Heinrich-Zeder-Weg
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Heinrich Zeder war Kaplan und Seelsorger zunächst in Orth an der Donau, ab 1931 in Wien. Er war Mitglied der Vaterländischen Front und des Cartellverbandes sowie Seelsorger der Ostmärkischen Sturmscharen und somit eng mit dem austrofaschistischen Regime verbunden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 begründete er die liturgische Gemeinschaft der Jugend. Von 1940 bis 1943 hielt ihn die Gestapo in Haft, anschließend wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 25. Februar 1944 wegen "Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens" zu zwei Jahren Haft, die er durch die lange U-Haft bereits verbüßt hatte. 1944 geriet er in amerikanische Gefangenschaft und kehrte 1946 nach Wien zurück. Er schrieb seine Erlebnisse im Buch "Judas sucht einen Bruder" nieder. 1945 bis 1952 führte er die Pfarre St. Johann, 1953-1972 war er Gefangenenhausseelsorger beziehungsweise Vorsitzender der ARGE Gefangenenhausseelsorger. Die Benennung der Verkehrsfläche erfolgte am 20. Jänner 2004 durch den Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft.
