Hermine-Jursa-Gasse
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Die Gasse im Bereich des ehemaligen Rinderschlachthofs St. Marx wurde am 5. März 2002 vom Gemeinderatsausschuss für Kultur nach der Widerstandskämpferin und späteren Bildungs- und Frauenreferentin Hermine Nierlich-Jursa benannt. Die Fabrikarbeiterin beteiligte sich bereits während des Austrofaschismus an Widerstandsaktivitäten einer illegalen kommunistischen Gruppe. Unter der NS-Herrschaft blieb sie weiter im Widerstand tätig. So übermittelte sie Nachrichten zwischen FunktionärInnen der KPÖ, stellte ihre Wohnung für geheime Treffen zur Verfügung und sorgte für die Vervielfältigung und Verteilung von illegaler Literatur. Bei einer Verhaftungswelle im August 1939 nahm die Gestapo auch sie fest. Im Jänner 1942 wurde sie zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und in das KZ Ravensbrück eingeliefert. Auch im KZ verhielt sie sich widerständig. So war sie an Fluchthilfe für andere Häftlinge beteiligt. Sie erlebte die Befreitung und war nach der Rückkehr in Wien wieder für die KPÖ aktiv. Sie war in der Bezirksgruppe Erdberg als Bildungs- und Frauenreferentin tätig und engagierte sich später in der Friedensbewegung. Ihre Tätigkeit für die Lagergemeinschaft Ravensbrück übte sie bis ins hohe Alter aus.
