Siegel der Bischöfe der Salzburger Metropole

Erzbischof Wlodizlaus, Salzburg

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Hauptsiegel

Datierung: zwischen 1267 und 1270

Foto: Ryszard Bacmaga, Staatsarchiv Breslau

Zeichnung: Ludwig Freidinger

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Beschreibung
Avers-Typ:Thronsiegel
Avers-Bildinhalt
Allgemeine Beschreibung:Das Siegel zeigt den auf einem Faldistorium sitzenden SF, dessen Füße auf einem Podest mit einer darunterliegenden Lilie ruhen. Vom Faldistorium sind die oben in Tierköpfen und unten in Tiergliedmaßen auslaufenden Stuhlbeine sichtbar. Der SF ist mit einer Mitra abgebildet. Über der Albe und der Dalmatik liegt die Kasel, die auf die Beine herabfällt und V-Falten bildet. Der Amikt umgibt die Kasel kragenförmig und darunter hängt das Rationale-Pektorale in Dreipassform mit einem blütenförmigen Stein. Das T-förmige mit Kreuzen bestickte Pallium ruht auf den Oberarmen. Beide Unterarme hat der SF abgewinkelt. Die Rechte ist segnend erhoben. In der Linken trägt er mit abgewinkeltem Handgelenk das Pedum mit nach innen gerichteter Curva.
Transkription
Umschrift
Schrifttyp:Gotische Majuskel, Unziale
Abgrenzung innen:Perlschnur
Abgrenzung außen:Perlschnur
Transliteration:+ S(igillum) VVLODILAI (e)I G(ati)A • 𐌴C‾C(lesi)𐌴 • SAL𐌴BVRG𐌴𐌿‾(sis) : ARC𐌷I𐌴(iscop)I AP(osto)L’IC𐌴 S𐌴DIS L𐌴GATI
Übersetzung:Siegel Wlodizlaus' von Gottes Gnaden Erzbischof der Kirche von Salzburg, Legat des Apostolischen Stuhls
Materialität
Form:spitzoval
Maße:53 x 88 mm
Typ des Siegels:Abguss
Siegelstoff:Gips
Farbe:

grau

Zustand:intakter Abdruck
Metadaten
Siegelführer:

Erzbischof

Wlodizlaus (Ladislaus) von Schlesien der Erzdiözese Salzburg

1265-10-06 bis 1270-04-27

Das Salzburger Domkapitel und die Ministerialen wählten ihn am 6.10.1265 zum Erzbischof von Salzburg. Die päpstliche Bestätigung erfolgte am 10.11.1265 und die Bischofsweihe am 12.6.1267.

Aufbewahrungsort:

Breslau, Staatsarchiv Breslau

loses Siegel, zwischen 1267 und 1270

Weitere Siegel:sa-40sa-42sa-43
Literatur

Helmut Flachenecker–Franz Ortner, Art. Wlodizlaus von Schlesien. Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches: 1198 bis 1448 hg. Erwin Gatz (Berlin 2001) 666.

Schlesisches Urkundenbuch, ed. Winfried Irgang, Bd. 4: 1267–1281 (Wien 1988) 58f. Nr. 67.

Die Regesten der Erzbischöfe und des Domkapitels von Salzburg, ed. Franz Martin, Bd. 1: 1247–1290 (Salzburg 1928) 68 Nr. 521, Taf. 1.

Paula Kreiselmeyer, Die Schrift auf den Siegeln der Salzburger Erzbischöfe und deren innerösterreichischer Suffraganbischöfe von 958-1540. Archiv für Schreib- und Buchwesen 3 (1929) Teil 3, 133.

Paul Pfotenhauer, Die Schlesischen Siegel von 1250–1300 (Breslau 1879) 13f. Taf. 8.

Marian Gumowski, Handbuch der polnischen Siegelkunde (Graz 1966) 74.

Sonja Leiss, Geistliche Siegel der Gotik in Österreich (ca. 1350–1470). Versuch einer Einordnung der Siegelplastik in die allgemeine Kunstgeschichte. Diss. (Wien 1971) Nr. 147.

Eva Neukirch, Das Erscheinen von Familienwappen im bischöflichen Siegelbild. Diss. (Erlangen–Nürnberg 1994) Teil 2, C, 277.

Franz Wagner, Der „Segensgestus“ ist kein Segensgestus, der „Palmzweig“ ist kein Palmzweig. Zu den Darstellungen auf geistlichen Siegeln des Mittelalters an Beispielen aus Salzburg und seinem Umkreis. Salzburg Archiv 35 (2014) 50.

Impressum
Editorische Redaktion:Höfer Rudolf K.
Datenerfassung:Feiner Martin
Datenmodellierung:Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Handle:hdl.handle.net/11471/104.10.1.41
Herausgeber:Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens-Universität Graz