Gedenkraum für Holocaust-Opfer im Stadttempel
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Am 9. November 2002, dem Jahrestag der Novemberpogrome 1938, eröffnete die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) im Vorraum des Stadttempels in der Seitenstettengasse 4 im 1. Bezirk einen Gedenkraum für die 65.000 österreichischen Opfer der Shoah, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Namen von 62.400 ermordeten Jüdinnen und Juden, die vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes eruiert wurden, sind in große schwarze Schiefertafeln eingraviert. Die Tafeln sind in Buchform um eine Säule angeordnet. Die unterbrochene Granitsäule repräsentiert das Schicksal der Jüdinnen und Juden im 20. Jahrhundert. Sie wird von einer Glassäule in Form eines Konus fortgeführt. Der nach unten zeigende Spitz stellt den Neubeginn nach der Shoah dar. Der architektonische Entwurf für den Gedenkraum stammt von Thomas Feiger. Bei der Gedenkfeier am 9. November 2002 erklärte Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, die Gedenkstätte sei eine "symbolische Grabstätte" für alle von den Nazis ermordeten österreichischen Juden. Sie stehe für die 65.000 Einzelschicksale, während das Mahnmal am Judenplatz die Gesamtheit des Holocaust symbolisiere.
