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        <title>ROBERT-MUSIL-STIPENDIUM</title>
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          <date>2018</date>
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      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://germanistik.univie.ac.at/" ref="http://d-nb.info/gnd/10094654-9">Institut für
                                        Germanistik, Universität Wien</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for
                                        Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS -
                                        Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0">Creative Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <date when="2018">2018</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:kofler.w3.nachrede.398</idno>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/kofler">Werner Kofler -
                                    Kommentar zur Werkausgabe</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Wolfgang</forename>
            <surname>Straub</surname>
          </persName>
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        <p>born digital</p>
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      <editorialDecl>
        <p>Diese Plattform zum Prosawerk des österreichischen
                                    Schriftstellers Werner Kofler (1947–2011) gibt den
                                    Stellenkommentar wieder. Die Primärtexte sind urheberrechtlich
                                    geschützt und nicht für eine Online-Edition vorgesehen.
                                    Sämtliche Seitenangaben, die im jeweiligen Eintrag unter
                                    »Textausschnitte« angeführt sind, beziehen sich daher auf die
                                    2018 im Sonderzahl Verlag erschienene dreibändige gedruckte
                                    Werkausgabe. Die Website folgt der Anordnung der Texte in drei
                                    Bänden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <ab>
          <ref target="info:fedora/context:kofler" type="context">Kommentierte
                                        Werkausgabe Werner Kofler</ref>
        </ab>
        <p>Das Projekt begleitet die gedruckte und kommentierte Werkausgabe
                                    (Prosa) des österreichischen Schriftstellers Werner Kofler. Es
                                    ergänzt den gedruckten Stellenkommentar um vertiefende
                                    Materialien und einen mehrschichtigen Zugang zu den vorhandenen
                                    Inhalten.</p>
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        <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <div n="entry" xml:id="w3.nachrede.398">
        <ab n="lemma">ROBERT-MUSIL-STIPENDIUM</ab>
        <ab n="lemma_mod">Musil-Stipendiums</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede.398" n="commentary"> Die Kunstsektion des österr. Bundeskanzleramts vergibt seit 1990 di
          eses Langzeitstipendium, das jeweils drei SchriftstellerInnen über drei Jahre hinweg durch
          monatliche finanzielle Zuwendungen das kontinuierliche Arbeiten an einem größeren Projekt
          ermöglichen soll. Zu Beginn der Aktion wurde ein Stipendium mit monatlich 15.000 Schilling
          ausgelobt (vgl. <bibl corresp="LITGoubran_1997" type="citation">Goubran 1997</bibl>, 117). </ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_93" n="text_snippet">[...] Aber um den Privatankläger Jeanescu
          ein weiteres Mal verächtlich zu machen und herabzusetzen, mich weiter, nur weiter jetzt
          und guten Mutes, über geschützte Rechte Dritter rücksichtslos hinwegzusetzen, hätte ich,
          mit den Mitteln des <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_96" n="text_snippet">[...] Ich hätte – wer, wenn nicht ich, der
          Verstoßene, der, ohne Einlaß, Herberge, Heimat, Unterweisung, ja bloße Bekanntschaft
          begehrt oder erfleht zu haben, dennoch oder gerade deshalb Verstoßene –, ich hätte, mit
          den Mitteln des <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_98" n="text_snippet">[...] Den Privatanklägern und
          Privatanklagevertretern, den Privatanklägern und Romanfiguren hätte ich die Ehre
          abgeschnitten, sämtlichen Romanoder Kunstfiguren, die sich in Privatanklä- ger
          zurückverwandeln, zurück in die Niederungen des Alltäglichen und Gewöhnlichen, und
          sämtlichen Privatanklägern, die ich durch den Kunstgriff der Ehrabschneidung und der üblen
          Nachrede in Romanund Kunstfiguren verwandelt hätte, emporgehoben zur Freiheit, zur
          Freiheit der Kunst, ins Reich der Zeichen; und würden diese Romanund Kunstfiguren sich
          neuerlich in Privatankläger zurückverwandelt haben, hätte ich, zur Fertigstellung meines
          Romans, sogar um die Zuerkennung eines zeitlich unbefristeten <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_115" n="text_snippet">[...] Wie wenn nicht jeder schon am
          Kramberg sich Erleichterung verschafft und sich anschließend mit der Süddeutschen Zeitung
          gesäubert hätte, so hätte ich, um-, nein hätte ich gar nicht; Wie wenn nicht jeder schon
          einmal sein gewaltiges Glied plötzlich im Mund eines rumänischen Kleinkindes
          wiedergefunden hätte, wie wenn nicht jeder schon von einem rumänischen Kleinkind belästigt
          worden wäre!, so hätte ich, um einer Anklage wegen übler Nachrede, dem Vorhalt einer
          tatbildlichen Äußerung, einer unwahren Tatsachenbehauptung, zu entgehen, in meiner
          Abhandlung Zeichen und Bedeutung den Sachverhalt darstellen sollen; so schnell kann man
          gar nicht schauen, hätte ich, hätte ich denn, aber habe ich?, mit den Mitteln des <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi>, geschrieben, schreiben sollen, so schnell kann man
          nicht schauen, schon hat einem ein rumänisches Kleinkind ein gewaltiges Glied
          angeschnallt, um es unverzüglich in den Mund zu nehmen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_117" n="text_snippet">[...] Patsch und andere angeleitet haben,
          das Musil-Stipendium an jene Soundso-Berts, Bertolo da, Bertolo dort, zu vergeben;
          (vergeben, jawohl vertan, dahin die Chance, mich, und wäre es mit den Mitteln des <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi>, zum Schweigen zu bringen; zu spät, zu spät!) An
          meiner Stelle schreibt jetzt Robert Schneider, und wie er schreibt! Gut, er ist
          ausgebildeter Schreibergeselle, er hat eine Schreiberlehre erfolgreich abgeschlossen, er
          versteht sich auf die Sargtischlerei [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_118" n="text_snippet">[...] Meine Güte, was für ein Schreiber! Er
          wird sich noch den Tod holen vom vielen Schreiben, von der vielen <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi>-Schreiberei, in seiner zugigen Werkstatt, ja, er wird sich
          sicher den Tod holen, wenn er so weiterschreibt, da hilft keine Milch, keine Schokolade;
          wenn er so weiterschreibt, wird er nicht einmal das Musil-Stipendium überleben, und Arnold
          Schwarzenegger, Eliette von Karajan und Joseph Vilsmaier werden, in der dafür viel zu
          kleinen Gemeinde Eschbach, den Trauerzug anführen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.nachrede_121" n="text_snippet">[...] Ich hätte, mit den Mitteln des <hi ana="lemma">Musil-Stipendiums</hi>, kein Halten gekannt [...]</ab>
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