Ödön von Horváth

Historisch-kritische Ausgabe – Digitale Edition

Studienausgabe Reclam

Basierend auf den Forschungsarbeiten an der Wiener Ausgabe erscheinen bei Reclam Lesebände der wichtigsten Werke Ödön von Horváths. Diese bieten die Endfassungen in einer anhand der Originale revidierten, verlässlichen Textgestalt, eine Auswahl des werkgenetischen Materials, ein einführendes Nachwort und einen Sachkommentar auf neuestem Forschungsstand. Bisher sind erschienen:

Ödön von Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald. Hg. von Klaus Kastberger und Nicole Streitler. Stuttgart: Reclam 2009. [Verlag]
Das 1931 uraufgeführte Stück um Marianne, den Fleischhauer Oskar, dem sie versprochen ist, und Alfred, mit dem sie zusammenlebt und einen Sohn hat, enthüllt die latente Brutalität und den Opportunismus der Beteiligten durch ihre Sprache, durch pathetische Floskeln und hohle Wiener Stereotypen. Erstmals wird in dieser Ausgabe auch die frühere Version des Stückes rund um die Zentralfigur eines Hofrates - eine der wichtigsten Vorstufen - vollständig abgedruckt und kommentiert.

Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott. Hg. von Klaus Kastberger und Evelyne Polt-Heinzl . Stuttgart: Reclam 2009. [Verlag]
Der Roman um einen Lehrer, der an seinen mit nationalsozialistischem Gedankengut infizierten Schülern verzweifelt, selbst aber Schuld auf sich lädt, gehört zu den größten Erfolgen Horváths und ist inzwischen auch zum Klassiker im Schulunterricht geworden. Grund dafür ist die Form der Kriminalgeschichte, die kurzen, eindrücklichen Kapitel und Szenen, die lebendigen Dialoge sowie die faschismuskritische Tendenz des Textes.

Ödön von Horváth: Kasimir und Karoline. Volksstück. Hg. von Klaus Kastberger und Kerstin Reimann. Stuttgart: Reclam 2009. [Verlag]
In einer lockeren Szenenfolge um den arbeitslosen Kasimir und seine Verlobte Karoline, die im Trubel des Münchner Oktoberfestes spielt, beschreibt das 1932 uraufgeführte Stück schonungslos die gesellschaftlichen Probleme und die Wurzellosigkeit der Menschen in Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Die Vorarbeit Karoline, die Schönheit von Haidhausen sowie die beiden früheren Fassungen des Stückes werden neben einigen anderen Quellen wie Horváths berühmter Gebrauchsanweisung für Schauspieler jeweils vollständig abgedruckt und kommentiert.

Ödön von Horváth: Der jüngste Tag. Schauspiel in sieben Bildern. Hg. von Nicole Streitler. Stuttgart: Reclam 2009. [Verlag]
Horváths berühmtes, 1937 uraufgeführtes Stück um den Stationsvorsteher Hudetz und dessen Beteiligung an einem Zugunglück erscheint in einer anhand der Originale revidierten, verlässlichen Textgestalt. Der Abdruck ausgewählter Vorstufen, Notizen und Strukturpläne ermöglicht es, die Entwicklung der Arbeit Horváths am Stück genau nachzuverfolgen.