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      <titleStmt>
        <title>
          <name>Veterl, wie? willst geistlich werden</name>
          <date from="1750" to="1775">1750-1775</date>
          <note type="comments">
            <p>Das Lied wendet sich an einen Kandidaten vor dem Eintritt und streicht die Nachteile des Klosterlebens heraus, um ihn von seinem Entschluss abzubringen <lb></lb>
              <lb></lb>Älteste bekannte Fassung in der Liederhandschrift aus dem Nachlass Leander Kremsers, weitere in der Liederhandschrift Gaelles (mit Noten), eine etwas spätere aus einem Singknaben-Liederbuch aus Tegernsee, um 1794, gleichfalls noch nicht ediert; vgl. Münster (1995), S. 141f., ein vierter Beleg schließlich im Stubenberger Liederbuch. </p>
          </note>
        </title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Dialect Cultures</edition>
        <respStmt>
          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Elisabeth Zehetner</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
        </respStmt>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.578</idno>
      </publicationStmt>
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        <p></p>
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        <keywords>
          <term>Scherzlied</term>
          <term>Spottlied</term>
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      <div type="music" xml:id="VAR.1039">
        <bibl>
          <title>An einen Candidaten</title>
          <date when="1777">1777</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Vetterl, was willst geistlich werden.</ab>
        <ref target="http://data.onb.ac.at/dtl/2895731"></ref>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.24">
            <ab type="manuscript">Liederhandschrift des Meingosus Gaelle (MÖNB Hs. 19029)</ab>
            <date when="1777"></date>
          </item>
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        <listBibl type="references">
          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.32" type="edition">
            <author>Blümml (Hg.)</author>
            <title>Die Liederhandschrift des Weingartner Benediktiners P. Meingosus Gaelle</title>
            <date>1912</date>
            <note type="citation">Blümml, Emil Karl (Hg.): Die Liederhandschrift des Weingartner Benediktiners P. Meingosus Gaelle aus dem Jahre 1777. Als Beitrag zur Geschichte des geistigen und studentischen Lebens an der Benediktiner Universität Salzburg. Wien: Ludwig 1912. (Quellen und Forschungen zur deutschen Volkskunde VIII)</note>
          </bibl>
        </listBibl>
        <div type="comments">

          <p>Aus der Liederhandschrift des P. Meingosus Gaelle, f. 61v-62v. <lb></lb>(Digitalisiertes Exemplar zugänglich über die Homepage der ÖNB (siehe Link oben); Scan-Nr. 130-132. <lb></lb>Zugang auch über den Link zum Datensatz:  <ref target="http://data.onb.ac.at/rec/AL00218883">http://data.onb.ac.at/rec/AL00218883</ref> ) </p>
          <p>Mit Noten ediert in: Blümml 1912, S. 64f.  <lb></lb>(Bei Blümml ist allerdings nur eine Stimme abgedruckt, in der Handschrift stehen weitere zwei Stimmen.) </p>
          <p>5 Strophen. </p>
        </div>
      </div>
      <div subtype="main" type="text" xml:id="VAR.1035">
        <bibl>
          <title>Der Candidat</title>
          <date from="1770" to="1780">1775 +/- 5</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Veterl, wie? willst geistlich werden</ab>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.195">
            <ab type="manuscript">OÖLB 727, Liederhandschrift aus dem Nachlass Leander Kremsers</ab>
            <date from="1770" to="1780"></date>
          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>älteste bekannte Fassung, sehr schwer lesbar, zunächst weniger dialektal </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>1.  <lb></lb>Veterl, wie? willst geistlich werden? <lb></lb>Warthe doch, es ist noch Zeit. <lb></lb>Denke nur, was für Beschwerden <lb></lb>Dir das Kloster zu bereit. <lb></lb>Must fast bstandig Singen, Betten, <lb></lb>Schreibn, studieren, fruhe aufstehn. <lb></lb>Darfst nit Prandln und Labetten <lb></lb>Must dafür ind Metten gehn. </p>
          <p>[...] </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.1484">
        <bibl>
          <title>[Brüederl wilst dan geistlich werden]</title>
          <date from="1796" to="1815">1796 oder später</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Brüederl wilst dan geistlich werden</ab>
        <ref target="http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00071279/image_407"></ref>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.176">
            <ab subtype="Liederbuch" type="manuscript">Stubenberger Liederbuch I (BSB Cod. germ. 7340)</ab>
            <date from="1796" to="1815"></date>
          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>6 Strophen ohne Melodie </p>
          <p>Stubenberger Gesängerbuch (= Bd. I des sogenannten Stubenberger Liederbuchs), Teil 2, S. 137f. <lb></lb>Die Handschrift ist 1796, in Teilen im Zeitraum bis 1815 entstanden. </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.1217">
        <bibl>
          <title>[Vätterl wanst willst geistlich werden]</title>
          <date when="1794">1794</date>
          <placeName xml:id="SID.1">Tegernsee</placeName>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Vätterl wanst willst geistlich werden</ab>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.318">
            <ab type="manuscript">Collectio [...] [Notiz- und Liederbuch von Johann Kaspar Aiblinger] (BSB Cgm 5279)</ab>
            <date from="1793" to="1794"></date>
          </item>
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        <listBibl type="references">
          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.193" type="article">
            <author>Münster</author>
            <title>Zwei Singknaben-Liederbücher</title>
            <date>1995</date>
            <note type="citation">Münster, Robert: Zwei Singknaben-Liederbücher aus den letzten Jahren des Klosters Tegernsee. In: Sänger- und Musikantenzeitung 38/3 (1995), S. 141-145.</note>
          </bibl>
        </listBibl>
        <div type="comments">
          <p>Quelle ist ein Notiz- und Liederbuch des späteren Münchner Hofkapellmeisters Johann Kaspar Aiblinger aus seiner Schulzeit im Kloster Tegernsee (S. 116-121, ohne Melodie).  <lb></lb>Hinweis und Abdruck der ersten Strophe in: Münster 1995, S. 142.  </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>[S. 116] 1.  <lb></lb>Vätterl wanst willst geistlich werden <lb></lb>Warte nur, es ist noch Zeit <lb></lb>Denke nur, was für Beschwerden,  <lb></lb>Dir das Kloster zubereit <lb></lb>Da heißts alleweil fasten beten <lb></lb>Schreiben, Studieren und früh aufstehn, [S. 117] <lb></lb>derfst nicht brandln nicht labeten <lb></lb>Mußt zuvor in d’Metten gehn. </p>
          <p>2.  <lb></lb>Därfst kain grünes Gewändlein tragen <lb></lb>Schneid man dir die Härrlein ab <lb></lb>Legt dir an ein schwarzen Kragen <lb></lb>Mußt da stehn, als wie ein Rab. <lb></lb>Wärst ja schon ein hübsches Bübel <lb></lb>Hättst ein schönes hohes Hirn [S. 118] <lb></lb>Und im G’sicht zwey runde Grübeln <lb></lb>Und jetzt laßt dich so verführen </p>
          <p>3. <lb></lb>Chor aus kürn und Lichter butzen <lb></lb>Scheiter kliebm und sündlich schaun <lb></lb>Chorröck, Mantel, schwarz Kapucen <lb></lb>Wird dir schmecken wie allaun <lb></lb>Nähet dich ein wie einen Todten <lb></lb>Darfst oft nicht mehr auser gehn, [S. 119] <lb></lb>Mußt oft sitzen, auf den Boden <lb></lb>Und als wie ein Narr da stehn. </p>
          <p>4. <lb></lb>Vätterl bleib nur drin beym Pfaffen <lb></lb>Denk nur grad, ich meyns in Spaß <lb></lb>Deswegen kannst uns doch angafen <lb></lb>Väterl, wünsch dir Glück auf d’Reis <lb></lb>Thu Gott recht von Herzen lieben <lb></lb>Seine Mutter sey dein Braut [S. 120] <lb></lb>Wans dich thut bisweilen betrüben <lb></lb>Friß von der Gedult das Kraut </p>
          <p>5. <lb></lb>Väterl b’hüt dich Gott, und bleibe <lb></lb>Stäts mit deinem Stand vergnügt, <lb></lb>halts Brevier fürs rechte Weile <lb></lb>Bis dich ein Seel im Himmel führt,  <lb></lb>Geh jetzt käm mir schier das Rotzen <lb></lb>Es verbrennt mir schier das Herz [S. 121] <lb></lb>Wanst nicht giengst ich müßt dich fotzen <lb></lb>Vätterl denk, es ist kein Scherz.  </p>
        </div>
      </div>
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</TEI>
