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      <titleStmt>
        <title>
          <name>O du mein Treuer Gott</name>
          <date from="1730" to="1750">1740+/-</date>
          <note type="comments">
            <p>8-strophige, relativ derbe Frauenschelte in dialektal überformtem Kauderwelsch, das den Sänger deutlich als nicht-Muttersprachler (Italiener) markiert. Der Mann beklagt, dass seine Frau böse ist, ihn einsperrt und ihm nichts zu essen gibt. Er hofft daher, dass sie bald &quot;verreckt&quot; und in die Hölle kommt, wo sie dann die Teufel beschimpfen und &apos;ausjagen&apos; kann.  </p>
            <p>Der Sänger verwendet ein von fremdsprachigen Interferenzen geprägtes Deutsch, das durch falsche Wortstellung, falsche bzw. fehlende Flexionsendungen und starken Akzent gekennzeichnet ist.  <lb></lb>Dialektale Färbung lässt sich vor allem in der Lexik festmachen ( &quot;steß&quot; für &apos;Stöße&apos;, &quot;hiener steig&quot; für &apos;Hühnersteige&apos; etc.), ist in diesem Fall aber nicht sehr stark ausgeprägt. </p>
            <p>Die sprachliche Gestaltung wie auch eine gewisse infantile oder zumindest naive Charakterisierung tragen zur Komik der Figur bei, die dem komischen Typ des &apos;Simandl&apos;, also des von seiner Frau unterdrückten, hilflosen Mannes entspricht. </p>
            <p>NB: Im Lied  <ref target="info:fedora/o:dic.1118">&quot;Griester Gott lieber leuth&quot;</ref> , das in einer Handschrift aus dem 17. Jh. überliefert ist, sind die Strophen dieses Liedes in etwas anderer Reihenfolge und mit weiteren Strophen ergänzt ebenfalls enthalten.  </p>
            <p>Auch in der (eher schwäbischen) Ostracher Liederhandschrift belegt: &quot;O du mein Liebes Gott!&quot;, 9 Strophen, Nr. 13, S. 49 (originale Seitenzählung: 53). (Siehe dazu Rattay 1911, S. 81f.) </p>
          </note>
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        <edition>Dialect Cultures</edition>
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          <name>Christian Neuhuber</name>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <resp>Editor</resp>
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        <respStmt>
          <name>Stefanie Edler</name>
          <resp>Editor</resp>
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        <respStmt>
          <name>Elisabeth Zehetner</name>
          <resp>Editor</resp>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <name>Alexander Nussbaumer</name>
          <resp>Technische Umsetzung</resp>
        </respStmt>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Institut für Germanistik, Universität Graz</publisher>
        <authority>Austrian Centre for Digital Humanities, University Graz</authority>
        <idno type="PID">o:dic.1341</idno>
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        <p></p>
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        <keywords>
          <term>makkaronisches Lied</term>
          <term>Frauenschelte</term>
          <term>Klagelied</term>
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          <title>Cantilena</title>
          <date from="1739" to="1742">um 1739-1742</date>
          <placeName xml:id="SID.1">Wien</placeName>
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        <ab type="incipit">O du mein Treuer Gott</ab>
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            <ab type="manuscript">H.I.N.-4623 (Wienbib.) [Schlüssel für Geheimschriften, Lieder, Arien aus Wiener Hanswurstkomödien]</ab>
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          <bibl corresp="info:fedora/o:dic.references/#REF.476" type="monograph">
            <author>Rattay</author>
            <title>Die Ostracher Liederhandschrift</title>
            <date>1911</date>
            <note type="citation">Rattay, Kurt: Die Ostracher Liederhandschrift und ihre Stellung in der Geschichte des deutschen Liedes. Auf Grund der handschriftlichen Liedersammlungen des XVII. und XVIII. Jahrhunderts untersucht. Halle a. S.: Karras 1911. (zugl.: Halle-Wittenberg: Phil. Diss.)</note>
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            <name>Cantilena [Reproduktion]</name>
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            <name>Cantilena [Transkript]</name>
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        <div type="comments">
          <p>Aus einer Handschrift der Wienbibliothek, S. 463f. </p>
          <p>8 Strophen </p>
          <p>NB: Im Lied  <ref target="info:fedora/o:dic.1118">&quot;Griester Gott lieber leuth&quot; </ref> , das in einer Handschrift aus dem 17. Jh. überliefert ist, sind die Strophen dieses Liedes in etwas anderer Reihenfolge und mit weiteren Strophen ergänzt ebenfalls enthalten: 1 (hier) = 29, 2 = 32, 3 = 33, 4 = 36, 5 = 41, 6 = 39, 7 = 40, 8 = 44. <lb></lb>In der dortigen Version ist die erste Hälftedes Liedes inhaltlich etwas anders gewichtet und eher als Kaufruf/Soldatenklage gestaltet; die sprachliche Markierung zieht sich freilich durch. Insgesamt können offenbar die einzelnen Themen sowohl einzeln (wie hier) oder zusammenhängend überliefert werden. </p>
        </div>
        <div type="transcript">
          <p>Cantilena <lb></lb>1.  <lb></lb>O du mein Treuer Gott,  <lb></lb>leidter nit großer Noth, <lb></lb>wann der sol häm der gern  <lb></lb>wolt er lieb weit und fern,  <lb></lb>mager läff weg. </p>
          <p>2. <lb></lb>iß er mein Weib so beß, <lb></lb>gibs er mir al Tag steß, <lb></lb>wanst der nit gschwindt still schweig, <lb></lb>Spers mir in hiener steig, <lb></lb>gibs mir friß nix. </p>
          <p>[... - siehe Transkript im pdf-Format] </p>
        </div>
      </div>
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