DERLA |

VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Simmeringer Hauptstraße 232, 1110 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich mit dem politischen, kommunistischen Widerstand gegen das NS-Terrorregime auseinander. Dieser wurde vor allem durch junge Menschen getragen. Ausgangspunkt ist die „Nationale Gedenkstätte für Opfer des NS-Unrechtsregimes“ in der Gruppe 40 des Wiener Zentralfriedhofs. Im Zentrum stehen fünf WiderstandskämpferInnen, deren Leben und Sterben, aber auch das zum größten Teil mangelhaftes öffentliches Bewusstsein über ihren Widerstand.
Ort: 1100 Wien
Zeitbedarf: 100–150 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. teilweise öffentlicher Raum




Mehr Machen



Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Politischer Widerstand gegen das NS-Terrorregime – Anna Gräf, Walter Kämpf, Elfriede Hartmann, Rudolf Mašl und Friedrich Mastny



Didaktischer Kommentar

Durch die Beschäftigung mit Personen des politischen, kommunistischen Widerstandes setzen sich die SchülerInnen intensiv mit fünf Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen auseinander. Dies erfolgt vor allem durch projektorientierten Unterricht. Wünschenswert wäre, wenn die SchülerInnen bereits Kenntnisse zur NS-Terrorzeit und der nationalsozialistischen Ideologie mitbrächten. Durch die Kombination unterschiedlicher Quellenformate werden historische Kompetenzen sowie die Methoden- und Orientierungskompetenz gefördert. Empfohlen wird eine Bearbeitung in der Oberstufe.



Arbeitsaufträge

  1. Lies den Gedenktafeltext der „Nationalen Gedenkstätte für Opfer des NS-Unrechtsregimes“ (vor Ort oder siehe Textquellen). Nenne die Opfergruppen, die in der Gruppe 40 bestattet sind. Nenne auch den Bezug der Gedenkstätte zu den in KZs ermordeten ÖsterreicherInnen. Bewerte den Schlussappell des Textes auf der Gedenktafel. Welche Hoffnungen werden damit verknüpft?
  2. Nenne die Gruppe des Widerstands gegen die Nationalsozialisten, die die meisten Opfer erlitten hat. Beschreibe die Vorgangsweise der Gestapo, um die Mitglieder dieser Widerstandsgruppen zu verhaften. Nenne die Maßnahme, die es den Nationalsozialisten ermöglichte, auch Jugendliche hinzurichten. Beurteile selbst und diskutiert gemeinsam darüber, ob die Taten von Anna Gräf als schwere Verbrechen zu bezeichnen sind. (siehe jeweils Mehr Erfahren)
  3. Nenne jeweils zwei dir als am wichtigsten erscheinende Punkte zu Walter Kämpf bzw. zu Elfriede Hartmann und Rudolf Mašl (siehe Textquellen), und tauscht euch danach darüber aus.
  4. Schwärmt über die Gruppe 40 aus und sucht weitere Gedächtniszeichen für Opfer des NS-Terrors. Insbesondere sucht die Schachtgräber von Elfriede Hartmann und Walter Kämpf (siehe Bildquellen).
  5. Teilt euch auf, recherchiert und erstellt eine PowerPoint-Präsentation. Wahlweise zu Anna Gräf, Walter Kämpf, Elfriede Hartmann, Rudolf Mašl und Friedrich Mastny. Benütze dazu vor allem die Homepage des „Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes“. Auf der Startseite findest du die „Opfersuche“. Gib dort die Namen ein, dann findest du eine Reihe von Dokumenten und Fotos.
  6. Weder für Anna Gräf noch für Walter Kämpf, Elfriede Hartmann oder Rudolf Mašl gibt es ein Erinnerungszeichen oder eine Gedenktafel. Lediglich die für Friedrich Mastny ist heute vorhanden (siehe Bildquellen). Überlegt euch den Text zu einem Gedächtniszeichen/einer Gedenktafel für diese Menschen (evtl. auch zu Friedrich Mastny, denn der Text auf dieser Tafel erklärt wenig). Schickt eure Vorschläge an die jeweilige Bezirksvorstehung und an die zuständige Stadträtin Veronica Kaup-Hasler, Rathaus, 1010 Wien (kaup-hasler@wien.gv.at). Die Adressen der ehemaligen Wohnungen:
    • Anna Gräf, Hofherrgasse 6, 1100 Wien
    • Elfriede Hartmann, Schegargasse 3, 1190 Wien
    • Walter Kämpf, Heiligenstädterstraße 11/1, 1190 Wien
    • Rudolf Mašl, Hirschstetten, Markweg 33, 1220 Wien
    • Friedrich Mastny, Gurkgasse 51, 1140 Wien
  7. Seit 1953 gibt es in Wien-Donaustadt die Maschlgasse. Sie ist nach dem Siedlungsvereinsobmann Rudolf Maschl (1850 – 1950) und dessen hingerichteten Sohn Rudolf Mašl (1920 – 1943) benannt. Des Weiteren gibt es seit 1989 in Hadersdorf/Wien-Penzing die Mastnygasse. Sie ist nach dem hingerichteten Widerstandskämpfer Friedrich Mastny (1921 – 1943) benannt. Eine Erläuterungstafel existiert in beiden Straßen nicht (siehe Bildquellen). Überlege und formuliere eine solche Zusatztafel zum Straßenschild und sende deinen Vorschlag an die Bezirksvorstehung Donaustadt, Dr.-Adolf-Schärf-Platz 8, 1220 Wien bzw. die Bezirksvorstehung Penzing, Pavillon 1, Hütteldorfer Str. 188, 1140 Wien
  8. Vor dem Friedhof von Hirschstetten, Quadenstraße 11, 1220 Wien, befindet sich ein Kriegerdenkmal, das an die gefallenen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert. Unter den angeführten Namen befindet sich auch der Name von Rudolf Mašl (als Maschl geschrieben). Beurteile für dich, ob du dies als korrekt empfindest. Diskutiert anschließend in der Klasse darüber. (siehe Bildquellen)



Vermittlungshinweise

Die Beschäftigung mit diesem Erinnerungszeichen bzw. Gedenkort findet größtenteils im Klassenraum statt. Die ersten vier Arbeitsaufgaben können jedoch direkt am Gedenkort durchgeführt werden, wobei die vierte nur dort möglich ist. Die fünfte bis achte projektorientierte Arbeitsaufgabe – vor allem für SchülerInnen der Oberstufe gedacht – wird im Klassenraum durchgeführt, wobei hier eine Auswahl bzw. Aufteilung bei fünf bis sieben unter den SchülerInnen zielführend ist. Auch fächerübergreifendes Arbeiten (z.B. mit Kunst und Gestaltung oder Deutsch) ist dabei vorstellbar.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen reflektieren den politischen, kommunistischen Widerstand von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegen den NS-Terrorstaat, der für diese Menschen den Einsatz ihres Lebens bedeutete.
  • Darüber hinaus kann durch die Erstellung von PowerPoint-Präsentationen und Überlegungen zur weiteren Gestaltung von Gedächtniszeichen eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Geschichte des politischen, kommunistischen Widerstands gegen das NS-Terrorregime erzielt werden.
  • Die SchülerInnen recherchieren dazu selbstständig und erproben dabei den Umgang mit verschiedenen Quellentypen und erwerben historische Methoden- und Orientierungskompetenz.


  • Literatur

  • Brigitte Bailer u.a. (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten.“ Hinrichtungen in Wien, 1938–1945. Wien 2013.
  • Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 305 – 331.
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938–1945. Überarbeitete und erweiterte Fassung. Wien 2015.
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Ein Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof für die WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus sowie für die auf anderen Friedhöfen in Wien und Umgebung. Wien 2005.