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Rezension von: Berthold Prochownik: Das angebliche Recht auf Arbeit. Eine historisch-kritische Untersuchung. Berlin 1891, in: Deutsche Litteraturzeitung, Jahrgang 1892, Nr. 28, S. 926.
[Rezension:] Berthold Prochownik: Das angebliche Recht auf Arbeit. Eine historisch-kritische Untersuchung.
[...] Belrin, Puttkammer u. Mühlbrecht, 1891. 123 S. 80. M. 1,60.
Ludwig Gumplowicz
[...] Belrin, Puttkammer u. Mühlbrecht, 1891. 123 S. 80. M. 1,60.
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Das längst begraben geglaubte Recht auf Arbeit hat Fürst Bismarck wieder zu Ehren gebracht, und, seitdem er im Mai 1884 im deutschen Reichstage erklärte, dass er ein solches Recht „unbedingt anerkenne“, lebte dasselbe in der Litteratur wieder auf. Zahlreiche Schriften pro und contra sind seither darüber erschienen. In der vorliegenden, die sich gegen ein Recht auf Arbeit, wohl aber für ein Recht auf Existenz ausspricht, ist die Geschichte dieser theoretischen Bewegung unter Angabe der betreffenden Schriften skizzirt. Der Verf. macht zwischen Recht auf Arbeit und Recht auf Existenz den Unterschied, dass ersteres die Forderung lohnender Arbeit, letzteres nur den Anspruch auf Unterstützung, also auf einen Wohltätigkeitsakt begründe. Aus dem Recht auf Existenz scheint er die staatliche Pflicht der Armenpflege abzuleiten; dagegen sei das Recht auf Arbeit hinfällig, da der Staat keineswegs über die nötigen Mittel verfüge, keine Arbeitsgelegenheit in beliebigem Maße bieten könne. Letzteres ist nun allerdings richtig, doch ist auch das Recht auf Existenz ein etwas schiefer Begriff und zur Begründung staatlicher Armenpflege wenig brauchbar.
Graz. Gumplowicz.