Vermittlungsangebot
Zu: Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz

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Titel des Angebotes
Arbeitsaufträge
Didaktischer Kommentar
Vermittlungshinweise
Vermittlungsziele
Literatur
Deserteure als Verfolgte der NS-Militärjustiz
Didaktischer Kommentar
Die Unterrichtseinheit fördert historisches Bewusstsein und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Militärjustiz an. Durch Recherche, Denkmalbesuch und eigene Denkmalentwürfe reflektieren die Lernenden die Bedeutung individueller Schicksale im kollektiven Gedächtnis und vertiefen ihr Verständnis für Gedenken im öffentlichen Raum. Das Angebot richtet sich an die Sekundarstufe II und umfasst drei aufeinanderfolgende Doppelstunden, die sowohl räumlich als auch zeitlich aufeinander abgestimmt sind.
Arbeitsaufträge
Erste Doppelstunde: Erinnerung und Geschichte des Deserteurs David Holzer
- Einstieg: Informiere dich über die Geschichte des Deserteurs David Holzer, indem du das Video auf DERLA ansiehst (siehe Videos und Audios).
- Gruppenarbeit: Bearbeitet in Kleingruppen (max. fünf Personen) die folgenden Aufgaben und bereitet Argumente vor: Fasst die Informationen über David Holzer zusammen und stellt seine wichtigsten Lebensstationen geordnet dar. Beschreibt die Wirkung seiner Geschichte auf euch. Nennt drei Punkte, die euch im Zusammenhang mit Deserteuren in der NS-Terrorzeit wichtig erscheinen. >Nennt verschiedene Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.
- Plenumsdiskussion: Präsentiert eure Ergebnisse und diskutiert sie gemeinsam in der Klasse.
- Vorbereitung auf den Besuch des Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz: Lies auf DERLA unter "Mehr Erfahren" den Text über das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz und optional den Text „Ein Denkmal für den unbekannten Deserteur“ von Corinna Tomberger (unter Textquellen). Markiere bzw. notiere dir unbekannte Begriffe und erarbeite dir ihre Bedeutung. Dokumentiere auch deine persönlichen Eindrücke zu den Texten. Welche Gedanken oder Emotionen lösen sie bei dir aus?
- Erster Eindruck und Wirkung des Denkmals: Beschreibt die Wirkung des Denkmals auf euch. Was nehmt ihr wahr, was fällt euch spontan auf? Analysiert den Standort des Denkmals: Warum könnte er gewählt worden sein, und welche historische oder gesellschaftliche Bedeutung hat er (für euch, für Österreich)? Untersucht die gestalterischen Merkmale des Denkmals (z. B. Material, Form, Farbe, Komposition) und deren mögliche Wirkung. Reflektiert die Emotionen, die das Denkmal bei euch auslöst, wenn ihr daran vorbeigeht oder davorsteht: Welche Fragen kommen euch dabei in den Sinn?
- Aussageabsicht und Wahrnehmung im öffentlichen Raum: Recherchiert, an welches historische Ereignis oder an welche Person(en) das Denkmal erinnert. Interpretiert, welche Botschaft das Denkmal den Vorbeigehenden vermitteln möchte. Erkundet, wie das Denkmal von PassantInnen wahrgenommen wird (z. B. durch kurze Interviews oder Beobachtungen). Dokumentiert die Informationen zum Denkmal die direkt vor Ort zugänglich sind (z. B. Tafeln, QR-Codes, Textelemente).
- Analyse des Denkmals Standort: Findet mögliche Gründe für die Platzierung des Denkmals an diesem Ort und überlegt, welche Wirkung der Standort im Zusammenspiel mit der Umgebung entfaltet. Gestaltung: Analysiert die verwendeten Formen, Symbole und künstlerischen Mittel sowie deren Wirkung. Material: Beschreibt das verwendete Material und interpretiert, welche symbolische Bedeutung es haben könnte. Inschrift: Interpretiert die Inschrift: Welche Aussage wird getroffen, welche Bedeutungen sind möglich und welche Wirkung geht davon aus?
- Gesellschaftliche Bedeutung Deutet, welche Werte oder Erinnerungen durch das Denkmal vermittelt werden sollen. Reflektiert, welche Auswirkungen das Denkmal auf das Geschichtsverständnis der Gesellschaft haben kann – und diskutiert, wo mögliche Grenzen liegen könnten. Erläutert, warum ihr euch im Vorfeld mit der Biografie von David Holzer beschäftigt habt und wie dieses Wissen euren Blick auf das Denkmal beeinflusst.
- Einstieg: Stell dir vor, ein Denkmal soll errichtet werden, um David Holzer zu ehren. Doch was macht ein Denkmal eigentlich besonders? Was drückt es aus? Überlege, welche Geschichte dein Denkmal erzählen soll und wie es daher gestaltet sein soll.
- Gestaltungsaufgabe: Entwirf ein Denkmal, das an David Holzer erinnert. Nutze eine oder mehrere der folgenden Zeichentechniken: Bleistiftzeichnung (detaillierte Darstellung mit Schattierungen und präzise Linienführung) Buntstiftzeichnung (ausdrucksstarke Farben, die Stimmungen und Emotionen vermitteln) Tuschezeichnung (Klarheit und starke Kontraste, die das Denkmal monumental wirken lassen) Kohlezeichnung (grobe Darstellung mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten)
- Gedanken zu deinem Denkmal: Überlege dir, welche Symbolik du in deinem Denkmal einbauen möchtest. Welche Formen und Farben passen zur Bedeutung von David Holzer? Soll das Denkmal groß und monumental wirken oder eher schlicht und nachdenklich? Welche Materialien würdest du, wenn du es bauen würdest, verwenden?
- Präsentation/Ausstellung: Wenn du mit deinem Entwurf fertig bist, stelle deine Zeichnung an einem geeigneten Platz im Klassenraum aus. Bereite eine kurze Präsentation vor, in der du dein selbst gestaltetes Denkmal vorstellst und deine Überlegungen dazu begründest. Gehe dabei möglichst auf folgende Punkte ein: Erläutere, was dein Denkmal darstellt und welchen historischen oder persönlichen Bezug es hat. Begründe, welche Symbolik und Materialien du gewählt hast bzw. für eine Umsetzung des Entwurfs wählen würdest – und warum. Beschreibe, welche Emotionen und Gedanken du bei BetrachterInnen auslösen möchtest. Reflektiere die Bedeutung von David Holzer für dich und dein Denkmalsentwurf hat.
- Analyse und Diskussion: Betrachte die Entwürfe deiner MitschülerInnen und überlege, wie deren Entwürfe die Erinnerung an David Holzer interpretieren. Diskutiere mit der Klasse, welche Denkmäler besonders gelungen oder aussagekräftig sind und warum. Was könnte man an den Entwürfen verbessern, um die Aussageabsicht oder Wirkung noch stärker zu machen?
- Abschluss: Am Ende der Stunde sollst du dir selbst noch einmal die Frage stellen: Was macht ein Denkmal für mich aus? Welche Bedeutung und Symbolik kann Kunst in unserer Erinnerungskultur haben?
Vermittlungshinweise
In der ersten Doppelstunde erhalten die Lernenden wichtige Informationen zum Arbeitsauftrag und werden in der Gruppenarbeit unterstützt. Die Arbeitsphase (ca. 80 Minuten) ist auf die Person Holzer fokussiert, der stellvertretend für die Opfergruppe der Verfolgten der NS-Militärjustiz steht. Während der Arbeit in den Kleingruppen unterstützen Sie die Lernenden durch gezielte Aufgabenstellungen. Nach der Arbeitsphase folgt eine Plenumsdiskussion, in der die Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren und diskutieren. Zudem bereiten Sie mit den SchülerInnen den Denkmalsbesuch vor und besprechen mit Ihnen den vorbereitenden Arbeitsauftrag dafür. Die Textquelle „Ein Denkmal für den unbekannten Deserteur“ von Corinna Tomberger (unter Textquellen) ist etwas umfangreicher, relativ komplex und eignet sich nur für ältere SchülerInnen. In der zweiten Doppelstunde setzen sich die Lernenden intensiv mit dem Denkmal vor Ort auseinander. Sie werden beim Besuch des Denkmals und der Dokumentation ihrer Eindrücke, Beobachtungen, Analysen und Überlegungen unterstützt. Für die eigentliche Arbeitsphase sind ca. 50 Minuten eingeplant, in denen die SchülerInnen in Kleingruppen von max. fünf Personen arbeiten. Planen Sie genügend Zeit für den Besuch mit Gruppenarbeit und Diskussion. In der dritten Doppelstunde unterstützen Sie die Lernenden bei der Erstellung eines Entwurfs für ein Denkmal. Zeigen Sie ihnen dazu beispielsweise Architekturzeichnungen mit unterschiedlichen Ausdruckswirkungen. Die Stunde findet im Klassenraum statt, wobei ca. 50 Minuten für die Entwurfszeichnungen vorgesehen sind. In der verbleibenden Zeit präsentieren die SchülerInnen ihre Skizzen, analysieren sie gegenseitig und diskutieren ihre Ergebnisse. Die Arbeitsdynamik wechselt zwischen Einzelarbeit für die Zeichnungen und Gruppenarbeit für die Analyse und Diskussion der Skizzen. Benötigt werden Zeichenpapiere in unterschiedlichen Formaten und Qualitäten, Bleistifte, Buntstifte, Pastell- und Ölkreiden, Kohlestifte sowie Tusche, Federn und Pinsel. Zusätzlich könnte auch noch eine Präsentation/Ausstellung in der Schule stattfinden/angedacht werden. Da die Beschäftigung der SchülerInnen mit der Wehrmachtsjustiz über mehrere Stunden geht, wäre es sicher angebracht, dies über den Klassenraum hinaus zu verbreiten.