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          <quote>Ergebnisse der Realismusdebatte in der
                        Literatur</quote>
          <date>1938</date>
        </title>
        <author>Brecht, Bertolt</author>
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        <idno type="PID">o:reko.brec.1938a</idno>
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        <bibl type="source">Bertolt Brecht: &quot;Ergebnisse der Realismusdebatte in der
                    Literatur&quot;, in: <hi rend="italic">Gesammelte Werke in 20 Bänden.</hi> Bd. 19.<hi rend="italic"> Schriften zur Literatur und Kunst 2,</hi> hrsg. vom Suhrkamp
                    Verlag in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann. Frankfurt am Main: Suhrkamp
                    1967, S. 321-322. ISBN 3-518-00915-X.</bibl>
        <bibl type="first_edition">&quot;Ergebnisse der Realismusdebatte in der Literatur&quot;
                    (Erstdruck und Textvorlage [posthum, 1938 entstanden]), in: <hi rend="italic">Schriften zur Literatur und Kunst</hi>. Bd. 2. 1934 bis 1956. Redaktion
                    Werner Hecht. Berlin/Weimar: Aufbau Verlag 1966, S. 55-56.</bibl>
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            <catDesc>Genre</catDesc>
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              <catDesc>Essay</catDesc>
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          <category xml:id="rek.media">
            <catDesc>Media</catDesc>
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              <catDesc>Literatur</catDesc>
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        <p xml:id="P.1">
          <pb n="321"></pb>Die große Realismusdebatte in der Literatur, die,
                    ausgehend von der Sowjetunion, eine internationale Bewegung ausgelöst hat,
                    scheint mir zumindest folgende Punkte herausgearbeitet zu haben:</p>
        <p xml:id="P.2">1. <phr subtype="Realität" type="Struktur-Verhältnis-Funktion" xml:id="PH.1">Die Romanschriftsteller, welche die Beschreibung des
                            <term key="Mensch" type="Episteme" xml:id="TM.3">Menschen</term> durch
                        eine Beschreibung seiner seelischen Reaktionen ersetzen und so den Menschen
                        in einen bloßen Komplex seelischer Reaktionen auflösen, werden der <term key="Realität" type="Realitätsbegriff" xml:id="TM.1">Realität</term>
                        nicht gerecht</phr>. Weder die Welt noch der Mensch können sichtbar gemacht
                    werden (ist erkennbar und behandelbar beschrieben), wenn nur die Spiegelung der
                    Welt in der menschlichen Psyche oder nur die menschliche Psyche, wenn sie die
                    Welt spiegelt,<pb n="322"></pb>beschrieben wird. Der Mensch muß in seinen Reaktionen
                    und in seinen Aktionen beschrieben werden.</p>
        <p xml:id="P.3">2. <phr subtype="Realität" type="Struktur-Verhältnis-Funktion" xml:id="PH.2">Die Romanschriftsteller, welche nur die Entmenschlichung,
                        die der <term key="Kapitalismus" type="Disziplin_und_Stil" xml:id="TM.4">Kapitalismus</term> durchführt, also den Menschen nur als seelisch
                        verödet beschreiben, werden der <term key="Realität" type="Realitätsbegriff" xml:id="TM.2">Realität</term> nicht gerecht</phr>. Der Kapitalismus
                    entmenscht nicht nur, er schafft auch Menschlichkeit, nämlich im aktiven Kampf
                    gegen die Entmenschung. Der Mensch ist auch heute keine Maschine, er
                    funktioniert nicht nur als Teil einer Maschinerie. Er ist auch vom sozialen
                    Standpunkt aus nicht zureichend beschrieben, wenn er nur als politischer Faktor
                    beschrieben ist.[…]</p>
        <p xml:id="P.4"></p>
      </div>
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