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Hdt. 1,146,1-2

TitelHistorien
AutorHerodot
Zeitangabe5. Jh.v.Chr.
Originaltext ἐπεὶ ὥς γέ τι μᾶλλον οὗτοι Ἴωνές εἰσι τῶν ἄλλων Ἰώνων ἢ κάλλιόν τι γεγόνασι, μωρίη πολλὴ λέγειν, τῶν Ἄβαντες μὲν ἐξ Εὐβοίης εἰσὶ οὐκ ἐλαχίστη μοῖρα, τοῖσι Ἰωνίης μέτα οὐδὲ τοῦ οὐνόματος οὐδέν, Μινύαι δὲ Ὀρχομένιοί σφι ἀναμεμίχαται καὶ Καδμεῖοι καὶ Δρύοπες καὶ Φωκέες ἀποδάσμιοι καὶ Μολοσσοὶ καὶ Ἀρκάδες Πελασγοὶ καὶ Δωριέες Ἐπιδαύριοι, ἄλλα τε ἔθνεα πολλὰ ἀναμεμίχαται.
Quelle Ph.-E. Legrand, Hérodote. Histoires, Buch I.
Übersetzung Denn es wäre Torheit zu behaupten, daß die kleinasiatischen Ionier reineren Blutes und besserer Abkunft seien als die übrigen. Unter ihnen befindet sich eine erhebliche Zahl Abanten, die aus Euboia stammen und nicht einmal dem Namen nach Ionier sind. Mit ihnen haben sich ferner Minyer aus Orchomenos vermischt, außerdem Kadmeier, Dryoper, Reste von Phokern, Molosser und arkadische Pelasger und dorische Epidauerer und viele andere Stämme.
Quelle der ÜbersetzungJ. Feix, Herodot: Historien, Bd. 1, Buch I-V.
Kommentar Den Reflexionen Herodots über die achaischen und ionischen Stämme gehen die Überlegungen des Kroisos, welche Polis die mächtigste Griechenlands sei, voraus. Denn der Lyderkönig erwog, Sparta oder Athen zu seiner Verbündeten zu machen. Davon ausgehend behandelt Herodot Herkunft und z. T. Wanderungen der Dorer, Ionier, Achaier und Aiolier. Am meisten Platz räumt der Historiograph hierbei den Ioniern ein. Hier möchte er dem (Irr-)Glauben entgegentreten, die Ionier Kleinasiens seien die „reineren Blutes“, denn wie er neben den hier genannten Argumenten meint, hatten selbst die von reinstem Blute fremde Frauen oder Herrscher (Hdt. 1,147,1).
BelegstellenHdt. 1,146,2-147,1
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungIonien
Ethnische GruppenIonier, Abanter, Minyer, Dryoper, Phoker, Pelasger
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.159