
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader type="lyrics">
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>
          <name>Häiä Pupäiä mein Kindlein schlaff ein</name>
          <date from="1700" to="1724">1700-1724</date>
          <note type="comments">
            <p>Wiegenlied, das Prinz Pius von Savoyen bei einer sog. „Würthschaft“  gesungen haben soll. Bei diesen Wirtschaften, die bei Hofe am letzten Faschingstag üblich waren, nahmen Leute der höchsten Gesellschaft die Rollen einer &apos;Bauernhochzeit&apos; ein - wobei Kaiser und Kaiserin die Rollen des Wirts bzw. der Wirtin bekamen, die anderen Rollen wurden ausgelost (vgl. Nagl/Zeidler 1899, S. 698). <lb></lb>Zum scherzhaften Übernehmen der Rollen einfacher Bauern oder Handwerker gehörte dabei auch Dialekt, der allerdings wenig authentisch wiedergegeben wird, sondern fehlerhaft und häufig übertrieben eingesetzt wird, um einen besonders &apos;bäurischen&apos; Tonfall zu erzeugen.  </p>
          </note>
        </title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Dialect Cultures</edition>
        <respStmt>
          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Elisabeth Zehetner</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
        </respStmt>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.424</idno>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <p></p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <textClass>
        <keywords>
          <term>Wiegenlied</term>
        </keywords>
      </textClass>
    </profileDesc>
    <revisionDesc>
      <change>
        <date corresp="info:fedora/o:dic.424" when="2016-11-04T14:13:22"></date>
        <date corresp="#VAR.766" when="2016-11-04T14:13:33"></date>
      </change>
    </revisionDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <list type="linkGrp">
        <item>
          <ref target="info:fedora/context:dic.sitemap" type="context">Sitemap</ref>
        </item>
        <item>
          <ref target="info:fedora/context:dic.lyrics" type="context">lyrics</ref>
        </item>
        <item>
          <ref target="info:fedora/context:dic.wiegenlied" type="context">Wiegenlied</ref>
        </item>
      </list>
      <div type="text" xml:id="VAR.766">
        <bibl>
          <title>[Häiä Pupäiä mein Kindlein schlaff ein]</title>
          <date when="1724">1724</date>
          <placeName xml:id="SID.1">Wien</placeName>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Häiä Pupäiä mein Kindlein schlaff ein</ab>
        <ref target="http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ156216302"></ref>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.570">
            <ab subtype="Zeitung" type="print">Wienerisches Diarium</ab>
            <date from="1703" to="1779"></date>
          </item>
        </list>
        <listBibl type="references">
          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.84" type="article">
            <author>Gmasz</author>
            <title>Mundart zur Haydnzeit</title>
            <date>2010</date>
            <note type="citation">Gmasz, Sepp: Mundart zur Haydnzeit: historische, literarische und musikalische Quellen. Mit besonderer Berücksichtigung des burgenländischen Raumes. In: Jahrbuch des österreichischen Volksliedwerkes 59 (2010), S. 202-218.</note>
          </bibl>
          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.17" type="monograph">
            <author>Nagl / Zeidler</author>
            <title>Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte</title>
            <date>1899</date>
            <note type="citation">Nagl, J.W. / Zeidler, Jakob: Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Österreich-Ungarn. Bd.1: Von der Kolonisation bis 1750. Wien [u.a.]: Fromme 1899.</note>
          </bibl>
        </listBibl>
        <div type="comments">
          <p>Im Original angeblich im Wienerischen Diarium [=Wiener Zeitung] vom 29.02.1724 abgedruckt. Der entsprechende Jahrgang des Wiener Diariums fehlt allerdings in der Österreichischen Nationalbibliothek, zudem gab es an diesem letzten Februartag keine Ausgabe.  </p>
          <p>Die einzige vollständige Version ist abgedruckt in: <lb></lb>Francisci Ernesti Brükmanni, D. Centuriae Tertiae Epistola Itineraria XXVIII Exhibens Memorabilia Viennensia [...]. Wolffenbüttel: [o.V.] 1751, S. 351f., 354.  <lb></lb>
          </p>
          <p>Die erste Strophe mit leichten Abänderungen ist u.a. bei Nagl/Zeidler 1899, S. 698, sowie bei Gmasz 2010, S. 212 wiedergegeben. </p>
          <p>Wortbildungen wie &quot;soäe&quot; für &apos;sein(d)&apos;/&apos;sind&apos; sind als hyperkorrekte Parallelbildung anzusehen, die im Dialekt eigentlich nicht vorkommen können. Schon Nagl/Zeidler (1899, S. 758f.) merken dazu an: &apos;Mia soan&apos; [...] spricht kein Bauer, sondern nur ein bäuerisch redender Städter, welcher glaubt, dass er alle seine hohen Dialekt-á [!] in bäuerische oa &apos;vergröbern&apos; müsse.&quot; </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>1 <lb></lb>Häiä Pupäiä mein Kindlein schlaff ein, <lb></lb>Laß dä mein Singä nit unlustä seyn, <lb></lb>Miä soäe hie in Wirthehaus, wo koänä was fehlt, <lb></lb>Miä fressä, miä sauffä, und kost uns koä Gelt. <lb></lb>Heidl. Häiä, Pupäiä. <lb></lb>2 <lb></lb>Dein Vodä, deä bräfdä, deä tapfäri Wirth, <lb></lb>Duit Ins meä Ehr an, als immä gebirt, <lb></lb>Miä hüpfä, miä springä, eä hilft Ins däzui, <lb></lb>Laß dä liebs Kindl, nit steäre die Ruhi, <lb></lb>Heidl. häiä, Pupäiä. <lb></lb>3 <lb></lb>Dein Mämä dö Schöni, dö wäckäri frau, <lb></lb>Aes lacht mä das Heärz schon, so oft auf Sä schau, <lb></lb>Dö wart Ins so stätlä und guitheärze auf, <lb></lb>Schlaff mein liebs Kindl. und schlaff nuä bräff dräuf. <lb></lb>Heidl. Häiä Pupäiä.  <lb></lb>[...] <lb></lb>11 <lb></lb>So wird oft in weid-broäden Welt-Croäs herum, <lb></lb>Von deie grossen Wirthshauß stäts klingä dä Ruhm, <lb></lb>Und ä däß Gesproäch von dir werdee geführt, <lb></lb>Däß du mein Oäd seyst, da mächtigsti Würth, <lb></lb>Heidl. häiä, Pupäiä. </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
