Zeitpunkt für Wolf Meier Turteltaub Innsbruck
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Die Stadt Innsbruck rief unter der organisatorischen Leitung des Stadtarchivs/Stadtmuseums Innsbruck (Lukas Morscher, Niko Hofinger) eine neue Form des Gedenkens als Alternative zur Stolpersteinverlegung ins Leben. Im Jänner 2022 lobte sie einen Wettbewerb aus, den das Büro Proxi Design Stefan Amann Hohenems mit dem Projekt „Zeitpunkte Innsbruck“ gewann. Zeitpunkte sind den Innsbrucker Opfern der NS-Diktatur gewidmet. Als golden glänzende Scheiben werden sie auf Augenhöhe an Laternenmasten oder auf Pollern möglichst nahe der letzten freiwillig gewählten Wohnstätte der Opfer angebracht. Sie tragen das Erinnern in die Straßen der Stadt zurück, in denen sie lebten. „Berührt die Sonne die Zeitpunkte, zeigt sich das flüchtige Nachleuchten eines ausgelöschten Lebens“, so Stefan Amann. Ein QR-Code führt auf die Website www.zeitpunkte.at zu den mehrsprachigen Lebensgeschichten der Opfer. Die Kosten der ersten Zeitpunkte übernahm die Stadt Innsbruck, Horst Schreiber, ERINNERN:AT Tirol, recherchierte sie. Erstmals erhielten in Tirol auch Angehörige der Jenischen, Opfer der „Asozialen“- und Homosexuellenverfolgung sowie Wehrdienstverweigerer ein eigenes Gedenkzeichen, in Innsbruck erstmals die Zeugen Jehovas. Künftige Zeitpunkte werden auf Antrag und Erstrecherche aus der Zivilgesellschaft errichtet. Am 27.1.2024 wurden die Zeitpunkte in der Stadtbibliothek Innsbruck mit Ansprachen von Landeshauptmann Anton Mattle und Bürgermeister Georg Willi präsentiert. Die ersten Zeitpunkte enthüllte Stadträtin Uschi Schwarzl am 27.1.2024 in der Defreggerstraße 12. Sie sind Wolf Meier Turteltaub, Amalie Turteltaub und ihrer Enkelin Gita Scharf gewidmet. Die Familie wurde 1942 wegen ihrer jüdischen Herkunft nach Riga deportiert und dort ermordet.
