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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Digitale Erinnerungslandschaft



Vorarlberg - Alle Erinnerungsorte

Bundesland Listen, Tabellen, Karten und Forschungsdaten |

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A

Anton Renz (1924-1945) desertierte gegen Kriegsende aus der Wehrmacht und versteckte sich im Keller seines Elternhauses in Bregenz. Am 1. Mai 1945 wollten durchziehende deutsche Truppen das Vorrücken der französischen Soldaten durch die Sprengung der Achbrücke zwischen Bregenz und Lauterach verhindern. Nachdem Renz und sein Freund Helmut Falch versucht hatten, die bereits angebrachten Sprengstoffladungen zu entschärfen, wurden sie von der SS festgenommen und nach kurzem Verhör in Lauterach erschossen. Am 8. Mai 1945 wurden sie auf dem Friedhof Bregenz-Vorkloster beigesetzt. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Anton-Renz-Weg, 6900 Bregenz
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Zwischen 1938 und 1945 arbeiteten insgesamt etwa 20.000 ausländische Arbeitskräfte in Vorarlberg. Ein Teil dieser vornehmlich zwangsverpflichteten Arbeiter war im Montafon auf Baustellen eingeteilt, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung durch die Vorarlberger Illwerke standen. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit ihres Unternehmens sowie als Teil des Projektes „Unterrichtsmaterial Zwangsarbeit in Vorarlberg“ (Michael Kasper/Montafoner Museen) richtete die Vorarlberger Illwerke AG 2013 eine Audiostation mit Informationen zur Zwangsarbeit im Montafon im energie.raum Partenen ein.

Adresse: Silvretta Straße 3, 6794 Partenen
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Im Heimatmuseum Montafon diente der Raum im Erdgeschoss in den 1930er und 1940er Jahren als Gefängniszelle des Bezirksgerichtes. Hier waren während des Nationalsozialismus zahlreiche ZwangsarbeiterInnen inhaftiert. Einige dieser Insassen haben Spuren bzw. Botschaften im Raum hinterlassen, die immer noch zu sehen, größtenteils auch verifizierbar sind. Die vom Künstler Stoph Sauter gestaltete „Zelle“, die Teil der Dauerausstellung des Museums ist, erzählt in den belichteten Fenstern die Geschichte von ZwangsarbeiterInnen im Montafon mittels Bild-Text-Collagen.

Adresse: Kirchplatz 15, 6780 Schruns
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Auf dem Gelände der Diem-Werke Lochau (gegründet 1949, seit 1963 in Lochau) befand sich von 1941 bis 1945 eine Zweigstelle der Bayerischen Leichtmetallwerke aus München. Die Hälfte der 600 Arbeiter waren Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene oder Häftlinge aus dem KZ Dachau, die von der SS an "kriegswichtige" Betriebe vermietet wurden. Im April 1945 wurde das Barackenlager auf dem Gelände für ca. 3 Wochen als offizielles Außenlager des KZ Dachau geführt. Nach der Befreiung wurde das Lager zur vorübergehenden Internierung "besonders belasteter" Nationalsozialisten verwendet.

Adresse: Hörbranzer Straße 1, 6911 Lochau
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Aus dem damaligen Armenhaus Bartholomäberg holten die Nationalsozialisten mindestens 13 als „Euthanasie“-Opfer verfolgte MontafonerInnen ab. Sechs kamen nach Intervention einer der Leiterin, Schwester Tolentina, wieder zurück, die anderen wurden nach Hall, Hartheim oder Niedernhart deportiert. An den Ort der Deportation erinnert bislang kein Zeichen.

Adresse: Dorf 14, 6780 Bartholomäberg
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B

Mit dem wieder errichteten Brunnen im Jüdischen Viertel wird seit Juni 2018 an Menschen erinnert, die als Jüdinnen und Juden in Hohenems gelebt haben, oder aus einer der Hohenemser jüdischen Familien abstammten. Die ausgewählten Personen sollen die Vielfalt jüdischen Lebens in Hohenems zeigen, es sind Frauen und Männer unterschiedlicher Berufe und sozialer Schichten, unterschiedlicher Migrationswege und Lebenserfahrungen.

Adresse: Schweizer Straße 7, 6845 Hohenems
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Im „Silvrettadorf“, der Barackensiedlung unterhalb der Staumauer des Silvretta-Stausees, wurden die zur Arbeit beim Stauseebau gezwungenen Menschen untergebracht. Im Rahmen des SilvrettAteliers 2014 setzte sich der kanadische Künstler Reece Terris mit der Geschichte des Ortes und der Barackensiedlung. Auf den Dächern zweier Häuser brachte Terris temporär in signalroten Holzlettern die Schriftzüge ART CAMP und WORK CAMP an. Heute ist im „Silvrettadorf“ u.a. ein Naturfreundehaus untergebracht.

Adresse: Silvrettadorf, 6794 Partenen
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Die Barbarakapelle auf der Bielerhöhe wurde 1967 von der Illwerke AG zum Gedenken an die seit 1924 bei den Kraftwerksprojekten über 100 verunglückten Menschen gebaut. Die Heilige Barbara ist die Patronin der Bergleute. Glocke und Marmor-Relief tragen die Inschrift „Gedenket der Opfer, die ein großes Werk gefordert hat.“ 2008 wurde an einer Seitenwand eine Gedenktafel angebracht, die spezifisch an die verstorbenen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Adresse: Silvretta Hochalpenstraße 90c, 6794 Partenen
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Bereits während des Ersten Weltkrieges wurden von Vorarlberg in die Schweiz Waren geschmuggelt und Menschen geschleust. Während des Nationalsozialismus erreichten Schmuggel bzw. Fluchthilfe den Höhepunkt, v.a. Jüdinnen und Juden, politische Verfolgte und Deserteure versuchten über die Grenze zu gelangen. Dabei griffen sie auf bezahlte oder unbezahlte lokale Hilfe zurück. Meinrad Juen (1866-1949) ­soll über 40 Menschen die Flucht in die Schweiz ermöglicht haben. Zwischenstation war häufig sein als Barbischhaus bekannte Haus in St. Gallenkirch. Als er verhaftet wurde, floh er und versteckte sich bis Kriegsende im Montafon.

Adresse: Silvrettastraße 36, 6791 St. Gallenkirch
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C

Carl Lutz (1895-1975) war von 1954 bis 1961 Schweizer Konsul in Bregenz. Während des Zweiten Weltkrieges war er Diplomat in Budapest und rettete in dieser Funktion 62.000 ungarischen Jüdinnen und Juden durch eine Schutzbriefaktion vor der Deportation ins KZ.

Adresse: Carl-Lutz-Weg, 6900 Bregenz
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Carl Lampert (1894-1944) war von 1918 bis 1930 Kaplan in der Pfarre St. Martin in Dornbirn. Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Die Carl Lampert Kapelle befindet sich auf der Rückseite der St. Martinskirche und wurde 1958 als Taufkapelle erbaut, 1999 modernisiert und 2012 nach Carl Lampert, der ein Jahr zuvor seliggesprochen worden war, benannt.

Adresse: Schulgasse, 6850 Dornbirn
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Carl Lampert (1894-1944) war von 1918 bis 1930 Kaplan in der Pfarre St. Martin in Dornbirn. Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Die Seitenkapelle der St. Martinskirche wurde 2012 nach Carl Lampert benannt. Hubert Matt schuf im selben Jahr den Gedenkort „Layer“ basierend auf sieben Betonröhren.

Adresse: Marktplatz 1, 6850 Dornbirn
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Der Pfarrsaal von Göfis wurde 2014 im Zuge von Renovierungen in Carl-Lampert-Saal umbenannt.

Adresse: Kirchstraße 8, 6811 Göfis
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Der Grabstein für Carl Lampert wurde 1975 nach der Einweihung der neuen Kirche auf dem Friedhof angebracht, davor war er im Bereich der Priestergräber der alten Kirche.

Adresse: Kirchstraße 8, 6811 Göfis
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Bis zum Neubau der Kirche wurde die Urne in der Pfarrkanzlei verwahrt und im Gottesdienst anlässlich des Todestages vor dem Altar ausgestellt. Der Gedenkort mit der Urne wurde am 8. März 1975 eingeweiht.

Adresse: Kirchstraße 8, 6811 Göfis
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Bischof Bruno Wechner weihte am 30. November 1986 die von Martin Pflüger aus Feldkirch gebaute neue Orgel als Provikar-Lampert-Gedächtnisorgel ein.

Adresse: Kirchstraße 8, 6811 Göfis
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Das Carl Lampert Forum in Feldkirch ist eine Initiative der Katholischen Kirche Vorarlberg. Es hält die Erinnerung an Carl Lampert in Kirche und Gesellschaft wach.

Adresse: Herrengasse 6, 6800 Feldkirch
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Der Schriftsteller Carl Zuckmayer (1896-1977) hat im Zuge seiner Flucht aus dem nationalsozialistischen Österreich am 15. März 1938 am Bahnhof Feldkirch Halt gemacht. In seiner Autobiographie „Als wär’s ein Stück von mir“ hat er seine Erlebnisse festgehalten. Vom Feldkircher Bahnhof aus wurden Menschen während der NS-Diktatur und des Krieges in Arbeitslager, Konzentrationslager und Gefängnisse deportiert. Über diesen Bahnhof versuchten auch Viele, wie Zuckmayer selbst, in die Schweiz zu flüchten. Das Zitat auf Gleis 1 erinnert an das Schicksal der Geflüchteten.

Adresse: Waldfriedgasse 5, 6800 Feldkirch
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Das Carl-Lampert-Gipfelkreuz am Kreuzjoch im Montafon erinnert an den aus Göfis stammenden, von den Nationalsozialisten hingerichteten Priester Carl Lampert (1894-1944), an den verunglückten Lustenauer Initiator Valentin Alge (1996-2018) und an das 50. Jubiläum der Diözese Feldkirch. Das Kreuz ist jenem kleinen Kreuz aus Draht nachempfunden, das Lampert während der letzten Tage vor seiner Hinrichtung in der Gefängniszelle in Halle bei sich hatte.

Adresse: Kreuzjoch, Montafon
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Der Künstler Martin Häusle gestaltete 1964/1965 einen Teil der Fenster der Pfarrkirche Feldkirch-Levis (links vom Hauptportal) mit der Geschichte der katholischen Kirche Vorarlbergs. Carl Lampert ist dargestellt als ein Mann in violettem Prälatengewand, darunter Sträflingskleidung. Lampert hält den eigenen abgetrennten Kopf in der linken Hand, sein Halsstumpf ragt leer empor.

Adresse: Mutterstraße 73, 6800 Feldkirch
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D

Die Gemeinde Wolfurt hat sich 2004 für die Errichtung eines Mahnmals am Arkadenfriedhof entschlossen, das an drei „Euthanasie“-Opfer erinnert. Es ist Teil des Kunstprojektes des Künstlers Franz Wassermann, der im Rahmen einer vielfältigen Auseinandersetzung jenen rund 360 Opfern ein Denkmal setzte, die von der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ Hall in Tirol in die Vernichtungsanstalten Hartheim und Linz-Niederhart deportiert und ermordet worden sind. An mehreren Orten in Vorarlberg und Tirol sind Erinnerungszeichen entstanden.

Adresse: Arkadenfriedhof, 6922 Wolfurt
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E

Ernst Volkmann (1902-1941) ließ sich 1924 als Gitarrenbauer und Mesner in Bregenz nieder. Der Aufforderung zur Wehrerfassung kam er wiederholt nicht nach, schließlich wurde er 1941 eingezogen, verweigerte aber den Führereid, da seine religiöse Überzeugung nicht mit dem Nationalsozialismus vereinbar war. Vom Reichskriegsgericht in Berlin wurde er zum Tod verurteilt und am 9.8.1941 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Ernst-Volkmann-Stiege, 6900 Bregenz
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Ernst Volkmann (1902-1941) ließ sich 1924 als Gitarrenbauer und Mesner in Bregenz nieder. Der Aufforderung zur Wehrerfassung kam er wiederholt nicht nach, schließlich wurde er 1941 eingezogen, verweigerte aufgrund seiner religiösen Überzeugung aber den Führereid. Vom Reichskriegsgericht in Berlin wurde er zum Tod verurteilt und am 9.8.1941 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Volkmann wird auf dem Kriegerdenkmal fälschlicherweise als Gefallener des Jahres 1941 aufgelistet. Um auf die wahren Umstände seines Todes hinzuweisen, wurde 2010 eine vom Künstler Georg Vith entworfene Gedenkstele errichtet, die in ihrer Ausführung an eine Bushaltestelle erinnert und den Lebensweg Volkmanns nachzeichnet. Eine 2007 an der Kirchmauer angebrachte Gedenktafel wurde 2010 im Zuge der Errichtung der Gedenkstele abmontiert.

Adresse: Kirchplatz 3, 6900 Bregenz
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Ernst Volkmann (1902-1941) ließ sich 1927 als Gitarrenbauer und Mesner in Bregenz nieder. Der Aufforderung zur Wehrerfassung kam er wiederholt nicht nach, schließlich wurde er 1941 eingezogen, verweigerte aber den Führereid, da seine religiöse Überzeugung nicht mit dem Nationalsozialismus vereinbar war. Vom Reichskriegsgericht in Berlin wurde er zum Tod verurteilt und am 9.8.1941 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Ernst Volkmann wird am Landeskriegerdenkmal fälschlicherweise als 1941 in Berlin gefallen angeführt.

Adresse: Kirchplatz 3, 6900 Bregenz
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Der aus Silbertal stammende Josef Vallaster war u.a. in Hartheim und in Sobibor an den NS-Verbrechen – an der Ermordung von Jüdinnen und Juden und „Euthanasie“-Opfern – beteiligt. 1943 wurde er beim Aufstand von Sobibor von revoltierenden Häftlingen erschlagen. In seiner Heimatgemeinde war er am Kriegerdenkmal als Gefallener des Zweiten Weltkrieges gelistet. Auf Initiative der Geschichtswerkstatt Silbertal wurde das umstrittene Denkmal entfernt und 2010 durch einen neuen Erinnerungsplatz vor der Kirche ersetzt. Er besteht aus mehreren Steinplatten, die über den Entstehungshintergrund und die Namen von Gefallenen beider Weltkriege und von NS-Opfern informieren.

Adresse: Silbertal 1, 6780 Silbertal
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G

Am 11. März 1988, 50 Jahre nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich, wurde im Rahmen einer Gedenkfeier der Stadt Bregenz in der Nische des Turmsockels der Seekapelle eine Gedenktafel errichtet, die an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern soll. Diese Tafel enthält die Namen jener 16 Bregenzerinnen und Bregenzer, von denen bekannt ist, dass sie zwischen 1938 und 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Adresse: Rathausplatz 4, 6900 Bregenz
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Am 11. März 1988, 50 Jahre nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich, wurde im Rahmen einer Gedenkfeier der Stadt Bregenz in der Nische des Turmsockels der Seekapelle eine Gedenktafel errichtet, die an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern soll. Diese Tafel enthält die Namen jener 16 Bregenzerinnen und Bregenzer, von denen bekannt ist, dass sie zwischen 1938 und 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Rathausplatz 4, 6900 Bregenz
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In der Römerstraße 7 befand sich zwischen 1938 und 1945 das Gestapo-Hauptquartier für Vorarlberg. Da sich ein erheblicher Teil der Vorarlberger Gestapo-Arbeit mit der Grenzsicherung Richtung Schweiz befasste, hieß es offiziell "Grenzkommissariat Bregenz". Insgesamt wurden bis zur Befreiung ca. 10.000 Personen von den Nationalsozialisten verhört, von denen wiederum rund 6.000 im Gefängnis in der Bregenzer Oberstadt inhaftiert wurden. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Römerstraße 7, 6900 Bregenz
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Zwischen 1938 und 1945 waren im Gefangenenhaus Bregenz-Oberstadt ca. 6.000 (darunter rund 1.500 VorarlbergerInnen) Personen inhaftiert. Weil das Hauptquartier der Gestapo sich in Bregenz befand, wurden sämtliche Gestapo-Häftlinge, die oft zu Verhören oder zum Weitertransport in andere Gefängnisse, Lager und Polizeistellen bestimmt waren, im Gefangenenhaus Bregenz-Oberstadt festgehalten. Zu einer Verhaftungswelle kam es in Vorarlberg noch im März 1938, als zahlreiche einflussreiche und bekannte RegimegegnerInnen verhaftet wurden. Die Gedenktafel am ehemaligen Gefangenenhaus Bregenz-Oberstadt wurde 1985 zunächst an der Außenfassade angebracht, dann im Zuge von Renovierungsarbeiten ins Foyer des sich heute dort befindlichen Bundesdenkmalamtes versetzt, 2010 mangels Sichtbarkeit von dort wieder zurück an die Außenfassade gebracht.

Adresse: Amtsplatz 1, 6900 Bregenz
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Zwischen 1938 und 1945 waren im Gefangenenhaus Bregenz-Oberstadt ca. 6.000 (darunter rund 1.500 VorarlbergerInnen) Personen inhaftiert. Weil das Hauptquartier der Gestapo sich in Bregenz befand, wurden sämtliche Gestapo-Häftlinge, die oft zu Verhören oder zum Weitertransport in andere Gefängnisse, Lager und Polizeistellen bestimmt waren, im Gefangenenhaus Bregenz-Oberstadt festgehalten. Zu einer Verhaftungswelle kam es in Vorarlberg noch im März 1938, als zahlreiche einflussreiche und bekannte RegimegegnerInnen verhaftet wurden. Die Gedenktafel wurde 1985 zunächst im Foyer des sich heute dort befindlichen Bundesdenkmalamtes angebracht, 2010 mangels Sichtbarkeit an der Außenfassade angebracht. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Amtsplatz 1, 6900 Bregenz
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Karoline Redler (1883-1940) war Geschäftsfrau in Bregenz und Gründerin des Verbands katholischer Frauen und Mädchen. Redler bekannte sich stets zu ihrer politischen und religiösen Überzeugung und wurde nach einem Gespräch im Wartezimmer eines Arztes, bei dem sie Deutschland für den Krieg verantwortlich gemacht haben soll, am 5. Oktober 1943 verhaftet. Von den Gefängnissen Bregenz-Oberstadt und Feldkirch kam sie im Juli 1944 nach Wien und wurde wegen "Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung" angeklagt. Am 8. November 1944 wurde sie am Wiener Landesgericht hingerichtet. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Karoline-Redler-Weg, 6900 Bregenz
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Karoline Redler (1883-1940) war Geschäftsfrau in Bregenz und Gründerin des Verbands katholischer Frauen und Mädchen. Redler bekannte sich stets zu ihrer politischen und religiösen Überzeugung und wurde nach einem Gespräch im Wartezimmer eines Arztes, bei dem sie Deutschland für den Krieg verantwortlich gemacht haben soll, am 5. Oktober 1943 verhaftet. Von den Gefängnissen Bregenz-Oberstadt und Feldkirch kam sie im Juli 1944 nach Wien und wurde wegen "Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung" angeklagt. Am 8. November 1944 wurde sie am Wiener Landesgericht hingerichtet. Die Gedenktafel an Karoline Redlers Geburtshaus ließ ihr Neffe Paul Schwärzler in den 1960er Jahren anbringen.

Adresse: Rathausstraße 2, 6900 Bregenz
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Karoline Redler (1883-1940) war Geschäftsfrau in Bregenz und Gründerin des Verbands katholischer Frauen und Mädchen. Redler bekannte sich stets zu ihrer politischen und religiösen Überzeugung und wurde nach einem Gespräch im Wartezimmer eines Arztes, bei dem sie Deutschland für den Krieg verantwortlich gemacht haben soll, am 5. Oktober 1943 verhaftet. Von den Gefängnissen Bregenz-Oberstadt und Feldkirch kam sie im Juli 1944 nach Wien und wurde wegen "Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung" angeklagt. Am 8. November 1944 wurde sie am Wiener Landesgericht hingerichtet.

Adresse: Friedhof St. Gallus, 6900 Bregenz
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Hugo Lunardon (1893-1940) wurde nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Gendarm in Hohenems, 1933 Postenkommandant in Dornbirn. Er ließ illegale SS-Mitglieder verhaften und deckte Sprengstoffanschläge auf, wofür er von Präsident Miklas ausgezeichnet wurde. Lunardon wurde noch am 12. März 1938 verhaftet, kam über Innsbruck in die Konzentrationslager Dachau und Mauthausen, wo er 1940 nach Misshandlungen durch einen SS-Hauptscharführer starb. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Hugo-Lunardon-Weg, 6900 Bregenz
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Anton Renz (1924-1945) desertierte gegen Kriegsende aus der Wehrmacht und versteckte sich im Keller seines Elternhauses in Bregenz. Am 1. Mai 1945 wollten durchziehende deutsche Truppen das Vorrücken der französischen Soldaten durch die Sprengung der Achbrücke zwischen Bregenz und Lauterach verhindern. Nachdem Renz und sein Freund Helmut Falch versucht hatten, die bereits angebrachten Sprengstoffladungen zu entschärfen, wurden sie von der SS festgenommen und nach kurzem Verhör in Lauterach erschossen. Am 8. Mai 1945 wurden sie auf dem Friedhof Bregenz-Vorkloster beigesetzt. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Anton-Renz-Weg, 6900 Bregenz
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Samuel Spindler (1882-1942) war Sozialdemokrat, Gewerkschaftssekretär und als Arbeitervertreter in der Bregenzer Stadtvertretung. Nach 1933/34 verlor er sämtliche Ämter. Der Deportation, die ihm als zum evangelischen Glauben konvertierter Jude drohte, entzog er sich am 11. November 1942 in Bregenz durch Suizid. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Samuel-Spindler-Weg, 6900 Bregenz
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Maria Stromberger (1898-1957) wurde in St. Veit in Kärnten geboren und ließ sich in Bregenz zur Krankenschwester ausbilden. 1942 entschied sie sich auch aufgrund der Informationen über die Zustände in den Lagern zur freiwilligen Versetzung ins KZ Auschwitz. Dort wurde sie im SS-Krankenrevier eingesetzt und knüpfte zur geheimen Widerstandsgruppe „Kampfgruppe Auschwitz“ Kontakt, in der sich politische Häftlinge aus Österreich und Polen organisiert hatten. Sie beschaffte Medikamente, schmuggelte Informationen aus und auch einmal zwei Pistolen mit Munition in das Lager. Nach dem Krieg kehrte sie nach Bregenz zurück und wurde 1946 von den französischen Behörden wegen ihrer Tätigkeit in Auschwitz einige Monate verhaftet. 1947 sagte sie in Warschau im Prozess gegen den ehemaligen Lagerkommandanten Höss aus. In Vorarlberg blieb sie lange Zeit nach ihrem Tod 1957 unbekannt. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Maria-Stromberger-Weg, 6900 Bregenz
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Maria Stromberger (1898-1957) wurde in St. Veit in Kärnten geboren und ließ sich in Bregenz zur Krankenschwester ausbilden. 1942 entschied sie sich auch aufgrund der Informationen über die Zustände in den Lagern zur freiwilligen Versetzung ins KZ Auschwitz. Dort wurde sie im SS-Krankenrevier eingesetzt und knüpfte zur geheimen Widerstandsgruppe „Kampfgruppe Auschwitz“ Kontakt, in der sich politische Häftlinge aus Österreich und Polen organisiert hatten. Sie beschaffte Medikamente, schmuggelte Informationen aus und auch einmal zwei Pistolen mit Munition in das Lager. Nach dem Krieg kehrte sie nach Bregenz zurück. In Vorarlberg blieb sie lange Zeit nach ihrem Tod 1957 unbekannt. Seit 1995 erinnert eine Gedenktafel am Sanatorium Mehrerau an Maria Stromberger, die mehrere Jahre dort als Krankenschwester gearbeitet hat.

Adresse: Mehrerauerstraße 72, 6900 Bregenz
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Ernst Volkmann (1902-1941) ließ sich 1924 als Gitarrenbauer und Mesner in Bregenz nieder. Der Aufforderung zur Wehrerfassung kam er wiederholt nicht nach, schließlich wurde er 1941 eingezogen, verweigerte aber den Führereid, da seine religiöse Überzeugung nicht mit dem Nationalsozialismus vereinbar war. Vom Reichskriegsgericht in Berlin wurde er zum Tod verurteilt und am 9.8.1941 in Brandenburg-Görden hingerichtet. Der Ort ist Teil eines Gedenkweges, der seit 2002 mit mehreren Gedenktafeln an Widerstand und Verfolgung in Bregenz erinnert.

Adresse: Ernst-Volkmann-Stiege, 6900 Bregenz
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1988 schenkte die Johann-August-Malin-Gesellschaft der Stadt Dornbirn eine Tafel mit den Namen der NS-Opfer und initiierte damit eine lang andauernde Diskussion um ein Mahnmal. Fünf Jahre später, 1993, wurde der Gedenkstein für die Opfer der NS-Diktatur im Park vor dem Stadtarchiv/Stadtmuseum aufgestellt. 1997 kamen die Namen von vier jüdischen Opfern hinzu.

Adresse: Marktplatz 11, 6850 Dornbirn
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Carl Lampert (1894-1944) war von 1918 bis 1930 Kaplan in der Pfarre St. Martin in Dornbirn. Lampert war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Die Inschrift des Priestergrabes wurde 2006 um "als Glaubenszeuge hingerichtet" ergänzt.

Adresse: Friedhof Markt, 6850 Dornbirn
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Carl Lampert, 1894 in Göfis geboren, war der ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der von den Nationalsozialisten eingesperrt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurde. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 geriet Carl Lampert durch seine Aussagen in immer stärkeren Gegensatz zum herrschenden Regime. Nach Inhaftierungen in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen-Oranienburg wurde Lampert 1941 „gauverwiesen“ und nach Stettin verbannt. Der Spionage beschuldigt wurde er am 13. November 1944 in Halle an der Saale enthauptet. Vor seinem Geburtshaus in Göfis erinnert eine Stele an ihn.

Adresse: Badrus 2, 6811 Göfis
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Zwischen 1938 und 1945 wurden am Landesgericht Feldkirch zahlreiche Menschen Opfer der nationalsozialistischen Justiz. Urteile wurden vor allem gegen WiderstandskämpferInnen und RegimegegnerInnen, auch bei geringen „Vergehen“, gefällt, darunter auch elf Todesurteile. Anna Gutenberg wurde 1941 zum Tode verurteilt und hingerichtet, weil sie beim Hausieren für eine Frontsammlerin gehalten wurde. Ihr wurde daraufhin Wollkleidung und eine Decke für die Soldaten an der Ostfront übergeben, die die Bettlerin behielt. Die Gedenktafel an die Opfer der NS-Justiz wurde 2018 im Treppenhaus des Gerichts angebracht.

Adresse: Schillerstraße 1, 6800 Feldkirch
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Hugo Lunardon (1893-1940) wurde nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Gendarm in Hohenems, 1933 Postenkommandant in Dornbirn. Er ließ illegale SS-Mitglieder verhaften und deckte Sprengstoffanschläge auf, wofür er von Präsident Miklas ausgezeichnet wurde. Lunardon wurde noch am 12. März 1938 von den Nationalsozialisten verhaftet, kam über Innsbruck in die Konzentrationslager Dachau und Mauthausen, wo er 1940 nach Misshandlungen durch einen SS-Hauptscharführer starb. Das Landesgendarmeriekommando erinnert seit 1999 mit einem Gedenkstein auf dem Gelände des Landespolizeischule in Feldkirch an ihn.

Adresse: Hämmerlestraße 4, 6800 Feldkirch
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Als sich die Stadt Feldkirch entschloss, mit einem Denkmal der NS-Opfer zu gedenken, fiel die Standortwahl auf den Bahnhof. Seit 1998 ist dort ein Zitat des Schriftstellers Carl Zuckmayer zu lesen, dem im März 1938, wenige Tage nach dem „Anschluss“ Österreichs, über den Bahnhof Feldkirch die Flucht in die Schweiz gelang. Auf Gleis 1 ist ein Zitat von ihm zu lesen, eine eigene Gedenktafel liefert den historischen Kontext.

Adresse: Waldfriedgasse 5, 6800 Feldkirch
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Der Jesuitenpater und Lehrer am Feldkircher Jesuitenkolleg Stella Matutina Alois Grimm (1866-1944) wurde wegen seiner regimekritischen Predigten bespitzelt, denunziert und 1944 wegen Wehrkraftzersetzung vom Volksgerichtshof Berlin verurteilt und hingerichtet. Beim Eingang der Antoniuskapelle in Feldkirch-Tisis erinnert eine Gedenktafel an ihn.

Adresse: St. Antoninusstraße 9, 6800 Feldkirch
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Franz Reinisch, geboren 1903 in Feldkirch, wurde 1928 zum Priester geweiht und wirkte in verschiedenen deutschen Städten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung bezog er klar Stellung gegen die NS-Ideologie äußerte sich in seinen Predigten und Vorträgen regimekritisch. 1940 wurde er von der Gestapo mit einem Predigt- und Redeverbot für das gesamte Deutsche Reich belegt. Als er 1942 die Einberufung zur Wehrmacht erhielt, verweigerte er den „Führereid“. Wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ wurde Pater Reinisch vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 mit dem Fallbeil hingerichtet.

Adresse: Reichsstraße 1, 6800 Feldkirch
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Franz Reinisch, geboren 1903 in Feldkirch, wurde 1928 zum Priester geweiht und wirkte in verschiedenen deutschen Städten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung bezog er klar Stellung gegen die NS-Ideologie äußerte sich in seinen Predigten und Vorträgen regimekritisch. 1940 wurde er von der Gestapo mit einem Predigt- und Redeverbot für das gesamte Deutsche Reich belegt. Als er 1942 die Einberufung zur Wehrmacht erhielt, verweigerte er den „Führereid“. Wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ wurde Pater Reinisch vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 mit dem Fallbeil hingerichtet.

Adresse: Mutterstraße 73, 6800 Feldkirch
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Hilde Meisel, geboren 1914 in Wien, später als Hilda Olday und Hilda Monte bekannt, wuchs in Berlin auf und schloss sich dem „Internationalen Sozialistischen Kampfbund“ an. Ab 1933 in London, leistete sie Kurierdienste und verhalf Verfolgten zur Flucht. Im Sommer 1944 wurde sie vom Office of Strategic Services zur Spionage in Deutschland angeworben und im Fallschirmspringen ausgebildet. Über Frankreich kam sie in die Schweiz, nahm Kontakte zu österreichischen Mitstreitern auf und ging illegal über die Grenze. Auf dem Rückweg in die Schweiz wurde sie in der Nähe von Feldkirch von einer Grenzpatrouille aufgegriffen und erschossen. Sie wurde auf dem evangelischen Friedhof bestattet. Erst 1947, wurde die wahre Identität der erschossenen „Eva Schneider“ durch den damaligen Vorarlberger Nationalratsabgeordneten Anton Linder aufgrund seines Antrags auf Richtigstellung der Personalien im Sterberegister aufgedeckt. Österreichische Sozialisten setzten auf ihr Grab am evangelischen Friedhof den Stein mit einer sie würdigenden Inschrift. 2021 wird eine Gedenktafel neben dem Grab angebracht.

Adresse: Wichnergasse 24, 6800 Feldkirch
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Die um 1800 erbaute Villa in der Schweizer Straße 35, nun als Elkan-Haus bekannt, beherbergte mehrere bedeutende jüdische Hohenemser Familien, darunter Steinach, Menz und auch der letzte Kultusvorsteher der Gemeinde, Theodor Elkan, lebte hier mit seiner Familie. 1940 wurden sie von hier aus nach Wien zwangsumgesiedelt und von dort ins KZ Theresienstadt deportiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Elkan-Haus Zwischenstation für jüdische „Displaced Persons“, die nach Palästina oder in die USA emigrieren wollten. 1996 wurde das Haus – wie viele andere Häuser des ehemaligen Jüdischen Viertels – denkmalschutzgerecht restauriert und wird jetzt als Wohn- und ÄrztInnen-Haus genützt. Im Eingangsbereich des Hauses hat Gerhard Lacha eine Gedenktafel angebracht.

Adresse: Schweizer Straße 35, 6845 Hohenems
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Der jüdische Friedhof in Hohenems wurde 1617 am Südrand der Stadt errichtet, als sich die ersten Jüdinnen und Juden hier niedergelassen hatten. Insgesamt liegen weit über 500 Gräber auf dem Gelände. 370 Grabsteine sind bis heute erhalten geblieben. 1938 wurde der Friedhof von der nationalsozialistischen Gemeindeverwaltung beschlagnahmt, im Herbst 1938 kam es zu Friedhofsschändungen. Der Friedhof wurde nach Kriegsende an die Kultusgemeinde in Innsbruck rückgestellt, nun ist er im Besitz eines Schweizer Vereins, den Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems zur Erhaltung dieser Anlage gegründet haben, und er dient noch heute als Begräbnisstätte. Für die jüdischen NS-Opfer Vorarlbergs wurde 1992 eine Gedenktafel am Eingang des Friedhofs angebracht.

Adresse: Römerstraße 15, 6845 Hohenems
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Das Familiengrab der Familie Weil am Jüdischen Friedhof Hohenems ist die letzte Ruhestätte für Jakob und Rachel Weil, für den 1938 im KZ Dachau ermordeten Alois Weil, für den 1939 in die USA geflohenen Harry Weil, dessen Frau Angelika Weil und den zugeheirateten Moritz Guggenheim. Harry Weil ließ vermutlich 1966 oder 1967 einen neuen Grabstein errichten.

Adresse: Römerstraße 15, 6845 Hohenems
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Mindestens sieben aus der Gemeinde Koblach stammenden Männer und Frauen wurden von den Nationalsozialisten ermordet, die meisten wurden von der „Valduna“ nach Hartheim deportiert und dort getötet. Die Gedenktafel mit den Namen der NS-Opfer wurde 2012 neben dem Kriegerdenkmal angebracht, nachdem eines der Opfer, der 1944 in Torgau hingerichtete Deserteur Alois Amann, am Denkmal fälschlicherweise als „vermisst“ aufschien.

Adresse: Rebengässele 1, 6842 Koblach
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Die vier Kummenberg-Gemeinden Altach, Götzis, Koblach und Mäder haben sich für eine gemeinsame Gedenktafel mit den Namen der mindestens 19 NS-Opfer der Gemeinden entschieden, die 2019 in Götzis errichtet wurde. Darunter sind viele Frauen und Männer, die als „Euthanasie“-Opfer von der „Valduna“ nach Hartheim oder in andere Tötungsanstalten deportiert wurden.

Adresse: Am Garnmarkt 12, 6840 Götzis
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Die Gemeinde und die Pfarre Lustenau errichteten 2013 eine Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Lustenauer Bildhauer Udo Rabensteiner schuf in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kriegerdenkmal eine von Menschenhand gebrochene Steinsäule als Metapher für die brutalen Auswirkungen von Tyrannei und Willkür. Auf den großen Sandsteinblöcken sind, stellvertretend für alle Opfer von Gewalt und Diktatur, die Namen der bislang bekannten Lustenauer Todesopfer, auch die der NS-Euthanasie, angeführt.

Adresse: Rathausstraße/Pfarrweg, 6890 Lustenau
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Eine von der UNESCO 2009 am alten Grenzgitter auf dem "Rohr" Lustenau angebrachte Gedenktafel erinnert an das Schicksal der Menschen, die über den Alten Rhein und das "Rohr" in die Schweiz flüchten versuchten. Für den Lustenauer Wehrmachtsdeserteur Josef Hagen endete die Flucht durch das "Rohr" 1944 tödlich. Er wurden von einem Lustenauer "Hilfszöllner" angeschossen und erlag im Krankenhaus Altstätten (Schweiz) seinen Verletzungen. Der Gedenkort "Am Rohr" ist Teil des historischen Radrundwegs der Gemeinde Lustenau.

Adresse: Am Rohr, Scheibenkanal, 6890 Lustenau
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Mit dem „Führererlass“ vom Oktober 1939 wurde die sogenannte „Aktion T4“ und das Programm der „Vernichtung unwerten Lebens“ der Nationalsozialisten in die Wege geleitet. Dieser Erlass hatte auch für die PatientInnen der Gauanstalt „Valduna“, das heutige LKH Rankweil, verheerende Folgen. In mehreren Transporten wurden insgesamt 263 Frauen und Männer in die „Euthanasie“-Tötungsanstalten Hartheim und Niedernhart deportiert und dort ermordet. Weitere 228 PatientInnen wurden 1941 nach Hall in Tirol transferiert und zum größten Teil ermordet. Mit einer Gedenktafel im Eingangsbereich des heutigen LKH Rankweil erinnert die Vorarlberger Landesregierung seit 1998 an die NS-„Euthanasie“-Opfer.

Adresse: Valdunastraße 6, 6830 Rankweil
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Außerhalb der Friedhofsmauer des früheren Anstaltsfriedhof der „Valduna“ liegt der sog. "Russenfriedhof", auf dem 43 russische Kriegsgefangene beerdigt worden wurden. 1965 wurden 20 Tote aus anderen Friedhöfen in Vorarlberg exhumiert und hier beigesetzt. Die Inschrift des vierkantigen Steinobelisken mit Sowjetstern trägt eine kyrillische Inschrift und einen Sockel mit einem deutschsprachigen Zusatztext.

Adresse: Valdunastraße 4, 6830 Rankweil
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Johann August Malin (1902-1944) war ein Arbeiter aus Satteins, der 1920 der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaft beitrat. Seine Tätigkeit als „Volksanwalt“ – er unterstützte Personen, die sich einen Rechtsbeistand nicht leisten konnte und verfasste noch im Juni 1941 ein Gnadengesuch an den „Führer“ für den ehemaligen Spanienkämpfer Ernst Reiner aus Götzis, der sich zu dieser Zeit in Gestapohaft in Innsbruck befand – wurde ihm zum Verhängnis: Am 6. Mai wurde eine Gruppe von RegimegegnerInnen in Vorarlberg festgenommen, darunter auch Malin, an dem die Nationalsozialisten ein Exempel statuierten. Wegen „Wehrkraftzersetzung, Vorbereitung zum Hochverrat und Verbreitung von Lügennachrichten ausländischer Sender“ wurde er 1942 in München-Stadelheim hingerichtet. Zu seinem 40. Todestag wurde 1982 die „Johann-August-Malin-Gesellschaft, historischer Verein für Vorarlberg“ gegründet, 2002 eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Satteins angebracht, 2004/5 wurde sie nach Beschädigungen durch Vandalismus renoviert.

Adresse: Herrengasse 31, 6822 Satteins
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Die aus Frastanz stammenden Brüder Josef Anton Mähr und Martin Erwin Mähr wurden 1942 von der Valduna Rankweil über die „Heil- und Pflegeanstalt“ Hall nach Hartheim bzw. Linz-Niedernheim deportiert und dort als "Euthanasie"-Opfer ermordet. Die Gedenktafel ist 2004 im Rahmen des Kunstprojekts "Prozesse der Erinnerung" von Franz Wassermann errichtet worden.

Adresse: Friedhof, 6820 Frastanz
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Josef Anton King (1922-1945) aus Hörbranz wurde aufgrund eines Augenleidens aus der Wehrmacht entlassen und als Dolmetscher eingesetzt. In dieser Funktion versuchte er, russischen Kriegsgefangenen zu helfen. King wurde bei der Gestapo denunziert, er hätte mit den Kriegsgefangenen konspiriert, und am 19. Jänner 1945 in das KZ Mauthausen eingeliefert. Ende April wurde er entweder in der Gaskammer ermordet oder erschossen. Seit 1988 erinnert am Friedhof in Hörbranz ein Gedenkstein an ihn.

Adresse: Lindauer Straße, 6912 Hörbranz
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Zwischen 1942 und 1945 sind in den Walsergemeinden Faschina und Fontanella dutzende Menschen zum Arbeitsdienst herangezogen worden. Die Herkunft und die genaue Zahl der ZwangsarbeiterInnen, wer Zivilarbeiter und wer Kriegsgefangener war, lässt sich nicht feststellen. Untergebracht waren sie in so genannten „Ausländerlagern“, ausgegangen wird von etwa 60 derartigen Lagern in Vorarlberg. Das „Erinnerungszeichen für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Fontanella“ erinnert an sämtliche namenlose Opfer sowie zwei namentlich bekannte russische Zwangsarbeiter, die in den Lagern umgekommen sind: Dimitri Mimailow und Franz Woizechowski. Das Erinnerungszeichen besteht aus vier vor Ort gefundenen Steinblöcken, die von Kriegsgefangenen behauen worden und nach Auflassung des Lagers 1945 an der Passstraße liegen geblieben sind.

Adresse: Faschina 47-130, 6733 Fontanella
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Zwischen 1942 und 1945 sind in den Walsergemeinden Faschina und Fontanella dutzende Menschen zum Arbeitsdienst herangezogen worden. Die Herkunft und die genaue Zahl der ZwangsarbeiterInnen, wer Zivilarbeiter und wer Kriegsgefangener war, lässt sich nicht feststellen. Untergebracht waren sie in so genannten „Ausländerlagern“, ausgegangen wird von etwa 60 derartigen Lagern in Vorarlberg. Das „Erinnerungszeichen für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Fontanella“ erinnert an sämtliche namenlose Opfer sowie zwei namentlich bekannte russische Zwangsarbeiter, die in den Lagern umgekommen sind: Dimitri Mimailow und Franz Woizechowski. Das Erinnerungszeichen besteht aus vier vor Ort gefundenen Steinblöcken, die von Kriegsgefangenen behauen worden und nach Auflassung des Lagers 1945 an der Passstraße liegen geblieben sind.

Adresse: Kirchberg 29, 6733 Fontanella
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. An die Kriegergedächtniskapelle in Bezau wurde 2009 eine Gedenktafel für das „Euthanasie“-Opfer Jodok Meusburger (1895-1943) angebracht, der am 4.12.1943 in Hall ermordet worden war.

Adresse: Ölberg, Kriegergedächtniskapelle, 6870 Bezau
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. In Langenegg erinnert eine Steinplatte als Teil einer kollektiven Gedenkstätte für alle NS-Opfer und Opfer beider Weltkriege im Friedhof an vier „Euthanasie“-Opfer der Gemeinde: Theresa Höfle, Anna Maria Nussbaumer, Klara Maria Nussbaumer und Anton Wagner wurden 1941 aus dem Armenhaus in Langenegg abgeholt und von den Nationalsozialisten ermordet.

Adresse: Kirchdorf 1, 6941 Langenengg
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In Langenegg erinnert im Rahmen einer kollektiven Gedenkstätte für alle NS-Opfer und Opfer beider Weltkriege eine eigene Steinplatte an die missverständlich als „Heimatopfer“ genannten Widerstandskämpfer der Gemeinde. Innozenz Bader, Robert Bader, Otto Bechter, Martin Gmeiner, Josef Nußbaumer und Adolf Schwärzler wurden am 1. Mai 1945 in einem Feuergefecht mit der SS in Langenegg erschossen. Die konkreten Umstände ihres Todes bleiben auf der Gedenktafel unerwähnt. Am unmittelbaren Ort des Geschehens, heute ein Privatgrundstück, erinnert ein "Bildstöckle" ("Marterl") an die ermordeten Widerstandskämpfer.

Adresse: Kirchdorf 1, 6941 Langenengg
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Im Zuge der Umgestaltung des Ortszentrums ließ die Gemeinde Hittisau 2020 das alte Kriegerdenkmal entfernen und ein neues Denkmal errichten, das an alle Kriegstoten sowie speziell an die „Euthanasie“-Opfer der Gemeinde erinnert. Vor der Kirche ist ein neuer Platz entstanden, in eine schon bestehende Mauer wurden einzelne Gedenktafeln integriert.

Adresse: Platz 248, 6952 Hittisau
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Anlässlich des 70. Todestages des in Thal bei Sulzberg geborenen „Euthanasie“-Opfers Erich Forster brachte die Gemeinde 2011 an der Kirchmauer eine Gedenktafel an, an deren Gestaltung auch Volksschulkinder mitgewirkt haben. Der taubstumme Erich Forster wurde 1941 mit 56 Jahren in Hartheim ermordet. Die Tafel ist aus dem Sandstein der Rotach, den Erich Forster zu seiner Zeit vermahlen und als Scheuermittel verkauft hat.

Adresse: Hagen 26, 6934 Thal bei Sulzberg
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Der 25-jährige Medizinstudent Nikolaus Staudt wurde 1944 beim Versuch, über das Gafierjoch in die Schweiz zu fliehen, von einem einheimischen Führer aus Gargellen an die deutsche Grenzwache verraten und von dieser am Gandasee erschossen. Staudt hatte den Kriegsdienst verweigert und wollte über die Schweiz zu seiner nach Argentinien emigrierten Familie fliehen. Pfarrer Eberhard Amann hatte in den 1990er Jahren eine Gedenktafel für Nikolaus Staudt in St. Gallenkirch anbringen lassen, diese aber 2019 kurz vor seinem Tod wieder entfernen lassen. Aus seinem Nachlass ist die Tafel ins Heimatmuseum Schruns gelangt.

Adresse: Kirchplatz 15, 6780 Schruns
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Die Schwestern Elisabeth und Martha Nehab wurden 1942 auf der Flucht von Berlin in die Schweiz an der Grenze aufgegriffen und in St. Gallenkirch inhaftiert. Um der Deportation in ein Konzentrationslager zu entgehen, erhängten sie sich am 24.9.1942 im Gemeindearrest („Kiecha“) St. Gallenkirch. Pfarrer Eberhard Amann hatte in den 1990er Jahren eine Gedenktafel für die beiden lange namenlosen Frauen in St. Gallenkirch anbringen lassen, diese aber 2019 kurz vor seinem Tod wieder entfernen lassen. Aus seinem Nachlass ist die Tafel ins Heimatmuseum Schruns gelangt.

Adresse: Kirchplatz 15, 6780 Schruns
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Im Rahmen des SilvrettAteliers 2008 setzte sich die Künstlerin Veronika Dirnhofer mit der Geschichte der Staumauer auseinander - bei der Errichtung in der NS-Zeit wurden ZwangsarbeiterInnen eingesetzt. Als Kunstprojekt grub Dirnhofer tagelang ein Loch und lackierte einen großen Felsbrocken mit weißer Farbe. Im Silvrettadorf betonierte sie gemeinsam mit Mitarbeitern der Illwerke eine kleine Gedenktafel mit dem Text "In Gedenken an". 2014 wurde die Tafel versetzt und war 2020 nicht aufzufinden.

Adresse: Silvrettadorf, 6794 Partenen
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Zwischen 1938 und 1945 arbeiteten insgesamt etwa 20.000 ausländische Arbeitskräfte in Vorarlberg. Ein Teil dieser vornehmlich zwangsverpflichteten Arbeiter war im Montafon auf Baustellen eingeteilt, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung durch die Vorarlberger Illwerke standen. Der Künstler Roland Adlassnigg gestaltete 2008 im Auftrag der Illwerke eine Gedenktafel, die an alle auf den Baustellen der Illwerke Verunfallten erinnern soll. Die Gedenktafel befindet sich in der Barbarakapelle auf der Bielerhöhe, der Text wurde in Zusammenarbeit mit der Johann-August-Malin-Gesellschaft entworfen.

Adresse: Silvretta Hochalpenstraße 90c, 6794 Partenen
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Die Familie von Josefine und Max Singer flüchtete nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei und lebte dann in Schruns. Einige Familienmitglieder wurden auf dem Jüdischen Friedhof in Hohenems beigesetzt. An die in Auschwitz ermordete Tochter Piroska Singer erinnert ein Gedenkstein am Familiengrab.

Adresse: Römerstraße 15, 6845 Hohenems
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Der Götzner Kommunist Tobias Feurstein hatte in den 1930er Jahren Freiwilligen, die in Spanien auf Seiten der Republikaner gegen die Putschisten des General Franco kämpfen wollten, zum illegalen Grenzübertritt in die Schweiz geholfen. Auch nach 1938 verhalf er zahlreichen von den Nationalsozialisten verfolgten Menschen zur Flucht und geriet dadurch ins Visier der Gestapo. 1944 wollte er vor der drohenden Verhaftung in die Schweiz fliehen, kam aber dabei auf bis heute ungeklärte Weise ums Leben.

Adresse: Bahnhofstraße 54, 6840 Götzis
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Die sich im Landesbesitz befindlichen Vorarlberger Heime des Kinderrettungsvereines wurden infolge des „Anschlusses“ von den NationalsozialistInnen übernommen und – wie alle anderen Vereine – in die Dachverbände des Deutschen Reiches integriert. Im seit Ende 1939 als „Gauerziehungsheim“ Jagdberg unter dem Feldkircher NS-Bezirksschulinspektor Franz Ritter geführten Heim sollten Kinder mittels ideologischer Indoktrination zu „brauchbaren“ Mitgliedern der „Volksgemeinschaft“ „erzogen“ werden, auf „normabweichendes“ Verhalten folgten Strafen wie Arrest und körperliche Züchtigung. Nach 1945 wurde das Erziehungsheim als „Allgemeine Sonderschule“ fortgeführt, heute ist dort die katholische Privatschule Paedakoop untergebracht.

Adresse: Jagdbergstraße 45, 6824 Schlins
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Während des Zweiten Weltkrieges wurden tausende Kriegsgefangene, Fremd- und ZwangsarbeiterInnen zur Arbeit vor allem in Rüstungsbetrieben und beim Kraftwerksbau in Vorarlberg gezwungen. Besonders schlechte Arbeitsbedingungen erlitten die als „OstarbeiterInnen“ bezeichneten, ins Deutsche Reich verschleppte BewohnerInnen der besetzten sowjetischen Gebiete. Viele Männer und Frauen starben infolge der Zwangsarbeit, es kam zu Zwangssterilisierungen und Zwangsabtreibungen. Auf dem Friedhof Dornbirn-Hatlerdorf erinnerten zunächst hölzerne Grabkreuze, seit 1975 mehrere Steinkreuze und ein Gedenkstein an die in Dornbirn verstorbenen bzw. getöteten „OstarbeiterInnen" sowie deren gestorbene Säuglinge und Kleinkinder.

Adresse: Im Böckler 500, 6850 Dornbirn
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H

Hugo Lunardon (1893-1940) wurde nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft Gendarm in Hohenems, 1933 Postenkommandant in Dornbirn. Er ließ illegale SS-Mitglieder verhaften und deckte Sprengstoffanschläge auf, wofür er von Präsident Miklas ausgezeichnet wurde. Lunardon wurde noch am 12. März 1938 verhaftet, kam über Innsbruck in die Konzentrationslager Dachau und Mauthausen, wo er 1940 nach Misshandlungen durch einen SS-Hauptscharführer starb. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Hugo-Lunardon-Weg, 6900 Bregenz
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Im Hotel Madrisa Gargellen machten mehrere Frauen und Männer Halt, die versuchten, vor den NationalsozialistInnen in die Schweiz zu fliehen. Nicht allen gelang der mitunter gefährliche und beschwerliche Weg über die Berge. Den Grenzübertritt nach St. Antönien schaffte der später nach Australien ausgewanderte Claus Meyer: Er war bis 1944 Offizier in der Wehrmacht, musste aber dennoch wegen angeblich jüdischer Vorfahren fliehen. Während seine Eltern in ein Konzentrationslager deportiert wurden, gelang ihm die Flucht über das ihm vom Bergsteigen bekannte Gargellen in die Schweiz. Zwischenstation machte er im Hotel Madrisa, das er auch Jahrzehnte später noch besuchte.

Adresse: Gargellen 39, 6787 Gargellen
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I

Zwischen 1938 und 1945 arbeiteten insgesamt etwa 20.000 ausländische Arbeitskräfte in Vorarlberg. Ein Teil dieser vornehmlich zwangsverpflichteten Arbeiter war im Montafon auf Baustellen eingeteilt, die im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasserkraftnutzung durch die Vorarlberger Illwerke standen. Eine Infotafel liefert einen groben Überblick über die Geschichte des Silvrettasees und einen QR-Code speziell zum Thema Zwangsarbeit im Montafon.

Adresse: Silvretta Hochalpentraße, 6794 Partenen
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J

Das Jüdische Museum Hohenems wurde im April 1991 in der 1864 von einer Fabrikantenfamilie erbauten Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels eröffnet. Die seit 2007 geöffnete Dauerausstellung zeigt jüdisches Leben anhand einer exemplarisch erzählten lokalen Geschichte und ihres Beziehungsraums. Im Zentrum stehen Menschen, ihre Geschichten, Lebensentwürfe, Erfahrungen und Bräuche. Nicht zuletzt durch den Kontakt mit den Nachkommen der Hohenemser Jüdinnen und Juden in aller Welt ist eine umfangreiche Sammlung von Alltagsgegenständen, Memorabilia und persönlichen Dokumenten entstanden.

Adresse: Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
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Die Jeller-Straße in Bludenz erinnert an den Widerstandskämpfer Alois Jeller. Der Bludenzer Eisenbahner wurde im Zuge des „Sturms auf die Kreisleitung“ der NSDAP in Bludenz am 3. Mai 1945 auf brutale Weise ermordet. Nach Kriegsende äußerte die Bludenzer Widerstandsbewegung den Wunsch, der Aktion und dem ermordeten Alois Jeller ein Denkmal zu setzen. Im Juni 1945 wurde die Ziegelhüttenstraße in Jellerstraße umbenannt.

Adresse: Jellerstraße, 6700 Bludenz
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K

Karoline Redler (1883-1940) war Geschäftsfrau in Bregenz und Gründerin des Verbands katholischer Frauen und Mädchen. Redler bekannte sich stets zu ihrer politischen und religiösen Überzeugung und wurde nach einem Gespräch im Wartezimmer eines Arztes, bei dem sie Deutschland für den Krieg verantwortlich gemacht haben soll, am 5. Oktober 1943 verhaftet. Von den Gefängnissen Bregenz-Oberstadt und Feldkirch kam sie im Juli 1944 nach Wien und wurde wegen "Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung" angeklagt. Am 8. November 1944 wurde sie am Wiener Landesgericht hingerichtet. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Karoline-Redler-Weg, 6900 Bregenz
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Emil Bonetti (1922-2007) aus Hard wurde 17-jährig zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Wehrmacht eingezogen und desertierte 1943 in Italien. Er kehrte unter falscher Identität nach Österreich zurück, wurde erwischt, verhaftet und wegen "Fahnenflucht im Felde" verurteilt. Er erlebte die Befreiung nach Haft und neuerlichem Fronteinsatz in Sachsen. Nach dem Krieg studierte er Theologie und wirkte als Priester in Vorarlberg. Mit dem Haus der jungen Arbeiter” unterstützte er „Gastarbeiter“-Familien, AsylwerberInnen und Obdachlose. Die Stadt Dornbirn hat 2016 eine Straße nach Kaplan Bonetti benannt und das Straßenschild 2017 mit einer Zusatztafel versehen.

Adresse: Kaplan-Bonetti-Straße, 6850 Dornbirn
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2006 wurde die Schule für Sozialbetreuung in Götzis zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten als „Euthanasie“-Opfer ermordete Katharina Lampert (1913-1941) aus Götzis umbenannt. 1941 kam die mit Epilepsie diagnostizierte Kathi Lampert mit dem ersten „Patiententransport“ aus der "Valduna" nach Hartheim, wo sie vergast wurde. 2006 entschied die Schulleitung, „das nicht aufgearbeitete Vergehen wachzuhalten“ und mit der Benennung der Schule nach Kathi Lampert auch der namenlosen „Euthanasie“-Opfer zu gedenken, die in Vorarlberg „in unverhältnismäßig hoher Zahl besonders ‚gründlich‘ vernichtet wurden“.

Adresse: Am Garnmarkt 12, 6840 Götzis
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Das Kriegerdenkmal in Lustenau mit dem Motiv der trauernden Frau wurde vom Bregenzer Bildhauer Albert Bechthold entworfen und 1932 bei der Pfarrkirche St. Peter und Paul errichtet. Die Nationalsozialisten funktionierten es zum „Heldendenkmal“ um und instrumentalisierten es zur Ehrung der „gefallenen Helden“. Die 1953 angebrachten Namenstafeln der Gefallenen weisen fälschlicherweise auch Namen wie Hugo Paterno auf, der 1944 wegen regimekritischer Äußerungen hingerichtet wurde.

Adresse: Rathausstraße/Pfarrweg, 6890 Lustenau
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Der Alte Rhein war einer der wichtigsten Fluchtwege jüdischer und politischer Verfolgter vor und während des Zweiten Weltkrieges. Eine 2018 initiierte temporäre Kunstintervention von Margit Bartl-Frank in Form von Kurztexten vor dem Zollamt Wiesenrain und am Landesradweg nahe des Lustenauer „Rohr“ soll an die Geflüchteten und FluchthelferInnen erinnern. Die Schriftzüge stellen die damaligen Ereignisse aus Sicht der Opfer dar und stammen zum Teil aus Gesprächen mit ZeitzeugInnen.

Adresse: Forststraße 111, 6890 Lustenau
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L

Unter dem Hauptschiff der Basilika Rankweil befindet sich die Landesgedächtniskapelle, die 2009 und 2012 neugestaltet wurde, um der Gefallenen der beiden Weltkriege und der Gewaltopfer zu gedenken. Der Ort ist als Gedenkort und als Ort zeitgenössischer Kunst und Architektur zu verstehen. Erinnerungsstücke beziehen sich auf die in den Kriegen gefallen Vorarlberger Soldaten (Gedenkbücher), auf die „Euthanasie“-Opfer der „Valduna“ Rankweil (Kopf aus Ton) und auf den hingerichteten Priester Carl Lampert (Rosenkranz).

Adresse: Liebfrauengasse 12, 6830 Rankweil
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Während des Zweiten Weltkrieges wurden tausende Kriegsgefangene, "Fremd"- und ZwangsarbeiterInnen zur Arbeit in Vorarlberg gezwungen. Die in Bludenz registrierten Gefangenen – im Dezember 1940 rund 300 – waren überwiegend in zwei Lagern untergebracht, darunter eines am Gelände der „Lünerseefabrik“ Bürs. Von den Lagern mussten sie täglich zu ihren Arbeitsstellen (Baustellen, Bauernhöfe, Wälder etc.) marschieren. Der Großteil der lokalen Bevölkerung stand den Kriegsgefangenen gleichgültig gegenüber, doch sind auch einige Hilfsaktionen bekannt. Auf dem Gelände der Lünerseefabrik sind heute Geschäfte und Veranstaltungsräume untergebracht.

Adresse: Hauptstraße 4, 6706 Bürs
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Zahlreiche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die zum Kraftwerksbau bei den Illwerken eingesetzt wurden, versuchten vom Lager Latschau in die Schweiz zu fliehen. Gelungen ist die Flucht nur wenigen. Denjenigen, die gefasst wurden, drohten harte Strafen, bis zur KZ-Haft.

Adresse: Latschaustraße, 6774 Tschagguns
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Beim Ausbau der Wasserkraft wurde Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter an verschiedenen Anlagen der Illwerke zur Arbeit gezwungen, so auch in Rodund/Vandans. Der polnische Zwangsarbeiter Konstantin Przygoda wurde 1941 auf der Baustelle von der Gestapo ohne Gerichtsprozess hingerichtet, da er sich „sittlicher Verfehlungen“ schuldig gemacht hätte. ZeitzeugInnen berichteten, dass er eine Beziehung zur Tochter eines NS-Funktionärs pflegte.

Adresse: Anton-Ammann-Straße 1, 6773 Vandans
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M

Maria Stromberger (1898-1957) wurde in St. Veit in Kärnten geboren und ließ sich in Bregenz zur Krankenschwester ausbilden. 1942 entschied sie sich auch aufgrund der Informationen über die Zustände in den Lagern zur freiwilligen Versetzung ins KZ Auschwitz. Dort wurde sie im SS-Krankenrevier eingesetzt und knüpfte zur geheimen Widerstandsgruppe „Kampfgruppe Auschwitz“ Kontakt, in der sich politische Häftlinge aus Österreich und Polen organisiert hatten. Sie beschaffte Medikamente, schmuggelte Informationen aus und auch einmal zwei Pistolen mit Munition in das Lager. Nach dem Krieg kehrte sie nach Bregenz zurück und wurde 1946 von den französischen Behörden wegen ihrer Tätigkeit in Auschwitz einige Monate verhaftet. 1947 sagte sie in Warschau im Prozess gegen den ehemaligen Lagerkommandanten Höss aus. In Vorarlberg blieb sie lange Zeit nach ihrem Tod 1957 unbekannt. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Maria-Stromberger-Weg, 6900 Bregenz
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Maria Wieland (1904-1944) war Musiklehrerin in Dornbirn. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gehörte ihr Mann Josef Wieland der Widerstandsgruppe „Aktionistische Kampforganisation“ um Arthur Sohm an. 1940 wurden beide von der Gestapo verhaftet. Nach sechs Verhören und Misshandlungen wurde Maria Wieland Mitte 1944 in die Innsbrucker Nervenklinik eingewiesen und dort kurz darauf ermordet. Die Stadt Dornbirn hat 2012 einen Weg nach Maria Wieland benannt, Straße und Schild waren 2020 noch nicht fertiggestellt.

Adresse: Maria-Wieland-Weg, 6850 Dornbirn
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Das 2019 im Garten vom Landeskrankenhaus Hohenems errichtete Denkmal erinnert an die mindestens zehn Hohenemser „Euthanasie“-Opfer und stellvertretend an sämtliche NS-Opfer der Stadt Hohenems. Die vom Bildhauer Udo Rabensteiner gestaltete Platte ist in fünf Elemente geteilt und soll den Riss symbolisieren, der Familien während der NS-Zeit gewaltsam auseinandergerissen hatte. Namen sind am Denkmal keine vermerkt.

Adresse: Bahnhofstraße 31, 6845 Hohenems
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. In Schnepfau erinnert seit 2013 ein Mahnmal aus flachen Steinquadraten und fünf mal neun Steinen an die in Hartheim ermordeten Schnepfauer Maria Gebhard und Edwin Moosmann sowie an den hingerichteten Provikar Carl Lampert.

Adresse: Wendelinkapelle, Schnepfegg, 6882 Schnepfau
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. Die Gemeinde Bizau wählte als Standort für die Gedenkstätte das bestehende Kriegerdenkmal. An der Rückseite wurde eine Stele angebracht, die die Namen der fünf Opfer trägt.

Adresse: Kirchdorf 78, 6874 Bizau
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. Das Denkmal in Andelsbuch trägt vier Namen, u.a. den Namen des Kindes Felix Beng, der 1941 als 5-Jähriger in die „Valduna“, nach Hall und nach Hartheim deportiert wurde, wo ihn die Nationalsozialisten ein Jahr später ermordeten.

Adresse: Hof 2, 6866 Andelsbuch
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. In Egg erinnert seit 2013 eine 150cm hohe Metallskulptur bestehend aus 49 gebündelten Blechsegmenten in Gestalt deformierter Menschen-Torsi an die sieben „Euthanasie“-Opfer der Gemeinde. Ihre Namen fehlen: Rosa Feldkircher, Franz Josef Gstrein, Josef Maier, Rudolf Matt, Josefine Reiner, Ferdinand Rusch, Emil Schmid und Konrad Schwärzler. Eine Metalltafel trägt die Inschrift „Jeder Mensch ist einzigartig“.

Adresse: Pfarrhof 1, 6863 Egg
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Aus Alberschwende stammen die meisten "Euthanasie"-Opfer des Bregenzerwaldes, mindestens 11 Opfer sind bekannt. Die Gemeinde hat 2007 begonnen, sich mit der Geschichte der Opfer zu beschäftigen, der Prozess der Auseinandersetzung und Erinnerung erfolgte dann im Rahmen der Region Bregenzerwald. Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Denkmal von Ferdinand Rüf wurde 2009 vor der Pfarrkirche eingeweiht.

Adresse: Hof 1, 6861 Alberschwende
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. In Sulzberg erinnert seit 2010 eine Skulptur aus vier Stahlblättern zwischen Kirche und Kriegerdenkmal an die vier Sulzberger Frauen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden: Paula Bitriol, Maria Vögel, Maria Sinz, Rosa Rupp.

Adresse: Dorf 351, 6934 Sulzberg
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Im Marienheim in Bludenz war seit 1901 ein Kinderheim für Arbeiterfamilien der Textilfirma Getzner und eine Haushaltungsschule für Mädchen untergebracht, die von den Kreuzschwestern betrieben wurden. Das Haus wurde 1908 vom Vorarlberger Kinderrettungsverein erworben, der dort lernschwache Kinder verpflegte und ausbildete. Die Nationalsozialisten ließen Kinder von dort in die „Valduna“ und an andere Orte deportieren.

Adresse: St. Peterstraße 5, 6700 Bludenz
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O

Otto Wohlgenannt (1889-1942) aus Dornbirn warnte nach dem Angriff auf Polen Anfang September 1939 Besucher eines Gasthauses vor einem Weltkrieg. Er wurde von einem Gast angezeigt und verhaftet, später von Bregenz nach Innsbruck und dann 1941 ins Konzentrationslager Flossenbürg deportiert und dort am 10. April 1942 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet. Die Stadt Dornbirn hat 2013 eine Straße nach Otto Wohlgenannt benannt und das Straßenschild 2017 mit einer Zusatztafel versehen.

Adresse: Otto-Wohlgenannt-Straße, 6850 Dornbirn
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P

Der Jesuitenpater und Lehrer am Feldkircher Jesuitenkolleg Stella Matutina Alois Grimm (1866-1944) wurde wegen seiner regimekritischen Predigten bespitzelt, denunziert und 1944 wegen Wehrkraftzersetzung vom Volksgerichtshof Berlin verurteilt und hingerichtet. In Feldkirch-Tisis erinnert der Pater-Grimm-Weg an ihn.

Adresse: Pater-Grimm-Weg, 6800 Feldkirch
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Franz Reinisch, geboren 1903 in Feldkirch, wurde 1928 zum Priester geweiht und wirkte in verschiedenen deutschen Städten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung bezog er klar Stellung gegen die NS-Ideologie äußerte sich in seinen Predigten und Vorträgen regimekritisch. 1940 wurde er von der Gestapo mit einem Predigt- und Redeverbot für das gesamte Deutsche Reich belegt. Als er 1942 die Einberufung zur Wehrmacht erhielt, verweigerte er den „Führereid“. Wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ wurde Pater Reinisch vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 mit dem Fallbeil hingerichtet.

Adresse: Pater-Reinisch-Weg, 6800 Feldkirch
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Der St. Galler Polizeikommandant Paul Grüninger (1891-1972) hat an dieser Grenze mehreren hundert Menschen die Flucht in die Schweiz ermöglicht. Obwohl der Schweizer Bundesrat am 18. August 1938 jegliche Einreise ohne Visum verboten hatte, überquerten viele, vor allem jüdische Flüchtlinge auch danach die Grenze. In dieser Situation datierte Grüninger die Grenzübertritte in den Akten zurück, so dass die Geflüchteten noch vor der Einreisesperre in die Schweiz geflohen zu sein schienen. Für die "Amtspflichtsverletzung" wurde er 1941 verurteilt. Von Yad Vashem ist Paul Grüninger Jahrzehnte später als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Die Brücke zwischen Hohenems und Diepoldsau wurde 2012 auf Initiative der Vorarlberger Grünen und der St. Galler Grünen nach Paul Grüninger benannt und mit einer Gedenktafel versehen.

Adresse: Grenzbrücke Hohenems-Diepoldsau
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Der St. Galler Polizeikommandant Paul Grüninger (1891-1972) hat an dieser Grenze mehreren hundert Menschen die Flucht in die Schweiz ermöglicht. Obwohl der Schweizer Bundesrat am 18. August 1938 jegliche Einreise ohne Visum verboten hatte, überquerten viele, vor allem jüdische Flüchtlinge auch danach die Grenze. In dieser Situation datierte Grüninger die Grenzübertritte in den Akten zurück, so dass die Geflüchteten noch vor der Einreisesperre in die Schweiz geflohen zu sein schienen. Für die "Amtspflichtsverletzung" wurde er 1941 verurteilt. Von Yad Vashem ist Paul Grüninger Jahrzehnte später als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. 2001 wurde ein Weg in Hohenems nach ihm benannt.

Adresse: Paul-Grüninger-Weg, 6845 Hohenems
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R

Die seit Ende des 19. Jahrhunderts auf den Bau von Turbinen und Wasserkraftanlagen spezialisierten Rüschwerke in Dornbirn galten lange als der bedeutendste metallverarbeitende Betrieb Vorarlbergs. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurde in den Rüsch-Werken eine umfangreiche Rüstungsproduktion aufgezogen. 1941 ging der Betrieb an die Textilunternehmer F.M. Hämmerle und Franz M. Rhomberg und wurde zum nationalsozialistisch geführten „Wehrwirtschaftsbetrieb“, für den tausende Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter schuften mussten. 1984 wurde der Betrieb stillgelegt. Heute ist das Naturmuseum inatura und der Kunstraum Dornbirn am ehemaligen Fabriksgelände untergebracht. Die Geschichte der Rüsch-Werke wurde wissenschaftlich aufgearbeitet, ein Erinnerungszeichen am ehemaligen Fabriksgelände existiert bislang nicht.

Adresse: Jahngasse 9, 6850 Dornbirn
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Zum Reichsarbeitsdienst (RAD) wurden alle jungen Männer und Frauen im Deutschen Reich herangezogen. Er war Bestandteil der NS-Wirtschaft und diente auch der Erziehung bzw. Disziplinierung der jungen Menschen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Bei Männern zwischen 18 und 24 Jahren betrug er anfangs sechs Monate und war dem zweijährigen Wehrdienst vorgelagert. Zum RAD-Lager in Schruns sind kaum Informationen bekannt. In den letzten Monaten des NS-Regimes waren dort viele ins Montafon Geflüchtete untergebracht.

Adresse: Auf der Litz 26, 6780 Schruns
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S

Samuel Spindler (1882-1942) war Sozialdemokrat, Gewerkschaftssekretär und als Arbeitervertreter in der Bregenzer Stadtvertretung. Nach 1933/34 verlor er sämtliche Ämter. Der Deportation, die ihm als zum evangelischen Glauben konvertierter Jude drohte, entzog er sich am 11. November 1942 in Bregenz durch Suizid. Die Bregenzer Stadtvertretung hat 1988 beschlossen, Straßen und Wege nach NS-Opfern zu benennen.

Adresse: Samuel-Spindler-Weg, 6900 Bregenz
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Die 1771/72 erbaute Hohenemser Synagoge war die bedeutendste Barocksynagoge des gesamten Alpenraums. Von der nationalsozialistischen Zerstörung während der Pogromnacht am 9. November 1938 blieb sie verschont, Ritualgegenstände wurden aber geraubt. Nach der Zwangsauflösung der Jüdischen Gemeinde erfolgte im September 1940 die Übernahme des Hauses durch die Marktgemeinde Hohenems. 1954 wurde das Gebäude in ein Feuerwehrhaus umgebaut und bis 2001 als solches genutzt. 2002 begann ein umfangreicher Umbau, der ehemalige Betraum, die hohen Fenster und die Frauengalerie wurden teilweise wiederhergestellt. Seit 2006 wird der nach dem jüdischen Kantor Salomon Sulzer benannte Saal als Ort für interkulturelle Begegnung und Veranstaltungen genützt.

Adresse: Schweizer Straße 21, 6845 Hohenems
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Frieda Nagelberg, 1889 im galizischen Stryi geboren, kam mit ihrer Familie mit 10 Jahren nach Hohenems. Sie arbeitete als Stickerin und Haushaltsgehilfin, erhielt 1930 die Staatsbürgerschaft, schloss sich den Adventisten an und ließ sich taufen. Im Januar 1939 meldete der Bürgermeister von Hohenems Josef Wolfgang noch zwei Volljüdinnen, die er bei der ersten Meldung an die Nationalsozialisten übersehen hatte: Frieda Nagelberg und Gisela Figdor, beide getauft, beide im Versorgungsheim wohnhaft. Der Zwangsumsiedlung nach Wien entging sie mehrmals, weil sie wegen ihrer Religionszugehörigkeit auf den Namenslisten nicht aufschien. Frieda Nagelberg wurde am 9. April 1942 von Wien ins Lager Izbica im Süden Polens deportiert und dort ermordet. 2014 ist ein Stolperstein für sie in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Kaiserin-Elisabeth-Straße 2, 6845 Hohenems
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Gisela Figdor, geboren 1882 in Wien, kam als Kind mit ihrer Mutter nach Hohenems, wo sie eine Zeit lang im jüdischen Armenhaus lebten. Nach dem Tod der Mutter kam die öffentliche Fürsorge für sie auf. 1940 nach Wien zwangsumgesiedelt, starb sie 1942 im provisorischen jüdischen Krankenhaus in Wien und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. 2014 ist ein Stolperstein für sie in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Kaiserin-Elisabeth-Straße 2, 6845 Hohenems
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Clara Heimann, geboren 1866 in Hohenems in die wohlhabende Textilfabrikantenfamilie Rosenthal, lebte bis 1906 mit ihrem Mann in Antwerpen und kehrte nach dessen Tod nach Vorarlberg zurück. Am 31. Mai 1940 wurde sie, wie die restlichen acht noch in Hohenems lebenden Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, nach Wien zwangsumgesiedelt. Die fast achtzigjährige Clara Heimann-Rosenthal wurde am 10.7.1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und starb dort am 20.11.1942. 2014 ist ein Stolperstein für sie vor dem Jüdischen Museum Hohenems, der einstigen Villa Rosenthal, verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
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Markus Silberstein, geboren 1904 in Lemberg/Lviv, zog mit seiner Familie 1910 nach Wien und 1935 alleine nach Hohenems. Nachdem er versucht hatte, ein paar Wertsachen in die Schweiz zu schmuggeln, wurde er 1939 verhaftet und von den Nationalsozialisten in die KZ Sachsenhausen und Groß-Rosen deportiert und dort 1942 ermordet. 2014 ist ein Stolperstein für ihn in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Burgstraße 7, 6845 Hohenems
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Alois Weil, geboren 1878 in eine Hohenemser jüdische Familie mit vier Kindern, arbeitete als Kaufmann und als Bibliothekar im Hohenemser „Bildungsklub“. Als politisch aktiver Jude wurde er im Juni 1938 ins KZ Dachau deportiert und dort im August desselben Jahres ermordet. 2014 ist ein Stolperstein für ihn in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 19, 6845 Hohenems
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Theodor Elkan, geboren 1864 in Wien, ließ sich 1898 nach seiner Heirat mit der Vorarlbergerin Betti Menz in Hohenems nieder. Betti Menz starb nach der Geburt ihres Sohnes Hans und Theodor Elkan heiratete ihre Cousine Helene Neuburger. 1918 wurde er Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Hohenems, als Kultusvorsteher hielt er die Gebete. 1940 nach Wien zwangsumgesiedelt, wurde er mit seiner Familie im August 1942 von den Nationalsozialisten ins KZ Theresienstadt deportiert und starb im selben Jahr. 2014 ist ein Stolperstein für ihn in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 35, 6845 Hohenems
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Helene Neuburger, geboren 1879 in Bad Buchau, heiratete 1902 den verwitweten Theodor Elkan und zog zu ihm und seinem Sohn Hans nach Hohenems. 1940 nach Wien zwangsumgesiedelt, wurde sie mit ihrer Familie im August 1942 von den Nationalsozialisten ins KZ Theresienstadt deportiert und starb dort zwei Jahre später. 2014 ist ein Stolperstein für sie in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 35, 6845 Hohenems
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Hans David Elkan, geboren 1900 in Hohenems als Sohn des letzten Vorstehers der Jüdischen Gemeinde Theodor Elkan und seiner ersten Frau Betti Menz, studierte in Freiburg Philosophie, Musikwissenschaften und Geschichte. Als Lehrer fand er in Vorarlberg keine feste Anstellung und übernahm 1938 Funktionen in der in Auflösung begriffenen Kultusgemeinde. 1940 wurde er mit seinen Eltern nach Wien zwangsumgesiedelt und 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er 1944 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. 2014 ist ein Stolperstein für ihn in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 35, 6845 Hohenems
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Sophie Steingraber-Hauser, geboren als Sophie Rosenthal 1863 in Hohenems, lebte, nachdem sie zweimal verheiratet gewesen war, bis 1940 in einer Wohnung im Elkan-Haus in Hohenems. 1940 wurde sie zusammen mit ihrer Cousine Clara Heimann-Rosenthal nach Wien zwangsumgesiedelt. Am 28.7.1942 wurde Sophie Steingraber-Hauser nach Theresienstadt, kurze Zeit darauf nach Treblinka oder Maly Trostinec deportiert, wo sie von den Nationalsozialisten ermordet wurde. 2014 ist ein Stolperstein für sie in Hohenems verlegt worden.

Adresse: Schweizer Straße 35, 6845 Hohenems
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Außerhalb der Friedhofsmauer des früheren Anstaltsfriedhof der „Valduna“ liegt der sog. "Russenfriedhof", auf dem 43 russische Kriegsgefangene beerdigt worden wurden. 1965 wurden 20 Tote aus anderen Friedhöfen in Vorarlberg exhumiert und hier beigesetzt. Insgesamt sind es 43 schräg aufgestellte Grabsteine mit eingravierten Namen in kyrillischer Schrift.

Adresse: Valdunastraße 4, 6830 Rankweil
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Von den zwischen 1938 und 1941 über 700 in der Anstalt „Valduna“ Rankweil psychiatrierten PatientInnen waren 57 in einer Bregenzerwälder Gemeinde geboren. Die meisten von ihnen wurden in der NS-Tötungsanstalt Hartheim ermordet oder starben in anderen sog. „Heil- und Pflegeanstalten“. 2009 beschlossen mehrere Gemeinden der Region Bregenzerwald, an die „Euthanasie“-Opfer zu erinnern, an vielen Orten entstanden Gedenkzeichen. In Lingenau ist ein kollektiver Stolperstein den Opfern der „Euthanasie“ der Gemeinde, sowie sechs weitere Stolpersteine namentlich bekannten Lingenauer Opfern gewidmet.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Maria Rosa Bechter, geboren 1935, wurde vom Amtsarzt des Kreises Bregenz, Dr. Theodor Leugner, beim „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erforschung von erb- und anlagebedingten Leiden in Berlin“ angezeigt. 1942 in die "Heilanstalt" Kloster Irsee deportiert, wurde sie am 8. März 1943 im Zuge der „Aktion T4“ ermordet. 2011 wurde in Lingenau ein Stolperstein für sie verlegt, bereits 2009 vor dem Kloster Irsee.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Veronika Erath, geboren 1929, wurde 1941 wurde aus der Pflegeanstalt Rankweil nach Hartheim deportiert, wo sie am 27. März 1941 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 2001 erinnert in Lingenau ein Stolperstein an sie.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Dominikus Peter, geboren 1903, wurde 1941 nach Hartheim eingewiesen, wo er am 2. April 1941 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 2001 erinnert in Lingenau ein Stolperstein an ihn.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Anna Brugger, 1859 geboren, wurde 1941 wurde in die "Heilanstalt" Hall eingewiesen, wo sie am 12. März 1941 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 2001 erinnert in Lingenau ein Stolperstein an sie.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Otto Dorner, 1886 geboren, wurde 1941 in die "Heilanstalt" Hall eingewiesen, wo er am 20. Februar 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 2001 erinnert in Lingenau ein Stolperstein an ihn.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Ludwig Bader, 1875 geboren, wurde 1941 in die „Heilanstalt“ Hall eingewiesen, wo er am 27. Juli 1942 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Seit 2001 erinnert in Lingenau ein Stolperstein an ihn.

Adresse: Hof 17, 6951 Lingenau
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Während des Zweiten Weltkrieges wurden tausende Kriegsgefangene, Fremd- und ZwangsarbeiterInnen zur Arbeit vor allem in Rüstungsbetrieben und beim Kraftwerksbau in Vorarlberg gezwungen. Besonders schlechte Arbeitsbedingungen erlitten die als „OstarbeiterInnen“ bezeichneten, ins Deutsche Reich verschleppte BewohnerInnen der besetzten sowjetischen Gebiete. Viele Männer und Frauen starben infolge der Zwangsarbeit, es kam zu Zwangssterilisierungen und Zwangsabtreibungen. Auf dem Friedhof Dornbirn-Hatlerdorf erinnerten zunächst hölzerne Grabkreuze, seit 1975 mehrere Steinkreuze und ein Gedenkstein an die in Dornbirn verstorbenen bzw. getöteten „OstarbeiterInnen" sowie deren gestorbene Säuglinge und Kleinkinder.

Adresse: Im Böckler 500, 6850 Dornbirn
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Die Familie Turteltaub war die einzige jüdische Familie in Dornbirn. Der Kaufmann Edmund Turteltaub errichtete in den 1930er Jahren eine Zweigniederlassung des Familienbetriebes "Warenkredithaus Fortuna" in der Marktstraße 39, zog aber noch im selben Jahr ins Hatlerdorf. Von den Nationalsozialisten verfolgt, musste Edmund Turteltaub mit seiner Frau Gertrude und den Kindern Hans und Walter im März 1939 nach Wien übersiedeln. Im Juli gelang ihnen die Flucht nach Mailand. Nach 1940 wurden sie in verschiedenen Lagern in Italien interniert und 1944 nach Auschwitz und Riga deportiert und ermordet. Die Stadt Dornbirn hat 2003 einen Weg nach der Familie Turteltaub benannt und das Straßenschild 2017 mit einer Zusatztafel versehen.

Adresse: Turteltaub-Weg, 6850 Dornbirn
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Die 1836 im Dornbirner Oberdorf gegründete Firma F.M. Hämmerle wuchs rasch zu einem der größten Textilunternehmen der Monarchie. Während des Nationalsozialismus profitierte der Betrieb von „Arisierungen“, Enteignungen (gemeinsam mit der Firma Rhomberg etwa wurden 1941 die Rüsch-Werke übernommen) und zur Zwangsarbeit verpflichteten Menschen. Die F. M. Hämmerle Holding AG meldete 2008 Insolvenz an. Die ehemaligen Fabrikhäuser in Dornbirn-Steinbach werden heute vermietet.

Adresse: Steinebach 18, 6850 Dornbirn
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Das Denkmal in Form einer Fallblattanzeige zeigt die Namen und Lebensdaten von 100 Personen, die stellvertretend für Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, Wehrdienstverweigerer und Deserteure, sowie Vorarlberger Bürgerinnen und Bürger stehen, die gegenüber Verfolgten und Misshandelten trotz Verbots Menschlichkeit geübt haben. Nach einer langjährigen Kontroverse um die Errichtung eines Deserteurdenkmals, wurde das von der Künstlerin Nataša Sienčnik entworfene Denkmal 2015 im Zentrum von Bregenz errichtet. Ausgehend vom Widerstandsmahnmal führt ein Rundgang an verschiedene Orte in Bregenz, wo verschiedene Formen von Widerstand und Widersetzlichkeit anhand von Biografien thematisiert werden.

Adresse: Sparkassenplatz 1, 6900 Bregenz
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ZwangsarbeiterInnen, darunter zahlreiche polnische „ZivilarbeiterInnen“, die für die Textilfirma F.M. Hämmerle in Dornbirn arbeiten mussten, waren mit ihren Kindern u.a. in oberen Stockwerken von Fabriksgebäuden nahe des Betriebs im Steinebach untergebracht. Eine der Adressen war Weppach 18. An diese – häufig barackenähnlichen – Unterkünfte erinnert bislang kein Gedenkzeichen.

Adresse: Weppach 18, 6850 Dornbirn
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