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Gedenktafel für Andreas Rohracher in Krypta des Salzburger Doms

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Salzburg - Domplatz 1a, 5020 Salzburg
Salzburg / GedenktafelReligiöser WiderstandIndividueller Widerstand


Die Gedenktafel in der Krypta des Salzburger Doms ist dem ehemaligen Erzbischof Andreas Rohracher gewidmet. Unmittelbar neben seinem Grab erinnert die Glastafel an den 1892 in Lienz geborenen Kapitalvikar und Bischof. Rohracher nahm jedoch eine ambivalente Rolle während und nach der NS-Zeit ein. So versuchte er 1940 vergeblich mittels Briefen an den Kärntner Regierungspräsidenten das “Euthanasieprogramm” sowie die Umsiedlung der Kärntner Slowen*innen zu verhindern. Rohracher pflegte außerdem Kontakte zum Kreisauer Kreis sowie zur Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs (AFÖ) – zwei Widerstandszellen, welche die Gestapo 1942 aushob; sieben Mitglieder wurden getötet. Auch in seinen Predigten übte er immer wieder Kritik am NS-Regime, was ihm eine Ermahnung seitens der SS einbrachte. Gleichzeitig lobte Rohracher aber den “christlichen Opfergeist” katholischer Wehrmachtsangehöriger, insbesondere wenn sich dieser gegen den Kommunismus richtete. Außerdem bezeichnete er das Judentum indirekt als "Todfeind des Christentums". Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verhalf Rohracher durch seine internationalen Kontakte zum hohen Klerus zahlreichen früheren NSDAP- und SS-Mitgliedern zur Flucht, nicht zuletzt mithilfe der Organisation “Intermarium”, die zehntausende SSler und deren Angehörige außer Landes gebracht hat. Andreas Rohracher, seit 1959 Ehrenbürger der Stadt Salzburg, seit 1962 Ehrendoktor der Universität Salzburg, starb 1976.





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  • Sekundäres Bild des Ortes
Gedenktafel für Andreas Rohracher in Krypta des Salzburger Doms, 2023 (© Robert Obermair)




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