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VERFOLGUNG UND WIDERSTAND
IM NATIONALSOZIALISMUS
DOKUMENTIEREN UND VERMITTELN

Digitale Erinnerungslandschaft



Geisteswissenschaftliches Asset Management System



Tempelgasse 5, 1020 Wien
Beschreibung: Die SchülerInnen setzen sich ausgehend von einer Gedenktafel am Standort einer ehemaligen Synagoge, die bei den Novemberpogromen zerstört wurde, mit diesem Radikalisierungsschritt der Entrechtung, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Wiens auseinander. Durch verschiedene schriftliche sowie Audio- und Videoquellen soll diese das gesamte Stadtgebiet von Wien umfassende Gewaltausübung des NS-Terrorstaates und die absolute Rechtlosigkeit von Jüdinnen und Juden dargestellt und deren Auswirkung reflektiert werden.
Ort: 1020 Wien (oder fast jeder andere Bezirk Wiens)
Zeitbedarf: 50–100 Minuten
Alter: 13–19 Jahre
Vermittlungsort: Klassenzimmer bzw. öffentlicher Raum




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Titel des Angebotes



Arbeitsaufträge



Didaktischer Kommentar



Vermittlungshinweise



Vermittlungsziele



Literatur





Die Novemberpogrome in Wien



Didaktischer Kommentar

Durch die Beschäftigung mit den Novemberpogromen setzen sich die SchülerInnen mit der Ausgrenzung und absoluten Entrechtung der jüdischen Bevölkerung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Wien auseinander. Durch die Kombination unterschiedlicher Quellenformate werden historische Kompetenzen sowie die Methoden- und Orientierungskompetenz gefördert.



Arbeitsaufträge

  1. Höre dir den Sendungsausschnitt des Reichssenders Wien vom 10. November 1938 an. (Siehe Audio- und Videoquellen) Benenne danach deine Gefühle. Welche Stelle bleibt dir besonders in Erinnerung? Was empört dich besonders?
  2. Sieh dir nun den Ausschnitt aus dem Videoporträt mit Ingeborg Guttmann an. (Siehe Audio- und Videoquellen). Beschreibe ihre Sichtweise des Brandes in der Tempelgasse. Setze dein Ergebnis in Verbindung mit dem Sendungsausschnitt des Reichssenders Wien.
  3. Lies die Texte von Ruth Maier und Reinhold Eckfeld. Beschreibe, was sie erleben und was sie am meisten betroffen macht. (Siehe Textquellen)
  4. Sieh dir das Videoporträt von Richard Schoen an und schreibe danach auf, was dir in Erinnerung geblieben ist. (Siehe Audio- und Videoquellen)
  5. Geht danach in Dreiergruppen und vergleicht eure Ergebnisse zum Videoporträt von Richard Schoen. Was haben sich alle gemerkt? Was ist nur einem bzw. einer von euch in Erinnerung geblieben? Überlegt, warum ihr euch bestimmte Teile der Erzählung gemerkt habt bzw. warum sich an manche Informationen jede/jeder von euch erinnert?
  6. Besprecht eure Ergebnisse in der Klasse.
  7. Nenne drei bis vier dir am wichtigsten erscheinende Punkte, die man über die Novemberpogrome in Wien wissen sollte. (Mehr Erfahren und Textquellen)
  8. Geht danach in Gruppen zusammen und einigt euch gemeinsam auf drei bis vier Punkte.



Vermittlungshinweise

Dieses Vermittlungsangebot kann an jedem der ehemaligen Synagogenstandorte stattfinden (siehe Verbundene Orte). Die Beschäftigung kann aber auch unabhängig vom Erinnerungszeichen im Klassenraum erfolgen. Wünschenswert wäre, wenn die SchülerInnen bereits Kenntnisse zur NS-Ideologie, zum NS-Rassenwahn und über die NS-Terrorzeit mitbringen. Empfehlenswert ist dazu neben dem Unterricht der Rundgang „Leben und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Wien“ im 2. Wiener Gemeindebezirk. Als Nachbereitung dieses Vermittlungsangebotes bietet sich das Unterrichtsmodell „Wer ist schuld am Tod von Edith Winkler? Völkermord als gesellschaftliche Verantwortung“ an.



Vermittlungsziele

  • Die SchülerInnen lernen einen entscheidenden Punkt in der Radikalisierung der Vertreibung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung durch das NS-Terrorregime in Wien kennen.
  • Dieser Prozess fand inmitten Wiens, also auch an den Wohnorten und in der Umgebung der heutigen Schulen der SchülerInnen statt. Der Holocaust und die Shoah sind nicht auf die KZ Auschwitz oder Mauthausen zu beschränken, sondern Auschwitz begann in Wien, inmitten der Gesellschaft. Diese gesamtgesellschaftliche Verantwortung sollte den SchülerInnen bewusstwerden.
  • Die SchülerInnen erproben den selbständigen Umgang mit verschiedenen Quellentypen und erwerben historische Methodenkompetenz.


  • Literatur

  • Dieter J. Hecht/Eleonore Lappin-Eppel/Michaela Raggam-Blesch, Topographie der Shoah. Gedächnisorte des zerstörten jüdischen Wien. Wien 2015.
  • Martin Krist/Albert Lichtblau, Nationalsozialismus in Wien. Opfer – Täter – Gegner. Innsbruck/Wien/Bozen 2017, 239 – 278.
  • Bob Martens/Herbert Peter, Die zerstörten Synagogen Wiens. Virtuelle Stadtspaziergänge. Wien 2009.
  • Herbert Rosenkranz, Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Juden in Österreich 1938 – 1945. Wien 1978.