Andreas Kurzmann war Mönch im obersteirischen Zisterzienserkloster Neuberg an der Mürz. Über sein Leben ist wenig bekannt. Er war steirischer oder niederösterreichischer Herkunft, wie Studien zu seinem Wortschatz ergeben haben. Er legte zwischen 1387 und 1391 seinen Profess im Kloster Neuberg ab und lebte dort von da an als Mönch. Er war als Klosterschreiber, Übersetzer und Dichter tätig. Aus Kurzmanns Feder stammen fünf deutschsprachige Texte in südbairischem Dialekt, die eng an lateinische Vorlagen angelehnt sind: In „St. Alban“ erzählt Bruder Andreas eine Inzest-Legende, wobei Alban, die Frucht der Inzestverbindung, seine Eltern tötet und während der folgenden Buße ermordet wird. Sein Leichnam heilt danach Menschen vom Aussatz und wird daher ehrenvoll bestattet. Die Legende „Amicus und Amelius“ erzählt die Geschichte der Freundschaft der beiden titelgebenden Ritter, die einander wie eineiige Zwillinge gleichen, vom Papst gemeinsam in Rom getauft werden und danach im Laufe ihres Lebens bis zum gemeinsamen Tod an ihrer Freundschaft festhalten. Das ars-moriendi-Gedicht „De quodam moriente“ zeigt, wie ein reuiger Sünder noch in der Stunde seines Todes durch die Anrufung der heiligen Maria seine Seele retten kann. Im „Speculum humanae salvationis“ werden Szenen aus dem Alten Testament dem Neuen Testament typologisch gegenübergestellt. Mit dieser in der mittelalterlichen Kunst und Literatur fest verankerten Methode der Gegenüberstellung soll gezeigt werden, dass das Neue Testament die Erfüllung des Alten Testaments darstellt. Das „Soliloquium Mariae cum Iesu“ ist ein intimes Gespräch zwischen der Gottesmutter und ihrem Kind, in welchem Jesus den Sinn seines Sterbens und seiner Auferstehung darlegt. Er erklärt Maria somit die innersten Geheimnisse des christlichen Glaubens. Das Todesdatum Kurzmanns ist unbekannt, aus einem Schreibervermerk seines Mitbruders Heinrich Schäbel lässt sich jedoch feststellen, dass Kurzmann vor dem Jahr 1431 verstorben sein muss.
