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Stolperstein für Wegscheider Josef

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Salzburg - Landstraße 15, 5020 Salzburg
Salzburg / StolpersteinReligiöser WiderstandJugendliche explizit erwähntÖffentlich zugänglich


Josef Wegscheider wurde am 28. September 1897 in Pobersach bei Villach geboren und war von Beruf Schuhmacher in Salzburg. Er war verheiratet mit Anna, geborene Hochgründler, und gemeinsam hatten sie zwei Töchter namens Gertrude und Elisabeth. Die Familie war Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. 1938 verweigerte Josef Wegscheider bereits den Wehrdienst aus Glaubensgründen und wurde zu acht Monaten Gefängnisstrafe verurteilt, welche er bis Mai 1939 im Wehrmachtsgefängnis Germersheim am Rhein verbüßte. Als er zu Beginn des Krieges im Spätsommer 1939 zur Wehrmacht einberufen wurde, verweigerte er den Dienst erneut aus Glaubensgründen und wurde zusammen mit Johann Pichler am 26. September 1939 in Glanegg bei Salzburg am Militärschießplatz hingerichtet. Die Hinrichtung ging nicht ohne Komplikationen vonstatten, da Johann Pichler und Josef Wegscheider erklärten, dass es unnötig sei, ihnen die Augen zu verbinden, was trotzdem geschah. Als der Schussbefehl gegeben wurde, weigerten sich die anwesenden Soldaten zu schießen. Erst nach nochmaliger Aufforderung und der Androhung von Strafen wurden die beiden Zeugen Jehovas erschossen. Beim Begräbnis von Josef Wegscheider am 28. September 1939 waren über 150 Personen anwesend, um ihre Trauer und Anteilnahme zu bekunden. Sie ließen sich auch nicht von der Gestapo aufhalten, die versuchte in das Begräbnis einzugreifen. Diese Komplikationen führte dazu, dass fortan die meisten Hinrichtungen in deutsche Strafgefängnisse verlegt wurden. Seine Ehefrau Anna Wegscheider wurde in das KZ Ravensbrück deportiert und später in der NS-Tötungsanstalt Bernburg an der Saale vergast.

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Stolperstein für Wegscheider Josef, 2024 (© Sebastian Sillinger)




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