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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Römerstraße 15, 6845 Hohenems
Beschreibung: Die SchülerInnen beschäftigen sich anhand des Beispiels der Hohenemser Familie Weil mit Antisemitismus vor und nach 1945 und setzen sich mit Verfolgung, Flucht und Vertreibung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus auseinander. Sie arbeiten dabei mit verschiedenen Quellen und lernen den Jüdischen Friedhof in Hohenems kennen.
Ort: Hohenems (PLZ 6845)
Zeitbedarf: 60-90 Minuten
Alter: 13-18 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. öffentlicher Raum


Verbundene Orte:




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Die jüdische Familie Weil in Hohenems



Didaktischer Kommentar

Anhand unterschiedlicher Quellen lernen die SchülerInnen über die nationalsozialistische Verfolgung und Vertreibung von Jüdinnen und Juden. Durch die Thematisierung der Erfahrungen der Vertriebenen nach 1945 werden Kontinuitäten des Antisemitismus in Politik und Gesellschaft im nachkriegszeitlichen Österreich sichtbar. Die SchülerInnen lernen den selbständigen Umgang mit verschiedenen Quellentypen und Fragen an Quellen zu stellen.



Arbeitsaufträge

  1. Lies dir den Text Harry Weil 1938 ‚freiwillig abgereist‘ (siehe Textquellen) genau durch. Verfasse anschließend eine Kurzbiografie über Harry Weil (ca. eine halbe Seite).
  2. Betrachte die Bilder von Harry Weil (siehe Bildquellen). Notiere deine Gedanken und Fragen dazu.
  3. Lies dir den Auszug aus der Stellungnahme der Marktgemeinde Hohenems zum Rückstellungsantrag des Harry Weil aus dem Jahr 1949 durch (siehe Bildquellen). Erläutere, mit welchen Gründen die Marktgemeinde Hohenems Harry Weils Ansuchen abgelehnt hat. Erläutere, warum „freiwillig abgereist“ so zynisch ist.
  4. Harry Weil blieb Vorarlberg und Hohenems Zeit seines Lebens verbunden. Nenne Beispiele, wie sich diese Verbundenheit ausdrückte.
  5. Tausche dich zu deinen Antworten und Überlegungen mit einem/r Klassenkameraden/in aus.



Vermittlungshinweise

Die Beschäftigung mit diesem Erinnerungszeichen kann sowohl im öffentlichen Raum als auch im Klassenzimmer erfolgen. Der Besuch des Jüdischen Friedhof Hohenems ist besonders empfehlenswert, die Arbeit mit den Quellen wird überwiegend im Klassenzimmer stattfinden. Für die Auseinandersetzung sollten je nach zeitlichen Ressourcen 60 bis 90 Minuten eingeplant werden. In der ersten und zweiten Aufgabe arbeiten die SchülerInnen mit Text- und Bildquellen zur Biografie Harry Weils. Danach beschäftigten sie sich anhand einer historischen Quelle mit der Zeit nach 1945 und interpretieren Harry Weils Entscheidung, seiner ehemaligen Heimat verbunden zu bleiben. Hintergrundinformationen zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde Hohenems und zum Jüdischen Friedhof finden sich in den Literaturangaben.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen setzen sich exemplarisch mit Verfolgung und Vertreibung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus und antisemitischen Grundhaltungen im Kontext der NS-Ideologie auseinander.
  • Die SchülerInnen reflektieren kritisch über den Umgang mit vertriebenen Jüdinnen und Juden nach 1945 in Österreich.
  • Die SchülerInnen erproben den selbständigen Umgang mit verschiedenen Quellentypen und erwerben historische Methodenkompetenzen.


  • Literatur

  • Eva Grabherr (Hg.), „… eine ganz kleine jüdische Gemeinde, die nur von der Erinnerung lebt!“ Juden in Hohenems, Katalog des Jüdischen Museums Hohenems, Hohenems 1996.
  • Eva Grabherr, Grabsteine als Zeichen. Zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Hohenems, in: Eva Grabherr/Arno Gisinger (Hg.): Beit HaChaim. Haus des Lebens. Der jüdische Friedhof in Hohenems. Katalog zur Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems, Hohenems 1992, 7–13.
  • Johannes Inama, Harry Weil, Reisender. Ein Emigrantenschicksal zwischen amerikanischem Traum und gescheiterter Rückkehr nach Hohenems, in: Thomas Albrich (Hg.): „Wir lebten wie sie …“ Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg, Innsbruck 1999, 341-354.
  • Meinrad Pichler, Nationalsozialismus in Vorarlberg. Opfer – Täter – Gegner, Innsbruck/Wien/Bozen 2018, 159-190.