| Typus: | Handschrift |
| Entstehungszeitraum: | 1760 - 1770 |
| Entstehungsort: | Lambach |
| Standort: | Stiftsarchiv Lambach: Sch. 53, Fasz. A/V/3j |
| Varianten: | |
| Kommentar: | Dieses älteste bekannte Konvolut aus Liedern Maurus Lindemayrs ist zwar kein Autograph des Autors, wie bislang angenommen wurde. Die saubere, unvollständig erhaltene Abschrift wird jedoch in seinem nächsten Umfeld entstanden sein, wie die Texttreue und nicht zuletzt die Erhaltung des Manuskripts unter den Lindemayriana des Lambacher Stiftsarchivs vermuten lassen. Die Liedauswahl weist auf eine Entstehungszeit um 1765 hin, wobei ein Großteil der Lieder noch aus den 1750er, wenn nicht 1740er Jahren stammt. Gegen eine frühere Datierung der Handschrift spricht lediglich das Textfragment der Liebeserklärung gegen ein Fräulein, einer Arie aus Lindemayrs Komödie Die Hochzeit nach Geld, die – wie die inhärente Zeitstruktur der einzigen erhaltenen Fassung verrät – offenbar im Februar 1766 in Lambach aufgeführt worden war. Möglicherweise fügte der Autor hier (wie etwa in seinem Storax) ein älteres, erfolgreiches Lied in einen neuen dramatischen Zusammenhang ein, vielleicht aber auch wurde das früher entstandene Theaterstück für den späteren Aufführungstermin adaptiert. Inhalt: Papier: 13 Bll., 16,5 x 20 cm; das Papier könnte aus der Rannersdorfer Papiermühle stammen, doch ist das Motiv des Wasserzeichens (Doppeladler mit Schwert und Szepter) ein häufiger gewähltes; der Falzschnitt erschwert zudem die Bestimmung; keine Originalfoliierung; mit Bleistift gezogene Seitenränder, Oberkante wurde bei der Neubindung zum Teil stark beschnitten Lagen: 1 + 3 II13, die originale Fadenheftung wurde bei der Neubindung ersetzt, die Blattordnung zum Teil falsch rekonstruiert Einband: moderner Leineneinband für die Gedenkausstellung 1983 mit Goldprägung [P.M. Lindemayr: Lieder (Autograph.)], der originale Umschlag ist nicht erhalten Schrift, Schreiber und Ausstattung: Text durchgehend von der Hand eines unbekannten Schreibers in sauberer und flüssiger Alltagskurrente; der Schreiber konnte noch nicht eruiert werden, ausschließen aber lässt sich der Autor selbst; die wenigen Überschreibungen der Korrekturschicht scheinen von anderer Hand zu stammen; die schmucklose Aneinanderreihung der Lieder deutet auf eine Abschrift für den Eigengebrauch hin, lediglich die Überschriften sind unterliniert und zum Teil in kalligraphischer Buchschrift; die Foliierung mit rotem Stift stammt vom damaligen Stiftsarchivar Dr. Zedinek, dies gilt auch für Signaturen und Archivstempel Editionskriterien: häufig Indifferenz zwischen Majuskel und Minuskel bei g, z und d, die Transkription erfolgt gemäß semantischer Einbettung; Variante bei Majuskel für W und U; inkonsequente Schreibung bei o-Laut (Lohn, aber Rahr), Schreibvarianten ‚nah’ und ‚nach’ |
| Literatur: | |
| Zuletzt geändert: | am: 18.6.2015 um: 12:56:03 Uhr |


