Stolperstein für Königsegg Anna Bertha
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Anna Bertha Königsegg wurde am 9.5.1883 in Königseggwald geboren. Sie erhielt eine umfassende religiöse Bildung und trat 1901 im Alter von 18 Jahren in das Stammhaus der Vinzentinerinnen in Paris ein. Mit 25. Oktober 1925 wurde sie nach Aufenthalten in Italien nach Salzburg als Visitatorin gerufen, wo sie eine Krankenpflegeschule aufbaute. Anna Bertha Königsegg kam nach dem sogenannten „Anschluss” mit dem nationalsozialistischen Regime in Konflikt, da sie deren „Rassenhygiene” zutiefst ablehnte. Nach Gültigwerden des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses” verbot sie ihrer rund 100 Personen umfassenden Belegschaft, sich an Zwangssterilisationen zu beteiligen oder Doktor*innen dabei zu assistieren. Im August 1940 erhielt die Versorgungsanstalt für psychisch Kranke und geistig Behinderte im Schloss Schernberg bei Schwarzach, welche von den Vinzentinerinnen geführt wurde, den Bescheid, dass die Kranken abzutransportieren seien. Königsegg reagierte mit einem Beschwerdebrief an den damaligen Reichsverteidigungskommissar Friedrich Rainer, woraufhin sie ein paar Tage im September 1940 inhaftiert war. Im April 1941 erging die Weisung, dass 70 Personen aus der Pflegeanstalt abtransportiert werden sollen, woraufhin Königsegg zusammen mit ihrer Belegschaft verweigerte, bei der Ausfüllung der dazu benötigten Fragebögen zu helfen. Daraufhin wurde sie erneut am 16. April 1941 verhaftet. Während des Abtransports der Personen aus der Pflegeanstalt gelang es den Vinzentinerinnen, insgesamt 17 Personen erfolgreich zu verstecken, welche den Nationalsozialismus und die Kranken- und Beeinträchtigtenmorde überlebten. Könisgegg selbst wurde im August 1941 freigelassen und musste den „Reichsgau” Salzburg verlassen. Sie ging nach Königseggwald zurück und kehrte nach dem Ende des Nationalsozialismus nach Salzburg zurück, wo sie 65-jährig am 12.12.1948 verstarb.
