Die Gedenktafel im Gymnasium und Realgymnasium 3 erinnert an jene SchülerInnen und LehrerInnen, die bereits kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im März 1938 wegen ihrer jüdischen Herkunft oder ihrer Gesinnung aus der Schule ausgeschlossen wurden. Im April 1938 wurde die Schule zu einer "Sammelschule" für jüdische Kinder und Jugendliche umfunktioniert. Die Tafel erinnert auch an jene SchülerInnen, die nun der Schule zugewiesen werden. Auf der Tafel sind neben der Widmung die Namen der Verfolgten und Ermordeten angeführt. Die Tafel wurde im Rahmen eines Schulprojektes umgesetzt. Die Projektdokumentation "Radetzkyschule 1938 – eine Spurensuche" erschien im März 2011.
Foto: Nils Münger
Transkription
Wir erinnern uns der 121 Schüler und Schülerinnen und der 8 Lehrer und
Lehrerinnen der Radetzkyschule.
Wir erinnern uns der am 28. April 1938 von anderen Realschulen zugewiesenen
Schüler und Schülerinnen.
Wegen ihrer jüdischen Herkunft oder ihrer Gesinnung wurden sie unter der
Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus aus unserer Gemeinschaft ausgeschlossen.
Sie wurden verfolgt, vertrieben, ermordet.
Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte. (Karl Kraus)