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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
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Stolperstein für Weil Angela

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Salzburg - Nonntaler Hauptstraße 1, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinJüdische Opfer - Als Jude oder Jüdin verfolgtFrauen explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Angela Weil wurde am 19. April 1895 in eine jüdische Prager Familie geboren. Ihre Eltern hießen Josefine und Ignaz Röderer und ihr Vater war als Kaufmann in Prag tätig. Angela Weil heiratete Franz Weil, welcher im Ersten Weltkrieg gedient und an der Prager Universität Physik studiert hatte. Sie bekamen zwei Kinder, Lore, geboren am 18. April 1925 und Herbert, geboren am 4. Mai 1930. Die Familie lebte in der damals deutschen Stadt Dessau. In Dessau befand sich auch die Filmfabrik Agfa des Industriekonzerns I.G.Farben, für welche Franz Weil tätig war. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurden jüdische Familien gezielt Opfer von Repressalien und Diskriminierung. Angela ging zusammen mit ihren beiden Kindern 1935 nach Salzburg, während Franz vorerst in Dessau blieb. Angela Weil vermerkte auch in ihrem Meldeschein in Salzburg, dass sie kein Religionsbekenntnis besaß. Bis zum “Anschluss” 1938 konnte Angela Weil mit ihren beiden Kindern sicher in Salzburg leben. Im August 1938 verließ sie mit ihren Kindern Salzburg jedoch und ging nach Amsterdam, wohin auch Franz Weil nachkam. Er verließ aber Amsterdam kurz darauf, um in England Arbeit und Unterkunft für sich und seine Familie zu finden. Im Mai 1940 besetzte das NS-Regime jedoch die Niederlande und durchkreuzte somit den Plan der Familie Weil. Im Jahr 1941 schickte Angela Weil ihre beiden Kinder mithilfe des jüdischen Kinderhilfswerkes in Schulen in der niederländischen Provinz, um dort der Verfolgung zu entgehen. Tatsächlich überlebten beide den Nationalsozialismus. Angela selbst versuchte in München Zuflucht zu finden, wurde aber unter ungeklärten Umständen von der Polizei verhaftet. Sie wurde ins sogenannte “Judenlager” bei Milbertshofen verschleppt und von dort aus am 4. April 1942 in das Ghetto Piaski bei Lublin deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

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Stolperstein für Weil Angela, 2024 (© Sebastian Sillinger)




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