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„Gedenkstätte für unsere Zirler NS-Euthanasieopfer“ Anton Geiger, Johanna Weisjele, Amalia Frischmann, Aloisia Glatz und Filomena Schneider beim Kriegerdenkmal Zirl

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Tirol - Am Kalvarienberg, 6170 Zirl
Tirol / DenkmalNS-EuthanasieFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Brigitte Zach ermittelte im Rahmen des „Wissenschaftlichen Arbeitens“ am Abendgymnasium Innsbruck unter der Leitung von Horst Schreiber fünf Zirler NS-Euthanasie-Opfer: Filomena Schneider und Johanna Weisjele wurden im Zuge des Krankenmordes von der Heil- und Pflegeanstalt Hall am 20.3.1941 bzw. am 26.5.1941 in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert. Im letzten Todestransport von Hall in die Anstalt Niedernhart in Linz am 31.8.1942 befanden sich Amalia Frischmann und Aloisia Glatz. Anton Geiger wurde am 20.2.1941 von der Heil- und Pflegeanstalt Valduna Rankweil nach Schloss Hartheim überstellt. Die Gemeinde Zirl lobte einen Wettbewerb aus und entschied sich für das Kunstwerk von Günther Tschaufeser: sechs in Stahl gerostete Koffer auf einer vier Mal vier Meter großen Stahlplatte, umgeben von sechs verzinkten Stahlbänken, ergänzt von einer Stele mit Hintergrundinformationen zum Objekt. Am 14.9.2014 weihte Pfarrprovisor Gabriel Thomalla das Denkmal in einem großen Festakt ein.

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  • Hauptbild des Ortes
  • Sekundäres Bild des Ortes
Gedenkstätte beim Kriegerdenkmal Zirl, 2018 (© Andreas Stögerer)




Transkription

Gedenke der Opfer – Nie vergessen die Täter Auf den Stahlbänken: Filomena Schneider NS-Euthanasieopfer, Johanna Weisjele NS-Euthanasieopfer, Amalia Frischmann NS-Euthanasieopfer, Aloisia Glatz NS-Euthanasieopfer, Anton Geiger NS-Euthanasieopfer, Den Unbekannten NS-Euthanasieopfern Informationsstele: Gedenkstätte für unsere Zirler NS -Euthanasieopfer Während des Nationalsozialismus wurden in Österreich rund 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen und Häftlinge des KZ Mauthausen im Rahmen der sogenannten NS-Euthanasie als „unwertes Leben“, „rassisch Minderwertige“ und willkürlich definierte „Asoziale “ in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim in Alkoven bei Linz und in der Heil- und Pflegeanstalt Niedernhar-Linz ermordet. Nach heutigem Wissen hat die Gemeinde Zirl fünf Opfer zu beklagen. Filomena Schneider, Johanna Weisjele und Anton Geiger wurden 1941 in der Gaskammer von Schloss Hartheim ermordet. Amalia Frischmann und Aloisia Glatz kamen 1942 in der Anstalt Niedernhart ums Leben. Mit diesem Denkmal sollen sie einen Ehrenplatz in ihrer Heimatgemeinde bekommen und nicht mehr vergessen sein. Zur Gedenkstätte von Günther Tschaufeser Die Idee gründet auf Bildern aus Vernichtungslagern, die wir alle im Kopf haben: Berge von Schuhen, Brillen, Bekleidung und auch Koffern, die den Opfern abgenommen wurden und in denen die wenigen Habseligkeiten, die sie mitnehmen durften, verstaut waren. Die Koffer versinnbildlichen auch die trügerische Hoffnung auf eine Rückkehr und Zukunft. Die Arbeit zeigt für jedes der fünf bekannten Opfer aus Zirl symbolisch einen Koffer; ein zusätzlicher Koffer steht für die unbekannten Opfer. Die um die Gedenkstätte gruppierten sechs Sitzobjekte sind jeweils namentlich einer der fünf Personen zugeordnet. Somit hat jedes Opfer auch seinen persönlichen GE-DENKPLATZ. Ein Sitzobjekt ist den unbekannten Opfern gewidmet. Die Anrede mit FRAU … oder HERR … betont die Unantastbarkeit der Würde der ermordeten Menschen. Zirl, September 2014



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