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Strab. 8,3,17 = 345,1 ff.

TitelGeographika
AutorStrabon
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.-1. Jh.n.Chr.
Originaltext Πλείους δ’ εἰσὶ λόγοι περὶ τῶν Καυκώνων· καὶ γὰρ Ἀρκαδικὸν ἔθνος φασί, καθάπερ τὸ Πελασγικόν, καὶ πλανητικὸν ἄλλως, ὥσπερ ἐκεῖνο. ἱστορεῖ γοῦν ὁ ποιητὴς καὶ τοῖς Τρωσὶν ἀφιγμένους συμμάχους, πό- θεν δ’ οὐ λέγει· δοκοῦσι δ’ ἐκ Παφλαγονίας· ἐκεῖ γὰρ ὀνομάζουσι Καυκωνιάτας τινὰς Μαριανδυνοῖς ὁμό- ρους, οἳ καὶ αὐτοὶ Παφλαγόνες εἰσί. μνησθησόμεθα δ’ αὐτῶν ἐπὶ πλέον, ὅταν εἰς ἐκεῖνον περιστῇ τὸν τό- πον ἡ γραφή. νυνὶ δὲ περὶ τῶν ἐν τῇ Τριφυλίᾳ Καυ- κώνων ἔτι καὶ ταῦτα προσιστορητέον. οἱ μὲν γὰρ καὶ ὅλην τὴν νῦν Ἠλείαν ἀπὸ τῆς Μεσσηνίας μέχρι Δύ- μης Καυκωνίαν λεχθῆναί φασιν· Ἀντίμαχος γοῦν καὶ Ἐπειοὺς καὶ Καύκωνας ἅπαντας προσαγορεύει. τινὲς δὲ ὅλην μὲν μὴ κατασχεῖν αὐτούς, δίχα δὲ μεμερι- σμένους οἰκεῖν, τοὺς μὲν πρὸς τῇ Μεσσηνίᾳ κατὰ τὴν Τριφυλίαν τοὺς δὲ πρὸς τῇ Δύμῃ κατὰ τὴν Βου- πρασίδα καὶ τὴν κοίλην Ἦλιν· Ἀριστοτέλης δ’ ἐνταῦ- θα μάλιστα οἶδεν ἱδρυμένους αὐτούς. καὶ δὴ τοῖς ὑφ’ Ὁμήρου λεγομένοις ὁμολογεῖ μᾶλλον ἡ ὑστάτη ἀπόφα- σις, τό τε ζητούμενον πρότερον λαμβάνει λύσιν. ὁ μὲν γὰρ Νέστωρ ὑπόκειται τὸν Τριφυλιακὸν οἰκῶν Πύ- λον, τά τε πρὸς νότον καὶ τὰ ἑωθινά (ταῦτα δ’ ἐστὶ τὰ συγκυροῦντα πρὸς τὴν Μεσσηνίαν καὶ τὴν Λακωνι- κήν) ὑπ’ ἐκείνῳ ἐστίν, ἔχουσι δ’ οἱ Καύκωνες, ὥστε τοῖς ἀπὸ τοῦ Πύλου βαδίζουσιν εἰς Λακεδαίμονα ἀνάγ- κη διὰ Καυκώνων εἶναι τὴν ὁδόν. τὸ δὲ ἱερὸν τοῦ Σαμίου Ποσειδῶνος καὶ ὁ κατ’ αὐτὸ ὅρμος, εἰς ὃν κα- τήχθη Τηλέμαχος, πρὸς δύσιν καὶ πρὸς ἄρκτον ἀπο- νεύει. εἰ μὲν τοίνυν οἱ Καύκωνες ἐνταῦθα μόνον οἰ- κοῦσιν, οὐ σώζεται τῷ ποιητῇ ὁ λόγος.
Quelle S. Radt, Strabons Geographika, Bd. 2, Buch V-VIII.
Übersetzung Es gibt mehrere Theorien über die Kaukonen. Sie sollen ein arkadisches Volk gewesen sein wie das pelasgische und auch wie jenes aufs Geratewohl umhergewandert sein. Jedenfalls berichtet der Dichter (Il. 10, 429. 20, 329) dass sie auch den Trojanern im Kampf zu Hilfe gekommen sind; von wo, sagt er nicht, vermutlich aber aus Paphlagonien; dort gibt es nämlich Leute die man Kaukoniter nennt (sie grenzen an die Mariandyner, die selber auch Paphlagonen sind.). Wir werden sie ausführlicher erwähnen wenn unsere Beschreibung zu jener Gegend gelangt ist; jetzt aber muß über die Kaukonen in Triphylien zusätzlich noch Folgendes berichtet werden. Manche nämlich sagen, das ganze heutige Eleia von Messenien bis Dyme habe Kaukonien geheißen: jedenfalls nennt Antimachos (F 27 Matthews) alle sowohl Epeier als Kaukonen. Andere behaupten, sie hätten nicht das ganze Eleia innegehabt sondern dort in zwei getrennten Gruppen gewohnt, teils bei Messenien in Triphylien, teils bei Dyme im Buprusischem und im Hohlen Elis; und Aristoteles (fr. 493 Rose) kennt sie als vor allem dort ansässig. Nun stimmt die letze Ansicht auch besser zu dem was Homer erzählt und findet auch das zuvor aufgworfene Problem so eine Lösung. Setzt man doch voraus dass Nestor in dem triphylischen Pylos wohnte; was südlich und östlich davon liegt – das ist das Gebiet das mit Messenien und dem Lakonischen zusammentrifft – untersteht ihm und wird von den Kaukonen bewohnt, so dass die von Pylos nach Lakedaimon Reisenden ihren Weg notwendigerweise durch das Land der Kaukonen nehmen müssen (das Heiligtum des Samischen Poseidon und der bei ihm gelegene Landeplatz, an dem Telemachos angelegt hat, liegt gen Nordwesten). Wenn nun die Kaukonen nur dort wohnen, stimmt die Erzählung des Dichters nicht…
Quelle der ÜbersetzungS. Radt, Strabons Geographika, Bd. 2, Buch V-VIII.
Kommentar Wie anhand dieser Stelle deutlich zu erkennen ist, gab es bereits in der Antike diverse Meinungen über die Abstammung und Herkunft der sogenannten Kaukonen. Während sie aber bereits bei Homer Erwähnung finden (Il. 10,429 oder 20,329 bzw. Od. 3,366), sind sie in historischer Zeit, also auch in jener Strabons, nicht mehr zu fassen.
BelegstellenHom. Il. 2,615-619; Strab. 8,3,11; Strab. 8,3,3; Strab. 12,3,5; Aristot. frg. 8,639(Rose); Aristot. frg. 8,493(Rose)
SchlagwortSiedlungsgeschichte, Stammesbezeichnung
Geographische ZuordnungTriphylien
Ethnische GruppenKaukonen
BearbeiterInMargit Offenmüller
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.347