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  <teiHeader type="lyrics">
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      <titleStmt>
        <title>
          <name>Ein Liedlein zu singen: ein Liedlein ein neus</name>
          <date from="1770" to="1780">ca. um 1775</date>
          <note type="comments">
            <p>Stofftypisches Rollenlied eines  &quot;Wildpretschützen&quot; (in den verschiedenen Varianten: &quot;Wahrfranzl&quot;, &quot;Maeyr fränzl&quot;, &quot;Tyroler-Fränzel&quot; bzw. &quot;Bayrischer Matthiesel&quot;), in Zweizeilern in der Tradition der G’stanzln (Vierheber mit Auftakt und unregelmäßigen Senkungen, mit daktylischer Betonung, d.h. im Dreivierteltakt): Der Wilderer kehrt nach erfolgreicher Jagd bei der &quot;Reßl&quot; ein und verbringt die Nacht mit ihr. Am nächsten Tag warten zwölf Jäger vor dem Haus, die er zunächst zu bestechen versucht; danach kommt es zur Schießerei, die Jäger ergreifen die Flucht, werden aber vom Wilderer verfolgt und gestellt. Am Ende müssen die Jäger den Wilderer um Gnade bitten und ihm zugestehen, in Zukunft jagen zu dürfen, wie er will.  <lb></lb>(Zur Stoffgeschichte vgl. Frenzel 1998, Stoffe der Weltliteratur, S. 336.) </p>
            <p>In zwei Varianten ( <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.2003">Hauptvariante</ref> , Flugschrift  <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.2022">&apos;Fünf schöne... Lieder&apos;</ref> ) sowie in der  <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.1433">Variante aus dem Stubenberger Liederbuch</ref>  ist in 27 Strophen die ganze Geschichte erzählt, in zwei weiteren verfügbaren Flugschriften dagegen werden nur Teile wiedergegeben: in der Flugschrift  <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.533">&apos;Vier schöne... Lieder&apos;</ref>  bricht das Lied mit dem - hier erfolgreichen - Bestechungsversuch ab (20 Strophen); in der Flurgschrift  <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.1937">&apos;Drey schöne... Lieder&apos;</ref>  wird eben dieser Part mit der Bestechung ausgespart (19 Strophen). <lb></lb>(Ein Dokument mit dem Vergleich der verschiedenen Varianten ist bei der Hauptvariante hochgeladen.) </p>

            <p>Eine (bis auf das Incipit) nur leicht abweichende, aber eher hochdeutsche Fassung wurde von Arnim/Brentano in „Des Knaben Wunderhorn“ abgedruckt; siehe den Werkeintrag  <ref target="info:fedora/o:dic.1133">&quot;Ey du mein liebe Thresel&quot;</ref> . </p>
            <p>Überall steht der tapfere, fröhliche und unerschrockene Wildschütz in Kontrast zu den feigen und kleinmütigen Jägern; beide Seiten werden allerdings nicht besonders individuell ausgestaltet – es bleibt bei kurzen, stereotypen Charakterisierungen und Handlungen, in denen die typischen Wilderer-Motive aufgerufen werden. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass in einer der Versionen die historisch reale Figur des ‚bayrischen Hiesl‘ (d.h. Matthias Klostermayr) aufgerufen wird, während in den anderen Versionen der Wilderer als ‚Franzel‘ bezeichnet wird. Ob es sich dabei um eine fiktive Figur handelt oder ob seine Bekanntheit nur nicht bis heute Bestand hatte, lässt sich nicht sagen. Jedenfalls aber weisen die verschiedenen Namen darauf hin, dass die Wilderer-Figuren jenseits aller konkreten Bezüge und historischen Hintergründe zu einem höchst beliebten Topos in unterhaltenden Liedern wurden, die auch weite Verbreitung fanden – in dieser Hinsicht jedenfalls könnte man jedenfalls jene Flugschriften deuten, deren viele Fehler vermutlich auf einen dialektunkundigen Drucker zurückzuführen sind. </p>
          </note>
        </title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Dialect Cultures</edition>
        <respStmt>
          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Elisabeth Zehetner</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
        </respStmt>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.312</idno>
      </publicationStmt>
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        <p></p>
      </sourceDesc>
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        <keywords>
          <term>Bayrischer-Hiesl-Lied</term>
          <term>Wildererlied</term>
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      </textClass>
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        <date corresp="#VAR.533" when="2015-05-04T16:35:57"></date>
        <date corresp="#VAR.1433" when="2015-10-02T10:50:05"></date>
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        </item>
      </list>
      <div subtype="main" type="text" xml:id="VAR.2003">
        <bibl>
          <title>Das Andere</title>
          <title type="normalized">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neues</title>
          <date from="1770" to="1780">um 1775</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neus</ab>
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          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.458">
            <ab subtype="Flugschrift" type="print">Vier schöne Weltliche Lieder (BSB, 999/Germ.146, angeb. 23)</ab>
            <date when="1775"></date>
          </item>
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            <name>Variantenvergleich</name>
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          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>27 Strophen <lb></lb>Nicht datiert, um 1775 (lt. Angabe im Bibliothekskatalog). </p>

          <p>Teile des Liedes legen einen eher dialektunkundigen Drucker/Setzer nahe, da teilweise dialektale Wendungen offenbar von einer (mündlichen oder schriftlichen) Vorlage übernommen und falsch re-interpretiert wurden - siehe insbes. Str. 11 (&quot;ein lain&quot; für &apos;allein&apos;), 16, 21. <lb></lb>(Ähnlich sind auch Fehler in der Fassung der Flugschrift <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.533">&quot;Fünf schöne neue Weltliche Lieder&quot;</ref>  einzuordnen, siehe dort.) </p>
          <p>Die Bezeichnung des Wilderers als &quot;Wahrfranzl&quot; (Str. 2) ist vermutlich auf einen Satzfehler zurückzuführen, in anderen Versionen heißt er &quot;Mahrfränzl&quot;/&quot;Maeyr fränz&quot;.  </p>
          <p>Regensburg, Staatliche Bibliothek: 999/Germ.146 angeb.23  </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>Das Andere. </p>
          <p>[2r] 1.  <lb></lb>Ein Liedlein zu singen,  <lb></lb>ein Liedlein ein neus  <lb></lb>von ein Wildpretschüzen,  <lb></lb>merkts auf mit ein Fleiß,  <lb></lb>und merkts auf mit ein Fleiß.  </p>
          <p>2.  <lb></lb>Auf der Raststand der Almb,  <lb></lb>da gehet der kalt Wind,  <lb></lb>ein jeder Bueb ist fro  <lb></lb>wann er sein Dienerl find,  <lb></lb>und wann er sein Dienerl find. </p>
          <p>[2v] 3.  <lb></lb>Ich bin der Wahrfranzl,  <lb></lb>es werts es bald hören  <lb></lb>bey der Holzhamer=Reßl,  <lb></lb>da thu ich einkehren,  <lb></lb>und da thu ich einkehren. </p>
          <p>4.  <lb></lb>Und jetzo mein Reßl  <lb></lb>bin ich ja einmal da,  <lb></lb>thu du mich über Nacht kalten,  <lb></lb>mein schlag mirs nicht ab, <lb></lb>und mein schlag mirs nicht ab. </p>
          <p>5. <lb></lb>Und jetzo mein Franzel  <lb></lb>zieg aus noch dein Rock, <lb></lb>laß dir Zeit nicht lang seyn <lb></lb>bis ich uns Nachtmahl koch, <lb></lb>und bis ich uns Nachtmahl koch. </p>
          <p>6. <lb></lb>Was muß ich dann kochen,  <lb></lb>was wer dir dann recht, <lb></lb>ein Ayrschmalz will dir kochen, <lb></lb>wanns dir wer nicht schlecht, <lb></lb>und wanns dir wer nicht schlecht. </p>
          <p>7. <lb></lb>Du därfst mir nix kochen, <lb></lb>es hungerts mich nicht, <lb></lb>ich bin gar weit gangen  <lb></lb>vom tragen bin ich mied, <lb></lb>und vom tragen bin ich mied. </p>
          <p>8.  <lb></lb>O du mein Franzel <lb></lb>zieg aus deine Schueh, <lb></lb>leg dich außig in das Bett, <lb></lb>und deck dich warm zu. </p>
          <p>9. <lb></lb>Sie liegen voneinander  <lb></lb>die ganze lange Nacht, <lb></lb>und bis die Sonn aufgieng <lb></lb>und das Hirschlein hat gerast, <lb></lb>und das Hirschlein hat gerast. </p>
          <p>10. <lb></lb>Das Threßlein stand auf, <lb></lb>und wolt Krapfen pachen, <lb></lb>zwölf Jäger sind draussen, <lb></lb>sollt ihr auf machen, <lb></lb>und sollt ihr auf machen. </p>
          <p>[3r] 11. <lb></lb>Ich kann nicht aufmachen,  <lb></lb>ich bin vor ein lain <lb></lb>thät mir gleich förchten, <lb></lb>ich bin ein muetes ein lain, <lb></lb>und bin muetes ein lain. </p>
          <p>12. <lb></lb>O du mein Threßel  <lb></lb>so mag uns nicht blind, <lb></lb>der Tyrollerfranzl  <lb></lb>der liegt bei dir drim [sic], <lb></lb>und der liegt bey dir drim. </p>
          <p>13. <lb></lb>O du mein lieber Franzärl, <lb></lb>du herzig schöns Kind, <lb></lb>zwölf Jäger seynd draussen, <lb></lb>haben drey grosse Hund, <lb></lb>und haben drey grosse Hund. </p>
          <p>14.  <lb></lb>Thu du nur aufmachen,  <lb></lb>und laß du nur rein, <lb></lb>ich thets ja nicht förchten, <lb></lb>wanns noch so viel seyn, <lb></lb>wanns noch so viel seyn. </p>
          <p>15.  <lb></lb>Steh auf du mein Franzl  <lb></lb>und leg an dein Hoß, <lb></lb>du must mit uns gehen  <lb></lb>in Roßstadter Schloß, <lb></lb>und ins Roßstadter Schloß. </p>
          <p>16.  <lb></lb>Und eh ich mit eng gieng, <lb></lb>ehr wag ich das Leben, <lb></lb>hät auch noch fürz Golden, <lb></lb>die wolt ich Engs geben, <lb></lb>und die wolt ich Engs geben. </p>
          <p>17. <lb></lb>Und deine fürz Golden  <lb></lb>die wären uns schon recht, <lb></lb>wir woltens schon kriegen <lb></lb>wanst noch so viel häst, <lb></lb>und wanst noch so viel häst. </p>
          <p>18. <lb></lb>Wie ich außig bin gangen, <lb></lb>schüssen [3v] allesamt auf mich, <lb></lb>wie allesam hambt gsossen [sic],  <lb></lb>oft schoß halt ich, <lb></lb>und oft schoß halt ich. </p>
          <p>19. <lb></lb>Sechs hab ich verschossen, <lb></lb>sechs seynd davon krent, <lb></lb>gelts meine Jäger <lb></lb>habts mich auch nur nie könt, <lb></lb>und habts mich auch nur nie könt. </p>
          <p>20.  <lb></lb>Aft lockens die Hund zsam,  <lb></lb>und hetzens auf mich, <lb></lb>aft nahm nichts halt all drey <lb></lb>patzets auf sie, <lb></lb>und patzets auf sie. </p>
          <p>21. <lb></lb>Muß ich von mein Threserlein <lb></lb>frisch Urlaub nehmen, <lb></lb>sonst mächt uns die Herrschaft <lb></lb>für die Hinder kömmer, <lb></lb>und für die Hinter kömmer. </p>
          <p>22. <lb></lb>Nimms Büchsel auf die Achsel, <lb></lb>gieng aufi auf die Almb, <lb></lb>oft seynd die sechs Jäger  <lb></lb>auf Knie nider gefallen, <lb></lb>und auf die Knie nider gefallen. </p>
          <p>25.  <hi rend="italic">[sic!]</hi>
            <lb></lb>Es hanbt mich gebetten, <lb></lb>um Gnad und Pardon, <lb></lb>ich solt ihnen dißmal  <lb></lb>euer Leben verschon, <lb></lb>und euer Leben verschon. </p>
          <p>26. <lb></lb>Ja meine Jager  <lb></lb>um eins muß ich fragen, <lb></lb>wo ich mir nit diemal  <lb></lb>ein Geimbsl därf jagen, <lb></lb>und ein Geimbsl därf jagen. </p>
          <p>27. <lb></lb>Jetzt meine Jäger <lb></lb>jetzt gehts schon zum Beschluß, <lb></lb>bis wir wieder kömmen zsamm, <lb></lb>habts kein Verdruß, <lb></lb>und habts kein Verdruß. <lb></lb>
          </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.1937">
        <bibl>
          <title>Das Erste. Von Tyroler-Fränzel</title>
          <title type="normalized">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neues</title>
          <date from="1740" to="1770">Mitte 18. Jh.?</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neus</ab>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.421">
            <ab subtype="Flugschrift" type="print">Drey schöne neue Weltliche Lieder (Wienbib. E-80347)</ab>
            <date from="1740" to="1770"></date>
          </item>
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            <name>E-80347</name>
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          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>19 Strophen ohne Melodie. <lb></lb>nicht datiert; ev. Mitte 18. Jh. </p>
          <p>Der Wilderer wird hier als &quot;Tyroler-Fränzl&quot; bezeichnet. </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.2022">
        <bibl>
          <title>Das fünfte</title>
          <date when="1775">etwa 1775</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neus</ab>
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            <ab subtype="Flugschrift" type="print">Fünf schöne neue Weltliche Lieder (BSB 999/Germ.146 angeb.11)</ab>
            <date from="1770" to="1800"></date>
          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>ähnliche 27-strophige Fassung wie die  <ref target="info:fedora/o:dic.312#VAR.2003">Hauptvariante</ref> , hier der &quot;Mahrfränzl&quot; (statt &quot;Wahrfranzl&quot;). </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.533">
        <bibl>
          <title>Das Zweyte</title>
          <title type="normalized">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neues</title>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ein Liedla zu singa, ein Liedla ein neus</ab>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.191">
            <ab subtype="Flugschrift" type="print">Vier schöne Weltliche Lieder (Staatsbib. Berlin, Yd 5154, 29)</ab>
            <date when="1790~"></date>
          </item>
        </list>
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          <item url="info:fedora/o:dic.312" xml:id="STREAM.3">
            <name>Staatsbib. Berlin, Yd 5154, 29</name>
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          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>20 Strophen ohne Melodie. <lb></lb>Nicht datiert, Ende 18. Jh. </p>
          <p>Einige Unsicherheiten in der Dialektwiedergabe deuten auf einen eher dialektunkundigen Setzer/Drucker hin, insbesondere die regeläßig falsch, nämlich maskulin, flektierten Adjektive vor dem Namen &quot;Drösel&quot; (&apos;Th&apos;resel&apos;): &quot;mein lieba Drösel&quot;, vgl. Str. 3 ff. </p>
          <p>
            <hi rend="underline">Stellenkommentar:</hi>
            <lb></lb>2,2 Drösel] Theresl <lb></lb>3,1 mein lieba Drösel] hier und auch später werden Pronomen und Adjektiv vor dem weiblichen Namen in männlicher Flexion verwendet; es handelt sich wohl um einen Fehler, den ein womöglich dialektunkundiger Drucker/Setzer zu verantworten hat.  <lb></lb>4,1 zieh ausi] für: zieh aus; auch diese Form weist auf eine sekundäre, fehlerhafte Wiedergabe des Dialekts hin: „ausi“ heißt eigentlich ‚hinaus‘ und wurde hier wohl fälschlicherweise als dialektal markierte Form eingesetzt. <lb></lb>8,1 ziag aussi] s.o., 4.1 <lb></lb>10,2 graßt] ? (ev.  für ‚g’rast‘,  gereist ?) <lb></lb>17,1 woag] für: wage; eine dialektal gewollte Form, die es so eigentlich nicht gibt (?). <lb></lb>19,1 meine lieba Jäger] auch hier ist, ähnlich wie bei 3,1, die Flexion fehlerhaft, was noch einmal die Vermutung verstärkt, dass hier ein dialektungeübter Setzer/Drucker relativ beliebige, als dialektal geltende Formen einsetzte.  <lb></lb>19,2 Hamagebn] Satzfehler für Hamagehn? <lb></lb>19,2 Ganserla] wohl falsche Wiedergabe statt ‚Gamserla‘ </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>[2r] <lb></lb>1. <lb></lb>Ein Liedla zu singa, ein Liedla ein neus, <lb></lb>vom Bayrischen Matthiesel, merkts auf und mit Fleiß.  </p>
          <p>2. <lb></lb>Vom Bayrischen Matthiesel da thut man viel hörn, <lb></lb>bey der Holzkammer Drösel da thut er einkehrn,  <lb></lb>und da thut er einkehrn. </p>
          <p>3.  <lb></lb>Ey du mein lieba Drösel, ich bin a wiederum do, <lb></lb>über Nacht sollst du mi b’halten, und gelt schlog mirs nit oh,  <lb></lb>und gelt schlog mirs nit oh. </p>
          <p>4.  <lb></lb>Ey Bayrischer Matthiesel zieh ausi dein Rock,  <lb></lb>und sitz a weila nieder, bis daß i dir was koch,  <lb></lb>und bis daß i dir was koch. </p>
          <p>5. <lb></lb>Was soll i dir denn kocha, und was wär dir denn recht, <lb></lb>ein Eyerschmalz mach i dir, obs dir wohl nit z’schlecht, <lb></lb>und obs dir wohl nit z’schlecht. </p>
          <p>6. <lb></lb>Ey du lieba Drösel, es hungert mi nit,  <lb></lb>i bin gor weit ganga und drum bin i z’müd <lb></lb>und drum bin i z’müd </p>
          <p>7. <lb></lb>Warum bist du denn ganga und bist o su müd? [sic] <lb></lb>Drey Hirschla hob i g’schossa [2v] und die hob i bey mir, <lb></lb>und die hob i bey mir. </p>
          <p>8. <lb></lb>Ey bayrischer Matthiesel ziag aussi deini Schua, <lb></lb>und leg di a weila nieder und deck di warm zua </p>
          <p>9. <lb></lb>Ey du mein lieba Drösel allein kon i nit sey, <lb></lb>und wenn i mi ins Bett leg, must a bey mir sey, <lb></lb>und must a bey mir sey. </p>
          <p>10. <lb></lb>Sie schloffen bey einander die Zeit langa Nacht <lb></lb>bis daß es die Hirschen den Wald umma graßt <lb></lb>den Wald umma graßt. </p>
          <p>11. <lb></lb>Die Drösel soll aufstehn soll Krapfa bacha, <lb></lb>zwölf Jäger sind draussa, und soll gleich aufmacha, <lb></lb>und soll gleich aufmacha. </p>
          <p>12. <lb></lb>Ey ihr meine liebe Jägerli, euch laß i nit rein, <lb></lb>i thua mi stets fürchta, und bin nur ganz allei, <lb></lb>und bin nur ganz allei. </p>
          <p>13. <lb></lb>Ey du lieba Drösel, du führst uns nur blind, <lb></lb>dei Bayrischer Matthiesel ist a bey dir drinn, <lb></lb>und ist a bey dir drinn. </p>
          <p>14. <lb></lb>Ey Bayrischer Matthiesel du kunstreicher Kund, <lb></lb>zwölf Jäger sind draussa! und hoben drey grosi Hund, <lb></lb>und hoben drey grosi Hund. </p>
          <p>15. <lb></lb>Ey du lieba Drösel, laß du mirs nur rei, <lb></lb>i thua mi nit fürchta und wenns noch so viel seyn, <lb></lb>und wenns noch so viel seyn. </p>
          <p>16.  <lb></lb>Ey Bayrischer Matthiesel, zieg ohn deini Hoß, <lb></lb>du must mit uns gehn ins [3r] Kraftilands Schloß, <lb></lb>und ins Kraftilands Schloß. </p>
          <p>17. <lb></lb>Und eh i mit euch geh, da woag i mei Leba, <lb></lb>und dann hätt i no 10 Gulda, die thät i euch geba, <lb></lb>und die thät i euch geba. </p>
          <p>18. <lb></lb>ja deini 10 Gulda, die wären uns schon recht, <lb></lb>die wollten wir kriega, wanns noch so viel wären, <lb></lb>und wanns noch so viel wären. </p>
          <p>19. <lb></lb>Ey meine lieba Jäger, euch muß i noch woß frogn, <lb></lb>ob mar im Hamagebn kei Ganserla dorf jogn, <lb></lb>kei Ganserla dorf jogn. </p>
          <p>20. <lb></lb>Ey meini lieba Jäger, jetz gebt es zum Schluß, <lb></lb>und wenn wir nimma zusamma komma, so führt kein Verdruß. </p>
        </div>
      </div>
      <div type="text" xml:id="VAR.1433">
        <bibl>
          <title>gesang von Tyroller fränzl</title>
          <title type="normalized">Ein Liedlein zu singen, ein Liedlein ein neues</title>
          <date from="1796" to="1800">1796 [+/-?]</date>
        </bibl>
        <ab type="incipit">Ein Liedlein zu singen: ein Liedlein ein neus</ab>
        <ref target="http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00071279/image_372"></ref>
        <list type="sources">
          <item corresp="info:fedora/o:dic.sources/#SRC.176">
            <ab subtype="Liederbuch" type="manuscript">Stubenberger Liederbuch I (BSB Cod. germ. 7340)</ab>
            <date from="1796" to="1815"></date>
          </item>
        </list>
        <div type="comments">
          <p>Text ohne Melodie, 27 Strophen <lb></lb>aus dem Stubenberger Gesängerbuch (= Bd. I des sogenannten Stubenberger Liederbuchs, 2. Teil), S. 100f. <lb></lb>um 1800 (das Liederbuch ist im Zeitraum zwischen 1796 und 1815 entstanden) </p>
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</TEI>
