Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof, Kardinal Burkhard II., Salzburg

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Hauptsiegel als Kardinalssiegel

Datierung: 1465-10-16

Foto: Rudolf K. Höfer

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Adorantensiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt eine gotische Baldachinarchitektur mit einem dreiteiligen Aufbau, die oben und unten bis zum Siegelrand reicht.##In der unteren Zone ist in einer Nische der SF frontal in kniender Gebetshaltung dargestellt. Der SF mit einem Kardinalshut hält die Hände gefaltet betend vor der Brust und trägt in der linken Armbeuge ein Vortragekreuz.##Im mittleren Segment steht in je einem Kielbogen eine Heiligengestalt als Ganzfigur in geschwungener Haltung. Beide tragen eine Mitra und sind mit einem Strahlenkranz nimbiert. Rechts ist es vermutlich der heilige Rupert als Patron des Bistums und Begründer des Bischofssitzes Salzburg. Er hält die Hände nach vorne, trägt in der Rechten das Pedum mit einer nach außen gerichteten schmuckvollen Curva und in der Linken ein mit Beschlägen verziertes geschlossenes Evangelienbuch. Links ist es vermutlich der Heilige Virgil als Bistumspatron. In der abgewinkelten rechten Hand trägt er das Pedum mit einer nach außen gerichteten schmuckvollen Curva. In der Linken hält er vor dem Bauch ein mit Beschlägen verziertes geschlossenes Evangelienbuch. Unterhalb der beiden seitlichen Architekturteile befindet sich je ein Halbrundschild, rechts das Erzbistumswappen, links das persönliche Wappen des SF.##Der obere Teil gliedert sich in drei Nischen. In der Mitte befindet sich die Mutter Gottes in Halbfigur mit dem nimbierten Jesuskind auf dem rechten Arm. In der Linken hält sie vor dem Bauch das Lilienzepter, das über die linke Schulter hinausragt. Rechts ein Heiliger mit Nimbus, in der Rechten einen Gegenstand, möglicherweise eine Märtyrerpalme, und in der Linken ein mit Beschlägen verziertes Buch haltend. Links ein Heiliger mit Nimbus, in der Rechten ein mit Beschlägen verziertes Buch und in der Linken einen Gegenstand, möglicherweise eine Märtyrerpalme, haltend. Es sind vermutlich die heiligen Nereus und Achilleus, die Hauptheiligen der Titelkirche, die dem SF als Kardinalpriester zugewiesen ist.
Heraldische Beschreibung:Persönliches Wappen: Gespalten, vorne ledig von Schwarz, hinten in Silber eine halbe und zwei ganze schwarze linke Spitzen.##Erzbistumswappen: Gespalten, vorne in Gold ein rot gezungter schwarzer Löwe, hinten in Rot ein silberner Balken.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Minuskel und Majuskel
Abgrenzung innen:Linie
Abgrenzung außen:Perlschnur
Transliteration:+ s(igillum) + Burkardi + t(i)t’(uli) + ſ(an)c(t)r(um) + nerei + e[t + a]chill’(ei) + p(res)b(yte)i + Card’(inalis) + ~ a(chi)e(iscop)i + salzeburge(sis) + ec(clesia)e + ap(osto)lce + sedis + legati +
Übersetzung:Siegel Burkhards, Kardinal-Priester des Titels der Heiligen Nereus und Achilleus, Erzbischof der Kirche von Salzburg, Legat des Apostolischen Stuhls
Materialität
Form:spitzoval
Maße:57 x 88 mm
Typ des Siegels:Abdruck
Siegelstoff:Siegelwachs
Farbe:

rot

Befestigung:anhängend an Fäden, in einer naturfarbigen Schale
Zustand:intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof, Kardinal

Burkhard II. von Weißpriach der Erzdiözese Salzburg

1461-11-16 bis 1466-02-16

Er wurde am 16.11.1461 zum Erzbischof von Salzburg gewählt und am 15.1.1462 von Papst Pius II. bestätigt. Konsekriert wurde Burkhard am 9.5.1462. Die Erhebung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche SS. Achilleus und Nereus wurde am 3.5.1462 publiziert.

Aufbewahrungsort:

Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Salzburg Erzstift, AUR 1465 X 16

Urkunde, 1465-10-16, Salzburg

Weitere Siegel:sa-84sa-85sa-87sa-88sa-89
Literatur

Franz Ortner, Art. Weißpriach, Burkhard von. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1448 bis 1648 hg. Erwin Gatz (Berlin 1996) 744f.

Siebmacherʼs großes Wappenbuch, Bd. 28: Die Wappen des Adels in Salzburg, Steiermark und Tirol (Neustadt an der Aisch 1979) 73 Taf. 29.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Handle:hdl.handle.net/11471/104.10.1.86
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz