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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Gymnasiumstraße 83, 1190 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich anhand der Gedenktafel an einer Wiener Schule, die an den unmittelbar nach dem „Anschluss“ erfolgten Ausschluss der jüdischen und nach den „Nürnberger Gesetzen“ als jüdisch geltenden SchülerInnen erinnert, mit diesem Ereignis und seinen Folgen für die ausgeschlossenen SchülerInnen auseinander. Durch verschiedene Quellen soll die Situation an den Schulen vermittelt und reflektiert werden.
Ort: 1190 Wien
Zeitbedarf: 50–100 Minuten (eignet sich auch für Supplierstunden)
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. Gedenktafeln an Schulen




Bildquellen

Kurt Rosenkranz (unterste Reihe, 2. v.l.) nach seiner Flucht 1939 in Riga (Lettland). Er berichtet über das Ende seiner Schulzeit in Wien: „Am Montag kam ich in die Klasse und am Sonntag habe ich noch mit meinen Klassenkameraden oder Freunden auf der Gasse Fußball gespielt – und zwar Juden oder Nichtjuden, das war ja ganz egal. Und ich kam in die Klasse und es hat da so geknistert, (…) man hat gemerkt, irgendetwas kommt. Und wirklich um acht Uhr läutet es, unser Klassenvorstand (…) in SA-Uniform grüßte ‚Heil Hitler‘ und sein erster Satz war: ‚Juden heraustreten. Nehmt eure Schulsachen.‘ (…) Wir sind in die Eselsbänke, in die rückwärtigen Bänke versetzt worden, und in Klassen, die nicht so stark waren wie unsere – also an Schüleranzahl, gab es zwischen den Judenbänken und den nichtjüdischen Bänken eine leere Bankreihe. Wir wurden vom ersten Moment an wie Aussätzige, wie Schwerstkranke behandelt. Es gab Strafen, es gab Schläge, es war nicht angenehm.“

Kurt Rosenkranz (Das Vermächtnis - Verfolgung, Vertreibung und Widerstand im Nationalsozialismus. DVD 2: Lehr- und Lernmaterial)
Bestätigung der Israelitischen Kultusgemeinde, dass Harry Kaufmann als 12-Jähriger Akkordeon spielen gelernt hat. Für die Vorbereitung auf das Leben in einer neuen Heimat wird jede Form der Weiterbildung genützt. Das Geburtsjahr von Harry Kaufmann ist 1927. Warum hier ein falsches eingetragen wurde, ist nicht bekannt. (Auf der Kursbestätigung ist auch der Zwischenname „Israel“ angeführt“, den jüdische Männer und Buben ab August 1938 führen mussten. Jüdische Frauen und Mädchen mussten den Zwischennamen „Sara“ tragen.)

Akkordeonkurs von Harry Kaufmann (Sammlung Martin Krist/Harry Kaufmann)