DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Otto-Neururer-Kapelle in der Pfarrkirche Götzens

Erinnerungsort detailiert betrachten | Forschungsdaten downloaden

| Personen, Metadaten und Bilder ansehen

Tirol - Kirchplatz, 6091 Götzens
Tirol / KapelleReligiöser WiderstandÖffentlich zugänglich


​

Otto Neururer, Pfarrer in Götzens, wurde am 30.5.1940 im KZ Buchenwald ermordet und 1996 seliggesprochen. Im Zuge der Seligsprechung von Otto Neururer richtete die Pfarre Götzens 1997 die Otto-Neururer-Kapelle aus dem Jahr 1977 neu ein: mit einer Gedenktafel beim Eingang, einem Ständer mit Neururer-Kerzen, einem Porträt-Ölbild des Geistlichen von Lois Irsara und einer Gedenkvitrine. Sie enthält Habseligkeiten von Otto Neururer: Patene, Bleistift und Pinsel sowie einen Kelch mit Untersatz, auf dessen Boden die Widmung der Innsbrucker Kinderkongregation St. Ursula für Neururer aus dem Jahr 1932 eingraviert ist; zudem auch Gegenstände, die die Verwaltung des KZ Buchenwald in der Urne beigelegt hatte: sein kleines Holzkreuz, den verschmorten Rosenkranz und die Steinplakette mit der Krematoriumsnummer 32.

Verbundene Personen





  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Otto-Neururer-Kapelle in der Pfarrkirche Götzens, 2020 (© Horst Schreiber, Peter Scheulen, Natascha Osler)




Transkription

Gedenktafel beim Eingang der Kapelle: Gedenkstätte des seligen Märtyrers Pfarrer Otto Neururer. Geboren am 25. März 1882 in Piller-Fließ. Pfarrer in Götzens vom 1. Oktober 1932 bis zu seiner Verhaftung am 15. Dezember 1938. Martyrium am 30. Mai 1940 im KZ Buchenwald. Seligsprechung am 24. Nov. 1996 in Rom. Otto Neururer wurde am 25. März 1882 in Piller (Pfarre Fließ) geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1907 wirkte er an verschiedenen Tiroler Orten als Kooperator, durch 14 Jahre als Benefiziat an der Probsteikirche St. Jakob in Innsbruck. Im Jahre 1932 wurde er zum Pfarrer in Götzens bestellt und war in diese Gemeinde ein vorbildlicher Seelsorger. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, weil er unbeirrt an der Seligkeit der christlichen Ehe festgehalten hatte. Er wurde zunächst ins KZ Dachau und von dort ins KZ Buchenwald gebracht. Unter größter persönlicher Gefahr hat er seinen priesterlichen Dienst auch hier ausgeübt. Als er einen angeblichen Taufbewerber das Sakrament spendete, wurde Neururer in den gefürchteten „Bunker“ geworfen und auf grausame Weise zu Tode gequält. Am 30. Mai 1940 wurde sein Tod gemeldet. Die Aschenurne – jetzt in der Pfarrkirche Götzens – wurde unter großer Anteilnahme des Tiroler Klerus und der Bevölkerung beigesetzt. Seit 1996 ist ein Teil der Asche in der Altarurne. Kupfertafel in der Gedenkstätte: OTTO NEURURER / PFARRER IN GÖTZENS / GEB. AM 25.3.1882 / GEST. AM 30.5.1940 IN HELDENMÜTIGER ERFÜLLUNG DER SEELSORGEPFLICHT ALS MÄRTYRER IM KZ BUCHENWALD / DIE DAS TIER UND SEIN BILD NICHT ANGEBETET HABEN / HERRSCHEN MIT CHRISTUS / Offb. 20,4.



Weiteres