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Gedenktafel Friedrich Zawrel

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Wien - Hörnesgasse 12, 1030 Wien
Wien / GebäudeNS-EuthanasieÖffentlich zugänglich


Am 16. Juni 2016 wurde die Neue Mittelschule Hörnesgasse im Bezirk Landstraße nach Friedrich Zawrel benannt. Friedrich Zawrel, der 2015 verstarb und selbst Schüler in der Hörnesgasse war, überlebte die Misshandlung und Ermordung von Kindern in der NS-Fürsorgeanstalt Am Spiegelgrund in Wien. In den zwanzig Jahren vor seinem Tod trug Friedrich Zawrel als Zeitzeuge und Überlebender wesentlich zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die Medizin-Verbrechen in der Anstalt Am Spiegelgrund bei. Die Benennung fand im Rahmen der 130-Jahr-Feier der Schule statt, geht auf die Initiative von Sabine Schwarz, Bezirksparteiobfrau der ÖVP Landstraße, sowie Rudolf Zabrana, stellvertretender SPÖ-Bezirksvorsteher, zurück und wurde gegen den Widerstand der FPÖ beschlossen. Eine Gedenktafel in der Schule mit einem Fotoporträt erinnert an Friedrich Zawrel.

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Foto: porem




Transkription

Friedrich Zawrel Schule Neue Mittelschule Die Schule wurde im Jahr 1886 erbaut und erlebte sehr wechselhafte Zeiten. – Nach einem Bombentreffer während des 2. Weltkrieges und etlichen Aufbau- und Renovierungsaktivitäten wurde das Gebäude unter Bezirksvorsteher Erich Hohenberger, einem großen Förderer der öffentlichen Schulen im 3. Bezirk, zwischen 2004 und 2012 einer Generalsanierung unterzogen und – soweit möglich – in Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat, sowohl baulich als auch pädagogisch modernen Standard der Zeit angepasst. – Anlässlich des 130-Jahr-Jubiläums im Jahr 2016 erhielt die NMS Hörnesgasse einen Namen im Gedenken an einen Schüler dieser Schule. Mit dieser Namensgebung wird an Friedrich Zawrel, geb. 1929, erinnert, dem während der NS-Zeit im 2. Weltkrieg größtes Unrecht am berüchtigten ‚Spiegelgrund‘ widerfuhr, dem aber durch sein lebenslanges Streben nach Bildung und seinem Auftreten für Gerechtigkeit und gegen Gewalt späte Anerkennung zuteil wurde.- Friedrich Zawrel hat trotz seiner schweren Kindheit und späterer widrigster Lebenserfahrungen niemals aufgehört, an das Gute zu glauben; er war nicht rachsüchtig, sondern setzte sich gerade in seinen letzten Lebensjahren verstärkt in der Jugendarbeit für die ehrliche Aufarbeitung von Kriegsgeschehnissen, Ungerechtigkeit und gegen das kollektive Vergessen ein. 2013 wurde F. Zawrel dafür mit dem ‚Goldenen Ehrenzeichnen für Verdienst um die Republik Österreich‘ ausgezeichnet.



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