| Typus: | Handschrift |
| Herausgeber: | Schreiber: Joseph Langthaller + 2. Schreiber? |
| Entstehungszeitraum: | 1780 - 1785 |
| Entstehungsort: | Lambach |
| Standort: | StaL |
| Varianten: |
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| Kommentar: | Die 12 Lieder, die in Form, Ausstattung und Gestaltung des musikalischen Teils starke Ähnlichkeiten aufweisen und deshalb gemeinsam besprochen werden, lagen bis 1916 in der Manuskriptenkammer des Stifts, bevor sie ins Musikarchiv aufgenommen wurden. Diese genauen Abschriften dürften zwischen 1780 und 1785 als bewusste Sammlung Lindemayr’scher Lieder für eine geänderte Aufführungspraxis im Kloster entstanden sein. Ursprünglich für einen Bass konzipierte Melodien wurden nun für Sopranstimme transponiert und werden wohl von den Diskantisten des Stifts vorgetragen worden sein. Begleitet wurden sie dabei von einem Ensemble, das uns in dieser Besetzung auch von den Sing- und Lustspielen der 1770er bekannt ist: zwei Violinen, zwei Hörner und Kontrabass. Der Aufbau des Notenmaterials ist bei den ersten 11 Liedern der Sammlung jeweils derselbe: Die erste Strophe wird mit Melodie wiedergegeben, dann folgen der restliche Text sowie die instrumentalen Einzelstimmen. Zum Teil sind zwei (weitgehend identische) Fassungen der Singstimme überliefert, die älteren (wohl noch vor 1770 entstandenen) Stimmen weisen jedoch noch keine Pausenmarkierungen für das instrumentale Vor- und Nachspiel auf. Inhalt: Papier: 99 Bll., 17-17,5 x 22 cm; Bögen der Schöndorfer Papiermühle mit Vöcklabrucker Wappen und Firmensigle I C M; bei Sign. 1946 eingeschobene ältere Abschrift mit anderem Papier: Postreiter und Firmensigle M M als Wasserzeichen Lagen: Sign. 1944: III + 4, Sign. 1945, 1948, 1949, 1952, 1953: II + 4, Sign. 1946: II +4 + I (frühere Abschrift eingelegt), Sign. 1947: II + 1, Sign. 1950: II + 3, Sign. 1951: II + 4 + III (frühere Abschrift eingelegt und fadengeheftet), Sign. 1954: II + 4 + (I +1) (frühere Abschrift eingelegt), Sign. 1955: I Schrift, Schreiber und Ausstattung: die älteren, der später entstandenen Sammlung beigefügten Singstimmen (vgl. Sign. 1946, 1951, 1954 und 1955) sind eindeutig dem Waisenhausvater Joseph Langthaller zuzuordnen; die übrigen Teile der Abschriften (Titelblätter, Singstimme und Text, Notenmaterial) stammen von einer recht ähnlichen Hand, die sich allerdings bei den Versalien für S, W, A, G, K sowie bei End-s unterscheidet; sieht man dies als individuellen Wandel einer Schreiberhand, könnte auch diese Kurrente von Langthaller (in seinem letzten Lebensjahrzehnt) stammen Editionskriterien: identisches Zeichen für Majuskel und Minuskel bei z wird kontextuell angepasst, die Transkription des häufig indifferenten d/D erfolgt im Zweifelsfall nach heutigem Schreibgebrauch (zitiert nach Neuhuber 2008, S. 322-324) |
| Literatur: | |
| Zuletzt geändert: | am: 18.6.2015 um: 13:02:03 Uhr |


