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        <title>Schriftrolle in der Barbarakapelle in Gedenken an die Ermordeten und Verunglückten während des Kraftwerksbaus</title>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale Erinnerungslandschaften</title>
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          <bibl>Halbrainer / Lamprecht / Rigerl, Orte und Zeichen der Erinnerung, Graz 2018.</bibl>
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          <term ref="https://gams.uni-graz.at/o:derla.keywords#keyword72">ZwangsarbeiterInnen</term>
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      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw. Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert. Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen, weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen werden.</p>
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        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann, wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen dieser Beschäftigung offen.</p>
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          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
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          <p>Datums Taxonomie</p>
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      <desc>Innenraum der Barbarakapelle, in der die Schriftrolle mit den Namen der am Kraftwerksbau verstorbenen Menschen, 2024 (© Hasan Softić)</desc>
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        <p>Die Kapruner Barbarakapelle wurde, initiiert von der Kraftwerksgesellschaft Kaprun, zwischen 1953 und 1954 errichtet. Auf der Langhausseite findet sich unter der Empore eine Schriftrolle, welche der Namen aller zwischen 1939 und 1955 sowie zwischen 2006 und 2010 während des Kraftwerkbaus tödlich Verunglückten gedenkt. Öffentlich zugänglich ist diese Schriftrolle jedoch nicht. Auch während der fotografischen Dokumentation war lediglich der Eingangsbereich der Kapelle begehbar. Beim Inhalt der Schriftrolle handelt es sich um insgesamt 149 Personen, wobei hier nicht explizit auf die Opfergruppe Zwangsarbeitende bzw. Kriegsgefangene eingegangen wird. Insgesamt waren am Bau der Kraftwerksgruppe Kaprun über 6300 Zwangsarbeiter*innen und zivile ausländische Arbeitskräfte sowie rund 4000 Kriegsgefangene beteiligt. Erste Pläne zum Bau eines Kraftwerks in den Hohen Tauern gab es bereits in der Zwischenkriegszeit, jedoch wurden diese nie umgesetzt. Nach dem „Anschluss” im März 1938 nahmen die Nationalsozialisten diese Pläne auf; die vorhandenen Energiereserven sollten für die Kriegs- und Rüstungswirtschaft genutzt werden. Der Spatenstich – durchgeführt von Hermann Göring – erfolgte bereits im Mai 1938; geplant war eine Bauzeit von zehn Jahren. Immer wieder kam es zu Todesfällen, ausgelöst durch Lawinenabgänge oder Steinschlag; aber auch Unfälle aufgrund mangelhafter Ausrüstung und des schlechten körperlichen Zustands der Arbeiter*innen waren keine Seltenheit. Die Kraftwerksgruppe Kaprun wurde 1955 fertiggestellt und gilt heute als Symbol des Wiederaufbaus der Republik nach dem Zweiten Weltkrieg. Ausgeblendet und vergessen werden dabei häufig jedoch die unmenschliche NS-Zwangsarbeit und die daraus resultierenden Toten und Ermordeten.</p>
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