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  <teiHeader xml:lang="de">
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title xml:lang="de">Queere Geschichte(n) in der NS-Zeit – Sichtbarkeit
                    erkämpfen</title>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
          <persName>
            <forename>Lukas</forename>
            <surname>Nievoll</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Victoria</forename>
            <surname>Kumar</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Heimo</forename>
            <surname>Halbrainer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Daten- und Informationsmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Didaktische Aufarbeitung</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Marschnig</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Grit</forename>
            <surname>Oelschlegel</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.zukunftsfonds.steiermark.at/">Land Steiermark:
                        Zukunftsfonds Steiermark</orgName>
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            <addName>Friedrichgasse 9 8010 Graz</addName>
          </address>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.nationalfonds.org/startseite">Nationalfonds der
                        Repuplik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus</orgName>
          <idno type="wikidata">Q27949109</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="http://www.zukunftsfonds-austria.at/">Zukunftsfonds der Republik
                        Österreich</orgName>
          <idno type="wikidata">Q228721</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.graz.at/">Stadt Graz</orgName>
          <idno type="wikidata">Q13298</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://vorarlberg.at/">Land Vorarlberg</orgName>
          <idno type="wikidata">Q38981</idno>
        </funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <link target="https://juedischestudien.uni-graz.at/"/>
          <orgName ref="https://d-nb.info/gnd/10034042-8">Centrum für Jüdische Studien,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <link target="https://informationsmodellierung.uni-graz.at"/>
          <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <link target="https://gams.uni-graz.at"/>
          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative
                        Commons BY-NC 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="PID">o:derla.fixvie622</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale
                    Erinnerungslandschaften</title>
        <respStmt ana="marcrelator:pdr">
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:rth">
          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:res">
          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <settingDesc>
        <place>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie622</idno>
        </place>
        <listPlace>
          <place type="additional">
            <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie1656</idno>
          </place>
        </listPlace>
      </settingDesc>
    </profileDesc>
    <encodingDesc>
      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw.
                    Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit
                    sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und
                    Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und
                    sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie
                    können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung
                    und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch
                    spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert.
                    Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen,
                    weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen
                    werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und
                    Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die
                    Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt
                    sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und
                    der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann,
                    wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die
                    Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind
                    Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der
                    Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten
                    sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des
                    NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der
                    Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen
                    Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum
                    anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen
                    dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
        <ref target="context:derla" type="context">DERLA</ref>
        <ref target="context:derladidactics" type="context">DERLA didactics</ref>
      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Die SchülerInnen arbeiten historisch und künstlerisch zum
                    Heinz-Heger-Park, der Person Josef Kohout und weiteren queeren Personen aus
                    Wien, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">1090 Wien, Heinz-Heger-Park</p>
        <p rend="Zeitbedarf">3 bis 4 Doppelstunden, geeignet für fächerübergreifenden
                    Unterricht</p>
        <p rend="Alter">ab 16 Jahre</p>
        <p rend="Vermittlungsort">Außerschulischer Lernort und Klassenraum
                    (Heinz-Heger-Park)</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">

        <p>Im Jahr 2009 wurde der ehemalige Zimmermannplatz 9 in Heinz-Heger-Park umbenannt.
                    Im Zuge dessen wurden auch ein offener Bücherschrank und eine
                    Parkbennennungstafel im Gedenken an Josef Kohout gestaltet. Josef Kohout war
                    Wiener und bei der Post angestellt, als er 1939 zum ersten Mal von der <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss62">Gestapo</ref>
                    festgenommen wurde. Er wurde nach Paragraph 129 1b verurteilt, der „I. Unzucht
                    wider die Natur, das ist a) mit Tieren; b) mit Personen desselben Geschlechts“
                    unter Strafe stellte. Dieser Paragraph war seit 1852 in Österreich geltend und
                    wurde erst 1971 abgeschafft. Der Paragraph betraf Männer und Frauen, ebenso wie
                        <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss371">trans*</ref>, <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss372">inter*</ref> und
                        <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss373">gender-nonkonforme</ref> Personen, die als homosexuell verfolgt wurden. Die
                    Verfolgung als homosexuell ist eine Fremdzuschreibung und muss nicht mit der
                    Sexualität oder <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss374">Genderidentität</ref> der Betroffenen übereinstimmen. <lb/>
          <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss375">Queere</ref>
                    Männer passten nicht in das Männlichkeitsbild der NationalsozialistInnen, sie
                    wurden deshalb als „Volksfeinde“ stilisiert. Die nationalsozialistische
                    Ideologie stellte die Homosexualität von Männern als eine Gefahr für das Volk
                    dar; sie führe angeblich zu „Geburtenrückgang“ und zur „Schwächung der
                    allgemeinen Volkskraft“ . Weibliche Homosexualität wurde weniger intensiv
                    verfolgt, da Frauen nicht als autonom und handlungsfähig angesehen wurden. <lb/>
                    Josef Kohout wurde 1939 zu sieben Monaten Haftstrafe verurteilt und im Jänner
                    1940 in das <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss349">Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen</ref>
          <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss192">deportiert</ref>. Anfang April 1940 kam er ins <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss57">KZ
                        Flossenbürg</ref>, schließlich wurde er im April 1945 auf einem <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss355">Todesmarsch</ref> nach <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss41">Dachau</ref> von
                    US-amerikanischen Truppen befreit. Über Kohouts Erfahrungen im
                    Nationalsozialismus wurde später ein Buch geschrieben: über die grauenvollen,
                    menschenverachtenden Taten, die ihm und seinen Mitgefangenen angetan wurden,
                    über Lagerhierarchien an deren unterem Ende als homosexuell Verfolgte standen,
                    über sein Überleben, welches von den sexuellen Dienstleistungen und Beziehungen
                    zu <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss60">Kapos</ref>,
                    einem <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss60">Blockältesten</ref> und einem <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss60">Lagerältesten</ref> abhing. Durch seine Beziehungen zu einem Lagerältesten
                    wurde Kohout im KZ Flossenbürg selbst zum Kapo. Schließlich berichtete er von
                    der Befreiung und seinem Leben nach 1945, welches von Traumatisierung,
                    Diskriminierung und seinem Kampf für die Anerkennung als Verfolgter des
                    Nationalsozialismus geprägt war. In den 1960er Jahren gab Kohout dem Autor Hans
                    Neumann Interviews, dieser schrieb in der Folge unter dem Synonym Heinz Heger
                    das Buch „Die Männer mit dem <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss346">rosa
                        Winkel</ref>“. Hans Neumann war ein Bekannter Josef Kohouts und ebenfalls
                    homosexuell. Hans Neumann schrieb unter einem Synonym, da Homosexualität bis
                    1971 kriminalisiert wurde und er Auswirkungen auf sein Berufs- und Privatleben
                    fürchtete. <lb/> 1971 wurde der Paragraph 129 1b in Österreich abgeschafft,
                    jedoch durch vier Paragraphen ersetzt, die Homosexualität weiterhin
                    kriminalisierten. So war das Schutzalter für homosexuelle Kontakte laut § 209
                    mit 18 Jahren höher als für heterosexuelle und lesbische Kontakte, schwule
                    Prostitution wurde nach dem § 210 verboten, Werbung mit homosexuellen Inhalten
                    wurde mit dem § 220 sanktioniert und § 221 stellte Vereine und Organisationen
                    „zur Begünstigung gleichgeschlechtlicher Unzucht“ unter Strafe. Der letzte
                    dieser vier Paragraphen, § 209, wurde 2002 aufgehoben. Erst im Jahr 2005 wurden
                    als homosexuell Verfolgte in das <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss112">Opferfürsorgegesetz</ref> aufgenommen, welches das Anrecht auf eine
                    einmalige Entschädigungszahlung und eine Opferrente regelt. <lb/> Die nach 1945
                    anhaltende Diskriminierung und strafrechtliche Verfolgung von queeren Personen
                    zeigte sich u. a. darin, dass als homosexuell Verfolgte keine finanzielle
                    Entschädigung erhielten. Sie waren von öffentlicher Anerkennung und Sichtbarkeit
                    ausgeschlossen sowie der Möglichkeit beraubt, sich über das erfahrene Leid
                    äußern zu können. Das hat bis heute Auswirkungen auf die Forschung und das
                    Gedenken an queere Personen. Es gibt wenige ZeitzeugInnenberichte, da
                    ZeitzeugInnen lange Zeit soziale und strafrechtliche Konsequenzen befürchten
                    mussten. Offizielle Anerkennung als Verfolgtengruppe und „Widergutmachung“
                    erfolgten erst zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Überlebende schon verstorben
                    waren. Mit dem Heinz-Heger Park gibt es in Wien ein erstes materielles
                    Erinnerungszeichen, welches an die Verfolgung homosexueller Männer erinnert.
                    2023 wurde im Resselpark das Denkmal ARCUS (Schatten eines Regenbogens)
                    eröffnet, welches an homosexuelle Frauen und Männer erinnert. Ein
                    Erinnerungszeichen, welches trans*, inter* und <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss376">nichtbinäre</ref> Personen einschließt, gibt es bisher nicht. </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Andreas Brunner, Als homosexuell verfolgt: Wiener Biografien aus der
                        NS-Zeit, Wien 2023.</item>
          <item>Andreas Brunner, Die Verfolgung Homosexueller in Österreich nach dem
                        „Anschluss“ – ein historischer Überblick, in: Elisabeth Hussl/Horst
                        Schreiber (Hg.), Gaismair-Jahrbuch 2024. Alles in Ordnung, Innsbruck
                        2023.</item>
          <item>Franz X. Eder/Hannes Sulzenbacher, Homosexualität in der NS-Ideologie und
                        in der Strafverfolgung im Spiegel ausgewählter Wiener Strafverfahren, in:
                        Andreas Brunner/Hannes Sulzenbacher (Hg.), Homosexualität und
                        Nationalsozialismus in Wien, Wien/Berlin 2023.</item>
          <item>Heinz Heger, Die Männer mit dem rosa Winkel: der Bericht eines
                        Homosexuellen über seine KZ-Haft von 1939 – 1945, Hamburg 1972.</item>
          <item>Elisa Heinrich, Kein Recht auf Wiedergutmachung. Kontinuitäten in
                        Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller nach 1945, in: Elisabeth
                        Hussl/Horst Schreiber (Hg.), Gaismair-Jahrbuch 2024. Alles in Ordnung,
                        Innsbruck 2023.</item>
          <item>Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter
                        – Gegner, Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 171 – 188.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Queere Geschichte(n) in der NS-Zeit – Sichtbarkeit erkämpfen</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>
        <p>Das folgende Vermittlungsangebot ermöglicht SchülerInnen die Auseinandersetzung
                    mit queeren Personen im Nationalsozialismus, einer Opfergruppe die auch nach
                    1945 und bis in die 1970er Jahre diskriminiert wurde und in der öffentlichen
                    Erinnerung eine marginale Position einnimmt. Die SchülerInnen setzen sich
                    inhaltlich sowie grafisch-gestalterisch mit Biografien von queeren Personen
                    auseinander und präsentieren ihre Arbeiten als künstlerische Intervention im
                    öffentlichen Raum.</p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Teil 1: Recherche und Vorüberlegungen</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Betrachtet das „Erinnerungszeichen Heinz-Heger-Park“ und lest den
                            Informationstext unter „Mehr Erfahren“. </item>
            <item>Bearbeitet zuerst in Kleingruppen und anschließend in der Klasse die
                            folgenden Arbeitsaufträge: Recherchiert die auf dem Erinnerungszeichen
                            enthaltenen Informationen. Erörtert mögliche Gründe dafür, warum es in
                            Wien bislang nur zwei Erinnerungszeichen für während des
                            Nationalsozialismus als homosexuell verfolgte Personen gibt. Untersucht,
                            ob während des Nationalsozialismus ausschließlich Personen verfolgt
                            wurden, die sich selbst als homosexuell identifiziert haben, oder ob
                            auch andere Betroffene unter diesen Verfolgungen litten. Positioniert
                            euch zu der Frage, ob auch jene Personen in das öffentliche Gedenken
                            aufgenommen werden sollen, die nicht homosexuell waren, aber aufgrund
                            einer entsprechenden Zuschreibung verfolgt wurden. Begründet eure
                            Position. </item>
            <item>Beschäftigt euch zu zweit jeweils mit einer Person aus dem Buch „Als
                            homosexuell verfolgt: Wiener Biografien aus der NS-Zeit“ von Andreas
                            Brunner und macht euch Notizen. Stellt der Klasse die Person und ihre
                            Geschichte vor.</item>
            <item>Besprecht in der Klasse, welche grafischen Entscheidungen die
                            GestalterInnen des Buchs getroffen haben.</item>
          </list>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2: Künstlerische Umsetzung</emph>
          <lb/> Gestaltet zu der Person, mit der ihr euch beschäftigt habt, ein digitales
                    Plakat, welches am Projektende gedruckt und im Heinz-Heger-Park ausgestellt
                    werden kann. Bedenkt dabei im Vorfeld Folgendes: Wer wird das Plakat sehen? Wie
                    könnt ihr die Person und ihre Geschichte am besten darstellen? Welche
                    Informationen sind dafür wichtig? Welche grafische Gestaltung passt zum Inhalt
                    des Plakats? <lb/>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 3: Künstlerische Intervention: Erweiterung des Gedenkens
                        im Heinz-Heger-Park</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Schaut euch im Heinz-Heger-Park genau um und sucht passende Stellen
                            aus, an denen ihr eure Plakate vorübergehend aufstellen könnt. Wenn ihr
                            die Ausstellung länger zeigen möchtet, müsst ihr dafür eine Genehmigung
                            bei der MA 22 und MA 46 einholen – oder ihr entscheidet euch dafür, die
                            Plakate in der Schule auszustellen.</item>
            <item>Macht auf eure künstlerische Intervention aufmerksam.</item>
            <item>Kommt in der Gruppe zusammen und stellt eure Plakate vor.</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Vorbereitung:</emph>

          <lb/> Eine allgemeine thematische Einführung zu queeren Opfern des
                    Nationalsozialismus ist empfehlenswert. <lb/> Optionale Quellen: <list type="unordered">
            <item>Dokumentarfilm „<ref target="https://www.youtube.com/watch?v=jGDw99JqCAI">Verbotene
                                Liebe: Queere Opfer der NS-Diktatur</ref>“</item>
            <item>
              <ref target="https://www.qwien.at/">QWIEN – Zentrum für queere
                                Geschichte</ref> (Angebote: Unterrichtsmaterialien, queere
                            Stadtführungen)</item>
            <item>Website „<ref target="https://queer-identities-wagtail.k8s.unicode-it.de/de/">Queer Identities</ref>“ (von Historiker*in Kai* Brust)</item>
            <item>Website „<ref target="https://www.stories.nsdoku.de/tobeseen#koerper-fuehlen-bilder-sehen">TO BE SEEN</ref>“ des NS-Dokumentationszentrums München</item>
          </list>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 1 des Angebotes: Recherche und Vorüberlegungen</emph>
          <list type="unordered">
            <item>Ort: Klassenraum</item>
            <item>Dauer: ca. 90 Minuten</item>
            <item>Das Buch „Als homosexuell verfolgt: Wiener Biografien aus der NS-Zeit“
                            von Andreas Brunner kann beispielsweise in den Büchereien der Stadt Wien
                            entlehnt oder für die Schulbibliothek angeschafft werden. Online sind
                            kaum Biografien zu queeren Opfern aus der NS-Terrorzeit zugänglich, dies
                            verdeutlicht einmal mehr die fehlende Sichtbarkeit der Opfergruppe. </item>

            <item>Im Buch wird mit Quellen der NationalsozialistInnen
                            (TäterInnenquellen) gearbeitet, daher kommen in allen Texten
                            queerfeindliche Aussagen vor. Dies im Vorhinein mit den SchülerInnen zu
                            besprechen, ist empfehlenswert, ebenso <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss377">content
                                notes</ref> zu verwenden und die SchülerInnen entscheiden zu lassen,
                            mit welcher Biografie sie sich auseinandersetzen wollen. Falls
                            SchülerInnen sich nicht wohl mit der biografischen Arbeit fühlen, können
                            sie auch ein Plakat gestalten, welches allgemein in die Thematik oder
                            das Projekt einführt.</item>
            <item>Bei der Besprechung der gestalterischen Entscheidungen des Buches „Als
                            homosexuell verfolgt: Wiener Biografien aus der NS-Zeit“ ist es wichtig,
                            den Umgang mit Symboliken der queeren Community zu besprechen, wie zum
                            Beispiel das rosa Dreieck, die Farben des Regenbogens, die Auswahl der
                            Fotografien etc. Von Interesse ist es auch, wie im Buch mit Zitaten aus
                            Gerichtsprozessen und Polizeiakten umgegangen wird.</item>
          </list>
          <lb/> Die folgenden Biografien sind für die Bearbeitung durch die SchülerInnen
                    zu empfehlen: <list>
            <item>Bernhard Weinberger (content note: Antisemitismus)</item>
            <item>Dorothea Neff und Lilli Wolf</item>
            <item>
              <emph
                style="strike">Alexander</emph> Bella Pree (content note:
                            Inter*feindlichkeit; Hinweis: Bella Pree ist eine inter* Person, die
                            sich als Frau identifiziert und den Namen Bella verwendet hat. Im Buch
                            wird sie mit dem <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss378">dead
                                name</ref> benannt und er/ihm Pronomen für sie benutzt. Inter*
                            Personen sind in der Erinnerung an den Nationalsozialismus kaum
                            vorhanden. Daher ist die Bearbeitung der Biografie von Bella Pree
                            empfehlenswert. Ein sprachsensibler Umgang mit der Quelle ist notwendig,
                            um die im Buch enthaltene Diskriminierung nicht zu reproduzieren. Im
                            Abschnitt Bilder gibt es ein Plakat zu Bella Pree als Beispiel für eine
                            gestalterische Ausarbeitung einer Biografie. Dieses Plakat kann
                            besprochen und mit den Arbeiten der SchülerInnen ausgestellt
                            werden.)</item>
            <item>Leopoldine B. und Annemarie Z. (content note: Antisemitismus)</item>
            <item>Franz Doms</item>
            <item>Heinrich Schrefel (content note: Antisemitismus)</item>
            <item>Berthold Windisch</item>
            <item>Erika Kellner / Erica Anderson (content note: Antisemitismus)</item>
            <item>Alfred Fritschka</item>
            <item>Han(n)s Adolf Beer</item>
            <item>Anton Steinbrunner</item>
            <item>Franz Maurer (content note: Trans*feindlichkeit, Ableismus)</item>
            <item>Engelbert Sedlatschek</item>
            <item>Josef Weisseneder</item>
            <item>Leopold Ruf (content note: Beschreibungen von Misshandlung,
                            Suizid)</item>
            <item>Alfred Grünewald</item>
            <item>Gustav Halbritter (content note: Ableismus)</item>
            <item>Dr. Karl Ernst Reichel</item>
            <item>Friedrich Guzmann*Rosa Goldmann (content note: Trans*feindlichkeit,
                            Hinweis: Der Text geht nicht sensibel mit dem gender von Friedrich
                            Guzmann*Rosa Goldmann um und verwendet er/ihm Pronomen. Empfehlenswert
                            ist eine genderneutrale Nennung von Friedrich Guzmann*Rosa Goldmann, da
                            aus den Quellen nicht hervorgeht, wie die Person deren eigenes gender
                            beschrieben hätte.)</item>
            <item>Robert Blaschek und Rudolf Hrdlička</item>
            <item>Erika H. und Frieda/Friedel K. (content note: Suizidversuch)</item>
          </list>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2 des Angebotes: Künstlerische Umsetzung</emph>
          <list type="unordered">
            <item>Ort: Klassenraum</item>
            <item>Dauer: 90-180 Minuten</item>
            <item>Falls die SchülerInnen noch nie digital grafisch gestaltet haben, ist
                            eine entsprechende Einführung zu empfehlen. Die kostenlose Software
                            Canva bietet sich beispielsweise zur grafischen Gestaltung an.</item>
            <item>Als Beispiel Plakat kann das Plakat zu Bella Pree dienen, welches
                            unter Bildquellen zu finden ist. Anhand des Plakates kann über
                            gestalterische Entscheidungen, die Verwendung von Text und Symboliken
                            wie der Inter*Pride Flag gesprochen werden. Die SchülerInnen sollten
                            ermutigt werden, sich nicht zu stark am Aufbau des Beispielplakates zu
                            orientieren, sondern eigene gestalterische Ideen zu entwickeln.</item>
            <item>Falls das digitale grafische Arbeiten nicht möglich ist, können die
                            Plakate auch mit analogen Mitteln gestaltet werden.</item>
            <item>Bitte beachten: SchülerInnen können unsicher sein, wie sie
                            gendersensibel über Personen schreiben und benötigen hier Unterstützung.
                            Ebenso ist es wichtig mit den SchülerInnen über die Bezeichnungen und
                            Sprache von TäterInnen zu sprechen und wie sensibel mit dieser
                            umgegangen werden kann.</item>
          </list>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 3 des Angebotes: Künstlerische Intervention: Erweiterung
                        des Gedenkens im Heinz-Heger-Park</emph>
          <list>
            <item>Exkursion zum Heinz-Heger-Park</item>
            <item>Dauer: 90 Minuten vor Ort</item>
            <item>Zusätzlich zu den individuellen Plakaten der SchülerInnen kann
                            optional ein Plakat gestaltet werden, welches die BetrachterInnen über
                            das Projekt informiert.</item>
            <item>Da die temporäre Ausstellung im öffentlichen Raum wie eine
                            künstlerische Intervention zu verstehen ist, können zur Vorbereitung mit
                            den SchülerInnnen andere künstlerische Interventionen im öffentlichen
                            Raum besprochen werden, wie zum Beispiel die „Schandwache“ am Lueger
                            Denkmal (Dr.-Karl-Lueger-Platz, 1010 Wien).</item>
            <item>Die Anbringen von Plakaten im öffentlichen Raum ist
                            genehmigungspflichtig (MA 22, MA 46). </item>
            <item>Empfehlenswert ist es, die Plakate auch in der Schule auszustellen.
                            Somit wird die Erinnerung an queere Opfer des Nationalsozialismus auch
                            für andere SchülerInnen und Lehrpersonen zugänglich.</item>
            <item>Die SchülerInnen sollten währende der Präsentation ihrer Plakate
                            Wertschätzung erfahren, beispielsweise durch Feedback oder
                            Applaus.</item>
            <item>Falls Zeit für eine längere oder eine zusätzliche Exkursion ist,
                            bietet sich beispielsweise ein Stadtspaziergang zu den ehemaligen
                            Wohnorten der verfolgten Personen an. Die Adressen finden sich im Buch
                            „Als homosexuell verfolgt: Wiener Biografien aus der NS-Zeit“ von
                            Andreas Brunner.</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list type="unordered">
          <item>Die SchülerInnen lernen über die Verfolgung von queeren Personen im
                        Nationalsozialismus. </item>
          <item>Die SchülerInnen entwickeln ein bzw. vertiefen ihr Bewusstsein für die
                        fortlaufende Diskriminierung von Queers. </item>
          <item>Die SchülerInnen entwickeln ein Bewusstsein zu inter*, trans* und
                        gendernonkonformen Identitäten.</item>
          <item>Die SchülerInnen können argumentieren, warum die Erinnerung an queere
                        Verfolgte und deren geschichtliche und gesellschaftliche Anerkennung wichtig
                        ist.</item>
          <item>Die SchülerInnen können historisch informiert ästhetische Entscheidungen
                        treffen.</item>
          <item>Die SchülerInnen sind sich bewusst, dass ihr Eingreifen in den
                        öffentlichen Raum ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung der
                        heterogenen Verfolgtengruppe queerer Personen ist. </item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Anna Hájková, Menschen ohne Geschichte sind Staub: Homophobie und
                        Holocaust. Göttingen 2021.</item>
          <item>Ansgar Schnurr/Sabine Dengel/Julia Hagenberg/Linda Kelch (Hg.),
                        Mehrdeutigkeit gestalten: Ambiguität und die Bildung demokratischer
                        Haltungen in Kunst und Pädagogik, Bielefeld 2021.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="quellenText">
        <!--   <p> </p> -->
      </div>
      <!-- <linkGrp> </linkGrp> -->
    </body>
  </text>
  <facsimile>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="info:fedora/o:derla.fixvie622" xml:id="IMAGE.1">
      <desc>Josef Kohout wurde 1939 als „Homosexueller“ verhaftet und überlebte mehrere
                Konzentrationslager. Seine Erfahrungen, geprägt von Gewalt, Zwang und
                Überlebensstrategien, wurden später im Buch „Die Männer mit dem rosa Winkel“
                dokumentiert. Nach 1945 kämpfte er für Anerkennung – gegen das Vergessen und die
                fortdauernde Diskriminierung.</desc>
      <desc type="title">Josef Kohout, um 1950 (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg)</desc>
    </graphic>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="info:fedora/o:derla.fixvie622" xml:id="IMAGE.2">
      <desc>Hier siehst du ein beispielhaft gestaltetes Plakat zur Aufgabe. Es soll eine
                mögliche Herangehensweise zeigen – eure eigenen Plakate dürfen ganz unterschiedlich
                aussehen. Kreative Ideen, individuelle Schwerpunkte und unterschiedliche
                Gestaltungsweisen sind ausdrücklich erwünscht.</desc>
      <desc type="title">Plakat zu Bella Pree, gestaltet von Alina Köpper (2025)</desc>
    </graphic>
  </facsimile>
</TEI>
