Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah
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Das Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah (Holocaust-Mahnmal) wurde am 25. Oktober 2000 am Judenplatz enthüllt. Das Mahnmal geht auf die Initiative eines Proponentenkomitees von HistorikerInnen und JournalistInnen rund um Simon Wiesenthal zurück und wurde von der Stadt Wien errichtet. Es erinnert an die 65.000 überwiegend aus Wien stammenden österreichischen Jüdinnen und Juden, die vom NS-Regime ermordet wurden. Der Stahlbetonkubus der britischen Künstlerin Rachel Whiteread stellt eine nach außen gekehrte, nicht zugängliche Bibliothek dar ("nameless library"). Unzählige Ausgaben des scheinbar selben Buches stehen mit dem Buchrücken nach innen auf den Regalen, sodass ihr Inhalt verborgen bleibt. Sie stehen für die große Zahl der Opfer und ihre Lebensgeschichten. Das Mahnmal symbolisiert die Shoah als einen unendlichen Verlust und als unfassbare Leere. Vor der verschlossenen Flügeltür ist in den Sockel des Mahnmals eine Inschrift in deutscher, hebräischer und englischer Sprache eingelassen. Um die verschlossene Bibliothek herum sind die Orte der Vernichtung in den Sockel eingeschrieben: Auschwitz, Belzec, Bergen-Belsen, Brčko, Buchenwald, Chelmno, Dachau, Flossenbürg, Groß-Rosen, Gurs, Hartheim, Izbica, Jasenovac, Jungfernhof, Kaiserwald, Kielce, Kowno (Kauen), Lagow, Lodz, Lublin, Majdanek, Maly Trostinec, Mauthausen, Minsk, Mittelbau/Dora, Modliborzyce, Natzweiler, Neuengamme, Nisko, Opatow, Opole, Ravensbrück, Rejowiec, Riga, Šabac, Sachsenhausen, Salaspils, San Sabba, Sobibor, Stutthof, Theresienstadt, Trawniki, Treblinka, Wlodawa, Zamość. Eine Jury unter der Leitung von Hans Hollein wählte bereits 1996 den Entwurf von Rachel Whiteread aus den Einreichungen von insgesamt neun zu einem Wettbewerb geladenen KünstlerInnen aus. Die Realisierung des Mahnmals wurde wegen mehrfach geäußerter Bedenken gegen den geplanten Standort, wo bei Ausgrabungen Reste einer 1421 bei einem Pogrom zerstörten Synagoge gefunden wurden, verschoben. Anrainer protestierten außerdem mit einer Bürgerinitiative gegen den Bau des Mahnmals. Auch innerhalb der jüdischen Gemeinde war die Errichtung des Mahnmals auf den Überresten der zerstörten Synagoge umstritten. Im März 1998 gaben Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Peter Marboe schließlich die Entscheidung bekannt, das Mahnmal auf dem Judenplatz zu errichten. Der Standort wurde um einen Meter verlegt, damit das Mahnmal nicht über der Bima der zerstörten Synagoge steht. Die Realisierung des Denkmals erfolgte in den Jahren 1998-2000.
