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        <title>Manker</title>
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          <date>2018</date>
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      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://germanistik.univie.ac.at/" ref="http://d-nb.info/gnd/10094654-9">Institut für
                                        Germanistik, Universität Wien</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for
                                        Digital Humanities, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS -
                                        Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0">Creative Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <date when="2018">2018</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:kofler.w3.manker.736</idno>
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        <title ref="http://gams.uni-graz.at/kofler">Werner Kofler -
                                    Kommentar zur Werkausgabe</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Wolfgang</forename>
            <surname>Straub</surname>
          </persName>
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        <p>born digital</p>
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      <editorialDecl>
        <p>Diese Plattform zum Prosawerk des österreichischen
                                    Schriftstellers Werner Kofler (1947–2011) gibt den
                                    Stellenkommentar wieder. Die Primärtexte sind urheberrechtlich
                                    geschützt und nicht für eine Online-Edition vorgesehen.
                                    Sämtliche Seitenangaben, die im jeweiligen Eintrag unter
                                    »Textausschnitte« angeführt sind, beziehen sich daher auf die
                                    2018 im Sonderzahl Verlag erschienene dreibändige gedruckte
                                    Werkausgabe. Die Website folgt der Anordnung der Texte in drei
                                    Bänden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <ab>
          <ref target="info:fedora/context:kofler" type="context">Kommentierte
                                        Werkausgabe Werner Kofler</ref>
        </ab>
        <p>Das Projekt begleitet die gedruckte und kommentierte Werkausgabe
                                    (Prosa) des österreichischen Schriftstellers Werner Kofler. Es
                                    ergänzt den gedruckten Stellenkommentar um vertiefende
                                    Materialien und einen mehrschichtigen Zugang zu den vorhandenen
                                    Inhalten.</p>
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        <language ident="deu">Deutsch</language>
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      <div n="entry" xml:id="w3.manker.736">
        <ab n="lemma">Manker</ab>
        <ab n="lemma_mod">Manker</ab>
        <ab corresp="w3.manker.736" n="commentary">
          <persName corresp="P122147065" role="actor">Paulus Manker</persName> (* 1958), österr.
          Schauspieler. Manker war der Sprecher in der Produktion des Hörspiels <hi rend="italic">Unruhe</hi> von Werner Kofler (Erstsendung: 28. 1. 1997; R: <persName corresp="P12442287X" role="actor">Robert Matejka</persName>). Das Hörspiel beruht auf Koflers Prosa
            <hi rend="italic">Furcht und Unruhe</hi>. </ab>
        <ab corresp="w3.manker_156" n="text_snippet">[...] <hi ana="lemma">Manker</hi>
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_159" n="text_snippet">[...] Nein, <hi ana="lemma">Manker</hi>,
          nicht so [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_160" n="text_snippet">[...] Um Gottes willen, nicht so laut, was
          brüllen Sie denn so, beherrschen Sie sich, wer hat Sie geheißen aufzuschreien In Scherben
          der Spiegel, der Spiegel wurde doch schon in Scherben gelegt, warum denn ein zweites Mal,
          kein Forte, <hi ana="lemma">Manker</hi>, nicht fortissimo, In-Scherben-der-Spiegel, so
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_161" n="text_snippet">[...] Aber bloß weil ich den Budweiser
          Bierkrug in Blockbuchstaben schreibe, um das mir liebe Werbegeschenk angemessen
          hervorzuheben, und da meine Schreibmaschine, eine Groma Mechanik aus dem Geschäft meines
          Vaters, keine Kursivbuchstaben führt, deshalb brauchen Sie noch lange nicht dermaßen
          loszubrüllen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, ich vertrage keine Aufregung mehr [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_162" n="text_snippet">[...] mit Entschlossenheit, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Blockbuchstaben, und Sie?, Sie flüstern schon wieder, schon wieder dieses
          Gesäusel, wie wenn ich zerfiele, auseinanderfiele, wie wenn Sie nicht lesen könnten, meine
          feinen Blockbuchstaben, Betonung, Manker, wohin denn ich, ausgewichen ich, auf den
          Hausflur entkommen ich und – Wie? Oh nein, Manker, jetzt rennen Sie mir gar ins
          Stiegenhaus nach und schreien dort herum, schreien auf dem Hausflur den Satz: Auf den
          Hausflur entkommen ich und zum Nachbarn gelaufen, um Hilfe zu erbitten, Sie werden noch
          die Nachbarn aus dem Schlaf stören, wenn Sie so übertreiben, wenn Sie alles nachstellen,
          wie in der Fernsehsendung XY, Die Polizei bittet um Mithilfe, wer hat Ihnen erlaubt,
          meinen Kopf zu verlassen und auf den Hausflur zu rennen, um dort herumzuschreien, den
          Schreibtisch zu verlassen und im Stiegenhaus wie ein Herold den Satz auszurufen: Auf den
          Hausflur entkommen ich und zum Nachbarn gelaufen, um Hilfe zu erbitten, ein Satz, der im
          Manuskript gar nicht betont ist, keine Blockbuchstaben, nichts, ich werde von Glück reden
          können, wenn die Nachbarn nicht die Polizei rufen oder die Rettung, Sie bringen mich noch
          ins Irrenhaus, Manker, lento, Manker, lakonisch, ein Schadensinventar, kein
          Kriminalhörspiel, Sie ahnen ja nicht, wie mißgünstig der Hausmeister ist, sicher steckt er
          mit dem Attentäter unter einer Decke, er wird die Haustüre vorsätzlich nicht versperrt
          haben damals, also piano, Manker, Zurückhaltung [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_163" n="text_snippet">[...] Senza espressione, <hi ana="lemma">Manker</hi>, mir wurde doch schon einmal nach dem Leben getrachtet, ohne daß es mir
          eingefallen wäre, das Fenster aufzureißen und um Hilfe zu rufen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_164" n="text_snippet">[...] <hi ana="lemma">Manker</hi>, ist etwas
          nicht in Ordnung, hüstelte, nein, flüsterte ich, flüsterte auch ich unwillkürlich, denn
          Manker mußte einen mir unbekannten Grund haben, plötzlich ins Flüstern verfallen zu sein;
          freilich – es ging alles sehr schnell – mochte ich mich auch getäuscht haben, denn Manker
          sprach längst halblaut den Satz: Herumgeirrt in der verwüsteten Wohnung, dagestanden in
          der geborstenen Türe, da gestanden [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_165" n="text_snippet">[...] Jetzt der Brunnen auch nicht zugedeckt,
          klump, klump, ach, ich – Haben Sie gehört, <hi ana="lemma">Manker</hi>, die arme Mutter
          auf ihrem Kontrollgang, mit ihrem Fintenreichtum, wenn es darum geht, nachts im Haus eine
          kleine Unruhe zu veranstalten, und den Sohn aus dem Schlaf zu stören [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_166" n="text_snippet">[...] wenn Sie wieder meinen Blockbuchstaben
          nicht Rechnung tragen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, bald also, werde ich die Geschichte
          weitererzählen, nämlich, wie meine Mutter eines Tages in die weit entfernte
          Italienerstraße aufgebrochen war, um – Aber weiter jetzt [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_167" n="text_snippet">[...] nicht? Ja ja, ich höre schon, oder sehe
          es, nein, ich höre es, Nachtigall, ick hör dir trapsen, ich höre schon, wie Sie mich
          verklagen werden, aber soll ich Sie deshalb nur M nennen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, M –
          Eine Stadt sucht einen Mörder, so? Nein [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_168" n="text_snippet">[...] Cornuto; ob er dazu auch die
          entsprechenden Fingerbewegungen vollführte, wäre mir entgangen, aber ausgesprochen hätte
          er es wie Sie, <hi ana="lemma">Manker</hi>: Cornuto [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_169" n="text_snippet">[...] Sie müssen wissen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Ernst war nämlich der Vorname meines Vaters, des Kaufmanns in – Nein, gar
          nichts müssen Sie wissen, wie könnte Sie das interessieren, aber bei den nächsten
          Unzukömmlichkeiten, Manker, werde ich Ihnen weitererzählen von meinem Vater, ausführlich,
          also nehmen Sie sich zusammen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_170" n="text_snippet">[...] Nikolai in Villach, in deren großem
          Pfarrsaal das Stück aufgeführt worden sein muß, und von wo es seinen Siegeszug um die Welt
          –), ob also nur ein oder mehrere Wohltäter, das entzieht sich meiner Kenntnis – wichtig
          ist, daß man die Täter, ob Wohloder Übeltäter, gut spielt, das wissen Sie ja, <hi ana="lemma">Manker</hi>, als spätgeborener Kollege meines Vaters – aber es muß eine
          feine Rolle gewesen sein, in die mein Vater gesteckt wurde, ob als Wohltäter der
          Menschheit oder nur in Wohltäter der Menschheit, gerade für einen Textilkaufmann eine
          feine Rolle: dunkle Phantasieuniform samt Orden, weißer Umhang, weiße Tellerkappe, weiße
          Handschuhe; ein früheres Königsdrama möglicherweise, freilich ohne Wandererzählerin und
          Raumverdrängerrotte und all so Kokolores, ein Theaterstück, von dem ich über den Titel
          hinaus nichts weiß außer, daß mein Vater, wie eine Fotografie belegt, darin aufgetreten
          ist, möglicherweise sogar als der, als der einzige Wohltäter der Menschheit – Ach, mein
          Vater, und meine Mutter, und das Papierfachgeschäft Oskar Mikula, Italienerstraße
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_171" n="text_snippet">[...] – Bestrafen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, bestrafen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_172" n="text_snippet">[...] Einer wird kommen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, wer kann da gemeint sein, auf wen soll das zutreffen, auf den Schneider
          vielleicht, dem eine Sonja ins Haus steht, wiewohl ich nach Pascale eher auf eine Yasmin
          getippt hätte, aber gut, Sonja, warum nicht, singen kann sie auch, das ist wichtig, der
          Robert Schneider ist nämlich hochmusikalisch, aber ob sie wirklich ihn meint, in ihrem
          Lied, dem Lied der Sonja und des Inhalts, daß einer kommen werde [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_173" n="text_snippet">[...] Aber jetzt, <hi ana="lemma">Manker</hi>, die Villacher Sinfoniker unter Hans Schamberger laufen zu einer nachgerade
          schamlosen Hochform auf, jetzt wieder zwei Lieblingsstücke aus einem Welterfolg, nämlich
          aus DAS LAND DES LÄCHELNS, uraufgeführt 1929, dem Jahr, in dem auch ein anderer großer
          Erfolg, nämlich WOHL- TÄTER DER MENSCHHEIT , aufoder uraufgeführt worden ist, jetzt also
          das Lied des Sou Chong Dein ist mein ganzes Herz aus der Operette Die Fledermaus,
          Blödsinn, aus der Operette Das Land des Lächelns von Franz Lehár (1870–1948), – ist mein
          ganzes Herz, wo du nicht bist, kann ich nicht sein, [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_174" n="text_snippet">[...] Aber sprechen Sie weiter, <hi ana="lemma">Manker</hi>, ich höre: Weiter jetzt [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_175" n="text_snippet">[...] Pause, wozu denn? Aber nein doch, nicht
          Sie, <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_176" n="text_snippet">[...] Und um welche Dörfer es sich handelt,
          wird wohl nicht zu erfahren sein, so interessant es wäre, ist das so? <hi ana="lemma">Manker</hi>, ist das so, nein, nicht Manker, Koringer, Franz Koringer, geh [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_177" n="text_snippet">[...] – Ich weiß auch nicht, wie ich hinfand,
          und es war dies zum ersten Mal – Kompliment, <hi ana="lemma">Manker</hi>, weiter so,
          geschwinde, doch nicht zu schnell und mit Entschlossenheit, ja, das gefällt mir, wie Sie
          das sprechen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_178" n="text_snippet">[...] Und jetzt, <hi ana="lemma">Manker</hi>,
          wir sprechen gleich weiter? Tatsächlich, er spricht gleich weiter; nein, zum Kuckuck, wir
          sprechen nicht gleich weiter, Pause, Manker, Pause, Pause und noch einmal Pause, sollte
          mein letztes Wort das Wort PAUSE gewesen sein, werden Sie das zu verantworten haben,
          Manker [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_179" n="text_snippet">[...] Nein, gar nichts werden sie denken, die
          Hörer, sie können ja nicht wissen, daß Sie meine Fragen – Schritte? Wie damals? Wie in
          jener Nacht? Jede Nacht wie damals? –, daß Sie <hi ana="lemma">Manker</hi>, meine Fragen
          als Antworten – Schritte [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_180" n="text_snippet">[...] Soll ich Ihnen den Budweiser Bierkrug
          an den Kopf werfen, <hi ana="lemma">Manker</hi>? – Fragezeichen, Mann, Fragezeichen; und
          Absatz [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_181" n="text_snippet">[...] ! zu vernehmen, aber es gilt nicht mir,
          noch nicht, sondern den Nachbarskindern im Traum, die Mutter spricht im Schlaf, statt dem
          Sohn zu öffnen, den sie hinuntergeschickt hat, den Abfallkübel auszuleeren; aber
          irgendwann, nach wie langer Zeit, vermag ich nicht zu sagen – hätte ich einen Zug
          erreichen müssen, ich hätte ihn versäumt –, irgendwann, vielleicht, weil das Läuten im
          Traum und das Klopfen an der Türe zusammengefallen sind, irgendwann das Geräusch des
          Krückstocks, der Stützkrücke, das Geräusch eines Näherkommens, eines Sich-heran-Arbeitens,
          und nach weiteren Minuten die Frage – jetzt aufgehorcht, <hi ana="lemma">Manker</hi> –,      
    die Frage durch die Türe: Wer IST da?! Antwort draußen: Ich [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_182" n="text_snippet">[...] Aber uns, <hi ana="lemma">Manker</hi>,
          interessiert nur die Frage, die Fragestellung, die Kampfstellung, die Modulation: Wer ist
          da?! Ich ist jeder, ich ist bald einer; aber: Wer ist da?!, da hätten Sie von meiner
          Mutter noch etwas lernen können in puncto – in puncto [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_183" n="text_snippet">[...] Außerdem, was wäre denn ehrenrührig
          daran, ein Warmer zu sein, selbst der Staatsoperndirektor – nein? Nein, <hi ana="lemma">Manker</hi>, nicht zweimal nein, nur einmal nein, selbst der Staatsoperndirektor –
          nein?, so, und nicht: – der Staatsoperndirektor – nein? Nein? Nein genügt doch, wenn nein
          ist, ist nein [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_186" n="text_snippet">[...] wo ist der Faden, alles etwas
          zerfasert, zerfahren, zerfahren und im Lot schon gar nicht, ohnehin nicht, längst nicht
          mehr, das kann ich nachweisen, aber der Faden, ein Faden zumindest, unter zu vielen, wo,
          wo der verlorene Faden, der verlorene Sohn, wo? – Im Hausflur der verlorene Sohn, der
          ungebeten wiederkehrende, durch das Stiegenhaus herauf in den dritten Stock der Verlauf
          des verlorenen Fadens, zu mir herauf, zu meinem Schreibtisch, durch fortgesetzten Spott in
          Furcht und Unruhe versetzt, fahren Sie fort, <hi ana="lemma">Manker</hi>, – Opfer der
          Spottlust, nein, nicht Sie ein Opfer der Spottlust, Manker, Sie schon auch, aber erst
          später, bei Ihnen muß man aufpassen, vorsichtig sein, bei all dem, was man hört, und man
          hört so einiges, Sie sind nicht ungefährlich, Manker, im Text sollen Sie fortfahren, das
          meinte ich, durch Opfer der Spottlust zum Opfer der Opfer der Spottlust geworden, Furcht
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_187" n="text_snippet">[...] Nikolai mit einer gewissen Helene; aber
          dafür sind Sie zu jung, <hi ana="lemma">Manker</hi>, zu jung für solche kostbaren
          Erfahrungen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_188" n="text_snippet">[...] ber, die Magazinschmierer fragen
          würden, – was dran an der Geschichte vom Eingriff in Johannesburg, bei dem etwas
          schiefgegangen sein muß? Was muß schiefgegangen sein, und wie: hat sich ein Löffler in
          eine Löffler, ein Sigurd in eine Sigrid verwandeln lassen wollen, oder eine Löffler in
          einen Löffler, eine Sigrid in einen Sigismund, was kann der Sigismund dafür, daß er so
          schön – nein, das geht nicht, also was ist, <hi ana="lemma">Manker</hi>, woher wissen Sie,
          wie haben Sie Kenntnis erlangt von diesem Mißgeschick in Johannesburg, haben Sie mit der
          Löffler geschlafen, oder es zumindest versucht, und sind hereingefallen, und darob
          verärgert? Ist in diesem Lichte vielleicht eine frühere Äußerung des ERLÖSERS über die
          Kritikerin Löffler zu sehen, die ihn mit pathologischem Haß verfolge (wogegen, Anmerkung
          des Verfassers, nicht das geringste einzuwenden ist, im Gegenteil), daß sie IHM, dem
          Erlöser, vorkäme wie Felix Dvorak als Tootsie, ein Spott, der mich immer schon stutzig
          gemacht hat, auch deshalb, da er, gelungen, nicht gut vom Heller sein kann? Kann es sein,
          daß auch der Erlöser versucht hat, die Löffler zu erfreuen, auf daß sie sich erkenntlich
          zeige, und etwas ist schiefgegangen, kann das sein? Übrigens, Manker, da ich schon
          genötigt bin, mich mit Ihren möglicherweise bloß aleatorischen Späßen zu befassen, und da
          Sie sich in Ihrer Darstellungskunst schon bis zum Kokoschka vorgearbeitet haben, einen
          Gefallen könnten Sie mir erweisen: könnten Sie nicht, zu dessen Lebzeiten noch, den
          Erlöser spielen, den Heller, so wie Brad Pitt den Heinrich Himmler, was schreibe ich, –
          den Heinrich Harrer verkörpert: Brad Pitt als Heinrich Harrer in Tibet, Paulus Manker als
          Andre Heller in China und Hongkong, und hinzu käme Wattens in Tirol; das könnten Sie doch,
          Manker, die Idee, Ihnen geschenkt [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_189" n="text_snippet">[...] boten wird, in einem Magazin, dessen
          Namen auszusprechen ich nicht in der Lage bin, erzählt, was heißt erzählt, andeutet, immer
          mit den selben drei Sätzen, und woher kennen Sie den <hi ana="lemma">Manker</hi>, wo haben
          Sie ihn kennengelernt, in Johannesburg etwa, auch ihn, vor dem Eingriff, vor den
          Eingriffen? Auch er in Johannesburg? – Aber wie gesagt, Manker, und ausgemacht: Sie
          spielen, nein, Sie leben den Heller, und ich verzichte auf weitere Ermüdungen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_190" n="text_snippet">[...] Freunde der Vorstadt, <hi ana="lemma">Manker</hi>, das müssen Sie sich merken, sollten sie beachten, wenn Sie wieder einen
          Verein gründen, Freunde der Vorstadt, ohne Vorbehalt der körperlichen Unversehrtheit,
          Seebach, Magdalen, Lind, ach, mit den Freunden der Vorstadt Bekanntschaft zu machen, es
          wäre nicht ratsam [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_191" n="text_snippet">[...] wie wenn Sie, laut sprechend, Nachschau
          hielten, Nachschau vor der Türe, auf dem Vorfeld, dem Aufmarschgebiet, im Hausflur, aber
          wer hat Ihnen erlaubt, die Stellung zu verlassen, und wäre es, um Nachschau zu halten, wer
          hat Ihnen erlaubt, ins Stiegenhaus zu gehen, Licht im Stiegenhaus?, wie wenn Sie Licht
          machten, oder es zumindest versuchten, Kein Licht im Stiegenhaus, wie wenn Sie Licht
          hätten machen wollen, aber, wie befürchtet, und wie zur Bestätigung – Wie wenn der Kopf,
          in dem die Gedankenstimme vermutet werden darf, durch die aus guten Gründen verschlossene
          Wohnungstüre hindurch im Stiegenhaus herumgeisterte, Licht im Stiegenhaus? Kein Licht im
          Stiegenhaus? Wie wenn diese Gedankenstimme über einem giftgrünen Wams und einem Buckel
          anzusiedeln wäre, Licht im Stiegenhaus? Kein Licht im Stiegenhaus? Oder über einer
          entschlossenen Hand mit einem Küchenmesser, Licht, Ganglicht, Zischen des Ganglichts? Wie
          kann der Kopf über dem Schreibtisch, zwischen Schreibtisch und Fenster allenfalls,
          gleichzeitig außerhalb, im Stiegenhaus, derartige Nachforschungen anstellen, in dieser
          Deutlichkeit und rhetorischen Schärfe noch dazu? Licht im Stiegenhaus, kein Licht im
          Stiegenhaus? Genial, <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_192" n="text_snippet">[...] – Oh, <hi ana="lemma">Manker</hi>, ein
          fürchterlicher Verdacht: Sie haben damit hoffentlich nichts zu tun, nichts zu tun gehabt
          mit dieser Geschichte? Nein, dafür sind Sie wahrscheinlich zu jung [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_193" n="text_snippet">[...] ein von mir Beschädigter, einer dem ich
          die Frau weggenommen habe, oder einer, den ich komisch angesehen hätte, und wohl insgeheim
          belustigt, und der mir meine heimlichen Belustigungen schon noch austreiben würde, und
          alles nur, weil Sie so flüstern, <hi ana="lemma">Manker</hi>, jetzt werden sie ein anderes
          Mal kommen, außerhalb der Geschäftszeiten, welche auch immer, ob der geheime
          Postenkommandant, ob die Urbanzverbrecher aus Lind bei Knittelfeld, ob der Eibisch aus
          Lind in Villach, oder der Kunstmaler Schreib aus der Leopoldstadt, der Schneider Volpini,
          einer oder mehrere, aber welche? Jetzt sind Sie ansatzlos wieder zu laut, Manker, und
          nachgerade panisch, WELCHE?!, wie soll der Delinquent sich denn anschleichen, wenn Sie
          einen solchen Lärm machen, einen derartigen Gedankenlärm, Sie werden ihn noch vertreiben,
          den Hausfriedensbrecher, und das Hörspiel ruinieren, mein gutes Hörspiel: bald zu leise,
          bald zu laut, häufiger zu laut als zu leise, Flüstern oder Schreiben, sehe sich einer
          diese Fehlleistung an, Flüstern oder Schreien hat es natürlich zu heißen, in einem
          Hörspiel, Flüstern oder Schreien, Schreie und Flüstern, sonst nichts, keine Zwischentöne,
          kein bitter – nicht bitter, kein Strahlen vor Einsicht, das ist bitter [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_194" n="text_snippet">[...] der Vater, der natürlich auch nicht
          Eibisch hieß und außerdem nicht wirklich der Vater – nein, nichts, der Vater also betrieb
          einen Friseursalon in Lind, zu einer Zeit, als das Haareschneiden noch um drei Schillinge
          zu haben war – aber Hand aufs Herz, <hi ana="lemma">Manker</hi>: wären Sie selbst darauf
          gekommen? Hut ab, Sie sind zumindest ehrlich [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_195" n="text_snippet">[...] – Einen Augenblick, <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_197" n="text_snippet">[...] Hören Sie auch, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Sie dürfen ruhig zuhören, hören Sie nur, wie es klingt von unten, klack
          klack klack klack, das ist das Fräulein Kratzwald, die Sekretärin, die hin und her eilt
          auf ihren hochhackigen Kampfschuhen; und hören Sie, wie die Bestellungen auf den
          Anrufbeantworter gesprochen werden, aus dem niedersten Österreich, aus Wien, aus dem
          Burgenland, aus Judenburg, aus Laa an der Thaya und Bruck an der Leitha, auch nachts,
          hören Sie? Hören Sie, wie ich es höre, nein, nicht, wie ich es höre, es hört ein jeder
          anders, sondern wie ich es höre, der Hausherr, wie ich es durch den Fußboden heraufhöre,
          hören Sie? Sie hören ja gar nicht zu, Manker, die Nominierung des Hörspiels für den PRIX
          ITALIA scheint Ihnen zu Kopf gestiegen zu sein, aber das werde ich Ihnen bald ausgetrieben
          haben, und noch hat das Hörspiel den Preis nicht gewonnen, außerdem müssen wir es noch
          weiter durchgehen, durchstreifen das zwielichtige Gelände, das einmal zu grell, dann
          wieder zu wenig beleuchtete, ausgeleuchtete, wie wir Filmleute sagen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_198" n="text_snippet">[...] es Aufbrüllen, Aufjaulen?! Daß nur das
          Haus nicht in sich zusammenfällt, bevor das Befürchtete geschieht, daß das Hörspielstudio
          und mit ihm das gesamte Rundfunkgebäude nicht eingestürzt ist nach einer solchen
          Detonation, <hi ana="lemma">Manker</hi>, ein Wunder [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_199" n="text_snippet">[...] Aber Kaffee trinken muß ich doch, einen
          halben Liter wenigstens, und so stark wie möglich, wie sonst sollte ich mich aufmachen
          können zur Flucht, dorthin, wo es schön ist und die Luft gut, in die Hohen Tauern? Sie
          können da nicht mitreden, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Sie kennen allenfalls die Hohe
          Tatra oder das Salzkammergut, ja den Semmering wahrscheinlich auch, was die Wiener eben so
          für Natur halten - Küche hinein und nur in Gedanken aus der Küche und aus der Wohnung
          hinaus, weiterhin tapfer am Waschbecken gestanden und – wozu nur, wozu? – nebenan, am
          Herd, den Kaffee gekocht, Qual, Mühsal, Kukident, Irrsinn! Muß es sein? Es muß sein! Fritz
          Wunderlich die Treppe hinuntergefallen, Gundula Janowitz Operndirektorin in Graz, mein
          Vater mit nur 87 Jahren verstorben, die Mutter allein im großen Haus, und Sie machen mit
          einem einzigen Schrei, mit einem epileptischen Schreianfall das Hörspiel zunichte, Manker,
          das gute Hörspiel, ich habe mir solche Mühe gegeben und jetzt – und jetzt – das
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_200" n="text_snippet">[...] hören kann, freilich wäre interessant
          zu erfahren, welche Maler, neben Schönberg, in Bergs Leben getreten – Zimmermaler?
          Kunstmaler? Maler und Anstreicher? Schildermaler? Manfred Bockelmann? Alma Maler-Werfel?
          Die hats doch oft mit Malern gehabt, Kokoschka und so, muß ich Ihnen nicht sagen, Maler,
            <hi ana="lemma">Manker</hi>, pardon, nein, war natürlich Absicht, Sie wissen; oder kann   
       es sich bei Schönberg und Maler um frühe Auswirkungen, erste Anzeichen der
          Rechtschreibreform handeln, Zimmermaler, Gustav Mahler, einerlei? Nein, es wird doch die
          Geisteslandschaft in und um Villach sein, und ihr Zentralorgan, die Zeitschrift VILLACHER
          – Wien hat den WIENER, Villach den VILLACHER, jedem das seine – die Auswirkungen der
          Geisteslandschaft, daß Schönberg und Maler, und als oftmaliger Jausengast Doktor Slibowitz
          –, die Geisteslandschaft, in der ich Sie strafweise Ihre Alma-Produktion aufführen lassen
          werde, im Seehof, falsch, im Berghof am Ossiachersee oder in der Burgarena Finkenstein,
          einer auch in der Teigwarenherstellung – Finkensteiner Eiernudel – ersten Adresse;
          Finkensteiner Eiernudeln / schmecken gut / und stinken fein [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_201" n="text_snippet">[...] – Da!, da ist es wieder, da ist er
          wieder, der Schrei, der grindige, der Urschrei, il grido, JE- MAND IST IM HAUS – Kukident,
          Irrsinn! Warum haben Sie nur so schreien müssen, <hi ana="lemma">Manker</hi>, jemand ist
          immer im Haus [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_202" n="text_snippet">[...] – Aber Moment, <hi ana="lemma">Manker</hi>, was haben Sie geschrien, so laut, wie ich es nicht einmal in Gedanken
          getan hätte, jemand, ist im Haus? Wo denn, in welchem, in wessen Haus, in meinem etwa, in
          meinem Einfamilien-, nein, in meinem Keinfamilienhaus, in diesem? Das würde ich mir nicht
          bieten lassen, umgehend wendete ich mich an den Österreichischen Haus- und
          Grundbesitzerbund, Sektion Villach, an Obmann Dr [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_203" n="text_snippet">[...] wie es ist, fortwährend verletzt zu
          werden, gut so, ohne daß die Gerichte einschritten, wie könnten sie auch, IN DUBIO PRO
          ARTE, flötete er, die – Ha, Odol! Irrsinn, Kukident! Die Untere Viaduktgasse hinauf, die
          Untere Viaduktgasse hinunter, und zurück, zurück, <hi ana="lemma">Manker</hi>, zurück
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_204" n="text_snippet">[...] – Jetzt, hier, schon wieder, – aber
          was, was wenn mir der Jeanescu, wenn mir der Jeanescu, bibber bibber, oh, oh, ja was denn
          wenn mir der Jeanescu, reißen Sie sich am Riemen, Mann!, Haltung, <hi ana="lemma">Manker</hi>, es ist ja noch nicht soweit, falls überhaupt, falls je, darum geht es
          doch, zwei solide Handwerker geschickt hätte, die mir nach der Behandlung auch noch, einer
          nach dem andern, ihre gewaltigen Glieder in den Mund steckten – ihre Flöten, Manker, sehen
          Sie, hören Sie, wie wichtig das ist mit dem Flöten und den Flöten, und es würde sich
          wahrscheinlich um Blockflöten und nicht um Piccoloflöten gehandelt haben bei den
          gewaltigen Gliedern – in den Mund steckten und dazu riefen oder im Duett sängen Das
          Zeichen ist auch du Bedeutung, was – Kukident, Manker! Sie riefen, sie sängen im Duett,
          sie hätten dem Flöten verwandte Formen gewählt, und Sie? Rufen Sie oder singen Sie im
          Duett – Kleinigkeit, Manker –, wie jene, die es gar nicht gibt, gerufen oder im Duett
          gesungen hätten? Nein, Sie flüstern schon wieder, und flehen, in dieser unguten
          neurasthenischen Spielart, dieses gewisse Nervlerische, wie in Villach gesagt wird, Sie
          werden mich noch als Nervler in die Nervenheilstätte bringen, wenn das so weitergeht
          [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_205" n="text_snippet">[...] Überspannt, gewiß, überspannt, das ist
          das Wort, ich bin überspannt, überreizt, überreizt vom ständigen Hinund Hergehen –
          tadellos hingekriegt, <hi ana="lemma">Manker</hi>, daß es das auch noch gibt –, und
          gereizt vom ständigen Vorund Zurückschalten am Tonbandgerät bin ich außerdem, vom
          Einschalten und Ausschalten, vom Drücken der Tasten, wie wenn ich nicht ohnehin meine
          Existenz mit der Handhabung von Tasten und Tastaturen bestritte [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_206" n="text_snippet">[...] mich mit Ihrer großsprecherischen
          Raserei – Sollen sie kommen sollen nur kommen pah wer hat sich angesagt ein Verspotteter
          ein Beschädigter ein – schon wieder auf diesen Prix Italia im lauten Ravenna gebracht
          haben, wissen Sie, was dank Ihrer Mithilfe passiert ist? Was meinen Sie, <hi ana="lemma">Manker</hi>, hat das Hörspiel nun den Prix Italia oder den nicht minder begehrten
          Spezialpreis der Jury erhalten, oder ist es, wie Dutzende andere, aus aller Welt
          nominierte Hörspiele, leer ausgegangen, Leermeldung, und könnte sich, in diesem Fall,
          immer noch damit trösten, daß ja nicht gewinnen, sondern dabeisein wichtig wäre? Nun? Nun,
          Manker, um es kurz zu machen, es hat weder gewonnen noch nicht-gewonnen, es ist, und das
          werden Sie mir büßen, es ist mit einer sogenannten Lobenden Erwähnung bedacht worden, so
          mein Mann in Ravenna, telefonisch und unmittelbar nach der Urteilsverkündung [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_207" n="text_snippet">[...] Wie denn auch nicht, bei dieser
          öffentlichen Bekanntmachung einer zweifelhaften Wertschätzung! Zum Vergleich, <hi ana="lemma">Manker</hi>: Der Wiener Bürgermeister, der Bürgermeister und Landeshauptmann
          von Wien, und der Amtsführende Stadtrat für Kultur haben mich wenigstens brieflich, in
          privaten Briefen, ihrer außerordentlichen Wertschätzung versichert, nicht wegen der
          Lobende Erwähnung des Hörspiels beim Prix Italia, das natürlich nicht, sondern anläßlich
          der Vollendung meines fünfzigsten Lebensjahres, meines Geburtstages, den ich, mit guten
          Aussichten, geheimzuhalten versucht hatte und den ich in ländlicher Abgeschiedenheit,
          gestört nur von fernen und nahen Rasenmähern, von nahem und fernem Baulärm, von
          Heimwerkergeräuschen, von Fleiß und Industrie, nicht zu begehen gedachte; aber immerhin,
          der Wiener Bürgermeister und sein Kulturstadtrat wissen wenigstens, was sich gehört; der
          neue Bundeskanzler freilich und sein Kunststaatssekretär wissen offenbar nicht, was sich
          gehört, sonst hätten sie mich ebenso ihrer außerordentlichen Wertschätzung versichert,
          aber der Kunstkanzler und sein Staatssekretär wissen nicht nur nicht, was sich gehört, sie
          wissen, was die Kunst anbetrifft, überhaupt nichts, nicht das allergeringste wissen sie,
          was sie freilich als Vorteil erachten, umso mehr können sie sich dem Sparen, dem
          Einsparen, dem sogenannten Schnüren von Sparpaketen, der europäischen Einigung und den
          sogenannten Maastricht-Kriterien, was immer das sein mag, widmen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_208" n="text_snippet">[...] Keinen Einwand, <hi ana="lemma">Manker</hi>, ich kann den Wiener und das Wienerische nicht leiden, so wenig wie alle
          anderen und alles andere, aber das gehört nicht hierher [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_209" n="text_snippet">[...] Nein, <hi ana="lemma">Manker</hi>,
          natürlich können Sie von diesem Anwalt, dieser verbrecherischen Existenz nichts wissen, da
          ist mir etwas durcheinander geraten, denn warum sollte gerade ich diesen Anwalt fürchten
          oder nicht fürchten? Umgekehrt, er müßte fürchten, daß ich ihm auflauerte, er weiß zwar
          nichts von mir, und ich nichts von ihm, außer, daß davon auszugehen ist, daß er aussieht
          wie eine Hugo-Boss-Reklame, ich kenne ihn nicht und er nicht mich, und doch ist er mir
          einmal, ohne das zu wissen, und vor längerer Zeit schon, in die Quere gekommen, und das
          gälte es abzurechnen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_210" n="text_snippet">[...] Aber würde ich doch Mitglied gewesen
          sein, ich weiß nicht genau im Augenblick, kennte ich nicht den Gründungspräsidenten?,
          könnte denn nicht wenigstens er Verständnis für mich aufbringen? Wer, wenn nicht er! – <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_211" n="text_snippet">[...] Als kleine Wiedergutmachung, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Sie würden mir doch helfen, kleine Wiedergutmachung Ihres
          Hilfeschreis, der mir ja auch, und er gerade, die Lobende Erwähnung eingebracht,
          eingebrockt haben dürfte? Manker? Was ist, Manker, sind Sie taub? Wie, was sagen Sie, für
          mein Anliegen hätten Sie ein taubes Ohr? Ausgerechnet Sie, ein taubes Ohr für mich, und
          eines nur, so wie das Hörspiel sich anhört? Ein taubes Ohr!, hat die Welt das schon
          gehört! Zwei, drei, tausend taube Ohren! Sehen Sie denn nicht, wie Sie das Hörspiel
          ruiniert haben, und immer noch und immer weiter ruinieren? Soll ich es Ihnen vorführen,
          weiter vorführen, bis zum bitteren Ende? Ich werde es Ihnen vorführen, daß Ihnen Hören und
          Sehen vergeht, so werde ich es Ihnen vorführen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_212" n="text_snippet">[...] das Ganglicht ausgefallen sein oder –
          Oder werden mir nach und nach die Sicherungen durchbrennen? Noch einmal: Wird das
          Ganglicht ausgefallen sein oder wird er, wie – der Karfreitagsmörder, die Glühbirnen
          herausgeschraubt haben – hören Sie, pardon, sehen Sie? Schon wieder!, ganz falsch, schon
          wieder falsch betont; Wird das Ganglicht ausgefallen sein oder wird er, wie der
          Karfreitagsmörder, die Glühbirnen herausgeschraubt haben, statt: Wird das Ganglicht
          ausgefallen sein oder wird er, wie der Karfreitagsmörder, die Glühbirnen herausgeschraubt
          haben – bemerken sie den Unterschied? Oder hier – falsch: Wer ist es, vielleicht schon im
          Stiegenhaus; richtig: Wer ist es, vielleicht schon im Stiegenhaus; Sie sehen: bitter –
          nicht bitter, <hi ana="lemma">Manker</hi>, das sehen Sie doch [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_213" n="text_snippet">[...] Nein, <hi ana="lemma">Manker</hi>, aus
          diesem Buch wird mir keiner entkommen, ich werde die Sicherheitsmaßnahmen noch verschärfen
          und weitere Vorkehrungen treffen [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_214" n="text_snippet">[...] Wie? Nein, auch nicht in
          Sondervollzugsanstalten, etwa für geistig abnorme Rechtsbrecher – warum denn so fürwitzig,
            <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_215" n="text_snippet">[...] Mehr Gelassenheit, <hi ana="lemma">Manker</hi>, wer ist es, aus welchem Buch entsprungen und auf dem Weg zu mir, wie wenn
          ich mich fürchtete; ein aus einem Buch Entsprungener, na und?, entsprungen und auf dem Weg
          zu mir, na und? Ich fange sie ohnehin wieder ein, die aus den Büchern Entsprungenen, sie
          werden ihrer Freiheit nicht lange froh, sie entspringen aus diesem oder jenem Buch, machen
          sich auf, machen sich auf zu mir, wollen mir auflauern, wollen mich heimsuchen, ich aber
          bin gewarnt, bin vorbereitet, ich stelle ihnen die Falle, fange sie wieder ein und sperre
          sie in ein anderes, in ein neues, mit besseren Sicherheitsvorkehrungen ausgestattetes
          Buch; und besonders gefährliche Ausbrecher stecke ich in ein Hochsicherheitskapitel,
          pfiffig, nicht wahr, und deshalb muß ich wissen, wer aus welchem Buch – Sie kennen das
          inzwischen, Manker [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_216" n="text_snippet">[...] Oh, Oh! Die schiere Mordlust, der
          blanke Vernichtungswunsch, ja, was denn, <hi ana="lemma">Manker</hi> [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_217" n="text_snippet">[...] Ein Witzchen gefällig, <hi ana="lemma">Manker</hi>, KENNEN SIE DEN? – Sagt der eine Zuhälter zum anderen Zuhälter – Hör zu! –,
          sagt der eine Zuhälter zum anderen Zuhälter: – Hör zu!, sagt also der eine Zuhälter zum
          anderen – Nein, falsch, diesen Witz meine ich gar nicht, Witz, nun, diesen Witzanfang,
          Witz Erzählungsversuch Unsinn, versucht ein Narr einem anderen Narren im Nachbargarten
          einen Witz zu erzählen, im therapeutischen Gelände, Pro Mente Infirmis, therapeutische
          Wohngemeinschaft, durchaus liebenswerte Nachbarn, während der Gartenarbeit und in meinen
          Vormittagsschlaf hinein einen Witz zu erzählen, ein Narr dem anderen, aber der Witz
          scheint nicht zustande zu kommen, da der andere Narr den Witz, Sagt also der eine Zuhälter
          zum anderen Zuhälter: –, nicht hören will, es sei denn, daß der Witz darin bestünde, daß
          der eine Zuhälter zum anderen Zuhälter sagte: Hör zu, ein Witz unter Narren, durchaus
          denkbar, denkbar aber auch, daß ich, mich im Bett wieder umgedreht habend, die Pointe
          verschlafen habe, buchstäblich verschlafen, was der eine Zuhälter zum anderen auf dem
          Nachbargrundstück so sagt [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_218" n="text_snippet">[...] auch violette Eier, darüber machte man
          keine Witze? Das nehme ich Ihnen nicht ab, <hi ana="lemma">Manker</hi>, nicht Ihnen, einem
          genialen Darsteller, der sich manchmal in ein Hörspiel verirrt, zerstreut oder in großer
          Eile, nebenher, und es zugrunde richtet, aber violette Eier: nicht Sie, Sie nicht! Und
          keck müssen Sie auch nicht werden, keck wie Haslinger und Keck, Kecks feine Kost,
          Herrengasse; wer violette Eier hat, bestimme immer noch ich [...]</ab>
        <ab corresp="w3.manker_219" n="text_snippet">[...] denn kein anderes Hörspiel gefunden, um
          sich auszutoben? Und schon wieder diese Wallungen, diese Wellenbewegungen, soll kommen,
          soll sich heraufgeschlichen haben, diese Brandung gegen die Wände einer Gummizelle, ich
          würde ihm würde ihn oder würde ich – oder würgte ich, wie wenn der Würgeengel Ihnen die
          Kehle zuschnürte, so hören sich Ihre Übertreibungen an, <hi ana="lemma">Manker</hi>, Ihr
          abschließendes Übertreibungsfurioso, wie am Ende, wie von einem, der am Ende ist, so hört
          es sich an, Es hat geläutet, wie wenn Sie eher aus dem Fenster sprängen, als daß Sie zur
          Türe gingen, so hört es sich an, wie am Ende, es hat geläutet, wie wenn Sie bei diesem
          letzten Satz auf der Stelle Umfallen wollten, einer, der am Ende ist, mit den Nerven
          runter, fertig, fix und fäddich [...]</ab>
      </div>
    </body>
    <back></back>
  </text>
</TEI>
