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          <name>He, Rosel, auf! Leg‘ d’Kinder an [Der Bauer Hanns Michel am Jahrestage des Aufgebothes [...]]</name>
          <date when="1799">1799</date>
          <note type="comments">
            <p>Plattes, patriotisches Gedicht von Joachim Perinet aus Anlass der Franzosenkriege. </p>

            <p>Noch in den 1780ern hatte Perinet Broschüren im Sinne der josephinischen Aufklärungsprosa veröffentlicht; Texte wie die  <hi rend="italic">Ärgernisse</hi>  bzw.  <hi rend="italic">Annehmlichkeiten in Wien</hi>  (1786-1788) heben sich, so das Urteil Bodies (1977, S. 377), durch ihren spielerischen, von Wortwitzen durchtränkten Stil hervor und stellen einen „einmaligen Höhepunkt“ der josephinischen Prosa dar. Wortspiel, Satire und auch ernst gemeinte Sozialkritik werden hier vom talentierten Schreiber Perinet verbunden. </p>

            <p>Ganz anders klingen patriotischen Gesänge und dramatischen Fragmente wie &quot;Der Bauer Hanns Michel&quot;, die Perinet ab den 1790ern verfasste.  <lb></lb>Perinet stellte nun in seinen Texten seine &quot;treue vaterländische Gesinnung&quot; (Bodi 1977, S. 421f.) unter Beweis:  In Texten, die neben dem dialektalen  <hi rend="italic">Bauer Hanns Michel</hi>  weitere Titel umfassen wie  <hi rend="italic">Die Stimme der Bürger Oesterreichs bey ihrem freywilligen Opfer</hi>  (1793),  <hi rend="italic">Oesterreich über Alles. Eine kleine vaterländische Szene mit Chören</hi>  (1796),  <hi rend="italic">Marschlied für die Freywilligen des Wieneraufgebothes auf der Wieden am siebzehnten April 1798</hi>  (1798),  <hi rend="italic">Der Sieg über die Franzosen. Ein patriotischer Volksgesang</hi>  (1799) oder  <hi rend="italic">Oesterreichs Ehrentag am siebzehnten April als 2-ten Jahresfeyer des allgemeinen Wieneraufgebothes</hi>  (1799), findet man &quot;die üblichen Motive, Ideale und Schlagworte des österreichischen Aufgebot-Patriotismus aus der Zeit der Koalitionskriege&quot; (ebd.). Als Bruchstelle lässt sich dabei das Jahr 1790 sehen – das Todesjahr Josephs II und zugleich das Jahr, in dem Perinet eine feste Stelle als Stückeschreiber am Leopoldstädter Theater bekam. </p>
            <p>Dabei zeigt sich auch im vorliegenden Text ein interessanter Unterschied in der Zeichnung der zwei im Lied erwähnten Herrscher, nämlich Joseph II und Franz. Ersterer wird volksnah und liebevoll gezeichnet: er habe selbst beim Löschen eines brennenden Hauses geholfen, so erzählt der Bauer zu Beginn: &quot;Der Seppel hat von Wasser ‘tropft, / Denn er war nebenbey; / Da hat er mich auf d’Achsel klopft, / Und fragt mich, wer ich sey?&quot; (4,5ff.). Im Vergleich dazu wird der Kaiser Franz deutlich distanzierter charakterisiert: bleich und blass &quot;aus Gall‘, und lauter Schmerz&quot; (36,8) grüßt er sein Volk von oben herab; am positivsten erscheint noch, dass er &quot;vom Seppel was [hat]&quot; (36,5). Bemerkenswert ist auch die Stelle, an der der Bauer dem Kaiser seine Kinder gewissermaßen ‚als Opfer‘ anbietet (&quot;Ich bring ihn selbst, darfst ihn nicht hohl’n, / Dein ist der Hannsel ganz&quot;, 38,7f.): Dass diese Geste dem Kaiser einen geradezu monströsen Anstrich gibt (Kindsräuber!), kann angesichts des bedingungslos obrigkeitstreuen Tenors des Liedes wohl nicht als beabsichtigt angenommen werden, weist aber dennoch im Vergleich mit dem ‚hemdsärmeligen‘ Auftritt, den Joseph II in dem Lied bekommt, auf eine andere Wahrnehmung des Herrschers hin – und erscheint fast wie ein etwas wehmütiger Verweis auf geänderte, schwerere Zeiten.  </p>
          </note>
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        <edition>Dialect Cultures</edition>
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          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
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          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
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          <name>Elisabeth Zehetner</name> 
         <resp>Editor</resp>
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          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
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        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.671</idno>
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        <p></p>
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          <term>historisches Lied</term>
          <term>Huldigungslied</term>
          <term>Herrscherlob</term>
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          <title>Der Bauer Hanns Michel am Jahrestage des Aufgebothes 1799 den 17. April</title>
          <date when="1799">1799</date>
          <placeName xml:id="SID.1">Wien</placeName>
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        <ab type="incipit">He, Rosel, auf! Leg‘ d’Kinder an</ab>
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            <ab subtype="Flugschrift" type="print">Der Bauer Hanns Michel ... (Wienbib. A 153356)</ab>
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            <author>Gugitz</author>
            <title>Joachim Perinets Broschüren und Gedichte</title>
            <date>1905/06</date>
            <note type="citation">Gugitz, Gustav: Joachim Perinets Broschüren und Gedichte. Nebst dem Versuche einer ersten vollständigen Bibliographie und Chronologie seiner sämtlichen Werke. In: Zeitschrift für Bücherfreunde 9 (1905/06), Bd. I.</note>
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            <name>Perinet, Der Bauer Hanns Michel</name>
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          <p>45 Strophen. </p>
          <p>(Hinweis in: Gugitz 1905/06, S. 159.) </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>[S.3] 1. <lb></lb>He, Rosel, auf! Leg&apos; d&apos;Kinder an,  <lb></lb>Wir geh&apos;n hinein in d&apos;Stadt;  <lb></lb>Geht&apos;s, tummelt&apos;s euch, was jedes kann,  <lb></lb>Sonst kommen wir zu spat.  <lb></lb>Heut&apos; vor zwey Jahren war&apos;s so noth  <lb></lb>Als käm der Antichrist –  <lb></lb>Wißt&apos;s, daß vom Wieneraufgeboth  <lb></lb>Heut der Geburtstag ist?  </p>
          <p>2. <lb></lb>Du Hanns, nimm&apos;s rothe Leibel jetzt,  <lb></lb>Wo d&apos;Silberknöpfeln drauf,  <lb></lb>Weib, nimm den Rock mit Bram besetzt,  <lb></lb>Setz&apos; d&apos;Sonntaghauben auf.  <lb></lb>Der Sepherl gieb das Mieder &apos;raus,  <lb></lb>Was ihr die Godel g&apos;schenkt;  <lb></lb>Ich selber hab als Herr von Haus,  <lb></lb>die Kaisermünz&apos; umg&apos;hängt.  </p>
          <p>3. <lb></lb>Die hab ich noch vom Seppel her,  <lb></lb>Und täglich wird sie &apos;küßt;  <lb></lb>Die Münz&apos; macht mir ein&apos; große Ehr&apos;,  <lb></lb>Ich hab sie &apos;kriegt als Christ.  <lb></lb>Da hab&apos; ich ein&apos; im Wasser g&apos;fangt,  <lb></lb>Das war ein alter Jud&apos;,  <lb></lb>Den hab&apos; ich noch bey&apos;m Schopf d&apos;erlangt –  <lb></lb>Mein G&apos;wissen sagt, s&apos;war gut.  </p>
          <p>[S. 4] 4. <lb></lb>Hernach hat&apos;s Nachbarn Haus gebrennt,  <lb></lb>Das hab ich mitsalvirt:  <lb></lb>Er hat einmahl mich ausgepfänd&apos;t,  <lb></lb>Ich hab mich refanschirt.  <lb></lb>Der Seppel hat von Wasser &apos;tropft,  <lb></lb>Denn er war nebenbey;  <lb></lb>Da hat er mich auf d&apos;Achsel klopft,  <lb></lb>Und fragt mich, wer ich sey? „  </p>
          <p>5. <lb></lb>„Er Maistät – sag&apos; ich, wascherlnaß:  <lb></lb>„Hans Michel heiß ich halt –“  <lb></lb>G&apos;sagt hab ich ihm weiß nimmer was,  <lb></lb>Laut auf g&apos;weint hätt&apos; ich bald.  <lb></lb>Ihr wißt&apos;s, wie er so gnädig war,  <lb></lb>Da hab&apos; ich &apos;kriegt die Münz&apos;.  <lb></lb>Schaut&apos;s her! Er sieht sich gleich auf&apos;s Haar,  <lb></lb>Ich kenn&apos; ihn noch als Prinz.  </p>
          <p>6. <lb></lb>Vom Franzel möcht&apos; ich noch ein Bild  <lb></lb>Vom Wiener Aufgeboth,  <lb></lb>Denn dort – ich bin Fuchsteufelswild!  <lb></lb>Da lag ich auf den Tod;  <lb></lb>Mein Knecht, Hanns Adam, der hat ein&apos;s  <lb></lb>Von unserm jungen Herrn,  <lb></lb>Ich alter Esel, ich hab&apos; kein&apos;s,  <lb></lb>Das thut mich sagrisch scheer&apos;n.  </p>
          <p>[...] </p>
          <p>[S. 6] 14. <lb></lb>Komm Hanns, da schau! Das alles hier, <lb></lb>Gehört jetzt mein, einst dein: <lb></lb>Doch nichts gehöret dir und mir,  <lb></lb>Kommt der Franzos herein <lb></lb>[S.7] Daß das nicht g&apos;schehen ist, schau Hanns, <lb></lb>Hat viel g&apos;nutzt &apos;s Aufgeboth; <lb></lb>Kein Roß, kein Ochs, kein Schaf, kein&apos; Gans, <lb></lb>An Brod und Wein&apos; wär&apos; Noth. </p>
          <p>15. <lb></lb>Das ist dir gar ein böses G&apos;sind, <lb></lb>Hat kein&apos; Religion: <lb></lb>Hat Vater, Mutter g&apos;mordt, und&apos;s Kind, <lb></lb>Und umgestürzt den Thron. <lb></lb>Sie halten gar kein Völkerrecht,  <lb></lb>Wie unser Kaiser z&apos;Wien, <lb></lb>Und heißt das Zeug wer immer schlecht, <lb></lb>So köpft ihn d&apos;Gillutin. </p>
          <p>16. <lb></lb>Schaut&apos;s Madeln, Weib! Sie hätten euch <lb></lb>Wie andre, erst verführt, <lb></lb>Dann hätten&apos;s mich, und euch zugleich, <lb></lb>Beraubt, und massakrirt. <lb></lb>Fragt&apos;s nach in Rom, im Niederland&apos;, <lb></lb>Die g&apos;angen sind in&apos;s Garn: <lb></lb>Wie Bley druckt alle &apos;s Freyheitsband – <lb></lb>Fragt&apos;s überall, wo&apos;s war&apos;n. </p>
          <p>[...] </p>
          <p>[S. 8] 19. <lb></lb>Ein jedes Haus hat noch ein Dach, <lb></lb>Die Fenster sind noch ganz: <lb></lb>Ein jeder hat noch Dach und Fach, <lb></lb>Bey unserm Kaiser Franz. <lb></lb>Hier hört man nichts von Mord und Brand <lb></lb>Als höchstens auf dem Herd&apos;; <lb></lb>Hat in der Stadt und auf dem Land  <lb></lb>Kein Mensch sich noch empört. </p>
          <p>20. <lb></lb>Wir geh&apos;n in d&apos; Kirchen, wann wir soll&apos;n, <lb></lb>Man schmelzt nicht d&apos; Glocken ein: <lb></lb>Mag sie z&apos;weg&apos;n uns der Teufel hohl&apos;n, <lb></lb>Ich mag dabey nicht seyn. <lb></lb>Denn glauben muß der Mensch doch was, <lb></lb>Ein Haus braucht doch ein&apos; Grund? <lb></lb>Der glaubt halt dieß, der andre das, <lb></lb>Sonst lebt man wie ein Hund. </p>
          <p>[...] </p>
          <p>[Später wird geschildert, wie der Bauer und seine Familie unter viele Leute geraten, die alle den Tag feiern; alle sind festlich gekleidet, viele mit Waffen unterwegs; man geht in die Kirche, um auch für den Kaiser zu beten, und kauft den Kindern Süßigkeiten; das Ehepaar bewundert die feschen jungen Leute. Schließlich kommen sie zur Burg – „Da wohnt der Kaiser Franz“:] </p>
          <p>[S. 13] 36. <lb></lb>Die Menge Volks – Schau Hannsel, schau – <lb></lb>Weib – Kinder – schaut&apos;s, er ist&apos;s! <lb></lb>Am Fenster dort mit seiner Frau! <lb></lb>Ja Franzel, ja du bist&apos;s! <lb></lb>Ja, ja, er hat vom Seppel was, <lb></lb>Sein G&apos;sicht und auch sein Herz – <lb></lb>Nur ist er etwas bleich und blaß, <lb></lb>Aus Gall&apos;, und lauter Schmerz. </p>
          <p>37. <lb></lb>Nein Franz, schau rund herum um dich, <lb></lb>Du bist schon aus der G&apos;fahr, <lb></lb>Das Aufgeboth, das rüstet sich, <lb></lb>Kein Mensch krümmt Dir ein Haar, <lb></lb>Du, den hier alles Vater nennt, <lb></lb>Des ganzen Landes Luft, <lb></lb>Dein Vetter Joseph hat mich &apos;kennt, <lb></lb>ich trag ihn auf der Brust. </p>
          <p>38. <lb></lb>Mein Weib, die Kinder alle da, <lb></lb>Ich hab&apos;s recht lieb und werth, <lb></lb>Den Augenblick doch sag&apos; ich, ja, <lb></lb>Wann sie Dein Wink begehrt. <lb></lb>Du kannst ja gar nichts Übels woll&apos;n – <lb></lb>Schau her, da steht mein Hanns – <lb></lb>Ich bring ihn selbst, darfst ihn nicht hohl&apos;n, <lb></lb>Dein ist der Hannsel ganz.  </p>
          <p>[S. 14] 39. <lb></lb>Hört&apos;s jetzt den Marsch? den Trommelschlag? <lb></lb>Vivat das Aufgeboth! <lb></lb>Das ist ein großer Feyertag <lb></lb>Eing&apos;setzt durch Franz und Gott. <lb></lb>Hörts nicht den Lärm, die Schreyerey?  <lb></lb>Wie all&apos;s den Hut abnimmt? <lb></lb>Schreyt&apos;s Vivat Franz! ich bin dabey, <lb></lb>Ich bin zum jubeln g&apos;stimmt. </p>
          <p>[...] </p>
          <p>[Danach geht man ins Wirtshaus, isst, und trinkt auf die Gesundheit des Kaisers; es endet mit einer Art Gebet:] </p>
          <p>[S. 15] 44. <lb></lb>Gieb uns Kuraschi, gieb uns Muth, <lb></lb>Den Größern gieb Verstand, <lb></lb>Wir geben Leben, Leib und Blut <lb></lb>Für unser Vaterland. <lb></lb>Hoch lebe unser guter Herr <lb></lb>Schaut&apos;s, ob&apos;s ein Bessern findt&apos;s – <lb></lb>Hoch sollen&apos;s leben! Sie und Er, <lb></lb>Und auch der kleine Prinz! </p>
          <p>[...] </p>
        </div>
      </div>
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