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  <teiHeader xml:lang="de">
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title xml:lang="de">Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der
                    Shoah</title>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Erfassung der geografischen und historischen Daten</resp>
          <persName>
            <forename>Lukas</forename>
            <surname>Nievoll</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Victoria</forename>
            <surname>Kumar</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Heimo</forename>
            <surname>Halbrainer</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:mrk">
          <resp>Daten- und Informationsmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Didaktische Aufarbeitung</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Marschnig</surname>
          </persName>
          <persName>
            <forename>Grit</forename>
            <surname>Oelschlegel</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.zukunftsfonds.steiermark.at/">Land Steiermark:
                        Zukunftsfonds Steiermark</orgName>
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            <addName>Friedrichgasse 9 8010 Graz</addName>
          </address>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.nationalfonds.org/startseite">Nationalfonds der
                        Repuplik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus</orgName>
          <idno type="wikidata">Q27949109</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="http://www.zukunftsfonds-austria.at/">Zukunftsfonds der Republik
                        Österreich</orgName>
          <idno type="wikidata">Q228721</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://www.graz.at/">Stadt Graz</orgName>
          <idno type="wikidata">Q13298</idno>
        </funder>
        <funder ana="marcrelator:fnd">
          <orgName ref="https://vorarlberg.at/">Land Vorarlberg</orgName>
          <idno type="wikidata">Q38981</idno>
        </funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <link target="https://juedischestudien.uni-graz.at/"/>
          <orgName ref="https://d-nb.info/gnd/10034042-8">Centrum für Jüdische Studien,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </publisher>
        <authority>
          <link target="https://informationsmodellierung.uni-graz.at"/>
          <orgName ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
        </authority>
        <distributor>
          <link target="https://gams.uni-graz.at"/>
          <orgName>GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <date when="2019">2019</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative
                        Commons BY-NC 4.0</licence>
        </availability>
        <idno type="PID">o:derla.fixvie591</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="https://gams.uni-graz.at/derla">DERLA: Digitale
                    Erinnerungslandschaften</title>
        <respStmt ana="marcrelator:pdr">
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Gerald</forename>
            <surname>Lamprecht</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-9622-9269</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:rth">
          <resp>ZIM Forschungsleiter</resp>
          <persName>
            <forename>Georg</forename>
            <surname>Vogeler</surname>
            <idno type="orcid">0000-0002-1726-1712</idno>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt ana="marcrelator:res">
          <resp>ZIM Mitarbeiter</resp>
          <persName>
            <forename>Sebastian</forename>
            <surname>Stoff</surname>
            <idno type="orcid">0000-0001-6941-113X</idno>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <p>Fixiertes Vermittlungsangebot, born digital</p>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <profileDesc>
      <settingDesc>
        <place>
          <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie591</idno>
        </place>
        <listPlace>
          <place type="additional">
            <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie600</idno>
          </place>
          <place type="additional">
            <idno type="URI">https://gams.uni-graz.at/o:derla.vie1649</idno>
          </place>
        </listPlace>
      </settingDesc>
    </profileDesc>
    <encodingDesc>
      <geoDecl datum="WGS84" xml:id="WGS">World Geodetic System</geoDecl>
      <editorialDecl>
        <p>Born digital TEI Dokument zur Beschreibung eines Erinnerungsortes bzw.
                    Erinnerungszeichens.</p>
        <p>Erinnerungszeichen markieren Erinnerungsorte und machen sie in der Öffentlichkeit
                    sichtbar. Sie sind ein sichtbarer Verweis auf Ereignisse, Erfahrungen und
                    Verbrechen, die der Nationalsozialismus und Faschismus zu verantworten haben und
                    sind intentionaler Ausdruck der Erinnerungskultur einer bestimmten Gruppe. Sie
                    können physische oder virtuelle Manifestationen sein. Zur genaueren Bestimmung
                    und Analyse werden die einzelnen Erinnerungsorte/Erinnerungszeichen durch
                    spezifische Kriterien genauer klassifiziert und mit Information angereichert.
                    Hierbei kann es zu Überlappungen und in manchen Fällen zu Unschärfen kommen,
                    weshalb teils Mehrfachzuordnungen in den einzelnen Kategorien vorgenommen
                    werden.</p>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Die digitale Erinnerungslandkarte Österreichs (DERLA) ist ein Dokumentations- und
                    Vermittlungsprojekt. Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen an die
                    Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt
                    sich die kritische Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Faschismus und
                    der Erinnerung daran zum Ziel. Die ständig neu zu stellenden Fragen, was, wann,
                    wo und von wem wie erinnert wurde und wird, geben Einblicke in die
                    Transformationen der Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus und sind
                    Ausdruck unseres politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses in der
                    Gegenwart. „Gedächtnisorte“, Denk- und Mahnmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten
                    sowie Straßenbezeichnungen nach WiderstandskämpferInnen und Opfern des
                    NS-Regimes sind die Materialisationen des Geschichtsbewusstseins im Alltag. Der
                    Blick auf die Erinnerungslandschaft in der Gegenwart gibt daher zum einen
                    Einblick in das kollektive Gedächtnis der österreichischen Gesellschaft und zum
                    anderen legt die Beschäftigung mit ihrer Entstehungsgeschichte die Konjunkturen
                    dieser Beschäftigung offen.</p>
      </projectDesc>
      <listPrefixDef>
        <prefixDef ident="marcrelator" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/$1">
          <p>Institutionelle und Personale Rollen taxonomie</p>
        </prefixDef>
        <prefixDef ident="dcterms" matchPattern="([a-z]+)" replacementPattern="http://purl.org/dc/terms/$1">
          <p>Datums Taxonomie</p>
        </prefixDef>
      </listPrefixDef>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <ab>
        <ref target="context:derla" type="context">DERLA</ref>
        <ref target="context:derladidactics" type="context">DERLA didactics</ref>
      </ab>
      <div type="factbox">
        <p rend="Beschreibung">Die SchülerInnen beschäftigen sich mit dem Mahnmal für die
                    österreichischen jüdischen Opfer der Shoah von Rachel Whiteread am Judenplatz in
                    Wien. Dabei entwickeln sie ein Verständnis für die historische Bedeutung sowie
                    die künstlerische Gestaltung des Denkmals. Sie vertiefen ihre Fähigkeiten zur
                    kritischen Analyse, Interpretation und Reflexion. Im Anschluss gestalten die
                    SchülerInnen eigene künstlerische Arbeiten, die sich – inspiriert von Whitereads
                    Herangehensweise und Ausdrucksformen – mit zentralen Themen wie Leere,
                    Vergänglichkeit und dem Erinnern an persönliche und kollektive Geschichte(n)
                    auseinandersetzen.</p>
        <p rend="Ort, Gemeinde EO/EZ">1010 Wien, Judenplatz</p>
        <p rend="Zeitbedarf">ca. 2 Doppelstunden</p>
        <p rend="Alter">15–19 Jahre</p>
        <p rend="Vermittlungsort">Außerschulischer Lernort und Klassenraum</p>
      </div>
      <div type="mehrErfahren">

        <p>Das Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah am Wiener
                    Judenplatz ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst als Medium
                    historischer Erinnerung wirken kann und so Geschichte, <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss365">Geschichtlichkeit</ref> und Erinnerung greifbar macht. Das Denkmal, auch
                    bekannt als „die Bibliothek“, wurde von der zeitgenössischen Künstlerin <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss366">Rachel
                        Whiteread</ref> geschaffen und besteht aus einer „umgekehrten“
                    Betonbibliothek, deren verschlossene Bücher die Lebensgeschichten der 65.000
                    österreichischen Jüdinnen und Juden symbolisieren, die während der <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss352">Shoah</ref>
                    ermordet wurden. Während der Bauarbeiten zur Errichtung des Mahnmals wurden die
                    Grundmauern einer mittelalterlichen <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss163">Synagoge</ref>
                    entdeckt, die in die <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss237">Gedenkstätte</ref> integriert wurden. BesucherInnen können unterhalb des
                    Mahnmals die erhaltenen Fundamente besichtigen, die als Beleg für jüdische
                    Kultur und Geschichte im mittelalterlichen Wien erhalten geblieben sind. <lb/>
                    Die monumental wirkende Betonbibliothek – Bücher mit dem Rücken nach innen –
                    verweigert Einblick und verweist so auf das Unsagbare, das Verlorene und
                    Ausgelöschte. Sie ruft die zerstörte jüdische Kultur Österreichs in Erinnerung
                    und lässt gleichzeitig die Leerstelle spürbar werden, die die Vernichtung von
                    über 65.000 jüdischen ÖsterreicherInnen hinterlassen hat. Whitereads Werk
                    thematisiert dabei nicht nur die Leere als ästhetisches Prinzip, sondern
                    verleiht der Abwesenheit selbst eine Form. Inmitten des historischen Stadtraums
                    lädt das Mahnmal zur Auseinandersetzung mit der Shoah ein – als Mahnung, als Ort
                    des stillen Gedenkens und als Aufforderung, die Geschichte nicht zu vergessen.
                    <lb/> Insgesamt wurden in der Zeit des <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss">Nationalsozialismus</ref> etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden in <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss91">
                        Konzentrationslagern</ref> und <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss300">Vernichtungslagern</ref> ermordet. Auf den Bodenplatten um das Mahnmal
                    stehen die Namen der Orte, an denen diese Verbrechen verübt wurden. So verbindet
                    die Whiteread die abstrakt wirkende Form des Denkmals mit konkreten historischen
                    Ereignissen. Das System der Konzentrationslager und Vernichtungslager stellte
                    ein wesentliches Element des nationalsozialistischen Unterdrückungs- und
                    Vernichtungsapparates dar. <lb/> Rachel Whitread hat mit ihrer Kunst eine
                    Sprache geschaffen, die das Unsichtbare sichtbar macht. Ihre Werke thematisieren
                        <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss367">Vergänglichkeit</ref>, Erinnerung und gesellschaftliche Veränderungen, oft
                    durch <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss368">Negativabgüsse</ref>. Sie sammelt Spuren der materiellen Welt und der
                    Menschen in ihrer Umgebung. Dabei arbeitet sie mit Alltagsgegenständen, Räumen
                    und Gebäuden und verwandelt das Vertraute in etwas Fremdes und Nachdenkliches.
                    Diese Methode hebt so das Vertraute auf eine neue, ungewohnte Ebene und lenkt
                    den Blick auf das, was häufig übersehen wird. Mit Materialien wie Beton, Gips
                    und Kunstharz schafft sie Objekte, die durch Licht und Schatten zwischen
                    Anwesenheit (Präsenz) und Abwesenheit zu schweben scheinen. Whitereads Arbeit
                    ist eine Auseinandersetzung mit Zerstörung, Vergangenheit, Privatsphäre,
                    Intimität, häuslichem Leben, Kindheit, Verlust und Tod. Das Abformen mit Gips
                    (siehe Bildquellen) beispielsweise, eine Technik, die von <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss369">Totenmasken</ref> bekannt ist, wird bei Rachel Whiteread weitergeführt und
                    schafft Kunstwerke, die Verschwundenes und Leere verkörpern. So entstehen leere
                    Räume, die es möglich machen, sie zu füllen: mit Anspannung, mit Angst, mit
                    Trauer. <lb/> Eines ihrer bekanntesten Werke, „House“ (1993), ein Betonabguss
                    eines viktorianischen Reihenhauses in London, machte sie international berühmt.
                    Es steht symbolisch für den Verlust von Geschichte und Gemeinschaft und wurde
                    zugleich ein <ref
            target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss267">Mahnmal</ref> gegen <ref target="https://gams.uni-graz.at/o:derla.didgloss#gloss370">Gentrifizierung</ref>. Obwohl das Werk kontrovers diskutiert wurde und nach
                    nur 78 Tagen abgerissen wurde, brachte es Whiteread als erste Frau den
                    renommierten Turner-Preis ein. Mit diesem Werk legte sie den Grundstein für ihre
                    Karriere, in der sie immer wieder Themen wie Verlust, Identität und die
                    Bedeutung von Raum aufgreift. <lb/> Whitereads Kunst bewegt sich an der
                    Schnittstelle von Persönlichem und Gesellschaftlichem. Ihre Abgüsse von
                    Alltagsgegenständen wie Betten, Wärmflaschen oder Treppenhäusern bewahren die
                    Spuren und Geschichten des Lebens, die in diesen Objekten eingeschrieben sind.
                    Dabei lässt sie bewusst Raum für Interpretationen und lädt dazu ein, über das
                    Verhältnis von Abwesenheit und Präsenz nachzudenken. </p>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>APA, Das Mahnmal am Wiener Judenplatz erinnert nicht nur an die Schoa, Der
                        Standard, URL:
                        https://www.derstandard.at/story/340757/das-mahnmal-am-wiener-judenplatz-erinnert-nicht-nur-an-die-schoa
                        (abgerufen 26.1.2025).</item>
          <item>Denk mal Wien, Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoa,
                        URL:
                        https://www.denkmalwien.at/rundgaenge/rundgang-wir-und-die-anderen/mahnmal-fuer-die-oesterreichischen-judischen-opfer-der
                        (abgerufen 26.1.2025).</item>
          <item>Gagosian, Rachel Whiteread, URL:
                        https://gagosian.com/artists/rachel-whiteread/ (abgerufen 26.1.2025).</item>
          <item>Geberit, Aus einem Guss, URL:
                        https://www.geberit.de/know-how/architekten/raum-fuer-inspiration/rachel-whiteread/
                        (abgerufen 26.1.2025).</item>
          <item>Jon Bird, Das Innere nach außen kehren, Le Monde diplomatique, URL:
                        https://monde-diplomatique.de/!5473840 (abgerufen 26.1.2025).</item>
          <item>Memorialmuseums.org, Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der
                        Shoa, URL:
                        https://www.memorialmuseums.org/memorialmuseum/mahnmal-fur-die-osterreichischen-judischen-opfer-der-shoa
                        (abgerufen 26.1.2025).</item>
        </list>
      </div>
      <div type="mehrMachen">
        <head>Verschwundenes, Leere darstellen – Erinnern mit künstlerischen Mitteln</head>
        <caption>Didaktischer Kommentar</caption>
        <p> Das Vermittlungsangebot „Verschwundenes, Leere darstellen – Erinnern mit
                    künstlerischen Mitteln“ rückt das eigenständige künstlerische Gestalten der
                    SchülerInnen in den Mittelpunkt und versteht dieses als aktive Form von
                    Erinnerungsarbeit. Ausgangs- und Impulspunkt für den gesamten Projektverlauf ist
                    der Besuch des Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah von
                    Rachel Whiteread am Judenplatz in Wien. Dieser Besuch dient nicht nur der
                    informativen Begegnung mit einem historischen (Erinnerungs-)Ort, sondern gezielt
                    der Sammlung individueller, ästhetischer und emotionaler Eindrücke. Die
                    SchülerInnen setzen sich dabei insbesondere mit der Materialität, der
                    Formensprache und der räumlichen Wirkung des Mahnmals sowie dem
                    Spannungsverhältnis zwischen Leere und Anwesenheit auseinander. <lb/> In der
                    darauffolgenden gestalterischen Phase entwickeln die SchülerInnen eigene
                    künstlerische Arbeiten, in denen sie sich mit den Themen Leere, Verlust und
                    Erinnerung unter dem Fokus der NS-Erinnerungsarbeit beschäftigen. Sie nutzen
                    dazu vor allem bildnerische Ausdrucksformen wie Zeichnung und Objektherstellung
                    durch Abformung und Negativabgüsse. Der Text unter „Mehr Erfahren“ bietet einen
                    Einblick in das künstlerische Schaffen Whitereads und dient den SchülerInnen als
                    Inspirationsquelle für eigene künstlerische Arbeiten, deren inhaltliche und
                    formale Gestaltung sie anschließend begründen. Abbildungen von Kunstwerken
                    Whitereads können aus urheberrechtlichen Gründen nicht auf DERLA gezeigt werden.
                    Eine eigenständige Recherche über vertrauenswürdige Online-Quellen (z. B.
                    Museumsseiten oder Bildarchive) wird daher dafür vorgeschlagen. Um eine
                    vertiefte Auseinandersetzung zu ermöglichen, wird außerdem empfohlen, bereits im
                    Vorfeld Grundlagenwissen zur Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere
                    zur Verfolgung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, im
                    Unterricht zu erarbeiten. <lb/> Durch die bewusste Verbindung von Ortserfahrung,
                    künstlerischer Analyse und gestalterischer Eigenarbeit entsteht ein
                    mehrschichtiger Lernprozess. Dieser fördert nicht nur historisches Lernen und
                    ästhetische Urteilskraft, sondern ermöglicht den SchülerInnen eine
                    persönliche(re) Auseinandersetzung mit (ihren) Fragen zur Erinnerungskultur, von
                    Vergänglichkeit und ihrer eigenen Haltung zur Geschichte. </p>
        <caption>Arbeitsaufträge</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Teil 1: Erinnerung erkunden: Besuch des Mahnmals für die
                        österreichischen jüdischen Opfer der Shoah</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Sucht euch einzeln oder als Gruppe einen Platz rund um das
                            Mahnmal.</item>
            <item>Überlegt, aus welchen Elementen dieses Denkmal besteht. Was seht ihr,
                            welche gestalterischen, bildlichen und schriftlichen Elemente könnt ihr
                            erkennen?</item>
            <item>3. Fertigt von eurem Standpunkt aus zunächst eine Übersichtszeichnung
                            des Mahnmals an. Ergänzt diese anschließend um 3 bis 5 Detailzeichnungen
                            von Elementen, die ihr für besonders wichtig oder interessant
                            haltet.</item>
            <item>Reflektiert eure Wahrnehmung und Empfindungen an diesem Ort und
                            visualisiert eure Gedanken sowie Assoziationen zum Denkmal. Dokumentiert
                            diese in Form von schriftlichen Notizen und gestalterischen Elementen
                            neben oder innerhalb eurer Zeichnung.</item>
            <item>Was ist ein Mahnmal? Versucht eine Definition zu finden. Notiert diese
                            ebenfalls auf eurem Zeichenblatt</item>
            <item>Präsentiert eure Ergebnisse im Plenum. Vergleicht untereinander eure
                            zeichnerischen und gedanklichen Zugänge zum Denkmal. Tauscht euch dabei
                            auch zu folgenden Aufgaben aus: Bezieht Stellung zur Bedeutung des
                            Mahnmals für diesen Ort. Recherchiert gegebenenfalls Zeichen der
                            Erinnerungskultur an eurer Schule und erläutert deren Zusammenhang mit
                            der NS-Zeit. Ermittelt, ob ehemalige SchülerInnen eurer Schule während
                            der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder ermordet
                            wurden und stellt evtl. Bezüge zu möglichen Formen künstlerischer
                            Erinnerung her. </item>
          </list>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2: Erinnerung bewahren: Unsichtbares, Fehlendes,
                        Verschwindendes sichtbar machen</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Analysiert gemeinsam mit der Lehrperson ausgewählte Kunstwerke von
                            Rachel Whiteread. Führt dazu eigenständig eine Online-Recherche zu
                            Werken der Künstlerin durch. Achtet dabei auf die Qualität und
                            Seriosität eurer Quellen. Diskutiert im Plenum die folgenden Aufgaben:
                            Beschreibt die Wirkung von Negativabdrücken und stellt Unterschiede
                            zwischen Abformung und Originalgegenstand heraus. Erörtert, welche
                            ästhetischen oder gedanklichen Erfahrungen durch diesen künstlerischen
                            Prozess ermöglicht werden.</item>
            <item>Bringt von zuhause Alltagsgegenstände mit. Diese Gegenstände sollen
                            bestimmte Kriterien erfüllen: Wählt Gegenstände aus, die stark mit euch
                            verbunden sind. Sie sollen euch etwas bedeuten und mit euerer
                            Persönlichkeit, eurem Leben oder eurer bisherigen Geschichte zu tun
                            haben. Es sollen Gegenstände sein, mit denen ihr schon eine Weile gelebt
                            habt, die euch begleitet haben oder derzeit begleiten. </item>
            <item>Bildet Dreiergruppen und stellt euch gegenseitig eure Gegenstände vor.
                            Besprecht, welche praktische und welche emotionale Funktion diese
                            Gegenstände für euch haben.</item>
            <item>Zeichnet eure Gegenstände (unterschiedliche Perspektiven und
                            Ansichten) und schreibt dazu, warum sie für euch von Bedeutung
                            sind.</item>
            <item>Drückt eure Gegenstände einzeln, in der zur Verfügung gestellten
                            Abformmasse, ab, so dass eine Negativform entsteht. Fertigt dafür
                            vorbereitend aus der Abformmasse rechteckige Grundplatten in einer
                            passenden Größe für eure Gegenstände an (etwas größer als der Gegenstand
                            selbst). Für jeden Gegenstand soll eine eigene kleine Skulptur
                            entstehen.</item>
            <item>Zeichnet im Anschluss die entstanden Negativformen eurer Gegenstände,
                            also den unsichtbaren Umgebungsraum eurer vertrauten Gegenstände.</item>
            <item>Formuliert einen kurzen Text, der euer Erinnerungszeichen begleitet
                            und seine persönliche Bedeutung für euch erläutert.</item>
            <item>Präsentiert eure Ergebnisse im Plenum. Tauscht euch über die
                            gestalterische Wirkung und die persönliche Bedeutung eurer
                            Erinnerungszeichen aus. Stellt Bezüge zur Arbeitsweise von Rachel
                            Whiteread her und vergleicht eure Ansätze.</item>
            <item>Reflektiert gemeinsam die Bedeutung des Holocausts als historische
                            Zäsur sowie die Intention des Mahnmals von Rachel Whiteread. Diskutiert
                            anschließend argumentativ in der Klasse, ob und inwiefern es ethisch und
                            künstlerisch vertretbar ist, die Arbeitsweise von Whiteread als
                            Inspiration für die Gestaltung eines persönlichen Erinnerungszeichens zu
                            nutzen.</item>
          </list>
          <lb/>
          <lb/>
          <emph style="bold">Optionale Zusatzangebote</emph>
          <list type="ordered">
            <item>Denkt gemeinsam darüber nach, welche Arten von Erinnerungszeichen an
                            Opfer und Verfolgte des Nationalsozialismus ihr sonst noch kennt und
                            legt eine entsprechende Liste bzw. Sammlung an. Nutzt für eure Recherche
                            beispielsweise die Filterfunktion der „Karte der Erinnerung“ auf DERLA.
                            Besprecht, an wen, wie und warum erinnert wird. Kennt ihr insbesondere
                            Erinnerungszeichen, die an Frauen und Jugendliche erinnern sollen? Wenn
                            ja, welche?</item>
            <item>Besucht das „Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ von Alfred Hrdlicka
                            und die „Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten Jüdischen Kinder,
                            Frauen und Männer aus Österreich“ (Shoah-Namensmauer) in Wien. Nutzt die
                            Einträge auf DERLA als Informationsquelle. Vergleicht diese beiden
                            Erinnerungsorte mit dem Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer
                            der Shoah von Rachel Whiteread am Wiener Judenplatz. Nutzt dafür
                            geeignete Vergleichskriterien wie z. B.: Gestaltung und Formensprache
                            (z. B. figürlich, abstrakt, Materialwahl und -wirkung); <lb/>
                            Zugänglichkeit und Standort im öffentlichen Raum Art des Gedenkens
                            (individuelles Gedenken vs. kollektives Gedenken); <lb/> Thematischer
                            Fokus (z. B. Opfergruppen, historische Ereignisse); <lb/> Emotionale
                            Wirkung und Atmosphäre </item>
            <item>Untersucht, welche Aspekte des Erinnerns jeweils dargestellt oder
                            bewusst ausgelassen werden. Bewertet, inwiefern die gestalterischen
                            Mittel zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beitragen.</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungshinweise</caption>
        <p>
          <emph style="bold">Teil 1 des Angebotes</emph>
          <list type="unordered">
            <item>Schwerpunkt: Erkundung | Rezeption</item>
            <item>Inhaltliche Orientierung: Herausarbeiten der Verkörperung von
                            Verschwundenem, Leere, Fehlendem, „nicht mehr Zugänglichem“ im Werk
                            Rachel Whitereads </item>
            <item>ca. 100 Minuten einplanen</item>
            <item>örtlich gebunden an das Erinnerungszeichen</item>
            <item>Arbeitsweise: einzeln oder mit anderen (Gruppen- oder
                            PartnerInnenarbeit)</item>
            <item>die notierten Fragen usw. unbedingt im Plenum besprechen bzw.
                            bearbeiten</item>
            <item>Material: Zeichenpapier (verschiedene Formate und Qualitäten), Stifte
                            (verschiedene Arten und Farben), Radiergummis, Zeichenkohle, evtl.
                            Fixierspray, feste Unterlagen zum Zeichnen und Schreiben </item>
          </list>
          <lb/>
          <emph style="bold">Teil 2 des Angebotes</emph>
          <list type="unordered">
            <item>Schwerpunkt: Reflexion | Auseinandersetzung mit dem künstlerischen
                            Werk von Rachel Whiteread und mit der Skulptur als verkörperte
                            Erinnerung</item>
            <item>Inhaltliche Orientierung: vergessene oder vergängliche Gegenstände in
                            etwas Dauerhaftes verwandeln; thematischer Zusammenhang zu Tod,
                            Vergänglichkeit, herstellen; Gips als Material der Mumifizierung,
                            Totenmasken</item>
            <item>ca. 100 Minuten einplanen</item>
            <item>auch mit zeitlichem Abstand zum ersten Teil des Vermittlungsangebotes
                            möglich</item>
            <item>ortsungebunden (beispielsweise in der folgenden
                            Unterrichtsstunde)</item>
            <item>Arbeitsweise: zuerst in Gruppen, anschließend kann auch unabhängig
                            voneinander gearbeitet werden.</item>
            <item>die abschließende Frage unbedingt im Plenum besprechen bzw.
                            bearbeiten.</item>
            <item>Material: Zeichenpapier, Stifte (z. B. Bleistifte, Kugelschreiber,
                            Buntstifte, Filzstifte - für die Zeichnungen der Gegenstände),
                            Radiergummis, Zeichenkohle, evtl. Fixierspray, Abformmasse (z.B.
                            „Keramiplast“ lufttrocknende Modelliermasse von Gerstaecker), Unterlagen
                            zum Bearbeiten der Abformmasse, Messers bzw. Tonabschneider zum
                            Portionieren und der Modelliermasse, Tücher um Reinigen der abgeformten
                            Gegenstände</item>
          </list>
        </p>
        <caption>Vermittlungsziele</caption>
        <list>
          <item>Die SchülerInnen beschäftigen sich mit Erinnerungszeichen wie dem Mahnmal
                        für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah und verstehen, warum
                        solche Zeichen wichtig für unsere Geschichte und Gesellschaft sind.</item>
          <item>Die SchülerInnen verstehen, wie persönliche Eindrücke Teil eines
                        gemeinsamen Erinnerns werden können, und setzen dies in ihrer eigenen
                        künstlerischen Arbeit um.</item>
          <item>Die SchülerInnen setzen sich damit auseinander, wie persönliche
                        Erinnerungen und gesellschaftliche Geschichten sichtbar gemacht und
                        festgehalten werden können.</item>
          <item>Das Angebot möchte eine Sensibilisierung für Themen wie Antisemitismus,
                        Verlust von Kultur und Identität sowie die Notwendigkeit einer aktiven
                        Erinnerungskultur fördern.</item>
          <item>Die SchülerInnen erproben die Verbindung von künstlerischem Schaffen und
                        historischem Lernen.</item>
          <item>Das Angebot möchte Perspektivität erfahrbar machen und lädt die
                        SchülerInnen ein, verschiedene Zugänge und Sichtweisen auf Geschichte und
                        Erinnerung zu diskutieren.</item>
        </list>
        <caption>Literatur</caption>
        <list>
          <item>Mayer, Stefan, Leerstellen. Räumliche Qualitäten von Lücken, in: Kunst +
                        Unterricht 421/422 (2018), 11-14.</item>
          <item>Karina Pauls, Erlebte Räume - im Alltag und in der Kunst: Rachel Whiteread
                        und Gregor Schneider, Oberhausen 2009.</item>
        </list>
      </div>
      <div type="quellenText">
        <!--  <p> </p> -->
      </div>
      <!-- <linkGrp> </linkGrp> -->
    </body>
  </text>
  <facsimile>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="info:fedora/o:derla.fixvie591" xml:id="IMAGE.1">
      <desc>Das Mahnmal für die österreichischen Opfer der Shoah am Wiener Judenplatz wurde im
                Jahr 2000 nach einem Entwurf von Rachel Whiteread enthüllt.</desc>
      <desc type="title">Mahnmal am Wiener Judenplatz, Vorderseite, © Arno Senoner,
                Unsplash</desc>
    </graphic>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="info:fedora/o:derla.fixvie591" xml:id="IMAGE.2">
      <desc type="title">Mahnmal am Wiener Judenplatz, Fassadendetail, © Arno Senoner,
                Unsplash</desc>
    </graphic>
    <graphic mimeType="image/jpeg" url="info:fedora/o:derla.fixvie591" xml:id="IMAGE.3">
      <desc>Abformen mit Gips und Negativabguss</desc>
      <desc type="title">Bild generiert mit Unterstützung durch KI (ChatGPT/DALL·E,
                OpenAI)</desc>
    </graphic>
  </facsimile>
</TEI>
