Herr Marggraf Leopold[us] (.welcher A[nno] .1136. ein H. endt ge
nommen.) einen weingartten negst Crembß zu St. Peter gehörig
alles Diennst Frey gemacht hat, dessen Exempel sein Sohn Luitpold[us]
|welcher durch denn Kayser Conrad Fürst in Payern eingesezt word[en].|
nachgevolft unnd ebnermass[en] einen Weingartten dem Closster gantz
Frey gemacht, yber daß würdt auch Rutbert[us] von Alderspach sambt
Gottpoldo von Sattelbogen in einem privilegio welches zu Wundt
sberg
oder Widenberg aufgehalten würdt unnd anno .1104. gegebe[n]
worden für einen Zeigen benannt. Da Nemblich Adelhardis Grav
in von Pogen sambt Iren Söhnnen, in dem Sye denn Geistlichen schutz
oder Advocatia yber Widenberg gehabt, Abbten Eginoni erlaubt,
d[a]s Sye khönnen einen Abbten erwehlen, auß welchen glaubwürdtig
ist daß umb selbe Zeit Hiesiges Closster seinen Anfanng genoen.
Dann umb selbe Zeit ist ein gueter Thaill der Clösster in Payrn auß
sonnd[er]bahrer schickhung Gottes unnd froer Leithen Freygebigckheit
gestüfft worden, unnd wil vil darfür halten, ist das erste ora
torium oder Khürchen aldorten gesanndten, wo vor Zeiten St.
Catharinae Capellen |. ist anjetzto das öpfel gewelb negst dem Fux
berg; unnd obletheißl.| gewesen, Ja eben die speiß vermeine aber
daß zu Zeiten Herrn Abbten Wolfgangs die speiß an einem annd[ern]
orth gewesen alß anjetzo. |wie muetmässlich ist solle auch ein Capelle[n]
gewesen sein, weillen darinnen noch nit lanng vor benannten Abbt
Wolfganng Khreitzer so in Khürchen an wänndten gemahlt werden
gespürt worden, dann auch nit weit darvon vor Zeiten ein be
grebnuß mueß sein gewesen, weillen nit langst gar vil Todten
beiner aldorten außgegrabe[n] worden, obs aber bainder d[er] Christe[n]
oder der Haiden sein khann nit leichtlich affirmirt werden.

Sancti Petri ausser des Closters Capell, anjetzo die Pfarrkhürch so
S. Otto hiehero geschenckht hat, ist .274. Jahr zuvor gestanndten ehe
der Cistercienser orden hiehero introducirt worden. unnd wie
etliche melden ist solches Gotshauß vonn Clossterfrauen bewohnt worde[n].



7

Unnßer Lieben Frauen Capell aber zu Wenng ist ungefehr eben
umb sie Zeit gestüfft worden umb welche daß hiesige Closster dann
der Altar (. der vor Zeiten darinnen gestanndten.) ist umb d[a]s Jahr
Christi .1134. vonn den Edlleithen So zu Wenng gewohnnt auf
gericht unnd datiert worde[n].

Das erste oratorium so der Hl. Otto angefanngen zupauen ist
durch Manegoldum Pischoffen zu Passau anno .1207. den Tag
nach Catherina geweiht worden.

Der Alderspachischen Cronic.
das .3. Capitl.
Die Feder noch ferrers zu brauchen, unnd vonn den Guethatten
unnserer Ersten Stüfftern zueschreiben, soll der Günstige Leser
von mir wissen, das Ich in unnsren Prieflichen urkhundten,
unnd Püecheren vonn Eberhardo von Eckhenheimb, von Eber
hardo
von Sunzingen, wie auch Calocho von Alderspach, gantz
unnd gar nichts fündt unnd lüse, Stehe doch darbey in diser
mainung, das auch dise obgedachte herrnen, zu unnserer Khürch[en]
Unnd Gotshaus (.massen dann Irer Naen in unnserm Totten
buech aufgezaichnet, unnd dero Adeliche Insignia unnd wappen
aufbehalten werden.) etwas vermacht unnd gescheckht haben,
sey khain lähres geschrai unnd muethmassung khann aber durch
Hinlassig: unnd unachtsambkheit der Ersten religiosen gescheche[n]
sein, daß so gar kheine gewisse Fuesstapfen unnd Zaichen von disen
Guethatten, den Nachkhumlichen sein unnderlassen worden,
Von Ratoldo aber erst gedachten Eberhardts von Eckhenhaim, wie
mann sagt, leiblichen Prueder, fündte Ich daß Er etliche Güetter
zu unnserern Gotshauß gegebe[n] unnd vermacht.



8

Dise Adeliche Männer, haben negst bey Mitterhag, nit weit
von Eckhenhaim Ir Schloß, welches dermahlen ganntz verwisst,
unnd nit Ainiges wahrzaichen darvon zesechen, wie auch ihr her
schafft, welche der Graf Zu Orttenburg inhat, auß vätterlichen er
erbt ingehabt.

Von Rudberto von Alderspach aber, hat unnd meldet unnßer
Fundation unnd Schanckhung Puech sovil das nemblich zwen
Freyen stanndts Männer unnd Menschen, Bruno und Rudberd[us]
ein Guett in Alderspach, von Herbetone unnd seiner Schwöster
an sich gebracht: Welches nachmals Rudbert[us] durch vill Jahr ohnne
ainige widerredt ingehabt, unnd alß dann mit gewaltthattig[er]
freyer hanndt, sambt allen seinen Guettern, Zu Pamberg in bei
sein des Römischen Khönigs unnder viller Fürsten, auf den Altar
deß Heilligen Maryrers Georgii gelegt, unnd den Gott dienent[en]
Brüedern Zu Alderspach zu nutzen unnd zu gebrauchen geschenckht,
diser also gethonner Schanckhung Privilegia mit mehrern ihren Zeuge[n]
sollen wie man sagt, Zu Pamberg unnd Passau aufbehalte[n] werde[n].

Das aber dise unnserem Gotshauß, von mehrgedachten Männeren
geschenckhte Güetter gar wenig unnd nit gar gross und vorneen
gewest, ist leichtlich auß dem zueschliessen. Dann Eugenius Pabst,
der disem Gotshaus daß Erste Privilegium gegebe[n], hat gar wenig
Güetter darinen außtruckhlich benennt.

Innocentius aber der drütte. unnserem Closster, alß es sich schon
in reicherem stanndt befundten, mit dergleichen apostolischen gnade[n]
Vorsechung zuthuen, erzellet die Güetter unnder einer mehrerer An
zahl.

Zu deme wann dise gedachte Stüffter, unnserm Gotshauß so groß[e]
unnd ansechliche Guetthaten hetten gethonn, unnd Stüfftung gemacht

9


hetten Sye Zweifelsohnne durch dise ein ansechliche Begrebnuß
verdiennt, wie gemainelich bei anndern Gotsheusern Stüfft: unnd
Khürchen zusechen ist, Wurdte auch der Erste Probst unnd seine
Canonici, so undanckhbar nit gewest sein, daß Sye ihren Stüffter
mit einer Ehrlich unnd gebürennden Begrebnuß unnd Grab ver
ehrt. Nun aber haben Sye alhie nit allein khaine dergleich[en]
annderorths gewondliche Begrebnuß unnd grab. Sonnd[er] man
waiss auch so gar nit wo ihre Leiber begraben: Ob zwar etliche
mainen unnd sagen, Sye lige[n] in dem Creuzgange vor dem
analogio alwo die Prüeder auß dem Chor gehen ihre Tagzeite[n]
verrichten, unnder einem himelfarben Stain begraben, dises
sey bishero gnung von den Stüfftern, Daß aber die
Fürsten deß Lobl[ichen] Hauß Payrn, unnser Closster in seiner ersten Stüfft
ung mit Gnad unnd schanckhung nit begnadet, gleich wie Sye es in
annderen ortheren diser Provinz unnd Lanndts Payr[n] gar reichlich
gethonn haben, ist meines erachtens dises die ursach gewest, da
mahlen hate zwar das Fürstenthumb Payrn ja der mechtigiste
Fürst Henricus der Stoltz oder hoffertige genannt, mit seinem
Brueder Guelfone welcher denn Khayser Lotharicum mit starckh[er]
Hanndt unnd macht biß in Italia verfolgt, unnd wider die feindt
des Römischen Reichs dapffere Thatten erzeigt unnd alß der Kayser
Lotharicus unnder einem Hittlein nit weit von der Statt Trient
gelegen gestorben, hat der Herzog Henricus alß Lotharii Tochter
mann die Khayserliche Cronn unnd annd[er]e Regalia zu sich ge
noen, unnd dieweill Er dazumahl in dem Reich eines hochen
Naen unnd Dignitet ware, hat Er auch seine Söhnn gedanckh[en],
zu dem Reich unnd Khayserlichen Cron gemacht, Nun aber ist
unnd[er] disem in denn Jahren .1139. Conradus auß Schwabe[n], in
der Statt Coblentz zu einem Kayser erwehlt worden, der
nit lanng hernach zu Pamberg ein Convent: unnd zusaen
khonnfft der Reichsfürsten angestelt unnd gehalten, darauf
dann alle erschinen, allein Herzog Henricus der die Regalia

10


Unnd waß zu der Khayserlichen Crönung gehörig bey sich behalten,
blibe auß, dise aber herzugebe[n] ist ihme ein Tag zu Regenspurg
benent unnd vorgesezt ist zwar erschinen, die khönigliche Zierten
hergeben, aber in ungnad des Khaysers darvon geraist. Ist
also nit lanng hernach duch Rhat der Fürsten, ihme Henrico d[a]s
Herzogthumb Payrn genoen, und Luitpoldo, des Heil[igen]
Leopoldi froen Ertzherzogen in Ossterreich Sohnn ybergeben
worden, welcher wenig Jahr ybergelebt, dann alß er daß Payr
lanndt durchsechen, ist Er zu Regenspurg in ein gefehrliche Khrankh
heit gefallen, unnd dieweill sein Sün in Össterreich stundte, ist Er
in dem Pistumb Passau Todts verbliche[n] A[nno] .1141. 12 Calendas
Novembris
.

Ist also das Fürstenthumb Bayrn in die Hanndt seines Prueders
Henrici khoen, unnser Henricus aber der Stoltze, ist
von dem Khönig Conrado verstossen, unnd der mechtigiste were,
dessen macht wie Er sich selbsten beriehmt, mit disem Symbolo a
mari usq[ue] ad mare von dem Meer zu dem Meer, sich erstreckhte,
Ist in khurtzer Zeit auß gerecht Göttlichem Urthel gediemüettiget,
Und in ein solches Ellenndt gerathen, d[a]s fasst alle seine Freindt
vonn ihme abgewichen, Er allein mit .4. beglaittet unnd in
Sachsen gefiehrt, unnd nach wenig Jahren aldort sein Leben
geenndet.

Guelfo aber sein Brueder hat vor das Payrlanndt starckhe
Khrieg gefiehrt, unnd dem Vatterlanndt durch Raub und Prenne[n]
nit wenige[n] schaden zuegefiegt.

Ist also unser Fürst zu der Zeit unnser Stüfftung, nur gar zu
starckh betrangt, unnd von dem Lanndt vertriben worden, also

11


das Er Ihme selbst unnd seinen sachen, khain Rath hat geben,
wenig[er] anndern und frembten ein Hilf leisten khündte[n].

In Fundationem Ecclesiae
Alderspacensis
Abbatis Wolgang Marii Tricesimi
Tertii
Decasticon

Sustulit Ecclesiam nostram dignissim[us] Otto
Babenbergensis Praesul sub origin prima
Tunc licet exiguo censu vel iure refertam
Praeposito Ascuinno Fundator credidit atq[ue]
Ad Superos Anno Sanctus migravit eodem
Canonici paucis sedem tenuere diebus
Secedunt moniti: mox coepta ubi templa relinquunt
Ordo subintravit Bernardi clar[us] in orbe
Qui tunc per mundu[m] primo surgebat ab ortu
Virtutum et radios late spargebat in omnes



13

Alderspachische Abbten
Daß Ist
Khurtze Verfassung unnd Bericht der erwöhl
ung, Regierung, unnd Absterben aller Abbt
oder Praelathen zu Alderspach, so von einsetz
ung des Heil[igen] Cistercienser Ordens Vin
A[nno] .1146. biß auf das Jahr .1661. der Regier
ung F. Gerardi Hörger zu guet unnd bößen
Zeiten Regiert haben, neben khurtzer erhollung
der Stüfftung unnd Herkhoen des Closters
Alderspach.



14

Einganng.
Oder
Khurtze Erholung von dem Ursprung
unnd Herkhoen des Closters Alder
spach
.

Wiewol vill der mainung sein, das. das Closter Alder
spach
von beeden Herrn Prüedern Rudbertho unnd Callocho alß
Grafen zu Alderspach seye Erstlich gestüfft unnd erpauet worde[n],
doch will solche mainung Herrn Abbten Wolfganngo nit
gefallen: sondern helt steiff darfür auß gewissen ursachen
das benentes Closster gestüfft unnd angefangen zupauen d[er]
Herr Pambergische Pischoff Otto, welcher ehe Er solche sein an
gefangnes Werckh zu enndt gebracht zeitlichen Todts v[er]bliche[n],
doch ist glaubwürdig das vorgedachte .2. Herrn Brüed[er] dem
Closster auch Guettathen erwisen, massen annoch von ville[n] dar
für gehalten wirdt, das auf dem an dem Closster ligennten
Perg ein Schloß gestanndten, so öfftgedachten Herrn Graven
von Alderspach gehörig Ascuino Probsten alda zu erpauung
diß Closster Verehrt worden, ob dem also lass Ich anndere Ur
theille[n], diß vermeinet vorgezter Herr Abbt Wolfgang warzu
sein das wo jez daß Closster steht .4. höff gewesen, deren einer
Rudbert[us] von Alderspach dem Closster frey geschenckht, der and[er]e
Adalramo Grafen vonn Chamb gehörig, unnd in anstatt eines
anndern zu Ullendorf gelegen dem Closster gelassen, der dritte
aber, haben her dargeben für 2. Güetl zu Limpach unnd Pernthall
beede Prüeder von Alderspach, der .4. geherte aber Heinrichen vonn
Helpenau deme darfür Rapato von Orttenburg ein anndern
Hoff zu Eckhlhaim gelegen, unnd also benannten Hoff dem Closster
zuegeaignet, waß sonnsten Rudberto von Alderspach, und Ratol.
von Eckhlhaim dem Closster guets gethonn besiche das .3. Capit[el]



15

Wann aber obgesetztes Closster seinen Anfanng genoen, ist nit
also clar bekhandt, gewiß ists das es auf das lengst Anno. [Chri]sti 1139
sey angefange[n] worden, so ferrn aber gewiß viller meinung die darfür
halten Ascuin[us] sey nit de erste sonndern der drütte Probst gewese[n],
ist nit unglaubwürdig Alderspach seye umb d[a]s Jahr Christi .1120.
erhebt worden, die Pfarrkhürchen St. Peter ist ehe dann der Heil[ige]
Cistercienser orden zu Alderspach eingefierth .274. Jahr gestanndte[n],
unnd also umb das Jahr Christi .872. durch Engelmaru[m] Passau
erischen
Bischoff[en] der Hochaltar [con]secrirt worden.

Unnd wie etliche darfür halten ist benantes Gotshaus S. Petri von
Clossterfrauen bewohnt gewesen, Wenng herentgege[n] ist umb das
Jahr .1134. von den Edleuthen zu benantem Wenng erpaut unnd
gestüfft worden.

Wiewol das Closster wie gemelt umb d[a]s .1120iste oder doch umb d[a]s
.1139. erhebt unnd erpauet, so ist doch solches nit durch die Cistercienser
Minich wie anjetzo, sonndern duch die Cononicos Regulares des Heil.
Vatters Augustini besetzt unnd bewohnt gewesen, Weillen aber die
fundation dermahlen khlein unnd gering, d[a]s sye sich nit erhalten
möge[n], haben benente Canonici nit allein einhöllig beschlossen, sond[ern]
auch würkhlich disen orth verlass[en], unnd sich nach[er] Reichersperg begebe[n],
Alß nunmehr dises der Heil. Vatter Bernardus vernoen, ist muet
massig daß Er bey Kayser Conraden bey welchem Er sich damahlen
befanndte erlanngt, das mit Consens Egilberti Pambergischen
Bischoffen unnd des H. Ottonis negsten nachkhömbling an statt der
H. Augustiner die Cistercienser solchen orth möchten besitzen unnd
bewohnne[n], Welches auch also geschechen, in dem Jahr Christi .1146 dise
beeder H. orden Verwexlung hat auch ein verenderung der Patronen
mit sich gezoge[n], dann anstatt der H. Apostle[n] Petri unnd Pauli
ist vonn den Cistercienser erkhisset unnd angenoe[n] worden,
die Heil. Gottes geböhrerin Maria; unnd St. Joannes Baptista.
Das erste oratiorin oder die erste Khürchen alhie zu Alderspach,
ist muethmassig gestanndte[n], wo anjezo d[a]s öpfelgewelb für das

16


Convent gesechen würdt, ob welchem die wechcaer bei dem
obletheißl, unnd ist solches oratorium geweicht worde[n], durch
Manegoldum Passauerischen Bischoff umb das Jahr Christi
.1207. den 26. 9br[is].

Herr Seifridt[us] Erster
Abbt.

Der Erste Cistercienser Abbt zu Alderspach Namens
Seifridus, ist von Ebrach auß Franckhenlandt alhero ver
ordnet unnd geschenckht worden, diser gleich wie Er ein man[n]
voller Tugent unnd Heilligkheit, also auch nit wenig[er] ist Er
vol weißhait gewesen, also d[a]s Er gleich zu anfang zu mehr
erer bestättigung diser angefangene[n] Werkhs von Eugenio diß
Naens dem drütten Römbischen Probsten ein herrliches Pri
viligium erbetten unnd erhalten, in disem werden alle güetter
benanntlich aber Alderspach, Gumprechting, Liesing, Gundolfing etc.
unnd anndere die d[a]s Closster damahlen gehabt od[er] noch rechtmessig
bekhoen wurden, dem Closster confirmirt unnd bestättiget,
ja dises Closster würdt in sonndern schutz des Pabstischen stuels
genommen, nitweniger würd auch jedem Verbotten das sich
kheiner solte anmass[en] von jenne[n] Gründten die, die Minich
mit aigner hanndt oder Cossten Pauenten den Zehent abzuford[ern],
Villmehr guets het diser Gottseelige Abbt mudoster [?] gethonn,
welche aus nachlessigkheit der alten Minich nit beschriben, Er
aber nachdem Er das Closster Glikhlich .36. Jahr Regiert, ist
in dem Fest der empfängnuß Maria in Gott seelich verschiden,
unnd im Capitl begrabe[n] worde[n], A[nno] Christi .1182.



17

Herr Eberhardus der.
Annder Abbt.

Nit lanng nach dem zeitlich Hintritt Abbten Seifridi Ist
zu solcher würdten erhöchet worden, Herr Eberhard[us], diser hat gleich
förmbig den stanndt des Closters sowol in Geistlichen: alß auch weltlich[en]
sachen vermehret, unnd weillen Adalramus von Chamb sich unrecht
mässigerweis unnderstanndten den Geistlichen schutz od[er] Vogtey yber d[a]s
Closster zu praetendieren, hat ihm Abbt Eberhard[us] sehr angelegen
lassen seinn solches unzimbliches begern abzustellen, derentwillen Er
nacher Niernberg alwo Kayser Friderich Anno .1183. sambt allen
Reichsglider[n] sich befundten, begeben, Adalramum dises angenone[n]
Gewaldts angeclagt unnd vermitls Ottonis des Eilfften Pambergische[n]
Bischoffs sovil erhalten d[a]s nit allein Adalramus von solch[er] praetension
abgewisen, sonndern ihme Abbten Eberhardo vergundt, das Er möcht mit
Zuethuen des Pambergerische[n] Pischoffs einen schutzherre[n] erwöhle[n], Ihme
auch so ferr Er dem Closster nit nuzbar, ab unnd einen anndern außzu
sezen, unnd dises Privilegium hat auch nachmahle[n] Philippus Römisch[er]
Khönig bstättet, Ja Clements der dritte Probst Pabst hat dem Bischoff zu Regen
spurg
, unnd Freising gewaldt geben Adalramum durch Geistliche Pann
von solcher Gewalttäthigkheit abgehalten.

Verners hat Eberhardus von Luitpoldo Herzogen in Össterreich erhalten
alß einkhoen von unnsere[n] Güetter in Össterreich Mauttfrey herauf unnd
herentgege[n] alle nothwenndtigkheiten hinab zufiehren. Eberhardus
nach dem Er dem Closster embsig .16. Jahr vorgestanndten, ist enndtlich
an St. Bartholomaei Tag .1199. in Gott [ver]schiden.

Herr Ludwig der
Dritte Abbt.

Ludtwig der Dritte Abbt zu Alderspach ist geweßen ein Mann
voller weißhait diser hat ebnermass[en] Adalramum zu Würzburg
auf dem Reichstag vor Kayser[n] Ottone den .4.t[en] angeclagt, unnd

18


ganncz unnd gar gespillet, Item Er hat von Babsten Innocentio
diß Namens dem drütten ein Herrliches Privilegum erhalten,
in welchem dem Closter die schwaig, Gumprechting, Wifling, Äzen
berg
, Prenberg, unnd Gneuxendorff bestättigt werden, Verners
hat Er ehtliche Güetter mit Eberharden Joannstorffer Vertauscht,
nachdem Er aber das Closster .17 Jahr wol regiert ist Er denn
.12 April A[nno] .1216. gestorbe[n].

Herr Nicolauß der.
Viertte Abbt.

Nitwenig[er] alß seine Vorfahrer hat auch Abbt Nicolauß
daß Closster sowol in Geistlichen alß Weltlichen sachen zu jedermans
Contento regiert, dann unnd[er] ihme ist diß Closster Disciliplin
in einem solchen Praedicat gewesen, das Herzog Ludtwig bewegt
worden, den Zehent zu Lanndau unnd Deggendorf berürtermass[en]
dem Closster einzuverleiben, welche schanckhung nachmahlen auch
Herzog Otto alß Ludovici Sohnn bestättiget unnd becrefftiget, anjezo
aber ausser der Lähren Privilegien geniessen wür nichts, unnder
ihme ist der Geistliche schutz denn Herzogen auß Payrn eingehendigt,
also, das, das Closster nit mehr befuegt seinem belieben nach eine[n]
Advocaten zuerkhisen, sonnder bleibt solche Advocaty bey dem
Hauß Payr[n] Ewigelich, Nicolaus aber nachdem Er Glickhlich d[er]
Abbtey .17. Jahr vorgestanndte[n], stierbt den .17. 7br[is] A[nno] .1232.

Herr Anßelmuß der
Fünffte Abbt.

Anselmus der .5.te Abbt zu Alderspach ist baldt nach ab
sterben Nicolai rechtmessig erwehlt worden, neben dem
aber das Er von Rudigero Pischoffen zu Passau die Mautt be-

19


freyung erlangt, würdt wenig von ihme gelesen das Er gefrucht,
unnd wiewol muettmassig das Er schuldten gemacht doch ist
solches dem damahligen Khrieg mehrers alß seinem unfleiss zu
zeaigne[n], diser nach .6. Jeriger Regierung ruehet in Gott seel[ig] A[nno] .1239.

Herr Theodoricus der
.6.te Abbt.

Nach Ableibung Anselmi Ist zu diser Würdten erhöchet worden,
Theodoricus diser hat Anno .1246. von dem Hochwürdigisten
Erzpischoff zu Saltzburg Eberhardo erhalten Jährlich umb die H.
Pfingsten ein Halb Pfundt Saltz. näckheter steckh bey der Pfannen
im Häller unnd dise Freygebigkheit hat bestätt zu Ewige[n] Zeiten
daß Hochthumb Capitl zu Saltzburg Theodoricus, aber nach dem
Er .13. Jahr regiert, hat solche Purdt resignirt, waß ursache
ist unbekhanndt. Actum Anno .1253.
Eben con disem Theodorico besiche gleich hernach.

Herr Albertus der.
.7ete Abbt.

Theodoricus ist in der Abbtey nachgefolget Albert[us]. damahle[n]
Prior zu Rottenhaßlach, unnder seiner Regierung hat Herzog Heinrich
in Payrn dem Closster erlaubt alle notturfften zu Vilshove[n] ohnne
Raichung einiger Mautt durchzufiehren Act[um] A[nno] .1256. volgentes
Jahr auch hat Alexannder Probst die Pfarr Nidern-Oberhausen
dem Closster bestättigt, Abbt Albrecht aber beurlaubet die Welt
umb d[a]s Jahr Christi .1258.



20

Herr Theodoricus der .8te Abbt
das annder mahl.

Anno .1258. ist nach Absterben Alberti Theodoricus wider zu
dem Ambt eines Praelathens erwöhlt, in diser seiner annderen
Regierung hat Herzog Ludwig Fürsstenfeldt gestüfft, an welches orth
von Alderspach .4. Minich sambt .2. Conversen oder Lechenbrind[er] unnd[er]
Anselmo damahlige[n] Großkhellner zu Alderspach alß Abbt abgeord
net worden, dise haben solche Abbtey in höchster Armueth anfange[n]
zu erpauen, Anselm[us] aber nachdem Er sorgfeltig aldort vorge
stanndte[n], hat solche Purdt resignirt unnd wider in sein profess hauß
sich begebe[n], unnd[er] Thedorico auch in die Pfarr Egglhaimb oder Tött
ling
umb Nider-Oberhausen eingetauscht, doch mit disem vorbehalt,
daß, das Closster Jehrlich umb Stephani erfündtung zu Passau dem
Thumb Capitl erlege .1. Pfundt Regenspurg[er] Pfennig, Item hat Er
erhalten von Herzog Heinrichen d[a]s der Abbt nirgents solle ver
clagt werden alß zu Lanndau. Yber das hat Er ein Hauß zu Passau
von Udalrico Pfarrherrn zu Hartkhürchen umb .40. lb. Pfennig er
khaufft, Verners ist von Herrn Volrado Abbten zu Walderspach und
dessen Convent dem Closster anstatt .80. lb. d. eingesezt worden.
D[er] Hof unnd d[a]s Dorf sambt der Pfarr Gottstorf in Össterreich gleich
von Seisenstein heryber, offtgedachter Abbt Theodoricus erhaltet
auch von Pischoffen Petro zu Passau Befreyung in der Mautt,
Nitwenig[er] ist auch A[nno] .1275. das Closster Fürstenzehl unnder
Abbt Theodorico von Herwico Thumbherr[n] zu Passau an
gefannge[n] und von Herzog Heinrichen vollenndet worde[n], dess[en]
erste Minich zwar von Alderspach gewesen, der Abbt aber von
Willering namens Walther[us]. Theodoricus nachdem Er dem
Closter Alderspach wider in diß .19. Jahr glickhlich vorgestanndte[n],
gehet mit Todt ab den .14. 9br[is] .1277. dessen leib im Capitl
begrabe[n] ligt.



21

Herr Albertus diß Naens
der annder. der .9.te Abbt.

Ebnermassen ist wider nach Theodoricum zur Praelatur erhebt
worden, ein Conventual unnd selber Zeit gewester Khellner mit Naen
Albertus, unnd[er] dessen Regierung, wie auch auch unnder Theodorico hat das
Closster Jährlich müessen wegen Recuperirung des H. Lanndts erlegen
.6. March Silber, unnd die Anlag hat .6. Jahr gewehrt. Albertus hat
nach dreyen Jahren die Abbtey resignirt, unnd ist Prior zu Fürssten
zehl
worden.

Herr Henricus diß
Namens der erste der .10te. Abbt.

Anno .1280. den Ersten Sonntag in der Fassten Ist Abbt Henric[us]
von Pamberg gebierttig unnd zu Eberach Profess zu einem Praelathen
des Clossters Alderspach erwöhlt worden, diser hat des Clossters ein
khoen durch seinen Vleiß sehr vermehrt, also das Er den Conventualen
auch den Leienprüeder[n] alle Malzeit ein ganntze Portion Wein (.welche
zuvor nur an den Tagen da zwo Messen gesungen subminstrirt.) ge
geben, Unnd[er] ihme ist dem Closster das Jus Patrionatus der Khürchen
Teya in Össterreich von Geblordo Graven zu Hirschberg unnd Letoldo vo[n]
Chünring[en] geschanckht worde[n], wie nitwenig[er] hat auch Heinrich Herzog
in Payrn daß Closster mit sonndern Ga. begabt, dann er machte diß
Gotshauß zu Purckhausen unnd Schärtting mauttfrey, Item Er er
laubt dem Abbten das Er möchte seine Unnderthone[n] selbers richte[n],
vonn Ottone erhelt Er auch die Mauttbefreyung durch ganntz Payr[n],
wie nitwenig[er] auch von den Herrn Graven von Schaumberg zu
Aschau würdt Er in d[er] Mauth befreyt.



22

Ferners unnd Ihme ist auch das Closster Gottszell Abbtey Gotts
zehl
durch Heinrichen Pföllinger, wie auch daß Spitall zu Alder
spach, vonn Engelschalco Thumbherrn zu Passau unnd zu dessen unnd[er]
halt das Schloß (.welches zu erpauung Gotszell abgebrochen.) und
der Marckht Ruebmansveldte[n] von den Herzogen in Payrn erkhaufft
funtiert unnd gestüfft, Item der halbe Hof zu Gneixendorf in Össter
reich von Reinhardto Pfarrherr[n] zu Passau bey St. Paulluß ann
daß Closster abgelest worden. Entlich ist Abbt Henricus mit einer
schwäre[n] Khrankheit behafft unnd bey denn Medicis Hilf dermass[en]
gesuecht das Er nit allein zu erlangung seiner Gesundtheit nach[er]
Regenspurg unnd Würzburg sich begeben sonndern gar biß nacher
Pariss verraist. Weillen aber khein Khreüttlein wid[er] den Todt
waxet ist er nach .15. Jehriger Regierung seeligelich in Gott [ver]schide[n].
den .26. 7br[is] A[nno] 1295. unnd inn dem Capitl begraben
worde[n].

Herr Hugo der.
.11te. Abbt.
Nitweniger Guetthaten hat auch Abbt Hugo dem Closter
erwisen. Diser ist zu Straubing von Ehrlichen Elter[n] geborn, in
seiner Jugent den Closster Habith zu Alderspach angenoen,
nachmahle[n] zu Fürsstenzehl zu einem Abbte[n] (.wiewol etliche wölle[n]
Er sey auch Abbt zu Willeringen gewesen.) erwehlt, welcher dig
nitet Er auch in das zehennt Jahr vorgestanndten, nach ableib[en]
aber Henrici ist Er zu der Abbtey zu Alderspach einhellig be
gert: unnd an sein statt P. Diemo Profess zu Alderspach ge
sezt worde[n], benannter Abbt Hugo gleich wie Er ein Mann
voller Verstanndt also ist Er auch in den Augen der Fürsten lieb
unnd werth gewesen, dahero hat Er von Herzogen Stephano

23


Unnd Ottone d[a]s Jus pat[ronatus] yber die Pfarrkhürch Geyerstall erlangt,
welches Bischoff Conrad zu Regenspurg sambt dem Thumbcapitl
bestättigt, unnd weillen daß Closster villen ungelegenheiten
wege[n] der Jeg[er] unnderworffen gewesen, hat solche in Ansechung
Hugonis, Herzog Stephan[us] abgestattet, Ferners hat Er vonn
Arnoldo Pambergischen Bischoff erhalten, das unnser Vich möchte
in dem Hardt gewaidet werden, also hat auch Englschalcus die
Güetter zu Egolfing dem Closter gegeben, annd[er]e villmehr müess[en]
khurze halber geschwige[n] werde[n].

Diß aber Preiset Abbt Wolfganng nit ein wenig d[a]s Abbt Hugo
habe das Wasser von Gumprechting in das Closster gefierth, ob aber
diß der Prunne[n] oder der Milbach seye, zweifelt Er selbers.

Wunderbarlich ist was obgedachter H. Abbt Wolfganng schreibt,
Cap. 19. Annalium das sich zu Zeiten Abbte[n] Hugonis zuege
tragen, Stephanus Herzog in Payrn mit seiner Gemahlen
khumbt undersechens zur Zeit des Hochambts in die Khürchen,
diser unerherter unnd damahle[n] nit zuelässlicher Zuetritt khombt
den Minichen seltsamb für, also daß sye die Liechter außleschte[n],
die Altär entdekhete[n], ja so gar der Priester so das Gloria in excel
sis albereith angefanngen, geht von dem Altar unnd lasst selbe[n]
Tag die Mess auß. Dise unverhoffte Comaedi stige Herzogen Stephano
dermassen in Khopf, das wann sich der Adel nit interponiert
Unnd Abbt Hugo der selber Zeit nit anwesent, sich mit dem Ordens
Prauch bedachtsam entschuldtiget, das Closster in ein grosse Ungnad
khoen währe, nachdem aber Herzog Stephan[us] [ver]standten das
diß die Closster oder Ordengesatz außweisten, hat Er alle[n] Zohr[n]
hindann gelegt unnd d[er] Brüeder Eifer gelobt, Hugo aber, in dem
Er von dem Generall Capitl von Cisterz zuruckh raiset füelle zu
Heillprun im Closster in ein Khranckheit an welcher Er auch al
dorten sturbe, unnd ist in dem Creutzganng begraben worden,
den .16. Octob[ris] .1308.|



24

Herr Conradus der
.12te. Abbt.

Conradus von Pudweiß gebirttig unnd Profess zu Ald[er]spach
würdt in festo des Heyl. Bischoffs Martini zu der Abbtey
erhebt, unnd[er] diser Regierung ist das Closster sowol in Geistlich
alß in Zeitliche[n] sachen woll administriert worde[n].

Unnd zwar ist damahlen Össterreich dem Closster woll angestandte[n],
massen Jehrlich in die .80. Vass | dessen eins .30: oder doch .24 Eier
haltet. | herauf gefiehrt, weillen aber sovil im Closster nit auf
gannge[n] also hat mann den ybrige[n] nacher Regenspurg und Landts
huet
gefiehrt unnd aldorten verschleißt, nitwenig[er] sein auch von Traidt
auf der Thonau .2. oder .3. schiff Jährlich herauf gebracht worde[n],
welche summa wegen Vertauschung der Pfarr Teya unnd [Ver]khauff
Gottstorfs anjetzo merkhlich gemündert worde[n].

sein Gebey betr. hat Er die Capellen zu Wenng erneuert unnd ge
bessert, Item zu dem Schläufhauß so Paufehlig gewesen hat Er
lassen .275. Zimerhöltzer fählen unnd außhackhe[n], Ferners
ist unnd[er] ihme geschriben worden daß gross Graduall so noch
heunt in choro Abbatis gebraucht würdt, wie auch hat Er
ein Uhr umb .39. Ducaten erkhaufft, ja villmehr het Er ge
thonn so wege[n] liebe der Kürtz nit hürbeigesezt.

Pey nebens hat Er auch schönne Gnaden erlanngt dann Er die Pfarr
Geyerstall dem Closster ganntz unnd gar incorporirt unnd dar
ibert schönne [con]firmationes von denn Regenspurgerischen Pischoff er
halten, vonn denn Herzogen aber auß Payern sein alle vor
gegebne Gnaden confirmirt, Item daß des Clossters unnd[er]
thonnen kheinen annder[n] Richter sollen haben alß den Praelathe[n]
Unnd seine officier, Item hat Er erhalte[n] Jehrlich vom Jegermaister

25


.3. Hirschen die schonn ein guete Zeit dem Closster abgenone Zehet
zu Lanndau unnd Deggendorf welche A[nno] .1329. in die .30. Landauer
schaff ertragen, hat Er wider dem Closster zuegebracht, und weille[n]
Herzog Heinrich das Closster sehr wege[n] der Steur beschwärt, unnd
auch kheinen nachlaß gethonn also hat Abbt Conrad wider in ein
Excommunication erhalte[n], von welcher Er auch durch den Pischoff
zu Passau nachmahl[n] absolvirt worde[n].

Aber wiewol Abbt Conrad ein fleissig[er] Haußwürth gewese[n] ist doch
unnder Ihme daß Closster wegen starkher Krieg, so wischen den Her
zoge[n] in Bayr[n] unnd dem Erzherzoge[n] inn Össterreich, ja auch unnder
denn Herzogen iin Payr[n] allein sich eraignet, in Abnee[n] gerathen,
massen in Belegerung des Schloß Neuburg bey Schärtting Herzog
Hainrich mit .1500. Reither[n] in der Pfinstwoche[n] im Closster yber
nacht gelegen, Cur auch Vitzdomb hat samt seine[n] .700.
Reither[n] müessen von Alderspach auß .7. Tag verpflegt werde[n],
also das der schadt yber die .140. pfundt Regenspurger schätzt
worden, doch wegen so grosse[n] erlittenen Ruin hat Herzog Hainrich
neben Darraichung .60. Pfundt Regenspurger daß Closster auch
frey gemacht von erpauung der Stattmaur zu Vilßhoven,
welche Jahrs auf die .100. Ducat[en] gestanndte[n].

Ferners hat auf ein mahl Abbt Conrad den obristen und officier
zu beschutzung des Clossters .32. Vaß[er] Wein unnd .320. schaff Khor[n]
unnd Haber dargeraicht, welches Zweifels ohnne ursach gewese[n] war
umb d[a]s Closster in Zeitliche[n] abgenoen.

Nitwenig[er] auch hat sich Abbt Conrad umb denn ganntz[en] Orden
bedient gemacht, dann unnder ihme ist Gottszell so nunmehr ein
Probstey gewesen, A[nno] .1320. zu einer Abbtey erhöcht, unnd des
ersten Abbtens Wahl so Berthold[us] genandt zu Alderspach an
St. Georgentag celebrirt worde[n], Eben diser Abbt Conrad ist vo[n]

26


allen Ordens Abbten unnd[er] dem Saltzbur[er] Ertzpistumb in einer
schwären sach sambt Herr[n] Otto zu Fürstenzell commissarius ernannt,
unnder Ime ist zu Alderspach ein Profess namens Friderich seines
staens ein Lanndtgrav gewesen, Es vermeine[n] vill, das auch Nider[n]
altach
wegen des gueten Wanndls der Alderspacher bewegt habe der
Cistercienser Reformation angenoe[n], dann unnder ihme florirte
das Closster nit allein in Zeitliche[n] sonndern vilmehrers im Geistlich[en]
massen ein sonnd[er]barer unnd gleichsamb unerherter Ordens Eiffer
inn den Miniche[n] gespiert, so auß nachvolgenter geschicht erscheinet,
welche schonn zuvor zu der Zeit des Abbts Hugonis gescheche[n] zu sein
erzehlt ist worde[n], vide supra Abbt Hugo, unnd auch dergleich[en]
unnder Ihme Conrad gescheche[n] zu sein Abbt Wolfganng erzehlt.

Agnes Khöinigen in Ungarn khombt mit ihrer Hofhaltung in das
Closster besicht unnd gehet nit allein die Abbtey sonnder auch daß
Convent durch unnd durch, welches so es die Minich vermerkht, habe[n]
sye den gewondliche[n] Chor, unnd Messen unnderlass[en] die Altär ent
deckht, welches sehr hoch die Khönige[n] empfundte[n] und sich verpfendt sye wolle
den Minichen ein solches mueß mache[n], das sye es vor Saltz nit
wurden essen khündte[n], doch hat Gott dises ihr vorhaben wider
gewenndet.

Noch seltzamer ist was sich eben bey offtgedachte[n] Herrn Abbten
Conraden zuegetrage[n], zur Zeit des Kriegs haben die benachberte
Ihre besten sachen nach[er] Alderspach gebracht, weillen aber .2. Leiche[n]
brüeder solche angriffe[n] unnd etliches darvon entfrembt, haben die
annd[er]e Conversen damit sye nit auch in Verdacht khoen, solche in
die Khürchen gefiehrt unnd aldorten unwisent des Praelathens und
Convents ihnnen die Augen außgestoche[n], weillen aber dise Brüed[er]
Exco[mmun]iciert unnd dannoch d[a]s Convent in spiritualibus mit ihnnen
couniciert sein sye alle in suspensione unnd volgents in irregu
laritatem gefalle[n], von welcher sye entlich durch Herrn Abbten zu Fürste[n]
zehl auß bevelch Berengarii Pischoffen absolvirt worde[n].



27

Conrad nachdem Er dem Closster .21. Jahr vorgestanndte[n] ist nach
volbrachter Raiß auß dem weinlesen in ein Khranckheit gefalle[n]
unnd volgennts am Grienen Donnerstag zu Abents seinen Geist
aufgeben unnd in dem Capitl begrabe[n] worde[n], den .14. April
A[nno] 1330
.

Herr Henricus diß
Namens der annder. der .13te. Abbt.

Abbt Heinrich diß Namens der annder, von Vilßhoven
gebürttig, ist an St. Urbanstag auß einem Praelathe[n] zu Fürste[n]
zehl
alwo Er .3. Jahr regiert einhellig zu der Abbtey Alderspach trans
ferirt worden, erlanngt von Alberto unnd Ottone Herzogen inn
Össterreich erlaubnuß .1. Pfundt Saltz des grössern Banndts Jerhlich zu
Neuburg unnd volgents durch, unnd durch ann der Thonau biß nach[er]
Wienn ohnne alle Mautt zufiehr[n], vonn denn Herzoge[n] in Payr[n] aber
erhaltet Er volgennte Freyheit d[a]s die inwohner zu Gumprechting
Äzenberg, Wiffling, unnd Wenng khein Steur zegebe[n] schuldtig.

Doch hat das Closster unnder disem Abbten wegen widerwärttigkheit
der Zeiten mehrer ab: alß aufgenoen, dann weillen Kayser Ludtwig
wider den Khönig in Pöhm Krieg gefiehrt, hat das Closster müess[en]
drey wägen sambt den Pferdte[n] hinauß schickhen, so sambentlich in d[er]
Feindt hänndt gerathen, Item ist Er genöttigt worden, den Kriegs
officiere[n] .200. pfundt Regenspurger zugeben, nacher Cisterz ist die
Gewohnliche Anlag auch gemehrt. Ja dem Pabste[n] haben müess[en] Jehrlich
.6. Ducate[n] geraicht werden, Es hat daß Ellenndt noch khein enndt
erraicht weillen selber Zeit zu veldt gar wenig gewaxen, und zwar
in Össterreich nur .10. Vass[en] Wein, von welchem der Herzog in Össter
reich .8. weckh genoe[n], gegossen worden, also das Abbt Heinrich
genöttigt Traydt unnd Weinn für das Convent zu erkhauffe[n], unnd

28


daß Vich redo. ist auch ein suecht khoen, daß solches hauffent ge
fahlen, auß disen unglickhen stanndt, ist leichtlich zu ermesse[n], das Er
nit vil werde abzahlt: sonndern die schuldte[n] gemehrt haben, mass[en]
dieselbe auf die .400. Regenspurger Pfundte[n] gestige[n], neben dem
hat Er auch etliche Güetter bey Ruebmansveldte[n] dem von Gottszehl
[er]sezt.

Henrich aber stierbt nach .6. Jähriger Regierung den .26. Aug.
Anno .1336.

Herr Christianus der
.14te. Abbt.

Abbt Christian gewester Großkheller zu Alderspach wärdt
einhellig durch ein rechte Wahl zur Abbtey erkisset: unnd bestättet,
zahlet gleich einen gueten Theill der schuldte[n], erlanngt von Herzoge[n]
Heinriche[n] das wür befuegt, unnß inn G[eric]htshanndle[n] gleiches Rechts
wie die Weltliche zugebrauche[n], Item wann unnß einer einen
schaden zuefiegt, derffen unnsere Leith solchen fannge[n] so ferr Er sich
widersetzt mit gewalt ergreiffen, unnd wann Er gleich solte gesched
igt werden so soll doch denn fänger[n] khein praevidicium daraus ent
stehe[n], erpauth auch die Abbtey Cappeln in honore[m] Ss. Philippi
et Jacobi welche noch bey dem Novitiat stehet, stürbt enntlich den
27.t[en] July anno .1338. nachdem Er das Closster .2. Jahr regiert.

Zu diser Zeit haben die Juden zu Deggendorf ihr Greiliche Thatt
mit dem Hochwürdtigiste[n] Sacrament beganng[en].



29

Herr Udolricus Der
.15.te Abbt.

Abbt Ulrich auß dem Adelichen Geblüeth der Statting[er]
ist nachdem Er in der Welt Priester worde[n] in das Closster
Alderspach eingetretten unnd denn Heil. Orden angenoen.
nach Ableibung aber Abbtens Christano, ist Er zur Abbtey in
beisein Herrn Alberti Abbtens zu Eberach erhöcht: unnd confir
miert worden, aber nach .2. Jährig[er] Regierung hat Er solche
wider quitiert unnd noch lanng darnach gelebt, doch khein gewisse
provision selben gegebe[n], sonndern allen vergunt nach dem Abbte[n]
zu stehe[n].

Herr Heroldus der.
.16.te Abbt.

Nachdem Heroldus in dem Closter Alderspach in die .35. Jahr
alle Ambter administriert ist Er enntlich A[nn]o Christi .1341. zu der
Abbtey erwöhlt unnd [con]firmiert worden, wäre auch dem Closter
woll angestanndten wann Er ein längers Leben gehabt, und[er] dess[en]
Regierung hat Kayser Ludtwig dem Closter das Jus Patronat[us] yber
Münster geschenckht, doch ist hier zumerkhe[n] das unnder Abbte[n] Heroldo
daß Closster Alderspach, weillen Es Ludovico dem Kayser alß einem
exco[mmun]icirten participirt unnd alß Lanndtsfürsste[n] angehannge[n]
in die .20. Jahr in Geistliche[n] Pann gewesen, dessen auch uneracht
alle Geistliche Verrichtunge[n] volbracht unnd also volgents in irregu
laritatem gefallen von welcher Exco[mmun]ication sye erst nach .20.
Jahren Absolution unnd Dispensation begert unnd erhalte[n].

Heroldus aber im dritten Jahr seiner Abbtey stierbt zu Passau
den .18.ten Octob[ris] A[nno] .1343. unnd würdt zu Alderspach begrab[en].



30

Herr Chonradus diß.
Namer der annder. der 17.te Abbt.

Den .11. Octob[ris] A[nno] .1343. ist auß unnßerm Convent er
wöhlt unnd von Alberto Abbten zu Eberach [con]firmirt worde[n]
Abbt Conrad diß Naens der annderte. Diser ist zu Lanndau ge
boren unnd wegen seiner höfflichen sütten mit welcher Er schier
zu vill begabet, den weltlichen beforders aber Herzoge[n] Stephano
lieb unnd angenemb gewesen, dermassen das Er benannte[n] Herzoge[n]
einen Prinze[n] auß der Tauff gehebt unnd .32. Ducaten ein
gebundte[n], unnder ihme ist die Pfarr Teya umb Schönau vertauscht
unnd Münster dem Closster von Godefrido Passauerische[n] Bischoff con
firmirt worden, Anno .1357. Vonn Herzog Stephano hat Er dise
Gnad erhalten daß, das Closster hinfüro kheinen Jäg[er] mehr darf
beherberge[n] doch solle herentgege[n] daß Closster Jehrlich .6. Pfundt
Regenspurg[er] erlegen, unnder ihme seindt, wie P. Bittegno gross
kheller verraith, teglich .50. Religiosen gewesen dennen wein ge
speist worden, vide Caput Anno .38.

Daß Pauwesen betr. hat Er das Schlafhauß erpauet unnd in drey
Jahre[n] vollenndet, den Weyher auch in dem Closster unnd wie Ich
darfür halte die schwem hat Er auch lass[en] zuerichte[n] unnd graben.
Regiert .14. Jahr unnd stirbt enndtlich den .28. Jenner A[nno] .1361.
unnd ist im Capitl begrabe[n].

Herr Liebhardtus.
der .18.te Abbt.
Nach vollendter Regierung Abbten Conradi ist man wider zu
einer neuen Wahl geschritten, in dieser Election hat Abbt
Otto vonn Eberach mit sambt Herrn Praelathe[n] von Fürsstenzehl unnd Gotts

31


zell
, weillen aber daß damahlige Convent in der Election nit
Ybereins gestimbt unnd also nach außweisung Geistlicher Rechte[n] kheiner
erwöhlt, hat das Convent sambtentlich in Herrn Visitatorn sambt beede[n]
Herrn Praelathe[n] compromitiert also das den sye wurden auß dem
Convent zu Alderspach ernenne[n], selbig[en] für einen Praelathe[n] erkhannt
wurde, ist also Liebhardtuß nicht gewester Bursarius vorgestelt
dem d[a]s ganntze Convent ohnne widerred nach ordens brauch denn
Gehorsamb gelobt unnd versproche[n], doch hat der Sathan nit gefeüert
sonnder unnder dise einhellige Anneung anfange[n] ein unkhrauth zu
sähen dann Heinricus Liebnuth damahlig[en] Großkheller reclamiert
wider dise Election unnd praetendiert Er habe .7. Vota gehabt unnd
weille[n] der Votanten nur .11. gewesen habe Er pluralitatu[m] unnd
consaquentor seye er canonice erwöhlt worden, disen zu stille[n] befilcht
Herr Abbt von Eberach Ottoni Prior[n] wann Er wurde sich deßwege[n]
unriebig erzeigen, solte Er in die Keichen gefiert werden, nach Abreis
aber Herrn Visitatoris nimbt Heinricus Gelt unnd .2. Pferdt reist
nacher Avinion zu Pabsten Innocetium aber ehe Er bey ihme et
was erhalte[n], ist gedachter Pabst mit Todt abgegannge[n], Heinrich der
entwege[n] müeße unverrichter sache[n] wider zuruckh würdt von Alberto
Nußperger
zu Straubing gefannge[n], nacher Hickhersperg gefiehrt,
unnd in die .10. Wochen aldorten incarceriert biß entlich Er Abbte[n]
Liebhardte[n] versproche[n] Er wolle alle praetension falle[n] lass[en].

Heinrich aber diß alles uneracht nach dem Er wider auf freyen
Fues gestelt, macht sich wider auf unnd reist zu Urbanum dem .5.ten
bringt sein Clag vor erhalt ein Pabstliche Bullam in welch[er] Herrn
Fridrich Probst bey St. Nicola ausser Passau, unnd Gundaccar[us]
Thumbdechannt in ermelten Passau dise Coission aufgetragen.
In diser sach denn rechten nach zuverfahr[n], bey solcher beschaffenheit
hat Abbt Liebhardt auch nit wolle[n] seinen sonndern schickhte Christian
um
Bursarium nacher Avenion alwo Pabst Urbanus sich befundte[n],

32


Welcher Henricum anclagt das Er dem Closster auf die .300.
Ducate[n] entfrembt, etliche Güetter verhanndlet, unnd haimblich
darvon, erlanngt derentwege[n] erstlich Absolution von d[er] Exco[mmu]n[ic]at
ion von welcher in dem Leben Abbten Heroldo meldung geschicht,
ferners das Abbt Liebhardt solte auf weitern bschaidt die Abbtey
adminstriern, unnder dessen ist zu Passau der Sentenz wider Lieb
hardtum
für F. Henricum ergannge[n] doch hat mann zum Pabstlich[en]
stuell appelliert unnd von Urbano für Abbt Liebhardte[n] die [con]fir
mation erhalte[n], Henricus aber weill Er geseche[n] d[a]s Er wenig
mehr wurde fruchte[n], cediert durch ein authenticum instru
mentum allein seinen Rechten unnd würdt vom Closter dimitirt
ist dannoch nachmal[n] zu Gneixendorf in Össterreich adminstrator
worden, doch hat offtgedachter Abbt Liebhardt unnder seiner Regier
ung von Urbano 5to erhalte[n] das alle unnderthanne[n] ja alle und[er]
gebne Closster durch Fridericum Regenspurgerischen Bischoff möchte[n]
von der Exco[mm]u[nic]ation in welchen sye wegen Khaysers Ludwigen
gefalle[n] absolvirt werden. Item hat Er erlanngt von gedachten
Babsten Urbano ein Freyhait alle entfrembte Güetter wider zu re
cuperirn, von Hertzog Alberto in Payrn werden Ihme alle vor
gegebne Payrische Privilegia [con]firmirt, Item von Stephano: und
Friderico Herzogen in Payrn würdt daß Closster zu Purkhaus[en]
mautt[en]frey wegeb des Saltz das seint die wenige Guet
thatte[n] die Abbt Liebhardt dem Closster erhalte[n], wann sye aber
auf die wag gelegt werden, mit dem schaden das, das Closster
in wehrenndter seiner Regierung erlitten, wurden sye weit
müess[en] hinden stehe[n], massen auf dise action weit yber .600. f.
aufgannge[n], sein auch vill enthomender [ver]sezt, welche noch biß auf
den heutigen Tag nit recuperirt etc. unnder ihme ist auch das
Spitall abgannge[n], die Zehent zu Landau unnd Deggendorf [ver]lohr[n],
das Lavatorium im Convent verwiest etc.



33

Abbt Liebhardt Aber Nachdem Er ein wenig yber .6. Jahr mit
hechster seiner unnd deß Clossters vorgestanndten resig
niert die Abbtey in Vigilia Joannis Bapt.
ob Er solches freywillig oder gezwungner weiß gethon ist unbekhant.
Villeicht weill Er nit durch rechte Thür eingannge[n] also hat Er nit
Vermögt alß ein Hürtt bey seinen Schäfflein zu sterbe[n] A[nno] .1367.

Herr Henricus Diß
Namens der dritte, der .19. Abbt.

Nach Unglickhseelicher Regierung Abbtens Liebhardto ist auß
dem Convent zu Alderspach gewester Khelermaister den ersten
July a[nn]o .1367.
einhöllig[er] erwöhlet worden P. Henricus in
baisein des H[errn] Visitatoris Ottonis von Eberach unnd Conradi von
Fürsstenfeldt Abtens unnd ihme ist das officium BMV in
dem Chor offentlich so zuvor von jedern verricht zubett[en]
vom General Capitl befollen; unnd angefannge[n] worden,
waß dises gebett in dem Orden unnd in Specie jedem Closter
fruchtet, würd zu seiner Zeit erfahr[n] werden.

Abbt Heinrich weillen Er einen so grossen schuldtenlast gefundte[n]
unnd unmöglich vermeint solchen zu erschwinge[n] resignirt nach .5. Jahr[n]
die Abbtey, weillen aber Er sich beim Closster wolbediennt gemacht
würdt ihm neben ainem Absent auch der Hoff zu Gneixendorf
inn Össterreich eingeraumbt.

Herr Nicolaus diß
Namens der .2.te der .20 Abbt.

Eß mues einer dem anndern ein Orth räumen spricht
das sprichwortt, also ist geschechen nach Resignation Abbtens Henrici

34


Dann nach ihm ist zu Praelathischen Dignitet erwöhlet worden
Nicolaus ob Er aber ein Profess zu Alderspach khann nichts gewiss
an Tag gebracht werden, es seye ihme wie es wolle, doch ist
Er ein gelehrter mann gewesen, von Gregorio .11.mo hat Er A[nno] .1376.
unnserer .4. Pfarr[n] incorpora[ti]on unnd [con]firmation erhalten,
doch ist der stanndt des Clossters schlecht gewesen, ausser mangl des
Geldts, hat Er der mehr Theill unnserer Güetter auf Leibgeding ver
stüfft etliche versetzt, damit Er aber ein gedenckh Zaich[en] acht Güetter nach
sich liesse, ist von ihme der grösser staab procurirt worden, unnder
hat auch Henricus Tuschlon ein Jahrtag gegen Darlegung .100.
Regenspurger Pfundt gestüfft, der Edle Rütter aber Henricus Johan
storffer
zu Guettenekh in Betrachtung des schlechten einkhoens schenckht
dem Closster wider die ihme versezte acht Güetter alß Loch bey St.
Mariakhürchen
, die Müll aldorten, Gassenhuet zu Khallstorf,
den Hof zu Obern Grävendorf, Gündelhueb zu Freindorf, Alt
manskhünd[er] unnd Gwaldt, doch unnder diser Condition, das, daß
Convent Jährlich ein Jahrtag halt, ein spendt geben unnd wochent
lich ein Mess lessen, unnder Ihme ist das Closster Anno .1392 schuldig
gewesen .2060. Pfundt Regenspurger, nachdem Er aber auf die
22. Jahr vorgestanndten hat Er die Abbtey verlassen ob Er aber
resignirt oder gestorben unnd wann solches gescheche[n] ist annoch un
bekhanndt.

Herr Anndereaß
der .21.iste Abbt.

Starkh hat unnder denn vorbedachten Herrn Abbte[n] die Zahl der
Conventualen abgenoe[n], massen A[nno] .1346. täglich ein Reficto
rio mit Wein .50. Religiosen gespeist, zu Zeiten aber gegen
warttiger Election sein nit mehr alß .5. Conventualen
gewesen, derentwegen ist zu einem Praelathe[n] des Clossters

35


Alderspach Anno .1395. gesetzt unnd [con]firmirt worden, Abbt
Anndre gewester Praelath zu Gottszell unnd wiewol Er aldorte[n]
dem Closster nit ybel angestanndte[n] doch hat Er schier wölle[n] Ald[er]
spach
zu gering unnd zu schach sein unnd wenig alhier gefrucht, mass[en]
Ihme von Alberto Herzogen in Payrn ein weltlicher Administra
tor nemblich Egloff Setermer von eingesetzt worde[n],
diser hat obige außgaben unnd Einnambe[n] sowol in Geldt alß Traidt
in die .4. Jahr unnder seinen Hänndten, begerte aber für sein miehe
unnd Arbeith nichts, doch ist muettmassig es sey Ihm ain Jahrtag
derentwille[n] verhaissen unnd gehalte[n] worden. Abbt Anndreas
stierbt denn .25. 7br. A[nno] .1398. unnd ist ihm Capitl begrab[en]
worde[n].

Herr Henricus diß
Namens der .4.te der. 22igiste
Abbt.

Nach Zeitlichen Hintritt Abbtens Anndrea ist A[nno] .1398.
Henricus von Eckherting Conventual zu Alderspach zur Abbtey er
wöhlt worden, diser neben dem das Er von denn Herzoge[n] in Payr[n]
aller gegebnen Privilegien [con]firmation erlanngente, hat nicht
vill sonnsten besonders dem Closter bewisen, alß das Er etliche
Güetter so Herrn Abbten von Fürsstenzehl unnd einem Burger
zu Lanndau versetzt wider an das Closster gelest, herentgegen
aber anndere auf ein neues verhypotecirt wie zu sechen in
denn Annalib[us] am .39. Capitl.

Nachdem Er das Closster yber die .10. Jahr administriert stierbt
Er denn .2. .1408. unnd würd ins Capitl begrabe[n].



36

Herr Henricuß.
diß Namens der .5.te der .23igiste
Abbt.

Nit alles was gleist ist Goldt diß hat das Closter Ald[er]-
spach
in Henrico diß Naens dem .5.te[n] erfahr[n], welch[er] wiewol
Er würdtig geschezt dem eüssern schein nach Abbt zu Alderspach
zu sein, hat sich doch diser Glanntz baldt verkhert, dann unnder Ihme
ist das Closster in das eüsseriste Verderben gerathe[n] dermass[en]
daß in dem Convent für die Minich weder schissl; noch Täller
ja so gar kheine Tischtiecher verhannden, das Traidt auf dem
Veldt hat khummerlich khündten in die scheür[n] gebracht werde[n].
wegen mangl des Geldts.

Unnd diß wahr noch daß wenigiste dann Abbt Henricus A[nno]
1410 bringt ein stuckh Gelt zusaen vorgebents Er wolle zu Rohm
dem Closster ersprießliche Freyheiten außwürkhen, raist derowege[n]
inn solcher seiner Praetension vort, unnd khombt biß nacher Bon
oniam
ins Welischlanndt macht sich aldorten in weltlichen
Claider lustig, diser Hanndel weill Er mehr alß ein Jahr wehrt,
wurde denn Miniche[n] nit ohnne ursach suspect schickhen im eine[n] poth[en]
naens Raameling nach, welcher in auch zu benannten Bononia
antroffen unnd vermögt das Er baldt hernach umbkhert unnd ohne
Privilegien nacher Alderspach khoen.

Eß fliecht ein Ganß yber Merr es khombt ein Ganns wider
her, ist vor seiner Abraiß Abbt Hainrich dem Closster schödlich ge
wesen, so hat Er nach seiner Zeruckhkhonnfft wenig gefruchtet, sond[er]
neben dem daß Er vill Güetter, unnd anndere Jährliche Zünsung[en]
Verkhaufft, versetzt etc. so hat Er auch vill Geldt auf das Interesse
aufgenoe[n], so gar gelt hungerig ist Er gewesen unnd [ver]schwenderisch

37


das Er auch die Püecher auß der Bibliotheckh nemblich die 4.
Volumina Speculi Vincentii nacher Willering umb Gelt, wie
mehr anndere versetzt besieche Abbt Wolganng Capitl .40:

Doch hat Er auch zu Anfanng seiner Regierung etliche Schuldte[n] abzalt,
Item unnder ihm ist der grosse Thurn gebauth: wie auch die Orgl
gesetzt worden, doch vermeint Abbt Wolfganng diß sey inn
seiner Abwesenheit durch die Officier gescheche[n].

Anno .1414. ist ann St. Catharina Tag ein solcher wündt ent
stanndte[n], das Er nit allein zu Holtz unnd im ganntz[en] Lanndt
grosse schaden zuegefiegt, sonndern hat kheiner inner halb .3:
Tage[n] sicher unnd[er]m freyen Himel dörffen sich blickhe[n] lass[en].

Gott aber der die seine offt lasst sünkhen aber nit vertrinkhe[n] ist
dem aren Closster zu Hilf khoen unnd vermitlet auß gerechtem
Urtheill das Er Abbt Heinrich nach villen geüebten Unglegenheite[n]
nachdem Er das Closster .14. Jahr verderbt in die Kheichen ge
worffen unnd volgennts auch Abbten Heinrichen von Eberach d[er]
Abbtey entsetzt unnd vom Closster nach geschechenem Jurament
d[a]s Er sich nicht wolle rechne[n] verstossen worde[n], Aet[ate] 1422.

Herr Jacobus der
.24igiste Abbt.

An St. Ulrichs Tag A[nno] .1422. ist P. Jacob[us] gewester
Hofmaister am Hof zu Gneixendorf in Össterreich unnd Profess zu
Alderspach zur Abbtey befürdert worden, weille[n] aber d[a]s Closster
in einem erbahrmliche[n] stanndt gewese[n], also hat ihme Herzog
Joannes .2. weltliche alß Georgium Aichberger von Säldenau
unnd Willhelmum Fraunberger von Weintringe[n] zuegegeben,
ohnne deren wissen unnd willen Er bevorab in weltlichen sachen

38


nichts dörffen hanndle[n], unnd dises hat yber die .3. Jahr gewehret,
nachdem Er aber sui Juris worden hat Er Ebnermassen wie seine
Vorfahrer angefannge[n] Güetter zuversetz[en] doch etliche wid[er] an sich ge
lesst, unnd alß ein Luckhe[n] aufgeriss[en] unnd die annd[er]e darmit zue
geflickht.

Dar ist das es hart damahle[n] zu hausen gewesen massen die ausgab
die Jährliche Einnamb vierfach ybertroffe[n] khann derentwege[n] wol
sein wann Abbt Jacob einen bessern stanndt deß Clossters hette
angetroffen; der dem Closster nit gar ybel wäre angestanndte[n],

Doch hat Er von Herzogen Heinriche[n] aber vorgegebner Privilegien
ein Confirmation erhalte[n], A[nno] .1429. aber nach volgenter .9
Jährige[n] Regierung, stierbt Er A[nno] .1431. unnd erhalt sein Rast
pettlein im Capitl.

Herr Godharduß
der .25igiste Abbt.

Abbt Godhard profess zu Alderspach würdt in Beisein Herrn
Herman[n]i Abbten zu Eberach nach Absterben Herrn Jacobi zu der
Abbtey erhöchet, wäre wegen seiner Fromb: unnd Geschickhlichkheit
dem Closster nit ybel angestanndte[n], wann in Gott der allmechtig
nit annderwerts hette gezichtiget, dann gleich zu Anfanng seiner
Regierung ist Er aussezig unnd also jederma[n] ein scheuen worde[n],
damit Er aber niemand wäre, resigniert Er nach .3. Jerig[er]
Regierung die Abbtey in die Hanndt Abbten Joannis von H.
Chreiz
in Össterreich der damahlen Commissarius ordinis gewese[n],
welcher ihme sambt einem Dienner ein gewisses Jährlich gemacht,
wie lanng Er aber nach seiner Resigna[ti]on gelebt, ist nit bekhannt,
doch nach seinem Todt ist Er auf den Freithof der Minich[en] unnd
zwar von ihrer Begrabnuß abgesündert begrabe[n] worde[n].



39

Herr Johannes
Der .26.igiste Abbt.

In starckher unnd langewerender Betriebnus des Closters
ist leichtlich zuerachte[n], das Convent auch werde merkhlich so
woll in Geistlichen sachen alß auch ann der Zahl der Brüeder abge
noen haben, doch hat müessen dem Closster nach Resignirung Abbt
ens Gotthardti ein Abbt wider gesetzt werden, selbiger Zeit ist
vorbenannter Herr Abbt zu H. Chreitz ordens commissari gewese[n],
derentwege[n] Er wolcher Election praesidiert, unnd weillen die Minich
vielleicht nit recht yber ains gestimbt ist ihnnen ohnne weiters pro
cedere Joannes profess zu Fürsstenzehl vorgestelt unnd ordens
brauch nach [con]firmirt worden, aber schlechter Anfanng nimbt selte[n]
ein guets Enndt diß hat Abbt Joannes erfahr[n] dann da er in die
.8. Jahr schlechtlich vorgestanndte[n] ist Er wider abgesetzt unnd nach
seinem professhauß mit gering[er] reputation geschickht worden,
doch hat Er in wehrennter seiner Regierung von dem Concilio zu
Bassl erhalten einen Bevelch wider Anndream Grueber Pfarrherr[n]
zu Piernpach unnd Catharinam Gunzingerin die versetzte Güetter
betr.

Herr Abbt aber von Heyl. Creutz hat in seiner Visitation neben
anndern dise Puncten nach sich gelass[en], das wann die Zahl der Brüed[er]
wurde yber .12. raich[en], solle die Metten unnd annderer Horae ge
sunge[n] werden, unnd weille[n] die Weintafer[n] im Closter gestandte[n]
also hat Er geschafft solche ausser des Clossters Maur zu erpauen damit
den Weiber[n] aller Zuetritt verbotten wurde.

Herr Johannes diß
Namens der annder. der .27. Abbt.

Wür haben schon lannge Zeit biß in die .80. Jahr den unnder
ganng unnd mieseelige[n] stanndt unnsers Clossters Ald[er]spach gesech[en]

40


nun aber khoe Ich zu einem Abbten der das Closster wider an
gesfannge[n] zu riglen unnd ihme auf die Beim zu helffe[n], diser ist ge
wesen Abbt Joannes Püettel zu Hofkhürchen gebürttig, unnd pro
fess zu Alderspach, welcher nachdem Er in Össterreich unnsere Güetter
ein Zeiglanng recht administriert an St. Felix Tag A[nno] .1442.
Abbt erwöhlt worden, nach erhaltnen Praelathische[n] würdten
hat Er gennzlich dorthin sein absechen gemacht wie Er des Clossters
ellenndten inn einen besser[n] stanndt möchte richte[n], unnd zwar
seinen Anfanng hat Er gemacht mit dem Wein an welchem Er ein
solchen Gewün hat gehabt, das Er mit dem Yberschuß die Wein
gartten gebauet unnd das Convent versechen, wiewol aber
die benachtbarte würth sich dessen bey Herzogen Heinriche[n] beclagt, hab[en]
sye doch wenig wider gedachten Herrn Abbte[n] erhalten, mass[en] Er
sich bey angezognen Herzogen also khräfftig entschuldtigt, das Er
Herzog, ihme soches guett gehaiss[en].

Sein Gebey betr. hat Er neben villen annder[n] die Khürchen auff
beeden seiten lassen gewelbe[n], die Schwaig ist unnder ihme mit
einer Maur umbgeben worden.

Unnder ihm hat das Closster Jährlich einkhoen gehabt .1070. f.
darvon hat Er müessen Intere[ss]e bezahlen .125. f. auf Curent
schuldten wie auch auf die Dienner ist ganngen .424. f. nit
wenig[er] sein auch Güetter versetzt gewesen Pr. 4137. f. Inn
Fahrnussen aber ist A[nno] .1448. nach seinem Todt gefundte[n] worde[n]
in Traidt Khorn .86. in Waize[n] .48. in Gersten 4: unnd
Habern .67. Schaff.

In Vich aber redo. .120. schwein unnd .7. gemeste, Khüe .5: Khalber
51: schaff .60: Reithpferdt .4. Zugpferdt .16. stueten unnd fihl
bey 40. Item .10. Dreyling Wein.

41


In der Sacristey ein gross unnd .2. khlein Silberne Kreizel
.1. Silbener ybergulder Arm 2. khleine Monstranz[en] St Joannis
Baptistae Haubt khlein von Silber, ein Silenes Rauchfass .2:
Opferkhänndl, ein Infel sambt einem stab. 12 Ring deren einer
gulden mit einem Stein topazion. 1. Pertorall. 17. Kelch.
Item der Abbtey ein Pech[er] auß serpetin stein Ein strauss[en] Ey mit
Silber gefasst, ein Silber ybergulder Pecher. 6. hiltzene mit Silber
yberzogene Pecher. 9. Silberne Pecherl. 6. Silbene Schalle[n]. 6. Silberne
Leffel. 35. hiltzene mit Silbere[n] stille[n].

Inn wehrenter seiner Regierung hat Er auf dem Algemainen
Concilio zu Passel die Infel sambt allen dero volgente[n] praeroga
tiven erhalten, unnd zwar nit auß des Clossters uncosste[n] sonnder[n]
eines Passauers dann Er aldorten yberwundte[n] unnd alle uncosst[en]
hat müess[en] abthue[n], Item hat Er erlanngt Dispensation für sich und
alle Minich zu Alderspach, sonder sye auf der Raiß die fassten speiß
nit fuegsamb khündte[n] habe[n], Fleisch zu ess[en], welche Freyhait aber
starckh clausuliert: unnd wol zu beobachte[n] ist,

Doch weillen wider denn Todt aller Vleiß unnd Arbeith zu wenig
also ist auch diser Treue unnd embsige dem Todt zu schwach worde[n],
Unnd in dem Sibennte[n] Jahr seiner Regüerung den .10. May A[nno] 1448
in Gott seeligelich entschlaff[en].

Herr Johannes diß
Namens der .3.te der 28.igiste Abbt.

Wie starckh des Closters Glickhlicher Success Herrn Abbten
Henrico von Eberach angelegen, erscheint leichtlich auß disem das
Er baldt nach ableiben Abbten Plüettels sich mit Herrn Abbte[n] Achatio
von Fürsstenzell unnd Joanne von Gottszehl in baisein Herrn Doctoris
Petri Wegelin von Haillprun alß derzeit Visitatorn nach[er] Alder-

42


spach
sich befiegt, der Election aldorten einen Glickhlichen An
fanng zu mache[n], weillen aber die Votanten (.deren .13 ge
wesen.) nit ybereins stimbete[n] unnd derentwege[n] noch den Conones
kheinen rechte Wahl ervolgt, also hat das Convent in ihn H.
Praesidem sambt Herrn Assistenten compromittirt welche wolbe
dacht unnd nach gehaltnen reiffen Rath Joannem Pluer professorn
zu Eberach denn Er deswillen mit sich genoen, demoniniert,
fürgestelt unnd ohnne alle widerred der Prüefer zu einem Abbte[n]
confirmirt, unnd diß wahrhafftig außschickhung Gottes, mass[en]
Er daß Closster sowol in Zeitlichen alß auch Geistliche[n] dermassen
promovirt das Er nit unbillich der anndere Fundator oder
Stüffter vonn genänt werde[n].

Daß frembte Prodt ist Gemainelich angenemb doch selten also
frembte Regenten bevorab wa[n] sye anfannge[n] zu reformir[n],
unnd d[a]s ybel in guete sütten begern zu bekher[n], diß hat wol er
fahre[n] Herr Abbt Joannes Pluer, in dem .3 auß dem Convent
die anndere aufgerithlet angefannge[n] wider Herrn Abbten
Unnd sein Regiment zu muhre[n], unnd sich öffentlich wider zu
setzen, derentwege[n] solche Ungelegenheit beiseits zu lege[n] saien
in negster hernach geschechner Visitation .3. Rädlfiehrer vonn
Alderspach ab unnd auf ein gannzes Jahr in das ellenndt geschafft
worde[n].

Disen seinen ordens Eiffer weill Er in sich ein fromber mann
gewesen, hat Er nit allein zu Alderspach sonndern auch in anndern
ihme subdicten Clösster spüren lassen, maassen Er zu Fürsstenfeldt
Abbt Paullum so sich dem Visitatorn widersetzt, der Abbtey
unnd annd[er]e ihrer Ambter beraubt, dises hat zwar anfanngs
dem orden nit wolle[n] gefalle[n], doch in anherung der ursachen
welche Abbt Joannes praetendirt, ist alles bey seinem Sentenz
geblibe[n].



43

Unnder Ihme haben die Herrn Praelathen alß Hermann[us] von Rein
in Steüermarckht Godhardt de Victoria, unnd Gottfridtus auß der
Neustatt ale Clösster des ordens im Saltzburger Erzpistumb Visi
tiert unnd darinen reformiert unnder annder[n] haben sye auch alle
Minich so Pfarr[n] versechen in die Clösster geschafft unnd diß ist villeicht
die ursach gewesen, warumb die Beneficia zu Khösslar[n] so dem
Closter von Herrn Ulreichen Bischoffen zu Passau angetrage[n] nit ange
noen sonndern denn Weltlichen Priester[n] yberlass[en] worden.

Aldieweillen aber sein vorfarer daß Closster in so khurtzer Zeit nit ver
mögt in denn Alten stanndt zu bringe[n], hat sich sehr beflissen Herr Abbt
Pluer wie Er alles möchte erbessern, dahero hat Er die auf interesse
ligennte Capitalia bezahlt, die Stüfften auf etlichen Güetter gestaigert,
die versetzte Güetter aber wider ausser Ruebmansfelde[n] abgelest.

Von Herzogen Heinrichen hat Er A[nno] .1448. [con]firmatione Privilegiorum
erlanngt, die Capellen zu Wenng von neuem Item (.anndere vilmehr
gebey zuschweigen.) denn stockh bey dem Khranckhenzimer (.ist jetz die
Priesterstuben samb dem darauf ligennten grossen Sahl.) vom
Fundament auf hat Er erpauet, die Khürchen mit unnderschidliche[n] ge
schnir[n] und ornaten geziert.

Zu diser Zeit fürt Herzog Ludtwig wid[er] die Reichsstätt einen Krieg, begert
derentwegen vom Closster Alderspach .1000. Ducaten, welchem anford[ern]
Abbt Joannes also manlich widerstanndte[n], daß darvon zur Zeit seiner
Regierung khein Wertt mehr geschechen, aber lanng gebitten ist nit ge
schenckht, dann dise Summam hat nachmahle[n] Abbt Vittus erlegt.

Inpone Necem D[omi]ni de Rottau

Es vermöchte einer vermeinen der Todt wäre damahlen bey solchen
Männer[n] dem Closter Neidig gewesen, massen nach .15. Jehrig[er] Regierung

44


Er auch seinen Pogen lassen abgehen in Herrn Abbten Joannem Pluer
unnd inn von diser Welt abgefordert, Ehe aber sein sterbstündlein ver
hanndten ruefft Er d[a]s ganntze Convent zu sich ermonet solche zu einer
einhöllige[n] Wahl, damit sye nit wider einen frembte[n] müess[en] einlass[en],
beurlaubt solche unnd stierbt noch volgennte nacht, welche gewese[n] ist,
die Erhöhung des Heyl. Creutz A[nno] .1448. Dieses Jahr ist ein solcher sterb
gewese[n] das schier halbertheill durch ihn weggenoe[n] worden.

Herr Vitus der
.29igiste Abbt.

Johann Pluer ist in der Abbtey gevolgt Vitus professus zu
Alderspach unnd selberzeit hoffmaist[er] in Össterreich. Diser wäre dem Closter
nit uneben angestanndten wann Er in etwas Jüngers gewesen, doch
hat Er nach sich schuldten verlassen, welches villeicht verursacht die .3000. f.
so Er anstatt Abbten Joannis Herzogen Ludtwige[n] hat müess[en] bezahlten,
erlanngt von angezogene[n] Herzog diß Privilegium, das wann ein Vi
carius auf des Clossters Pfaren solte mit Todt abgehe[n] solle nebe[n] des
Closters abgeordnete[n] nur ein Payrischer beambter sich in Pfarrhof ver
fiegen unnd diß nit das ihme etwas gehöre: sonndern damit die ver
lassenschafft bewahrt wurde, den weyer gegen Schenhering zue, hat Er
lassen von neuem grabe[n], würd enntlich im .3. Jahr seiner Regier
ung vom schlag getroffe[n], unnd weil Er vermerkht, das Er der Hauß
würtschafft nit khundte mehr vorstehe[n], begert Er von Abbten zu Eberach
zu resignirn, in dem aber Er dem Closter zu nachete, stierbt Abbt
Vitus unnd resignirt in die Hänndt Gottes sein Seel den 4.t[en] May
A[nno] .1466.
würd im Capitl begraben.



45

Herr Georgius
der. 30.igiste Abbt.

Nach Absterben Abbten Viti ist gewester Ober Khranckhen
warter unnd Pfarrer bey St. Peter negst Alderspach, Naens Georgius
zu ossterhoven gebürttig, zur Abbtey würdtig geschäzt unnd confirmirt
worden, unnd wiewol Er zuvor nit wenig verfolgung gelitten, also d[a]s
Er vom Closster ennteissert unnd sein Hayl annderwerts in Specie aber zu
Hayllprun zusuechen getrunnge[n]. Doch ist dise sein Triebselligkheit nach ihme
noch dem Closter zum bessten geratte[n], dann annderwerts hat Er erseche[n]
was Er nachmahle[n] im Closter guettes gefruchtet, massen Er sowol inn
Zeitlichen alß vorneblich in Geistlichen sich einen ordens eiferer erzaigt,
ist mehrer seinem anvertrautten Convent mit werkhen alß mit wortte[n]
vorgannge[n], mit gemainer beclaidtung unnd Ligerstatt content gewese[n],
dann dahero Ihme auch Gott vill Gnaden [ver]lich[en], Unnder anndern aber
wie das gemaine geschray damahle[n] gewesen, hat Joannes Pluer ein
merkhliche summa Gelt in ainer Maur verborge[n] gehalten unnd solches
nur ainem Seniori anverthraut, mit diser Contition das wann Er
werde seche[n] das sein Sucessor mit dem Closter werde Treu umbgehe[n],
Er Ihme solches Gelt endekhe. Weillen aber Abbt Veith zeitlich abgeleibt,
also ist mir verborge[n] geblib[en] waß Georgio nachmahle[n] Gott geschickht,
dann nachdem benannter Senior naens Stephan[us] Abbten Georgii
Fleiß unnd in Administrierung der Geist: unnd Weltliche[n] sachen Dexteri
tet vermerkhte, hat Er Ihme benannte summam anverthraut unnd er
öffnet, welche Er zu nutz[en] des Closters angelegt, massen Er darvon
vil Güetter auf ein neues erkhaufft, die Versetzte Höff, unnd Gilten
wider gelest, unnd wiewol Er all sein Aug dahin gesetzt, das Er auch
möchte Ruebmansfeldte[n], so denn Freyherr[n] von Deggenberg umb .600.
Regenspurger Langer Pfennig versetzt gewesen, rediniren, hat Er

46


doch solches nit vermögt werkhstellig zemachen, weillen Er d[er]gleiche[n]
Müntz so gar in der Payrischen Schatzcaer, so desßhalbe[n] ihme er
öffnet, nit hat habhafft khündte[n] werden.

Doch ist nitwenig[er] das Er auch einen Fähler beganngen aldieweille[n]
Er Lucasen Regnalt, auf daß Schloß Englberg bey Hoffkhürchen ohne
vorwissen ainiges Conventuals .600. Dugate[n] gelichen, unnd wehre
solche summa Gelt verlohr[n] gewesen wann sein Sucessor Abbt Simon
benannte schuldt auf einem Zetel beschribner gefundten, welche Er
doch mit harter miehe recuperirt.

Sein Pauwesen waß anbelanngt hat Er neben anndern den Pauhof
so zuvor der schwenthof gehaisen, wie auch das wiertshaus vom
Fundament erhebt, die Capelln zu Wenng und bey St. Peter hat Er
mit der Freithof Maur umbgeben, die Sacristey hat Er sowol
mit Heilthumber alß Silbere[n] Bildter geziert, massen Er unnser
lieben Frauen, St. Joannes Baptista, Joannis des Evengelist[en]
St. Catharinae, unnd Barbarae Bildter auß Silber (.wie annoch zu
sechen.) hat mache[n] lass[en].

Daß sprichwortt meldet das jenner der jederma[n] khann recht thue[n]
noch nit geborn sey, diß hat auch Abbt Georgius genuegsamb erfahr[n]
weillen etliche wider Ihnn aufgestanndte[n], unnd sein Guett niemants
Regiment anfanngen zu verkhleiner[n], doch aber ist ihr vorhaben
baldt zunichten worden.

Unnder offtgedachtem Abbtens Regierung hat unnser Discpilin
im Königreich Ungarn merkhlich abgenoen derentwegen

47


auß anhalten Königs Mathiae sein etliche zu Recuperirung der
unndergangne[n] Clösster Disciplin in vorberürten Khönigreich auß Teitsch
lanndt dahin begert unnd unnder anndern auch .2. von hiesigem Closter
abgeordnet worden. Weillen aber die Unger Parbarische leith und
mehr ihrem alten wesen sütten alß dem gueten wanndel der
Teitschen zuegethonn, sein benännte Pateres auß vervolgung ihrer
thails wider nacher hauß; tailß aber unzeitliches Todts verblich[en].

A[nno] .1473. ist ein solche Dörr gewese[n] das man vermeint die
Perg Prünen, die Päm in den Waldern sein abgedoret, solche Cluffte[n]
sein auf dem Erdpoden gewesen, das sich leicht ein ma[n] darin hat
khündten verberge[n], volgentes Jahr ist an St. Peter unnd Pauli Tag
ein solcher sturmb wündt entstanndten, d[a]s Er durch Payr[n] sowol in Ge
pey alß Paumen grossen schaden verursacht.

Unnd Weillen selbiger Zeit die Vicarii der Clöster Pfarr[n] ihr Jährliches
Depudat nit erstattet, sein solche Khürchen dem Closter vonn Pabsten
Sixto 5to ganntz unnd gar einverleibt, also das, das Closter
macht habe ohnne wissen unnd willen des Pischoffs einen Weltlichen
Priester oder Religiosen darauf zu setz[en], selbigen auch nach seinem
belieben wid[er] abzusetze[n], welche gnad auch nachmahle[n] Innoccetius
der .8. confirmirt.

Eben damahlen hat die Statt Passau .2. grosse unglickh gehabt,
massen die Juden in der Iltzstatt ihr Graussambe Thatt mit dem
hochwür[digen] Sacrament des Altars geübt, unnd weille[n] nach ab
leiben Pischoff Ulreichen die Vota der Thumbherr[n] nit ybereins con
cordiert sonndern .2. Pischoff erwehlet worden, unnd khein Thaill
dem annd[er] hat wollen weiche[n], ist ein starkh[er] der Statt schedlich[er] Krieg
entstanndte[n] etc. etc.



48

Ich khomme wider nacher Alderspach unnd zu Abbten Georgen
welcher nachdem Er in die .20. Jahr regiert, ist Er zu Passau alwo
Er sich wegen der Arzten befanndte, den .27. Jenner A[nno] .1486.
gestorbe[n], sein leib aber ist nacher Alderspach gefierht; unnd in die
Khürche[n] begrabe[n] worde[n].

Herr Simon Der
31.igiste Abbt.

Wiewol daß Ableiben Abbtens Georgii Gleich Herrn Abbten
von Eberach alß Patri Immediato angekhündet, hat Er doch die begerte
Election biß nach osstern wollen verschieben, weillen aber ein so
lanng[er] verschub Herzogen Georgen in Payrn gar zu lanng unnd volg
ent dem Closster nit ersprießlich angesechen, hat Er solche Coission
Herrn Joanni Abbten zu Fürsstenzehl unnd Herrn Georgio Abbten
zu Rottenhaßlach anbefolchen welche auch ohnne vorwissen und wille[n]
Patris Immediati dises werckh an unnser Frauen Verkhündtigung auf
sich genoen, unnd Simonem der damahlen Provisor zu Egglhaimb zuvor
aber Prior etliche Jahr gewesen, zu ainem Abbten ernännt, welche
Gwaltthettigkheit verursacht, d[a]s Abbt Simon wiewol Er rechtmessig
erwöhlet, vonn Joanne Abbten zu Eberach nit confirmirt biß Er von
Eberach entlich selbers anhero khoen, die Election Examinirt und
also Ihm des ordens brauch nach, bestättigt unnd confirmirt, diser
Abbt hat gewalt bekhoen vom General Capitl alle Clöster in
Payrlanndt zu visitieren unnd reformirn.

Weillen aber kheiner ohnne mängel, also ist diser Praelath dem wein
ein wenig zuvil ergeben, gegen seinen Conventualn in

49


beforderest in denn Necessariis Khlueg, unnd gegen dem Adel
waß unfreindtlichs gewesen, welches verursacht, d[a]s Er beeder Feindt
schafft mir auf den Halß gebundte[n].

Inn seinem Alter hat Er sonndere anstöss gehabt, dann unnd[er] anndren
hat Er ein Fues abgebroche[n], an welchem schaden Er ein halbes Jahr ge
legen.

Denn Praunen ornath sambt einem stab wie auch die schwähre Infell
hat Er machen lass[en], der markht Ruebmansfelden der in die .60.
Jahr versezt gewesen, ist von Ihme wider redimirt worden, Inn
Gepeyen wegen seiner Khluegheit ist wenig an ihme ja neues gar
nichts bekhandt hinterlassen, doch hat Er den obern weyer in Schefpach
graben lass[en], unnder ihm ist das Closster sowol in Geistliche[n] alß Welt
liche[n] in guetem stanndt gewesen, massen nach seinem Todt in die .3000:
Ducaten gefundten, zu Enndt seines Lebens, ist Er zwar Khranckheit
halber vonn seinen sünen khoen, entlich aber also restituiert, das Er
nach empfangene[n] Heyl. Sacrament in Gott seeligelich seines Alters
im .60. Jahr, den 11 7br. A[nno] .1501. [ver]schidte[n].

Herr Johannes diß
Namens der .4.te der 32isgiste
Abbt.

Johannes Riemer von Vilßhoven gebürttig, unnd in die .30:
Jahr gewester provisor zu Schönau, ist am St. Francisci Tag A[nno] .1501.
zur Abbtey erwehlet worden, weillen aber der sparer ein Zehrer mues
habe[n], hat Er denn Resst so Abbt Simon hinterlassen innerhalb .2. Jahr[n]
also verzehrt das Er anfanngen eraren, derentwille[n] Er Geldt ennt
noen die Güetter unnd anndere Zünsunge[n] verkhaufft, etlich versetzt,
damit aber d[a]s Convent wider Ihm nit aufstundte hat Er wenig unnd

50


ihm gefellige Consiliarios erkor[n] die sich widersetzten Vervolget er
häfftig wege[n] continuirlich[er] Leibsschwachheit (.habuit luem gallicam.)
hat Er mehrer Thaill sich vom Closter absentiert unnd zu Passau in
dem Hauß sich aufgehalte[n], alwo Er neben villen Dienner[n] Täglich Mahl
zeiten gehalte[n], ist also mehr auf sein aigne Persohnn, alß auf das
ganntze Convent aufganng[en].

In seiner Regierung hat sich auch wegen der Pfarr Geyerstall strittigkheit
erhebt, deren ursach ist von ihme F. Georgius nach Rohm
geschickht, welcher von Julio dem annder[n] zwar ein Privilegium erhalte[n]
aber doch die Pfarr nit allerdings frey gemacht, anndere Gerechtshändl
so Er zu Lanndtshuet etc. gehabt werden khürtz halber umbganng[en].

Unnd wiewol Abbt Simon mit grosser miehe den Markht Ruebmans
felden
wider an das Closter gebracht, hat solchen doch Abbt Joannes wid[er]
umm etliche Güetter im Gericht Natternberg ligent vertauscht.

Sein Gebey betreffent, hat Er die Abbtey (.ist anjetzo das Novitiat und
Jungerstuben.) biß an obern Thaill erbauet, Item daß Oberzimer zu Pas
sau
im Hauß hat Er gezirt. Anndere sachen mehr auß Silber sein unnd[er]
ihme gemacht worden, welche aber alle Er auß altem Silber erneuert.
Wie solches auch die grosse Monstranz so von Abbt Plüer erkhaufft er
zaigt, an welcher Er nit mehr alß denn Fueß ergrössern lassen dannoch
sein Wappen darauf gesezt.

Unnder dessen unglickhseeligen Regierung hat Herzog Albert wider
einen Pfaltzgraven Krieg gefiehrt, Herzog Albrecht ist mit seinem
Khriegsvolckh .3. Tag auf der steinbeindt gelege[n], unnd ist ihm vom

51


Closster auß .1. Vaß Wein neben Fischen, Brott, unnd Haber
gegeben worden, Friderich aber Pfaltzgrave ist zu Pfarr
khürchen
gelege[n], deme das Closter für Rantion .100 Dugaten
geben, ferners hat das Closter denn Officirn Herzoge[n] Albrechts
nacher Schärdting .160. Ducaten geschickht, neben dem d[a]s Herzog
Friderich Pfaltzgraven weill Er vor Vilshoven gelege[n], dem
Closster grosse schaden unnd Expens zuegefiegt.

Unnd Weillen die Burger zu Münster dermahlen mehr dem Pfaltz
graven alß Herzogen Albrechte[n] anhenngig gewesen unnd sich also
dem Pfleger zu Griespach widersezt, hat gedachter Herzog Albrecht
.700. Soldaten dorthin geschickht, die denn ganntz[en] Markht erbarm
lich außgeraubt, unnder annder[n] auch auß dem Pfarrhof nebe[n] annd[ern]
Vahrnussen .17. Stuckh Vich hinweckh genoe[n].

Unnder Wehrenndter diser Unruehe ist Abbt Riemer zu Passau
gewesen, alwo Er auch seines Alters yber .70. Jahr den .5. May
A[nno] .1514.
unverhoffter gestorbe[n], sein Leichnam aber ist denn annd[ern]
Tag nach[er] Alderspach gefiehrt: unnd in der Khürche[n] begrabe[n] worde[n].



52

Herr Wolfgang
der 33.igiste Abbt.

Nun khamb Ich alberaith zu dem Glorwürdtigen Leben. des
Hochw. Vatter, unnd Herrens Wolfganngi Mayir gewesten Praelathens
des Clossters Alderspach, deme wür neben anndern verpflichtet und
schuldtig was von vorgesetzte[n] Herrn Praelathen hiesiges Clossters in
wissenschafft gebracht, diser ist zu Oberndorfpach von Ehelichen und Er
barn Eltern gebohr[n], weillen aber Er gleich von Khündtheit an, inn
ihme spiren lassen einen sonnder[n] eiffer zu den schuellen, haben sye ihnne
in dem .11. Jahr seines Alters entlassen, diser sein zwar noch Khindt
licher Eiffer hat im geringsten nit Lähr geschlagen: sonnder ihnne an
getriben daß Er in einer Khurtzen Zeit etliche schuellen mit grosser
Frucht nit ohnne Verwund[er]ung gelehrter Männer durchgannge[n]. In
dem .21.te[n] Jahr aber seines Alters hat benanter Jüngling Wolf
ganngus
die Eitl: unnd Zergenglichkheit ihme Tieff zu Hertzen
gefiehrt unnd damit Er Khristo Frey in Tragung seines Creutz
Khundte diennen ist Er in das Closster Alderspach eingetrette[n] unnd
nach außgestandtene[n] Novitiat sich Gott dem Allmechtige[n] durch
die .3. gelibt aufgeopfert unnd Ewig verbundte[n].

Wie Eyfferig unnd strittig er seinen Geistlichen Berueff nach gelebt,
erscheint Clärlich auß der naigung welche gegen ihn sowol Herr
Abbt Simon alß auch daß ganntze damahlige Convent seche[n]
lassen, dann baldt nach geschechener profession ist Er nach Passau
zu dem Subdiaconat abgeordnet: Unnd weille[n] in Ime ein sond[er]
bare begürdt unnd angebohrne Taugsambkheit zu den Höchern
Schuelle[n] verspiert, also ist Er auch von vorberierte[n] Herrn Abbte[n]
auf die Universitet Haydelberg verschickht, alwo Er nach .3:
Jährige[n] Studieren auch den Titul eines Magistri (.desse[n] Er
sich doch niemahle[n] bediennt.) erhalten unnd damit Er nit allei[n]

53


mit der Weltlichen wissenschafft nach Hauß khäme, ist Er v[on] Herr[n]
Rectore nach Wormbs geschickht, alwo Er denn Diaconat er
lannget, Nach .3. Jährige[n] Audieren ist Er widerumben
Von Herrn Praelath[en] nacher Hauß beruefft unnd v[on] menigelich also
wegen seines gueten Wandls geliebt, daß Er auch baldt darauf
nacher Passau auf die Priesster Weiche welche Er am Quatember
Sambstag in dem Herbst erlanngt, geschickht worde[n], hat also in dem
.28.iste[n] Jahr seines Alters in dem Vorfesst des Heyl. Wolfgangs
Gott dem Allmechtige[n] sein erstes Heyl. Meßopffer aufgeopfert, ist
Ihme auch baldt darauf die Pfarr bey St. Peter anverthraut welche
schefflein er mit dem Saen deß worth Gottes unablesslich ge
waidet: nit wenig[er] ist Er auch Herrn Abbtens Capelan erkhist in
welchem Ambt Er sich einen Trauen unnd Embsigen Dienner erclert.
Aber nit lanng darnach ist Herr Abbt Simon zeitlichen Todts erblich[en]
unnd vermeinte menigelich Wolfganngus wurde zu solcher würde[n]
erhöchet, doch hat Gott in dessen Hendten die Regierung stehen damahle[n]
nit für guet angesechen ihnne Wolfgangum zu solcher Dignitet as
suiern: sonndern Abbten Simoni ist gevolgt Johannes Riemer
gewester provisor zu Schenau. Unnd dieweille[n] Wolfgangus
Mairi[us]
bey S. Peter sonnderbahren eiffer in verrichtung seiner Geistlich[en]
Functionen erzaigt, ist Er von Abbt Joannae nacher Khösstlar[n] geschikht worde[n] in
welchem orth Er mit stettem Predige[n] administrirung der Heyl.
Sacramenten bey den Kürchfarter[n] .3. ganntz[e] Jahr hundertfaltig[e]
Frucht gebracht. Unnd damit Wolfgangus sowol in Zeitlich alß
Geitliche[n] Verrichtunge[n] probirt wurde, ist Er nachmal[n] von besagtem
Khösstlar[n] nacher Münster dirigiert worden, in welchem orth Er
erzaigt sein Dexteritet in Administrirung Weltlich[er] sache[n], dan
wiewolle[n] Er schwäre ja gefehrliche Zeiten, (.massen der Markht Münster
wie nitweniger der Pfarrhof, durch Graf Wolfganng von Ortte[n]
burg unnd Hieronimum Freyherrn von Stauff sambt Ire[n] und[er]
gegebne[n] Völckher[n] also ruiniert, das so gar waß in die Khürche[n]

54


geflechet nit sicher verliben, ja unnd[er] Ihme hat d[a]s hochwetter öffter
die liebe Frücht auf dem Veldt ganntz unnd gar vernichtet.) gehabt,
hat Er yedoch das Pfarrhauß A[nno] .1510. vom Fundament erpauet.

Inn Gemain würdt gesagt, was der Fisch ausser des Wassers das
seye der Mönich ausser des Clossters, unnd wiewolle[n] dise sag bey etlich[en]
mehr dann zuvill wahr ist, so ist sye doch nit also universal das
sye gar khein Exception gedulte, massen vill erfundten welche[n]
der Closster eiffer nit gar außgeschwitzt, wie solches auch clarlich in
unnsern Wolfgango zesechen, dann diser hat alle Fasstag und annd[er]e
Abstinenz so der Heyl. orden zu observiern Pflegt, also empsig auch
in gegenwartt der gösten gehalte[n], das Er alle Freytag gefasstet.
An kheinem Mitwoche[n] niemahl[en] Fleisch geess[en], von seinem leib
ist das wullene hemet selten khoen.

Dißer so Fruchtbarer unnd auferbeylicher wanndl machte Wolfgang
um
nit allein in den Augen der Menschen Liebreich unnd manig
elich angenemb, sonndern mehrer in dem Angesicht Gottes, also
daß Gott gleichsamb einen Mann nach seinem Hertz erfundten,
denn Er erwöhlet hete zusetz[en] yber sein Haußgesündt.

Dann Nachdeme Abbt Joannes Rieer zeitlichen Todts erblich[en],
ist Er zweifelsohnne auß sonnderbahrer einsprechung Gottes, nach
dem Er zu Münster .10. Jahr gewesen, einhöllig den .2. Junii 1514
zue hiesiger Abbtey erwöhlet unnd [con]firmiert worde[n].

In diser seine Praelathischen Würdten hat Er wol observiert
jene khösstliche worth sye haben dich gesezt einen Regente[n], werde
nit hoffärtig, sey unnder Innen alß wann du wärst einer auß
Ihnne[n], unnd diß hat Er unnder annd[ern] im Werkh erzaigt, weille[n]
Er gar selte[n] alleinig zu Taffel gesess[en], sonndern allzeit zwee[n]
auß dem Convent zue seinem Tisch berueffen, welche Er sowol
Zeitlich alß Geistlich gespeißet, seine alte Freundt hat Er unver
änderlich geliebt, gegen denn arm[men] liesse Er sein Freygebig-

55


kheit also sechen das Er auch auf ferne örtter gelt. (doch sich nit
offenbahrent.) unnd anndere sachen geschickht, einem jeden gabe
Er treulich waß ihme gebiertte, doch auch nichts mehrers geschich[en],
alß unnöthige Ausgabe[n], Ich khann alhier nit umbgehe[n] seine
Herrliche unnd Lobreiche schrüfften die Er hinder sich gelasse[n], de[n]
Er etliche zu Münster, die anndere aber alß Abbt alhier mit
maniches Verwund[er]ung [ver]fasst, unnd dises alles mit aigner handt
dann Er sye niemahle[n] einiges Schreibers bediennt, und zwar
annd[er]e zu schweig[en] sein volgente kheines weges zuvergess[en].

Erstlich das Leben unnd Leiden Christi Carminice.

Zum anndern den Krieg zwischen Herzog Albrecht auß Payr[n]
unnd Rupertu[m] Pfaltzgrave[n]

Drittens seindt schreiben nunnd ora[ti]on[e]s.

Vierttens Annales od[er] d[a]s Leben d[er] Herrn Praelathe[n] zu Alder
spach, Item ein Grundtbuech yber alle Güetter unnd Gebreuch etc.

Fünfftens wider Lutherum hat Er auch ainen Tractat von
Geistliche[n] gelibd[en] [ver]fasst, Item yber die Regl St. Penedicti.

Nitweniger aber ist Er zu lobe[n], wegen seiner Glickhseeligkheit in
Administrirung der Zeitlichen sachen, dann wiewol Er zu an
trettung seiner Regierung vil der bössen Güetter versetzter der
Gilte[n] unnd Zünsen auf etlich Jahr vor eingenoner, ja auch eine[n]
zimblichen schuldtenlas alß nemblich yber die .1000. Ducaten:
herentgege[n] aber, in des Clossters Söckhel nit mehr alß .15.
Pöhmische Groschen gefundte[n], hat Er sich doch also bemüeht unnd
befliss[en], das Er benannte[n] schuldtenlaß einer inner halb .3. Jahr[n]
abgelaindt, den mehrern Thaill der Güetter redimiert, und
vill durch unfleiß unnd unwachtsambkheit der Weltlich[en]
Richter verlohrne Stüfften unnd Zünßungen auß den Alten
Salbiecher[n] widerumb erhebt, unnd dem Closster zunutz[en] gemacht.

56


Gelt regiert die Weldt, unnd ohnne dasselbige würdt wenig
in zeitlichen sachen gefruchtet, sonnder vilmehr auß mangl
dessen, gehen starkh gepaute sachen zugrundt, diß hat unnser
Closster sattsamb erfahren, zu Anfanng der Regierung Herr[n]
Abbt Wolfganng, dann alle Tag alle Dächer also zerriss[en],
daß der Regen gleichsamb alles verderbt, derentwege[n] Er sich
starkh bemüehet wie Er d[a]s gepey durch außbösserung d[er] Täch[er]
in ain sicherheit mechte bringen, das Khranckhenzimber welches
mehrerthaill auß Holtz; mit clainen Fensterl[n]: unnd also ainem
Paur[n] Hauß gleicher, hat Er widerumb in einen bessern Formb
(.dessen doch ohn jetzo nichts mehr ybrig.) gericht.

Das schafhauß ist dermassen Paufehlig gewesen, daß Es schonn
yber die .40ig Jahr auß: unnd inwendtig hat müessen und[er]
gespritzt werden, wann ein starkh[er] windt entstanndten,
so hat es also khracht, daß auch der Khöckheste sich geschich[en], bey
nechtlicher weill darinnen zeruehe[n]. Wann ein frembter
darauf gefiehrt worden, hat Er mehr nit gewinscht, alß d[a]s
Er mechte bladt widerumb darab khoen, die Zehlen sein
auß zusamb geschlagne[n] Prödtern gewesen, der orth oben
ganntz offen, also das man unnder daß dach gesechen, aus
disen ist leichtlich zu erachten, das seine vorfahrer aintweks
auß mangl des geldts der darauf lauffenten uncosstens
oder doch auß Khluegheit abgeschrökht worden, von Repar
irung benanntes schafhauß, doch hat solches Werkh auf die
Assistenz Göttlicher Hilf vertraut, manlich angefannge[n]
Unnd Glickhlich geendet, dann Er Erstlich solches Pauföhliches
orth abgetragen. Unnd seiner miglichkheit nach, widerumb lass[en]
vom Fundament erhebe[n]; unnd in jetzigen stanndt erpauen,
zu disem gepey sein yber die .600. stamben holtz angewenndt
worden, doch hat sich die Außgab nit also weit erstrekht,

57


wie man am anfanng vermaint hat, dann in dises Gepey ist
nit vill Helff alß der Anschlag gewesen, verzöhrt worden.
Im ybrigen hat Herr Abbt Wolfganng in seiner Regierung, nit
geringe Triebseeligkheit erlitten, dann Er von etlicher seiner
Conventualen welche mit Marthin Ludter die Geistlich ge
lib nit allein verachtet, sonnder auch würkhlich auß dem
Closster gelauffen, deren doch etliche wider zuruckh khoen, sehr
betrangt unnd verfolgt worden. Nitweniger auch hat Er Jähr
lich grosse schmertz und wetagen wegen des Stains erlitt[en].
Wenig Tag vor seinem Todt ist ein besse sucht redo. unnder das Vich
khoen, das Traidt ist also verdorbe[n] das Es nit hat khündte[n]
genuzt werden.

Herr Abbt Wolfganng aber, wegen seines Hochen Alters unnd
annd[ern] schwehrlichen zuestanndten hat alß gemach an leibs khröffte[n]
gentzlich anfanngen abzunee[n], unnd da Er vermerkhte, das
die stundt seines zeitlich[en] Hintritts verhanndte[n], hat Er anfange[n]
mit dem Gerechten Simoni zu singen, Herr jetz lasse deinen
Dienner in fridten fahrn, unnd also hat Er Gott seinen Geist
aufgegeb[en] in dem .74.isten Jahr seines Alters nachdem Er
das Closster .30. Jahr unnd .4. Monat regiert, inn dem Jahr
Christi A[nno] 1544.

WOLFGANGI MARII
Monasterii hui[us] Abbatis viri
tam Doctina, quam Sanctimonia celebris
EPITAPHIUM.
In quo bini versus diem et numerum An
norum continent.



58

DIES NATALIS: EN SUB MOLE SENEX WOLFGANGUS CLAUDITUR ABBAS
1469 AEDITUS UT LUCAS, VIVERE DESIERAT.
ORD. INGRESSIO DEIN SE COENOBIO ADDIXIT MOX LUCE SEQUENTI.
1489 IN QUO VIVENDI LUXQUE DECUSQUE FUIT
ELECTIO ABBATIALIS HINC FRATRUM ANTISTES DIVINA EX VOCE VOCATUS
1514. JUNIUS UT SOLES CONTIGIT IPSE DUOS.
OBITUS. OCTOBRIS 23 DIE UNDENA SUPER ASTRA LEVATUS.
1544. EST TANDE[M] CIVIS DULCITER OSSA CUBANT.



59

Herr Joannes Diß
Namens der Fünffte, der .34iste.
Abbt.

Der Apfel föhlt nit weit vom Staen Joannes Zankh[er]
volgte nach inn den Tugenten in dem Fleiß unnd sorgfeltig
kheit, dann auch in der Regierung dem Gottseelig und froen
Abbten Wolfgango, wurde von ihme A[nno] .1522. zu dem
Heyl. orden nach ordent: und tugentlich yberstanndtenem
Novitiat Jahr, durch offentliche Profession ann: und aufge
noe[n].

In disem seinem berueff hat Er sich sowol in allen Tugenten: alß
auch wissenschafft der zeitlichen sachen also volkhoen: und taug
lich gemacht, das Er nach absterben erstgedachten Abbten Wolf
ganngi
würdtig erfundte[n]: und durch rechtmessige Wahl zu ein
em Praelathen erwehlt worden, A[nno] .1544. den .16 Sept.
diser Wahl hat ein Naen unnd anstatt des Herrn Visitatoris
v[on] Eberach beigewohnt: unnd praesidiert Herr Laurenti[us] Abbt
von Fürsstenzehl, unnd ob zwar diser Abbt Zanckher dem Closster
wenig und zwar nit mehr als .8. Jahr vorgestanndte[n], So ist
Er doch demselbigem in diser khurtzer Zeit nit ybel ange
stanndte[n], in erwegung das Er sowol in erweiterung mit ge
pey alß mehrung d[er] güetter seinen sorgfeltige[n] vleiß alzeit
gegen dem Closster unnd jed[er] menigelich hat sechen und spir[n]
lass[en], massen dann sich zaigt, das Er das Regenspurger Zimer
genannt, wo nit von neuem: doch wenigist inwenndtig
ausmachen und ziehr[n]. Auswenndtig aber, mit Eisenen Gädter[n]
welche Abbt Dietmayr nachmahls zu seiner Abbtey ge
braucht, vermach[en] lass[en].

Die Güetter betr. hat Er unnd[er] der Zeit seiner Regierung dise
zu dem Closster gebracht, alß Nemblich A[nno] .1549. die Khärgl-

60


Edt
Eodem A[nno] .5. f. auf dem Peißlguet zu Khriestorf A[nno] .1551.
das Obermayr Guett zu Obern Elnpach, wie auch in selbigem
Jahr das Spiessenguet zu Hollerbach, A[nno] .1550. das Khauzen
guet zu Uttigkhoven, neben disem zaigt sich auch das Er die
Truchen seines vorfahrers unnd Geistlichen Vatters nit lähr
gefundte[n], oder auch selbsten mehrers eingefilt habe, dann
gleich nach seiner Glickhlichen antrettung zu diser Abtteylichen
würdten, hat das Closster Ossterhoven ein grosses unglickh und
feuersnoth yberfalle[n] unnd außgestanndte[n], dardurch sye benöth
igt Herrn Abbt Zanckher umb Hilff unnd Geldts mitl anzerueffen,
d[er] auch Innen mitleidtentlich beigesprungen in deme Er, gedacht
ein Closster Erstlich A[nno] .1545. die Mihl zu Willing gelege[n] und
annd[er]e Güetter so angeschlagen umb .700. f. wie auch A[nno]
.1550. annd[er]e Güetter zu Hainrichstorf, Harbach, Teupledt, Emer
storf
, Gerblstorf, Mossmüll, welcher alles einkhoen umb
362. f. 3. s. 15. d. angeschlagen worden, zu dem Closter
erkhaufft, weillen aber das Closster Ossterhoven Ihme den wid[er]
khauff unnd erlessung vorbehalte[n]; seint dise Güetter alle wid[er]
umb abgelest worden, massen dann wür noch auf den heunt
igen Tag zu dennselbige[n] kheinen Zuespruch habe[n], Enndtlich
hat Ihme ein starkh hiziges Fieber yberfallen das leben ab
gekhierzt, dara[n] Er dann den .7. Junii A[nno] .1552. in Gott
seeligelich gestorbe[n], unnd damit die gmaine schuldt bezalt hat,
ligt inn St. Anndre Capel[n] begrab[en], deme Gott die seelige
Rueh unnd auferstehung [ver]leiche[n] wölle Amen.

Herr Bartholoeus Der
.35.iste Abbt.

Nit der wol anfanngt; sonnder der biß zu dem Enndt
verhardt würdt seelich, ein Schöffmaister ist zu loben, aber nit
eheundter biß Er ann das gestatt glickhlich unnd ohnne Schiff-

61


bruch anlangt, dises wahr zusein wil sich im Bartholomeo Mädt
auer
zu Münster im Rothall gebierttig, erzaigen, der Anfang
wehr guet in deme Er A[nno] .1535. die Welt unnd d[er]o Eitlichkheit
verlassen, unnd sich Gott durch die Heyl. drey ordens gelib ver
lobt, unnd unnder dem seelig und Glorwürtiger Gedechtnus
Abbt Wolfganngo den Heyl. orden durch offentliche Profession
eingetretten; unnd angenoe[n], in disem stanndt hat Er sich
nit allein umb das Geistliche wesen eyfferig sonnder auch und
forderist in erlehrung der freyen khünsten wissenschafft embsig
angenoe[n], sonderlich aber in der Mathematica unnd Stern
schen Khunst, hat er sich volkhoen unnd hoch beriembt gemacht,
massen dann nit allein die von Ihme gemacht: unnd angegeb
ne Mathematische instrumenta Sunenurn und annders sond[er]
auch die in diser Khunst in offnen Druckh außganngne unnd
seinem Naen dedicierte Püecher solches beweisen, diser Ruemb
ist nit ein wenige ursach unnd bewegung gewese[n], das nach
ableiben Abbt Zanckhers die Conventualen dises Clossters unnd
Gotshaus bewegt worden, durch ein ordentliche Wahl Par
tholoeum
Innen zu einem vorsteher A[nno] .1552. den .11. Tag
Monats Julii
zuerwöhlen, diser wahl were anstatt und Nae[n]
des Herrn Visitatoris von Eberach vorgesess[en] Herr Laurenti[us]
Abbt zu Fürstenzehl zu einem Assistenten oder beisizer aber ist
berueffen worden, Herr Anndreas Abbt bey St. Veith Penedic
tiner ordens negst bey Neumarkht, Bartholome[us] mach aber
mal in diser ihme auferladnen würdten unnd Purdten eine[n]
gueten anfanng, d[er] fortganng unnd das mitl zaigt sich auch
nit ybel, dann gleich wie Er were ein Ma[n] eines erleuchte[n]
[ver]stanndts vol und erfahr[n] in gueten Khünste[n], also hat Er dise
dem Closster zu nutz[en] wol angewendet, sowol in erweiter
ung des Clossters durch unnd[er]schiedliche wol unnd zierlich ge-

62


fiehrte gebey alß auch in mehrung unnd erkhauffung d[er] güeter.
Gleich im ersten Jahr seiner Regierung hat Er alß ein khunst
liebenter unnd gueter Paumaister seinen sün unnd gedanckh[en]
auf das Pauen gelegt; unnd sein hanndt würkhlich außge
strekht, auch selbe niemalen biß zu dem Enndt seiner anver
thrauter vorstehung abgezogen, wie alles sein Jährlich ord
entliche Rechnung beweisen, zu dem Enndte, erwöhlte
Er Ihme alzeit guete unnd wolerfahrne Maister, als
Zimerma[n], Schreiner, Schloßer, unnd annd[er]e etc.

Ich glaub unnd seze ohnne allen Zweifel das Er den gannz[en]
stockh von der Priester Stuben oberm Sahl biß zu dem
Regenspurger Zimer von oben: unnden aber biß zu dem No
vitiat maistens von dem grundt auf habe gepauet;
od[er] doch gewißlich in einen gantz annd[ern] unnd zwar dise[n]
formb wie Er sich an jetzt sehen last gerichtet, alle Zimer
mit schenne[n] zierlich unnd khünstliche[n] von Schreiner Arbeit
angezogne[n] Pöden unnd Taferwerch ziehrn, alle vorfletz
vor der Jung[en] und Priester Stuben, vor dem Wasser:
unnd Regenspurg[er] Zimer die gannze aussere Khürchen d[a]s
Langhaus genannt, ja auch endtlich unnd vermuethlich den
ganntz[en] Creuzganng mit guetem weiß: und rothe[n] von
Saltzburg und Khelhamb theur und miehesamb hergebrachte[n]
Märbelstaine[n] habe Pflasster[n]: auch den grossen Wein
kheller grab[en]: unnd mache[n] lass[en], So hat Er auch alle Zimer
mit schennen Cässten khünstlicher Schloserarbeit [ver]sech[en]
unnd mit Mallerey geziehrt, dises alles wahr zu sein zaigt
sein an alle oben angezogene orth unnd Zimer einge
schnidte[n] od[er] abgemaltes Pappen mit der altzeit bei
gesetze[n] Jahrzahl.



63

Dißer Lust begierdt unnd miehe zue: unnd mit dem Pauen
hat ihnne nit also thief eingenoe[n], das Er darbey der Hauß
wierthschafft vergessen, unnd selbige auf die seithen gesetzt, sonnd[er]
neben dem das Er einen Wolerfahrnen Richter, Caerer, auch
annd[er]e Officier gehabt, hat Er seinen eiffer vleiß unnd sorgfehltig
kheit threulich sechen lassen, die güetter so unnd[er] seiner
Regierung zu dem Closster khoen, eingetauscht, oder auch erkhaufft
worden, seint dise A[nno] .1566 ist das Padt zu Walxing, von Herr[n]
Joseph unnd Seifridt God[en] umb ein wiß eingetauscht worden.
A[nno] .1569. ist das Gietl zu Haunwang wie auch aines zu Nidern
humel
, ein annders zu Dionisii Göldern von Anndre[n] Rotten
heckh
alß damahlen gewesten Colsster Ald[er]spachischen Richters thails
Vermacht: thails aber alhero erkhaufft unnd bezahlt worde[n]. So hat
Er auch das Erbrecht zu Khalstorf A[nno] .1562. abgelest, A[nno] .1571. ein
Sölden zu Misstlbach, A[nno] .1572. das vischer guet zu Heinrichstorf, da[n]
ob zwar A[nno] .1580. von Abbt Geörgen zu Ossterhoven dises vischer
Gueth oder vilmehr die gilt auf disem guet zu Heinrichstorf mit
annd[ern] mehrer[n] güettern doch auf widerkhauff dem Closster ver
khaufft ist worden, sein doch die güetter widerumb abgelest, und
fündte das A[nno] .1572. Peter vischer zu gedachtem Hainrichstorf mit
sein frey aigens güetl alda das Perngietl genannt Abbt Par
tholoeo
[ver]kaufft, doch d[er] ewigen gilt auf Ossterhove[n] unvor
griff[en].

Item A[nno] .1563. hat Er das Hauß zu Vilshoven welches von allen
Steur-Anlage[n]: unnd anndern Purdten befreudt, von Herrn
Michael Probste[n] unnd einem gannzen wolerwür[digen] Capitl des
Collegiatsstüffts St. Joannes Baptista, dann auch A[nno] .1567.
die Maur von Dionisii Grueber[n] baiden zu gedachtem Vilß
hoven
erkhaufft.

Zu mehrerm Lob unnd Ruemb Bartholoei ist auch dises nit zuver- halten, das Er zu nutz des Clossters unnd besserer nachricht


64


seiner nachkhömblinge[n] nit allein das archiu[m] auf ein neues
durchgannge[n]: registeriert: sonnder auch alle güetter des Clossters
welche zuvor unnder: unnd von dem Abbt Joann Plier A[nno] .1452.
v[on] Abbt Wolfganngo A[nno] .1518. in die Gerichter außgethailt were[n],
inn ein ganntz annd[er]e ordnung nach dem Alphabet richten, und
in ein Pergamentes Puech A[nno] 1666. einschrieben, die maiste güeter
aber, sambt d[er]o Grundt unnd Poden, das ist Veldt, wisen unnd
Äckh[er], ordentlich beschreibe[n] lass[en], allen Irr: und strittigkheite[n] dar
durch vorzukhoe[n], massen dann sich zu seinem mehrerem Lob
aus villen Recessen bezaigt, das Er unnderschiedliche strittigkheite[n]
bey d[er] damahl Fürstl[ichen] Regier[ung] Landtshuet und annd[ern] G[eric]hter zu endt
unnd recht gebracht, unnd daryber ordentliche Recess die noch
in original[n] in dem alhiesigem archiu[m] zufündte[n], begert hat.

Neben disem allem unnd sonnderlich in so continuirlich und un
außgesetztem Pauen, zu dem Er mit consens seines Lanndts
fürsten in Payr[n], und Bischoffe[n] zu Passau von dem Spitall
alda .1200. f. entlehnet etc. dann auch einkhauffung d[er] güetter
hete Er schwere Purdten und Ausgabe[n], in erwegung das, das
Closster damal unnder ihme sowol in dem gehaltenem Lanndt
Tag zu Ingolstatt Anno .1536. eben mit diser Steur mit welcher
das Closster d[er]zeit gebeiniget würdt, benantlich .1099. f.
belegt ist worden, welche Er zu unnderschiedliche[n] mahl[n]: doch
nit Jährlich alß jetz beschicht, baldt ganntz als halb, alß auch
das Jährliche Canderey .45. f. Jägergelt .17. f. 1. s.
erlege[n] müess[en], entgege[n] hat Er in d[er] Hoftafer[n] alß auch aus
dem aigene[n] Kheller eine[n] yberaus grosse[n] verschleiß, mass[en]
dann sich zaigt, das Er dieselbige sowol mit oberlennd[er] Pr.
3. f. 30. Krt. als ossterreicher Wein P. 3. f. heiffig und
monatlich, dann auch mit Pier also belegt, das d[er]mahl[n]
in dem oberlennd[er] allein oder auch össterreicher Wein allei[n]

65


mehr hinauß ist gefiehrt worden, als zu diser Zeit in dem
Pier.

Der Wein macht frölich unnd einen gueten mueth unndertruckht
aber den Geist unnd schwecht seine Khröfften, diser wer täglich
unnd sonderlich an den Freytage[n] in d[er] Tafer[n] zu sechen, und zu hör[n],
im drinkhen Tanze[n] singe[n] unnd springe[n] unnd zwar derge
stalten, das auch die Geistliche[n] Ires Geistliche[n] stanndts unnd Ehr
vergess[en], sich auf dem offnen Tantzpod[en] mit gleich[er] Ipig: und un
sünigkheit sich haben sechen lass[en], und mit annd[ern] gleichergestalt ze
tantz[en] unnd zespringe[n] vermesslich unnderstandte[n], diser yble Khlang
sung und khlang nit allein in der nechet; sonnd[er] auch in der weite
unnd zwar in den Erzpischoffliche[n] ohren zu Salzburg also starkh,
das der Ertzbischoff alda dem Praelathe[n] Partholoeo einen ernstlich[en]
verweis: unnd scharpfe[n] Peveldt dergleichen unclessterliche vermess[en]
heiten und unthatte[n] alsobaldte[n] abzustelle[n] ergehe[n] lassen aus welchem erscheint
das zu selbigen Zeiten auch yber unnser Clösster wider des ord
ens Freyheite[n] unnd herkhoe[n] die Pischoffen ihren gewalt habe[n] ge
braucht unnd ernstlich sechen lass[en], sonnder auch diß, das dazu
mahl alhier wenig Religiosen unnd ein schlechte ordens Dis
ciplin ist gehalten worde[n], welches darumb desto weniger
zuverwund[ern], dieweil damahl das Ludterthumb dessen lehr und
gifft vasst das ganntze Teisch: auch sonnd[er]lich unnser Payrlandt
yberzogen, viller nit allein Weltlicher sonnd[er] auch der Geistlichen
Hertz unnd Gemieht vergifft unnd an sich gezogen, welches villeicht
auch alhier gescheche, dann vil in diser mainung unnd mueth
massung stehen, das gleich wie Partholomeus, mit den Ludter
ische[n], durch schreibe[n] unnd annders gar zuvil gemainschafft ge
habt; also Er auch sich in dennen Annaigung[en] suspect und
sehr verdächtig gemacht, zu deme hat auch .5. Jahr vor ableg
ung seiner Abbteyliche[n] würdt und Purdte[n] die laidtiche sucht

66


der Pestilenz in dem Lanndt unnd sonnd[er]lich d[er] orthen also ein
gerissen das in dem Closster damal[n] .9. Religiosen nachein
annd[er] unnd also bis auf einen, mit Nae[n] Michael d[er] Dolfueßet
wer, gestorbe[n], diser were alleinig in dem Closster unnd Re
gierte dasselbig, aber baldt hernach hat sich Abbt Partholoeo
unnderstandte[n], ohnne seinen schlechte[n] Ruemb unnd des Clossters
nutzen, ohne villeicht des ordens begert: od[er] erlangte[n] wissen unnd
willen; ohne zwar begert: aber villeicht nit erlangten Lanndts
fürst. Consens den fürneen Hoff zu Gneixendorf in Össterreich
sambt dem zu dem Closster gehörig absonnderlich[en] Grunndtbuech
unrechtmessig, und zwar seinem vorgewesten Caerer mit Naen
Spänig[er] der auch Ludterisch war: od[er] worde[n] zuverkhauff[en].

Auß: und aus disem allem hat sich das haidere wötter in ein triebe
Fünssternus: unnd das plätl gewendet, der Glantz und schönne
Sonne[n] stralle[n] seines Glickh, lob und Ruembs, welche Er die .25.
Jahr seiner Regierung hat Loblich sehe[n] unnd scheinen lass[en], seint ver
finstert: unnd mit dem Traurigem Mandl d[er] ab- und entsetz
ung d[er] Abbteylich[en] Infel, Stab, würdten unnd Gwalt, bedöckht
worde[n], A[nno] .1577.|.

Yber dises yberlebt Er noch .1. Jahr, hilte sich ein Zeitlang zu Passau
endlichen zu Vilshoven in unnser[n] Heuser nit ohnne uncosste[n] und
beschwernus des Clossters: unnd seines nachkhömblings auf, starbe
aldort den .25. Augusti A[nno] .1578. ligt in der Pernharts: und
St. Lienhards Capel[n] negst der Khürchenthier begrab[en], und
ob zwar aus etliche[n] briefe[n] sich bezaigt, das sowol von der
Geistlich: alß Weltliche[n] obrigkheit bevelch ergange[n], ihne Par
tholoeum
vor seinem Todt zu d[er] Penitenz und Puess ernst
lich unnd eifferig zu erohne[n], Er aber weder disen bevelch: noch
ermohnung erwahrtet; sonnd[er] ihnne der Todt ergriffen und de[n]
Garaus gemacht habe, welle[n] wür doch ein bessers gedenckh[en]

67


von ihme hoffen unnd halte[n], unnd in dem, den unergrindlich[en]:
unnd unerforschliche[n] urtheil[n] Gottes nichts vor: und eingegriffe[n].
Bartholoeo aber, die Ewige Rueh unnd auferstehung gewünscht
hab[en].

Herr Anndreas diß
Namens der annder der .36.
Abbt.

Anndreas Haydeckher in dem beriembten Gotshaus unnd
Closster Khaysershamb Profess unnd dazumal oberpurstner ist
alhero nach absetzung Abbt Bartholoaei, erstlich zu einem ad
ministratorn A[nno] 1577 begert: dann auch hernach zu einem Praelathen A[nno] 1579
erwöhlt worden, unnd weillen Er von seinem anverthraut[en]
Ambt zu gedachtem Kaysershamb etliche sachen alß Tischzeug, silber
geschmeidt unnd annd[er]s, welches alles auf .400. f. angeschlag[en]
mit alhero auf Alderspach gebracht, hat sich unnder ihme Andrea
unnd seinem Praelathen zu dikhgemeltem Kaysershamb ein
gannzer stritt erhebt, inn deme wolgedachter Praelath zu Kays
ershamb
alle dise sachen, als unrechtmessig hinweckh von seinem
Closster unnd alhero gebracht, nit unbillich widerumb begert,
Anndreas aber, solches zuthain mit unnd[er]schiedlichem vorwandt
gewaigert, Ist doch dise strittigkheit durch unnd[er]handlung gueter
Leith güettlich vergliche[n] worde[n]; unnd vermuethlich die herge
brachte sache[n] bey dem Closster alhier verblib[en].

Anndreas gleich im anfang seiner Regierung, hat sich vor allem
das Reich Gottes zusuechen die Ehr Gottes unnd des Heyl. ordens
zubefürd[ern] die nidergefallene ordens Disciplin zuerhöbe[n] Re
ligiosen ann: unnd aufzenee[n]: auch selbiger etliche auf Ingol
statt
zeschickhe[n]: damit Sye sich aldorte[n], in den gueten Khünste[n]

68


durch vleiß unnd emsiges Stutiern erfahren: und volkhob
ent machte[n], eyfferigist angelegen sein lass[en], neben dem hat
Er sein wachtbars Aug unnd sorgfeltigkheit von denn zeit
liche[n] sachen selbige zu mehren unnd zuerhalte[n] nit abgewendt.
Welches auch die Löb. Lanndtschafft in acht genoe[n], in deme
Er in denne[n] A[nno] .1579. wie auch A[nno] .1583. zu Minich[en] gehaltene[n]
Lanndtage[n] in dem grosse[n] ausschus unnder dem Praelathen
stanndt der Regierung Landtshuet, unnd[er] den Verordneten
auch einer unnd zwar d[er] erste ist benennt unnd außerkhiss[en]
worde[n].

Unnd ob zwar nit fündtig, das Anndreas in seiner Regierung
mehr oder wenig güetter zu dem Closster gebracht, hat Er sich doch
beflisse[n], alle die Jenige die ihme eingeandtwortt: und anver
thraut worde[n], wie auch das ganntze Closster in guete[n] standt
zuerhalt[en].

Das Gebey betr. ob sich zwar auch nit zaigt, das Er vill gepauet,
hat Er doch, das Haus zu Passau erneuer[n] unnd die Tafehr[n] alhier
zwar nit von Grundt: doch in vill Pauföhligkheiten wider
umb zuerichte[n] lass[en], massen dann sein wappe[n] an baide[n] heiser[n]
angemalter solches wil beweise[n].

Den Khürchenschatz hat Er auch gemehret, in deme Er einen silber[n]
Praelathen Stab, Rauchfaß, Lafor, das ist ein Silbere khandl
unnd ein darzue gehörige schißl, wie auch etliche Mößgewandter
mache[n] lass[en], darbey Ich nit sol verhalte[n], was ich von denn
Alten gehört, unnd sage[n] lass[en], das nemblich vonn dem Abbt
Simon ein solcher Praelathe[n] stab, also gros unnd schwär ver
hanndte[n] gewest, das Abbt Anndre aus demselben nit allein
den noch verhandtene[n] mit seinem Wappe[n] gezaichnete[n] stab; sonnd[er]
auch d[a]s Rauchfaß Lafor: und villeicht annders mehr daraus mach[en]

69


lassen. Ich geschweige etlicher Pildter an denn sein wappe[n]
sich seche[n] lasst.

Seiner Sellen in Lebszeiten, hat Er auch wol wöllen, unnd nit
vergesse[n], in deme Er ihme umb ein gewises Geldt einen ewig[en]
Jahrtag gestüfftet, welcher doch, als den rechten: unnd dem orde[n]
ja dem gelibd der geschworne[n] arbeit muth zuwid[er], unnd[er] der Regier
und meines behalts, Abbt Michaelis ist abgeschafft worden, doch
seiner darbey nit zuvergess[en].

Endlich Ihme villeicht altershalber dise Abbteyliche Purdten
lengers zutrage[n] nur gar zu schwär ist vorkhoen, hat Er selbige
A[nno] .1586. den .15. Octob[ris] resigniert; unnd zwar durch ein offent
liche bekhandtnus unnd geförttigtes instrument inn die handt Joannes
Thiettmayri
, der Heyl. schrüfft licentiaten unnsers Heyl. ordens
zu Fürstenfeldt Profess, unnd dazemal[n] in d[er] Statt Aiche[n] geweße[n]
Pfarrer[n] ybergebe[n], ob aber dise dergestalt unnd zwar auf dise
Persohn eines als frembt: unnd annd[ern] Clossters den Rechte[n] unnd
dem orde[n] Gemes, den damahl aber anwesente[n] Conventualen
nit praejudicirlich sey gewest, wil Ich nit urtheil[n], ist gestorb[en]
A[nno] .1587. den .10. Augusti, ligt begrabe[n] in St. Anndre Capell[n]
in welcher Er ihme die begröbnus erwöhlt: unnd den Jahrtag
gestüfftet, seine[n] Grabstein hat Er auch aldort.

Herr Johannes diß
Namens der .6. der .37.igiste
Abbt.

Johannes Thiettmayr zu Aichen geborn, hat den Heyl. Cisterci
enser orden, in dem Closster Fürsstenfeldt ann: unnd also ihm
[ver]stanndt, Tugent, unnd wissenschafft zuegenoe[n], das Er war
ein Mann, unnd[er] den Manner[n], deme Er zu seiner Zeit nit leicht
lich ainer bevor thätte, auf der hochen schuel zu Ingolstatt ist

70


Er von den vornembste[n] Doctorib[us] als Herrn Albrecht Hung[er]
derzeit porcancellarii: wie auch P. Gregorii de Valentia
d[er] Societet Jesu würdtig erkhenndt worde[n], der heilligen
schrüfft licentiat zuwerde[n], welche[n] gradt Er auch aldort em
pfannge[n], und nachmahls würdtig unnd nutzlich gebraucht, Er
wär ein vortrefflicher Predtig[er], der sich auf ville[n] vorneen
Canzle[n] in sein: unnd hieigem Closster, zu Aiche[n], Augspurg, und
Miniche[n], derffte sechen: unnd zu seinem Ruemb der Zuehörer nutz
und auferspaue[n] höre[n] lass[en], welches dann ein ursach gewest,
daß Ihme Abbt Anndre die Abbteyliche[n] Würdte[n] A[nno] .1586.
den .15. Octob[ris]
wie auch oben angedeut freywillig resigniert,
welche Er dann .2. Jahr als administrator so Loblich getrage[n],
das Er nachmahls A[nno] .1588. durch ein ordentliche Wahl zu ein
em praelathe[n] dises Clossters alhier erwöhlt worde[n].

Nit zubeschreiben ist, wie Lob: unnd nutzlich Er disem Closster im
Geistlich: unnd Weltlichem vorgestanndte[n], sein lob
unnd Namb were in dem ganntz[en] orden wie auch landt wol:
unnd also bekhandt, das Er in dem gehaltenen Capitl zu Fürsste[n]-
feldt
, inn welchem der Hochwürdtigiste Vatter Edmundus a Cruce
Abbt, unnd General zu Cisterz vorgesesse[n], unnd die in dem
ganntz[en] orde[n] bekhandte Statuta Fürstenfeldensia gemacht
worde[n], Er nit allein beigewohnt: sonnd[er] auch den Titl Com
missarii Generalis unnd in obern: unnd Nider[n] Bayrn
Visitatoris neben dem Gewaldt alle Abbt und Abbtissine[n]
zu Penedicirn empfange[n], welchen Titl unnd Gewaldt Er
nachmahls Threu unnd vleissig gebraucht, Er wär ein Ernst
haffter Mann, hielte nit allein in seinem Closster, sonnd[er] auch
in d[er] ganntz[en] provinz ein strenge d[er] Regel unnd Statuten
geines, Disciplin, Unnder dennen bey der lob. Landt
schafft in Payr[n] deputierten Renntambts Landtshuet were
Er vor den Ersten vornembste[n] Coissarii zu grossem nutz des lanndts: unnd des Closters erwöhlt.


71


Deß Clossters ist Er billich zunene[n], Gleichsamb der anndere
Stüffter, in deme Er dasselbige in denn gebeye[n], güettern,
unnd d[er]o Stüfft, Gilt, Traidtdiennst, merkhlich[er] staigerung,
Khürchenschatz unnd annd[er]s mehrers als kheiner unnder allen
seine[n] vorfahrer[n] gemehrt; sein gefiehrtes gebey, hat Er Erst
lich die Khürchen das Langhaus genant gewölb[en]: die Khürch[en]
aber, zu St. Lienhart gleichsamb auf ein neues, wie auch
das ganntze Richterhaus, unnd den ganntz[en] Stockh biß zu
dem gartte[n] von Grundt auf Pauen lass[en].

Zum anndern hat Er auch denn ganntz[en] Stockh der Spiegelstub[en]
Bibliothec alte Sagristey, wie auch entgege[n] die hofstuben,
Abbtey, unnd Cammer gefiehrt.

Den Khürchenschaz betr. hat Er dise ornäth; Erstlich den plab
samete[n] mit Guldenem Grundt: Rauchmandl: dann die darzue
gehörige Mössgwandt: Levithen Röckh mit gelbem Grundt:
dann auch den gelb guldene[n]: und weis silbere[n] ornath mit
aller Zuegehör, wie Nitwenig[er] von allen Farbe[n]: sonnderlich
Weis, Roth, Glab, Grien Mößgwandt Levithen Röckh sambt
allerlai antebentia zu allen Altär[n] von gethrukhtem domasst
mache[n] lass[en], unnd annd[er]s mehr welches Khürze halber nit alhero
gesezt worden.

Die Hofmarch unnd Güetter, die Er die Zeit seiner Regierung
zu dem Closster erkhaufft, seint dise, Hofmarch Abshoven A[nno] .1610.
v[on] P. Jacobo Kheller, d[er]zeit des Collegii der Societet Jesu in
Minich[en] Rectori, Hofmarch zum Thurn unnd Piegendorf A[nno]
.1611. v[on] Herr[n] Ulrich Eckh[er] von Khäpfing zu Piegendorf, unnd
Thur[n] bey Frantzenhause[n] etc. Ainschichtige Güetter aber, seindt
dise. Aufhaimb A[nno] .1591. Au bey Reispach anno .1592. Wollen
dorf
, das würthshaus: Paurnhof unnd Sölden alda A[nno] .1591.|.



72

Alß Er nur dem Closster in die .25. Jahr so Lob unnd nutzlich vor
gestanndte[n], sich auch sowol bey dem orden; alß Lanndt: und lob.
Lanndtschafft, hoch verdiennt gemacht, ist Er zu Minich[en] A[nno]
.1612 in wehrente[n] allgemaine[n] Lanndtag mit aller Weldt
Traurigen in Gott seeligelich entschlaffe[n], sein leichnamb ist
v[on] Minichen aus durch Lanndtshuet, unnd annd[er]e Stött unnd
Märkht mit sehr khläglichem beglaidt hellen ein: unnd aus
leithe[n], aber nit ohnne grosse Spessa unnd uncosst[en] bis alhero
inn das Closster gefiehrt: mit Hertzens laidt von dem gantz[en]
Convent: auch aller unnderthone[n] unnd benachbarte[n] empfange[n];
unnd in seiner von ihme zu disem enndte erpauten Capel[n]
begrabe[n] worde[n], Amen.

Nach disem seinem absterben lauth des noch verhanndtne[n]
unnd mit dem Landtfürst. Secret geförttigten Inven
tari, dise Paarschafft unnd Geldt gefundten worde[n].

Erstlichen, In der Abbtey, in ainer Truche[n], an Golt und Daller[n]
unnd Dreyer[n]

.10000. f.

Mehr in ainer annd[ern] absonderliche[n] Truche[n] ann Daller[n].

.19000. f.

Mehr hat der verstorben Herr Praelath, vor etlichen Jahr[n], weil
das ungerisch Khriegswesen gewerth, unnd allerlay Khriegs
volckh, durch das Lanndt auf dem Thonau stramb blaidt worde[n],
umb mehrer sicherheit wille[n], nach Fürstenfeldt in d[a]s Closster
bey Minichen, behaltnus weis, ain Druche[n], dem jungst ver
storbne[n] Herrn Praelathe[n] zu Fürstenfeldt yberschickht, und ver
thraut, welche Truche[n], unnd Gelt, gege[n] ainem [ver]handtne[n]
unnd [ver]ferttigte[n] schrüfftlichen Schein, von dem Praelathe[n] zu

73


Fürstenfeldt, noch bey gemeltem Closster Fürstenfeldt be
khandtnus weis aufgehalte[n] würdet, darinen an Geldt.

.13750. f.

Über das, ist mann an Verbriefften Schulden, dem Closster
noch herein, vermög d[er] Verzaichnus Lit B: Schuldtig.

39000. f.

Dagegen ist man von des Clossters wegen, hinaus nichts
Schuldtig.

So hat d[er] [ver]storbe[n] Praelath weil Er regiert, Güetter unnd
ligente Stuckh zum Closster erkhaufft, unnd solches darmit
melioriert Pr.

30000. f.

Was die statliche[n] Clinodien unnd ornäth, beschribne[n] Sa
cristeien, Item die schenne literey, so alles der [ver]storben
Praelath seel[ig] erkhaufft, mache[n], unnd zuerichte[n] lass[en], ist auch
ungefehrlich geschätzt worden auf.

5000. f.

Summa, der Verhanndtne[n] Paarschafft an gelt, [ver]brieffte[n]
Schulden, Erkhaufften Güettern, unnd annders, was der
[ver]storbne[n] Praelath seel[ig] zum Closster mach[en] lass[en], thuet.

.116750. f.



74

Volgt Hernach was in dem Kheller
vor Wein: unnd auf den Cässt[en] vor Traidt
Verhanndte[n] gewesen.

An Ossterwein 800 Emer.

An Getraidt

NB: Alles Landauer Maß

Auf dem Ersten Cassten
An Waitz. 50. schaff

Auf dem annder[n] Casst[en] der Pfisster
An Habern. 300. schaff.

Auf dem dritten Casst[en], ob dem neuen gebey auf beeder
Pöden.
An Khorn.200. schaff.

Summa alles Verhanndtnen Getraidts
550. Schaff.



75

Herr Michael der 38igiste Abbt.

Michael Khürchberger zu Ossterhoven geborn, hat
den heyl. orden alhier unnder dem Abbt Diettmayr angenoe[n],
war ein Jüngling eines gueten [ver]stanndts unnd grosser hoffnung,
wurde baldt nach seiner profession auf die Studia nacher Ingol
statt
geschickht, machte in dennselbigen ein gueten progress zu
seinem lob und annd[er]er verwund[er]ung, ist aber nach absolvierter
Philosophia anhaimbs gefordert; unnd alda die Jugent zulehrne[n]
zu einem schuelmaister; baldt hernach zu einem Priester gemacht,
zu dem Cassten: unnd Khellerambt bestellt worden, in welche[n]
Ämbter[n] Er seinen verstanndt, vleiß, sorgfeltigkheit sowol in
denn Geistlich: als Zeitlichen Verwaltunge[n] also sechen unnd spier[n]
lass[en], das Er A[nno] .1605. den .19. May mit Consens unnd einver
stehe[n] des Hochwürdtigen inn Gott Vatters Hieronimi Abbtens
zu Eberach, alß diß orths unmitlbaren unnd ordentliche[n] Visi
tatoris, dann auch mit einwilligung des durchleicht. Fürste[n]
unnd Herrns Maximilian als Herzog in Payr[n], unnd Landts
Fürste[n] etc. in beisein in Naen und statt erstgedachtens Visita
toris v[on] Eberach etc. Herrn Joann Deüser Abbten zu Fürstenzehl als
zu dennen sachen Verordneten ordens Coissarii wie auch des hoch
gelehrte[n] Herrn Poncratii Mos[c]henbach der heil. schrüfft Doctor
Hechstgedacht S[ein]er Fürst. D[u]r[chlauch]t Rhat, unnd bey unnser liebe[n] Fraue[n]
zu Minichen Dechant, alß auch zu disen sachen deputierten Com
missarii etc. nit allein v[on] dem Abbt Diettmayr; sonnder auch ein
em lob. Convent durch ein ordentliche wahl welche in 13 Votis
schrüfftlich gegebe[n] bestanndten, zu einem Coadiutorn derge
stalt erwehlt worden, das Er nach wille[n]: oder absterben
öffters gedachtem Herr[n] Diettmayri, wass diser wahl sol
würkhlich ohnne annd[er]e wahl erwohlter Praelath werde[n] und sei[n],

76


Unnd ob zwar unnder den .13. Conventualn zwe[n] nit ein
gewilliget, hat doch der Hochwür. in Gott Vatter, unnd Herr
Johannes Marthinus des heyl. Cistercienser ordens Abbt zu
Clariloci: oder Hellenorth der heil. schrüfft Doctor unnd Professor
von dem algemainen General Capitl durch das ganntze obere
Teisch: Schweizerlandt, Khönigreich Pöhm: unnd Pollen mit aller
volmacht, bestelter Coissari[us] A[nno] .1608. den .25. Tag Monats
Febr.
obgedachte vorganngne wahl in allem Guetgehaiss[en]: be
cräfftigt: unnd genzlich abprobiert, wie auch alle darbey vor
ganngne fähler aufgehebt, also zwar das nach Traurigem ab
sterben dickhgedachtem unnd seeliger gedechtnus Johannes Diett
mayri
Michael Khürchberger A[nno] .1612 die Abbtheyliche würdte[n]
ohnne weitere wahl hat angetretten, auch selbe in Zeitlich und
Geistlichem durch ihme vorgegebne[n] gwaldt, angenoe[n].

Er war ein Mann zwar Clain in d[er] Statur, aber groß in Tug
enten, fromb, Gottseelig, Andechtig, inn Ihme Pränn d[er] eiffer
vorderist die Ehr Gottes unnd seinem diennst, das lob der yber
gebenedeitiste[n] Ewige[n] Junkhfrauen unnd Muetter Gottes
Mariae, die wolfahrt unnd aufnee[n] des heyl. ordens mit
hechstem vleiß zu allen begebenheite[n] zubefürd[ern].

Der eiffer zu der Ehr Gottes unnd seinem Götlichem Diennst, auch
seiner aigene[n] Seel[n] nutz, hat Er sechen lass[en], in deme Er A[nno]
.1613. die obere Hof: St. Magdalena Capel[n] (.in
welcher Er ausser Gottes gewaldt Khrang: unnd Abwesenheit
nit allein täglich selbst Möss gelesen; sonnd[er] auch von einem
darzu absonnderlich besteltem Capola[n] lessen lassen und selb
ige gehört.) Dann auch die unnd[er]e St. Lienhard und Bern
hards Capell[n] zu seiner khonnfftige[n] begrebnus neu: unnd
v[on] Grundt auf Pauen: unnd darin einen schönne[n] zierlich

77


v[on] Märblstain gehaute[n] Altar, als seinen Grabstai[n] auf
richten; unnd baide Capelle[n] schönn außgipsen, welches allei[n]
220. f. gestanndte[n]; unnd mit Märblstain Pflasster[n] lass[en].
Das Feur seines eiffers schläkht noch höcher aus, unnd treibt Ihn
weiter, das Er auch den alten Chor als zu dem Gotsdienst
sehr unbequemb, abreisen: unnd disen jetzt sichtbare[n] Chor
ganntz neu: unnd vom Grundt auf A[nno] .1617. Pauen lass[en].
Es were Ihme nit genueg ein schönne[n] Chor unnd Khürchen
zuhaben, wolte auch selben innerlich mit stiell: und Hochen
Altär[n] ziehr[n], massen dann auch gescheche[n], in deme der
cosstbar unnd khunstreiche von zwaye[n] Prüed[ern] die Khager ge
nannt, als Maller unnd Schreiner in Augspurg gemachte
Chor Altar A[nno] .1619. meines wissens unnd beisein ist auf
gericht worde[n], disen Altar zu gewise[n] Zeite[n] zu mehrer
Ehr Gottes unnd seiner heyl. zuziehr[n], hat Er zu dem enndte,
nit allein die grosse Prustbildter. S. Urbany S. Ursulae
S. Eugeniae von guetem Silber geschlage[n], sambt d[er]o mit Silber
geziehrt: unnd Ebnem Holtz fornierten Stöckhe[n]: sonnd[ern] auch noch
annd[er]e acht schwarze zierlich unnd khünstlich mit villen unnder
schiedlich[en] heil. khösstlich geziehrt: und eingesezte[n] heil. Reliquien
unnd gebain verförttigte Altärl, Item die Gros Silber ver
golde Monstranz, so in sich halt, ohne das glas .14. March 8.
Loth, od[er] .232. loth, darzue Er hergeb[en] .11. March, od[er] .176. loth
vom loth macherlohn .1. thuet .232. f. das March zuverguld[en]
2 Ducate[n] thuet .87. f. das glas .1. f. 20. Kr[eu]t[zer] d[a]s Fued[er]al
.40. Kr[eu]t[zer] thuet zesae[n] ausser des Silbers d[er] .11. March .321. fl.
das macherlohn allein betr. hat aber lauth einer annd[er]n
Zötl gekhosst .1012. fl. 30. Kr[eu]t[zer] Item zween Khölch von
schöner geschmölzter Arbeith, unnd annd[er]e mehr, Nitwenig[er] zwe[n]

78


groß[e] messingere leichter Pr. 300. f. ja auch alle in der ausser[n]
Khürchen von Pildthauer unnd Maller aufgerichte Altär, sambt d[er]
Canzl unnd mitten in d[er] Khürchen, in dem Rosenkhrantz hang
entem unnser lieben Fraue[n] Pildt, wie auch die grosse Orgl mach[en]
unnd den gannze[n] ganng, die obere .2. Khörl mahlen lasse[n], die
obere Cussterey hat Er auch von neuem auf: die vorstehente
Abbt Joannis Capell neu richten: mit zierlichen Cässten unnd
cösstlichen ornathen als da seindt benantlich der Roth Silber
gebluembte, der weis Silbene mit gelb[en] strichen, der Pöhmisch
mit goldt gestickhte ornäthen sambt annd[ern] mehrer[n] Khürchen
sachen wol einrichte[n] lass[en].

Darbey zuwissen das diser Böhmische mit Goldt gestickhte or
näth zuvor gewest seint .3. Waldtrappe[n] das ist Rosstekh[en],
derer sich Fridericus Pfaltzgrav bey Rhein, als wider den A[nno]
.1618. [ver]stossnen Ferdinantum Secundu[m], von den Pöhaer[n] auf
geworffener; unnd selbst aigner Persohn eingetrungner Pöhamb
ischer Khönig nachmals Wündterkhönig genannt, mit grossem
bracht gebraucht, aber in der fluecht nach beschechener gros: und
Pluetige[n] schlacht, auf dem weissen Perg zu Prach spötlich ver
lohr[n], unnd selbe der Wollgebornne Herr Hanns Friderich Frey
herr v[on] Penzenau
gewester Vitzdomb zu Straubing zu seinem
Thaill bekhoe[n], unnd Endtlich an einer Schuldt meines bhalts
.1500. f. durch einen unns unbekhandte[n] Pact und Contract
mit dem Abbt Michael gemacht, alhero zu dem Closster
gegeb[en] hat.

Diser ist nachmals von einem seidenstickher zu Straubing, welch[er]
solchen zu Pariß Gsellenweis hat machen helffe[n], zu disem
Formb: unnd Geistlichem Khürchen brauch, von dem heyl. liecht
mess Tag ann, bis auf die himelfarth Christi zuegericht; und
v[on] neuem nichts annders als die .3. strich an dem andepentio

79


gemacht worden; unnd Er scheint das Gott seiner Ewige[n] for
sichtigkheit disen ornäth zu der Khürchen Verordnet, in bedenckh[en]
das khein menschlicher [ver]stanndt dem Mössgwandt den zuegehörig[en]
Leviten Röckhen, wie auch dem andepentio, das zuvor in dem
Weltlichen bracht unnd brauch schlöp vor der Guschen gewest, kheine[n]
schönner[n] formb heten leichtlich geben unnd erfündten khönndte[n],
stehet also diser ornäth besser ann, zu der Ehr Gottes einem ge
weichten Priester unnd Dienner Gottes als zuvor einem unver
nifftigem Thier zur eitlichkheit unnd bracht, eines hochferttig
sündtige[n] Mensche[n] unnd mainaidtige[n] vermainten Khönig, deme
zur gedechtnus der Gutsche[n] Rockh ganntz unverthrent verbleibt.

Ich geschweige annd[er]er Kürchensachen, als zway[er] gros Silberer leichter
gros unnd clain Silberer weichbrunkhössl, groß unnd schwäre
Silbene Ampel, (.welche Ampel zwar nit Er sonnder der Woledl
gebornn unnd Gestrennge Herr Marggwardtus Pföttner ge
west. Fürst. Pfleger zu Mospurg, der alhier in dem Closster
Unnd orden einen Sohn mit Naen Pernhardtus Pföttner Priester
unnd pfarrer bey St. Peter gehabt, mach[en] lass[en], und für sein pat
rimoniu[m] zu den oben angezogene[n] .3. Silber[n] Prustbilder[n] und
Hältthumbe[n] Ältärl darauf seine wappe[n] zuseche[n] nit ein
Wenig hergeschoss[en]. | unnd annders mehrers, welches in dem
Ersten Schwödtische[n] Khrieg auf Burghausen umb sicherheit
willen gefehlenet, aber aus Churf[ü]r[s]t. bevelch, durch darzue
gewis depudierte Coissarien, darund[er] wäre auch Abbt Than
iel
zu Raitenhaßlach, derer die offt angezogene .3. Silbene
Pildter wegen der khunst erhalte[n], wekhgenoe[n], und mit
anndern[n] Silbergschier in Degl geworffe[n], darfür ein brief
Pr. 1000. f. lauttent hergebe[n] worde[n], machen lass[en] unnd
dises in Khürze von dem eiffer zu d[er] Ehr Gottes und seinem
Götlichen Diennst.

Vonn der Lieb, Andacht, unnd eiffer, zu der Ewigen Junckhfraue[n]
unnd Muetter Gottes Maria, derff: und wil Ich nit vil schreib[en],

80


Es zaigen unnd bezeuge[n], selbe genuegsamb unnd yberflissig,
die werckh selbst[en], dann Erstlich hat Er Hechstgedacht unnser lieb[en]
Frauen heet (.welches sonnst in die Capellen zu Wenng ge
hörig unnd wie der Alten mainung unnd hergebrachte Anssag
ist, von dem heyl. Otto Bischoffen zu Pamberg, dises Clossters
Ersten Stüffter aldahin geschenckht worden.) mit Cosstlichen Perle[n]
yber die .500. f. werth durch ein Closster Junckhfrau zu Landts
huet
im Sellingenthall die Reinerin genant khunst: und zier
lich stickhen, mit villen schenen benant: und unbenante[n] heilt
thumbe[n] umbgeb[en]: dann mit einer schenner Procession unnd ge
halthener Comedy von der Capell[n] St. Lienhard bis in die große
Khürchen herauf transferiern unnd zu offentlicher Verehrung
in einen darzue verordnete[n] Altar einrichte[n] lass[en], were
aber nach viller: auch hocher Persohnne[n] urtheil: unnd mainung
vil besser nuzlicher auch zu mehrer andacht, und gresserer
Antrib unnd bewegung zu der andacht unnd verehrung dises
Heiltthumbs gewest, wann selbiges ganntz in seiner ainfalt
Vnnd ungezierter were verblib[en], der eiffer aber, Michaelis und
Andacht wäre so gros, das Er nit wusste, wie Er dises heilt
thumb gnuegsamb khundte ziehr[n] unnd verehr[n].

Zum anndern hat Er auch zu mehrerem Lob unnd Ehr, d[er]
Himelkhönigin unnd wund[er]barliche[n] Muetter Gottes Mariae,
die Lob. Bruederschafft des heyl. Rosenkhranzs, in d[er] obge
dachte[n] unnser Lieben Fraue[n] Capel[n] zu Wenng, zu gross
em nutz unnd hail viller Seele[n] aufrichten: unnd zu disem
Enndte baidte Altär den hochen: unnd neben Altar auf
d[er] seiten des einganngs in die Khürche[n] machen lass[en],
doch ist bey Ihme der Hochaltar ungefasster verblib[en]. Bey
diser Pruederschafft würdt monnatlich Wündter: und Soer
den Ersten Monat Sohntag ein Gotsdiennst Predtig: unnd

81


Umbganng gehalte[n], zu deme dann von villen umb: unnd
weith gelegne[n] orthe[n] von baiderlai gschlecht, Man, unnd
Weib, Jung, unnd Alt ein Grosser Zueganng ist, unnd an d[er]
Seele[n] hail: der Ehr Gottes: unnd seiner Muetter: ein grosser
nutz geschafft: auch sehr vil in obgedachte Pruederschafft sich
einschreib[en]: unnd einverleib[en] lass[en].

Aller Gueter Ding sollen drey sein, unnd also hat Abbt Michael
sein Lieb unnd Andacht zu der allerwürdigisten Muetter
Gottes mehreres zuerzaige[n], das beriembt unnd schönne Gots
haus und Khürche[n] zu Saerei bey unnser lieben Frauen,
Neu: unnd von Grundt: auf die ainig und aigene Cosste[n]
des Clossters zwar mit: doch hart erlangtem Chur: unnd
Lanndtsfürst. wie auch Bischofflichem Consens, umb das Jahr
Christi A[nno] .1629. auferpaue[n]: dann auch nachmahls durch de[n]
Weichbischoff zu Regenspurg, weille[n] damahlen zu Passau kheiner
bey der stehl mit grossem Zuelauf unnd Freudte[n] des Volckhs,
auch grosser Sollenitet weichen lass[en], die ursach aber welche
den Gottseeliche[n] unnd Mariae Liebhaber Abbt Michael bewegt,
ist dise.

Bey dem Paurnguet zu gedachtem Saerey were schonn vor den
Jahren A[nno] .1521. ein Hilzene Capell zu Ehren des heyl. Hieronymi
aufgericht, welche von dem gemainem volckh, bey St. Grai[n]
genent, aber gar wenig verehrt, unnd in acht genoe[n] worde[n],
sonnd[ern] gemainelich offen stehen: unnd das vich aus: unnd ein
gehen lass[en], biß Enndtlich umb das Jahr Christi A[nno] .1619. dasselb
ige Paurnguett, aus Götlicher Verhengnus von dem Feur
welches inn der, dem Paurnhaus hart angelegener Mihl auß
khoen, in Grundt unnd zu Aschen: sambt dem Stadl so gar
wenig schritt ja schuech von gedacht hiltzener Capell[n] gelege[n],
verprunne[n], dergestalt das auch die Feurs flaen die hilz-

82


ene Spelter Thiere Heillige Capellen hitzig umbfannge[n]; unnd
also umbgebe[n], das auch die brinente[n] Nösst der umb diesselbe
negst herumb stehente Paum auf das Tächel gefalle[n], die Wurtzel[n]
derselben; wie auch annd[er]e herumb stehente Holler: unnd annd[er]e
staudte[n], dief unnder das Hilzene geschwöl hinein gebrune[n]: und
verprune[n], Ja auch O Allmacht Gottes, ein Apflpaum so negst
beigestanndte[n], wegen der gross[en] Prunst außgetoreth, und also
mit seinen Treuen Nöst od[er] stambe[n] blos alda stehent verblib[en],
des anndern Jahrs wider außgeschlage[n], Gegrüeneth, geblüehet,
unnd Frucht getrage[n], die öpfl Khitten geschmachs der durchl.
G[nä]digist. Churfürstin in Bayr[n] Elisabethae seel[ig]ister Gedechtnus
nacher Minichen in diser intention yberschickht unnd verehrt
worden, auf das Sye bey Ir Churf[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Maximiliano
sovil erhalten wolle, auf das Ihme Herrn Abbt Michael, auf
dessen Grundt unnd Poden, negst ernante Capell[n] sambt dem
Paurnguett Saerei genannt, gestanndten unnd noch stehent,
ein Khürchen von Grundt auf, umb die Capell[n] zuerpauen
erlaubt unnd vergohnt wurde, welches dann auch doch lang
samb mit villen Gericht: unnd briefwexlung geschechen unnd
erlaubt worde[n], aber ohnne ainiche Churf[ü]r[s]t. beihilf; zu
disem Werckh hat ihne nit allein das von Gott also wunderbarlich
in mitten des Feurs erhaltene Capll[n], sonndern auch die
nachvolgente Gnaden unnd wund[er]zaiche[n] bewegt, dann als
nach geschechener Prunst, vill Volckhs die Prandtstatt unnd
die darbey unverlezte Capelle[n] besichtiget, sprach ein Gott
loser ma[n] vermessen zu d[er] Capelle[n] also, Wann etwas
guets an dier währe, werst du allein nit bliben,
Gott ließ dise Gottlose Rödt nit engestrafft, das Maul
bleibt ihm nit allein offen: sonnd[ern] das unnd[er]e Khin, würd
Ihm auf die seiten geruckht, also zwar das Er d[a]s Maul
nit zuethain: noch redte[n] khundte, solanng bis Er in sich

83


selbst ganngen, sein Sündt bereit der Capell[n] Ehr getho[n] und
unnser Liebe Frau angeruefft, unnd umb Verzeichung gebett[en],
unnd ob zwar Er das Maul widerumb auf unnd zuethein
auch reden khündte[n], so ist doch Ihme zu einer gedechtnus unnd
denckhzaige[n] das unnd[er]e Maul oder Khün mörkhlich auf der seitten
stehennt [ver]blib[en] etc.

Aiß disem unnd anndern Gnade[n] Zaiche[n], ist ein grosser Zue
ganng zu diser Heyl. Capelle[n] worden, also zwar das Sye auch
villen, dieselbe niemahle[n] gesechen, oder darvon gehört, sichtbarlich
in dem schlaf oder halb wachente[n] vorkhoe[n], welches alles Abbt
Michael mehrers bewegt, sein intention unnd vorhab[en] zu mehr
erer lieb Ehr lob d[er] Ewige[n] Junkhfraue[n] Mariae, zubefürd[ern]
wertkhstellig zemache[n], wie Ers dann auch Glickhlich zu seinem
Enndt gebracht, unnd die Khürche[n] nit ohnne grosse Cosst[en] vonn
Grundt aufgepaut.

Sein wachtbare sorgfeltigkheit unnd eiffer des Heyl. ordens,
nutz, unnd wolfahrt zubefürd[ern], dessen Rechtsambe und Recht
auch hergebrachte Freyheit unnd Privilegia zu halten und zuer
halte[n], ist auch nit zuvergess[en], sonnder wol in acht zenee[n], Er
hielte nit allein in seinem anverthraut als ein Threuer sorg
fehltiger vatter unnd hirt, sonnder auch in annd[ern] Ihme unnd[er]worff
nen Clösster[n] als ein bestelter Visitator unnd in ober[n] und
Nider[n] Payr[n] etc. Vicari[us] Generalis ein strenge nach der Regel
unnd Statuta wolgeordnete Disciplin zu dem Enndte Er all
zeit ein starkhen Convent gehalten, unnd Er allein yber die
.27: unnder dennen Ich Gerard[us] der lesste bin, in den Heyl.
orde[n] durch offentliche profession ann: unnd aufgenoe[n]
Ihnnen nit allein hier in dem Closster einen Professorem Phi
losophiae als meines vatters Brueder M. Nicolau[m] Hörg[er]
genannt Hörman, bestelt, sonnder auch Jährlich von zwee[n] .3.
4: auf annd[er]e hoche schuelle[n] als Ingolstatt unnd Dillinge[n], zu
des Clossters nutz unnd Ruemb bis zu dem enndt seiner Regier-

84


ung geschickht; unnd Studieren lassen, wie eifferig aber Er sich umb
erhaltung des ordens Freyheiten angenoe[n], erscheint nebe[n] annd[ern]
villen grossen Thatte[n]; sonnderlich in dem dann alß der Erwür.
unnd Hochgelehrte Herr Jacob[us] Golla ein Italiäner d[er] heyl. schrüfft
Doctor des durchleicht. Fürsten unnd Herrn, Herrn Maximilani
Herzogen in Bayrn Geistlicher Rhat, unnd Dechannt bey unnßer
lieben Frauen in Minichen etc. in dem Jahr A[nno] .1617. bey Iro Pabst
lichen Heilligkheit Paulo dem .5t[en] zweifels ohnne nit ohne beger[n]
unnd unnderhandlung Hechstgedacht S[ein]er F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Maximiliani
Gewaldt unnd erlaubnuß begert, unnd per Breve Apostolicu[m]
würkhlich erlanngt, all unnd jede Clösster Mann: unnd Weibs
Persohne[n] in gannzen ob: und Nider[n] Payrn zu visitiern, hat
Abbt Michael alleinig Herschafft unnd bestenndtig sich Ihme wider
setzt, auch nit zuegelass[en] daß Er Golla sein Closster Alderspach od[er]
anndere Ihm unndergebne Clösster soll visitiern, sich aber in
disem starkhen werckh unnd widerstandt störkh: unnd cröfftiger
auch beherzter zumache[n], hat Er Erstlich alle ihm unndergebne
ordens Praeläthe[n] zu sich beruefft, mit Ihnne[n] Rhat geschlage[n],
unnd dises beschlossen, Erstlich soll khein eisserlicher Visitator
der nit des ordens ist, oder von des ordens obrigkheiten
mit Genuegsae[n] Gewaldt bemechtigt unnd geschickht, nit
annderß soll an: und aufgenoe[n] auch eingelass[en] werden,
alß ein Gasst, deme auch nit als einem Visitatory sonnd[ern]
blos alß einem Gasst, alle Ehr, lieb unnd Freundtschafft erzaigt
werde[n], zum anndern wann aber ainer dergleiche[n] Visita
tor mit Gewaldt zu visitiern sich unnd[er]stundte, unnd un
verhoffter wurde anckhoe[n], soll der negst ligente Praelath
des Clossters welches disen Gewaldt leidt, ohnne alle[n] [ver]zug
Iro F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t alß Landtsfürssten in Bayrn etc. supplicando
anlauffe[n]: unnd instanndt beger[n], biß unnser Hochwürd.
Vatter unnd des ganntz[en] ordens General dessen Pericht und

85


Von dem Bäbstlichem stuell an welchen Er dises schon würkhlich hat
gelannge[n] lass[en], ein gemessnen bevelch unnd bschaidt erlanngt.
Drittens wann einer v[on] des ordens sachen wurde nachfrage[n],
od[er] von denn Religiosen ein Aydtschwur zubeger[n] sich wurde
vermessentlich unnderstehe[n], soll Ihme von kheinem ainige ant
wortt gegeb[en]: vilwenig[er] der Aydtschwur abgelegt werden.
Vierttens sol khein Religios Er hat gesündiget wie Er wol, ohne
vorwiss[en] des Vicarii ausser der provinz gelassen: sonnd[er]
aintweders in seinem Closster abgestrafft: oder nach schwäre
d[er] ybertrettung zu dem Vicario geschickht unnd von Ihme
Gestrafft werde[n].

Dann unnd zum anndern hat Er dise unrechtmessige Visitation
unnd des Doctor Golla begern, sonnder auch dise .4. geschlossne
Puncte[n] durch einen aigene[n] Religiosen alhie professen P.
Paullu[m] Reisser auf Cisterz zu dem General geschickht, hilff:
unnd wie Er sich in disen sachen dem orden unnd seinen Frey
heite[n] ganntz und schnurkhradt zuwider zuverhalten habe, so
eiffer: als diemüettigist begert, dieweillen aber unnd zum
dritten, unnd[er] diser Zeit unnderschidlich unnd scharpfe von S[ein]er
F[ü]r[s]t. D[u]r[chlaucht] Maximiliano bevelcht; an Ihme Abbt Michael,
das Er offters gedachtem Apostolischen Gwaldt unnd beger[n] sich
nit soll also widersetz[en], sonnder Ihme das Closster Schenenfeldt
zu visitiern zwe[n] aus seinem Closster Religiosen als Assis
tenten zuschickhe[n] unnd zuezegeb[en], dann auch das Er daran
und trob sey, das alle von Golla in dem Closster Sellingen
thall
unnd[er]lassne Visitations Puncte[n] vleißig gehalte[n] werde[n],
abgannge[n], Ist nit zuverhalte[n] wie eifferig unnd beweglich
Abbt Michael seinem Landtsfürsten habe geantwortt, wie aus
disen anthwortte[n], welche umb gedechtnus wille[n] billich hieher
zusetz[en], Clar unnd lautter scheint etc.



86

Diemiettigiste Supplication
an Iro F[ü]r[s]tl- D[u]r[chlauch]t in Bayrn etc.

Durchleichtigister Fürst Genedigister Herr etc. Eur
D[u]r[chlauch]t sein mein diemiettiges Gebett zu Gott unnd schuldtigiste
Diennst, eißersts Vermöge[n] In unnderthenigister Gehorsamb zu
vor. Eur D[u]r[chlauch]t bevelch sub dato .6. Febr. hab Ich denn
.11. eiusdem mit gebürender Reverenz zu Recht empfange[n]
Inhalt: das Ich Herr[n] H. Golla als Ir Hey. Delegato in
vorhabenter unnsers Heyl. Ordens Visitation nebe[n] noch
ainem meinem Conventual[n] assistentiam laisten solt,
mit mehrerm Vernoe[n], nun haben sich Eur D[u]r[chlauch]t noch g[nä]digist
zuentsünen, welchermassen verschinen Sommer vertigs Jahr unsers
Heyl. Ordens Oberhaubt R[everendissi]m[us] n[oste]r Generalis, selbst aigner Per
sohnn im Teutschlandt alle Clöster, wie nitwenig[er] in Payrn
me assistente Persohnlich visitiert, unnd hiesige Provinz
in solchem stanndt befundten, darob sye ein G[nä]diges gefallen
Trage[n], gestaltsamb ich selbste[n] obligente Pflicht und gwissens
erinerung halben Inner .5. Jahre[n] vier mahle[n] alle unnd jede
mir unndergebne Closter miglichistes vleiß visitiert unnd
dahin reformirt, das ohnne Ruemb zemelden in hundert und
mehr Jahr[n] tam in temporalib[us] quam spiritualib[us]
so nit floriert hab[en]; unnd ist; ob Gott wil die Clesterlich
Disciplin in dem wese[n] gar nit, welche v[on] einem Laypriester
so khein ordens Regl nie profitiert, unnd[er] khainer Obedienz
nie Gelebt, umb unnsers Heyl. ordens Statuten Defin
ition exemption, unnd iunitet das wenigist wiss[en]
nit hat, mit grosser beschwerung der Closter, Confundirung
Clössterlicher Tranquillitet, unndertrunckhung unnsers heyl.
Ordens von .500. unnd mehr Jahr[n] wohl zuegebrachten

87


yeblich unnd rueig in habente[n] privilegien Iuniteten Ex
emption, unnd Libertäte[n]; mieße reformiert werde[n]; De
Concensu Coabbatum ain aigen Procuratorem nach Cisterz
unnserm Herr[n] General zuegeschickht mich bey seiner hochwürd.
wessen ich mich als des heyl. ordens derzeit Vicarius verhalt[en],
zuerkhundte[n], auf welches Iro Hochwürdte[n] an alle unnd jede Re
gulares Personas ain scharfs Decretum inhibitionis sub in
o[mina]biliae paena et Censuris ordinis, heraus geordnet, obgedachte[n]
Herrn Golla[m] nit zu admittiren, obediern, vilwenig[er] Jura
mentum praestieren, mit dem außtruckhlichem Zuethain,
Ir Hochwürd. welle[n] das negotium alßbaldt durch denn
ordens General procuratorn in Curia umb abstellung
anbringe[n], wie beschechen in mass[en] mir den .6. dito von Rom
auß durch Herr[n] v[on] Sallmanschweiler ain monitoriu[m] an Herr[n]
Gollam, sich in unnsers ordens sachen nit einzumische[n], zue
khoe[n], welches Ich Herrn Gollae s[ecun]d[u]m forma[m] Juris Coram
testib[us] et Publico Notario, an orth unnd tag wies es Eur
D[u]r[chlauch]t selbst geföllig sein würdt, zu Intimirn urbietig, Ist
demnach an Eur D[u]r[chlauch]t mein Unnderthenigist, diemiettigist,
umb all Liebe Gottes, unnd unnsers heyl. Vatters Bernhardi
wille[n] ganntz flechentlich bitte[n], Eur D[u]r[chlauch]t als des heyl.
Ordens sonnder Patron, Defensor, Conservator, Fami
liaris unnd einverleibt, mitglidt G[nä]digist disem gedacht
em obzulege[n], als solt Herr Golla besser wiss[en] zu visitirn,
reformirn, unnd corrigiern, weder unnser Herr General
selbst, quem Viriu[m] integerrimum et Sanctum ausim
affirmare, So aber Ir D[u]r[chlauch]t von mir annd[ern] ordens Per
soh[n]: od[er] Gotshaus was ungleichs vorkhoe[n], so Reformirns
bedürfftig, bin Ich des unnderthenigiste[n] erbiettens alles

88


möglichisten vleiß fürzenee[n], unnd alles das für mich selbst
thuen und hanndl[n] mecht, das Breve Apostolicu[m] ist also be
schaffe[n], das woll abzunee[n] es sey Suae Sanctitatis meas
unnd intentio nit, unnsern heyl. orden Gewaldt gescheche[n]
zelassen, Es würdt auch Herr Praelath von Kheysershaimb fürt
so gelehrt, gwissenschafft unnd eyfferig beriembt, das man Er
iuxta Consil. Trid. Sess. 21. Cap. 8. Decretum, seines
Ambts erünnert, mit solchem ernst begerte Reformation
für die hanndt neen werde, darob Eur D[u]r[chlauch]t G[nä]digist content
sein werde[n], Imfahl aber Ir D[u]r[chlauch]t je wider alles verhoffe[n], in Irer
intent beharre[n], unnd mehrbesagten Herrn Golla mit gewalt
einzetringe[n] ein als den anndern weeg gesünet, So bitt Ich
abermahle[n] durch Gottes unnd der Allerheilligisten Junckhfraue[n]
Maria wille[n], Eur D[u]r[chlauch]t wolle[n] mich der Praelatur mit Ga.
entlass[en], und auf ain annd[er]e ordens Persohn gedacht sein,
Seitemahle[n] mir besser an aim stab aus deren Closter und Landt
außzieche[n], als durch meine[n] Connivenz den heyl. orden
ohnne ursach unndertruckhe[n] zelass[en], begers umb Eur D[u]r[chlauch]t
Lanngwürig fridtsambe Regierung zeit unnd Ewige wol
fahrt auch sambt der ganntz[en] Provinz unnd Mössopfer
diemüettigist zubeschuldte[n], Eur D[u]r[chlauch]t mich unnd den ganz[en]
Heyl. orde[n] zu fürstlich bestenndtige[n] Gnade[n] unnderthenigist
bevelchenndt.

Anndere Supplication

Eur D[u]r[chlauch]ten Genedigisten bevelch Sub Dato .2. Martii
hab Ich den .8. mit gebürenter Reverenz zu Recht empfange[n]:
daraus mit sonnderm Trost vernoe[n], wie das Herr Gollae
Visitation nit auß Eur D[u]r[chlauch]t geheys gescheche[n], so bin Ich
d[er] gar nit welcher Ir H. mandat unnd Disposition muett-

89


willig anzefechte[n] begerte, In massen Ich nun mehr bey 24.
Jahr[n] passive unnd praetice zu obedier[n] wol gelehrnt, wa[n]
aber das Breve Ap[osto]licum, Herrn Gollae, gwalt blos so offts
vonnethen sein würdt zu visitiern: Expresse limitiert: die
Appellation darin nit insitiert ist, Alß bin Ich noch d[er]
unnderthenigiste[n] Zuversicht, wie auch diemüettigist bitten Eur
D[u]r[chlauch]t wollen unnsers heyl. ordens Herrn General zu ungnade[n]
nit vermerkhe[n], das sein Hochw. noch Rom Appeliern Ir
D[u]r[chlauch]t mit mehrerm zu informiern obs vonneten sey, das yber
beschechenes Ir Hochwürd. Persohnlichs so Geistlichs strenges Visi
tieren abermahl ein neue Visitation mit grosser beschwär
ung der Closter, v[on] Herrn Golla mueß fürgenoen werde[n],
In mitls, unntzt sich Ir D[u]r[chlauch]t ferners Resolviern, wil mir
ainmal nit gebüre[n], wider meines Generals außtruckhlichs
Verbott mich mit vergebung des heyl. ordens Freyheiten
gege[n] Herrn Golla einzelass[en]: Unnd bitt Eur D[u]r[chlauch]t abermahl[n]
Unnderthenigist, durch Gott, Eur D[u]r[chlauch]t wellen mir dise mein
diemüettigiste, nothwendtige entschuldtigung für khain Con
tumatia oder unbschaidenhait halten, derselben sonnst in anndern
aller diemüettigist zugehorsaen, dieweil ain lebendiger
Tropffe[n] bluets in mir bin ich so willig als schuldtig, das
moritorium laudet auf des ganntz[en] heyl. ordens, aber nit
aufs Closster Ald[er]spach, Privilegia, welche Eur D[u]r[chlauch]t Ich zwar
allergehorsambist vidimiert yberschickht, es ist aber nit uni[us]
diei labor, sonnder ain ganntz truckhts Puech, in .4to unnd
erstrekht sich allain usq[ue] ad Innocentiu[m] .8. inclusive
d[er] nachvolgente[n] Bäbsten Confirmationes, unnd nova pri
vilegia usq[ue] ad modernum S. D. Paulu[m] .5. werde[n] zu
Cisterz in archivo aufbehalte[n], haben zwar Eur D[u]r[chlauch]t ein
Abschrüfft ex Innoc. VIII. den heyl. orden erthailt, und
vonn nachvolgente[n] Bäbsten Confirmierten privilegio

90


G[nä]digist zuempfannge[n] weil Ich aber khain Notarium beihande[n]
hab Ich nit vidimirn lass[en], würdt in quaestionibus Rege. R. P.
Emanuelis Ruderici auch gefunden.

Durch disen seinen eiffer unnd starkhen widerstanndt, hat Abbt
Michael sovil erhalte[n], das ob zwar offtgedachter Golla die zway
Frauen Closster, als Schenenfeldt, unnd Sellingenthall visitiert,
hat Er doch sovil auch durch seinen Apostolische[n] Gwaldt nit er
zwinge[n], unnd die sach dahin bringe[n] khündte[n], das Er zu Ald[er]spach
unnd annd[ern] unnsers orden in Bayr[n] gelegne[n] Closstern, als ein
Visitator eingelass[en] sonnd[er] blos als ein Gasst ann: und aufge
noe[n] worden.

Unnder disen grossen unruehe unnd ordens Geschäfften, hat Abbt
Khürchberger das vorgesezt, des Clossters haußwürthschafft nit
vergesse[n], sonnder wie Er das Closster, sowol inn den gebeüe[n] als
Güettern, Gilt, Stüfft, unnd Diennst khundte mehre[n], Ist Er all
zeit sorgfeltig unnd beflisse[n] gewesen, massen dann Er neb[en]
dem oben angedeutten neuen Chor Cussterey, Hof Capell, alle
Altär in d[er] Khürche[n]; die Er hat mache[n] unnd von Grundt auf
pauen: Nitwenig[er] auch das grosse Refectoriu[m] gewölb[en]:
mit schenne[n] Täfferwerch ziehr[n]: und den darauf oberen
gewölbte[n] Sahl sambt dennen .2. gemahlte[n] Stuckh[en] mach[en]:
erstlich zwar mit villen beschidt von Lautter Märblstainen
Pflasster[n]; nachmals aber; dieweil die mörkhliche vorsorg
were, das Gewölb wurde solchen lasst lengers nit trag[en]
abtrage[n]; unnd den Pode[n] mit pröd[ern] löge[n] lass[en], zu deme
so hat Er auch das Cranckhenzimer von grundt auf: wie auch
einen ganng von seiner Hofcapell[n] St. Maria Magdalena
biß zu dem gedachten Khranckhenzimer: von neuem aber ohne

91


schlechten nuz mehrers unglegenheit wille[n], aufpauen lass[en].
Nitweniger so hat Er auch den Stuetten: wie auch den anndern
Stadl gege[n] dem Convent hinauf bis auf zween Thennt vo[n] Grund
t auf machen lass[en].

Seinen grossen Lusst hette Er in denn Gärtten unnd Khiellen Ge
wölbe[n], zu dem Enndte dann Er das Gärttl und schene Soer
hauß mit einem Chorprunne[n] darund[er] mit frisch springete[n] wasser
khiellen: mit Märblstain gepflasstete[n] gewölbe[n], wie auch ein
annders Gärttl unnd gewölb von seiner Capell[n] auß zuericht[en]
unnd yber dises alles, auch den grossen von Märblstain auß
gehaute[n] Rehrcasst[en] vor seiner Abbtey aufsetz[en] unnd den
Pronne[n] von der Gumpprechting[er] Waidt: auf ein neues herei[n],
in den Prone[n] und anndere vil orth des Clossters: alß Kuchel:
Pfister: Reithstall: Gärttl: ja auch ganntz für die Porthe[n] hin
auß inn einen stainene[n] Grandt: der noch meines gedenckhens
gefloss[en] fiehr[n] lassen. Unnd als Er umb das Jahr A[nno] .1624.
meines bhalts in ein schwäre Khranckheit gefalle[n], und ihme
die Rödt merkhlich genoe[n]: unnd zu resignirn, ernstlich
vorgenoen, auch solches v[on] seiner ordens obrigkheit begert;
hat Er zu disem Enndte, das neue Zimer auf der Pind[er]hitt[en]
jetzt die Stainene Stub[en] genannt ganntz annderst, unnd auf
ein neues zuerichten: und mit Märblstain Pflasstern auch
alle Tafel in dem Creuzganng mahle[n] lass[en].

Die Güetter unnd Hofmarchen die Er zu dem Closster erkhaufft
seint dise.

Hofmarckh Schmiadorf, v[on] Hannß Taniel von Plitterstorf,
auf Schmiadorf, und Khatzberg etc. lauth Khaufbriefs A[nno] .1635.
den .20. Monnatstag 9br.
der Khauf aber und einandtwertt
ung d[er] Güetter Ist etliche Jahr Ehe gescheche[n], v[on] diser Hofmarch bleibt
das Closster dem Spitall zu Straubing noch hinaus schuldtig
2000. f.



92

Hofmarch unnd Sitz Minichshaußen, von Sigmundt
Minichhauser[n]
A[nno] .1619.|.

Item die Auerische Güetter, als Wöhrer zu Wöhr, Stantz
inger zu Nidertrenbach, die Reißöckh Sölde[n] zu Wötterstorf,
sambt etlichen haus zehet, v[on] M. Christoph Grämlich baid[er] Rechte[n]
Baccalauri derzeit Closster Richters zu Raitenhaßlach A[nno] .1613.|.
Den .15 Jenner.

Item ain annd[er]er Zehent, d[er] Pußlerische Zehet genannt, von Erst
gedachtem Christoph Grämlich A[nno] .1621.|.
Item das Mändlguett zu Ähming A[nno] .1612
Flexedter zu Gessenbach A[nno] .1615.|
Thalledter alda A[nno] .1620.|
Stockhedt A[nno] .1614.|
Zwen Äckher zu der Wöbersölde[n] zu Gumpprechting A[nno] .1614.|.
Item ein Ackher zu d[er] Vorsstersölde[n] alda A[nno] .1636.|.
Item ein Wismath die Lohe wiß[en] genannt. A[nno] .1628.
Das Pruckhgietl zu Saerei A[nno]. 1629.

Lestlich hat Er zwar den hoff zu Gneixendorf in Ossterreich
welchen Abbt Partholoeus verkhaufft, widerumb erlest und
alhero mit grosser miehe unnd Cosst[en], kheufflich zu dem Closster
gebracht, darbey aber zwee[n] grosse Fähler begannge[n]; in dem
Erstlich in disem widerkhauff das Alderspacherische Grundtbuech
außtruckhlich ist außgenoe[n], unnd dem Herr[n] v[on] Neuhaus als
dises hoffs besitz[er] unnd Verkhauffer in den hanndte[n] geblib[en], welches
Er nachmals dem Grave[n] v[on] Warttenberg auf Grafeneckh
geschenckht, der jetzt solches besitzt unnd Jährlich außrueffen lass[en].



93

Zum annder[n] hat auch obgedachter Herr v[on] Neuhaus alle vorige
Khaufbrief noch auf den heuntige[n] Tag in seinen hanndte[n], dise fähler
aber, seint nit also dem Abbt Michael; sonnder vilmehrer den da
mahlig[en] Lössmaister[n] als gewest ist, P. Joannes Meickhler unnd
Brueder Stephan zuezeschreib[en], transiat cum caeteris cruori
bus.

Er hat nit allein das Closster mit disen Güetter[n], sonndern auch die
neue Bibliothec mit sche[n] neu auserlese[n] herliche[n] Püecher[n] gemehrt,
unnd solche[n] selbste[n] täglich mit unersöttlichem löss[en] obgelege[n].

Unnder derzeit seiner Regierung hat d[er] Khrieg in Pöhamb seine[n]
anfanng genoe[n], unnd nachmals das ganntze Teisch: und unnser
Bayrlanndt yberzoge[n], also das man nit allein den Khürchenschatz
Erstlich auf Ingolstatt, dann auf Burghausen, wie auch lesstlich auf
Salzburg umb sicherheit willen hat müess[en] flechne[n]; sonnder auch
vill flichtige Geistlich unnd Weldtliche zur herberg aufhee[n], mass[en]
dann unnd[er] Ihme Abbt Michael drey flichtige Convent alß von
Fürstenfeldt, Schenenfeld, Sellingenthall der maiste Thaill
der Religiosen unnd baider Closster, Closster Junckhfrauen, Chor und
Leischwösser[n], auf ainmahl befundte[n], unnd ein geraume Zeit bis
Sye lesstlich auch alhier wegen des einfahl des Khönigs in Schwede[n],
in unnser Ober: unnd Nid[ern] Payrn, sambt dem hiesigen Alderspach
ischem
Convent widerumb Haben fliehen müess[en], nit ohnne grosse[n]
Cossten bey Khuchel unnd Kheller doch ganntz liebreich aufgehalte[n] worde[n]
So ist auch zu selbiger Zeit der obenangezogne Convent von Fürsten
feldt
alhier versablet die abwesenten sambt d[er]o von seiner Chur
f[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t abgeordneten Coissarien zu einer neuen wahl eines
neuen Praelathens mehrgedachte[n] Clossters Fürstenfeldt alhero be
ruefft unnd beschribe[n], auch durch ein ordentliche Wahl Herr Georgi[us]
Ächter
zu einem Abbt unnd Praelathen erwöhlt worden, welcher
wahl zwar zween Seniores widersprochen, vorgebennt Es were in

94


dise Election nit rechtmessig hergannge[n], sonnder Es habe sich in
derselben ein Conspiration spiere[n] lassen, in vermuethung das die
selbige allein durch die Junge Priester unnd Jung[en], welche gedachtem
Georgen Ächter zuvor mörkhlich angehange[n] Geschechen, seint aber weille[n]
Sye nit rechtmessige ursach unnd beweisunge[n] gehabt unnd vorbracht,
ab: unnd zu Ruehe: wider Ir hoffe[n] und wille[n] gewissen worde[n], dises
Von dem Krieg in Payr[n] von welchem villeicht volgents mehr ge
schrib[en] solle werde[n].

Diße unnd dergleichen Purdten, sorg, Khumbernus, Verderbung der
Güetter, und sonnderlich das verderblich auf: und abschlagung des gelts,
alda ain Taller, zöchen, ain Ducaten zwainzig Gulden gekhosst, nichts als
Khupfers geldt khainnize achtervürzer, mehr ybersilber als v[on] Silber
im schwung ganngen, auch Abbt Michael mit disem hoche[n] geldt sich bezahl[n]
lassen, haben Ihme nach unnd nach die Crefften des leibs [ver]standts und
die Rödt benoen, und annd[er]e schwerere Zuestenndt und Khranckheite[n]
verursacht, also das Er zu solchen schwär[n] Zeiten unnd Verderbung
des Clossters solche Purdte[n] lengers zutragen zu schwach und untheig
lich ist erfundten worde[n], Also das aus angezogene[n] ursachen
das Convent bewegt, alle abwesente beruefft ein Capitl gehalt[en]
yber Ires vorgesetzten unnd ein solange Zeit gehabten Threuen
hirten und Vattern | doch ganntz unwissent seiner | schwach und undicht
igkheit Rath gehalten, unnd geschloss[en], das dises schrüfftlich solle bey
Ir Hochwürden herrn Thoma Abbten zu Sallmansschweiller
als damahlen der gannzen Congregation Cistercienser ordens
im obern Teischlanndt vorsteher unnd Vicariu[m] Generalem gebracht,
Unnd darbey dises begert werde[n], wie Abbt Michael wegen seiner
schwachheit, durch ein schenne weis unnd Manier zu einer frey
willigen Resignation güettlich khundte bewegt; unnd beredt werde[n],
wie Ich dann selbsten als damal der letzte profess unnd Junior
gedachtem Capitl unnd Rathschlagung beigewohnt, v[on] der gannz[en]

95


Versamblung wider meinen willen bevelcht, unnd gleichsamb genött
igt worden, gedachten brief unnd anbringe[n] aufzesetz[en] und zeschreib[en],
Welcher auch gewürkht, unnd seinen v[on] dem Convent verlanngten
effect erlanngt, massen dann zu diser vorhabente[n] Resignation
Herr Adam Daniel Rempoldt Abbt zu Raitenhaßlach ein vor
trefflich[en] Mann Adelich von gebliedt; noch Edler in den tugente[n]
zu einem Coissario v[on] Hechstgedachtem Herrn von Sallmans
schweill
benennt und alhero abgeordnet worden, mit diser In
struction unnd Pevelch, das Er erstlich als ein gueter Freundt:
Ordens mitglidt: unnd denn Abbt Michael – welcher seiner wahl vor
gesess[en], auch Ihme die infel alhier aufgesezt etc. – in seiner schwach und
Khrankheit solle besuechen unnd Ihnne dreffen; auch wol einnee[n],
Lesstlichen aber, zu seiner grösser[n] Ruehe unnd trost, das besste unnd
ainige mitl die Abbtheyliche Resingation Lieb unnd guet main
ent vorschlage[n], welche guete wortt, bey Abbt Michael baldt ein
guete statt gefundte[n], also das Er guet unnd freywillig zu resig
niern genaigt unnd berait seye; sonnd[er] auch Herzlich begert, das Er
Herr Abbt v[on] Raitenhaßlach mitl unnd weeg mache, das dises
sein vorhaben unnd schonn lenst verlangt wie auch würkhlich
von seinem Visitatore als Herrn Abbtens von Eberach begert,
aber nit erlanngte Resingation fürderlich möge werkhstellig
werden, welches dann auch geschechen, weillen Abbt Daniel
seinen Coissionsbevelch in dem Puesen getrage[n], nit allein
mit guetem sonnder auch lesstlich mit ernst die Resingation
zubeger[n] aufzunee[n], unnd nach diser zu einer neuen Elect
ion zuschreitten einen Tag benenne[n], unnd selbigen aus ordent
lichem Coissions Gewaldt vor: und beizusetz[en], welches auch
glickhlich abganngen, unnd zwar A[nno] .1635. den .15. Julii ann
deme Abbt Michael morgens fruehe in gesessenem Capitl
zwar gehr[n]; unnd freywillig aber Cläglich nit ohnne bewegung

96


d[er] umbstehenten sein Resignation abgelegt, nachmals aber
durch ordentliche wahl Mathäus Gschwendt damahl Prior nit
ohnne freudt unnd frolockhung viller, sonnd[er]lich des Abbt Michaels
zu einem Praelathe[n] dises Closters erwöhlt worden, der dan
Ihme nachmals alle lieb unnd Ehr nit annderst als seinem Vatter[n]
bis zu dem Enndte lieb: und Treuherzig erzaigt hat.

Wie aber Abbt Michael das Jenige Geldt welches Ihme sein vor
fahrer Abbt Diethmayr unnderlassen angewendt auch auf die
Zünsungen gelegt, Hat Er dessen gleich wie Er das erste mahl
hat wollen resignirn, dise Specification unnderlass[en].

Specification

Deß Gottshauß unnd Closters Alderspach.
auf Zünsungen anligenten: auch durch jetzig re
girenten Herrn Michael[n] Abbte alda, zu deß
selben ersprießlichkheit annderwerts verwendt
Unnd angelegte[n] Geldts.

Erstlichen das durch Herrn Abbt
Johann Seeligen Außgelichne Ca
pitall.

Dem Herrn v[on] Pienzenau zu Paumgartten, welches Hernach
von dennen, Herr Hannß Sigmundt Riederer etc. F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t
Pfleger zu Griespach ybernoen, gegen halbjeriger auf
khündtung, auf Jehrliche Giltzeit Michaelis vorgelich[en]
Ist bezahlt. 2000. f.

Herrn Marthin v[on] der Lindten zu Götterstorf, gegen halbe[n]
Jahrs wideraufsagung, davon die Gilhzeit liechtmess[en]
Ist bezahlt. 2000. f.



97

Herrn Hanns Sebastia[n] Lungen zu Tandern F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t
Pflegern zu Reichenberg auf obgemelte Aufkhündtung, und Zinß
zeit Maria Verkhindtigung.
Resstiert noch halb. 2000.f.

Widerumben gemelten Herrn Lunge[n] darvon sich die Gilt Stephani
erfindtung verfelt, nach halbjeriger aufkhündtung
Ist bezahlt. 3000. f.

Herrn Wolf Friderichen v[on] Closen zu Haydenburg seelige[n], auf halben
Jahrs wider aufsagung, unnd Giltzeit D[omi]nica Palmaru[m]
Ist völlig bezalt. 4000. f.

Herrn Geörgen Grafe[n] zu Orttenburg etc. Aufkhündtung ain halb
Jahr, unnd Zünszeit Philippi Jacobi.
Ist durch Raintting abgelegt. 6000. f.

Gemainer Lob. Landtschafft inn Bayrn etc. darvon die Giltzeit
Pfingsten unnd aufkhündtung ain ein halb Jahr gemacht worde[n],
Ist bezahlt wais aber nit waßgstalt. 10000. f.

Dem Closster Ursee inn Schwaben, auf Ewig, darvon die Zinß
ung alzeit Pfingsten erlegt werde[n] solle,
Ist bezahlt durch den Chor Altar. 2000. f.
Herrn Wolf Christophen von Paumgartten zum Fraunstain,
auf Jehrliche Zünßzeit Mariae geburth unnd halben Jahrs auf
sagung, Ist bezalt. 4000. f.

Herrn Ferdinandt Freyherrn von Mächßlsrain zu Ahain seel.
Zünszeit Michaelis, Aufkhündtung ein halb Jahr, dargelich[en]
3000. f.



98

Herrn Gundackher Freyherr[n] v[on] Tannperg zu Aurolzmünster,
gegen halben Jahrs wider aufkhündtung, unnd Verzinßung Mar
thini,
.1000 f.

Summa des durch Herrn Johann Abbten
Seel. außgelichnen Gelts.
.39000. f.

Das durch mich Michaeln
Abbten außgelichne Gelt.

Herrn Hannß Sigmundten Riederer F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pfleger[n] zue
Griespach, lauth verschreibung darine[n] die aufkhindtung Pr. ain
halb Jahr unnd Giltzeit zue Weinnachte[n] bedingt worde[n],
Ist bezahlt. 1000. f.

Herrn Geörgen Grafen zu Orttenburg etc. auch auf verstandtne
aufsagung unnd Giltzeit .1. May
Ist umb Raintting abgelegt. 4000. f.

Herrn Friderichen Casimier Grafen zu Orttenburg, aber dene[n]
die Zünsung Mariae geburdt geraicht würdet aufkhündtung 1/2
Jahr.
Ist bezalt durch Mäming 4000. f.

Widerumben ernanntem Herrn Friderichen Caßimier Grafe[n]
auch auf bestimbte aufsagung, unnd Zünßzeit Marthini
Ist bezalt durch Mäming 4000. f.



99

Abermahle[n] erstgedachtem Herrn Friderich Casimier Grave[n] etc.
Ist bezalt durch Mäming 2000. f.

Hannß Wolfen Goder zu Walxing umb Jehrliche Gilt Michaelis
unnd halbe Jahrs aufkhündtung
Ist bezahlt. 2000. f.

Mehrgedachtem Herrn Goder, darvon sich sich der Zünß Georgi [ver]felt.
dargeliche[n]
Ist bezalt. 3000. f.

Abermahlen Ime Hannsen Wolfen Goder, auf die Zinßzeit Mar
thini unnd ernannte halbe Jahrs aufsagung
Ist behalt. 1000. f.

Herrn Wolf Friderichen v[on] Closen zu Haidenburg seel. auf ein
halbe Jahrs wideraufsagung, und Verzinsung zu Joannis Baptista
Ist bezalt. 3000. f.

Hannß Pernhardten Goder zu Rambstorf, auf vermelte wider
aufkhündtung unnd Vergiltung Liechtmess[en].
Ist bezalt. 2000. f.

Herrn Ott Hainrichen Freyherrn von Frenckhing zu Adldorf.
Zur halbe[n] Jahrs aufkhündtung unnd Zünszeit Georgi.
Ist bezahlt. 2500. f.

Herrn Hannß Christophen von Nußdorf, zu Tittling, darvon
ihme alzeit .1000. f. aufzeford[ern] verwilligt, auf Zinßzeit
Marthini
Ist Abbt Mathaeo paar bezalt. 5000. f.

Herrn Hannß Hainrich Freyherr[n] v[on] Thannperg zu Aurolzmünster
Hat umb Jehrliche Michaeli, darinen die aufkhündtung zu halbe[n]
Jahr benennt.
Ist bezalt. 500. f.



100

Der Gemainen Statt Vilßhoven zur Giltzeit Liechtmess[en]
fürgestreckht. .1000 f.
Ist bezalt.

Herrn Friderich Christophen v[on] Pienzenau zu Paumgartte[n] zur
halben Jahrs Aufsagung, und Giltzeit Michaelis
.1000.f
Ist bezalt durch den Pöhamischen ornät

Herrn Hanns Geörgen Wessacher etc. F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pfleger[n] zu
Eggenvelde[n], Pr. ain Halbe Jahrs aufkhündtung [ver]zünsung
Michaelis .1000. f.
Ist bezalt.

Herrn Urban v[on] Puechberg zur Giltzeit Marthini auf die auf
khündtung,
Ist bezalt. 700. f.

Herr[n] Wigulo Hundt zu Stainach, seel. darvon die Giltzeit
Michaelis unnd ein Halb Jahr aufsagung,
Ist bezalt. 500 f.

Hannsen Rieger burg[er] unnd Pierpreuen zu Aitenpach, auch
auf solche aufkhündt: und Jehrlich zu Catharina vergiltung,
600. f.
Resstiern noch 200. f.

Hannß Taniel von Plitterstorf zu Schmiadorf, von denne[n]
sich zu Georgi die Gilt verfelt.
200. f.
Ist bezalt durch die Erkhauffte Hofmarch Schmiadorf

Geörgen Wallner F[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t Pflegsverwaltern zu Vils
hoven
, ist gleichsfahls auf ein halbe Jahrs aufkhündtung
und zu Jehrlicher vergiltung Georgi glich[en] worde[n],
Ist bezahlt. .1000 f.



101

Auf der Ch. D[u]r[chlauch]t G[nädig]istes beger[n], zu Gemainer Lob. Landt
schafft nach Miniche[n] erlegt.
.6000. f.
bezahlt durch Voitshoven.

Summa deß durch Herrn Michaeln Abbten
auf Zünsungen angelegte[n] Geldts.
.44000. f.

Item ist zur Löblichen Catholischen Pundts Cassa, mit erlegte[n]
Silbergschier richtig gemacht worde[n],
.1900. f.
Abermahls dahin gelichen. 3000. f.

Summarum allen des Closters Alder
spach
auf dem intere[ss]e anligennten Ca
pitals
.83000. f.

Seitemahle[n] aber von vorbeschribnem Closter Ursee inn
Schwaben, die Jehrliche Zünsung niemahls ohnne vilfeltiges
zueschreibe[n] unnd Potenschickhen, auch wol etliche Jahrlang nit
eingebracht werden möge[n], Alß ist das aldort gelegne Ca
pital Mathias Khager Mallern in Augspurg, wegen nach
Alderspach geliferten Chor Altars an der bezallung yber
geschafft, unnd einhenndtig gemacht worden. Pr.
.2000. f.

Verbleibt noch an außgelichenem Geldt Perressto
.81000. f.



102

Volgt waß ernannter Abbt Michael
in Zeit hero seiner Regierung annderwerts zu
des Closters nutz, notturfft unnd befürderung
d[e]r Ehr Gottes angewendt.

Inhalt der Stiefftbiecher, unnd Prieflicher Urkhundte[n] unnderschiedliche
Khauf zum Closster gebrachte Güetter, unnd Stükher getroffe[n],
alle solche Khauffsummae[n] sich erstreckh[en] Pr.
.14000. f.

Auf Irer Hochf[ü]r[s]t. D[u]r[chlauch]t G[näd]igisten Consens ist der Alte Pau
fehlige Chor in dem Grundt abgebroche[n], derselb neben annd[ern]
nothwendtige[n] Gepeyen von deuem auferpauet; unnd annd[er]
Verhanndtne Paufehlickheite[n] ersetzt, so sich in allem
belauffen auf.
.5700. f.

Die darein Gemachte Fennster, Eisengatter unnd gestüell etc.
erstreckh[en] sich etc. Pr.
.3000. f.

Die Neuen Altär, unnd Maria Pildt Sub Sole cosst[en]
in allem auf.
6000. f.

Wegen der statlich verfassten Heiligkhtumb, umb erkhauffte
ornät unnd Püecher Ist bezalt worde[n],
.12000. f.

Summa all obbeschribner Khauffs unnd Gebey
Außgab[en]
.41500. f.



103

An solcher Sua Ist mann Herrn Sigmunndten Münichs
seel. nachgelassnen Khünd[ern], wegen des aberkhaufften
Süz Minichshaus[en]; unnd darzue gehörige[n] Güetter[n], am Khauf
schilling noch zuerlege[n] schuldtig.
4000 f.

Yber Abzug solcher schuldtigkheit, thuet die verstanndtne bezahl:
unnd abrichtung.
.375000. f.

Ist zu wissen.

Das Abbt Michael nach diser gemachten Rechnung,
begert, unnd nit erhaltnen Resignation nit allein in d[er]
Closster Khürche[n] die Canzl fünff Altär, alß Nemblich bey
unnser liebe[n] Frauen Hemet, bey dem Englischen Grues, bey
St. Joannes dem Tauffer, bey den heil. drey Khönige[n], bey
den fünff heilligen, hat mache[n]: sonnder auch das schenne
Gotshaus zu Saerey von Grundt auf Pauen lass[en], dar
durch er dann den Peitl gelährt: unnd also thief auf den pode[n]
khoen, d[a]s nach seiner lessten Resignation unnd wahl eines
neuen Praelathe[n], yber fünff hundert G[u]ld[en] welche Er zuvor
in golt in das Priorat gelegt; gar wenig unnd zwar meines
bhalts, zway hundert und fünff; gefunde[n] worde[n].

Beschliesslich hat Abbt Michael nach seiner geschechenen
Resignation begert, Gott: unnd ihme allein zudienne[n] hat
demnach sein ybrige khurtze Zeitlanng in Petten bethrachte[n]

104


wol Gewohnt unnd unaußsötzlichem Lesst[en] zuegebracht und
in der Ruehe das Zihl seines Lauffs erwarttet, ist aber v[on]
dem Todt ybereillet unnd von seinen Pfeille[n] Ganntz unver
hoffter gedroffe[n] worden, unnd zwar den .8. octob. ob
gesetzte[n] Jahrs A[nno] .1635. auf dise weis der neu erwehlte
Abbt Mathaeus Hat das ganntze Convent zu einer Recretion
zugleich auch abfirttigung in Össterreich beisaen Esse[n] lass[en]
auch darzue den resignierten lieben Abbt Michael beruefft und
eingelade[n], denne Ich alß damahl Subprior abgeholt unnd
zu mahl in dem lessten von dem Leithen Christi gefundte[n],
Man sitzt zu Tisch Er isst unnd drinckht; Er erzaigt sich gegen
all unnd jedem ganntz Liebreich unnd vätterlich, befilcht Endt
lich d[a]s Convent absonnderlich aber einen Seniorem mit Nae[n]
P. Sebastianum Khäppler dem neuen Herr[n] praelath[en]: ma[n]
singt ain Gesanng: Fuge fuge dilecte mi: villeicht nit
ohnne vorsech: und schickhung Gottes: Abbt Michael thuet eine[n]
Truckh aus einem claine[n] Gläßl lacht darbey hat sich erkhiern
d[er] schlag: od[er] gwalt Gottes hat ihnn unnd[er] disem also ge
troffe[n], das Er gleich an d[er] statt an dem Tisch unnder de[n] hendte[n]
seiner Geistlichen Khünd[er] unnd mit Fried[en] ohne verreres Zaich[en]
seine[n] Geist aufgeb[en], Unnd ob zwar diser Traurige: unnd
unverhoffter fahl ihnne die heil. Sacramenter zuempfange[n]
verhindert, Hat Er doch einen Tag zuvor mir alß damahl
seinem ordentliche[n] Peichtvatter[n] Gepeicht: auch an seinem
lessten Tag Meß gelese[n], unnd enndtlich die General ordens
absolution empfange[n], Also das wür an seiner guete[n] farth
wegen sovil unnderlassnem gueten werkhe[n] nit solle[n] zweifele[n]

105


sonnd[er] ihme von Ganntzem Herze[n] die Ewige Rhue unnd auf
erstehung winschen, Unnd dises auch darumb desto mehrer
dieweil Abbt Michael schonn Lengst zuvor ja täglich auf die
stundt und ankhonnft des Todts berait unnd gerichtet, mass[en]
dann zu disem Enndte, schonn etlich Jahr zuvor Er ihme ein schwarze
Chor khutten aus schlechter Leinwath zu ierwehrenter Ge
dechtnus des Todts mache[n] lass[en]; auch darbey ernstlic be
gert; unnd seinen lieben Verthraute[n] anbevolche[n], ma[n] soll
ihnne nit alß einen Praelathe[n]; sonnd[er] als einen Gemainen
Religiosen: unnd zwar in diser obenangedeute[n] Khutten
begrab[en] lass[en], welches auch Gescheche[n], Ligt begraben in
seiner darzu Verordneten St. Bernard: unnd Lienard
Capelle[n] hat seinen Grabstain in dem Altar: und auf der
Erde[n].

Gott sey ihme genedig Amen.

Weillen Unnd[er] dißem Lobwürdtigen Abbt Michael seel.
Gedechtnus der Krieg A[nno] .1618. in Pöhamb seinen anfang
genoe[n], unnd der gannze Teisch: ja auch unnser Payrlandt
öffters yberzogen, Hat mich für guet angeseche[n], ein Khurtze
Verfassung dises Kriegs alhero zusetz[en], unnd den nach
khömblinge[n] zu Ewiger Gedechtnus zuunderlass[en], unnd
zwar nit annderst als wie in Joannes Augustin[us] Pa
storius
Kayß. May. Historicus unnd Rhat etc. inn
seinem Teischen Floro Khürtzlich [ver]fasst Hat.



106

Verfassung Des Teutschen Nördisch unnd Niederlandt
ischen Kriegs, und anndern Denckhwürdt
igen Geschichten von A[nno] .1618. biß auf.
Anno .1659.

Der anfang alles ybelß Pfelgt Gemeinglich zu sein
die Zweispalt der Religion, oder die auflehnung der unnder
thonnen gegen Ire obrigkheit, und solches wahr zumachen
bezeigtem die rebellierende Hussiten in der würkhlichkheit
in deme Sye (.ohnangesechen alles Respects welchen Sye Irer
Keyser. May[estä]t als ihrem rechtmässigen v[on] Gott verordnetem
Oberhaupt schuldtig waren.) Anno. 1618 den Grafen Wil
helm Slabata
Römischen Caer praesidenten Grafen Jaros
laum Pozit
Reichsmarschalle[n], unnd Philippum Fabricium
Secretarium in dem Prager Schloß aus den fenstern .40. Ell[n]
hinab in den graben stürzen thäten, welche dennoch alle drey
durch schickhung Gottes bey leben gebliben, dises alles unnd annd[er]e ur
sach, nach erschinenenem grossen Cometstern, erregte den Krieg
zwischen dem Kayser Matthias unnd den Pöhmen, Kayselich[er]
General war Graf Tampier dero Pöhmischen Graf von Thur[n]
wie aber die Pöhmen dem Tampier zu starckh khoen, schickhte
Albertus Ertzherzog dem Ferdinando .II. dann anno

A[nno] .1619.

starb Kayser Matthias ohn Leibserben, wechem Ferdinand
in der Kayser. Cron folgte den Buguoy zu hilf, disem
entgegen zog Graf Ernnst von Mansfeldt den Pöhmen zu
Unnd eroberte Pilsen mit Sturm

Den .28. Augusti wurd von den sambtlich[en] Churf[ü]r[s]te[n] Ferdi
nandus
.II. zu Frangfurt Römischer Kayser, unnd von denn

107


maisten Pöhmischer Khönig erclärt, deme aber schnurstrakhs zu
wider erwehlten die Pöhmen Fridericum Pflatzgraven bey
Rhein, zum Pöhmischen König, und verstiess[en] also Ferdinandum,
den Sye .1617. im Sept. gekrönet haten, dises verursachete
einen grossen Krieg, deme sich auch Pethlehem Gabor einflecht
ete unnd wegen seiner Macht König in Ungarn benenet wurde,
Es halffen auch den Pöhmen

Anno. 1620

Die Oberössterreicher, die Mährer, die Schleßier, die Lausinzer,
unnd also starkh bemannet, belägerten sye Wien wie nunmehr
zum annder[n] mahl, und wurden v[on] Bucquoy, gleich wie d[a]s
erstemal abgejaget, in dem Er den Mansfelder erstlich bey
Nodlitz, zum andern mahl bey Langeloiß schlueg, das in
beiden Treffe[n] bey .2000. blib[en].

Den .5. Aug. wurden die Oberössterreich[er], von dem Herzoge[n] in
Payrn, welcher der Catholischer liga General war, ganntz zu
mahle[n] geschlage[n].

Den .3.t[en] Sept. schlueg Bucquoy die Böhmische bey Sinzendorf
zum drittenmahl, und blib bey .500. Todt, an Böhmischer Seite[n]
d[er] General v[on] der Cavalleria Herr von Feltz, unnd auf Kayser.
seiten General Leitnannt Caesati.

Den .9. Octob. wolt Graf Tampier das Schloß Preßburg erober[n],
welches mit Pethlehems völckher[n] besetzt ware, wurde aber
vor dem Thor, in deme Er die Petarde anzuschlage[n] von sünen
ware, erschoss[en].

Den .8. 9br. geschache die grosse schlacht, auf dem weissenberg recht
an dem Tage, da durch die ganntze Welt das Evangelium ge
lesen wurde, gebet dem Kayser was des Kaysers ist, unnd
Gott was Gott ist, unnd bliben der Pöhmerische[n] .900. die Kayser
ischen eroberte[n] zehen grosse Stuckh; unnd ungefehr .100. Fähnlei[n].
Graf Pappenheim ist verwundt unnder den Todten gefundte[n],

108



Unnd Es verlohr der Graf Wahl seinen Arm, nach diser schlacht,
ergab sich ganntz Böhen wieder ann den Kayser, ausser Pilse[n],
welches sich bis

A[nno] .1621.

Den .1. April erhielt, und die besatzung mit .140000. Reichstaller
ausgekhaufft wurde, Es volgte hierauf unnd ergab sich Mähren
dem Bucquoy unnd Schleßien, dem Churfürsten v[on] Sachsen, So
es an Kaysers seiten hielte, A[nno] .1621. Vergliche sich die Union
mit dem Marquis Spinola.

Den .29. Jenner ist der Pann wider Pfaltzgrafe[n] Friderich, Johann
Geörg
Marggrafen zu Jägerndorf, Fürst Christian von Anhalt,
Unnd Geörg Friderich Grafen von Hochenloh zu Wienn publi
ciert worde[n].

Den .19. Julio schlueg Mansfeldt mit dem Tylli bey Weidthausen
baldt darauf noch einmahl, fiegte beide mall, unnd erschlueg der
Tillischen .3000. schlueg Er bey Mingelshaimb dem Tilli aber
mahl bey .2000.

A[nno] .1622.

Den .7. April ward solches revangiert und Schlueg General Tilli
den Marggrafe[n] von Durlach bey Wimpffe[n] .6000. Mann, bekha
2000. gefannge[n], eroberte .38. metalline Stuckh, 120. Fähnlein,
und .1500. Pagagi wägen mit Peut belade[n], Im Junyo eroberte
Bucquoy Ungarn wider, wurde aber bey Neuheusl erstochen.
Durch dessen Todt alles wider an den Pethlehem Gabor khae, Er
machte aber gleichwol diß Jahr mit dem Kayser Fried, und begab
sich der Ungarischen Cron, dessen stelle zuersetz[en], kham Herzog
Christia[n] von Praunschweig, eroberte Westphale[n], Im Julio ergab
sich auch die Laußintz, an den Churfürsten von Sachsen, welches
viel miehe kostete, weil Sye der Marggraf von Jägerndorff
starkh beschüzete.

Den .2. July wurde Herzog Christian, welcher sich Gottes Freundt
unnd der Pfaffen Feindt nannte, vom General Tilli Corduba,
unnd Anhalt bey Höchst geschlagen, unnd der seinen in 6000.

109


ersäufft unnd erwürget, warunter .2. Grafen, einer von Eber-
unnd einer von Löbenstain, Hierauf begab sich Herzog Christann
zu dem Mansfeldt, bey welchem Pfaltzgrav Friderich anckhoe[n]
war, verliessen aber die unnderpfaltz alle drey, unnd giennge[n]
auf der Hollänndter begehr[n] auf Pergen ob Soom, solches weil
es Spinola belägert Hate, zu entsetz[en]; dises zuverhind[ern] legt sich
Don Corduba bey Floreach in denn weg, daryber es zum treff[en]
kham, das Mansfeldt alle Pagagi, Herzog Christian aber den
Linckh[en] Arm, unnd beide inn .3000. Ma[n] haben im stich gelass[en].
Den .19. Augusti Don Corduba fühlete es auch wol, welches hieraus
zuersechen war, daß Er den Mannsfeldter Pergen ob Soom
zuentsetz[en] muste ziechen Lass[en], blieben Also jedem fasst .2000.
Mann nach entsetzung Pergen ob Soom, wenndeten sich Mans
feldt
unnd Herzog Christian nach Ostfrießlandt unnd Westphal[n],
Pfaltzgrav Friderich aber blibe in Hollanndt.

A[nno] .1623.

Den .7. Jenner ist die Kayser. Proposition zu Regenspurg für
getrage[n]: unnd den .5. Hornung Maximilian Herzog in Payr[n]
an des Pfaltzgraven statt zum Churf[ü]r[s]te[n] ernennet und inve
stiert worde[n].

Den .6. Aug. wurde Herzog Christian bey Stattlo, Graf vonn
Mansfeldt aber bey Frisoit, geschlagen unnd blibe[n], dem Herzog
Christian .2000. dem Grafen von Mansfeldt aber .1000. Todt,
.9000. wurden gefanngen, 75. Fähnlein unnd .12 grosse Stukh,
so Innen die Holländer vorgelichen hatten, sein im stich gelass[en]
disem nach erhuben sye sich beide in Hollanndt, Engellanndt und
Franckhreich, neue Armeen aufzubringe[n], unnder dessen fiel
Bethlehem Gabor mit villen Türkhe[n] wider in Ungar[n], unnd
Schlueg bey Tyrna den General Caraffa den .6. De[ce]mb. auch

110


Marggrafen de monte negro Hungerte den Resst so aus, d[a]s Sye
fasst alle verschmachen musten, Schrieb darauf dem Kayser Arti
cul vor, welche Ferdinandt mit dem Schwerdt beantworttete,
unnd schlueg ihm Esterhasi bey Neutra das gannze Türkhische
Heer, dises bewoge den Pethlehem Gabor zum anndern mahl
Frieden zumachen, blieben also in disem Krieg von beiden theille[n]
.9000. Todt, unnd nunmehr vermeinte mann, Es würde der Krieg
ein Enndt hab[en], in deme des Kaysers Feindte alle gedämpffet,
aber es gienge erst recht ann, unnd khae[n] in disem Jahr.

Anno. 1625.

Herzog Christian, unnd Graf von Mansfeldt wider in Teischlanndt
hatten eine grosse Aree vo[n] allerhanndt völckher, [ver]wüestete[n]
das Erzstüfft Cölln, thätten aber sonnste[n] wenig.

Den .25. Mart. wolte Khönig auß Denenmarckh Christianus
IV. auch nicht freyen, machte mit dem Niedersächsischen Craiß
eine Verbündtnus wider die Kayser. weillen selbe, wie Er
vorwandt, so weit umb sich grieffen, disem kae die Kays.
Aree entgege[n], welche der Tilli mit dem Wallensteiner com
mandiert: den .20. Julii stürzte Khönig Christia[n] zu Hammel[n]
vom Wall, mit seinem Pferdt in den grab[en] .29. Schuech hoch,
welches vor ein böses omen außgedeutet würde.

A[nno] .1625. den .4. Julii yberfiel Tylli die Tänische[n] bey Hano
ver
, unnd schlueg deren bey .300. Todt, darunder Herzog Frid
rich
von Sachsen, Altenburg unnd Obertraut waren, welch
lezter sehr betrauert worde[n].

Den .10. Octob. wurden die Evangelische Rebellirendte auß
dem Ländtlein ob der Ennß geschafft, daryber die Paur[n] zum
anndern mahl aufstundten, unnd schluege[n] den Herzog Adolph
Von Holstein .1500. Mann, baldt darauf schickhet der Bayr
fürst
.6000 Man auf sye, derer Sye wider .3000. erschluegen,
daß die Generalen im hembd entfliechen muesten, aber

111


mahl schluegen Sye in drey Schiffen .300. Bayrische Todt, be
lägerten Linz waryber Ir General ein Hutmacher erschosse[n] wurde.
Welches Sye nur Verbitterte, das Sye einen anndern General
Nemblich einen Schuster erwehlten, Linz noch einmahl angriffe[n],
unnd nunmehr .80000. starkh ware[n], da schickhte der Payrfürst
ihnnen den Lindlo entgege[n], Sye schluegen ihnn aber dermass[en],
das Linz unnd Wienndarob erschrakhe[n], unnd diß geschache den
10 9br. sye Verlohrn aber auch .4000. Mann, darzue ihren Gen
eral, wehlten aber alßbald einen Studenten zum dritten
General, welcher sich als ein Tapfferer Kerl noch tapfferer machte,
sye beruefften den Pappenheimer zur schlacht |dann er wurde nach dem Lindlo auf sye
zuegeschickht.| Pappenheim kam, Sye schluegen ihm den recht[en]
Flügel, Er aber betrog sye mit einem Kriegspossten, Unnd schlueg
ihrer bey 6000. alles ungeachtet, sambleten sye sich abermahls, und
verlohr[n] den .19. dito .2000. da begunten sye etwas zu Traur[n],
ihr Student aber ermahnete sye so, daß Sye es noch einmahl wagt[en].
Er selbst machte den anfanng, und sezte mit unglaublicher
Dapfferkheit mitten in des Pappenheimers Heer, das Es
sehr gefährlich stundte, wurde aber gefannge[n], unnd denn
.20. 9br. darauf das gannze Heer geschlage[n], Wann sye zum
Streit gienngen sungen sye allzeit: Erhalt unnß Herr bey
deinem Worth, und Steur, etc. der lezten erschlagene[n] seindt
gewesen. 7000.

Im Decemb. schlueg der Mannsfeldt mit dem Wallsteiner bey
Dessau, unnd verlohr .3000. Mann .37. Fähnlein und 17 Stukh,
den .8. dito wurde Ferdinandt .III. zum Ungarische[n] König
gekhrönt.

A[nno] .1626.

Im Junio fieng Pethlehem Gabor den driten Krieg mit dem
Kayser ann, Wallenstein aber den Mansfeldt in Ungarn
verfolget, Trieb den Pethlehem wid[er] zuruckh, das Er also
zum dritten mahl mit dem Kayser Friedten machte.



112

Den .10. Junii starb Herzog Christian von Praunschweig.
Im Augusto schlueg König Christian mit dem Tylli bey Lutter, und
Verlohr .7000. Mann, warunder Philliphus Lanndtgraf auß Hess[en],
Fuchs, der Reuterey General, unnd vill grosse mehr geblieb[en]
sindt, 3000. seind gefannge[n] .30. stuckh geschütz, unnd .95. Fählein
von den Kayseliche[n] erobert.

Anno .1627.

Starb Graf Ernnst von Mansfeldt in Bosnia, als Er aus erheblich[en]
ursachen dem Krieg abgedanckht, unnd nach Venedig zu raise[n]
entschlossen hatte, Er starb zwische[n] zweyen Officiren stehennt
, baldt darauf starb auch zu S. Martin in Ungar[n], Johann
Ernnst
, Herzog von Weymar, welcher des verstorbene[n] Mansfeldt
Aree füehrete, unnd eroberte nun Wallenstein die ganntze
Schleßien wider, trieb den Mißlau, Holkhen, Baudis, und Rantz
au
nach der Markh, welche sich nach dem Marggrafe[n] von Durlach
zogen, Unnd gienngen miteinander nach Holstein; hierauf stieß
d[er] Tylli zum Wallenstein, unnd folgten ihnnen, trieben Sye
auch ins eusserste v[on] Jütlanndt, bekhaen darauf die meiste[n]
Völckh[er] in(.4. Sept.) Jütlanndt gefange[n], unnd verfolgten die
Dännen, (.18. Octob.) hierauf ergaben sich den Kayserlichen
(.14. 9br.) Nyenburg (.12.) Premerverde (.19 Decemb.)
Wolffenbüttel, welche alle mit Dänische[n] Völckhern besetzt war[n].

A[nno] .1628.

Gaben sich die Kayserlichen auf die Osst:See, naen Pommer[n]
unnd Rügen biß auf Stetin unnd Stralsundt ein,

Den .7. May eroberten sich auch Stade, unnd schlueg den König
in Dennemarckh der Wallenstein bey Wolgast .2000.

Den .22. Aug. belägerte drauf Stralsundt, hier zwischen
nahm Tylli, welcher (.14. 9br.) absonnderlich kriegte Erem
pen
ein, vor Glickhstatt aber wolts ihme nit glickh[en]



113

Anno. 1629.

Den .9. Julii Schloß der König in Tennemarckh mit dem
Kayser einen ewigen Frieden, Hierauf begerte[n] die Cathol
ische von denn Reichsfürsten alle Kürchengüeter, welche die
Weltliche defacto occupiert hate[n].

Den .15. Novemb. starb Pethlehem Gabor an d[er] wassersucht.

A[nno] .1630.

Wurde Wallenstein auf dem Collegial Tag zu Regenspurg,
seines Generalats entsezet, unnd Tylli an seine statt ge
noe[n], Wallenstein schriebe daselbst mit Kreiten auf den
Tisch: Hie ligt meine Reputation, unnd des Kaysers Cron,
die Churfürste[n] werden empfange[n] ihren Lohnn.

Den .24. Junii Kam König Gustavus Adolphus aus Schwede[n]
Poern, dessen volckh vorher Stralsund, in welcher beläg
erung dem Kayser seel. zehentausent gebliben sindt befreidt
hat.

Den .30. Julii ergab sich Stetin an den König, welcher nun
mehr .33000. starkh war, 25000. zu fues, unnd .8000 Pferdt,
Im Augusto schluegen die Schweden dem Savelli bey Rubnitz
.1500. Mann, Im Sept. Schluegen die Schweden mit den
Kayser. bey Stetin, unnd blibe[n] beiderseits .1500.

Den .13 Decemb. gienng d[er] König auf Gripshage[n], eroberte
Es, unnd schlueg .2500. Todt, ruckhte darauf vor Garz,
die Kayserlichen aber, welche daselbst ihr Läg[er] hatten, ent
wichen unnd stekhten die Statt in den Prandt unnd er
hoben sich eilendts nach Frankhfurt an der Oder, denn
d[er] König 24000. starkh gefolget, unnd bey Königsberg
in der Marckh
.1000. Croate[n] nitergehaue[n].



114

Anno .1631.

Hat der Churfürst von Sachsen ein Convent d[er] Protestier
endten gegen Leipzig außgeschribe[n], deme dieselbe fasst
alle beigewohnet, und unangeseche[n] sye von Kays. May.
hefftig abgemahnet wurden, ein Schlus gemacht.

Den .9. Martii eroberte Tylli Neu Prandtenburg, und er
schlueg tausennt Schwedische.

Den .3. April eroberte der König Frankhfurt an d[er] Oder
unnd erschlueg bey .3000. Kays. nam .4000. gefannge[n].

Den .10. May eroberten die Kays. Magdenburg, Unnd blib[en]
d[er] Magdeburger .30000. durch Schwedt, Feur unnd Wasser.
Es hat die belag: unnd eroberung den Kays. bey .9000 Man
gekhosstet.

Den .15. Junii wurden die Vertriebene Herzogen v[on] Mekhel[n]
burg, von König Gustaf Solenniter wider in ihr lanndt ge
setzt.

Im Julyo schlueg der König sein Läger bey Werben, unnd er
schlueg der Kays. Reuter bey Purgstall .1000. Mann, umb dise
Zeit schlueg Gustaf Horn in Schlesien zu Grünburg .400 Kays.

Den .25. Augusti hat Tylli sich der Statt Hall unnd Mersen
burg
, darnach der Statt Leipzig bemächtigt.

Den .29. dito Kam der König nach Wittenberg, alda Er yber
die 24000. starkh yber die Elbe gannge[n], unnd sich eint Chur
Sachsen unnd Prandtenburg coniungiert hat.

Den .7. Sept. geschach die grosse schlacht bey Leipzig, alda d[er]
Kays. 9000. der Sachsen .2000. der Schweden .1500. erschlage[n]
worde[n], dem Schweden seint .29. Stuckh, Geschütz, 120. Fähn
lein zukhoen, Tylli selbst verwundt worde[n], unnd mit
Rudolpho Maximiliano Herzogen von Sachsen, dennen
Grafen von Pappenheim und Fürstenberg, erstlich nach Halber
statt
gefloche[n].



115

Den .8. Sept. verfolgte d[er] Könnig die Kays. traff Sye
bey Hall, unnd erschlueg ihrer wider bey .3000.

Den .12 dito eroberte der Churfürst Leipzig wid[er].

Den .18. diss, der König Erfurt darnach Königshofe[n] unnd
Würzburg.

Den .2. Octob. Hat die Statt Würzburg sich ergeben.

Den .8. eiusdem ist das Schloß mit Sturm erobert worden.

Den .11. 9br. der Churfürst zu Sachs[en], Prag. darauf folgte
Pöhmen sambt d[er] Statt Eger.

Den .17. dito ist der König von Schweden durch Frankhfurt
am Mayn
, mit welcher Statt Er sich vorgehenten Tags
Vertrage[n], geritten, hat noch selbige Nacht höchst in seine
Gewalt gebracht.

Den .13. Decemb. Mayntz, Oppenheim, Wallof, unnd wurde[n]
in beide[n] letzten bey .2000. spannische ersäufft unnd erschlage[n],
Unnd .20. Stuckh Geschütz erobert.

Den .24. dito eroberte Pannier Magdeburg wid[er]

A[nno] .1632.

Den .19. Jenner eroberten die Schweden Wißmar, unnd hieb
Obrigster Lohausen von der besazung (. die sich dem accord nicht
gemeß hielt.) 500. Mann darnider.

Den .1. Febr. eroberte Gustavus Horn Pamberg, der Tylli
schlueg ihn aber baldt wider hinaus, unnd erschlueg .4000 Schwede[n].

Den .21. Martii Kam der König Gustavus in Nürnberg

Den .28. dito eroberte Er Donnawert, unnd schlueg d[er] Kays.
.800.

Den .5. April Kam Er yber den Lech, schlueg wid[er] .1000. unnd
Verwundet den Tylli, das Er baldt darauf in Ingolstatt
gestorb[en].



116

Den .15. eiusdem gienng der König auf Ingolstatt, alda zu
recognosciren ihme d[a]s Pferdt unnder dem leib erschoss[en]
worden, deßgleiche[n] ward Marggraf Christoph von Pade[n]
darvor erschoss[en]

Den .10. April erobert Er Augspurg, Hergegen d[er] Payrfürst
Den .28. dito Regenspurg, und den .4. May Wallenstain
Prag, der König aber.

Den .27. Landtshuet, alwo Er König in Schweden in dem
Neu gebey seinen einzug genoe[n], ist aber yber ain stundt mit
darinen verblibe[n], dan nachmittag umb .2. Uhr bey haiderem
Tag hate es einen solchen erschrökhlichen Donners straich getho[n],
d[a]s d[er] König darob erthattert: und gesproche[n], alda ist mein
bleiben leng[er] nit, die Muetter Gottes ist zohrnig yber mich,
hat also gleich zu Pferdt Plasen lass[en], unnd zu der Statt
hinauß geritten.

Die Closster Junkhfrauen zum Seelingenthall seint thails in
d[er] Statt verbliben, der mehrere Thaill aber, hat sich alhero gehn
Alderspach begeb[en].

Den .14. May Minichen, alwo die Burgerscahfft sich mit .300000.
Reichst. ranzionirte[n], unnd schlueg der Canzler Oxenstirn
.1500. Spanische bey Lau (.15. dito.) Terekh

Den .16. erschluege[n] die Schweden .4000. gewaffnete Paurn, bey
Breganntz hat der Churfürst zu Trier den Franzosen die
Vesstung Ehrnbreitstein eingeraumbt

Den .6. Junii erschlueg der obriste Degenfeldt .600. Kays.
bey Düttlinge[n].

Den .21. Junii haben die Schwedische Coblentz ingenoen wie auch Mantebaur, Engens, Laenstein, Oberwesßel Pop
part
den Franzosen eingeraumbt.

Den .8. Julii Kam d[er] Konig Gustavus wider vor Nürnberg

117


Verstärkht sich daselbsten in .75000. weillen Wallenstein
(.der nun wider Generalissim[us] worden war.) auch der
Bayrfürst eben so starkh da lagen, die Stat zubelägern

Den .10. Aug. ist Trier nach etlicher tag belägerung denn
Franzosen ybergeb[en]

Den .10. Julii wurden die Schwedischen v[on] den Kayser.
.200. hergege[n] den Kyser. von den Schweden bei Weisse[n]
burg
.600. erschlage[n]; unnd ihr obrister Sparr gefannge[n]

Den .24. Aug. grieff der König den Wallenstein in seinem
starkhen Läger ann, beschoß es mit .60. Stukhen, und bliebe
beiderseits vil volckhs, der König Verlohr .4000. Mann, die
Kayser. 2000. General Pannier ward verwundt, General
Torstensohn gefannge[n], die Kasyerl. verlohr[n] .2000. Graf Fug
ger
, unnd General Caraffa blib[en]Todt.

Den .28. Sept. zog der König von Nürnberg auf, unnd kam
nach villem Umbweeg mit dem Wallenstein (.der dem Sachsen
ins Lanndt gefalle[n] war.) den .16. 9br. bey Lüzen zuschlage[n],
da Er dann baldt im Anfanng gebliben, Herzog Pernhardt
aber erhielt die Victori, unnd erschlueg d[er] Kays. .9000 war
unter Pappenheim gewesen, unnd der Abt von Fuldt, auf
beiden seiten seind vasst alle obristen unnd Generalen verwundt
worden, die Kays. erhielten 60. Fähnlein.

Den .26. 9br. ergab sich auch Franckhenthall an die Schwedische.

Den .28 dito eroberte Gustaf Horn Benfeldte[n], unnd schlueg d[er]
Reingraf der Kays. bey Brysach .600.

Den .27. eiusdem erschlueg der Pfalzgrav von Bürkhenfeldt
der Payrischen bey Lanndtshuet .600.

Den .28. Decemb. A[nno] .1632. ward General Paudis von den
Cöllnische[n] auß Deüz getriebe[n]: aber das angezündte Pulver
schlueg die Kürch daselbst in die lufft.

Den .29. dito starb Pfaltzgrav Friderich an der Pest in
Mayntz



118

A[nno] .1633.

Den .3. Jenner erschlueg der Rheingraf im Sundgau .2000.
gewaffnete Paur[n], unnd Pfalzgraf von Bürkhfeldt 1100
Lothringische, den .18. dito bey Heidelberg, welches Er eroberte

Den .29. Junii erschluegen die Lüneburgische der Kayser.
bey Hammel[n] .7000. Mann, warunter ihr haubt Merode ge
wesen, verlohren alle Kriegsrüstung unnd Geschütz unnd .70. Fähn
lein

Den .19. Julii eroberten die Luneburger, Hammel[n], Feldtmarschall
Kniphausen Oßnabrugkh, und das gannze Stüfft.
Den .28. dito ist der Junge Printz von Dennemarkh in Schlesien
erschossen worden.

Den .18. Octob. wurden der Schweden von Wallenstein bey Stein
au
. 2000. nider gemacht, Graf von Thur[n] unnd General Dubaldt
gefannge[n].

Den .20. dito Hieben die Sachsen unnd Prandtenburg[er] bey Strel[n]
500. Croaten, unnd bey Crota .1000. Polackhe[n] darnider.

Den .4. 9br. eroberte Herzog Pernhardt Regenspurg, hauete
den (.20. eiusdem.) bey Straubinge[n], .2000 gewaffnete Paurn
darniter.

Im Jenner schluegen die Schweden .300. Kays. bey Eichstätt,
Unnd blieben die obristen Roßo unnd Karff bey Eger .500.
Croat[en] Todt.

Den .25. Febr. ist der Generalissim[us] Herzog v[on] Fridlanndt sambt
den Grafen Terzky unnd Kinzky in Eger vom Gordann
umb leben gebracht worden, wegen grosser entdekhter
Verrätherey: darauf die Churfürst[en] dem König auß Un
garn Ferdinandum .III. Generalissimum begehrten.

Den .25. May erschluegen die Sachsen der Kays. bey Lignitz 4000

Den .14. Juny belägerte Ferdinand[us] .III. Regenspurg, Lag
sechs wochen darvor, gewan Es entlich mit accord, Unnd
kostete ihnn dise belägerung Vierzehenzausent Ma[n], dann

119


Ihme acht Tausent erschlagen worden, Sechstausent
gestorb[en] unnd verlauff[n].

Den .10. Julii eroberte Herzog Bernhardt Landtshuet wid[er],
unnd schlueg in der Statt tausent Mann darniter, Gen
eral Altring[er] wolte der Statt zu hilff khoe[n], wurde
aber auf der Prukh daselbst erschoss[en].

Den .16. dito gienng Regenspurg yber, die belägerte hab[en]
nicht mehr als vierhundert fünff unnd Sechtzig ausfähl
gethonn, ihr Commandant war General Maior Lars
Kagge
, ein tapfferer Soldat, haben auch nicht mehr als
Süben Generalsturm abgeschlag[n], entlich gebrach es ihnne[n]
an Pulver.

Den .18. dito Verließ General Bannier Prag, welches Er mit
den Chur Sächsischen unnd Prandtenburgischen belägert
hate[n], unnd erschluege Gener. Stalhans bey Brandeiß 400:
Croate[n].

Nun versambleten sich all Evangelische Areen] im Reich,
unnd wolten Nördlinge[n], welches die Kays. belägert
hatt[en], entsetz[en] daryber.

Den .17. eiusdem es zu einer grausaen Schlacht kae,
unnd bliebe[n] der Schwedischen .12000 Mann .6000 wurde[n]
gefannge[n], darunter gewesen, Feldtmarschall Gustaf Hor[n],
Graf Craz, General Maior Rosstein, General Maior
Schaffelizky, unnd annd[er]e .14. obristen, der vornehmbsten
so erschlage[n] waren, ein Jung[er] Marggraf von Anspach, ein
Herr v[on] Zerotin, obrister Weitberger unnd anndere mehr,
Es wurden bekhoen .80. Stuckhe, 10000. Pferdte, 40000.
wagen .333. Fähnlein, auf Kays. seiten sollen kaum
.1200 geblib[en] sein, Hierauf muste Bannier in d[a]s Reich,
unnd wurde Herzog Bernhardt auß Franckhreich verstärttet
die Niederlag erregte am Rhein, Neccar unnd Mayn eine[n]
erbärmlich[en] Jammer.



120

Den .7. Octob. eroberte der Rheingraf Philipsburg, unnd
erschlueg .1500. Kayser. starb aber baldt darauf, wie auch Gener.
Dubaldt.

Den .28. dito schlueg General Hazfeldt, der Hess[en] unnd Lüneburg[er]
bei Hirschfeldt .1500.

Anno .1635.

Den .20. May wurde der Prager Friedt geschlossen, yber welchem
Chur Sachsen, Chur Prandtenburg, Herzog Wilhelm von Wey
mayr, unnd Herzog Geörg von Lüneburg, mit den Schwede[n]
in Feindtschafft gerathe[n], unnd verstärkht sich Panner in .24000.
Mann.

Den .7. Junii schlueg der Herzog von Rohan der Kayserliche[n] und
Spanischen im Lobing[er] Thall .1400. hernach bey Metz an der
Addua .3000.

Den .20. Octob. widerumb .2000. am Wormbser Passe, aber
mahls den 31. dito bey Morbegno .3000. welches schlechte
Freudenfeur gab.

Den .2. 9br. erschlueg General Panner der Sachsischen bey
Dömitz .2000.

Den .17. Decemb. bey Küriz .700. Man; den .18. dito er
schlueg der Hessische General Melannder .1000. Ligistische bey
Rehven.

Den .19. eiusdem schlueg Panner abermal .200. Sächsische,
bey Sandau.

Den .21. eroberte Er die Statt Havelberg mit Sturm

A[nno] .1636.

Den .10. Jenner eroberte Er Barby auch mit Sturm, wo Er
den obristen Mitzloff fieng, unnd in Finlanndt schickhete

Den .23. Febr. schlueg Bandts, Sächsischer General Leutenant
der Pannirischen .200.



121

Den .22. Marti schluegen die Pannirische[n] der Sächsischen
.300.

Den .3. Julii eroberten dei Sächsischen die Statt Magdeburg.
Darbey auch der General Hatzfeldt gewesen, Hergegen schluege[n]
die Schwedische wider .400. Sächsische, auf dem Paß Wolffshage[n].

Den .24.t[en] Sept. Hierauf ervolgte die grosse schlacht bey Wittstockh,
da die Schwedische der Kays. unnd Sächsischen .7000. erschlagen
hat.

Den .3. Octob. schlueg Herzog Pernhardt in Purgundt dem Gallas
.1800. Mann.

Den .12 dito eroberte Pannier die Werber:Schantz wider, zoge
darauf in .300. starkh auf Erffurt, unnd von dannen zu enndte
des Jahrs, vor Leipzig.

Anno .1637.

Verfolgte Er etliche Sachsische Regimenter, bis gehn Torgau, beschoß
Torgau, eroberte Es, unnd Nae darinen alle Sächsische, mit
.25. Standarten und Fahnen gefannge[n], zoge darauf wider
v[or] Leipzig unnd wolte Sturme[n], den .6. Febr. bekhae aber
Zeitung, das die gannze Kays. Aree, die Stat zuensetz[en],
in d[er] Nähe war, verlies derowege[n] die Statt, unnd reterierte
sich nach Torgau, wurde aber alhier von .95000. eingeschoss[en].

Den .25. Febr. starb Ferdinandus II. zu Wienn im .59. Jahr
seines Alters.

Den .24. Junii schluegen die Weymarischen Purgundt, bey Pysantz,
1800. Lothringische.

Den .8. Julii brach Pannier v[on] Torgau auf, es folgten ihme
.12000 Croaten, und hiebe[n] ihme .6000. nider er erhieb her
gegen ihnnen bei Landtsberg .1000. Mann.

Den .26. eiusdem coniungierte Pannier sich mit Feldmarschall
Wrangel in .20000. zu Neustadt, Es khae ihme auch ein
Neuer Succurs auß Schweden .10000. starkh, muste[n] aber
alle sich in der Insul Wollin reteriren, Nunmehr solte

122


Mann gemeinet Haben, die Schweden wurden zu wenig Schiffe
findten, yber die See zufliege[n], aber die Kayser. wurden
in dem Verdorbene[n] Pommer[n], durch Hung[er], Kälte unnd
Khranckheiten geschwächt, d[a]s Sye sich auß Pommer[n] erheb[en]
muste[n].

Den .6. Jenner beschoss Herzog Pernhardt Rheinfeldt Jean de
Werth
ensetzte es, unnd thatte den Weymarischen etwas
schaden, wie dann General Leutenant Rheingraf geblieb[en]
obrister Erlach unnd Canoffskhy gefanngen worden, Herzog
Bernhardt brachte Es ihme wider ein, erschlueg ihme zu Rote[n]
hauß
.300. Hernach .1500. Mann, unnd wurde Jean de Werth
Savelli Enckefort, Sperreuter, Graf von Fürstenberg .4.
obriste, 1800. Knecht, unnd .1200. Einspänniger gefange[n], welches
bey Rheinfeldte[n] gescheche[n].

Den .4. Martii eroberten die Prandeburgerischen die Statt
Gärz, und hieben .200. Schwede[n] darnider, jetzundt bekham
d[er] Pannier .1400. Mann zum Succurs auß Schweden, 71 Stukh
24 halbe Cartaune[n], Proviant, und Munition, erstrekhte
sich also seine Macht zu Feldte wider auf .25000. Mann,
Unnd .130. Stukhe, hierauf zoge Er auch durch Stetin, hielte
Pettag, unnd gienng mit erschrekhlicher Furi den .15 Julii
auf Garz, eroberte es mit Sturm, unnd hiebe in .300.
Prandeburgerische darnider, schleiffte darauf die Statt.
Es sahen die Kayser. unnd schwedische einannd[er] eine geraume
Zeit an, die Kayser. wolten den Pannier ganntz verdilg[en],
Er aber wolte nit weiche[n], entlich schlueg Pannier die Sächs
ische zwischen Dömitz unnd Lenze[n], das ihrer .2400. Todt
blieb[en], die Kayser. wolten ihnnen helffe[n], verlohren aber auch
100. Courassirer, wie auch baldt darauf zu Perleberg .300.
dises trieb den General Gallas, das Er aufbrach, unnd
yber die Elbe auf Salzwedel gienng.



123

Den .29. Julii schlueg Herzog Bernhard den General Gözen bey
Wittenweyr, der Brisach (.welches Herzog Pernhard belägert hatte.)
entsetzen wolte, unnd bliebe[n] der Kayser. 1500. Todt, warunter
7. obriste gewesen, baldt darauf schlueg General Maior Roßa
dem General Maior Horst noch .200. Todt.

Den .4.t[en] Octob. schlueg Herzog Bernhard den Lothinger (.welch[er] Pry
sach
auch entsetz[en] wolle[n].) auf dem Ochsenfeld, und erschlueg ihm
bey .1000. Mann. Er Herzog v[on] Lothringe[n] war khümerlich ent
khoen, sein Vetter Bassompier wurde mit drey obriste[n] ge
fannge[n].

Den .14.t[en] Octob. schlueg Herzog Bernhard den Götzen noch einmahl
vor Prysach, unnd erschlueg ihm .1000. Mann, darbey .3. obrist[en]
unnd .5. Capitain gefannge[n] worde[n].

Den .17. eiusdem Hat General Hatzfeldt die Schwedisch: Pfaltz
gräfische bey Lemgau geschlage[n], der Junge Pfaltzgraf Rupert[us]
wurdt gefannge[n], unnd seine Leib: Kutsch Chur-Maintz verehrt.
Princeps Carolus Ludovicus unnd der Schwedische General
König flochen auf Minden, Es bliben auf .2000. Todt, die Kayser.
eroberten .343. Fähnlein unnd .18. Stuckh Geschütz.

Den .19. Decemb. eroberte Herzog Pernhardt die grosse Fesstung
Brysach, da die belägerte auf das letzt Menschenfleisch gefress[en]
haben.

A[nno] .1639.

Den .11. Jenner erhuebe sich General Pannier yber die Elbe, bey
Lauenburg.

Den .1. Febr. machte sich General Mayor Pful an Garlebe[n], da
der junge Helmuth Wrangel lag, welcher mit .300. Reuter[n]
zu den Schwede[n] fiel, unnd ihnnen biß an sein enndte tapffere
diennst thatte.

Den .3. Marti schlueg General Maior Pful unnd Helm. Wrangl
dem Feldzeugmaister Sals bey Elsterberg .600. Mann, und
Naen ihn mit .2. obristen unnd .600. Knechte[n] gefannge[n].

Den .4. April schlueg General Maior dem Marozin, bey Hoche[n]-

124


stein
, 800 Mann, unnd bekham .2000. Fußvölckh[er] .30 Estandt
arten unnd .20. Fahne[n] gefannge[n].

Den .23. April eroberte Gener. Pannier Pirna mit Sturm,
unnd wurden .500. Persohnne[n], Soldaten unnd burg[er] getödtet,
trachte darauf in Pöhme[n], die Kayser. aber zogen wider ihnn
7000 starckh.

Den .19. May ruckhte Gener. Pannier vor Prag, unnd schlueg den
Gener. Hofkhürche[n] .6000. Mann, unnd bekham auch .20. Estand
arten.

Den .2. Julii schlueg obrist Münchhaußen an den Märischen
Gränzen .400. Kayser. jetzundt kham wider ein Succurs auß
Schwede[n] .8400. starkh.

Den .8. Julii starb Herzog Pernhardt zu Neuburg am Rhein.
in einem visch Vergeb[en].

Den .16. dito wurde der ungarische Feldtmarschall Palfi mit
.100 Mann von den Schwedische[n] erlegt.

Den .2. Aug. Kaen die Schwede[n] vor Prix, begehrten
proviant, die Prüxer aber sagten, Prix gibt Euch nichts, da
sagte[n] die Schwedische[n] Prix, werde nichts, unnd setzte[n] es
in die Asche.

Den .10. Octob. erschlueg obrist Schlang. 300. Kayser. bey
Luditz.

Den .21. dito legte sich General Pannier dicht vor Prag, ver
suechend, ob Er die Kayser. zur schlacht bringen möchte, er
oberten auch die Sternschantz, d[a]s die Kayser. in Prag wich[en],
schoss auch .5. Kugel[n] durchs Schloß, hergegen erschossen die Kayser.
dem Pannier zween obriste[n] an seiner Tafel mit Stükh Kugel[n].

Den .19. dito hueb Er die belägerung auf, unnd gienng auf Pran
deis
.

Den .26. 9br. hieb General Gleen bey Walloff .150. Weymarische
darnider, unnd fienng .850.



125

Anno .1640.

Schlueg der obrist Schlanng den Kayser. in Pöhme[n], 900. und
namb auch sovil gefange[n], wie Er dann auch .60. officirer ann
den General Pannier gelifert hat.

Den .14. April schluegen die Kayser. der Schweden im Voitlandt
700. Todt.

Den .17. eiusdem Kaen die Kayser. nach Salfeldt .70000 starkh.
General Pannier aber, war nicht stärkh[er] als .36000. warmit
Er doch die Kayser. aufgehalten, unnd sich ihrer erwehrt, ver
stärkht sich aber baldt darauf mit den Weymarische[n] und Fran
zösischen, Lüneburgische[n] unnd hessische[n], auf denn .8. May
56000. stundten beide theill bey Salfeldt in voller schlacht ordn
ung gegeneinander, lieff aber beiderseits ohnne sonnderliche
Stöß ab.

Den .11. dito Ließ Pannier d[a]s Kayser. Läg[er] von vier Battereien
beschiss[en] das dieselbe ihre Zehlten zum anndern mal veränd[ern]
mueste[n], endlich thatten sye ein treffe[n], darinen von beide[n]
theille[n] .3000. Mann geblib[en].

Den .13. April wolte Piccolomini, d[er] nun Kayser. Feldtherr
war, die Schwede[n] mit acht starkhe[n] hauffen yberfallen,
verlohr aber .300. Mann, und thätt schlechte[n] schade[n].

Den .18. wurd auf vier Stundt ein Stillstandt gemacht, die
gefanngene außzuwechßle[n], in welchem sich Pannier und Pic
colomini
offt gegeneinannd[er] haben seche[n] Lass[en].

Den .6. Junii brachten die Schweden auf, unnd zoge[n] gehe[n]
Erfurt, dennen die Kayser. gefolget, weille[n] unnder den
Schwedische[n] Generale[n] Differentien entstandte[n], dannckhte
General Melander ab, unnd kam Graf von Eberstein
an seine stelle, Es zoge[n] beide Aree[n] anjetzo hin unnd her,
ohnne sonnderliche Verrichtunge[n], als d[a]s ein theill dar ein
Stättlein, das annd[er] dort eins einnahe[n], Proviant zuhab[en],
an welchem Sye grossen mangl hatt[en].



126

Den .25.t[en] Octob. giennge[n] die Kayserischen von einand[er] Pic
colomini
in Franckhe[n], Hatzfeldt in Gülcher:Landt General
Wahl in das Ertzstüfft Cölln, unnd General Gleen an denn
Rhein, alle in die Wünterquartier, hierauf theilten sich die
annd[ern] auch, die Schwedische in d[a]s Stüfft Quedlinburg, Halber
stadt
unnd Magdeburg, die Weymarische: und Franzößische in
die Grafschafft Lohra, Klettenburg unnd Stollberg, die Hess[en]
in Ost:Frießlanndt unnd Stüfft, Münster, die Lüneburgische
in das Herzogthumb Jülich, genossen aber solcher nicht Lannge.

Den .15. 9br. erschlueg Roßa, General Maior von den Wey
marische[n], dem Preda bey Ziegenhain Sechstausent.

Den .1. Decemb. gienng General Pannier mit der gantz Aree
nach Duderstatt, die Hessen aber bliebe[n] in ihre[n] Quartier[n]
still, wie auch die Lüneburgische, Weymarische unnd Fran
zösische aber folgte[n], unnd zoge[n] dieselben mit dem General
Pannier nach den Pöhmische[n] Gränze[n], theilten sich, unnd gieng[en]
die.

Anno .1641.

Den .2. Januari Pannierische in die Oberpfaltz, die Weymar:
Franzößische aber in Franckhen, General Maior Pful mit
3000. Pferdt in Pöhmen, unnd brach hernach in die (.3. Jan.)
Oberpfaltz zum Pannier, General Maior Königsmarckh,
welcher in die Oberpfaltz den Vorrath führte, schlueg bey Vilß
eckh
.199. Pferdt, das sich die annd[ern] nach Amberg reterirten.

Den .12 dito Kam general Pannier vor Regenspurg, belägerte
unnd beschoß das gannze Römb. Reich auf ainmal, denn
Ir Kays. May. die Kayserin, Ertzherzog Leopoldt, Pic
colomini
daselbst, unnd aller Reichs Fürsten Abgesanndte
hier beisae[n] gewese[n] (.weill die Tonau gefrore[n] war.)
setz[en] .600. Pferdt hinyber, unnd holete[n] grosse peut[en].
Dieses Hat in unndern Payrn; sonnd[er]lich in denn Closstern einen
gross[en] unnd zwar solchen schrakhe[n] gemacht, d[a]s die praeläth[en]

127


Ire bösse Güetter geflechnet, Ire Religiosen entlass[en], massen
dann die von Wündenberg, Methen unnd annd[er]e alhier Ir
Zueflucht gesuecht, unnd ein Zeitlanng alda aufgehalte[n], un
angeseche[n], das Abbt Matheus selbsten umb sicherheit wille[n]
sich nacher Raitenhaßlach begebe[n]; unnd bis alles widerumb[en]
sicher und still worde[n], aldort aufgehalte[n].

Den .19. Januari eroberte[n] die Schweden Cham, unnd gienng[en]
die Parthey[en] bis Deggendorf unnd Passau, diß alles ab
zustelle[n], wurden eillenndts zwainzig Tausent Ma[n] bey Khel
heim
zusaen gefiehrt, mit welchen Piccolomini wid[er] die Schwede[n]
aufgezoge[n], der den obristen Schlanng, welcher mit vier taus
ent Mann, zu Neuburg am Waldte lag, beschossen hat, ob
rister Schlanng unnderstundte sich drey mahl durchzuschlage[n],
wurde aber, nachdem ihm .600. Mann (.den .11. Marti.) ge
schlage[n] worde[n], mit all den seinige[n] nach Regenspurg gefiehrt,
wie es dann den obristen Hekhing, Pürkhenfeldt, und Kinsky,
auch dem Marggrafen Carolo Magno nicht besser erganng[en]
ist, dises bewog General Pannier, sich eillendts aus der Pfaltz
zumach[en], die Kayser. volgten ihm auf dem Fues nach, wie auch
die Payrischen Gelee[n], Pornival unnd Proy meinete[n] ihnn
zuereile[n], Er ist ihnn aber entganng[en], wie diser Verlust bey den
Weymarische[n] unnd Franzößische[n] erscholle[n], haben Sye sich als
baldt wider nach dem Pannier gemacht, d[a]s also die Kayserlich[en]
ihn ihrem nachsetzen nicht mehr so hizig ware[n], yber disem
Zug fiel General Pannier in ein Fieber, ybergab nach dess[en]
Yberhandnehung d[a]s Coando zu Mörßburg dem Herrn
Coissario Adam Pful, einem Teutsche[n], Herrn General M.
Affuet Wüttenberg einem Finnen, Vnnd Herrn General Maior
Gustaf Wrangel, einem Schwede[n], bis Herr General Feldt-

128


Zeugmaister Leonhardt Torstensohn khoen möchte, welch[er]
auch schonn hierzue vorgeschlage[n] war, die Aree zufiehr[n].

Den .12. April Kaen die Kayser. mit den Weymarische[n]
bey der Pruckhen zu Weissenfels zuschlagen, unnd blieb[en]
d[er] Kayser. .800. Todt.

Den .10. May starb General Pannier zu Halberstatt, mit betrieb
nus der gannz[en] Aree, unnd wurd in Begleitung .200:
in Stockholm den .19. Sept. Prächtig begrabe[n], dise Zeit
wurde seine hinterlassene Aree nur .14000. Mann ge
schätzt, Kam derowegen vil Volckh wider auß Schweden,
solche zuverstarkhe[n], welches General Maior Lars Kag (.vor
disem Coandant zu Regenspurg gewesen.) brachte. Nun
wolten die Kayser. Wolffenbüttel, welches die Lüneburger
hart mit Wasser geängstiget haben, befreyen, darüber es
zum treffe[n] kham, das den .17. Junii der Kayser. .2000 er
schlagen unnd gefange[n] wurden.

Den .16. 9br. Kam General Torstensohn mit .8000. Mann aus
Schweden zur Aree, welches den Kayser. ein furcht brachte,
das Sye sich zuruckh begab[en].

Anno .1642.

Den .7.t[en]
Januarii
giennge die Weymarische Franzößische und Hessische
Aree unnder Coando des Grafen von Eberstein unnd Gueb
rians
, da Rosa den Vorzug gehabt, in das Süfft Cölln schlug[en]
die Kayser. bei Kempen an der Tönisheid in dem Landt mehr
dreytausent Todt, vier Tausent gefannge[n] .146. Fahnen
und Standarte[n], Bagagi, Stuckh unnd alles erobert.

Der anndern sindt .260. gebliben, 300. Tragoner haten sich in
Dormachen reterirt, wurden aber von den Hessen biß auf
die .18. erschlagen, gienng Also dise Lamboische Aree
ganntz zu Grundt, Lamboy wurde selbsten gefanngen,

129


Unnd nach Vincennes geschickht, wie auch General Merci unnd
Comte Ladron. Hierauf Kam unnder Schwedische contribution
Neuß unnd Kempen, auf disen Sieg hausten Sye yber wüntter,
im Stüfft Cölln nach Irem gefalle[n], biß in den Octob. negst
volgennd.

Den .13. Febr. wurde dem Obristen Sekhendorf zu Salz
wedel
der Kopff abgeschlagen, unnd lies sich disen Tag ein
roth schwerdt am himel seche[n].

Den .18 dito schluegen die Kayser. .400. Fienne[n], bei Wüttenberg.
Hergegen den .20. eiusdem schluegen die Schweden .700. Kay.
bey Halberstatt, hielten darauf einen Pettag, unnd giennge[n]
nach der ober. Laußintz

Den .7. April eroberten die Schweden Lukhau in d[er] ober Laus
nitz, baldt darauf coniungierte sich der Torstensohn, Königs
markh
, Stallhanßische, unnd den (.4. May.) giennge[n] zugleich
nach Großglogau, welches Sye ohnne Lange Zeit unnd mieh
mit Sturm eroberten, unnd von der besatzung .800. nider
hauten, die zwen Coendant[en] und .600. gefannge[n] naen,
fundten auch darine[n] Fünff tausent Centner Pulver, acht tauß
ent Malter Meels, und drey Tausent gesattlete Pferdt, hierauf
ist der General Stallhans nach der Laußnitz ganngen.

Den .21 dito ruckhten die Schweden vor Schweinitz, solche zuer
halten, Kam Herzog Franntz Albrecht Kayser. General dahin,
die besazung zuverstärkhe[n], disen traff General Khönigsmarkh
bey Zoppe[n] an, unnd scharmizierte mit ihm, biß General Torste[n]
sohn
auch darzue kam, da hielten Sye ein ernstliches treffen,
das der Kayser. .1800. Todt blieben, der General wurde selbst
mit .2. Kugle[n] verwundt, unnd mit General Maior Hanau,
vier Obristen unnd .2000 Knecht gefanngen, an welchen
(.den .10. Junii.) Wunden Er zu Schweinitz, welches sich den
.3. Julii ergab, mit grossem schmerz gestorb[en] ist.



130

Den .11. Junii hierauf sind die Schweden vor Neuß Geruckht,
Welches Sye mit Sturm erobert, unnd .800. Mann darinnen
Nidergemacht. Nunmehr hatten die Schweden fast einen Yber
flues unnd Zuelauff vonn Volckh, waren .16000. zu fues unnd
900. zu Pferdt.

Den .4. Julii eroberten Sye Olmitz in Mähren, Unnd bekhaen
daselbst, 1800. Centner Pulver, 5000. neue Kleider, 300. Muß
queten, unnd auf sovil gehörige Rüstung, darbey eine unglaubliche
Summa an Korn unnd Wein, unnd weil baldt darauf die
Burg[er] mit dem official eine[n] Anschlag machten, die besazung
.3000. starckh zuerwürge[n], solcher aber verrathen, wurden .24 burg[er]
gekhöpfft, unnd der official mit vier Pferdten zerrissen; disen fort
ganng der Schwedischen zuhemme[n], Kam Piccolomini mit .20000.
Mann, das sich der General Torstensohn wider nach der Schlessien
begab, unnd naen ihm die Kayser. viell oerter wider ab,
halff aber wenig, unnd machte der Wrangel grosse Peuten, Torste[n]
sohn
zug vor Leupzig, den orth zubeläger[n], die Kayser. folgte[n]
solches zuentsetze[n], unnd Kam es daryber bey dem dorff Preite[n]
feldt
abermahls zur grossen schlacht, unnd schluegen die Schwede[n]
d[er] Kayser. 5000. Todt, 4483. (.den .5. Octob.) sambt ville[n] obri
sten sindt gefannge[n] worde[n], unnd blieben .24. Stuckhe, alle
Pagagi, nebenst .90. Fahnne[n] im stich, darauf ruckhte Torst
(.den .26. 9br.) Stensohn
, welcher hier nur .460. Mann
Verlohren, wid[er] vor Leipzig, welches Er mit accord erobert.

Anno .1643.

Im Januari belägerte General Torstensohn Freyberg, solches zu
entsetz[en], zogen die Kayser. abermahls vierzehen Tausennt
starkh auf, Koen, den .15. Febr. frey Meilen davon ann,
Unnd brachten es dahin, d[a]s die Schweden den .17 dito, die

131


Statt, welche schonn accordiren wolte, verliessen, unnd zwey
Tausennt Mann vermiste[n]

Den .9. Marti gienngen die Schweden yber die Elbe, unnd
dann auf Pauzen, zwischen Prag unnd Prandeis, und nam
jetzundt Piccolomini Spanische Diennst ann, an dessen stell
Gallas wider Khoen ist.

Den .9. May Geschach die grosse schlacht, bey Rocroy, zwischen den
Franzosen unnd Spännischen, blibe[n] der Spänier .9000 Todt.

Den .20. Julii hieben die Schweden in Mähren von 300 Kayser. sovil
nider, das ihrer nur .30. davon kaen, So schlueg auch
General Wittenberg bei Wienn .800. neugeworbene: Es
wurden aber der Schweden an villen orthe[n] auch vil darnid[er]
gemacht.

Den .8. Sept. erschluegen die Schweden dem Grafen v[on]
Pucheim bei Precan .1000. Mann, unnd ist Er selbst auf
dem dritten pferdt davon khoe[n], eroberten auch Eulen
burg
, auf welchem Schloß Sye ein Million Goldts gefundte[n]
habe[n], solchen Schatz unnd annders mehr, lies General Torste[n]
sohn
auf .40. wägen wegfiehr[n].

Den .15. Octob. lies sich in Schleßien am Himel eine grosse Feur
kugel sechen, welche enndtlich herunter gefalle[n], und sehr ge
khnallet hat.

Den .23. 9br. yberfiel Joann de Werth: unnd Hazfeldt die
Weymarische und Franzößische bey Dittlingen, erschlueg 3000.
unnd .4000. wurden gefannge[n], darunnter General Leutenant
Ranzau, vier Marschäll unnd .10. Obriste[n] geweßen.

Im Decem. jetzundt giennge[n] die Schwede[n] wid[er] zuruckh an
die Elbe, unnd Kaen in schneler Eyl unndersehens auf Olden-

132


schlo
unnd Kiel, drunngen auf die Vesstung Christia[n] Preiß,
und eroberten sye mit Sturm, hieben alles nid[er], was sye drine[n]
funden, Predenburg bekhamen Sye mit list, Es fiel auch Gener.
Gustavus Horn, mit .20000. Mann, in Schönnen, unnd be
mächtigte sich vieller Plätz, yber dises alles wurden auch .2.
Schiffs, Areen in Schwede[n] außgerüstet, den König in Denne
markh zu wasser zubekhriege[n], bei disem yberzug ersuechte d[er]
König in Dennemarkh den Kayser umb hilf.

Anno .1644.

Den .7. Januari schlueg General Torstensohn zu Coldingen
.1500. Dännen in die fluecht.

Den .7. Jenner schlueg Genereal Mortaigne .800. Schnaphane[n]
oder Paurn bey Wonsüssel, welche sich .8000. starkh gewaffnet
haten, Hergegen wurden der Schweden vonn den Dännen
in Finnen einmahl .800. darnach wider .50. nidergehauen
Es schlueg aber Torstensohn, der Dännen bey der Mittelfahrer Schanz
.600. unnd namb .800. gefannge[n], bekham auch die Schantz.

Den .27. April schlueg obrist Dannenberg .900. Dänische, das
ihrer nur .128 davon khaen.

Den .15. Junii schluegen die Dännen d[er] Schweden in Izehoe
.300. Todt.

Den .29. eiusdem fiehlen die Torstensohnische in Finnen, fochte[n]
mit den Dännen sehr starckh, warbey der König auß Denne[n]
markh unnd Torstensohn Persöhnlich gewesen, wie sye von
einannd[er] kaen, gienngen die Dännen auf Christia[n] Preiß
unnd beschoss[en] die dasselbst liegennte Schwedische Schiff, das
d[er] Admiral Claus Flemming von einem Stuckh geblib[en],
Hierauf gienng Torstensohn dahin, ihnnen den Pass nach der

133


See zuverlege[n], bestürmbt ihre Schannzen, Unnd hieb .1200.
Nider: wie aus seinem brief Sub A. zusech[en].

Den .2. Julii schluegen die Kayser. .1500. von Wallachen Todt,
welche das plocqirte Olmitz entsetz[en] wolle[n].

Den .29. dito Kham General Gallas mit .25. Regimenter nach Olde[n]
schlo
, dem König in Dennemarckh zu helffen, eroberte Kiel, und
schlueg alle Schweden daselbsten darnider, Hierauf kam Er nach
Rensburg, woselbst Er sich mit denn Dännischen coniungieret.
Dieses trieb den General Torstensohn, d[a]s Er sich wider auf Hol
stein gab, Gustaf unnd Helm Wrangel aber bliben solanng in Hol
stein unnd Jütlanndt, biß es zwischen Schweden unnd Dennemarkh
zum Friden kam.

Den .5. Aug. erschlueg d[er] Duc d Anguin der Payrischen bei Fridt
berg
.1200. es bliben aber der Franzößischen nicht vill wenig[er].

Den .7. Sept. gienng Gener. Turstensohn bey Pöltzenburg yber die
Elbe, mit dem sich General Maior Königsberg coniugierte,
zu Halberstatt, dennen General Gallas auß Magdeburg folgete,
unnd schlueg bey Pernburg sein Läg[er], Er hatte sich sehr geschwächt,
d[a]s also der Chur Sachßische Feldtmarschall Leuten. Enckhefurt,
zu ihm stossen müess[en], diser orthen hieb der General Maior
Königsmarckh der Kayser. 600. darnid[er], unnd bekham .3000.
Pferdt, unnd brachte Tausennt gefanngene in Halberstadt.

Den .13 dito geschache das grosse Seee treffe[n], zwischen den Schwed
ischen unnd Dännischen, da die Schwedische unnder Herr[n] Gustaf
Wrangel
den Sig erhielte[n].

Den .11.t[en] 9br. schlueg General Turstensohn eine Convoy von
.1500. bey Staßfurt, das ihrer nur .400. darvon khoen,
dises trieb den General Gallas nach Madeburg, welches
General Königsmarkh alsobalden belägerte wie General
Gallas .12 Regimenter starkh yber die Elbe wischte, gienng

134


ihm General Königsmarkh mit den Hessen nach, und schlueg
Ihm .600. Mann, nam auch dem General Enkhefort .100. Ein
spannig[er] und .13 Standarten gefanngen, warauf sich General
Torstensohn nach Pegau begeb[en], solches beschossen, das es mit .300.
Menschen in einer viertel stundten an Sechs orthen in Feur stundte,
zog sich darauf wider in Pöhme[n], unnd lies .80. Stuckh auf Schlitt[en]
yber das gebürge fiehr[n].

Anno .1645.

Zu Anfang dises Jahrs, eroberte Gener. Königsmarkh das Stüfft
Pree[n].

Den .24. Febr. geschach die Grosse schlacht bey Jankhau .3. Meihl[n]
v[on] Tabor, da General Torstensohn den Sieg abermal erhalte[n],
unnd der Kayser. 3000 nidergehauen, darunter Herr Veldt.
marschall Götz gesesen, 26. Stuckh .67. Fahnen, Veldtmar
schall von Glein unnd Hatzfeldt, Merci unnd Proy, Zaradezky
Don Feelix unnd Traudisch, welche alle Generale[n] waren,
7. Obristen .12 Obrist Leutnannt sambt .4000. Khnecht sindt
gefangen worde[n].

Den .11. Marti umb Mitternacht fiehlen die Schwed. denn
flichtigen bey Krembs an der Donau ein, hieben wider 2000.
darnider bekhaen auch .3000. Pferdt, darauf Sye Olmiz
entsetzet, Krembs mit Sturm, und Stein auf Discretion
erobert, weßwegen sich will von Wienn nach Tyrol reterirt[en].
Dise Schweden haben sich hernach mit dem Ragotzi, der .30000.
Mann, unnd 100. Stuckh ins veldt brachte, coniungiert.
Ragozi aber machte mit dem Kayser wid[er] Fridt, die Schwede[n]
belägerten Prinn, brachten aber .16. wochen darvor Ver
gebens zu.

Den .4. May schlueg Jeann de Werth der Weymar: Franzos[en]
bey Herbsthaus[en] .1000. Todt.



135

Den .2. Julii geschach das Pluetige treffen bey dem Dorff
Allerheim im Rieß, da die Franzößische[n] unnd Weymar: unnd
Hessische der Kayser. unnd Bayrischen .500. Mann erschlage[n].
Unnd .2000 gefanngen haben, und sind auf Franzößischer seiten
fasst eben sovil Todt bliben. Hierauff schrieb der Schwedisch.
Canzler Axel Ochsenstirn an seinen Sohnn nacher Oßnabrugk
d[a]s Er caute auf den Frieden unnd General Satisfaction
treibt, wie Sub B. Hernach zusechen.

Anno .1646.

Gegen dem Frieling theilten sich der Schweden, unnd gienng
General Königsmarkh in d[a]s Ertzstüfft Preen, auf General
Melannder, der nun wider die Schweden diennete, auf die
Action ein wachentes Aug zuhab[en], die anndern aber blieb[en]
in Thüringe[n], den Kayser. aufzupassen, und wurde[n] unnd[er]
Herrn Veldtmarschall Wrangel[n] (.dann Herr Torstensohn hatte
nun mehr abgedanckht, unnd Herrn Wrangel[n] seine Stelle
gelassen.) bei Gotha gemustert, General Wüttenberg aber
giennge mit etlich Tausennt in Schleßie[n], den General Puch
heim
zubeobachte[n].

Den .14. Aug. gienngen die Schwedischen unnd Franzößische[n]
zwischen der Kayser. unnd Payrischer Läger, bey der Statt
Franckhfurt durch, unnd kae[n] vor Aschaffenburg, giennge[n]
yber die Mainbruckh, und volgents in Payrn. Der Erzherzog
aber in Hessen.

Den .4. Marti A[nno] .1646. wurde zwischen den Schwedischen Fran
zößischen unnd Payrischen ein stillstanndt der waffe[n] gemacht

Den .15. dito wurde General Tubadel in Baßel begrab[en].

Den .6. April gienng General Wrangel vor Schweinfurt,
welches Er den .14. dito eroberte. General Touraine aber

136


gienng nach den .21. eiusdem in Mainz, eroberte Es, unnd her
nach Höchst.

Nach eroberung Schweinfurt gienng General Wrangel vor
Egger.

Den .17. Julii welches er eroberte, unnd inzwischen sich mit Herr
General Wittenberg coniungiert hatte.

A[nno] .1646

Im Febr. giengen die Schwedischen Unnd Franzößischen wid[er] nach
Bayr[n], weil der Churfürst den stillstanndt aufgehob[en] hatte,
wie aus dem Recess Sub Lib. C. erfindlich.

Den .28. dito starb Christianus IV König in Dennemarkh

Den .7. May gienngen Sye zu Laugiennge[n] yber die Donau
daryber es mit den Kayser. unnd Chur Payrischen annd[er]thalb
Meil v[on] Augspurg in einem treffen kham, in welchem den
Kayser. unnd Churpayrischen, neben dem General Melannd[er]
2000. Todt gebliben, nach disem gienng General Königsmarkh
mit .5. Regimenter[n] wider zuruckh, nach der Obernpflatz.

Den .10. May Vladislaus .IV. König in Poll[n].

Den .15. dito wurde zwischen Spanien unnd Hollanndt in
Münster der Friden geschloss[en].

Den .22. May gienngen die Schweden unnd Franzößische[n]
bey Rhein yber den Lech, in Bayr[n], unnd hieb[en] .600. Payr
ische Todt.

Den .4. Junii, schlueg General Lamboy mit den Hesse[n]
bey Grevendorf, unnd wurden ihm der seinigen .100. d[er]
Hessen aber .160. Todt geschlag[en].



137

Den .9. Junii eroberten die Schwedischen Mühldorf, wo
selbsten sye yber den Inn Trachtete[n].

Den .16. Julii in der Nacht eroberte General Khönigsmarkh
die kleine Seiten in Prag, das Schloß, Ratschin, unnd
Strohof, nae bei .200. Fürstlicher, Gräflicher und annd[er]er
Herrn Persohnne[n] gefanngen, Unnd bekham einen unglaublich[en]
Schatz an Paarschafft, Silbergeschier, unnd Proviant.

Den .17. diss kame Carl Gustaf Pfaltzgrav, Schwedischer
Generalissim[us] mit .8000. Mann aus Schweden, nach Wol
gast
, unnd namb seinen weg recta auf Prag, welche
Statt durch die Studenten trefflich defendiert blib[en].

Den .13.t[en] Augusti eroberte General Wittenberg die Fesstung
Thabor, ohne Müehe.

Den .23. Sept. zoge General Wüttenberg dem General
Maior Mißling zu, welcher Prag entsetz[en] solte, inn
meinung ihn zuschlage[n], Er aber entwich nach der Donau:
wie nunn General Wüttenberg wider zuruckh kherete traffe
Er ungefehr, nahe bei Pudtweiß auf Herrn Grafen Puchheim
(.welcher den Mißling entgege[n] wolte.) nae ihm ohnne
losung eines Pistoltz, 500. Pferdte, mit grossem Geldt ge
fannge[n].

Den .3. Octob. fiel General Jean de Werth den Schwedische[n]
bey Dachau ein; unnd erlegte ihnne[n] bey .300. Man.

Den .15. dito wurden zwischen dem Römb. Khayser, den
Reichs:Stänndte[n], unnd dennen Crone[n], Schweden erst,
unnd hernach Franckhreich, ein Ewig geschlossner Fridt undter
zeichnet, nach dem mann etliche Jahr hero in Münster unnd
Oßnabrugk daryber tractiret hatte.