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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



DENK-Mal Marpe Lanefesch

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Wien - Alser Straße 4, 1090 Wien
Wien / DenkmalJüdische Opfer - GemeindeeinrichtungOrte des Terrors - Gestapo/SS/NSDAPÖffentlich zugänglich


Am 20. Oktober 2005 wurde das ehemalige jüdische Bethaus am Areal des Campus der Universität Wien als begehbares Denkmal wiedereröffnet. Die Nationalsozialisten hatten das Bethaus während des Novemberpogroms 1938 geschändet. Nach der NS-Herrschaft wurde das Gebäude bis ins Jahr 2000 als Transformatorstation genutzt. Mit der Übergabe des Areals des Alten AKH an die Universität Wien ging auch das ehemalige Bethaus in den Besitz der Universität Wien über. Das Rektorat der Universität Wien beauftragte die Künstlerin Minna Antova mit der Umgestaltung des Bethauses. Es wurde soweit wie möglich in der ursprünglichen Form wiederhergestellt. Außerdem informiert ein in den Boden eingelassener Text über die Geschichte des Gebäudes in hebräischer, deutscher, englischer Sprache und zum Teil in Blindenschrift. Der Text ist auch auf einer Metallplatte zu finden. Der Boden des Bethauses ist transparent und legt mehrere Zeitschichten frei: Die Planzeichnung des Bethauses, ein Schreiben der Gestapo aus dem Jahr 1938 sowie eine Planzeichnung des Transformatorraums. Glaselemente repräsentieren das zerstörte Dach, den zerstörten Vorbau sowie die zerstörte Thora-Nische. An der Wand finden sich Freskomalereien. Seit dem Jahr 2009 wird im DENK-MAL Marpe Lanefesch das „Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938“ aufbewahrt. Die Namensgebung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde. „Marpe Lanefesch“ bedeutet auf Hebräisch „Heilung für die Seele“.





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: porem




Transkription

1903 Der Betpavillon für die Kranken jüdischen Glaubens im Wiener Allgemeinen Krankenhaus wird mit Spendengeldern der Israelitischen Kultusgemeinde nach den Plänen von Max Fleischer (1841–1905) errichtet. In der historischen Architektur der österreichisch-ungarischen Monarchie tritt Fleischer besonders mit dem Einsetzen der Neugotik für Synagogenbauten hervor, die Ausdruck seiner Überzeugung von der Gleichwertigkeit der kultischen Bauten verschiedener Konfessionen sind. Von den im Habsburgerreich nach Plänen Fleischers errichteten Synagogenbauten existiert keiner mehr. 1938 In dem Novemberpogrom wird das Bethaus von den Nationalsozialisten geschändet. 1953 Der Bau wird in einen Transformatorraum umgebaut. Dabei werden die Dachkonstruktion, der Eingangs- sowie der Torahschreinvorbau zerstört. 1999–2002 Die Universität Wien als neue Eigentümerin veranlasst einen intensiven Diskurs und die Neugestaltung der erhalten gebliebenen Reste des Gebäudes als Denk-Mal Marpe Lanefesh/Heilung für die Seele. 2005 Eröffnung.



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