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  <teiHeader type="lyrics">
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      <titleStmt>
        <title>
          <name>Ich kumm daher von dem ehrsammen Bräutvolk und von Gottes Gnaden</name>
          <date when="1792">spätestens 1792</date>
          <note type="comments">
            <p>Spruch, der eine Hochzeitseinladung darstellt. Westenrieder gibt zum brauchtumsbezogenen Kontext an: „Der Hochzeitlader begiebt sich, gewöhnlich zu Pferd, nicht nur zu den nächsten Anverwandten, sondern zu allen Dorfleuten und herumliegenden Nachbarn, und vollbringt bey jedem, mit großem Geschrey, folgenden Spruch“ (Westenrieder 1792, S. 411). </p>
          </note>
        </title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Dialect Cultures</edition>
        <respStmt>
          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Elisabeth Zehetner</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
        </respStmt>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.477</idno>
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        <p></p>
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        <keywords>
          <term>Hochzeitseinladung</term>
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          <ref target="info:fedora/context:dic.hochzeitseinladung" type="context">Hochzeitseinladung</ref>
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        <bibl>
          <title>[Ich kumm daher von dem ehrsammen Bräutvolk und von Gottes Gnaden]</title>
          <date when="1792">1792 spätestens, eher früher</date>
          <placeName xml:id="SID.1">Umgebung von Wolfratshausen / Oberbayern [?]</placeName>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ich kumm daher von dem ehrsammen Bräutvolk und von Gottes Gnaden</ab>
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          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.167" type="monograph">
            <author>Westenrieder (Hg.)</author>
            <title>Beyträge zur vaterländischen Historie, Geographie, Staatistik, und Landwirthschaft</title>
            <date>1792</date>
            <note type="citation">Westenrieder, Lorenz (Hg.): Beyträge zur vaterländischen Historie, Geographie, Staatistik, und Landwirthschaft, samt einer Uebersicht der schönen Litteratur. Herausgegeben vom Lorenz Westenrieder, churfürstl. wirkl. frequentir. geistlichen Rath. Vierter Band. München: Joseph Lindauer 1792.</note>
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            <name>Ich kumm daher aus Westenrieder</name>
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        <div type="comments">
          <p>Abgedruckt in der Sammlung von Westenrieder (1792), S. 412 </p>
          <p>Das Entstehungsjahr des Textes lässt sich nicht exakt erschließen. Nachdem Westenrieders ‚Beyträge zur vaterländischen Historie, […]‘ 1792 erscheinen, ist sicher, dass der Text grundsätzlich spätestens in diesem Jahr entstanden sein kann, allerdings ist er vermutlich älter - dies legt zumindest auch der Kontext, in welchem es Westenrieder bringt, nahe; er führt aus, dass die Bauern in diesen Gegenden das Althergebrachte und die Tradition hochhalten. In diesem Sinne bemerkt er etwa: „Unser Bauer hat sich, im Vergleich mit andern deutschen Ländern, zuversichtlich am wenigsten modernisiert“ (Westenrieder 1792, S. 409). Auch die bäuerlichen Lieder, Zeremonien und Gebräuche schätzt er als „uralt“ ein (vgl. ebda., S. 410)  </p>
          <p>Auch die lokale Zuordnung ist nicht genau möglich; Westenrieder kündigt unmittelbar vor der Einbindung der literarischen Texte an, einige Lieder in der Beschreibung von Wolferzhausen [= Wolfratshausen?] zu liefern. Ob die Texte aber auch ursprünglich aus dieser Gegend stammen, ist nicht erschließbar – immerhin kann angenommen werden, dass er sie unmittelbar dort in eben dieser Form – wohl durch mündlichen Vortrag – übermittelt bekommen hat. </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>Ich kumm daher von dem ehrsammen Bräutvolk und von Gottes Gnadn, <lb></lb>So will ich euch im Namen Maria und der allerheiligsten Dreyfaltigkeit in die Hochzeit ladn. <lb></lb>Durch Gottes Gnadn, und durch Gott in Ehren, <lb></lb>Daß zu uns bis heut acht Tag zu Willen und Ehren <lb></lb>Zu den ehrsammen Hochzeiter sollts euch fleißi stelln ein, <lb></lb>Zu den Auszug, zun braun Bier, und Brandtwein. <lb></lb>Ich will euch aber weida einladn in das lobwürdige Gottshaus, <lb></lb>Nachdem wir san zogen dahoamer aus; <lb></lb>Da sollts beywohna dem Amt der heiligen Meß, <lb></lb>Gleichwies der Priester vor dem Altar singt oder Lest. <lb></lb>Da sollts uns helfa das Opfer legn, <lb></lb>Nachdem wird uns der Priesta den geweichtn St Johannes Wein zu trinka geben. <lb></lb>Jezt will aber euch noch weida ladn zu den ehrgeachten Herrn <lb></lb>Wirth und Gastgeber in seine Behausung, und offne Tafern; <lb></lb>Da wird man zur Tafl gesezt, da sollts uns helfa das Hochzetmahl vozöhren, <lb></lb>Und däs soll von jedn gschegn in allen ehrn. <lb></lb>Da giebt man uns a Suppn, und a Kraut, <lb></lb>Wies halt in alln Hochzetn ist da Brauch; <lb></lb>A Suppn und a Kraut däs nöt allain <lb></lb>Ich hoff, a guets Bier und andrö guetn Speisn wern a noch dabey seyn. <lb></lb>Das Hochzetmahl ist paktirt wordn 1 fl. 4 kr., oder 16 Batzn <lb></lb>Jezt seyds infelirt und eingeladn. </p>
        </div>
      </div>
    </body>
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