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Gedenktafel Friedrich Funder

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Wien - Strozzigasse 6-8, 1080 Wien
Wien / GedenktafelPolitischer WiderstandOrte des Terrors - KZÖffentlich zugänglich


Am 9. Dezember 1998 wurde im Innenbereich des Studentenheims in der Strozzigasse 6–8 eine Gedenktafel enthüllt, die an den katholischen Publizisten Friedrich Funder erinnert. Nach ihm ist auch dieses Heim benannt. Funder war während des Austrofaschismus Mitglied des Staatsrats. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde seine journalistische Tätigkeit unterbunden und Funder wurde ins Konzentrationslager Dachau deportiert.

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  • Sekundäres Bild des Ortes
Foto: porem




Transkription

Friedrich Funder Studentenheim Dieses öffentlich geförderte Wohnheim für 345 Studenten wurde von der 'STUWO Gemeinnützige Studentenwohnbau Aktiengesellschaft' in den Jahren 1997/98 auf der Liegenschaft Wien 8, Strozzigasse 6-8 errichtet und am 01. Oktober 1998 seiner Bestimmung übergeben. Das Haus ist benannt nach Dr. Friedrich Funder (geb. 1872 in Graz – gest. 1959 in Wien), bedeutender katholischer Publizist Österreichs, studierter Theologe und Jurist, der im christlichen Presseverein 'Herold' gewirkt hat, welcher 1913 hier ein großes Druckerei- und Bürogebäude errichtete. Dr. Friedrich Funder war von 1902 bis 1938 Chefredakteur und Herausgeber der 'Reichspost', die er zu einer der einflussreichsten Zeitungen der Zwischenkriegszeit machte und gründete nach 1945 das führende katholische Wochenblatt 'Die Furche', dessen Chefredakteur er bis zu seinem Ableben blieb. Als konsequenter Verfechter der Idee einer christlichen Gesellschafts- und Staatsreform war er von 1934–1938 Mitglied des Staatsrates und begründete diesen Entschluss damit, dass ihm Österreich und die katholische Kirche über alles gingen. Dennoch kritisierte Funder den Umgang des Ständestaates mit der Pressefreiheit, seine aufrechte Haltung als überzeugter Österreicher veranlasste die Machthaber des Dritten Reiches, die 'Stimme Österreichs' in die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg zu verbannen und das Unternehmen zu beschlagnahmen. Es wurde 1945 an den Eigentümer rückgestellt. Im Jänner 1976, nach der großen Krise im Druckereigewerbe, gelangten die Liegenschaft und der Verlag Herold, der noch bis 1993 im alten Gebäude verblieb, in den Besitz der Erzdiözese Wien. Im Dezember 1994 wurde das Baurecht an der Liegenschaft von der STUWO Gemeinnützige Studentenwohnbau Aktiengesellschaft erworben.



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